Montag, 16. Januar 2023

Lustfesseln

Lustfesseln

Lust darf fesseln um uns so wie
Aneinandergebunden noch heißer
Auf den kleinen Moment zu machen
Der als Gipfel Höhepunkt genannt
Doch nur der kleinste Teil der Lust ist
Wie Genießer schon lange wissen
Die wo sie uns in Fesseln schlägt
Sich erst völlig entfesselt zeigt
Wie uns von allem so befreit
Was sonst Grenzen in uns zog
Um sich überall zu begegnen
Wie alles ganz zu teilen dabei
Voneinander gefesselt wie
Lustvoll mittig verbunden
Sind die Fesseln der Lust
Das schönste Glück um sie
In Freiheit ganz zu genießen

jens tuengerthal 15.1.23

Freiliebe

Freiliebe

Liebe die Freiheit über alles
Denke ich und fragte mich
Wie sich das mit einer Liebe
Zu einer je verbinden lässt
Ob ich ein Herz für mich will
Oder lieber in Freiheit ihr
Das Gefühl bedingungslos
Schenke weil das nur Liebe
Verdient zu heißen was frei
Wie ohne jede Erwartung
Sich zueinander bekennt
Gerne liebe ich aus vollem
Herzen mit großer Hingabe
Habe viele hundert so geliebt
Doch fürchte ich Fesseln mehr
Die das Wunder der Liebe so
Zerstörten wo es entsteht
Glaube es gibt keine Dauer
Mit der wir Liebe halten können
Nur Schnittmengen für Momente
Die es dann zu genießen gilt als
Wären sie für alle Ewigkeit auch
Wenn es diese nie geben kann
Weil Glück nur sterblich also
Endlich so schön sein kann
Wen ich liebe dem gebe ich
Flügel um frei zu fliegen wie
Eine offene Landebahn hier
Damit Liebe bleiben kann
Musst du sie ganz frei lassen
Woran fast alle Lieben scheitern
Weil wir natürlich halten wollen
Was unser größtes Glück ist
Seit ich niemanden mehr halte
Frei liebe um leben zu lassen
Kenne ich keine Eifersucht mehr
Die mir immer eher fern lag
Kann bedingungslos gönnen
Was für mich Liebe ausmacht
Wer so beieinander landet hat
Mehr voneinander als je zuvor
Wohin immer es dann führt ist
Was dann war Glück genug
Alles einfach los zu lassen
Denke ich und fliege nun
Der ich nicht mehr fliege
In der Liebe völlig frei
Damit sie sein kann

jens tuengerthal 15.1.23

Sammlerfreiheit

Sammlerfreiheit

Sammler sind ein wenig närrisch
Tun alles um ein Stück für ihre
Wohl gehegte Sammlung zu ergattern
Überschreiten dafür alle Grenzen
Weil ihnen nichts wichtiger ist als
Ihre Sammlung und besonders die
Geliebten Stücke in dieser was
Auch immer die Liebe begründet
Bin ein Büchersammler schon lang
Habe längst Unmengen davon mehr
Als ich im zu erwartenden Leben je
Lesen kann dennoch habe ich eine
Zeit besonders intensiv noch Bände
Der Anderen Bibliothek gesammelt
Dafür jeden übrigen Euro ausgegeben
Bei zugegeben bescheidenen Mitteln
Um vier weitere Reihen mit meinen
Geliebten Bänden zu füllen doch als
Dies gelungen war und ich so meine
Sammlung seit 2019 noch mehr als
Verdoppelt habe wurde mir plötzlich
Klar das es nun gut ist und ich lieber
Genieße was ich habe statt weiter
Sammeln zu wollen wie verrückt
Bin kein närrischer Sammler mehr
Will nicht immer mehr sondern das
Was ist in Ruhe lieber genießen
Brauche keine Vollständigkeit je
Bin eher ein Genießer im Wesen
Bei allem was ich tue als ein
Sammler um der Sammlung wegen
Was für mich zählt ist viel mehr
Wohlbefinden als haben wollen
Wie weniger nur zu wollen mich
Dabei zufrieden glücklicher macht
Jede Gier nach neuem mir nimmt
Sondern ich lieber glücklich mit dem
Was ist mein Leben führen will
Ohne Ehrgeiz noch mehr zu wollen
Gar alles vollständig zu haben oder
Sonst eine Spezialisierung mir zu
Suchen lass ich es lieber sein um
Sich an dem zu freuen was ist wie
Zufriedenheit bescheiden zu pflegen
Was glücklicher mich macht als
Mehr unbedingt zu wollen und so
Bin ich mehr ein Sammler von
Glücklichen Momenten als etwas
Was ich unbedingt noch bräuchte
Der ich längst genug habe um
Ein Leben lang zu lesen habe mich
Aus dem Kreis der Sammler befreit
Brauche nichts mehr

jens tuengerthal 15.1.23

Putinrochade

Putinrochade

Putin wechselt die militärische Führung
Im Krieg gegen die Ukraine aus was
Zeigt wie sehr er dabei balanciert um
Ein Gleichgewicht der Kräfte zu erhalten
Zwar verlor der letzte Führer dort eine
Der wichtigsten Städte aber nicht durch
Seine Schuld und organisierte sogar
Den Rückzug sehr erfolgreich was
Zeigte es gäbe keinen militärischen
Grund ihn abzusetzen sondern nur
Politische um die gegensätzlichen
Kräfte im Gleichgewicht zu halten
Was eine Demonstration seiner Macht
Gegen Gerüchte um Krankheit ist
Die sein Ende schon nahen sehen
Moderate interne Kräfte gegen die
Radikalen dadurch stärkt ohne
Jene völlig vor den Kopf zu stoßen
Weil der bisherige Stellvertreter bleibt
Die er als Verbündete im Kampf
Braucht wie Söldner oder den Führer
Der Tschetschenen ob damit der
Erhoffte baldige Sieg im Kampf
Den Moderaten zufallen soll um
Ihre Position für Verhandlungen
Um Frieden zu stärken oder eher
Die langfristige Niederlage auf
Deren Konto gehen soll ist noch
Wie manches im Kreml unklar
Deutlich zeigt die Rochade nur
Putin hält die Fäden in der Hand
Ist der verantwortliche Diktator
Seiner Oligarchie muss daher
Für alle Kriegsverbrechen auch
Persönlich nun angeklagt werden
Womit die Welt dem Führer des
Undemokratischen Russland klar
Zeigte was Verantwortung heißt
Die Putin nun tragen darf für den
Rest seines vielleicht nur kurzen
Lebens hinter Gittern dann

jens tuengerthal 15.1.23

Panzerzeit

Panzerzeit

Die Bundesregierung zögert noch
Was die Lieferung von Leopard an
Die von Putins Russland angegriffene
Ukraine betrifft was schlimm genug
Wie blamabel für unser Land ist das
Den Opfern des Imperialismus näher
Stehen sollte als Russland fürchten
All das ist leidvoll genug bekannt
Doch nun wurde deutlich selbst
Wenn die Bundesregierung dann
Endlich doch handeln würde weil
Die Verbündeten Druck machen
Braucht Rheinmetall ein Jahr um
Die alten Panzer fit zu machen
Worauf wartet Scholz da noch
Das Putin vor Berlin steht damit
Gasgert seinen Freund aufhält
Die guten Sozen es doch richten
Mit ihrer alten Moskaubeziehung
Wie naiv ist dieser Kanzler noch
Wäre es nicht so peinlich wie
Deutschland die Ukraine hängen
Lässt weil Scholz sich nicht drängen
Lassen will und lieber noch auf
Verhandlungen mit Putin setzt
Der lieber ungestört mordet
Derweil Raketen auf Wohnhäuser
Schickt um Menschen zu töten
Nun hat Putin in Ruhe Zeit bis
Deutsche Panzer gen Kiew rollen
Um die Ukraine zu retten ist diese
Schon Teil der Sowjetunion weil
Der deutsche Kanzler lieber nicht
Kriegspartei werden möchte wenn
Der Osten den Westen angreift
Zumindest hat Putin nun noch
Ein Jahr mindestens Zeit bis
Deutsche Leopard kommen
Was Sozialdemokraten beruhigt
Die gerne Pazifisten sind wenn
Das Bündnis sie nicht zwingt
Es bleibt also weiter peinlich
Damit wird Scholz bestimmt
Von seiner Partei gewählt
Wer sonst das noch tut
Wird immer fraglicher

jens tuengerthal 15.1.23

Sonntag, 15. Januar 2023

Karlrosakult

Karlrosakult

Am 15. Januar gedenkt die sonst so
Uneinig zerstrittene Linke ihren beiden
Ikonen den wie Heiligen verehrten
Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg
Die von rechtsgerichteten Soldaten der
Garde-Kavallerie-Schützen-Division im
Jahr 1919 ermordet wurden wie noch
Viele andere im Laufe des Jahres auch
Doch galten die beiden als Köpfe der
Neugegründeten KPD warum der Mord
An ihnen von den Linken bis heute noch
Behandelt wird wie der an Horst Wessel
Durch die Nationalsozialisten was beides
Tiefer auf den religiösen Charakter dieser
Bewegungen blicken lässt als ein Urteil
In der Sache zulässt dabei ist heute der
Mord und sein Ablauf aufgeklärt wie auch
Die Verfahren gegen die Täter durch
Interne Armeegerichte als nicht den
Rechtsstaatlichen Geboten genügend
Gelten kann wie die später Freikorps
Zu den Mördern der Weimarer Republik
Wurden statt diese zu verteidigen wozu
Der als Bluthund bezeichnete damalige
Verteidigungsminister Noske von der
Regierenden SPD lange neigte ob er
Tatsächlich den Auftrag zur Ermordung
Gab wie von Linker Seite behauptet
Kann letztlich nicht belegt werden
Warum die Schuldfrage offen bleibt
Sollten wir Mörder Mörder nennen
Wichtiger aber als die Frage ob ein
Politischer Mord am Anfang der ersten
Deutschen Republik stand ist es wie
Demokraten den Heiligenkult der Linken
Um ihre Kultfiguren heute bewerten
Was dies über diese uns verrät wie
Ihr Verständnis von Demokratie ob
Wer solches tut je Partner einer
Demokratischen Partei sein kann
Es ist richtig den Mord zu verurteilen
Aber dazu gehört eben auch auf die
Aktionen der Spartakisten gegen
Eine Demokratie zu schauen die
Durch eine Parteidiktatur nach dem
Sowjetischen Muster ersetzt werden
Sollte warum das Vorgehen gegen
Erklärte Staatsfeinde auch eine
Verteidigung der Demokratie war
Auch wenn sie durch deren Feinde
Wie ohne rechtliche Grundlage
Erfolgte sind Karl und Rosa keine
Verehrungswürdigen Kultfiguren
Sondern waren Feinde der neuen
Parlamentarischen Demokratie die
Ein anderes Land wollten als es
Dem Wunsch der Mehrheit entsprach
Ihre Ermordung war ein Verbrechen
Die Mörder auch solche zu nennen
Ist historisch angemessen aber den
Religiösen Kult der Linken um ihre
Beiden Märtyrer so zu nennen ist
Heute nötiger denn je wo diese
Lange von Moskau gesteuerte
Linke in Regierungen auch sitzt
Was sich für Demokraten verbietet
Weil genau dieser Kult der hier in
Berlin bis in den öffentlichen Raum
Seine Spuren hinterließ offenbart
Wie fern sie der Demokratie sind
Deren Feinde sie noch verehren
Wie zu Heiligen stilisieren was
In in einer liberalen Demokratie
Nichts verloren hat sondern an
Den Kult der DDR eher erinnert
Der politische Mord an beiden
Ist historisch aufgeklärt damit
Sollte das Thema erledigt sein
Wer aus dieser Verehrung noch
Politisches Kapital ziehen will ist
Nicht in der Gegenwart angekommen
Hat in keiner Regierung wie besser
In keinem Parlament etwas verloren
Auf das Wahlverhalten Ewiggestriger
Hat die Demokratie keinen Einfluss
Ob wir solche fundamentalistische
Religiöse Bewegungen an einer
Regierung beteiligen schon denn
So wenig wie Rechtsradikale je
Wieder in eine Regierung dürfen
Sollte die Linke tabu für alle sein
Was der heutige Kult bestätigt
So lädt die Sozialdemokratie heute
Mehr Schuld auf sich als damals
Dem Bluthund Noske nachweisbar
Hier braucht es mehr Abgrenzung

jens tuengerthal 15.1.23

Lustliebe

Lustliebe

Liebe die Lust
Die kommt um zu genießen
Was ist ohne mehr zu wollen
Als lustvolles Glück zu sein
Dennoch wird die Lust erst
Groß wo ich es mit Liebe tue
Miteinander wie zueinander
Weil Liebe bedingungslos gönnt
Der anderen einfach gut will
Fraglos lustvoll genießen kann
Wie es viel Gefühl braucht um
Einander wirklich zu erspüren
Zueinander zu finden es nicht
Nur für sich miteinander zu tun
Darum tue ich es am liebsten
Mit Liebe um alles zu haben
Aber ohne den Wunsch damit
Die andere auch zu besitzen
Sondern bedingungslos schenke
Wie dies als Glück genug genieße
Darum schenke ich so gerne Lust
Dabei als Liebesgabe quasi für das
Glück die Nähe zu zu genießen
Wenn sich dabei Befriedigung
Quasi nebenbei noch findet
Schadet es nicht aber was zählt
Ist das Gefühl Lust bedingungslos
Schenken zu wollen es eben mit
Liebe miteinander zu tun egal
Was danach daraus wird ist
Der Moment mit größer wie
Alles ohne nur sportlich

jens tuengerthal 14.1.23

Hurenlohn

Hurenlohn

Huren werden dafür bezahlt
Lust zu schenken wie manche
Hoffen dabei Befriedigung zu finden
Das ist nur gut bezahlter Sex der
Ein Geschäft mit berechenbaren
Kosten für alle Beteiligten ist
Ehrlich und ohne große Lügen
Als das vorgespielte Stöhnen
Was sich vom gewöhnlichen Sex
Der meisten Menschen nur wenig
Unterscheidet bei dem kaum wer
Mitbekommt was wirklich passiert
Weil jeder mit sich beschäftigt ist
Dieses gemeinsame Onanieren
Fälschlich für Sex hält wie diesen
Mit Gefühl gerne noch vermischt
Was den Preis unermesslich erhöht
Der teuerste Hurenlohn ist der
Welcher für Liebe gezahlt wird
Die angeblich unbezahlbar ist
Real aber stets ein Geschäft ist
Bei dem jeder seinen Vorteil sucht
Je größer die Liebesschwüre wie
Versicherungen der Einmaligkeit
Desto höher der Preis den wir
Am Ende dafür bezahlen wenn
Vom Gefühl nur noch Leere bleibt
In die wir echolos noch sehnen
Ohne etwas als Schmerz zu finden
Was diesen Preis je wert war
Kalkulierten viele besser vorher
Die alles auf Gefühl setzen was
Unbezahlbar angeblich sei wie
Die andere zum größten Schatz
Uns machen wobei die Wahl der
Superlative den Schmerz bestimmt
Der auf die Leere danach folgt
Ob Liebe je ein lohnender Deal ist
Mag jeder für sich entscheiden
Aber im Gegensatz zum Hurenlohn
Der vorher entrichtet wurde wird der
Für Liebe danach abgerechnet
Erscheint dann selten lohnend
Ist nie vorher berechenbar
Wenn echt mit Schmerz stets
Verbunden der weniger lohnt
Wer Huren verurteilt sollte sich
Gut überlegen in Gefühl zu
Investieren das Risiko dabei
Ist höher und unkalkulierbar
Da ist Hurenlohn ehrlicher
Ob Liebe lohn bleibt offen

jens tuengerthal 14.1.23

Horizontale

Horizontale

Hans Castorp nennt im Zauberberg
Thomas Manns die Horizontale die
Einzig aufrechte Lebenslage was ich
Zu Silvester ans Bett gefesselt vom
Infekt zustimmend noch kommentierte
Als Kontrapunkt zum Wahnsinn draußen
Der noch bis in meinen Hof knallte doch
Nun zwei Wochen später wieder genesen
Scheint mir die Horizontale als Idee
Vom Leben das Innehält wie bei sich
Bleibt um zu genießen was ist auch
Ohne ärztliche Anordnung oder sonst
Physische Verpflichtung nur bei Regen
Naheliegend auf meinem Diwan von
Den liebsten Büchern umgeben die
Immer noch beste Lage um über das
Sein und die Welt nachzudenken
Sich Zeit zu nehmen und da zu bleiben
Statt irgendwo hin zu müssen weil
Die Horizontale ein Wert an sich ist
Den ich schadlos genießen kann
Welcher mir Zufriedenheit schenkt
Wie damit zum ruhigen Genuss wird
Der das in unruhigen Zeiten doch
Als Kontrapunkt am ehesten gebotene
Scheint um zu genießen was bleibt
In Verantwortung vor sich selbst
Mit möglichst wenig viel erreicht
Weil wenn ich nichts tue dafür
Viele Dinge in mir geschehen
Die sonst keinen Raum finden
Wie ein aufrechtes Gewissen
Dem so untätig Tätigen geben
Und so stimme ich Hans zu
Die Horizontale ist die einzig
Aufrechte Art zu leben oder
Über das Leben nachzudenken
So bleibe ich auf dem Diwan
Komme wer wolle

jens tuengerthal 14.1.23

Regentage

Regentage

Regentage laden dazu ein bei sich
Zu bleiben wie sich Zeit zu nehmen
Für gute Bücher und eigene Gedanken
Die Natur ist dankbar für den Regen
Der das Leben in ihr erhält auch 
Wenn manches mal zu viel wird
Dann Überschwemmungen auslöst
Ist Regen besser als kein Regen
Wie in Wüsten wo das Leben stirbt
Mag Regentagen sehr weil sie mir
Ein noch besseres Gefühl geben
Das zu tun was ich am liebsten tue
Lesen Dichten Tee trinken wie sich
Zuhause mit sich wohl fühlen
Glücklich wer die Wahl hat sein
Leben nach dem Regen zu richten
Leid tut mir wer gegen den Regen
Kämpfen muss um zu funktionieren
Als wäre gerade kein Regen der
So gut wie nötig ist auch um in der
Immer Unruhe innezuhalten wie
Bei sich zu sein und damit glücklich
Was mir das höchste Glück scheint
Denke ich dankbar am Ende eines
Langen Regentages an dem ich
Den Tropfen auf der Fensterbank
Beim Fallen lauschen durfte was
Genug Bewegung im Sein sein kann

jens tuengerthal 14.1.23

Samstag, 14. Januar 2023

Identitätshorizont

Identitätshorizont

Was bildet unsere Identität
Warum identifizieren sich viele
Mit zufälligen Grenzen einer Nation
In die sie ungefragt hineingeboren
Zählt dabei Sprache und Kultur mehr
Für das Individuum ist Identität das
Erleben der Einheit des Selbst was
Identitätsbildung als Selbstorganisation
Beschreiben könnte die an vielen
Faktoren die uns prägen hängt
Der Weg zur Identität ist die Identifikation
Wer sein Selbst erfahren will muss
Zuerst in sich schauen um sich dann
In seiner Umgebung zu lokalisieren
Wie aus dieser Erfahrung mit anderen
Seinen Weg als Identität zu finden
Wie alles sich ständig wandelt wird
Auch das Gefühl für Identität sich
Im Laufe eines Lebens verändern
Um so enger wir dabei den Horizont
Unseres Denkens stecken desto
Weniger werden wir uns finden
Wer dagegen für alle denken will
Wird sich keine Grenzen ziehen
Der Weg zur eigenen Identität
Macht die Infragestellung aller
Von außen gebrachten nötig
Um bei sich dabei anzukommen
Statt nur andere zu imitieren
Was von sich nur weiter entfernt
Auch wenn die meisten es tun
Was bin ich und warum will ich
Dieses oder jenes tun vor allem
Was tut mir dabei wie warum gut
Werden wichtige Fragen dabei sein
Vielleicht sollten mehr Menschen
Sich diese stellen lernen um so
Bei sich anzukommen statt nur
Glauben anderer nachzubeten
Es könnte den Horizont erweitern
Wie eine eigene Identität geben

jens tuengerthal 14.1.23

Staatszerschlagung

Staatszerschlagung

Brauchen wir wirklich Staaten
Wem dienen sie als sich selbst
Die sich anmaßen über das Leben
Ihrer Bürger zu bestimmen obwohl
Diese eigentlich den Staat bilden
Sollen nach unserer Staatstheorie
Lassen sie ihre Freiheit begrenzen
Wie ihr Eigentum rauben um den
Staat zu finanzieren der damit
Schulden macht und Kriege führt
Was beides selten den Bürgern
Als freien Menschen nutzt
Die Konstruktion der Staaten stammt
Aus der Zeit absoluter Herrschaft
Die Staaten immer noch beanspruchen
Mit ihrem vorgestrigen Gewaltmonopol
Gehen wir vom Vertragsgedanken aus
Der freie Staaten tragen soll fragt sich
Noch mehr warum wir diesen Vertrag
Halten sollen der unsere Freiheiten
Mehr beschränkt als sichert was uns
Als nötiger Kompromiss verkauft wird
Vielleicht sollten wir alle innerlich den
Staat erstmal zerschlagen um dann
Einen Weg zu finden der ein Miteinander
Besser und freier gestalten kann zumal
Alles Recht nur im Schatten des eigenen
Gewissens gelten kann wie uns Kant im
Kategorischen Imperativ wie der Definition
Was Aufklärung ist deutlich machte
Wonach wir uns als mündige Bürger
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit
Befreien sollen um nach dem Gewissen
Als Maßstab der Moral zu handeln
Stattdessen werden wir in Systeme die
Bestehen hineingeboren und lernen 
Vor dem Gewissen die Befolgung von
Regeln die der Verantwortung schaden
Weil sie uns entmündigen kann keiner
Eigenverantwortlich gut handeln sondern
Tut dies durch Befolgung der Regeln
Was völlig gewissenlos logisch ist auch
Wenn es Vereinbarungen braucht damit
Das Miteinander störungsfrei läuft ist die
Konstruktion des autoritären Staates
Falsch und schadet der Moral aber wir
Haben uns so daran gewöhnt dass
Keiner mehr den wohltätigen Staat
Infragezustellen wagt lieber zusieht
Wie damit irgendwie überlebt wird
Schon dieser Ansatz ist falsch
Zerschlagen wir erst den Staat in uns
Suchen dann Kompromisse um ein
Miteinander nach unserem Gewissen
Wieder moralisch zu finden erst dann
Können wir uns in Staaten finden die
Verantwortlich getragen werden während
Die Fortsetzung der autoritären
Entmündigung endlich enden muss
Rufe nicht dazu auf Bomben zu legen
Oder den Staat zu bekämpfen wie
Frühere Anarchisten es taten aber
Finde die innere Zerschlagung vor
Dem Abschluss eines Vertrages der
Erst die Grundlage einer Gemeinschaft
Sein kann wichtiger als Gehorsam der
Moralisch keinerlei Wert hat sondern
Das Gewissen außer Funktion setzt
Wer moralisch handelnde Bürger will
Muss ihnen die Freiheit dazu geben
Ihrem Gewissen zu folgen wozu erst
Der Staat zerschlagen werden muss
Von jedem einzelnen vor seinem
Gewissen um sich frei zu einigen
Wie dann moralisch zu handeln
Dies wäre die wichtigste Aufgabe
Aller Schulen und jeder Bildung
Geben wir den Menschen Freiheit
Machen wir sie zu Anarchisten
Damit sie verantwortlich handeln
Dann können wir erst einen Vertrag
Schließen mit jeder Generation neu
Was die alte Vorstellung vom Staat
Auflöst und zerschlägt und das ist
Auch gut so für die Moral

jens tuengerthal 14.1.23

Wortlust

Wortlust

Die Lust an den Worten ist der
Zauber der tiefer bewegt als es
Die meisten Berührungen können
Wer sich von ihnen gestreichelt
Wie innig sinnlich berührt fühlt
Feucht wird aus den Gedanken
Erregung sich ausbreiten spürt
Ist sich näher als viele die vögeln
Ohne ihr Inneres zu berühren
Ineinander stecken können ohne
Geistige Sinnlichkeit die nur weckt
Wer sich über Worte verbindet die
Tiefere Regionen berühren als es
Den tastenden Gliedmaßen gelingt
Warum mit Worten sinnlich berührt
Wer wirkliche Nähe sucht die auch
Spuren jenseits des Sex hinterlässt
Die Lust muss keine Liebe suchen
Noch eine Beziehung wollen was
Meist der Anfang vom Ende aller
Großen Gefühle schon ist aber sie
Berührt nur dort wirklich wo sie auch
Den Geist sinnlich schwindeln lässt
Der Gedanke reizvoll genug ist sich
Ganz zu wollen weil dann der Vollzug
Nur ausführt was längst verbunden
Auf der Ebene die wirklich reizvoll ist
Denke ich voller Lust an Worten die
Dort berühren wo bleibendes wächst

jens tuengerthal 13.1.23

Liebeserklärungsunsinn

Liebeserklärungsunsinn

Eine Liebeserklärung ist etwas
Völlig überflüssiges denn wenn
Liebe erklärt werden müsste
Also es nicht beide fühlen
Ist jedes weitere Wort unnötig
Der Versuch ein Gefühl dagegen
Mit Vernunft erklären zu wollen
Ist der totale Unsinn weil es mit
Dem falschen Mittel noch dazu
Auf dem falschen Weg etwas will
Was nie funktionieren kann also
Sind Liebeserklärungen der totale
Unsinn und darum vermutlich das
Schönste was nur passieren kann

jens tuengerthal 13.1.23

Verkohlt

Verkohlt

Der Abbau von Kohle ist ein Teil
Unserer Kulturgeschichte die über
Lange Zeit mit der Ausbeutung von
Rohstoffen wie ihrer Verbrennung
Verbunden ist welche uns an den
Abgrund führte an dem wir heute
Stehen wenn das Klima kippt
Auch darum ist der weitere Abbau
Von Braunkohle in Lützerath so
Fragwürdig wie das falsche Signal
Auch wenn Gerichte es genehmigten
Sollten wir nicht Rohstoffe abbauen
Deren Schaden größer als der Nutzen
Vielleicht sollten wir Atomkraftwerke
Lieber länger laufen lassen statt noch
Braunkohle weiter zu verbrennen
Schneller Windkraftanlagen erlauben
Vor allem mehr Energie sparen um
Weniger Ressourcen zu verbrauchen
Wir haben genug Kohle verbrannt
Wer noch mehr abbaut will weiter
Auf das falsche Mittel setzen
Hören wir endlich auf damit

jens tuengerthal 13.1.23