Dienstag, 12. Mai 2026

Lektürentagebuch 12.5.26

Lektürentagebuch 12.5.26

Noch in der Nacht gestern von
Gilbert White über die Erkundung
Von Selborne vom 12. März 1768
Über Luftlöcher der Hirsche gelesen

Würde jemand schreibt er dabei an 
Thomas Pennant Esquire den Kopf
Eines Dammhirsches sezieren könnte
Er die Luftschlitze neben dem Auge

Entdecken die es ihm ermöglichen
Auch beim Trinken zu atmen wenn
Die Schnauze ganz im Wasser steckt
Auch beim Rennen bekäme er so 

Mehr Luft als durch Maul und Nase
In einer Anmerkung steht noch dass 
Pennant ihm ein gleiches auch für
Antilopen bestätigt die damit riechen

Zusätzlich zitiert er dazu noch einen
Alten Griechen der von vier Löchern 
Zum Atmen schrieb während ein 
Aristoteles nur darüber spottete

Dieser meinte es sei ein Gerücht
Dass Ziegen durch die Ohren atmen
Könnten doch so fern liegt ein solcher
Gedanke scheinbar doch nicht mehr

Jedoch irrte hier wohl White denn 
Die Voraugendrüsen der Hirsche
Dienen nur der Reviermarkierung
Sind nicht zum atmen gedacht 

Bei Erwin Seitz über Bonifatius den
Apostel der Deutschen gelesen wie
Dessen katholische Auslegung noch
Kritisch geprüft die vieles auslässt

Sicher trug der angelsächsische
Gelehrte der zur Christianisierung
Nach Sachsen zog auch einiges zur 
Verfeinerung der Deutschen bei

Die von ihm oder in seinem Auftrag
Gegründeten Klöster und Bistümer
Wie Fulda Fritzlar Erfurt und noch
Wurden damit auch zu Städten

Doch die unkritische Darstellung
Eines Missionars der auch vor der
Züchtigung der Sünder nicht
Zurückschreckte ist mindestens naiv

Seine Empörung gegenüber dem
Papst über die Beischlafgewohnheiten
Fränkischer Fürsten sind peinlich nur 
Sein Scheitern in Friesland wird von 

Seitz nur beim ersten mal erwähnt
Während seine Ermordung wieder
Als Raubüberfall unkultivierter Friesen
Historisch falsch dargestellt wird

Der rituelle Angriff auch auf Bücher
Aus seinem Besitz zeigt dass die
Friesen sehr bewusst den christlichen
Glauben des Missionars abwehren

Die Bücher wurden danach gepfählt
Nicht wie die Legende behauptet im
Kampf als Schild hochgehalten der
Alte Bischof war da schon über 80

Am Rande nur erwähnt Seitz das
Bündnis fränkischer Fürsten mit
Der katholischen Kirche um so
Eine geistige Klammer zu haben 

Dass Bonifatius der eigentlich als
Wynfreth geboren wurde bewusst
Nicht Bischof von Köln wurde was
Er dringend versucht hatte wird 

So verschwiegen wie zu Mainz dann
Fälschlich behauptet wird er sei dort
Erzbischof gewesen was falsch ist
Seine Bedeutung nahm wohl ab 

Ob das daran lag dass fränkische
Fürsten genug von seiner steten
Moralischen Belehrung hatten ist
Seitz keinen Gedanken wert

Das ganze Bild von Bonifatius was
Seitz vermittelt ist eher auf dem 
Unkritischen Niveau noch einer
Bayerischen Volksschule geblieben

Ob das an der eigenen Erinnerung
Des in Franken geborenen Autors
Liegen könnte weiß ich nicht aber
Es ist sicher nicht historisch kritisch

Auch die völlige Ignoranz gegenüber
Älteren Kulturen am Ort weicht hier
Der katholischen Lüge dass erst mit
Dem Christentum die Kultur kam 

Dies entspricht der geistigen Haltung
Der Taliban in Afghanistan oder auch
Al Qaida die Buddhas und Tempel
Sprengten für den wahren Glauben

Genau dieses totalitär katholische
Denken beherrscht Europa noch
Bis heute in der Behauptung vor
Der Kirche gab es keine Kultur

Der persönliche Geschmack des
Autors sollte zwar bei der Betrachtung
Seines Werkes egal sein wenn es
Dieses nicht seltsam beeinflusst 

Hier schreibt ein wohl katholischer
Biertrinker der seltsam genug auch
Noch Moselwein schätzt über die nur 
Katholische Sicht auf deutsche Kultur

Entsprechend schlicht ist auch das 
Ergebnis erschreckend einseitig aber
Gibt guten Grund zur weiter kritischen 
Auseinandersetzung noch weiter mir 

Wieder in die Arktis geht es mit dem
Grafen Krockow der weiter für Cook
Wie Georg Forster phantasiert was
Vermutlich ungemütlich nun wird 

Eisig öde im meist Nebel bei sehr
Getrübter Stimmung ertragen alle
Den letzten Vorstoß nach Süden
Mehr als sich darüber zu freuen

Schön beschrieben wird die weitere
Annäherung von Sam und Georg
Der staunt als er von dessen Leben
Als Straßenjunge nach dem Tode

Seiner Mutter Geschichten auch zur
Prostitution für Essen hören muss
Was ihm zeigt wie schwer es doch
Manche Menschen im Leben hätten 

Irgendwann erreichen sie nochmal
Den Polarkreis dahinter begann eine
Riesige Eiswand und nun hat auch
Kapitän Cook genug vom Eis

Die Geschichten dieser Fahrt ins Eis
Mit allen riskanten Abenteuern ist
Schön erzählt und pädagogisch nicht
So platt wie die vorigen Male

Denke der Lerneffekt ist höher wenn
Du nicht erst gegen die Reflexe nicht
Belehrt werden zu wollen dabei noch
Ankämpfen musst was allen gut täte

Zum Abschluss des Lesetages noch 
Etwas wunderschönes gegönnt die
Liebesgeschichte von Paul und Siri 
Wie alles auf einer Party anfing 

Siri Hustvedt erinnert sich in ihren 
Ghost Stories wie sie Paul Auster
Auf einer Party kennenlernte in
New York sich sofort in ihn verliebte

Wie sie ihren Bekannten der 
Zumindest wusste wer Paul war
Bat sie einander vorzustellen 
Der J genannte Freund dann 

Einfach von der Party verschwand
Sie mit Paul noch in einer Bar war
Er sie zum ersten mal küsste als
Sie auf ihr Taxi wartete und es

Wohl gut war wo er wohnte und
Wie alle sich nach ihr umdrehten
Der großen Blonden dort im Italo
Viertel wo sie so richtig auffiel

Erzählt vom ersten Besuch
Bei seinen Eltern und wie sie sich
Dort anzog um protestantischen
Norwegischen Schwiegereltern

Gut zu gefallen nicht für eine eher
Fröhlich aufgedrehte jüdische
Mutter die knallig bunt und eher
Aufgedreht interessiert noch war

Erinnert sich an die Reise die er 
Ihr zum gemeinsamen 100. 
Geburtstag also ihrem 46. und 
Seinem 54. nach Florida schenkte

Was auch 20 Jahre Siri und Paul war
Den sie mit 26 kennenlernte und ist
Wieder mit zärtlicher Liebe so schön 
Geschrieben dass es mich sehr rührte

Auch die Geschichte der zwei Briefe
Die sie ihm schrieb als er sie verließ
Um zu Frau und Kind wieder zurück
Zu gehen also auf und ab auch

Große Liebe geht gerne auch ganz
Krumme Bahnen um sich zu finden
Verlässt sich um sich zu finden und
Bis zum Ende dann doch zu bleiben 

Das ist mit Humor und die eigenen
Lücken der Erinnerung gestehend -
Paul hätte es bestimmt noch gewusst
Eine ganz echte Liebesgeschichte 

Hier pausiere ich das Kapitel bis
Morgen oder übermorgen um mir 
Ihre Liebesbriefe an Paul noch
Als Bonbon etwas aufzusparen

Sie nimmt uns Leser mit in das
Große Gefühl hinein was diese
Liebe so zauberhaft lange trug
Von den beiden Dichtern

jens tuengerthal 12.5.26

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