Donnerstag, 9. April 2020

Liebeslust

Das schönste im Leben ist
Es voller Lust zu verbringen
Lehrte uns schon Epikur
Was kirchliche Moralapostel
Ihm äußerst übel nahmen
Weil er als einziger bis zur
Moderne auch Frauen als
Gleichwertig in seinem Garten
Begrüßte wurde er angeklagt
Ein Lustmolch zu sein der
Weniger Philosophie als nur
Hedonistische Orgien betreibe
Auch wenn über 200 Jahre tot
Bevor die jüdische Sekte der
Christen Lust in Verruf brachte
Bis deren Guru geboren ward
So geriet sein Streben nach
Lust im Leben in Verruf
Besonders anständige Frauen
Oder die sich dafür hielten
Empörten sich über Epikur
Den einzigen Philosophen der
Sie gleichberechtigt anerkannte
Weil sie ihrer Natur zuwider
Lange Lust als schlecht sahen
Was sich teilweise noch hält
Viele dabei wie im Leben eher
Kontinuierlich unzufrieden macht
Dabei ist das Streben nach Lust
Wie ihre Befriedigung unsere Natur
Dazu sollen wir Furcht wie auch
Schmerz und Begierden überwinden
Die Furcht wird überwunden zuerst
In der Angst vor dem Tod der uns
Nichts angeht weil wo er ist
Wir nicht mehr sind also egal 
Sein könnte wie die Götter die
Wenn es sie gibt in einer parallelen
Welt leben die uns nichts angeht
Wie sie sich nicht um uns scheren
Der Schmerz wird am besten
Relativiert so verschwindet er
Am ehesten aus dem Bewusstsein
Ist er groß dauert er nicht lang an
Dauert er lange gewöhnen wir uns
Begierden sollen wir nur folgen
Wo sie unserer Natur entsprechen
Ansonsten sie lieber überwinden
Um frei davon leben zu können
Die Liebe gehört dabei zu den
Natürlichen Begierden deren
Befriedigung uns nahe liegt
Die andern Gutes will und tut
Wie ein Leben lustvoll macht
Damit glücklich im Sinne Epikurs
Die Liebe voller Lust zu leben
Folgt so dem Weg der Natur
Wo es der Liebe an Lust fehlt
Mangelt es daher am Kern
Der nicht ersetzbar ist durch
Eine bloße Ersatzbefriedigung
Ob es dazu Leidenschaft braucht
Oder bloße Hingabe genügt
Wird unterschiedlich gesehen
Zumindest das Leiden ist dabei
Der Lust sicher eher abträglich
Was dafür spricht lieber lustvoll
Als leidenschaftlich zu lieben
Entspräche auch eher der Liebe
Die ihrem Wesen nach glücklich
Machen will und also die Lust
Am wie im Leben mehrt was
Gelebt in den seltensten Fällen
Mit Leidenschaft dauerhaft gelingt
Warum mehr Lust und weniger Leid
Sicher ein kluger Weg wäre um
Im Leben glücklich zu bleiben
Handelten wir in Liebesdingen je
Philosophisch vernünftig und so
Leben wir mit Kompromissen die
Nie etwas ganz sind aber dafür
So lustvoll wie möglich würden
Wagten wir mit Lust zu leben
Was Aufgabe genug ist weil
Zwei selten wirklich eins sind
Zumindest können wir uns dabei
Die Welt so machen wie sie uns
Gefällt was manchmal gelingt für
Kleine Momente voll Liebeslust
Genug für ein Leben wohl
Was sonst sollte Sein

jens tuengerthal 8.4.20

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