Samstag, 27. Juli 2024

Olympiaparadox

Olympiaparadox

Olympia soll
Frieden durch Wettkampf bringen
Ein Paradoxon

jens tuengerthal 27.7.24

Liebeszauber

Liebeszauber

Liebe kann zaubern
Auch wenn es eigentlich
Gar keinen Zauber gibt
Hat sie magische Wirkung

Manchmal ist es schon
Der erste Kuss und das
Wunder nimmt seinen Lauf
Bis es wieder verschwindet

Dann kommt es langsam
Zeigt erst nach Monaten
Seine gewachsene Schönheit
In vollkommener Blüte dann

Doch wie bezaubernd ist es
Wenn was schon verschwand
Unerwartet wiederkommt um
Zu bleiben was es noch nie war

Sein oder nichtsein der Liebe
Ist nicht messbar nur fühlbar
Staune wie sie alles verzaubert
Eine eigene Welt sich schafft

Was immer wird oder ist genügt
Es wenn sie ist was sie ist um
Mit dem Gefühl glücklich zu sein
Darin alles gefunden zu haben

Dankbar für ein Herz voller Liebe
Was ich als Kind schon bekam
Verschenke ich es zu gerne für
Momente geteilten Glücks

Wer diesen Zauber teilt hat
Sei es so lang wie es will den
Größten Schatz im Leben der
Einander die Welt verzaubert

jens tuengerthal 27.7.24

Freitagsriesling

Freitagsriesling

Auf einen Riesling zum Crossroads
Die Woche gut ausklingen lassen
In ruhiger Atmosphäre zu dichten
War der Plan der sich änderte

Bis auf den letzten Platz war es
Diesmal voll hier so suchte ich erst
Einen Platz und setzte mich zu
Zwei Herren am Tisch dazu

Dann fand sich doch ein einzelner
Tisch ganz für mich mit direktem
Blick auf die Pappelallee doch
Kaum begann ich zu schreiben

Kam eine alte Freundin vorbei
Setzte sich zu mir und wir plauderten
Das Schreiben musste noch bis
Fast Mitternacht warten 

Nun in Ruhe lauscht und beobachtet
Der Flaneur was um ihn herum
Passiert und wie sich hier die
Menschen umeinander bemühen

Am Nachbartisch redet eine sehr
Attraktive Osteuropäerin auf
Englisch auf ihren Tischnachbarn ein
Der meist lieber nur ihr zuhört

Sie trägt ein langes schwarzes Kleid
Ohne Arme und ihre blonden Haare
Offen dazu am linken Oberarm ein
Dezent elegantes Tattoo während

Er mit Brille Vollbart und kurzer Hose
Knabenhaft langweilig wirkt redet sie
Ohne Pause und deutlich lauter als er
Bis sie ihn bittet neben sie zu kommen

Dann redet sie noch schneller auf
Englisch von Belanglosigkeiten das
Ihm vermutlich bald die Ohren vom
Ewigen Zuhören abfallen werden

Zumindest ist sie dabei ein sexy
Anblick was als Genuss genügt
In manchen Fällen und bin froh
Hier in Ruhe für mich zu sitzen

Ruhig dagegen unterhält sich das
Paar am Tisch auf der anderen Seite
Sie mit grünen langen Locken
Er mit Glatze und Vollbart

Beide reichlich beringt überall
Haben genug Format aber
Ruhen dafür angenehm in sich
Kein verzaubernder Anblick wohl

Dafür ist ihr Mops sehr freundlich
Und im Gegensatz zum Frauchen
Außergewöhnlich schlank was
Die Hundetheorie lustig bestätigt

Doch sehr viel angenehmere
Nachbarn als die ständig bemühte
Blondine die auch gestisch voll
Um Aufmerksamkeit kämpft

Es ist spannend so dazwischen
Sitzen zu können und zu spüren
Welche Stimmung Menschen so
Um sich verbreiten und was bleibt

jens tuengerthal 27.7.24

Freitag, 26. Juli 2024

Lektürentagebuch 26/7/24

Lektürentagebuch 26/7/24

Begonnen habe ich die Lesereise heute
Mit Betrachtungen der Liebe nach
John Gray demgemäß Männer anders
Sind und Frauen auch also einer inneren

Reise die aber noch weiterführt insofern
Gray davon ausgeht dass Männer vom
Mars und Frauen von der Venus kommen
Wir uns natürlich nicht verstehen können

Doch ist dies Eingeständnis der völligen
Unmöglichkeit der Schlüssel für einen
Besseren und leichteren Umgang wenn
Wir in Beziehung zueinander treten

Sich so als Außerirdische zu begegnen
Macht vieles im Miteinander leichter denn
Auch wenn wir uns nie verstehen können
Wissen wir zumindest warum und suchen

Lieber Wege zu einem Umgang der das
Unverständnis füreinander berücksichtigt
Dazu berichtete Gray heute von einem
Punkteverständnis im Beziehungsgeschäft

Wie unterschiedlich Männer und Frauen
Je Punkte für Anerkennung vergeben was
Umgekehrt als Abzug gilt und wie wir uns
Damit leichter Anerkennung verdienen

Zugegeben fand ich diesen Businessaspekt
In Fragen der Liebe zunächst eher absurd
Soll die Liebe doch bedingungslos sein
Aber es geht ihm ja um Beziehungen

Was bedeutet das miteinander dann so
Zu organisieren dass wir nicht gleich die
Liebe wieder leichtfertig zerstören was
Typischerweise zu oft schnell passiert

Dazu sind auch die Hinweise mit der je
Unterschiedlichen Sicht der Bewertung
Von Leistungen für die Liebe wichtig um
Zu verstehen worauf es uns ankommt

Während Männer als Marsianer gerne
Meinen eine große Leistung zähle viel
Mehr als viele kleine bewerten Frauen
Eher jede Leistung für die Liebe gleich

Wer hier viele kleine Dinge tut kann so
Mehr für die Beziehung erreichen als
Mit einer großen Sache die auch nur
Egal wie teuer einen Punkt Bonus gibt

Es scheint absurd so die Liebe als ein
Schlichtes Rechenmodell oder Geschäft
Zu behandeln doch entspricht es sehr
Unserem Gerechtigkeitsempfinden

Sich dabei auf unterschiedliche Sichten
Einlassen um so zu tun was der anderen
Wertvoll erscheint könnte auch emotional
Lohnender für alle Beteiligten noch sein

Am Ende wollen wir alle geliebt werden
Sehnen uns nach Zuwendung wie der
Diese zeigenden Anerkennung warum
Dies nicht so tun dass es auch lohnt

Von der Reise in die Untiefen der Liebe
Ging es auf Gartenreise genauer zur
“Reise um meinen Garten” dem Buch der
Anderen Bibliothek von Alphonse Karr

Im heutigen Brief denn das Buch besteht
Aus Briefen an den reisenden Freund was
Er der einfach da bleibt in seinem Garten
Erlebt geht es um zwei Gartengewächse

Der gelbe Beifuß oder das Sängerkraut
Wie der gelbe Knoblauch und die Wirkung
Die ihnen mehr oder weniger magisch
Seit Generationen zugesprochen wird

Das gelb blühende Sängerkraut wird im
Tee aufgegossen als heilsam für die Stimme
Gesehen was schon der Name nahelegte
Jedoch erklärt der Autor den Lesern

Die reale Wirkung dieses Krauts auf die
Stimme sei nicht größer als die jedes
Beliebigen Tees der in großen Mengen
Getrunken fraglos der Stimme gut tut

Ob dies eine Fragestellung eher für
Homöopathen oder Heilpraktiker ist
Sei hier dahingestellt zumindest die
Wirkung scheint hier ähnlich zu sein

Jenseits dieser sagenhaften Wirkung
Steht die des gelben Knoblauch der
Einmal im Garten gepflanzt nachhaltig
Vor jeder Verfluchung uns schützen soll

Dafür bringt Karr mit feiner Ironie viele
Beispiele wie den 13. Gast die Katze
Welche von der falschen Seite kommt
Die Wirkung sonstiger Unglückstage

Vor all diesen Schrecken schützt das
Gelbe Zwiebelkraut nachhaltig womit
Es ein Aberglaube ist der vor dem
Aberglauben uns sicher schützen soll

Was nun ganz logisch auch seine
Richtigkeit haben muss warum der
Gang durch den Garten ihm wieder
Den besten Schutz im Leben gewährt

Von der Reise zum eher sagenhaften
Aberglauben machte ich mich sodann
“Auf die Reise ins Paradies” mit dem
Ehepaar Gondela aus Bremen die

Eine Wanderung von Dresden nach
Tharandt als Höhepunkt ihrer Reise
Geplant haben und diesen Ausflug
Wieder mit feiner Ironie beschreiben

Vom Erstaunen der andere Gäste
Die natürlich mit Kutschen anreisen
Wie deren plötzlicher Neugier als
Sie erfahren wer Gondelas sind

Die sie als Wanderer zunächst nur
Für Musikanten oder Handwerker
Hielten nicht für gebildete Bürger
Die ihrer Klasse so entsprächen

Begeisternd die Naturberschreibungen
Von Wald Bergen und Ausblicken auch
Das Wetter bot am Ende das volle
Programm des möglichen noch

Der wunderbar ironische Blick des
Paares das abwechselnd schreibt
Wie seine Reise um 1803 machte
Lässt durch Zeit und Land reisen

Weit gen Westen ging es nun beim
Nächsten Band zu Walt Whitman der
In “Besondere Tage” die Schlacht am
Bull Run am 22. Juli 1861 beschreibt

Vor allem beschreibt er zunächst die
Rückkehr der Soldaten nach verlorener
Schlacht nach Washington wie deren
Stimmung die mehr als getrübt war

Das Zerbrechen der Union droht hier
Der Süden ist Sieger einige meinen
Dieser Krieg sei bereits vorbei was
Hätten die Südstaatler nachgesetzt

Wohl der Fall gewesen wäre doch
Taten sie weder dies noch siegte
Der sklavenhaltende Süden denn
Es ging noch vier Jahre weiter

Schön aber ist wie Whitman dies
Stimmungsbild in der Stadt nach
Der Niederlage zeigt und beschreibt
Wie sich einige unverhohlen freuten

Überzeugt von ihrer Überlegenheit
Waren sie in die Schlacht gezogen
Der guten Sache wegen wie auch
Sicher sehr schnell zu gewinnen

Dies war wie in so vielen Kriegen
Eine Täuschung wie wohl auch die
Niederlage ihren Grund eher in
Einem falschen Gerücht hatte

Whitmans auch parteiischer Blick
Auf den Krieg und sein Erleben der
Ereignisse macht den Bürgerkrieg
Der die USA lange spaltete lebendig

Gerade in Zeiten in denen ein Trump
Auf Polarisierung und Diktatur setzt
Was fast nach Sklaverei schon klingt
Sind diese Erinnerungen so wichtig

Weit nach Persien wie in eine Höhe
Von 1500 Metern führt Robert Byron
In Der Weg nach Oxiana den Leser
Wo der Archäologe sich offenbart

Er wird zum Höhlenentdecker erzählt
Von Altären und abenteuerlichen dann
Abstiegen bei denen die Pferde auf
Ihrem Hintern herunterrutschen

Immer wieder schafft es der Nachfahre
Von Lord Byron in seinen Beschreibungen
Mit britischem Humor seine Erlebnisse
Noch zusätzlich zu würzen wie auch hier

Etwa die Unterhaltung der beiden Perser
Die sich fragen warum die britische Armee
Fotos von dieser Höhle braucht weil ein
Wissenschaftliches Interesse allein des

Empires wohl unvorstellbar scheint doch
Berichtet er über das Staunen der Europäer
Über die intensive Formensprache mit
Ganz eigener Bedeutung in Asien

Neugier auf die andere Kultur bei einem
Zugleich britisch humorvollen Blick macht
Byron so lesenswert und lohnend in den
Reiseberichten hier aus dem Jahr 1933

Was ereignete sich in diesem deutschen
Schicksalsjahr wie manche meinen die
An ein solches glauben an anderen Orten
Auf den fernen Höhen Persiens etwa

Wieder nach Deutschland nur eben vor
Im Jahre 1780 geht es auf die Reise mit
Johann Kaspar Riesbeck der kritisch klug
Die Briefe eines Reisenden Franzosen als

Tarnung seines Reiseberichts durch das
Deutschland vor der Revolution beschreibt 
Auch um so seine kritischen Anmerkungen
Einem Franzosen als Fremden zuzuschieben

Heute reiste ich mit Riesbeck auf einer
Bootsfahrt von Salzburg nach Passau
Wo er wunderbar ironisch beschreibt was
Er mit den Passagieren an Bord erlebt

Diese zunächst eine gemischte Gruppe
Von Pilgern die wie er es beschrieb viel
Dafür taten gute Gründe zu haben auch
Am Ziel ihres Pilgerweges die Heiligen

Wie die dortigen Beichtväter vermutlich
Um Verzeihung für fleischliche Sünden
Untereinander und miteinander zu bitten
Wäre ja auch schade umsonst zu pilgern

Nach dem diese nahe dem Wallfahrtsort
Aussteigen blieb ihm noch eine junge
Dame aus Salzburg die sich sehr um ihn
Bemühte mangels Alternative vor Ort

Diese war auf dem Weg nach Wien
Wo sie eine Stelle antreten wollte
Doch seien alleinige Reisen für junge
Damen ein gehöriger Anspruch noch

Nebenbei beschreibt er die Ansprüche
Österreichs auf Teile von Bayern den sie 
Gegen andere ferner gelegene tauschen
Wollten sehr zu ihrem Vorteil dabei

Riesbeck beschreibt die Rolle Friedrichs II.
In dieser Auseinandersetzung die als
Kartoffelkrieg bekannt wurde welcher 
Österreichs Pläne zunichte machte

Einerseits lobt er als Franzose
Den Einsatz Friedrichs für die bayerische
Freiheit und den Bestand ihres Landes
Gegen die kaiserliche Übermacht

Andererseits hält er den Anschluss
Bayerns an Österreich für besser für
Alle Beteiligten doch die Geschichte lief
Anders unter dem Diktat Napoleons

Ob Bayern besser bei Österreich wäre
Sie diesen näher sind als dem Rest ist
Gerade kein aktuelles Thema auch wenn
Die dortige Regierung es fraglich macht

Lasse diese Frage amüsiert dahinstehen
Fand die Lektüre Riesbecks wieder ganz
Wunderbar lohnend der in seiner Ironie
An die vorigen Reisen gut anschloss

jens tuengerthal 26.7.24








Verantwortungsflucht

Verantwortungsflucht

Vor Verantwortung
Fliehen heißt heute korrekt
Übernahme von

jens tuengerthal 26.7.24

Liebesflüchtig

Liebesflüchtig

Nach Liebe lieber
Fliehen liegt manchen näher
Als bedingungslos

jens tuengerthal 26.7.24


Migrationsflucht

Migrationsflucht

Früher Flüchtlinge
Heißen heute Migranten
Drohung statt Sorge

jens tuengerthal 26.7.24

Donnerstag, 25. Juli 2024

Lektürentagebuch 25/7/24

Lektürentagebuch 25/7/24

Heute dem französischen Geist
In der Literatur gewidmet ohne
Dabei an Olympia nur zu denken
Sondern um des Genusses wegen

Zuerst einige Seiten in la recherche
Als Sommerurlaub am Atlantik im
Fiktiven Ort Balbec der real Cabourg
Sehr ähnelt und was Proust da erlebt

Natürlich nur der Ich-Erzähler nicht
Marcel Proust selbst auch wenn die
Unterscheidung in manchem wohl
Im Erlebnis dahinstehen kann

Wunderbar fein schildert er wie die
Blüten junger Mädchenschönheit
Vor ihm erscheinen und wieder
Verwehen ohne dass er etwas tat

Wie bedauert er diese Eindrücke
Bei denen sich nur für Momente
Blicke treffen ob aus der Kutsche
Oder bei der Milchlieferantin im

Grand Hotel und wie gerne er
Was er natürlich nicht konnte
Seinen Idealen nah gekommen
Wäre den Traum zu bestätigen

Eine Ausrede aus der Kutsche
Zu springen fiel ihm zwar noch ein
Doch war sie auf dem Rückweg
Nicht mehr als Blüte am Feldrand

Vielleicht sagt er sich in dieser
Schwärmerei wären sie nah schon
Nicht mehr so vollkommen schön
Ihm erschienen wie im Augenblick

Doch trägt er diese ersten Eindrücke
Bezaubernder weiblicher Schönheit
Junger Mädchen nun in seinem dafür
So bereiten Herz und schmiedet Pläne

Wie kann er ihnen wieder begegnen
Was tun ihnen nah zu kommen den
Moment vollkommen zu nutzen bei
Ihr in schönster Erinnerung zu bleiben

So wie sie ihm noch vorschwebt als
Ideal von Natur und Schönheit dem
Alles angedichtet werden kann was
Realitäten nur traurig ernüchterten

Wie schön ist es für ihn noch diesen
Knabenträumen völlig unberührt von
Der Realität weiblicher Nähe weiter
Nachzuhängen was immer daraus wird

Wer je neben schnarchenden längst
Auch wechselwarmen Damen sich
Durch Nächte litt wird wehmütig nur
An solche Erinnerungen denken

Doch wie schön sind doch diese
Feinen Knabenmorgenblütenträume
Die Wunder überall entdecken wie
Aus der Ferne sie vergöttern können

Wie schön ist es doch manchmal
Sich die bald Ernüchterung noch
Zu ersparen und weiter zu träumen
Alle Frauen seien noch Engel

Ein wenig früher ins vorrevolutionäre
Frankreich ging es bei der nächsten
Lektüre in Die Welt der Enzyklopädie
Einem Band der Anderen Bibliothek

Dort werden einzelne Artikel zitiert
Wie die Worte von Zeitgenossen
Zu diesen Themen versetzt abgedruckt
Was Aufklärung und Gegenwart verbindet

Habe nach Laune darin geschmökert
Finde aber besonders zwei Artikel von
Diderot hier berichtenswert weil sie den
Freien Geist der radikalen Aufklärer zeigen

Der erste dieser beiden ist jener über den
Gesunden Menschenverstand war der
Autor Diderot ganz sachlich lexikalisch
Definiert wie erklärt um dann aber im

Abschluss deutlich zu machen für wie
Ungeeignet und relativ er den Ausdruck
Hält da wenn jemand Verstand als
Eigenschaft zugebilligt werde dieser

Als intelligenter gelten könnte während
Der gesunde Menschenverstand noch
Bestenfalls auf schwachen Durchschnitt
Hinweist der eigentlich nichts sagt

Die Verwendung dieser Ausdrücke mache
Eigentlich nur deutlich was derjenige der
Sie anderen zuschreibt von sich hält oder
Was von ihm geistig zu halten ist

Stimme Diderot dabei völlig zu finde den
Gesunden Menschenverstand noch dazu
Als einen rassistischen Ausdruck der eine
Diskriminierung schon in sich trägt

Vermeide diese Wortwahl immer weil sie
Nur der Diskriminierung von Kranken wie
Einer durchschnittlichen Abgrenzung dient
Niemals eine positive Identifikation wird

Wer diese Worte heute noch aus bloßer
Gewohnheit verwendet beweist damit nur
Dass es zu mehr als Durchschnitt bei
Verminderter Reflektion wohl nicht reicht

Diderot immer achtsam vor der Zensur
Mit der sich die Jesuiten auf sein Werk
Stürzen wollen sagte es höflicher aber
Doch erstaunlich deutlich dabei

Der andere Artikel dessen Lektüre hier
Berichtet werden soll war die Eifersucht
Dabei unterteilt in die moralische wie die
Emotionale Eifersucht von zwei Autoren

Jaucourt schreibt klug über die Moral
Die einen dazu treibt anderen ihren
Erfolg Ruhm oder Glück zu neiden
Wo Eifersucht und Neid Geschwister

Die nicht zu unterscheiden mehr sind
Außer dass es bei der Eifersucht auf
Gut der anderen immer um die Sorge
Das eigene zu verlieren zuerst geht

Sie herrscht auch zwischen Nationen
Was zum Ausbruch unheilvoller Gewalt
Führen kann die gern in Kriegen endet
Sie hat ihren Grund in der Rivalität

Der Artikel über die emotionale
Eifersucht stammt von Diderot der
Sie als argwöhnisches Verhalten
Beschreibt was Verlust der Liebe

Fürchtet die sie für sich behalten
Wollen warum sie bereits in den
Harmlosesten Handlungen direkte
Hinweise auf das Unglück sehen

Sie lässt in ständigem Argwohn
Leben und lässt andere Qualen
Erleiden warum diese grausame
Kleinliche Leidenschaft wie sie

Diderot bezeichnet bloß ein
Mangelndes Vertrauen zeige wie
Die Furcht vor der Überlegenheit
Anderer damit offenbart womit sie

Für gewöhnlich nur das Übel was
Sie fürchtet beschleunigen würde
Dennoch wären wenige frei davon
Vor allem sei sie Tollheit der Greise

Diese gestünden damit eigentlich nur
Ihre Unfähigkeit dem Grund dafür
Noch selbst Abhilfe zu schaffen was
Eine Offenbarung der Impotenz ist

Sie sei besonders verbreitet in den
Südlichen Ländern die auch das
Heiße Temperament ihre Frauen
Kennen und führte zu Grausamkeit

Diderot nennt hier geschnürte Füße
In China es könnte dabei auch die
Klitorektomie und Verschleierung als
Lächerliches Ritual ergänzt werden

Er schreibt hier sichtbar als Kenner
Des Leidens daran was er of von
Seiner Frau erleiden durfte ohne sich
Dabei darüber ganz zu erheben

Doch offenbart die kritische Distanz
Die Lächerlichkeit der nur religiös
Verklärten Rituale mit denen die
Eifersucht getarnt werden soll

Vielleicht macht dieser wunderbare
Artikel zur Eifersucht auch ein wenig
Verständlich warum das Kopftuch wie
Die Verhüllung ein Thema noch ist

Im laizistischen Frankreich ist die
Befreiung vom Glauben auch ein
Stück der eroberten Freiheit was
Der Toleranz Grenzen auch setzt

So schließt Diderot seinen Artikel
Zur Eifersucht mit den Worten dass
Diese in fast allen Ländern des Orient
Die Freiheit der Frauen opfere

Vielleicht ist diese darum meiner Natur
So fremd wie nichts sonst weil sie ein
Kontraproduktives Gefühl immer ist
Hätte sie einen Grund hat Liebe keinen

Liebe will als Gefühl bedingungslos gut
Eifersucht will etwas ganz für sich haben
Zerstört was sie bewahren möchte was
Mit ihr zu leben zur hohen Kunst macht

Bin vielfach schon vor ihr geflohen und
Finde sie eine Offenbarung menschlicher
Kleinheit der Liebe entgegengesetzt doch
Hindert das nicht an großen Gefühlen

Die Enzyklopädie des Diderot an der
Auch d’Alembert beteiligt war wie die
Freunde aus dem Salon Holbach wo
Auch Voltaire und Rousseaus schrieben

Ist ein vielfältiges Meisterwerk was den
Geist der radikalen Aufklärung spiegelt
Es gibt wenig was ich gerne besäße
Ein Original dieser wäre es bestimmt

jens tuengerthal 25.7.24

Verantwortungsglück

Verantwortungsglück

Verantwortung zu
Übernehmen ist ein Glück
Etwa beim Klima

jens tuengerthal 25.7.24

Trumpangst

Trumpangst

Kamala macht Trump
Größere Angst als alle
Eine kluge Frau

jens tuengerthal 25.7.24

Liebesangst

Liebesangst

Liebesangst tötet
Gerne Gefühle vorab
Nur zur Sicherheit

jens tuengerthal 25.7.24

Weltenretter

Weltenretter

Klimakleber sind
Weltenretter eher als
Alle Politik

Kleben wo Klima 
Leichtfertig fliegend zerstört
Machen aufmerksam

Helden der Zukunft
Bewahren die Gegenwart
Vor Klimakollaps

jens tuengerthal 25.7.24

Liebesgunst

Liebesgunst

Was schenkt die Gunst der Liebe
Ist sie dann günstiger zu haben
Oder ihre Gunst das kostbarste
Was Gefühle je erringen können

Ist die Gunst der Stunde nur eine
Zufällige Koinzidenz die zeitweise
Einen Zusammenhang schafft der
So schnell verfliegt wie er kam

Ist es günstiger bei einer einmal
Errungenen Gunst für immer zu
Bleiben um sich sicher zu sein
Oder ist das nur eine Illusion

Die Liebesgunst ist feminin sagt
Das Grimmsche Lexikon doch
Hoffen beide jeweils sie noch
Gewinnen zu können irgendwie

Die Gunst reimt sich auf Brunst
Was tierisch zugegeben klingt
Am Anfang weniger günstig ist
Für viele der Hauptzweck bleibt

Gunst wird uns gewährt dann
Stehen wir in der Gunst ohne
Zu wissen wie wir es verdienen
Besser zumindest bescheiden

Die Gunst wird als Zuwendung
Wie Hinwendung der Liebe die
Keine Gründe als sich braucht
Auch wenn sie gerne welche sucht

Freuen wir uns an der Liebesgunst
Die unerwartet gerne kommt doch
Vertrauen wir nicht auf ihr bleiben
Bemühen uns nur redlich darum

Ein wenig veraltet klingt es schon
Doch ist die Liebe ja unsterblich
Bis die nächste kommt oder geht
Weil es ja noch nie passte

Was zur Gunstgewährung dann
Passen muss ist ungewiss doch
Führt gewährte gern ineinander
Womit Gunst ein Schlüssel wäre

Aber natürlich geht es bei der
Großen Liebesgunst nur um das
Schönste Gefühl und nicht um Sex
Der nur ein Ausfluss desselben ist

Bevor es mit der Gunst am Ende
Komisch ironisch wird ist es besser
Die Verse im Ernst zu beenden die
Vielleicht Gunst nicht zu verspielen

jens tuengerthal 25.7.24

Historix 002

Historix 002

Familiennetze

Kultur entstand aus Familien
Ihre Netzwerke sind die Basis
Der kulturellen Entwicklung
Auf sie schauen erklärt was wurde

Es gibt viele Betrachtungen der
Kulturgeschichte doch alle welche
Die Familie als Basis übersehen
Verkennen worauf es ankommt

Soziologische Psychologische
Politische Militärische Sichten
Betrachten nur die Folgen der
Entwicklung nicht die Wurzeln

Sich im Urwald der Kulturgeschichte
Orientieren und dabei nur auf die
Kronen der Bäume schauen gibt
Keinen Hinweis auf die Entstehung

Auch Europa wurde durch Familien
Durch viele Jahrhunderte geprägt
Seine Grenzen und Sprachen
Sind nur mit Blick auf sie verständlich

Die julianische Familie in Rom war
So prägend wie zuvor die Alexanders
Die Karolinger formten entscheidend
Das Haus Habsburg wirkt bis heute

Doch nicht nur die regierenden Häuser
Sind in ihrer Familienstruktur für ein
Verständnis der Geschichte wichtig
Netze der Familien tragen Kulturen

Gutenberg und Dürer waren Teile
Von Familien die ihre Erfindungen
Wie Werke weitertrugen auch wo
Ein Genie scheinbar hervorragt

Montaigne wurde was er war als
Teil einer wohlhabenden Familie
Vermutlich von spanischen Juden
Die nach Frankreich flüchteten

Flüchtlinge die als Außenseiter nur
Geduldet zunächst wurden haben
Sich integriert und am Aufstieg ihrer
Familien in der Kultur gearbeitet

Bald konvertiert kam die Familie
Zu Wohlstand und der Großvater
Kaufte Gut und Titel durch die der
Vater ihn humanistisch erst erzog

Seine Stellung als Berater am Hof
Wie als Vermittler zwischen den
Parteien im Hugenottenkrieg war
Seiner Bildung zu verdanken

Menschen die Zeiten prägten wie
Durch ihren Geist veränderten
Vorausdachten haben Wurzeln
Aus denen ihr Netzwerk wuchs

Die nächsten Wurzeln liegen stets
In der Familie in der wir aufwuchsen
Die damit unser Denken prägte was
Zeitweise gerne ignoriert wurde

Zeitweise übernahmen Verbindungen
Logen später Vereine diese Rolle
Wir sind Teil eines Netzwerks immer
Wo Kulturen sich weiterentwickeln

Geschichte und ihre Entwicklung
Wird nur im Kontext verständlich
Wer die Netze sieht wird frei von
Fakten und sieht Zusammenhänge

Der Blick auf Familien und Netzwerke
Die diese zwischen Menschen bilden
Denkt im größeren Kontext der sich
Nicht nur an öden Fakten abarbeitet

Dieses Denken ermöglicht leicht ein
Surfen zwischen den Epochen das
Die Übergänge wie Auslöser erkennt
Hier wird Geschichte persönlich spannend

Es schrieben immer Familien Geschichte
Die großen herrschenden Häuser sind
Dabei oft weniger wichtig als andere die
Den Kurs entscheidend dabei prägten

Die Fugger und die Medici als Bankiers
Krupp Siemens Thyssen sind nur als
Beispiele zu sehen die künftig durch
Software Unternehmer ergänzt werden

Es braucht keine Stichdaten um die
Geschichte zu verstehen sie sind nur
Der Rahmen des Gerüsts in dem erst
Frei fliegen kann wer die Netze sieht

Auf das schauen was die Zeiten im
Kern zusammenhält wie verbindet
Verleiht Flügel zwischen den Zeiten
Wie Leichtigkeit im Umgang mit ihr

Schüler sollten über die Geschichten
Der Familien die so nahbar werden
Geschichte als Netzwerk verstehen
Lernen bevor sie Daten lernen

Wer sich im Netz frei bewegt ist frei
Findet Antworten im Zusammenhang
Die verständlich sind statt Brocken nur
Auswendiggelernt auszukotzen

Haben wir endlich den Mut so frei
Wie großzügig Geschichte zu denken
Statt uns an Fakten aufzuhängen die
Erst im Kontext verständlich werden

Damit beginnt Geschichte in Familien
Wie in Verbindungen der Menschen
Werden die Leben lebendig spannend
Statt nur tot wiedergekäut wie so oft

Wer Geschichte so fliegen lässt kann
Die Welt verstehen lernen wie diesen
Weg ohne Zwänge genießen was die
Details zur Story erst macht

jens tuengerthal 24.7.24

Mittwoch, 24. Juli 2024

Lektürentagebuch 24/7/24

Lektürentagebuch 24/7/24

In drei philosophischen Bänden
Mit kulturgeschichtlichen Themen
Heute über Kant Wittgenstein wie
Die nicht so fabelhaften Rebellen

Unter den Romantikern zu Jena
Die sich zu zerstreiten beginnen
Gelesen und in die Zeiten damit
Geistig für einige Seiten getaucht

Die Kant Biografie von Willaschek
Machte heute den Auftakt wobei
Es um das unvollendete Spätwerk
Des großen Philosophen ging was

Lange als bereits verwirrt schon
Abgetan wurde was aber aus der
Sicht des Autors wie neuerer Studien
Eher an den früher fehlerhaften

Editionen des opus postumum das
Kritisch angemessen ediert dagegen
Den Geist des Königsbergers noch
Weiterführt bei der Suche nach den

Gründen des Seins wie der Moral
Ohne sich im Spekulativen dabei
Zu verlieren sondern klar gedacht
Von den nur Randnotizen bereinigt

Diese Biografie die sich über das
Werk dem Autor nähert liegt mir sehr
Insofern ich es wichtiger finde mehr
Über die Summe seines Denkens

Durch Lektüre zu erfahren als nur
In seinem Nachttopf zu wühlen wie
Über seine Verdauung zu lesen oder
Den Zwist von Lampe mit der Köchin

Beides halte ich für so irrelevant wie
Die Sage seiner Pünktlichkeit die nur
Den Pedanten offenbaren will statt den
Beliebten Gastgeber uns zu zeigen

Sich mit Kant beschäftigen ist auch
Wenn es um sein Ende dabei ging
Immer erfrischend erquicklich während
Die Romantiker mich eher nerven

Kenntnisreich und gut recherchiert
Beschreibt Andrea Wulf in dem 
Buch Fabelhafte Rebellen deren
Aufstieg und Niedergang in Jena

Schiller zog schon leicht genervt
In Goethes Nachbarschaft nach
Weimar während sich sogar die
Schlegels untereinander schon

Zu streiten beginnen was auch
Am neuen Liebhaber von Caroline
Liegt die offen mit Schleiermacher
Flirtet was sogar Fichte empört

Die verkündete freie Liebe stößt an
Reale emotionale Grenzen an denen
Sich die Vernachlässigten zu gerne
Über andere dann laut empören

Der Weg der Romantiker ist damit
Absehbar und der Kreis zerfällt die
Epoche beschäftigt Deutschland
Dagegen noch länger als gut tat

Nichts gegen romantische Momente
Wie den Genuss dieser miteinander
Doch alles gegen eine romantische
Politik die im Aberglauben haftet

Die Verklärung des Mittelalters auch
Durch Novalis und andere hatte noch
Manche ästhetisch eher zweifelhafte
Folge im deutschen Kulturleben

Ob die Nietzsche Verklärung des
Großen Genies im Wahnsinn dem
Geist der Romantik entsprang wie
Ihren Missbrauch schon in sich trug

Mögen die Philosophen noch weiter
Diskutieren es findet sich manches
Was dem Geist der Aufklärung eher
Fremd ist auch bei Heidegger wieder

Anders dagegen Wittgenstein über
Dessen endlich Veröffentlichung des
Tractatus logico philosophicus ich
Heute in Zeit der Zauberer noch las

Mit logischer Strenge weist Wittgenstein
Der zuvor auf sein Erbe verzichtete nach
Wie und warum die Naturwissenschaft
Von geglaubten Hypothesen ausgeht

Wie wenig was wir für beweisbar wie
Klar und sicher halten dies wäre was
Einstein wenig später berechenbar
Machte dachte dieser logisch voraus

Was diese strengen unwiderlegbaren
Sätze aus Wittgensteins Sicht für eine
Revolution im Denken verursachten die
Bis heute keinen Abschluss noch fand

Lasse hier noch dahinstehen ob es die
Quantenrelativitätstheorie des Denkens
Wie Hawkins sie in der Physik suchte
Noch braucht oder Wittgenstein sie im

Tractatus unwiderlegbar logisch schon
In die Welt entließ doch fehlt mir auch
Bei Wittgenstein die Erkenntnis wie sehr
Das denkende Subjekt Teil dessen ist

Hat Kant diesen Gedanken der auch
Benjamin Heidegger und Cassirer zur
Gleichen Zeit wie Wittgenstein umtrieb
Im opus postumum schon vollendet

Lieber als mir die Weltformel anmaßen
Nach der so manche noch suchen 
Wäre es mir sie Kant zuzuschieben
Wie mich vor ihm damit zu verneigen

So ist Zeit der Zauberer wieder eine
Gute Anregung gewesen auch im
Tractatus ein wenig noch zu lesen
Das sich im Stapel hinter mir befand

Dabei sortiere ich Bücher nicht ihrer
Bedeutung nach sondern eher den
Subjektiv ästhetischen Kriterien der
Künstlerischen Laune entsprechend

Diese Form der Bibliotheksromantik
Welche im steten Wandel damit ist
Entspricht meinem Wesen eher als
Jede mathematisch sonstige Form

Alphabetisch oder streng nach Themen
Jedenfalls erkennbar systematisch wäre
Ein meinem inneren Chaos fremder Weg
Schlichte Ordnung ist für schlichte Geister

Was fühlt sich gut an zur Lektüre
Gerade nahe liegend zu haben
Welche können für eine Zeit nun
Ein wenig mit Abstand liegen

Es ist interessant wie mich die heute
Philosophische Lektüre plötzlich zu
Den ästhetischen Kriterien meiner
Bücherordnung im Gedicht führte

Der Gegner der Romantik wie ihrer
Opposition gegen die Aufklärung
Wählt für sich eine zutiefst romantische
Unordnung gefühlvoll lesen zu können

Dies gilt auch für die nach Laune
Gegriffenen philosophischen Texte
Die das strenge Denken anregen
Zumindest erkenne ich ein System

Mache mir auch die Bücherwelt
Genauso wie sie mir gefällt was
Subjektiv rein emotional wie auch
Ästhetisch praktikabel sich bestimmt

Denke dabei an Max Stirner der stets
Direkt neben meinem Kopf liegt wie
Seinen Einzigen der auch seine Welt
Ganz auf sich stellte der Freiheit wegen

Ordnung und sichere Wege machen das
Leben berechenbarer und übersichtlicher
Dessen Quellen sprudeln aber grundlos
In Versen aus mir was hier genügen kann

Als Aufklärer ein Kunstwerk aus sich sein
Das seine Welt ganz auf sich stellt wie
Nach und mit Gefühl ordnet ist vielleicht
Eine Antwort auf viele Fragen an mich

jens tuengerthal 24.7.24