Freitag, 19. Juni 2026

Tagundnacht

Tagundnacht

Täglich Tag und Nacht erleben 
Relativiert die Gegensätze im
Übergang vervollständigen so
Den Tag zu einem Ganzen

Beides zusammen erst macht
Tage ganz auch wenn die meisten
Mehr Nächte verschlafen als Tage 
Je bewusst zu erleben 

Hell und Dunkel durchleben
Beschreibt das Leben gut 
In seinem steten Wechsel
Alle haben es täglich auch

In Depressionen gefangen 
Lebst du im steten Nebel
Manchmal wird es dennoch
Ganz überraschend dunkel

Ob dann ein nahes Ende
Licht am Ende des Tunnels
Sein könnte oder nur in die
Ewige Finsternis führt ist unklar

Schwarz oder dunkel ist die
Farbe der Trauer hier während
Es in China weiß ist was zeigt
Wie relativ alle Sicherheit ist

Ein schlichtes schwarz-weiß
Denken führt wohl nicht weiter
Betrachten wer was im Tod sieht
Könnte dagegen vieles erleuchten 

Für die westliche Kultur ist der Tod
Das Ende des irdischen Sein ob es
Danach etwas geben könnte ist
Frage des Aberglaubens immer

Nach der Natur ist das Sein eines 
Organismus natürlich endlich und
Nichts spricht danach für etwas über
Die Natur hinaus die alles ist

Im Gegenteil zeigt die Freiheit das
Leben beenden zu können uns 
Die Vollkommenheit unserer Freiheit
Ohne höhere Wesen zu erfinden

Diese dienen nur dazu unser Handeln
Moralisch zu bestimmten Zwecken
Bewerten zu können uns damit die
Natürliche Freiheit wieder zu nehmen

Wir können Tag und Nacht täglich
Durchleben manchmal inmitten oder 
Am Rand dann eher im Übergang wo 
Alle Grenzen einfach verfließen 

Wer nur am Tag lebt verpasst die
Nacht und ihre Tiefe die weiter 
Reicht als alltägliche Erledigung
Von Dingen in den meisten Leben

Die jedes Licht scheuen werden
Zu Nachteulen nach ihrer Natur
Beides zu kennen und wechselnd
Nach Laune zu wählen ist Freiheit

Finde in der Nacht ungestört Ruhe
Zum dichten und denken was ja
Dem deutschen Wesen entspricht
Wie meiner Natur dabei völlig

In die Nacht zu gehen ist ein
Rückzug vom täglichen Leben
Das so wunderbar funktioniert
Genau wie es sein soll für alle

Anders als alle sein zu wollen
Um für sich zu suchen was im
Verborgenen Dunkel sich zeigt
Schenkt tiefe Einblicke in sich

Vielleicht sind Tag und Nacht
Auch nur konstruierte Gegensätze
Einer oberflächlichen Welt die
Fließenden Wandel nicht bemerkt

Ändert mehr oder weniger Licht
Etwas am Wesen der Dinge
Fragte wer es wissen will Blinde
Statt in den Spiegel zu schauen

jens tuengerthal 19.3.26

Donnerstag, 18. Juni 2026

Lektürentagebuch 18.6.26

Lektürentagebuch 18.6.26

Weiter geht es mit Franz Hessel auf
Tour durch Berlin die er noch durch
Schöne Anekdoten bereichert warum
Der Blick hinter die Neue Wache geht

Zur dort berühmten Singakademie des Goethefreundes Zelter deren 
Geschichte als bürgerliche Institution
Hessel mit vielen Details erzählt

Von Fasch dem eigentlichen Gründer 
Wie Lehrer des Maurermeisters Zelter 
Bis zu den Mendelssohns hier ist ein
Guter Teil Berliner Musikgeschichte

Aus dem benachbarten ehemaligen
Palais des Prinzen Heinrich welcher
Der Bruder Friedrichs des Großen war
Wurde um diese Zeit eine Universität

Ihr Gründungsdirektor war Fichte 
Vor ihr stehen die Brüder Humboldt
Eigentlich sitzen sie bequem dabei
Ist dies Gebäude das nördliche Ende

Des Forum Fridericianum dem einst 
Platz am Opernhaus dessen Südseite
Das Opernhaus östlich und westlich
Die Kommödchen genannte Bibliothek

Noch einnimmt die zu Hessels Zeit
Verwaltung der Universität war heute
Die juristische Fakultät beherbergt
Die nach Plänen von Knobelsdorff

Wie das schöne Opernhaus auch
Gebaut wurde wobei Gerüchte auf
Fischer-Erlach aus Wien weisen wie 
Friedrich auf eine Kommode zeigte

Als Knobelsdorff fragte wie er sich
Die neue Bibliothek denn vorstelle
Und meinte genau so doch Hessel
Erzählt noch von Studentenzahlen

Ob das rasante Wachstum wirklich
Der Wissenschaft gut täte oder nie
Darüber will Hessel lieber schweigen 
Nur anmerken leerer war gelassener

Eine ähnliche Anekdote wird über
Die runde Hedwigskathedrale der
Katholiken erzählt nach der Friedrich
Eine Kaffeetasse umgedreht hätte 

Als eine Deputation der Katholiken 
Bei ihm vorsprach um zu fragen 
Wie er sich die Kathedrale vorstelle
Auf die Tasse deutete und meinte so

Vom Opernhaus dem Meisterwerk 
Des großen Knobelsdorff wie Hessel
Es wörtlich schreibt erzählt er noch
Geschichten mit und ohne Graun

Wand an Wand mit der Kommode
Steht das bescheidene Palais in dem
Kaiser Wilhelm sehr bürgerlich lebte
Der Kaiser im Erdgeschoss seine

Sensible und empfindsame Gattin
Augusta mit den russischen Nerven
Wie der Kaiser selbst es sagte lebte
Im Obergeschoss großzügiger noch

Geschichten zur sehr bürgerlichen
Einrichtung und unendlich viel Kitsch
Werden liebevoll dabei erzählt auch
Vom Fenster an dem er stramm stand 

Noch bei jedem Wachwechsel was
Unglaublich eher ist aber die Nähe 
Der Berliner zu ihrem Kaiser zeigt
Einem Sohn der Königin Luise noch

Nicht erwähnt er leider dass dieser
Als Kartätschenprinz noch 1848
Unrühmlich bekannt wurde der
In die Menge schießen wollte

Schrecklich maßvoll findet Hessel
Die barocken Formen der Fassade
Der neuen Staatsbibliothek über
Deren Eingang noch eine Büste

Von Wilhelm II mit gezwirbeltem Bart 
Stand noch eine Büste über dem
Eingang die inzwischen Geschichte ist
Selten nur sah ich es nicht eingerüstet

Eine besondere Schönheit ist der
Neobarocke Bau nicht aber dafür
Ist der Innenhof ganz bezaubernd
Über den der Eingang heute führt

Beim Gedanken an Frühstück denkt
Hessel da sie gerade wieder am 
Ausgangspunkt anfangen an die 
Gute Weinstube Habels dort 

Doch leider ist die Fahrt noch nicht
Beendet und sie werfen nur einen
Blick auf das altväterliche Design
Wie die Schilder noch davor

So ging es heute kaum einen
Kilometer Unter den Linden vorwärts
Aber mit dichtgedrängter Geschichte
Die gefühlt erzählt und erlebt hier wird 

In einem langen sehr guten Kapitel
Unter dem Titel Otto der Große und
Bruno von Köln stellt Erwin Seitz in
Der Verfeinerung der Deutschen 

Den Kaiser und seine kulturelle
Wirkung auf die Verfeinerung der
Deutschen dar mit der die kulturell 
Wichtiger ottonische Epoche beginnt

Am Anfang steht dabei natürlich ein
Ringen um die Macht wie Kriege um
Seine Herrschaft zu festigen doch
Zugleich beginnt eine Entwicklung

Die eine Verfeinerung auch schon
Der städtischen Kultur bringt durch
Seinen einer frühen Friedelehe mit
Einer wendischen Fürstentochter

Entstammenden Sohn den er zum
Erzbischof von Mainz wählen lässt
Wie seinen jüngeren Bruder Bruno
Der nach seiner Zeit am Hof dort

Als Leiter der Hofkanzlei in Köln
Zum Erzbischof wurde und dort
Eine eigene lateinische Kultur
Wie eine gute Verwaltung schuf 

In erster Ehe heiratete Otto Edgith
Eine Tochter des englischen Königs 
Æthelstan der erstmals England einte
Gab ihr Magdeburg als Morgengabe 

Magdeburg wie Quedlinburg förderte
Der Kaiser sehr wie er auch den noch
Wendischen Osten weiter eroberte 
Wie auch noch christianisierte

Groß und anerkannt wurde er durch
Seinen Sieg gegen die Ungarn auf
Dem Amselfeld mit der auch der
Widerstand im Reich endete

Nach dem Tod von Edgith lernte er
Wohl durch Bruno und seinen Sohn
Lesen und Schreiben wie Latein
Wendisch Italienisch und mehr

Als sich die italienische Königin
Adelheid durch Berengar bedrängt 
Fühlte eilte er mit starken Truppen
Nach Canossa wohin sie flüchtete

Befreite danach ihre Hauptstadt 
Pavia wo sie auch aufwuchs was
Das Zentrum der Kultur auch war
Der alten Könige der Lombardei 

Besiegte und unterwarf Berengar
Heiratete Adelheid wurde damit zum
König der Lombardei und wollte sich
Vom Papst zum Kaiser krönen lassen

Klappte im ersten Anlauf noch nicht
Doch als Johannes XII Hilfe dann
Brauchte wurden sie sich einig er
Wurde zum Kaiser gekrönt

Später krönte er seinen Sohn Otto
In Aachen zum König neben ihm
Um die Nachfolge zu sichern und
Verheiratete ihn mit Theophanu

Diese war die Tochter des Kaisers
Von Ostrom aus Byzanz einer schon
Damals Großstadt von mehr als
Hunderttausend Einwohnern

Sie brachte neue Kultur mit in den
Norden auch Adelheid wirkte wohl
Stärker auch politisch mit wofür ihre 
Erwähnung in Urkunden spricht

Die Feste zu denen Otto nach seiner
Hochzeit wie der seines Sohnes lud
Wurden gerühmt ob ihrer Pracht und
Verköstigten bis zu 5000 Gäste 

Seitz führt hier Listen an was alles
Dafür gebraucht wurde ist enorm
Teilweise auch über mehrere Tage
Wurde ausgelassen gefeiert dazu 

In Städten mit nur einigen tausend
Einwohnern wie Quedlinburg war
Das eine enorme kulturelle Leistung
Die der Verfeinerung dabei diente 

Nach einem kriegerischen Anfang
Wurde Otto wohl auch unter dem
Einfluss seiner Frauen diplomatischer
Erreichte damit was ihn groß machte

Theophanu wurde später noch zur 
Regentin ihres minderjährigen Sohnes
Unterschrieb Urkunden als Kaiserin
Bewirkte kulturelle Entwicklung

Einige empörten sich anfangs über
Ihre kostbaren Gewänder und die
Orientalische Pracht die sie brachte 
Das würde die Frauen hier verderben

Ihre erfolgreiche Herrschaft hat das
Gegenteil bewiesen und ein wenig
Flair südlicher Mode wird dem Reich 
Auch um 960 nicht geschadet haben

Ein sehr schönes Kapitel was gut den 
Historischen Hintergrund mit der 
Kulturellen Entwicklung verknüpft
Die Entwicklung der Kultur erklärt

jens tuengerthal 18.6.26

Gebetskreise

Gebetskreise

300 Jahre nach der Aufklärung
Bilden deutsche Spieler wieder
Gebetskreise auf dem Rasen 
Gemeinsam mit Gegenspielern
Was als Zeichen für Frieden das
Über den Fußball hinausweist
Verstanden werden soll in den
Christlich fundamentalistischen
USA bestimmt gut ankommt mir 
Eher fragwürdig vorkommt doch 
Sollte ich mich darüber aufregen
Die Jungens sind nur Fußballer
Keine Philosophen oder Politiker 
Sie schaden niemandem mit ihrem
Praktizierten Aberglauben eher im
Gegenteil tut es menschlich gut 
Solange die Nationalspieler nicht
Mit dem Wachturm vor der Tür stehen
Sollen sie zusammen beten wenn
Die Ergebnisse ähnlich bleiben
Hat es zumindest nicht geschadet

jens tuengerthal 18.6.26

Dealmurks

Dealmurks

Der kriminelle Makler mit besten
Verbindungen zur Mafia der derzeit 
Präsident der USA noch ist hält sich
Für einen großen Dealmaker was
Er wirklich ist zeigt nun der gerade
Unterzeichnete Friedensschluss 
Mit dem Iran der ohne Gewinn
Die USA teuer zu stehen kommt
Den Iran plötzlich privilegiert
Wie von allen Sanktionen befreit
Womit die herrschenden Islamisten
Gestärkt werden in ihrer Position
Es zeigt nur dieser Krieg hat nur 
Leben gekostet und geschadet
Ohne einen Gewinn zu bringen 
Gar die Sicherheit zu erhöhen
Trump macht unsere Welt ständig
Unsicherer er ist ein permanentes
Sicherheitsrisiko und seine endlich
Einweisung in ein Pflegeheim wäre
Im internationalen Interesse dazu 
Schön nur wie der kluge Macron
Diese idiotische Erniedrigung der
Welt vor den Islamisten noch in 
Versailles unterzeichnen lässt
Es dauerte nach dem letzten
Versailler Vertrag genau 22 Jahre
Bis zum nächsten Weltkrieg
Wir können nun zählen 

jens tuengerthal 18.6.26

Nachtgedanken

Nachtgedanken 

Denke durch die Nacht
Und frage mich dabei ob 
Dies ein Nachdenken ist
Oder ein Vordenken schon

Bin ich noch wach noch im
Gestern oder schon wie
Kalender und Zeit sagen
Mal vorab im heute

Trennt der Schlaf die Tage
Von der Nacht oder das Licht
Was kommt und geht wie es
Seiner Natur gerade entspricht

Läuft wer hier noch nachdenkt
Dem vergangenen Tag hinterher
Oder ist einfach seiner Zeit schon 
Ein Stück voraus gegenwärtig 

Kann der Geist so dem Tag
Vorauseilen oder bin ich nur
Später wieder wach immer
Dem neuen nur hinter

Wer bestimmt was wann die 
Rechte Zeit ist dies oder das 
Zu tun wie alle anderen auch
Gibt es wirklich feste Zeiten

Nachtdienste verschieben
Den Arbeitstag in die Nacht
Tagdienste rauben diesen 
Dazwischen überleben wir

Weiß nicht so genau ob ich
Der Zeit vorausdenke aber 
Sicher sind diese Verse die
Andere erst später lesen es

Seit Mitternacht ist neuer Tag
Habe ihn schon lang begonnen
Werde nun langsam müde die
Nacht kommt mit dem Tag nun

jens tuengerthal 18.6.26

Nachtkultur

Nachtkultur

Wenn fast alles schläft
Doch manche wachen
Findet sich die Tiefe aus
Traumwelten ungestört 
In neuen Wirklichkeiten
Denn auch wenn die
Nacht immer relativ ist es
Auf drehenden Planeten
Immer irgendwo dunkel ist
Finden manche in diesen 
Stillen Zeiten neue Wege
Während die Natur pausiert
Blüten sich schließen
Viele Tiere schlafen 
Jagen andere jetzt 
Nach Fressen oder
Worten als Menschen
Völlig ungestört dabei 
Machen sie die Nacht 
Zu ihrem Tag der es
Auf seine Art dann ist
Finden eine eigene Kultur
Im Dunkeln durch das sie
Tiefer sehen können
Was ist oder nicht
Denke ich fasziniert
Bevor es bald schon
Wieder hell wird und 
Erste Vögel schon in der
Dämmerung zwitschern 
Fanden sich Worte dazu

jens tuengerthal 18.6.26

Liebesordnung

Liebesordnung

Wenn alles in Ordnung ist
Mit der Liebe scheint die
Welt wunderschön auch
Wenn ihr realer Zustand
Unverändert ist aber wir
Fühlen uns geliebt glücklich
Wie umgekehrt ungeliebt
Uns unglücklich macht
Was noch ganz simpel
Nach Dialektik klingt
Könnte ein Trick der Natur
Nur sein die in Wirklichkeit
Nie schöner wird als sie ist
Nur unsere Wahrnehmung
Hormonell berauscht dabei
Warum die Liebsten uns so
Wunderschön scheinen wie 
Nie wenn nicht verliebt und
Alle wünschen sich dies
Möge immer so bleiben
Wenn es die große Liebe ist
Die also ewig verliebt macht
Aber natürlich soll es dann
Liebe und also seriös sein
Damit es auch bleibt was
Verliebt ja noch nicht wäre
Ob das logisch noch ist
Oder schlicht Unsinn bleibt
Völlig unbeachtlich weil die
Liebe macht was sie will
Am Ende immer Recht hat
Wenn nicht war es eben
Keine Liebe und nur etwas
Verliebt für einen Moment
Dann ist alles in Ordnung

jens tuengerthal 18.6.26

Mittwoch, 17. Juni 2026

Lektürentagebuch 17.6.26

Lektürentagebuch 17.6.26

Voller Liebe beschreibt Franz Hessel
Die Museumsinsel und beginnt am
Lustgarten mit dem Alten Museum in
Schinkels ionischer Säulenhalle dort

Sie ist der Akademoshain des jungen 
Berlin oder war es zumindest für seine
Generation noch bleibt unvergessen
Wie die Wandelgänge dort auch

Aus der Vorhalle des Alten Museums
Ging es über die Kuppelwölbung der
Rotunde die mit den römischen nur 
Nachbildungen griechischer Figuren

Ins Eigentliche einlädt und wie schön
Sei es im Kreis der Marmorwesen dort
Um Kräfte zu sammeln für all das was
In den folgenden Sälen noch wartet

In Stülers neuem Museum soll sich 
Nicht zu lange an den Fresken von 
Kaulbach aufgehalten werden die
Hauptmomente der Weltgeschichte

Darstellen und vielleicht als ein
Anschauungsunterricht für einfache
Volksschule nicht zu sehr schadeten
Lieber in der ägyptischen Abteilung

Die Köpfe der beiden Königinnen
Teje und Nofretete finden und vor
Vasen im Dämmerzustand nicht mehr
Wissen ob Seine oder Tiber draußen

Vorbeifließen ihr auf dem Possilip
Oder im Savoy frühstücken werdet
Dich fragen ob es eine Gegenwart
Wirklich noch gibt welch feines Bild 

Fürs Kupferstichkabinett das heute
Im Kulturforum seine Heimat hat rät er 
Sich Zeit zu nehmen und sich Mappen 
Geben zu lassen um sich eine Stunde 

Wie ein Kunstgelehrter zu fühlen
Bis diese Zeilen schreibt Hessel nun
In deine Hand kommen ist vielleicht
Auch der Museumsneubau endlich 

Vollendet den Alfred Messel begann
Also das Pergamonmuseum was
Tatsächlich 1930 eröffnet wurde
Während Hessel 1929 noch schrieb

Irgendwann in den nächsten Jahren
Soll es ja nun auch wiedereröffnet
Werden nach nötiger Sanierung zum
Inzwischen bald 100. Geburtstag

In der Nationalgalerie weist er als
Führer durch Berlin besonders auf
Berlinische Bilder hin die heute noch
Im Erdgeschoss dort hängen

Nennt einige von Menzel die ich auch
Sehr liebe ausdrücklich wie Krüger 
Hosemann und Schinkel für die
Berliner Romantik in Landschaft 

Über das Kaiser-Friedrich-Museum
Das seiner Meinung nach besser
Bode Museum hieße wie es nun ja
Auch heißt sagt er hier nichts 

Auch wenn es höchster Ruhm von
Berlin sicher sei abgesehen von dem
Garstigen Reiterdenkmal im Eingang 
Wie Hessel es treffend ausdrückt

Zurück am Lustgarten stellt er fest
Wie ruhevoll dieser doch wäre denn
Vom Schloss sei keine Gegenwart
Vorauszusehen einzig unruhig sei

Der Dom der sich da breit macht
Wo noch in den Neunzigern ein
Eleganter von Schinkels Hand stand
Es sei überflüssig hineinzugehen

Auch innen verletze dieser Bau jedes
Religiöse und menschliche Gefühl
Hessel behauptet die Akustik solle
Hervorragend sein was ich als Zeuge

Klar widerlegen kann er ist einfach
In jeder Hinsicht grauenvoll hier sei
ER sicher nicht schreibt Hessel zu
Treffend zur größten Wilhelminischen

Peinlichkeit in Berlin und auf der Welt
Hofft es käme eine Zeit wo dieses
Gebäude einfach abgerissen würde
Damit die Insel Kulturerbe bleibt 

Dafür erzählt Hessel wie der Platz
Heute durch Volksversammlungen
Belebt wird erinnert noch im Namen
An die Zeit als es ein Lustgarten war

Erzählt wie er einmal eine nationale
Sogar teilweise internationale große 
Versammlung von Kommunisten hier
Mitterlebte wie dabei die Gläubigen

Den Reden ihrer Großen folgte die
Von den Domtreppen predigten wie
Priester es vor kleinerer Menge dann
Innen täten nur zum Hass aufriefen 

Vor dem Dom von dem er dabei
So gut er kann wegsieht hält ihr
Wagen eine schreckliche halbe
Minute und nennt ihn gar hübsch

Hessel widmet sich dabei lieber dem
Schönen Eisverkäufer davor den er
Niedliche Zwergenwirtschaft nennt 
Übers Wasser ein Blick auf die Börse

Beim Weg über die Schlossbrücke
Die in Berlin Engelchenbrücke heißt
Über die er immer lachen muss weil
Sie als Schüler Witze über die ganz

Besondere Nacktheit gemacht hätten
Die er hier nicht wiederholen könne 
Amüsant aber ist was Hessel dazu 
Aus Tagebüchern Varnhagens zitiert

Darauf erzählt er weil sie gerade 
Daran vorbeifahren die Geschichte
Des Wals der dort präpariert in einem
Kahn liegt und wir er ihn besuchte 

Davon erzählt er sehr ausführlich
Um sich vor Worten zum Zeughaus
Drücken zu können das einfach zu
Vollkommen sei etwas dazu zu sagen

Es sei preußisch Barock berlinisch
Phantastisch übersichtlich gegliedert
Mit Schlüters Panopilen und Helmen
Innen die Köpfe sterbender Krieger 

Dort waren alte Kanonen und mehr
An Waffen und Uniformen zu sehen
Die er erwähnt aber lesbar nicht mehr
Besonders reizvoll noch findet

Seine Zeit im Ersten Weltkrieg als er
Kaiserlicher Soldat auch war hat ihm
Offensichtlich gereicht dieses Thema
Nicht weiter verfolgen zu wollen

Das ehemalige Kronprinzenpalais
Dem Zeughaus gegenüber sei von
Außen kein erfreulicher Anblick  
Im Innern aber war damals die

Moderne Nationalgalerie zu finden
Dort wären Bilder Liebermanns oder
Urys zu finden nur Berliner zu nennen
Zeitgenossen und Impressionisten 

Eine Flanke des Palais stößt an den
Schinkelplatz wo in der oberen Etage
Der Bauakademie noch ein Teil der
Nationalgalerie zu finden wäre

Diese ist leider bisher nur Geschichte
Aber vielleicht wird sie ja doch noch
Eines Tages wieder errichtet um
Die Insel noch reicher zu machen

Die Linden zur Neuen Wache nun
Überquerend erzählt Hessel noch
Geschichten zu Blücher Scharnhorst
York Gneisenau Bülow und anderen 

Dort aufgestellten großen Preußen
Die hinter der Wache vor der alten 
Singakademie stehen die noch das
Gorki als DDR-Relikt besetzt hält

Zur Beschreibung der früheren
Wachwechsel vor der Neuen Wache
Die Schinkel baute zitiert Hessel den 
Kaiserlichen Vorleser Jules Laforgue

Amüsiert ist Hessel darüber wie
Laforgue als das beherrschende 
Geräusch den nachgeschleppten
Säbel beschreibt was Geschichte ist

Es sind die kleinen literarisch feinen 
Einschübe die das Spazieren in Berlin
So lohnend genial machen neben dem
Treffenden Urteil zum Berliner Dom

jens tuengerthal 17.6.26


Liebesachterbahn

Liebesachterbahn

Fahre sehr ungern Achterbahn
In Wirklichkeit wie in der Liebe
In der das auf und ab der Gefühle
Auch sehr wirklich werden kann

Ob es beim auf und ab dann noch
Liebe wirklich ist die ja ihrem Wesen
Gemäß stets bedingungslos gut will 
Könnte manchmal fraglich scheinen

Doch solange sich am Ende wieder
Alle lieb haben oder zumindest die
Beteiligten ihrer Liebe sicher sind
Ist es wohl der normale Wahnsinn

Das beste Rezept eine Fahrt mit der
Achterbahn zu vermeiden ist es wohl
Nie in eine einzusteigen unklar ist
Wie das in der Liebe funktionieren soll

Es zumindest nicht zu wollen ist dann
Wohl die einzige Chance es noch
Vorab zu verhindern ansonsten ist es
Wohl die Natur der Gefühle immer

jens tuengerthal 17.6.26

Arbeiterwiderstand

Arbeiterwiderstand

Am 17. Juni 1953 protestierten die
Arbeiter in der DDR gegen die
Erhöhung der Arbeitsnormen was
Hieß mehr Arbeit für weniger Geld

Es ist dies das gleiche was der
Nörgelnde Sauerländer der leider
Noch Bundeskanzler und beständig
Überfordert ist dauernd fordert

Eine Erhöhung der Produktivität die 
Der vielfältig unproduktiven DDR die
Genau daran 36 Jahre später auch
Scheiterte sicher gut getan hätte 

In der heutigen Bundesrepublik die
Ein freier Rechtsstaat noch ist wird 
Sich über den Kanzler lustig gemacht
In der DDR gab es einen Aufstand

Dieser Tag war in der alten BRD ein
Feiertag der dann durch den Tag der
Deutschen Einheit ersetzt wurde doch 
Noch immer wird der Opfer gedacht

Es wurden 50 Bürger getötet die für
Weniger Arbeit und später gegen das
Unrechtsregime der DDR von Gnaden 
Der Sowjetunion protestiert hatten

Daran zu erinnern dass die DDR ein 
Totalitärer Unrechtsstaat war ist gut
Was manche Erben der DDR gerne
Vergessen machen wollen

Daran auch heute noch zu erinnern 
Bleibt wichtig ohne damit zugleich
Die Lebensleistung vieler Bürger
Der DDR relativieren zu wollen

Ansonsten ist der Tag Geschichte
Auch darum interessant um die Zeit
Wie die Zukunft besser zu verstehen
Nie wieder totalitär zu wählen

Der sauertöpfische Sauerländer mag
Mahnen soviel er will seine Bürger
Lachen im freien Rechtsstaat darüber
Wer nichts leistet wird hier abgewählt 

jens tuengerthal 17.6.26

Klare Verhältnisse

Klare Verhältnisse

Bin ja immer für ganz
Klare Verhältnisse sagen
Echte Kerle gerne die dann
Ganz aufgeräumt wirken

Nur was soll klar sein
In der Liebe und überhaupt
Überlege ich noch und
Weiß es natürlich nicht

Weil im großen Nebel
Den Emotionen verbreiten
Alles nur verschwommen
Wie unsicher uns scheint

Eide schwören wir auf die
Ewige Liebe die dann durch
Kleinigkeiten wie Sex sich in 
Nichts was nie war auflösen 

So bleibt stets fraglich
Was sollen eigentlich die
Klaren Verhältnisse sein 
Ist es die wirkliche Liebe

Wenn es so etwas gibt
Fragt sich was bleibt
Was einfach geht weil die
Stimmung mal nicht gut ist

War dann wohl nie was 
Kann weg und ist egal
Sagen wir uns um den 
Schmerz leichter zu ertragen

Falls einer klare Verhältnisse kennt
Sagt mir gerne Bescheid und die Ehe
Ist keines bezeuge ich als Geliebter 
Von genug unbefriedigten Ehefrauen 

So grüße ich aus dem Nebel der
Großen Gefühle verwirrt die ganz
Klaren Verhältnisse die ich noch nie
Persönlich kennenlernen durfte 

Zumindest verschwanden sie immer
Um so schneller je mehr ich dachte 
Nun sei wirklich alles klar und die
Wäre es einfach es bleibt unklar

jens tuengerthal 17.6.26