Lektürentagebuch 12.5.26
Noch in der Nacht gestern von
Gilbert White über die Erkundung
Von Selborne vom 12. März 1768
Über Luftlöcher der Hirsche gelesen
Würde jemand schreibt er dabei an
Thomas Pennant Esquire den Kopf
Eines Dammhirsches sezieren könnte
Er die Luftschlitze neben dem Auge
Entdecken die es ihm ermöglichen
Auch beim Trinken zu atmen wenn
Die Schnauze ganz im Wasser steckt
Auch beim Rennen bekäme er so
Mehr Luft als durch Maul und Nase
In einer Anmerkung steht noch dass
Pennant ihm ein gleiches auch für
Antilopen bestätigt die damit riechen
Zusätzlich zitiert er dazu noch einen
Alten Griechen der von vier Löchern
Zum Atmen schrieb während ein
Aristoteles nur darüber spottete
Dieser meinte es sei ein Gerücht
Dass Ziegen durch die Ohren atmen
Könnten doch so fern liegt ein solcher
Gedanke scheinbar doch nicht mehr
Jedoch irrte hier wohl White denn
Die Voraugendrüsen der Hirsche
Dienen nur der Reviermarkierung
Sind nicht zum atmen gedacht
Bei Erwin Seitz über Bonifatius den
Apostel der Deutschen gelesen wie
Dessen katholische Auslegung noch
Kritisch geprüft die vieles auslässt
Sicher trug der angelsächsische
Gelehrte der zur Christianisierung
Nach Sachsen zog auch einiges zur
Verfeinerung der Deutschen bei
Die von ihm oder in seinem Auftrag
Gegründeten Klöster und Bistümer
Wie Fulda Fritzlar Erfurt und noch
Wurden damit auch zu Städten
Doch die unkritische Darstellung
Eines Missionars der auch vor der
Züchtigung der Sünder nicht
Zurückschreckte ist mindestens naiv
Seine Empörung gegenüber dem
Papst über die Beischlafgewohnheiten
Fränkischer Fürsten sind peinlich nur
Sein Scheitern in Friesland wird von
Seitz nur beim ersten mal erwähnt
Während seine Ermordung wieder
Als Raubüberfall unkultivierter Friesen
Historisch falsch dargestellt wird
Der rituelle Angriff auch auf Bücher
Aus seinem Besitz zeigt dass die
Friesen sehr bewusst den christlichen
Glauben des Missionars abwehren
Die Bücher wurden danach gepfählt
Nicht wie die Legende behauptet im
Kampf als Schild hochgehalten der
Alte Bischof war da schon über 80
Am Rande nur erwähnt Seitz das
Bündnis fränkischer Fürsten mit
Der katholischen Kirche um so
Eine geistige Klammer zu haben
Dass Bonifatius der eigentlich als
Wynfreth geboren wurde bewusst
Nicht Bischof von Köln wurde was
Er dringend versucht hatte wird
So verschwiegen wie zu Mainz dann
Fälschlich behauptet wird er sei dort
Erzbischof gewesen was falsch ist
Seine Bedeutung nahm wohl ab
Ob das daran lag dass fränkische
Fürsten genug von seiner steten
Moralischen Belehrung hatten ist
Seitz keinen Gedanken wert
Das ganze Bild von Bonifatius was
Seitz vermittelt ist eher auf dem
Unkritischen Niveau noch einer
Bayerischen Volksschule geblieben
Ob das an der eigenen Erinnerung
Des in Franken geborenen Autors
Liegen könnte weiß ich nicht aber
Es ist sicher nicht historisch kritisch
Auch die völlige Ignoranz gegenüber
Älteren Kulturen am Ort weicht hier
Der katholischen Lüge dass erst mit
Dem Christentum die Kultur kam
Dies entspricht der geistigen Haltung
Der Taliban in Afghanistan oder auch
Al Qaida die Buddhas und Tempel
Sprengten für den wahren Glauben
Genau dieses totalitär katholische
Denken beherrscht Europa noch
Bis heute in der Behauptung vor
Der Kirche gab es keine Kultur
Der persönliche Geschmack des
Autors sollte zwar bei der Betrachtung
Seines Werkes egal sein wenn es
Dieses nicht seltsam beeinflusst
Hier schreibt ein wohl katholischer
Biertrinker der seltsam genug auch
Noch Moselwein schätzt über die nur
Katholische Sicht auf deutsche Kultur
Entsprechend schlicht ist auch das
Ergebnis erschreckend einseitig aber
Gibt guten Grund zur weiter kritischen
Auseinandersetzung noch weiter mir
Wieder in die Arktis geht es mit dem
Grafen Krockow der weiter für Cook
Wie Georg Forster phantasiert was
Vermutlich ungemütlich nun wird
Eisig öde im meist Nebel bei sehr
Getrübter Stimmung ertragen alle
Den letzten Vorstoß nach Süden
Mehr als sich darüber zu freuen
Schön beschrieben wird die weitere
Annäherung von Sam und Georg
Der staunt als er von dessen Leben
Als Straßenjunge nach dem Tode
Seiner Mutter Geschichten auch zur
Prostitution für Essen hören muss
Was ihm zeigt wie schwer es doch
Manche Menschen im Leben hätten
Irgendwann erreichen sie nochmal
Den Polarkreis dahinter begann eine
Riesige Eiswand und nun hat auch
Kapitän Cook genug vom Eis
Die Geschichten dieser Fahrt ins Eis
Mit allen riskanten Abenteuern ist
Schön erzählt und pädagogisch nicht
So platt wie die vorigen Male
Denke der Lerneffekt ist höher wenn
Du nicht erst gegen die Reflexe nicht
Belehrt werden zu wollen dabei noch
Ankämpfen musst was allen gut täte
Zum Abschluss des Lesetages noch
Etwas wunderschönes gegönnt die
Liebesgeschichte von Paul und Siri
Wie alles auf einer Party anfing
Siri Hustvedt erinnert sich in ihren
Ghost Stories wie sie Paul Auster
Auf einer Party kennenlernte in
New York sich sofort in ihn verliebte
Wie sie ihren Bekannten der
Zumindest wusste wer Paul war
Bat sie einander vorzustellen
Der J genannte Freund dann
Einfach von der Party verschwand
Sie mit Paul noch in einer Bar war
Er sie zum ersten mal küsste als
Sie auf ihr Taxi wartete und es
Wohl gut war wo er wohnte und
Wie alle sich nach ihr umdrehten
Der großen Blonden dort im Italo
Viertel wo sie so richtig auffiel
Erzählt vom ersten Besuch
Bei seinen Eltern und wie sie sich
Dort anzog um protestantischen
Norwegischen Schwiegereltern
Gut zu gefallen nicht für eine eher
Fröhlich aufgedrehte jüdische
Mutter die knallig bunt und eher
Aufgedreht interessiert noch war
Erinnert sich an die Reise die er
Ihr zum gemeinsamen 100.
Geburtstag also ihrem 46. und
Seinem 54. nach Florida schenkte
Was auch 20 Jahre Siri und Paul war
Den sie mit 26 kennenlernte und ist
Wieder mit zärtlicher Liebe so schön
Geschrieben dass es mich sehr rührte
Auch die Geschichte der zwei Briefe
Die sie ihm schrieb als er sie verließ
Um zu Frau und Kind wieder zurück
Zu gehen also auf und ab auch
Große Liebe geht gerne auch ganz
Krumme Bahnen um sich zu finden
Verlässt sich um sich zu finden und
Bis zum Ende dann doch zu bleiben
Das ist mit Humor und die eigenen
Lücken der Erinnerung gestehend -
Paul hätte es bestimmt noch gewusst
Eine ganz echte Liebesgeschichte
Hier pausiere ich das Kapitel bis
Morgen oder übermorgen um mir
Ihre Liebesbriefe an Paul noch
Als Bonbon etwas aufzusparen
Sie nimmt uns Leser mit in das
Große Gefühl hinein was diese
Liebe so zauberhaft lange trug
Von den beiden Dichtern
jens tuengerthal 12.5.26
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen