Mittwoch, 22. April 2026

Hundertster

Hundertster

Hundert werden wenige 
Irgendwann ist auch genug
Mit dem Dienst am Leben und
Zeit für Ruhe im Nichts was 
Am Ende einfach alles ist

Elisabeth II wäre es heute geworden
Aber ging noch rechtzeitig wenn auch
Nur kurz vorher wie meine Omi die
Ungefähr genauso lang durchhielt
Und Elisabeth noch schaukelte

Sie hat lange ihre Pflicht getan
Nun tut es ihr Sohn Charles als
König aller Briten und mehr dabei
Schon lange im Rentenalter aber
Hilft ja nach Merz auch nicht mehr

Denke würdig an die tote Queen
Die nun für immer frei hat was nach 
Dem Leben eine gute Aussicht ist

Denke ich und gönne es ihr wie 
Der Omi und dem Vater und mir
Irgendwann dann wenn genug 

jens tuengerthal 21.4.26

Dienstag, 21. April 2026

Bösekirschgang

Bösekirschgang

Bei schönstem Sonnenschein vom
Helmholtzplatz zur Bösebrücke 
Gelaufen um dort die blühenden
Japanischen Kirschen zu bewundern

Während der Rest des Weges schon
Im zarten Grün frühlingshaft stand
Waren die Kirschblüten dort endlich
In voller Schönheit aufgegangen

Über den Arnimplatz gelaufen und
Dort natürlich an die Liebste gedacht
Wo schon viele in der Sonne auf den
Dort Bänken saßen und genossen 

Ging ich noch weiter bis zu den
Eisenbahngleisen unterquerte die
Bösebrücke im staubigen grau um
Direkt danach ins rosa zu tauchen

Viele Besucher vor allem auch wieder
Japaner freuten sich fotografierten 
Die zarten Blüten und sich dort und
Der Flaneur tat ein gleiches auch

Welch wunderbare Pracht uns jeder
Frühling wieder schenkt dank der
Großzügigkeit japanischer Bürger
Wird Berlin hier zum rosa Meer

Genoss dies erfüllende GIück und
Lief mit kleinem Umweg 9.6 km was
Ein schöner Spaziergang war noch
Erfüllt vom rosa Traum kam ich an

jens tuengerthal 21.4.26

Liebestechnik

Liebestechnik

Gibt es eine Technik der Liebe
Mit der alle glücklich werden
Wie den ominösen G-Punkt
Mit dem angeblich jede Frau kommt

Den es neurologisch nicht gibt 
Der etwas ganz anderes ist was
Vom nervus pudendus erzählt aber
Sex ist ja kein Thema hier wo es

Um Liebe also Gefühle geht die 
Nie auf Knopfdruck kommen auch
Wenn es häufiger so aussieht in
Der kreischenden ersten Reihe

Denke ich und kenne keine Technik
Die immer funktioniert weiß nur
Was nie gut geht wie Erwartungen
Die immer enttäuscht werden

Seltsam viele nur meinem Sex
Ohne Liebe komme für sie nicht
Infrage sei ihnen eher egal weil
Sie mehr vom Nestbau träumen 

Dabei frage ich mich immer wie 
In Fällen logisch nie begründeter 
Eifersucht warum so viele Liebe 
Für ein Besitzverhältnis halten 

Am Ende merke ich dass alles 
Was die meisten enttäuscht
Für mich keine Liebe mehr ist
Also beim Sex nicht weiter stört 

Sie nennen es dann Beziehung
Die gewöhnlich erwartungsgemäß
Endet wie abläuft bei der Sex nur 
Anfänglich dazu gehört noch

Finde schon Liebestechnik klingt
Wie etwas was es besser nicht
Geben sollte glücklich zu bleiben
Vielleicht braucht es nur mehr Gefühl

jens tuengerthal 21.4.26

Lektürentagebuch 20.4.26

Lektürentagebuch 20.4.26

Zweimal Kulturgeschichte gelesen
Einmal segeln gegangen und dann
In der Antike über Luxus und Genuss 
Lustvoll mit Freude dankbar gelesen 

Segeln ging es weiter mit James Cook
Auf der Endeavour im Pazifik dabei
Neuseeland erstmals kartographiert
Wie Australiens Osten neu entdeckt

Darüber schrieb sehr spannend
Wie gut Christian Graf von Krockow 
In Der große Traum von Bildung 
Der mit bisher viel Freude macht

Berichtet was sie bei Landgängen
Alles an seltsamen Tieren und auch
Menschen trafen die gleich flüchteten 
Auf ein Korallenriff aufliefen und dort

Leck schlugen es improvisiert danach
Reparierten wie klug Cook sie mit der
Nächsten Flut wieder befreite und wie
England erstmal nur sehr viele seiner

Sträflinge dorthin exportierte wie sie
Von Australien nach Batavia segelten
Was heute Jakarta heißt damals noch
Niederländisch und verkommen war

Zwar gab es Grachten wie in
Amsterdam nur leider ungepflegt 
Damit voller Moskitos zahlreiche
Mitglieder der Besatzung wurden 

Dort krank während das Schiff im
Dock ordnungsgemäß repariert
Wurde erkrankten immer mehr
Menschen der Mannschaft die

Bis dahin fast alle überlebt hatten 
So sterben nach Batavia 34 Mann 
Nächste Pause war Kapstadt wo
Sich viele wieder erholen konnten 

Kapstadt wird als große Theke
Beschrieben an der es sich die
Seeleute aus aller Welt noch gut
Gehen ließen in attraktiver Lage

Die Heimfahrt nach England läuft
Ohne große Probleme nun war Cook
Ein Held und großer Entdecker der
Dabei noch bescheiden blieb

Mit Erwin Seitz ging es nun in der 
Verfeinerung der Deutschen in die
Antike zum humanistischen Geist 
Was mit Winkelmann beginnt

Dieser war vom Berliner Drill nach
Sachsen geflüchtet aber von dort
Nach Rom gegangen um den echten 
Geist der reinen Antike zu erleben 

Sein Bild der Antike hat die deutsche
Klassik wie auch noch die Kunst der
Beginnenden Romantik geprägt wie
Auf Gemälden von Schinkel sichtbar

Damit beginnt Seitz seinen launig
Aber sehr informativ geschriebenen
Ausflug in die Antike und wie diese 
Schon zur Verfeinerung beitrug

Er berichtet klug über die Wende
In der Philosophie durch die Abkehr
Von göttlicher Allmacht in der
Alten griechischen Philosophie

Wie infolge der Verfeinerung der
Kultur wie der Entstehung einer
Bürgerlichen Gesellschaft weiter
Noch in der Antike kultivierte

Verreißt den autoritär totalitären
Platon lobt dafür Aristoteles aber
Erwähnt weder Lukrez noch Epikur
Ein grober katholischer Fehler

Die Philosophie der Lust hier nicht
Zu erwähnen das de rerum des
Lukrez diesen Schlüssel zur Renaissance ignorieren ist

Mehr als die eher kurzsichtige
Beschränkung auf Moselwein 
Wie Bamberger Bier was eher
Wenig Sachkenntnis nur beweist 

Eine oberflächliche Schlamperei 
Welche wichtige Grundlagen sowohl
Der Verfeinerung wie des Genuss
Verkennt und nachlässig ignoriert

So reißt er immer wieder schön
Themen an plaudert darüber nett 
Aber vergisst entscheidendes was
Schade für die gute Idee auch ist

Ein Buch für seinen persönlichen
Geschmack sollte er dann auch so
Nennen und nicht Kulturgeschichte
Der Verfeinerung der Deutschen

Die Idee bleibt wunderbar manches 
Ist sehr gut begonnen aber dann
Leider schwach zu Ende gebracht
Was nur irgendwie nett noch ist

Da wäre bei diesem schönen Thema
Wie dem attraktiven Stoff mehr noch
Möglich als Erwins Lieblingsessen
Was eher rustikal doch bleibt

Diese hierzulande schon verbreitete
Geschmacksrichtung hat ja auch ihren
Reiz aber da wäre anderes denkbar
Lese weiter mit kritischem Blick

In der Verfeinerung der Deutschen
Gibt es offensichtlich noch viel zu tun
Wie zu entdecken was noch manches 
Neuland uns eröffnen könnte

jens tuengerthal 20.4.26

Montag, 20. April 2026

Erwachsenwerden

Erwachsenwerden

Erwachsen wirst du
Wenn du begreifst
Alles hat seinen Preis
Und am Ende kommt
Immer die Rechnung 
Für irgendwen egal
Wer sie bezahlen kann
Mehr bleibt vom Leben
Nie wenn nichts mehr ist
Ob sich das gelohnt hat
Ist nur noch eine Frage
Der richtigen Berechnung
Geld stinkt nicht
Leichen schon
Irgendwann

jens tuengerthal 20.4.26

Regenlauschen

Regenlauschen

Erwachen und einfach 
Dem Regen lauschen 
Ist wundervoll genug
Alles fließen zu lassen
Denke ich dankbar im
Trockenen warm genug
Auf dem Diwan in der
Kleinen Bibliothek die
Der Mittelpunkt der Welt
Um die alles fließt mir ist
Wenn es das jetzt war
Denke ich einen Moment
Könntet ihr zumindest sagen
Er hat dem Regen gelauscht
Bis nichts mehr war

jens tuengerthal 20.4.26

Bücherwetter

Bücherwetter 

An windigen Regentagen ist es
Im Bücherparadies noch schöner
Während es draußen heute echt
Ungemütlich wurde ich trotz Schirm 
Feucht von der Runde um den Platz
Wieder in der Bibliothek ankam
Dachte ich nur wie gut hat es doch 
Wer in einer Bibliothek lebt ohne
Irgendwohin zu müssen oder
Was noch wichtiger sein kann
Zu wollen weil dort glücklich
Umgeben von guter Literatur
Genug schönen Bänden die mich
Überall hin tragen nach Laune
Erlebe ich die großen Abenteuer
Inzwischen am liebsten lesend
Kann mir nichts schöneres vorstellen
Als dem Regen lauschend zu lesen
Bei Tee und Spekulatius ist das
Leben in einer Bibliothek völlig
Unabhängig vom Wetter einfach
Paradiesisch warum wer klug ist
Sich mit Büchern einrichtet um
Bleiben zu können und es so
Gut zu haben wie nur möglich
Denke ich und bin dankbar
Genau so zu leben und nichts
Mehr daran ändern zu wollen
Um zufrieden zu bleiben was
Erst das wirkliche Paradies ist
Nach dem andere suchen
Bevorzuge ich Bücherwetter
Für den Rest des Seins

jens tuengerthal 20.4.26

Sonntag, 19. April 2026

Liebesrätsel

Liebesrätsel

Wie kommt die Liebe
Zustande und zu uns
Frage ich mich und
Stehe vor einem Rätsel
Natürlich weiß ich wer
Die Liebste mir ist aber
Warum weiß ich nicht
Auch wenn sie gute 
Gründe genug gibt
Dafür gäbe es genug
Die es wert wären 
Aber es nicht sind
Also mir gerade nicht
Weil mein Herz ihr
Gehört denke ich
Was Unsinn ist weil
Es immer mein Herz
Nach der Natur ist
Gäbe ich es ab 
Wäre ich nicht mehr
Doch fühlt es sich so an
Was belegen könnte
Dass Liebe blöd macht 
Aber das Rätsel nicht löst
Was am Ende bestätigt
Es bleibt nur das
Liebesrätsel immer
Rätselhaft

jens tuengerthal 19.4.26

Spätnachttiesling

Spätnachttiesling

Viertel nach eins im Crossroads
Auf einen Riesling in relativ warmer
Frühlingsnacht angekommen dort
Tino Selma und Roy begrüßt

Unten an der Bar noch zwei Paare
Und gut besetzte Stehtische vor
Dem Fenster mit den üblichen
Bekannten aus der Sportsbar

Diese heute drei Herren und
Zwei der sehr jungen Damen
Die neben dem lauteren Herren 
Hier kaum zu hören sind aber

Vermutlich ein schöner Anblick sind
Was manchmal auch genügt während
Oben noch ein Paar in den Sesseln 
Gegenüber Bowie ernsthaft plaudert 

Die Musik stört nicht weiter und ist
Gelegentlich auch sehr nett während
Eine Dame an der Bar schon gähnt
Versorgen Tino und Selma den Rest

jens tuengerthal 19.4.26