Lektürentagebuch 18.6.26
Weiter geht es mit Franz Hessel auf
Tour durch Berlin die er noch durch
Schöne Anekdoten bereichert warum
Der Blick hinter die Neue Wache geht
Zur dort berühmten Singakademie des Goethefreundes Zelter deren
Geschichte als bürgerliche Institution
Hessel mit vielen Details erzählt
Von Fasch dem eigentlichen Gründer
Wie Lehrer des Maurermeisters Zelter
Bis zu den Mendelssohns hier ist ein
Guter Teil Berliner Musikgeschichte
Aus dem benachbarten ehemaligen
Palais des Prinzen Heinrich welcher
Der Bruder Friedrichs des Großen war
Wurde um diese Zeit eine Universität
Ihr Gründungsdirektor war Fichte
Vor ihr stehen die Brüder Humboldt
Eigentlich sitzen sie bequem dabei
Ist dies Gebäude das nördliche Ende
Des Forum Fridericianum dem einst
Platz am Opernhaus dessen Südseite
Das Opernhaus östlich und westlich
Die Kommödchen genannte Bibliothek
Noch einnimmt die zu Hessels Zeit
Verwaltung der Universität war heute
Die juristische Fakultät beherbergt
Die nach Plänen von Knobelsdorff
Wie das schöne Opernhaus auch
Gebaut wurde wobei Gerüchte auf
Fischer-Erlach aus Wien weisen wie
Friedrich auf eine Kommode zeigte
Als Knobelsdorff fragte wie er sich
Die neue Bibliothek denn vorstelle
Und meinte genau so doch Hessel
Erzählt noch von Studentenzahlen
Ob das rasante Wachstum wirklich
Der Wissenschaft gut täte oder nie
Darüber will Hessel lieber schweigen
Nur anmerken leerer war gelassener
Eine ähnliche Anekdote wird über
Die runde Hedwigskathedrale der
Katholiken erzählt nach der Friedrich
Eine Kaffeetasse umgedreht hätte
Als eine Deputation der Katholiken
Bei ihm vorsprach um zu fragen
Wie er sich die Kathedrale vorstelle
Auf die Tasse deutete und meinte so
Vom Opernhaus dem Meisterwerk
Des großen Knobelsdorff wie Hessel
Es wörtlich schreibt erzählt er noch
Geschichten mit und ohne Graun
Wand an Wand mit der Kommode
Steht das bescheidene Palais in dem
Kaiser Wilhelm sehr bürgerlich lebte
Der Kaiser im Erdgeschoss seine
Sensible und empfindsame Gattin
Augusta mit den russischen Nerven
Wie der Kaiser selbst es sagte lebte
Im Obergeschoss großzügiger noch
Geschichten zur sehr bürgerlichen
Einrichtung und unendlich viel Kitsch
Werden liebevoll dabei erzählt auch
Vom Fenster an dem er stramm stand
Noch bei jedem Wachwechsel was
Unglaublich eher ist aber die Nähe
Der Berliner zu ihrem Kaiser zeigt
Einem Sohn der Königin Luise noch
Nicht erwähnt er leider dass dieser
Als Kartätschenprinz noch 1848
Unrühmlich bekannt wurde der
In die Menge schießen wollte
Schrecklich maßvoll findet Hessel
Die barocken Formen der Fassade
Der neuen Staatsbibliothek über
Deren Eingang noch eine Büste
Von Wilhelm II mit gezwirbeltem Bart
Stand noch eine Büste über dem
Eingang die inzwischen Geschichte ist
Selten nur sah ich es nicht eingerüstet
Eine besondere Schönheit ist der
Neobarocke Bau nicht aber dafür
Ist der Innenhof ganz bezaubernd
Über den der Eingang heute führt
Beim Gedanken an Frühstück denkt
Hessel da sie gerade wieder am
Ausgangspunkt anfangen an die
Gute Weinstube Habels dort
Doch leider ist die Fahrt noch nicht
Beendet und sie werfen nur einen
Blick auf das altväterliche Design
Wie die Schilder noch davor
So ging es heute kaum einen
Kilometer Unter den Linden vorwärts
Aber mit dichtgedrängter Geschichte
Die gefühlt erzählt und erlebt hier wird
In einem langen sehr guten Kapitel
Unter dem Titel Otto der Große und
Bruno von Köln stellt Erwin Seitz in
Der Verfeinerung der Deutschen
Den Kaiser und seine kulturelle
Wirkung auf die Verfeinerung der
Deutschen dar mit der die kulturell
Wichtiger ottonische Epoche beginnt
Am Anfang steht dabei natürlich ein
Ringen um die Macht wie Kriege um
Seine Herrschaft zu festigen doch
Zugleich beginnt eine Entwicklung
Die eine Verfeinerung auch schon
Der städtischen Kultur bringt durch
Seinen einer frühen Friedelehe mit
Einer wendischen Fürstentochter
Entstammenden Sohn den er zum
Erzbischof von Mainz wählen lässt
Wie seinen jüngeren Bruder Bruno
Der nach seiner Zeit am Hof dort
Als Leiter der Hofkanzlei in Köln
Zum Erzbischof wurde und dort
Eine eigene lateinische Kultur
Wie eine gute Verwaltung schuf
In erster Ehe heiratete Otto Edgith
Eine Tochter des englischen Königs
Æthelstan der erstmals England einte
Gab ihr Magdeburg als Morgengabe
Magdeburg wie Quedlinburg förderte
Der Kaiser sehr wie er auch den noch
Wendischen Osten weiter eroberte
Wie auch noch christianisierte
Groß und anerkannt wurde er durch
Seinen Sieg gegen die Ungarn auf
Dem Amselfeld mit der auch der
Widerstand im Reich endete
Nach dem Tod von Edgith lernte er
Wohl durch Bruno und seinen Sohn
Lesen und Schreiben wie Latein
Wendisch Italienisch und mehr
Als sich die italienische Königin
Adelheid durch Berengar bedrängt
Fühlte eilte er mit starken Truppen
Nach Canossa wohin sie flüchtete
Befreite danach ihre Hauptstadt
Pavia wo sie auch aufwuchs was
Das Zentrum der Kultur auch war
Der alten Könige der Lombardei
Besiegte und unterwarf Berengar
Heiratete Adelheid wurde damit zum
König der Lombardei und wollte sich
Vom Papst zum Kaiser krönen lassen
Klappte im ersten Anlauf noch nicht
Doch als Johannes XII Hilfe dann
Brauchte wurden sie sich einig er
Wurde zum Kaiser gekrönt
Später krönte er seinen Sohn Otto
In Aachen zum König neben ihm
Um die Nachfolge zu sichern und
Verheiratete ihn mit Theophanu
Diese war die Tochter des Kaisers
Von Ostrom aus Byzanz einer schon
Damals Großstadt von mehr als
Hunderttausend Einwohnern
Sie brachte neue Kultur mit in den
Norden auch Adelheid wirkte wohl
Stärker auch politisch mit wofür ihre
Erwähnung in Urkunden spricht
Die Feste zu denen Otto nach seiner
Hochzeit wie der seines Sohnes lud
Wurden gerühmt ob ihrer Pracht und
Verköstigten bis zu 5000 Gäste
Seitz führt hier Listen an was alles
Dafür gebraucht wurde ist enorm
Teilweise auch über mehrere Tage
Wurde ausgelassen gefeiert dazu
In Städten mit nur einigen tausend
Einwohnern wie Quedlinburg war
Das eine enorme kulturelle Leistung
Die der Verfeinerung dabei diente
Nach einem kriegerischen Anfang
Wurde Otto wohl auch unter dem
Einfluss seiner Frauen diplomatischer
Erreichte damit was ihn groß machte
Theophanu wurde später noch zur
Regentin ihres minderjährigen Sohnes
Unterschrieb Urkunden als Kaiserin
Bewirkte kulturelle Entwicklung
Einige empörten sich anfangs über
Ihre kostbaren Gewänder und die
Orientalische Pracht die sie brachte
Das würde die Frauen hier verderben
Ihre erfolgreiche Herrschaft hat das
Gegenteil bewiesen und ein wenig
Flair südlicher Mode wird dem Reich
Auch um 960 nicht geschadet haben
Ein sehr schönes Kapitel was gut den
Historischen Hintergrund mit der
Kulturellen Entwicklung verknüpft
Die Entwicklung der Kultur erklärt
jens tuengerthal 18.6.26