Samstag, 13. September 2025

Berlin Art Week Garten

Berlin Art Week Garten

Heute mit dem Fahrrad das Zentrum
Der Berlin Art Week im Garten des
Hamburger Bahnhofs wie diesen 
Noch mit besucht und erkundet

Wieder ein riesiges Happening für alle
Mit DJs und Filmen vor dem Museum
Zu dem es noch für alle die sich dafür
Anstellten Kulinarisches zu genießen gab

Hab auf das Essen und den Tanz erstmal
Verzichtet um die Sammlung dort in Ruhe
Erkunden zu können was mit einer großen
Installation in der Halle gut begann 

Danach eine eindrucksvolle Präsentation
Eines in Berlin lebenden Künstlers aus
Dem Kosovo gesehen Petrit Halilaj hat
Oper und Kunst außer der Zeit vereint

Dabei nutzt er viele der alten Mythen 
Wie das Adam und Eva aus dem Kosovo
Stammten und schafft so eine intensive
Anschauung dieser europäischen Kultur

In diesem Flügel beeindruckte mich noch
Eine Fotogalerie die Alltagsgegenstände
Berühmter Künstler und Personen zeigte
Wie etwa das Hörgerät von Beethoven 

Auf der anderen Seite der Haupthalle
Des Hamburger Bahnhofs der auch als
Heute Museum an seine frühere Funktion
Erinnert die Beuys Sammlung gesehen

Hier wird vielfältig an die revolutionäre
Neue Betrachtung von Kunst durch den
Deutschen Ausnahmekünstler erinnert 
Dazu kam noch eine lebende Erdskulptur

Im Obergeschoss war ein afrikanischer
Künstler zu sehen dessen Bilder sehr
Konkret Personen darstellen die mit ihren
Gesichtern besonders schön waren

Der westliche Seitenflügel widmet sich
Berlin in der Kunst der Teilung dabei 
Beeindruckte mich neben ihrer Kunst
Ein Film über eine Ostberliner Fotografin

Auch das Gegenüber der Kunst auf den
Zwei Seiten der Mauer wurde durch die
Räumliche Gestaltung sehr gut gezeigt
Ein lohnender Gang durch die Moderne

Draußen dann noch zwei künstlerische
Filme im Liegestuhl betrachtet und die
Party Stimmung im Garten genossen 
Ein lohnender Ausflug zur Art Week 

jens tuengerthal 13.9.25

Lektürentagebuch 13.9.25

Lektürentagebuch 13.9.25

Bei Buddenbrooks erholt sich Tony ganz
Wunderbar in Travemünde schläft lang
Nach genug Punsch am Abend bis neun
Aus während ihr Bruder schon früh fuhr 

Als sie die Treppe hinuntergeht riecht sie
Schon den Kaffeeduft und freut sich auf
Ihr Frühstück das Frau Schwarzkopf die
Schon Mittagessen kocht stehen ließ

Mit Tony sitzt Morten Schwarzkopf am 
Tisch raucht seine Pfeife und beide
Plaudern flirtend miteinander dabei
Lästert Morten über die Zeitung

Deutet dabei an dass in anderen Blättern
Wie der Rheinischen Zeitung ganz andere
Dinge über den preußischen König ständen
Die er einer Dame nicht erzählen könnte

Tony ist neugierig auf alles was er ihr
Zu erzählen hat und fordert ihn auf doch 
Mit ihr zum Strand zu gehen sie wolle 
Nun da es nicht regnet baden gehen

Es beginnt ein zarter Flirt zwischen den
Beiden etwa gleich alten damit auch das
Gegenteil von dem was der Konsul sich
Von diesem Erholungsurlaub wünschte 

Tony taucht durch den politisch auch
Interessierten Medizinstudenten Morten
In ganz neue spannende Welten ein
Wie der kritischen Sicht auf den Adel

Sie hatte vorher nur ganz unkritisch
An ihre Pensionatsfreundin Armgard von
Schilling deren Gut von Travemünde aus
Auf dem Priwall weiß sichtbar war

Sie fühlt sich wohl bei Schwarzkopfs
Genießt ihren Urlaub und Grünlich 
Verschwindet auch dank Morten aus
Ihren Gedanken was ihr sichtbar gut tut


Auf dass Aufatmen von Tony Buddenbrook
In Travemünde folgt das in Paris von der
Mode Korrespondentin der Frankfurter 
Zeitung Helen Hessel ganz passend

In einer Seitenstraße des Boulevard
Haussmann finden sie den unscheinbaren
Eingang eines Restaurants in dem die 
Angestellten der Warenhäuser essen

Sie haben eine muntere Mittagsstunde
Das Innere des zweistöckigen Restaurants
Gleicht einem Käfig voll zwitschernder
Bunter Mädchen der mit Bronze umrankt ist

Sie sieht dort lachende Gesichter wie auch
Leuchtende Ellenbogen während grüne 
Laubenrauten die Wände verkleiden wo
Nicht Spiegel die bunte Vielfalt erweitern

Eine Gruppe südlich temperamentvoller
Geiger im Frack führt die kleine Kapelle
Es gibt Carmen zu hören und Rubinstein
Wie sonst eher leicht verdauliches pikant

Was zu den Menüs dort passt die eilig
Serviert und zierlich genossen werden
Dabei bedienen Kollegen und Freunde
Ihre Damen mit roten und weißen Wein 

Leuchtende Lippen lachen trinken essen
Schwatzen sie erkennt ein Mannequins
An ihrem kecken Gesicht die sie gleich
Vertraulich grüßt wie ein freudiges Kind

Ein zu eiliger Kellner schüttete einem
Herren Kaffee über das Knie worauf eine
Dame vom Nachbartisch ruft beruhigen
Sie sich ohne Zucker keine Flecken 

Immer neue Miniatur Portionen werden
Aus der Küche aufgetragen alles ist im
Schwung die Eile der anderen wird hier
Respektiert schon beginnt der Aufbruch

Die Spiegeldecken der Handtaschen
Werden aufgeklappt Puder stäubt im Raum
Die rote Kuppe des Lippenstiftes fährt ganz
Exakt über gespitzte gezogene Münder 

Fertig ist die Frau und es geht wieder an 
Die Arbeit eine fröhliche Pause zwischen 
Zwei Arbeitszeiten bevor es ganz bald
Am Nachmittag noch voller wieder wird

Dort in Galeries Lafayette, Printemps
Oder Trois Quartiers wird weiter gezeigt
Angepriesen und Rat gegeben ohne sich
Von egal was verdrießen zu lassen

Einmal nur hätte sie eine Verdrossene
Erlebt die noch sehr jung und sehr lang war
Die trotz guten Willens eine Amerikanerin 
In ihrem französisch nicht verstand

Sie bekam einen Verweis von der kleinen
Aber imponierenden Directrice die sie 
Ma petite nannte wie sie ihren Kolleginnen
Berichtete was doch übertrieben wohl sei 

jens tuengerthal 13.9.25


Liebeszeit

Liebeszeit 

Liebe soll gefühlt
Ewig gehen real bleibt
Weniger übrig

jens tuengerthal 13.9.25

Absolut

Absolut

Absolut ist was
Relativ nicht mehr genügt
Gerne ganz für sich

jens tuengerthal 13.9.25

Zeitweise

Zeitweise

Alles ist immer
Nur zeitweise gültig
Doch zumindest das

jens tuengerthal 13.9.25

Anbetungswürdig

Anbetungswürdig

Der Atheist in mir betet keine Götter an
Aberglaube der die Freiheit beschränkt 
Lehne ich philosophisch ab und finde
Die Sklaverei der Religionen gruselig

Doch wie gerne mache ich meine Liebste
Zur Göttin die ich mit allen Sinnen anbete
Glaube fest an den Zauber der Liebe die
Unsere Welt wie magisch verwandelt

Wie gerne bin ich der Zauberer der Worte
Für meine wunderbaren Musen die alle
So einzigartig mich völlig verzauberten
Dass ich dabei alle Philosophie vergaß

Glaube an nichts als die Natur und das 
Nichts über uns sein dennoch kann mich
Das Gefühl der Liebe völlig verzaubern
Weil diese Magie ihrer Natur entspricht

jens tuengerthal 13.9.25

Hoodyriesling

Hoodyriesling

Bei inzwischen frühherbstlichen
Temperaturen erstmals wieder im
Hoody gegen halb eins im Crossroads
Eingetroffen und oben Platz genommen

Sogleich brachte Selma den Riesling
Die ich schon draußen begrüßt hatte
Sie rockt mit Tino heute die Bar die
Mit sechs Gästen am Tresen wie noch

Fünf weiteren an Stehtischen gut
Besetzt noch ist hier oben sitzt noch
Eine attraktive dunkelhaarige Nymphe
Im Trägertop mit ihrem bärtigen Typen

Sie lächelt viel und sichtbar gerne
Ist eine Freude zu beobachten was
Sie sogleich bemerkte und mit ihrem
Bezaubernden Lächeln erwiderte 

An den Stehtischen sitzen zwei
Damenpaare wie eine Dame mit
Zwei Herren an ihrem Tisch und
Dazwischen spukt noch Roy herum 

Am Tresen vier Herren und zwei Damen 
Dabei sind zwei Herren miteinander
Die anderen beiden mit ihrer Dame
Angeregt mehr oder weniger nah dabei 

Die etwas südeuropäisch wirkende Nymphe spricht unter vollem Einsatz
Ihrer völlig nackten Arme englisch was
Hörbar nicht beider Muttersprache ist 

Zwischendurch kommen noch einige
Der Nymphen kurz berockt aber mit
Strumpfhosen hier oben vorbei die
Ein auch schöner Anblick noch sind

jens tuengerthal 13.9.25

Freitag, 12. September 2025

Lektürentagebuch 12.9.25

Lektürentagebuch 12.9.25

Auf einige Seiten mit Helen Hessel in
Ich schreibe aus Paris über das Glück
Der Straße in Aufatmen in Paris was 
Eine wunderbare kleine Tour wurde

Beginnend mit einer sehr prunkvollen 
Beerdigung bei der Männer und Frauen
Getrennt stehen in Saint Sulpice und Helen
Versehentlich in die Männerabteilung geriet

Im Taxi das sie entführt liegen noch kleine
Aus Kränzen entfallene Blüten am Boden
Sie gleiten sanft und geschwind durch die
Bekannten Straßen von Paris dabei

Sie sieht die diskrete Dunkelheit der
Antiquitätenläden wie die gelbe Vielfalt
Der Bücher in der Rue des Saint Péres
An der Seine sind die Bücherkisten offen

Im Morgennebel noch fern sind die Türme
Von Notre-Dame dann stehen sie im Stau 
Sie gleiten durch das Bogentor in den 
Gepflastert dünnen Frühling der Tuilerien

Preußisch fast sei die einheitliche Front
In Ocker in der Rue de Rivoli in der das
Bazarleben von Arkaden verdeckt ist um
Am Palais Royal in die Avenue de l’Opera

Mit ihrer Weite einzubiegen und wieder
Sehe ich all diese Straßen in Erinnerung
Wieder vor mir wie fein beschreibt sie das
Geschehen auf den Boulevards von Paris

Dann eine Hochzeit die bestaunt wie auch
Von den nur Zuschauern bejubelt wird als
Die weiße Wolke der Braut auftaucht die
So niedlich lächelt mit ihren zarten Füßen 

Nun winden sie sich durch bunte Stapel
Im Trois Quartiers wo Hütchen probiert
Wie wieder verworfen werden macht den
Steten Strom edler Waren sichtbar

Düfte schweben durch die Luft von vielen 
Blumen bis Ambra daneben die goldenen
Rollen der Lippenstifte wie Munition vor
Unschuldigem Schaum der Puderquasten

Tapeten die alle Epochen des königlichen
Frankreich andeuten daneben in lachsrot
Höschen und Hemdchen zarte Gürtel aus
Rosa Seide mit Schlingen hängen noch

Plötzlich im Salon sind vier Mädchen
Um sie beschäftigt lassen Blusen über
Ihren Kopf gleiten stecken den Rock ab 
Es wird gelockt und angeboten dabei

Sie sieht sich im generös breiten Spiegel
Vielfach verwandelt und flinke Finger wie 
Worte geplaudert berühren sie dabei als
Seien sie sanft rieselnder Regen nur 

Mit feiner Aufmerksamkeit beschreibt
Helen Hessel ihr Paris und die immer
Vielen Gegensätze der Stadt das direkte
Nebeneinander von Beerdigung Hochzeit

Tosendem Verkehr sinnlichem Einkauf
Im permanenten Wechsel in Bewegung
Wird die Unruhe auch von ihr spürbar
Immer noch getrieben alles zu erleben

Lächelnd denke ich zurück an Paris
Die langen Wanderungen durch die
Stadt mit verschiedenen Damen wie
Deren Sehnsucht stehen zu bleiben

Die Anprobe als Ort der Ruhe im
Immer tosenden Verkehr und Lärm 
Hat ihren eigenen steten Wechsel
In dem das Herz der Mode schlägt

Wie gerne wartete ich dort um dann 
Wo gefordert zu loben doch meist als
Stiller Flaneur und Beobachter der
Sich ständig verwandelnden Weiblichkeit 

Wie wunderbar sind doch Frauen
Denke ich und was nehmen sie alles
Auf sich um sich und anderen zu gefallen
Es ist ein Glück dies zu beobachten

jens tuengerthal 12.8.25

Kulturasyl

Kulturasyl

Berlin gibt den Münchner Philharmonikern
Unter ihrem Dirigenten Lahav Shani Asyl
Nachdem das Festival von Gent diese des
Israelischen Dirigenten wegen ausluden

Das ist ein gutes Zeichen und wie gut
Wenn Juden die andernorts plötzlich
Unerwünscht sind in Deutschland Raum
Für Auftritte finden und willkommen sind

Unklar ist noch wie sich die peinliche 
Palästinenser Community in Berlin die
Schon für genug Skandale sorgte nun
In ihrer Islamisten Solidarität verhält 

Währenddessen fordern die Niederlande
Die Ausladung Israels vom ESC was zwar
Mehr Schlager als Kultur ist aber von der
Gleichen antisemitischen Seite getrieben

Wie lange will Europa noch naiv diese
Propaganda für Terroristen dulden die
Den Krieg der in Gaza noch tobt mit ihrem
Mörderisch brutalen Überfall begannen

Es ist ein gutes Zeichen wenn Deutschland
Gegen den erstarkenden Antisemitismus
Künstlern mit jüdisch israelischer Vita auch
Künftig weiter und gerne Raum gibt

Doch dringender ist es diesen von der
Hamas mitorganisierten Boykott als eine
Rassistische Straftat zu behandeln die der
Unterstützung von Terroristen nur dient 

Wer dazu aufruft oder dies fördert sollte
In ganz Europa wie ein Terrorist bestraft
Solches Handeln entsprechend verfolgt
Werden den Antisemitismus zu stoppen

Das Kulturasyl ist eine nette Geste die
Besser ist als die belgische Ausladung
Aber Antisemitismus muss in Europa
Als Straftat überall künftig verfolgt werden

jens tuengerthal 12.9.25

Leserliebe

Leserliebe

Liebe das Lesen
Keine Liebste blieb länger
Als die Lektüre

jens tuengerthal 12.3.25

Leserleben

Leserleben

Leser leben ganz
Natürlich in geistigen
Welten stets allein

jens tuengerthal 12.8.25

Spirituell

Spirituell

Spirituell meint
Geistig ohne üblichen
Sinnhokuspokus

jens tuengerthal 12.9.25

Lektürentagebuch 11.9.25

Lektürentagebuch 11.9.25

Mehrere Tage habe ich versucht in
Friedrich Sieburgs Lust am Untergang
Das Kapitel Gefäße voll Schnee das mit
Starken Bildern arbeitet zu lesen

Jede Nacht wieder oder eigentlich eher
Jeden Morgen schlief ich kurz vor der
Dämmerung über diesem Geraune das
Gerne bedeutungsschwanger sich gibt ein

Es ist der leicht übel gelaunte konservative
Gestus der Andeutung die sich dabei für
Wissend hält der es so unerträglich macht
Selten lege ich Bücher so genervt weg

Außer sie sind wirklich schlecht aber die
Finden ohnehin keinen Zugang hier auch
Sieburg hat sicher seinen Wert aber ich
Werde ihn lieber zur Seite nun legen

Zwar sprach schon der Titel mit der
Lust am Untergang für eine destruktive
Sicht auf das Leben doch fehlt ihr die
Dafür nötige Ironie leider noch völlig 

Obwohl ein Band der Anderen Bibliothek
War es kein Lesevergnügen eher eine
Qual die mir vielschichtig fremd blieb 
Weitere Versuche haben viel Zeit


Greife darum nach dieser Frustration
Auf bewährte literarische Kost zurück
Weiter geht es in den Buddenbrooks
Schon der erste Satz beginnt wunderbar

Nach Travemünde geht es immer
Geradeaus über die Fähre und dann
Weiter geradeaus weckt in mir die
Schönsten Erinnerungen noch

Lebrecht Krögers dicke braune
Mecklenburger zogen die Equipage
Während die Sonne brannte war die
Aussicht durch den Staub beschränkt

Denke daran wie ich damals noch im
Jahre 91 mit meiner Freundin den selben
Weg vom Lübecker Bahnhof aus mit
Vollbepackten Rädern gen Küste fuhr

Auch unser Ziel war Travemünde um 
Mit der Fähre dort auf den Priwall
Überzusetzen nach Mecklenburg das
Da noch kein Jahr bundesdeutsch war

Tom und Tony waren um 2 Uhr abgefahren
So sollten sie kurz nach 4 ankommen
Wenn eine Droschken 3 Stunden braucht 
Wollte Krögers Jochen es in 2 schaffen 

Tony saß zurückgelehnt im Halbschlaf
Unter ihrem großen flachen Strohhut 
Tom sehr akkurat gekleidet rauchte 
Russische Cigaretten und trug Bart

Auf der Fahrt unterhielten sich Tony und
Tom über die anwesenden Kurgäste aus
Der Stadt die Möllendorpfs und auch die
Hagenströms über die sich Tony mokiert

Mit diesen Neureichen wolle sie nichts
Zu tun haben worauf Tom sie zurechtweist
Dass diese gute Geschäfte machten und 
Bald die Verlobung der Familien anstünde

Eine kleine spitze Bemerkung zu Grünlich
Weist Tony empört zurück sie wolle sich
Genau davon hier in Travemünde erholen
Wobei die Buchenallee der Trave folgt

So kommen sie plaudernd vor dem ganz
Wunderbar bewachsenen Haus des
Lotsenkommandeurs Schwarzkopf an 
Der sie schon mit Pfeife am Tor erwartet

Zur Begrüßung gab es Korinthenbrot mit
Butter Rahm und Scheibenhonig dazu 
Was Tony mit gutem Hunger genießt 
Dann kommt der Sohn des Hauses

Morten Schwarzkopf dessen Vornamen
Tony trotz Mühe zunächst nicht versteht 
Ist Medizinstudent in Göttingen verbringt
Seine Semesterferien bei den Eltern

Die jungen Leute plaudern munter über
Erinnerungen an die Schule wie besonders
Den Lehrer Stengel der so gerne die Linie
Vom Strich unterscheidet und sind amüsiert

Nur Christian der diesen so gut imitierte
Fehlte hier dafür rät Morten Tony reichlich
Zu essen weil die viele frische Luft hier
Den Stoffwechsel noch beschleunigte

Dies wiederum verbittet sich der Vater
Während die Mutter den Sohn in Schutz
Nimmt der doch auch Ferien hätte etwas 
Von ihrem Besuch auch haben solle

So beginnt Tonys Urlaub mit munterer 
Plauderei mit Morten Schwarzkopf auf
Der Veranda in Travemünde was nach
Entspannt guter Erholung doch klingt 

Findet Tony Buddenbrook hier nun die
Emotionale Entspannung um das zu tun
Was ihre Familie von ihr erwartet also sich
Mit Grünlich zu verloben oder nicht

Wird Morten der Student zu einer darum
Guten Ablenkung und traut sie ihrem
Gefühl das Grünlich zutiefst misstraut 
Oder ist der Druck der Erwartung größer

Im Wissen um den weiteren Verlauf lesen
Sich die Andeutungen die Mann schon
Im Text versteckt lächelnd anders als es
Die erste Lektüre dem Leser offenbart

Natürlich muss Tony leiden weil sie eine
Würdige gute Partie machen soll dabei
Familie und Konvention mehr gehorcht
Als dem eigenen Gefühl das nicht zählt 

Wo steht der Autor bei diesem sich
Genüsslich entwickelnden Drama
Stellt er die Konvention als immer
Gefühllos bloß oder beobachtet er nur

Welches Gefühl bleibt beim Leser
Der als ich es erstmals las noch
Tony und Tom im Alter nah stand 
Heute eine ältere Tochter schon hat

Wie damals auch ist mir der junge
Medizinstudent Morten Schwarzkopf 
Sympathischer als der eher peinliche 
Grünlich die vermeintlich gute Partie

Doch schaue ich auf mein früheres
Liebesleben habe ich auch häufiger
Der Erwartung der Familie genügen 
Wollen statt dem Gefühl zu folgen

Die große Liebe der Großeltern galt
Als Vorbild und Ideal dabei auch wenn
Heute klar ist welche reale Dramen sich
Mit Eifersucht darum abspielten

Diese Verbindung die uns Enkeln als
Ideale Liebe vorgespielt wurde war
In der Familie unerwünscht gewesen
Die Großmutter war eine schlechte Partie

Dagegen war die Ehe meiner Eltern
Die sich auf Augenhöhe begegneten
Wie es die Konvention der Familie sich
Wünschte vom Kennenlernen schon an 

Beide hatten sich auf den Stiftungsfest
Ihrer Turnverbindung kennengelernt die
In beiden Familien lange Tradition hatte
Gute Bürger und national denkende Turner

Was heute reaktionär eher klingt war bei
Gründung bürgerlich revolutionär noch
Ein Geist den Morten Schwarzkopf der
Ahnungslosen Tony vorstellen wird

Der Großvater den wir Grotepater aus
Gründen der Tradition nannten war stolz
Noch kaiserlich preußischer Kadett in
Berlin Lichterfelde gewesen zu sein

Dabei war es damals noch nicht Teil
Des erst 1920 gegründeten Groß-Berlin
Hatte aber eine Straßenbahnlinie was
Der Westen sich nach leider 45 sparte

Seine in den 68ern geprägten Söhne
Wollten damit nichts zu tun haben so
Legte mein Vater mir eher Musils Buch
Zögling Törless als die Kadetten nahe 

Erst dem Enkel aber erzähle dann der
Großvater von seinen Kontakten zum
Widerstand über Kadettenkameraden 
Wie etwa den Güstrower Bülow

Auf dessen Gut wiederum begann die
Liebesgeschichte der Großeltern wo die 
Grossmutter als junge Elfie noch eine
Haustochter war wie es damals hieß 

Denke über Parallelen und Unterschiede
Konvention und Erwartung nach was die
Familie von uns erwartet und wie sehr
Dies das eigene Gefühl beeinflusst 

Die Wahl des Großvaters der sich die
Große Blonde mit dem steifen Arm als
Traumfrau erkor war unkonventionell
Für seine Familie die höher heiratete

Andererseits war der Ort wo er sie traf
Das Gut eines adeligen Kameraden aus
Der kaiserlichen Kadettenanstalt für die
Ideale des Großvaters geradezu perfekt

So kämpfte er die in der Familie eher
Unkonventionelle Ehe mit Rückendeckung
Seines Kameraden von Bülow durch die
Wiederum seinen Konventionen entsprach

Grünlich scheint für Tony konventionell
Passend und in allem eine gute Partie
Morten Schwarzkopf wäre für sie deutlich
Unter Stand und ist damit indiskutabel

Ist der Adel freier als das Bürgertum das
Sich seinen Stand neben dem Adel erst
Mühsam erkämpfte und darum besonders
Auf Abgrenzung noch bedacht ist

Die Siegelringe mit Familienwappen die
Der Großvater für seine Söhne machte
Sollten diesen adelsähnlichen Stolz zeigen 
Erbte meinen dann erst von meinem Vater

Als ich in Heidelberg Jura studierte gab es
Die Fraktion Siegelringträger mit den meist
Grünen Wachsjacken dazu zu denen du 
Nur durch hohe Geburt gehörtest oder nie

Gehörte nie zu einer Fraktion noch war ich
In den einschlägigen Corps oder sonst
Einer schlagenden Verbindung je aktiv
War immer Beobachter daneben eher

Die Zeit in der SPD scheint mir eher ein
Ausrutscher im falschen Milieu gewesen
Bin aus familiärer Tradition genau nicht
Parteilich gebunden sondern stehe lieber

Daneben und beobachte statt mich zu
Binden im konventionellen Kontext auch
Freimaurer blieb ich nicht lebenslänglich 
Bin in keinem einzigen Verein Mitglied

Damit aber real ganz anders als die
Familie die in Vereinen engagiert auch
Der Studentenverbindung treu blieben
Schaue ich auf Tonys Leben von hier 

jens tuengerthal 12.9.25

Donnerstag, 11. September 2025

Neinielewen

Neinielewen

Sollten wir still all denen gedenken
Die am 11. September 2001 Opfer
Der islamistischen Terroristen wurden
Oder lieber denen der Kriege infolge 

Ein Vielfaches an Menschen opferten
Die an Blutrache noch glaubenden USA 
Auf dem Altar ihrer Selbstgerechtigkeit
Danach in der ganzen islamischen Welt 

Sie potenzierten mit ihrer imperialistischen
Rache noch den Hass der Menschen die
Vorher schon dem Islamismus zuneigten
Machten die ganze Welt unsicherer

In dieser Welt voller Angst und Hass dann
Konnte ein Hassprediger zum Präsidenten
Gewählt werden der nicht als Unfrieden 
Gebracht von Haas und Bestechung lebt

Die Welt war nach diesem Tag der genau
Zwei Monate und acht Tage vor der
Geburt meiner Tochter lag eine andere
Ohne zu ahnen was auf uns zukommt

Hätte ich in die Welt danach noch ein
Kind setzen wollen für meine Tochter
War es ja schon zu spät es sich lieber
Anders zu überlegen was gut so war

Die Welt wurde reicher durch unsere
Tochter was vermutlich nur zum aller
Geringsten Teil mein Verdienst ist aber
Nicht weniger dankbar als Papi macht

An jenem 11. September 2001 war sie
Noch nicht geschlüpft und fuhr dafür
Im Bauch der Mutter im Zug nach Berlin
Ein Tag der uns alle verunsicherte

Keines der Kriegsziele wurde erreicht
Dafür viele Menschen getötet sicher ein
Vielfaches lange der alten imperialistischen
Großmacht ohne Verantwortung USA 

Es ging nicht Auge um Auge oder gar 
Zahm um Zahn sondern für jeden der
Toten in Amerika starben Tausende in
Der zerrissenen arabischen Welt

Irak Syrien Gaza Afghanistan sind auch
Folge des alten Konflikts mit den Mullahs
Im früheren Persien das sich islamistische
Republik heute noch besser nennen würde

Doch wo liegt der Fehler begraben der
Millionen von Menschen lieber einen völlig
Lächerlichen Aberglauben bejubeln lässt
Als die Freiheit und Gleichheit zu wählen

Warum hängen islamische Welt wie Afrika
Auch große Teile Asiens immer noch im
Mit der Aufklärung doch überwundenen
Aberglauben mit Sturheit noch weiter fest

Die Wut der Glaubenskrieger die einer
Höheren Wahrheit zu folgen meinen ist
Jener der konservativen revolutionäre
Ähnlich die gerade die USA regieren

Islamisten und religiöse Trumpisten sind
Der gleiche unfreie Sumpf den wir nun 
Dringend mit Freiheit überwinden sollten 
Der Oligarch Trump ist ein US Fanatiker

Genau aus diesem Sumpf gepaart mit
Traditionalisten wuchs der Hass der die
Welt immer unbewohnbarer macht wie 
Die USA in einen Bürgerkrieg stürzen

Es sieht nicht gut aus für die Welt nach
Dem 11. September 2001 und keiner hat
Ein Konzept zum Ewigen Frieden in der
Tasche das noch irgend Hoffnung machte

Denke es betrachte die Welt wie meinen
Natürlichen körperlichen Verfall und denke 
Es ist gut wenn es ein Ende hat denn wer
Das Paradies so ruiniert sollte gehen

Vielleicht kann dann die Natur ohne uns
Den Planeten besser wieder beleben die
Menschheit nach dem 11. September ist
Kaum ein großer Verlust mehr zu nennen

jens tuengerthal 11.9.25