Dienstag, 13. Januar 2026

Tauwetter

Tauwetter

Bei Tauwetter in Berlin zeigt sich
Die Großstadt von ihrer hässlichsten
Seite ganz im matschigen grau der
Reste gefangen die statt vorher
Zauber gruselige Realität an den
Nasskalten Tagen zeigt ohne
Aussicht auf Besserung weil sie
Im dunstigen Nebelhauch nur zeigt
Wie hässlich diese Stadt sein kann
Was Sonnenschein und Schnee
Vorher traumhaft noch verdeckten
Berlin an Tagen wie diesen dennoch
Zu lieben erfordert viel Phantasie
Wie genug gute Erinnerungen
Am schönsten ist es an Tagen
Wie diesen in der Bibliothek
Da zu bleiben lohnt immer

jens tuengerthal 13.1.26

KI-Verwaltung

KI-Verwaltung

Der Staat muss sparen weil die
Politik nicht mit Geld umgehen kann
Alles immer teurer wird damit jeder
Noch was abbekommt vom Kuchen

Statt neuer Schulden denen die EU
Vernünftige Grenzen setzt werden
Sondervermögen gebildet die für
Kurze Zeit naive Bürger blenden 

Warum wurden nie staatliche Gelder 
Wie in Norwegen in Fonds angelegt
Stattdessen aus dem vollen gelebt 
Irgendwoher wird das Geld kommen

Der erste Sparvorschlag wäre alle
Stellen der Verwaltung auf die noch
Notwendige Menge streichen wie bei
Allen möglichen Prozessen KI nutzen

Vor allem Krankenkassen und auch
Pflegeheime könnten damit schnell
Milliarden einsparen die besser in die
Versorgung investiert würden 

Auch in der öffentlichen Verwaltung
Etwa für Ausweise und ähnliches ist
Sofort auf KI umzustellen wo es nur 
Technisch dauerhaft möglich ist

Die Härten der Entlassung werden im
Öffentlichen Dienst gut abgefedert
Auch ist zeitweise Versetzung möglich
In Schulen Kitas Pflege Polizei

Insofern alle Verwaltung strengen
Maßstäben der Egalität genügen 
Muss könnte KI das genauso wäre
Auch niemals bestechlich

Was würde an Geld gespart wenn
Nicht die Architekten wie auch die
Bauunternehmer Ämter bestechen
Damit sie in ihrem Sinne abwägen

Bei Steuer Haushalt Abrechnung
Wäre eine ähnliche Entlastung der
Öffentlichen Hand damit möglich
Auch wenn unklar ist was dann 

Mit all dem freien Potential geschieht
Wäre es eine bessere Perspektive
Als bisher und zuviele sind wir
Ohnehin schon lange im Land

Auch der ökologisch so nötige
Schrumpfkurs würde am besten
Durch KI organisiert damit nicht
Menschen sich für unnötig erklären

Die frei werdenden Gelder und auch
Das offene kreative Potential könnte 
Zur sozialen Stabilisierung vernünftig
Statt nur notdürftig investiert werden

Wenn der Staat irgendwann so gut
Funktioniert dass er auch keine
Menschen mehr braucht hat er sich
Damit endlich überflüssig gemacht

Auch Parlamente die ohnehin meist
Leer würden durch KI Roboter besetzt
Die nie für Lobbyisten anfällig wären 
Zuverlässig das nötige täten

Ob jemand in der Politik noch den
Unterschied bemerkte scheint fraglich
Zumindest ersparten wir damit beiden
Seiten überflüssige Debatten 

Wie schnell die Mehrheit das erkennt
Kann hier dahinstehen statt ihrer
Arbeitet künftig zuverlässige KI
Die auch verlässlich wählen würde 

jens tuengerthal 13.1.26

Sondervermögen

Sondervermögen

Sondervermögen wurde gerade
Zum Unwort des Jahres gewählt
Selten schien mir eine Wahl besser
Als die Offenbarung politischer Lügen

Über Sondervermögen werden nur
Schulden getarnt und dafür einfach
Anders genannt ohne noch einen
Weiteren Zweck dabei zu verfolgen 

Eine unehrliche Politik aber die ihre
Schulden nicht beim Namen nennt
Hat keinerlei Interesse daran die
Aktuellen Probleme zu lösen

Der CDU Kanzler gewann die Wahl
Mit Versprechen von Sparsamkeit
Aber tat sogleich das Gegenteil weil
Merz in allem ahnungslos war

Es gibt Billionen privates Vermögen
In diesem Land was aber Merz wie
Der Mittelstand nicht anrühren wollen
Lieber werden die Ärmsten belastet

Bürgergeld darf es unter Merz nicht
Mehr geben dann heißt es wieder
Wie vorher und dort wird gekürzt mit
Riesigem Aufwand ohne Ergebnis

Damit bloß nicht das Erbrecht was
Unternehmer privilegiert noch irgend
Angerührt werden muss auch wenn
Da wirklich Geld zu holen wäre

Diese völlig unfähige Politik die nicht
Für ihren eigenen Unterhalt Sorgen
Kann bildet stattdessen weiterhin nur 
Sondervermögen statt Perspektiven

Solange eine Mehrheit so wählt wie
Eine Politik ohne Zukunft die keine 
Verantwortung übernimmt will wird
Sich nichts ändern nur schlimmer

Stattdessen haben die Spießer Angst
Dass die SPD an ihr Erspartes will die
Ausdrücklich eine Millionen frei gibt
Wer mehr will verdient keinen Schutz 

Ob Deutschland so klug sein wird
Eine Regierung zu wählen die es
Energetisch und technisch fit für die
Zukunft macht bleibt aber ungewiss

Lieber lässt sich der Michel weiter 
Belügen mit Sondervermögen die
Das geistige Niveau gut beschreiben
Aussichten gibt es da keine mehr

jens tuengerthal 13.1.26

Liebesgrüße

Liebesgrüße

Liebesgrüße am
Morgen lassen Tage schon
Lächelnd beginnen

jens tuengerthal 13.1.25

Trumpzenit

Trumpzenit

Diktator Trump hat
Den Zenit überschritten
Rest erledigt Zeit

jens tuengerthal 13.1.25

Apfelalphabet

Apfelalphabet

Apfel sucht Partner
Findet Alphabet und wird
Künstlich intelligent

jens tuengerthal 13.1.25

Bücherwahl

Bücherwahl

Wie glücklich macht der Reichtum
Zwischen guten Büchern wählen
Zu können als Bewohner einer
Kleinen Bibliothek die alles enthält
Was ich mir als Leser nur wünsche
Denke ich auch glücklich einfach 
Inmitten dieses Schatzes zu liegen 
Ohne etwas lesen zu müssen
Dafür jederzeit freie Wahl
Nach Laune zu haben
Denke ich und lasse den Blick
Über die schönen Rücken schweifen 
Zufrieden mit dem was ist
Sich überall hin lesen zu können
Wenn mir gerade danach ist
Genügt zufrieden zu sein

jens tuengerthal 13.1.26

Montag, 12. Januar 2026

Männerbehinderung

Männerbehinderung

Männer können nach ihrer Natur
Keine Kinder bekommen sind so
Auf Frau zur Fortpflanzung stets
Angewiesen und also behindert

Die provokante These der noch
In Oxford studierten kanadischen
Philosophin Kimberley Brownlee
Ist auch kulturhistorisch spannend

Weil sie viele Kulte erklären kann
Das gegenseitige Verständnis auch
Verbessert und den Kampf zwischen
Den Geschlechtern erledigen könnte 

Der Sache nach hätte Mann einen
Anspruch auf Kompensation um die
Evolutionäre Behinderung damit in
Der Umkehrung auszugleichen

Was immer eine aufgeklärte und
Kritisch denkende Gesellschaft also
Anders als die Trump USA daraus
Folgert ist der Gedanke spannend 

Aus der körperlichen Benachteiligung 
Der Männer seien kranke Formen der
Erniedrigung von Frauen gewachsen
Wobei sie die Klitorektomie aufzählt

Halte diesen Ansatz der Vermischung
Vom Fortpflanzung und Sexualität 
Aber eher für einen Ausdruck des
Problems statt Teil der Lösung

Die verschiedenen Formen sexueller
Diskriminierung resultieren vermutlich
Eher aus der natürlich überlegenen
Weiblichen Potenz die im Alter wächst

Jedoch wurzeln Formen der Familie
Wie ihre Organisation verbunden mit
Drakonischen Strafen für Untreue in
Der Behinderung des Mannes 

Sie dienen dazu das männliche Erbe
Zu sichern was sonst unsicher blieb
Da nur die Mutter früher sicher war 
Was erbrechtliche Konsequenzen hat

Die von Tacitus beschriebene Form
Der weiblichen Hausherrschaft ist
Logische Konsequenz daraus auch
Dass nur die Mutter an Töchter 

Als sichere Erbin gelten konnte was
Christina von Braun schon treffend
In ihrem Buch Blutsbande darlegte
Was ein Umdenken einleiten könnte

Anzuerkennen dass Männer Frauen
Gegenüber behindert sind was die
Fortpflanzung angeht wäre aber ein
Fortschritt im jeweiligen Verständnis

Dies nicht mit der Sexualität in der
Frau nach ihrer Natur dem Mann in
Der Potenz weit überlegen ist zu
Vermischen empfiehlt sich dringend
 
Die aus dem Aberglauben noch
Resultierende Regulierung unserer
Sexualität sollte ohnehin endlich
Überwunden werden zum Wohle aller

Doch der Gedanke einer männlichen
Behinderung nach der Mann von der
Natur ungenügend ausgestattet ist
Hat einen philosophischen Reiz

Dies auch wenn die Bezeichnung
Behindert für eine ganz natürliche
Entwicklung der Gattung seltsam 
Noch klingt bringt sie uns etwas 

Es spiegelt auch wieder was sich
In den Chromosomen zeigt dem
Männlichen xy fehlt etwas zum
Vollständigen weiblichen xx

Darüber für das Verhältnis von
Männern zu Frauen noch weiter
Nachzudenken könnte wichtig für
Unser künftiges Verständnis sein 

Es braucht vielleicht weniger alte
Männliche Alphatiere um einen Weg
In die Zukunft zu finden als mehr
Egalitär verbündete Kräfte dabei

Spannend wird nun die Frage wie
Eine Gesellschaft sich organisiert
Die der ganz natürlichen weiblichen
Überlegenheit auch gerecht wird

Darüber mit Frauen gemeinsam
Nachzudenken könnte manche
Gewohnheiten ganz überraschend 
Zum Guten für alle verändern 

Wie schön dass eine Philosophin
Den Anstoß dazu gab neu über
Eingefahrene Modelle nachzudenken 
Es könnte wirklich besser werden

jens tuengerthal 12.1.26

Philosophin Kimberley Brownlee

Liebessalat

Liebessalat

Liebes Salat ist
Geschmacklich unterschiedlich
Je nach Dressing auch

jens tuengerthal 12.1.25

Kaminstimmung

Kaminstimmung 

Kaminstimmung braucht
Kein offenes Feuer mehr
Lampen genügen

jens tuengerthal 12.1.25

Wetterwechsel

Wetterwechsel

Wetter wechselt halt 
Alle paar Tage wieder
Kleidung kann passen

jens tuengerthal 12.1.25

Lektürentagebuch 11.1.25

Lektürentagebuch 11.1.25

Bei Buddenbrooks gab es im 9. 
Kapitel noch ein kleines Drama
Zum Abschied von Grünlich als
Der Konsul Tony Bescheid sagte 

Sie sollte schnell nur einen Koffer 
Packen für sich und die Tochter
Ihre Sachen würde er später dann
Schicken lassen er wollte los stürzt 

Während Tony noch ganz aufgeregt
Fragt was sie bräuchte und sich
Die Flügeltüren zum Salon öffnen
Der aufgewühlte Grünlich herein 

Er fällt vor Tony auf die Knie und
Bedrängt sie ihn nicht zu verlassen
Ihn nicht zu verabscheuen der er sie
Doch über alles immer geliebt 

Sie redet höflich beruhigend auf
Den vor ihr knienden Grûnlich ein
Fühlt sich so bedrängt wie damals
Als er ihr schon mal gedroht hatte

Es geht auch hier natürlich wieder 
Um Leben und Tod beim gerne
Theatralisch liebenden Grünlich
Beim allerletzten Versuch dabei

Schließlich gelingt es ihr sich aus 
Seinen Fängen zu befreien und ihr
Vater der Konsul reicht ihr den Arm
Dann rastet Grünlich völlig aus

Ruft ihr hinterher sie solle nur gehen 
Er habe sie nie geliebt und sie nur
Des Geldes wegen geheiratet eine
Hässliche Szene noch am Ende

Damit verspielt er natürlich jede
Chance auf Versöhnung und ein
Erbe leichtfertig Tony aber geht
Nur der Konsul kehrt nochmal zurück

Spricht zu seinem Schwiegersohn 
Der am Fenster steht er solle sich
Fassen und beten was in dieser
Situation schon eher fies klingt

Thomas Mann kostet hier mit
Seinem klugen Humor die Szene
Ganz aus alle bloßzustellen doch 
Ohne dabei platt böse zu werden

Eine opernwürdige Szene für das
Ende der Ehe die Tony nie wollte
Der Konsul gibt vermutlich noch gut
Gemeinte Ratschläge die fies sind

Dem ohne seine Hilfe ins wohl
Selbstverschuldete Unglück nun
Gestürzten Pfarrerssohn zum Beten
Zu raten zeigt wenig Empathie

Zwar könnte zugunsten des
Konsuls angeführt werden dass 
Er selbst ein gläubiger Mann war
Was er sagte vermutlich glaubte

Doch ein wenig Fähigkeit zur
Selbstkritik hätte einen erwachsenen 
Mann erkennen lassen wie unnötig
Dieser letzte Stich hier noch war

Doch diese Fähigkeit fehlt der
Figur des Konsul Buddenbrook der
Sich ständig rechtfertigt auch seiner
Tochter noch gegenüber dabei

Er hat sie wenn auch ohne Vorsatz
Ins Unglück gestürzt und holt sie zwar
Aus der Situation als Vater raus aber
Möchte dafür auch Verzeihung bitte

Statt zu gestehen einen Fehler
Gemacht zu haben mit der Ehe
Will er gern mit weißer Weste gehen 
Rät dem Pleitier zum Beten

Es ist diese Figur mit großer Tiefe
Von Mann gezeichnet die auch vor 
Charakterlichen Untiefen nicht anhält
Sie mit scharfem Stift zeichnet

Keiner der beteiligten Herren kommt
Hier charakterlich gut weg dennoch
Spart Mann sich hier den Konsul
Peinlicher als nötig bloßzustellen 

Er kritisiert den Charakter dezent
Doch lässt er ein selbständiges
Urteil beim Lesen noch zu statt
Nur schlichte Schubladen zu öffnen

Diese feinen Nuancen auch im Spott
Wie in der indirekten Kritik zeigen klar
Den Unterschied zu Heinrich der im
Untertan einen Idioten darstellt

Wo der Konsul seine Unschuld noch
Beteuert und mit seinem Gewissen
Ringt klopft Diederich Heßling nur
Sprüche wo der Konsul es gut meint

Eine kurze Szene dieses Kapitel mit
Maximal möglichem Drama was 
Dennoch höflich behandelt wird
Mit feinem hintergründigem Humor


Mynheer Peppeekorn ist der nächste
Abschnitt im Zauberberg betitelt in 
Dem dieser neue Gast vorgestellt wird
Holländer der in asiatischen Kolonien 

Großen Reichtum erwarb der es ihm
Erlaubte mit eigenem Kammerdiener
Auf dem Berghof anzukommen was 
Nicht die Aufmerksamkeit begründet

Die Thomas Mann dieser neuen Figur
Die eine eigene Überschrift bekommt
Widmet die gemeinsam mit der sehr
Vermissten Clawdia Chauchat kam

Sie reisten zusammen und hatten 
Den Gerüchten zufolge sogar eine
Gemeinsame Reisekasse worüber
Behrens mit Hans vorab plauderte

Der ihm die bevorstehende Ankunft
Von der er telegrafisch benachrichtigt 
Schon mitgeteilt hatte den aber der
Neue Reisegefährte auch überraschte

Im Gespräch zwischen dem Hofrat
Der Clawdia bekanntlich porträtierte
Und Hans Castorp gibt letzterer eine
Erste gute Beschreibung des Neuen

So gut war diese dass der Autor sich
Ihr gerne anschließt nur noch kleine
Ergänzungen zum Wesen bringt
Sonst Hans ihn beschreiben lässt

Sogar der ägyptischen Prinzessin die
Zeitgleich anwesend ist wird nicht
Soviel Aufmerksamkeit gewidmet
Auch wenn sie sehr besonders war

Allerdings gilt deren Zuneigung nur
Einer rumänischen Jüdin während
Die Männer sie nicht interessierten
Ihre Beschreibung erinnert an Erika

Die eigene Tochter im Stil wie den
Gewohnheiten auftauchen zu lassen
Aber sie als ägyptische Prinzessin
Mit Respekt und Höflichkeit noch

Zu behandeln zeigt Manns genialen
Humor und wer die Familie kennt
Sieht die Lacher bei erster Lesung 
In der Familie deutlich vor sich

Lange ist so das Vorspiel mit anderen 
Das den an tropischem Wechselfieber 
Leidenden Pieter Peeperkorn vorstellt
Bei dem der Hofrat indezent plaudert 

Was immer Hofrat Behrens dazu trieb 
Einem Patienten von der Diagnose eines anderen zu erzählen ist deren
Vertrautheit inzwischen erstaunlich

Vielleicht weil beide sich von dieser
Persönlichkeit als ältere Verehrer von
Clawdias Schönheit betrogen sahen 
Entstand ein so vertrautes Bündnis

Dann endlich tritt nach vier Seiten
Vorspann die detailliert beschriebene
Persönlichkeit Pepperkorn selbst auf
Zuerst beim Gang in den Saal

Dabei überraschend dezent nur der
Kennerin Clawdia folgend aber die 
Saaltür leise schließend während
Castorp auf den Knall wartete 

Hans hat an seinem neuen Tisch
Der den guten Russentisch quasi
Benachbart ist besten Blick auf
Pepperkorn und Clawdia dort 

Den ersten Sermon beginnt der
Reiche Holländer der schon vorher
Seine Tischgenossen mit Gesten
Die Aufmerksamkeit wollen dirigierte

Mit einer der Saaltöchter die er nach
Ihrem Namen fragt um sogleich mit
Diesem in seiner Rede zu spielen
Was schon komisch genug ist

Wie er sich mit Humor und Witz
Dabei über die Größe der Zwergin
Lustig macht löste heute wohl die 
Empörung zuständiger Stellen aus

Die Figur des Mynheer Pepperkorn
Ist eine ziemlich exakter Karikatur
Von Gerhart Hauptmann was auch
Für einige Skandale noch sorgte 

In einem persönlichen Gespräch
Vermochte Thomas Mann damals
Den Kollegen zu beruhigen doch 
Wer beide kannte sah hier klar

Denke an die treffende Büste die
Knud Knudsen von Hauptmann
Schuf die auf Hiddensee steht wie
Die Zeichnung meines Vaters davon 

Doch im Gegensatz zum auch klugen
Autor Hauptmann gibt vorliegend die Persönlichkeit Pepperkorn eher nur
Luftblasen von sich jedoch mit dabei

Erheblichem Aufwand an Gesten
Wie sonstigem Theater was Mann 
Mit viel Humor fein inszeniert dabei
Den beeindruckenden Mann zeigt

Fast wie der legendäre Hauptmann 
Von Köpenick erregt der eigentlich
Nur Produzent von Luftblasen die
Ehrfürchtige Bewunderung vieler 

Persönlichkeit fesselt eben auch
Eine begehrte Frau wie Clawdia 
Die ihr hellrotes Haar noch immer
Leger um den Kopf gewickelt trägt

Wir Berliner kennen diese immer
Etwas indezenten Damen aus dem
Osten die ihre Schönheit gerne mit
Viel Stolz auch noch präsentieren 

Wie Thomas Mann nun diese großen
Luftblasen voller Nichts inszeniert
Ist einfach wunderbar komisch der
Feinste Humor deutscher Literatur

Diese Beschreibung einer echten
Persönlichkeit die Bewunderung
Aller erringt obwohl sie eigentlich
Nur Luftblasen von sich gibt ist es

Was macht einen großen Mann aus
Überlegt der kleine Poet dabei und
Ist wunderbar darüber amüsiert wie
Höflich elegant Mann spotten kann

Clawdia Chauchat aber völlig im
Bann dieser Persönlichkeit mit
Dem nicht endenden Vorrat an
Luftblasen ignoriert Hans bisher

Wie treffend ist diese Beschreibung
Denke ich und erinnere mich an die
Besuche verschiedener politischer
Veranstaltungen nach den Wahlen

Dann scharen sich ganze Trauben
Schöner junger Frauen zu gerne um
Die Luftblasen produzierenden Sieger
Oder auch Verlierer wenn bedeutend

Lustigerweise hat mich diese feine
Wie böse Karikatur von Hauptmann
Immer davon abgehalten mich weiter
In dessen Werk zu vertiefen 

Ein Bekannter von mir der in den 
Zeiten von Corona leider geistig
In die Verschwörer Ecke abdriftete
Schätzt Hauptmann sehr was passt

Nun aber hier ging es ja um den
Realen Mynheer Peeperkorn der
Nur zufällige Ähnlichkeit besitzt
Eine völlig erdachte Figur war

Was wird Thomas Mann dem
Kollegen Hauptmann der sich
Mit Grund aufgeregte darauf zur 
Beruhigung erwidert haben

Dass all seine Figuren nur Produkte
Seiner Phantasie wären und die
Ähnlichkeit rein zufällig ist oder
Sind solche Lügen untauglich

Wir müssen nicht mutmaßen denn 
Die etwas peinliche Empörung von
Hauptmann dem Nobelpreisträger
Von 1912 ist wie auch die Antwort

Von Thomas Mann bekannt während
Der beleidigte Hauptmann an den 
Gemeinsamen Verleger Samuel 
Fischer schrieb wendete Mann 

Sich direkt an Hauptmann den er
Tatsächlich als Vorbild nahm dem
Dieser aber inhaltlich nicht sonst
Entspräche wie Mann devot schrieb 

Das Verhältnis danach wird als
Weniger entspannt gesehen aber
Das Telegramm von Hauptmann
Auf Thomas Brief scheint anders

Mann legt in dem Brief auf seine 
Unnachahmliche Art dar warum
Er zwar Hauptmanns Erscheinung
Missbraucht hätte in der Not

Als er in Bozen im Zauberberg 
Nicht weiter kam ihm missbrauchte
Aber nur der Erscheinung nach nie
Dem Wesen entsprechend 

Keiner der Hauptmann kennt diesen
Wie er auch bewundere käme je
Auf diesen Vergleich warum die
Empörung schlafende Hunde weckte

Elegant höflich bis zur fast devoten 
Entschuldigung weil er schon wusste
Was er tat nichts zufällig dabei war
Legt er Hauptmann nah war nötig

Empörung skandalisierte weiter
Freundliche Beruhigung erledigte
Was ihnen beiden besser stünde
Kein Skandal wäre doch besser

Damit profitierte Mann vom dem
Realen Skandal sagte zu Hauptmann
Alle Aufregung blamierte nur ihn 
Aber er bewundere ihn grenzenlos

Dieser Briefwechsel in dem Jahr
In dem Thomas Mann seinen 
Nobelpreis für die Buddenbrooks
Allein erhielt als Bestrafung 

Nicht weil der da schon erschienene
Zauberberg weniger genial war eher
Nicht die Karikatur eines früheren
Preisträgers noch zu belohnen

So gibt der kulturhistorische Kontext
Dem genialen Roman mit Humor
Noch größeren Glanz denn er 
Beschrieb Menschen sehr exakt

Dabei erwidert der selbstbewusste
Thomas Mann dem zurecht empörten
Hauptmann reg dich nicht auf das
Bestätigte meine Karikatur nur


In Joseph und seine Brüder vom
So vielfältig genialen Thomas Mann 
Spricht Mut weiter in ihrer lispelnden
Babysprache zum entsetzten Joseph

Is tann ihn doch töten lässt Mann 
Mut dabei sinnlich lispelnd sagen
Aber sie meint es ganz ernst und
Entwickelt den Plan mit allen Details

Zwischendurch bei diesem teuflischen
Plan soll ihre Sklavin ihr gutes Gift
Aus Afrika besorgen was Joseph dem
Ahnungslosen zu trinken geben soll 

Schmückt dieses gruselige Bild mit
Sinnlichen Phantasien aus die es
Ganz normal scheinen lassen den
Gatten zu beseitigen wenn nötig

Dabei spricht sie die ganze Zeit mit
Lispelnd süßlicher Stimme was den
Mörderischen Ideen noch etwas
Naiv kindliches dazu auch geben

Entsetzt weist Joseph diese Ideen
Als Vatermord zurück gesteht ihr
Aber sein natürliches Begehren 
Aus vielleicht taktischen Gründen

So entsteht eine skurrile Mischung
Aus biblischer Sprache moralischer
Empörung Josephs und der komisch 
Lispelnden Babysprache Muts dazu

Hier entwickelt die Frau die dazu
Verletzt kindlich naiv spricht den
Brutal mörderischen Plan ihren 
Gatten für die Lust zu beseitigen

Entsprechend auch das Entsetzen
Josephs der an die Moral der nur
Von ihrem Unterleib getriebenen Mut 
Ganz eindringlich nun appelliert 

Nur einen kurzen Abschnitt gelesen
In dem es wirklich um Leben und Tod
Im Schatten der Liebe geht die alle
Grenzen dafür verschwimmen lässt 

Mit welch feiner Ironie Mann dies
Drama inszeniert die einerseits
Gruselnd mitfühlen lässt aber auch
Humorvoll Distanz noch schafft

Verdiente schon genug Bewunderung
Dabei noch die klassischen Motive
Der Erotik wie die lispelnde Frau als
Babysprache hopps nehmen ist genial

Der sehnsüchtig erstrebte kleine Tod
Welchen der vorherige große des
Gatten ermöglicht ist ein wunderbar
Sinnliches Spiel mit dunklen Motiven

Damit hält Mann uns auch noch den
Spiegel der eigenen Lächerlichkeit vor
Die sich in der Lust so gerne zeigt 
Was wir berauscht nie merken

Distanz und Nähe die unser ganzes
Triebleben in einen scheinbar fernen
Biblischen Kontext legt der dann sehr
Intim mit Humor berührt ist so genial

jens tuengerthal 11.1.25

Sonntag, 11. Januar 2026