Mittwoch, 3. September 2025

Dienstag, 2. September 2025

Liebesschönheit

Liebesschönheit

Habe die schönste Liebesgeschichte
Gerade von einer ganz wunderbaren
Frau erzählt bekommen und natürlich
Ist es auch die traurigste Liebesgeschichte 

Sie kannten sich schon lange waren 
Viele Wege zusammen gegangen und
Hatten eine wunderbare Tochter waren
Gefühlt das glücklichste Paar der Welt

Er kannte und verstand sie ganz war
Immer da wenn sie ihn voller Zweifel
Gerade am nötigsten brauchte dazu
Geduldig und liebevoll es war perfekt

So perfekt wie eine Liebe nur sein kann
Voller Gefühl erzählte sie mir von ihren
Erinnerungen an die gemeinsame Zeit
Doch dann bekam ihr Mann Krebs

Es gab keine Chance auf Heilung mehr
Sie pflegte ihn Zuhause in LA und er
Wurde immer weniger als es keinen
Ausweg mehr gab sagte er zu ihr

Wenn ich eines Tages gehen muss
Versprich mir gut zu leben und das
Was war weiter zu tragen damit es
Dir gut geht wie es nur gehen kann

An seinem letzten Tag küsste er sie
Schlief dann friedlich mit einem Lächeln
Dankbar für ihre Liebe was ich verstehe
Einfach ein und behielt dies Lächeln

So hat ihn der Gedanke an die Liebe
Die er leben durfte allem Schmerz
Wie allem Leid zum Trotz lächelnd
Friedlich für immer gehen lassen

Eine Liebe die den Tumortod der dich
Grausam schmerzvoll ersticken lässt 
Lächelnd ertragen lässt ist wohl die aller
Größte und schönste Liebesgeschichte

Wer immer sie ist und wie sie damit
Leben kann bin ich dankbar diese 
Schönste Liebesgeschichte gelesen
Zu haben und wer weiß wie sie endet

jens tuengerthal 2.9.25

Geschichtsbewusstsein

Geschichtsbewusstsein

Vom Geschichtsbewusstsein oder ob
Haltung und Wissen zur Geschichte
Die Zukunft mehr bestimmt als sich
Gerade Gegenwart vorstellen kann

Manche wollen gerne die Geschichte
Wie mit ihr die historisches Verantwortung
Lieber loswerden um sich wieder frei als
Dann stolze Nation aufführen zu können

Die Nation im allgemeinen wie dabei die
Deutsche im besonderen ist ein Kind der
Romantik also ähnlich unvernünftig wie
Jene Epoche ohne kritische Aufklärung

Sie hat keinen historischen Mehrwert als
Ein wankendes Wähnen welches sich
Darin besonders stark noch fühlt obwohl
Es nichts als schwankende Gestalten zeigt

Deutsche und Franzosen etwas teilen
Einen Kaiser mit Namen Karl den sie
Dazu noch ihren Großen nennen der
Deutsches römisches Reich begründete

Seine Erben teilten das Land unter sich auf 
Franken in ähnlicher Form den einen
Germanien den anderen warum manche
Auch erst Karls Nachfolger als den ersten

Wirklich deutschen König ehren wollen
Während Karl gerne als europäischer
Herrscher hochgehalten wird der aus
Der Region Aachen auch stammte

Jedenfalls herrschten seine Erben über
Das was Deutschland und Frankreich lang
In herzlicher Uneinigkeit war heute das
Herz Europas wie sein Motor wurde 

Das Bewusstsein gemeinsamer Wurzeln
Lässt Differenzen leichter überwinden als
Alle politischen Verträge erstaunlich genug
Wirkt Geschichte über Generationen noch

Die Hauptstadt Europas ist Brüssel was 
Zugleich die von Belgien ist das dabei
Aber eher völlig egal bleibt weil es mehr
In seiner historischen Rolle verbindet

Die einst österreichischen Niederlande
Welche durch die Ehe von Kaiser Max
Der Burgund erheiratete zum damit
Habsburgischen Erbteil erst wurden

Wurden noch auf Verfügung des Enkels
Von Kaiser Maximilian I. welcher Karl V.
In dessen Reich die Sonne nie unterging
War zum spanischen Erbteil dann

Manche Ehen und Erbfolgekriege später 
Wurde darum erneut gestritten was durch
Die Reformation schon sich halbiert hatte
So gab es protestantische und spanische

Niederlande aus denen dann heute die
Beiden EU Staaten Holland und Belgien
Wurden die teils gleiche Dialekte sprechen
Lange alte gemeinsame Wurzeln haben

Der kluge Erasmus von Rotterdam der bis
Heute ein angesehener Geist ist steht für 
Dies vorsichtige Sein im Zwischenraum
Der Europa erst einig stark machte 

Sich der gemeinsamen Geschichte noch
Bewusst zu sein macht es erst möglich
Europas Zentrum im Kontext zu verstehen
Der die Geschichte einer Kultur erzählt

jens tuengerthal 2.9.25

Liebesende

Liebesende

Liebe endet wo
Politik endlich beginnt
Moralisch zu sein

jens tuengerthal 2.9.25

Weltenrettung

Weltenrettung

Welt zu retten ist
Vergebene Liebesmüh
Untergang tut gut

jens tuengerthal 2.9.25

Klimawandel

Klimawandel

Klima wandelt sich
Zu allen Zeiten aber
Unsre ist menschlich

jens tuengerthal 

Lektürentagebuch 1.9.25

Lektürentagebuch 1.9.25

Die Einleitung zur Lust am Untergang
Von Friedrich Sieburg in der Thea Dorn
Den biografischen Hintergrund zum Autor
Erläutert mit Freude zu Ende gelesen

Erfahren wo der bürgerlich konservative
Sieburg während des Nationalsozialismus
Stand wie fremd ihm der Antisemitismus
Als Anschauung auch dabei immer blieb 

Das die Gerüchte zu seiner Mitgliedschaft
In der NSDAP immer solche blieben es
Nichtmal einen Nachweis zum Antrag gab
Wie seine nationale Anschauung war

Es bestätigt sich wie ähnlich sein eher
Gefühl dem von Thomas Mann in den
Betrachtungen eines Unpolitischen war
Doch schaffte er die Wende eher nie

Nach dem Krieg als dann Leiter des 
Literaturteils der FAZ war er zwar 
Liberaler aber in der Verklärung der 
Klassiker seiner alten Sicht treu 

Sich angesichts der leichtfertigen
Verklärung des Sozialismus durch
Viele Intellektuelle nach dem Krieg 
Auf bürgerliche Werte zu berufen

Galt in dieser Zeit schon als reaktionär
Thea Dorn war zu Sieburg gekommen
Als sie den Band Die Lust am Untergang
In der elterlichen Bibliothek entdeckte


Nach der Einleitung beginne ich noch
Mit den ersten Essay aus dem Band
Der Anderen Bibliothek in dem es im
Kapitel Die Kunst Deutscher zu sein

Mit Aus Liebe und Hass beginnt es
In der langsam Dunkelheit die alles
Im Ungewissen versinken lässt aber
Trost in erleuchteten Fenstern findet

Wie sich langsam eins nach dem 
Anderen erleuchtet auch seines so
Von Gemeinschaft derer im Licht
Erzählt vom Dunkelwerden der Welt

In dezent wichtigtuerischer Art wird
Von der Wüste wie von Asien erzählt
Über Opiumraucher und die Eskimos
Am Eisloch ganz vertraut geplaudert

Erinnert dieses ich bin auf der Welt
Zuhause was sich gerne selbst noch
Beweist wie toll es doch ist mich an
Die Gewohnheiten meiner Familie

Erfahre wen er zu dieser Abendstunde
Hasst und wen er besonders liebt was
Dieselben nach Laune sein können
Weil sie über das Menschsein grübeln 

Mehr als alle anderen es je täten
Nie müde werden alles zu hinterfragen
Weil ihnen nichts selbstverständlich sei
Sie nie die Mitte dezent halten können

Immer zuviel oder zuwenig sein der
Deutschen unbegrenzte Möglichkeiten 
Welche die Gleichung nie aufgehen lassen
Raunt er etwas unklar aus der Dunkelheit

Es ist tatsächlich ein ähnlicher Geist der
In bedeutungsschwangeren Andeutungen
Über das deutsche Wesen raunt wie bei
Thomas Mann in den Betrachtungen 

Mit dem Unterschied dass dieser darin
Den Ersten Weltkrieg verarbeitete es 
Danach mit Hinwendung zur Republik
Überwand zum Antifaschisten wurde

Während Sieburg dies erst nach dem
Krieg und nie ganz überzeugt gelang
Er immer etwas beleidigt blieb was die
Frage stellt warum ihn noch lesen

Gebe ihm noch die eine oder andere
Chance weil mir nicht fremd ist was er
Andeutet und womit der Autor ringt
Doch eher nur als zweiten Blick

Wer braucht rechte nationale Romantik
Im EU Deutschland noch wohin führt
Dieser Ungeist uns oder lässt er die
Sehnsucht mancher eher verstehen

Immerhin war Sieburg in Paris ein
Starker Fürsprecher von Helen Hessel 
Was für seinen freien Geist spricht doch 
Ersetzte seine dänische Geliebte sie

Es scheint dies hassen und lieben was
Sieburg dem deutschen Wesen zuschreibt
Konzentriert in seiner Person sichtbar
Vermutlich bleibt es mit ihm wechselhaft 

jens tuengerthal 1./2.9.25

Montag, 1. September 2025

Endlich

Endlich

Alles Leben ist
Glücklicherweise endlich
Letzte Sicherheit

jens tuengerthal 1.9.25

Lebenslust

Lebenslust

Lebenslust ist die
Bezahlte Illusion der
Konsumindustrie

jens tuengerthal 1.9.25

Liebeskraft

Liebeskraft

Allerstärkste Kraft
Bleibt immer Liebe darum
Bloße Illusion

jens tuengerthal 1.9.25

Lektürentagebuch 31.8.25

Lektürentagebuch 31.8.25

Beginne mit der 33. Erzählung aus dem
Papageienbuch wie der Kaufmann seinen
Siegelring zurückerhält den die Bauersfrau
Als Liebeslohn danach von ihm erhielt

Die Prinzessin suchte wieder den Rat des
Papagei ob sie es heute wagen könnte
Ihren Liebhaber zu besuchen der sagte
Wenn sie so klug wie der Kaufmann wäre

Darauf fragte sie wie immer den Vogel
Nach dieser Geschichte die dieser ihr
Auch bereitwillig seine Weisheit teilend
Gleich in der üblichen Art erzählte

Ein Kaufmann besuchte einst eine
Siedlung von Brahmanen und fragte
Den Bauer nach dem Preis des Weizen
Der ihn darauf einlud sein Gast zu sein

Morgen am Markt würde dann der Preis
Des Weizen entschieden so aß er mit
Am Tisch und sah die begierigen Blicke 
Der Bäuerin die offensichtlich schon lang

Der Befriedigung entbehrte wie hier ganz
Erstaunlich deutlich geschrieben wurde
Dazu wird noch ihre ausladende Figur
Mit Freude am Detail fein beschrieben

Ihr üppiges Gesäß ließ sie daran noch
Schwerer tragen und es wogte über die 
Bank auf der sie saß zwischen ihren auch
Großen Brüsten verschwand eine Perle

Sie reizte ihn sehr und er spürte ganz
Deutlich wie gegenseitig diese Lust war
Dennoch bot er ihr seinen mit edlem Stein
Geschmückten Siegelring als Liebeslohn 

Sie auf die Lust so begierig wie auf den
Ring des Kaufmann sagte sofort zu und
Gab sich ihm bis zum Morgen gleich
Mehrfach hin voller Lust dabei beide

Am nächsten Tag bereute der Kaufmann
Das schlechte Geschäft mit der Gattin 
Des Bauern die ihn ohnehin gewollt hatte 
Nun überlegte er was er tun könnte

Dies fragt natürlich auch der Papagei
Wie in allen Geschichten die immer nach
Ähnlichem Muster konstruiert sind die
Natürlich wieder ratlose Prinzessin 

Der Kaufmann ging zum Markt um
Dort vom Bauern den Weizen zu kaufen
Wie dessen Preis zu erfahren worauf
Er sagt er würde ja gerne bei ihm kaufen

Aber die Bäuerin hätte gestern schon
Gegen seinen kostbaren Ring alles
An ihn verkauft worauf sich der Bauer 
Erwartungsgemäß über sie empörte 

Solange er im Haus sei habe seine
Frau keine Geschäfte zu machen und
Noch viel weniger über seinen Kopf weg
Und schickt den Sohn den Ring holen

Enthalte mich zur Moral der Geschichte
Ob hier jemand betrogen wurde oder
Alle nur bekamen was sie verdienten
Damit am Ende befriedigt sein könnten

Sofern beide die Lust genießen scheint
Die Hergabe für Hingabe die letztere zur
Prostitution macht eher unangemessen
Andererseits sollten Versprechen binden

Ist es wünschenswerter die Lust aus der
Prostitution zu befreien oder bindet ein
Versprechen unabhängig von der Wirkung
Wurde der Bauer so doppelt betrogen


Bei Buddenbrooks die diesen Sommer
Nicht an die See fahren aufgrund der
Geschäftlichen Zwänge und der noch
Unklaren Situation mit Tony sitzt diese

Mit einem Roman Landschaftszimmer
Als Anton der Diener ihr eine Karte bringt
Doch bevor sie diese ganz entziffert hat
Steht schon Herr Grünlich im Zimmer

Er sucht das direkte Gespräch mit Tony
Spricht von der Hoffnung die ihm der
Brief ihres Vaters gemacht hatte ob er
Nun endlich ihr Ja-Wort bekomme

Er wäre nach Erhalt des Briefes sofort
Hierher gereist um Gewissheit über ihre
Gemeinsame Zukunft zu bekommen doch
Tony wehrt das ihr absurde Ansinnen ab 

Sie will sich verabschieden doch noch
Auf dem Weg zur Tür stellt sich ihr der
Aufgewühlte Grünlich entgegen und kniet 
Vor ihr nieder ob sie ihm wirklich hiermit

Endgültig ablehnen und damit vernichten
Wolle fragt er wie in einem Roman dabei
Vor ihr kniend er hätte sich doch sofort
Beim ersten Besuch unsterblich verliebt

Ihre Absage wäre sein Tod spricht der
Geschickte Betrüger hier ausnahmsweise
Mal die Wahrheit was noch keiner ahnt
Der nur bis hierhin alles gelesen hat

So fragt Grünlich sie ob sie seinen Tod
Wolle und die völlig schockierte Tony
Sagt schon weinend dabei nein nein
Natürlich wolle sie ihn nicht vernichten

Er solle sich doch bitte wieder beruhigen
Aus diesen Worten schöpft er Hoffnung 
Und sagt dies auch um sich gleich
Wieder ganz höflich zu verabschieden 

Zurück bleibt eine völlig verwirrte Tony
Die ihr tränennasses Taschentuch in den
Herabhängend Händen hält nicht weiß
Was ihr soeben geschah und was sie will 

Sehr schön bereitet hier Thomas Mann
Das spätere Drama um Grünlich vor
Dessen Worte vom Tod einen ganz
Realen finanziellen Hintergrund haben

Wird die Liebe durch große Dramen 
Glaubwürdiger oder entrücken diese
Uns nur mehr vernünftiger Realität
Welches Gefühl schafft mehr Ewigkeit


In Joseph und seine Brüder beginnen
Die regelmäßigen Gespräche zwischen
Mut und Joseph der versucht sie in die
Wirtschaft des Hauses einzuführen

Dies tut er ganz sachlich und rein
Ökonomisch um so ihre Glut durch
Sachliche Fragen zu beruhigen was
Langsam zu funktionieren scheint

Dabei sind immer ihre beiden Zofen
Wie zwei Schreiber von ihm anwesend
Damit sie bloß nie alleine wären es keine
Irgend bedenkliche Situation geben kann

Mut hatte sich in ihrem emotionalen Kampf
Immer weiter in die Rolle gefunden die er
Ihr gab genoss es aus weiblichem Gefühl
So zu wissen was der Geliebte allein tut

Er dagegen versuchte männlich sachlich
Über Themen des Haushalts all ihre
Gespräche nüchtern ohne zuviel an 
Gefühl zu halten bei der Sache zu bleiben

Während Joseph mit seiner Methode
Nur über Fragen der Wirtschaft zu reden
Hoffte der Gefahr ihrer Zuneigung zu
Entkommen gefiel dies Dudu nicht

Der intrigante Hofzwerg der gerne den
Posten Josephs hätte oder ihn los wäre
Streute ständig Gerüchte zwischen ihnen
Beiden um das Drama zu beschleunigen

Ihr erzählte er Joseph wollte so gerne
Auch privates mit ihr bereden während
Er Joseph zu sagen versuchte Mut wollte 
Gern mehr von seinem Leben hören

Dies jedoch verbat sich Joseph streng
Ihr Verhältnis sei rein sachlich und er 
Wünsche keine Ratschläge dazu womit
Dudus Intrige zu scheitern droht

Hier nun kam noch ein Absatz zu den
Gedanken von Mut dabei die glücklich
War so mehr von seinem Leben noch
Erfahren zu können was sie beruhigte

Tatsächlich nahm ihr die Beschäftigung 
Mit seiner sachlichen Welt auch ihre
Natürliche weibliche Eifersucht auf
Diesen ihr sonst so fremden Bereich

Sie dachte daran dass die Beschäftigung
Mit dem was er tut wenn sie ihn nicht sah
Ihn ihr auch dann gefühlt nahe brachte 
Womit die Sache Gemeinsamkeit stärkte

Er hoffte durch die sachlichen Themen
Den Kontakt vom Gefühl zu befreien
Sich so aus der Falle zu befreien 
Die Dudu ihm zu stellen versucht

Besonders spannend an diesem kleinen
Ausschnitt aus Joseph und seine Brüder 
Ist die Betrachtung der unterschiedlichen
Wahrnehmung zwischen Geschlechtern

Auch wenn ich die Männer Frauen These
Für sehr gewagt halte eher denke es liegt
An der Rolle die wir in einer Begegnung
Gerade spielen ist der Gedanke spannend

Es erinnert wieder an die These von
John Gray dass Männer vom Mars
Frauen dagegen von der Venus kommen 
Die Wahrnehmung völlig verschieden ist

Was eine Seite zur Neutralisierung sagt
Erhöht für die andere emotionale Nähe
Dennoch finden wir uns manchmal und
Glauben dann uns ganz nah zu sein

Ist dieser Glaube dem wir dann auch
Zu gerne durch körperliche Vereinigung
Lustvoll Ausdruck geben eine Illusion
Oder als emotionale Wirklichkeit real

Hier spielen noch die entgegengesetzten
Absichten beider Seiten eine Rolle doch 
Gäbe es etwas das die Katastrophe
Noch besser verhindern können

Können wir uns in Fragen der Liebe je
Nüchtern und vernünftig begegnen oder
Belegt dies nur die emotionale Erledigung 
Der für die Ewigkeit geglaubten Gefühle

Der bekannte biblische Verlauf der alten
Geschichte belegt das Scheitern der
Versuche emotionale Fragen vernünftig
Lösen zu wollen nur was bleibt uns

jens tuengerthal 1.9.25

Sonntag, 31. August 2025

Museumsliebesnacht

Museumsliebesnacht

Gestern Nacht war lange Nacht
Der Museen in Berlin zum Thema
Liebe und ich durfte diese in schöner
Gesellschaft einer Nachbarin erleben

Es wurde eine Weltreise wie zugleich
Eine Zeitreise und zumindest ganz
Theoretisch eine in das endlose Reich
Der Liebe als Beobachter im Museum

Beginnend an der Museumsinsel wo
DJs die Arkaden im Wandelgang mit
Schall und Licht bespielten wurde alles
Erstmal aus dem Liegestuhl betrachtet

Den gedachten Besuch in der von mir
So geliebten Alten Nationalgalerie ließen 
Wir lieber ausfallen angesichts einer
Gefühlt kilometerlangen Schlange dort

Als Museumskarteninhaber können wir
Das auch mit weniger Andrang immer
Nachholen ohne stundenlanges dafür
Anstehen mit immerhin Musik dazu

Auch Neues Museum und Altes Museum
Sparten wir uns und leider auch noch die 
Currywurst welche die Nachbarn gerne
Gehabt hätte zu ihr kamen wir nicht mehr

Dafür begannen wir eine Weltreise die
Eine Zeitreise zugleich wurde im genau 
Gegenüber gelegenen Humboldt Forum
Hinter der aufgebauten Schlossfassade

Es ist dort groß genug alle Besucher in
Den wunderbar weiten Räumen noch
Ohne lange Schlange aufzunehmen was
Einen Besuch noch verlockender machte

Wir begannen mit dem Berliner Museum
Das ein wenig Geschichte der geteilten 
Stadt und noch mehr Pädagogik brachte
Die uns sagte wie wir alles finden sollen

Dabei blieben wir weniger lang stehen
Saßen dafür länger vor dem herrlichen
Panoptikum in dem sich historische Bilder
Aus Berlin dem Reich und der Welt drehten

Das ging erstaunlich vielen genauso was
Die Frage aufwirft ob Museumsbesucher
Am Ende zu der seltenen Spezies der auch
Selbständig denkenden Menschen gehören

Sollte dem tatsächlich so sein fragt sich
Wem die gut gemeinte Belehrung dient
Vielleicht soll sie auch nur Raum füllen
Davon gibt es ja genug im Stadtschloss

Ein wunderbarer Hochgenuss dagegen
War der Besuch der ethnologischen 
Sammlungen die etwas weniger dabei
Den Betrachter moralisch belehrten

Natürlich wird auch dort ans Gewissen
Appelliert die koloniale Verantwortung
Nicht zu vergessen aber zumindest
Etwas weniger aufdringlich ständig

Es gibt eine koloniale Schuld und sich
Dieser zu stellen ist richtig und gut aber
Dafür würde ein Raum völlig genügen
Die kulturelle Weltreise nicht stören 

Aber vielleicht brauchen ja auch manche
Besucher die ständige Wiederholung 
Damit sie irgendwas mitnehmen finde
Das eher etwas zuviel und schade 

Davon abgesehen sind die Objekte der
Sammlung ganz wunderbar und lassen
Kulturell durch Raum und Zeit reisen 
Was großes Glück genug schon ist 

Nach mehreren Etagen dieser Reise
Durch Raum und Zeit auch wenn wir
Eher in Blicken vorüber flogen wurde 
Beschlossen die 3. Etage zu verschieben 

Stattdessen ging es nun noch durch das
Nikolaiviertel zum Ephraims Palais das
Vielfältig zum Thema Liebe auch wie mit
Der ständigen Sammlung bespaßt wurde 

Bevor wir dort ankamen nahmen wir noch
Die an der Museumsnacht auch beteiligte
Nikolai Kirche mit die zur Stadtgeschichte Berlins einführte eben wirklich alt ist

Das Ephraims Palais war schön brachte 
Interessante Fotos auch aus Berliner
Stadtgeschichte und Teilung was dazu
Pädagogisch wertvoll aufgearbeitet war 

Die Pädagogik ignorierend dafür die
Fotos dort honorierend war es wieder
Eine Stippvisite die neugierig machte
Lust auf ruhigen Besuch bringen kann

Nach Weltreise und Berlinreise bereits
Etwas erschöpft pausieren wir kurz noch
In einem der Liegestühle dort was wir
Vom riesigen Angebot noch wollten 

Vieles war reizvoll auch andernorts
Aber lange Busfahrten dagegen nervig
So entschieden wir uns in Mitte zu bleiben
Was alles zu Fuß gut erreichbar war

Inzwischen war bereits Mitternacht längst
Erreicht vor der Alten Münze einem Club
Wie ich dabei erfuhr stand eine völlig
Unbewegliche Schlange zu lange wann

Auf dem Weg zum DHM besuchten wir 
Vorher noch das ganz zauberhafte im
Biedermeier gehaltene Knoblauchhaus
Was bürgerliche Berliner Geschichte zeigt

Diese ist zu einem großen Teil auch jüdisch
Hatte mit den Salons einen ganz wichtigen
Einfluss auf das geistige Leben Berlins was
Dort sehr schön dezent uns gezeigt wird 

Das Museum Knoblauchhaus zeigt so eine
Wunderbare Rekonstruktion die Zeit dabei
Für die Betrachter fühlbar macht belehrt
Wie informiert ohne ständigen Zeigefinger

Begeistert angeregt und guter Stimmung
Liefen auch die teils noch sehr jungen
Besucher durch das Haus und unterhielten
Sich dabei auch über kritische Fragen

Es scheint als könnte die eher indirekte 
Pädagogik wirkungsvoller sein als der
Ständig erhobener Zeigefinger der nur 
Viele Menschen eher aggressiv macht

Nächstes Ziel war das DHM dessen
Haupthaus leider verschlossen war
Worauf wir die Straße überquerten
Zum Palais Populaire zu kommen 

Bevor wir die Kunstsammlung der 
Deutschen Bank dort betrachteten
Genossen wir noch einen Wein in
Den dort Liegestühlen während

Zwei DJs die Tanzfläche unter freiem
Himmel bespaßten was sehr gut war
Die Nachbarin im Nachtleben Berlins
Erfahrener als der Flaneur fand es gut

Meinte sogar dieser Ort sollte doch
Jedes Wochenende als Party Location
Genutzt werden weil es niemanden störte
Tanzen unter Sternen vor dem Palais

Vielleicht ist die Doppelnutzung solch 
Historischer Orte eine tolle Idee um auch
Dem Nachtleben Berlins noch eine gute
Zukunft bieten zu können auf Dauer

Tagsüber Touristen und Museum
Dafür nachts Party und Tanzfläche 
Wäre Unter den Linden wieder attraktiver
Nicht nur ein halb totes Museum

Der immer auf der Suche nach neuen
Orten befindlichen Szene Berlins würde
Ein neues Universum geöffnet und die
Zentrale Meile wäre nicht nachts tot 

Mit diesen tanzenden Gedanken ging es
In das Palais wo es nur noch um nun
Bereits halb 2 Uhr Video Installationen
Im Untergeschoss zu sehen gab 

Der Raum war mit Liegesäcken gefüllt
Besucher machten es sich gemütlich
Betrachteten an gegenüber liegende
Wände gebeamte Videos dort 

Einzelne waren bereits erschöpft dort
Eingeschlafen andere kuschelten ganz 
Verliebt manche wie wir betrachteten nur 
Neugierig Videos zum Thema Tanz

Will jetzt nichts dazu sagen warum ich
Video Installationen nicht mag wie auch
Bewegte Bilder eher anstrengend finde
Sondern lieber beschreiben was war

Als wir kamen lief ein Video von
Chinesinnen die auf Dächern einer
Großstadt mit Hula Hoop Reifen tanzten 
Was angeblich den Beckenboden stärkt

Dann kam auf der anderen Seite also
Genau Gegenüber ein Video über eine
Junge Engländerin die ihren Weg zum
Sex als Befreiung mit 14 feierte 

Über die Männer erzählte die sie dabei
Benutzten und wie sie sich schließlich
Durch den Tanz vom Sex befreite was
Die pädagogische Schlusssequenz blieb

 Das dritte Video zeigte einen Tänzer
Vor weißer Fläche der zu guter Musik
Auf französisch von Istanbul sang was
Eingängig und gut war nur etwas lang

Der danach Film über den Veitstanz mit
Nervig schnurrender Geräuschkulisse 
Machte uns nach fünf Minuten auch 
Liegend wahnsinnig genug zu gehen

Dann wollten wir eigentlich gerne noch
Unter den Arkaden tanzen aber als wir
Dort kurz nach zwei eintrafen war bereits
Alles dunkel und die Party schon zu Ende

War eine schöne Nacht der Liebe dabei
Gefühlt viel zu wenig gesehen doch das
Dafür intensiv auf Weltreise und Zeitreise 
Genossen war es eine schöne Nacht

Am tiefsten berührte mich dass Museum
Im Knoblauchhaus das ist was es ist in
Der Schönheit des Biedermeier glänzt
Tiefen kulturellen Kontext zeigt

Den Purzelbaum auf dem Bahnsteig zur
Straßenbahn rennend hätte ich mir auch
Sparen können aber ist nun auch Teil der
Langen Museumsliebesnacht mit Beule

jens tuengerthal 31.8.25