Montag, 27. April 2026

Lektürentagebuch 26.4.26

Lektürentagebuch 26.4.26

Am Sonntag mal wieder genüsslich
Thomas Mann gelesen begonnen mit
Den Buddenbrooks im ersten Kapitel
Des nun sechsten Teiles des Werks

Thomas Buddenbrook muss sein
Erstes Frühstück meist alleine haben
Weil früh morgens seine Gattin Gerda
Meist noch mit Migräne liegen muss

So kann er schon Zeitung lesen bevor
Er in die Mengestraße spaziert um im
Kontor der Firma dort zu arbeiten und
Sein zweites Frühstück zu nehmen

Inzwischen eher allein mit seiner
Mutter weil Christian oft schon
Im Club frühstückt oder sich noch
Von der Nacht vorher erholen muss

Dafür kann er mit Gerda große 
Einladungen zum Essen zelebrieren
Zu denen die Oberen der Stadt alle
Eingeladen werden was er genießt 

In der Nacht nach einem solchen Fest
Lobt er Gerda im Gespräch noch sehr
Wie gut sie dies alles bewältigte und
Wie stolz er auf seine Frau ist

Bei einem zweiten Frühstück dann
Liest die alte Konsulin ihm einen Brief
Von Tony aus München vor in dem
Diese die Zustände dort beschreibt

Schon die Art wie sie schreibt kann 
Thomas köstlich amüsieren der seine
Schwester die er einfach lieben muss
In allen gut wiedererkennen kann

Dann berichtet sie noch wie sie einen 
Herrn Permaneder kennenlernte der
Da Protestant aus Nürnberg ihr doch
Sympathisch war und sogar die Firma

Buddenbrook aus dem Hopfenhandel
Kannte und lobte und überhaupt hätte 
Ihr München sehr gut gefallen bis auf
Den katholischen Erzbischof der ihr

Aus der Kutsche heiße Augen zuwarf
Was doch nun wirklich nicht ginge
Worüber Tom in Lachen ausbricht
Meint sie hätte ihn schon provoziert 

So beschreibt Thomas Mann wieder
Über das Mittel eines Briefes in dem 
Zwischen den Zeilen zu lesen ist die
Charaktere aller mit feinem Blick

Nach diesem Meisterwerk von einem
Familienroman noch auf einige Seiten
In den Zauberberg nach Davos in eine
Auch feine Charakterstudie getaucht

Wie Hans Castorp dieser doch ganz
Gewöhnliche Emporkömmling aus nur 
Guter Familie seine verschiedenen
Kontakte miteinander verbindet

Die Gegenüberstellung vom großen
Mynheer Peeperkorn und dessen 
Begleiterin Clawdia Chauchat zu
Settembrini und Naphta ist genial

Die anderen spielen dabei nur einen
Dekorative Nebenrolle während der
Italiener Settembrini Clawdia weiter
Mit höflicher Missachtung straft

Findet sich die Russin mit dem
Geistigen Terroristen Naphta in
Teilen des Extremismus zusammen
Aber haben sich eigentlich auch

Eher nichts wirklich zu sagen doch 
Noch amüsanter beschreibt Mann
Wie der beide weit überragende 
Holländer zwischen ihnen läuft

Dabei wird noch dazu die große
Persönlichkeit durch einen Hut der
Die wilde Silbermähne und die tiefen
Furchen der Stirn verbirgt seiner

Wirkung teilweise beraubt und liefe
Noch dazu leicht gebeugt was ihm
Einen Teil seiner Größe nähme die
Dadurch am Inhalt gemessen wird

Wie üblich gibt der nach dem Vorbild
Von Gerhart Hauptmann geformte 
Schwätzer nur Luftblasen von sich
Zu denen es nichts zu sagen gibt

Die beiden kleinen Männer sind sich
Über die geistige Winzigkeit dieses 
Nur aufgeblasenen Mannes einig
Und Settembrini warnt Hans noch

Der darauf ein feines Bonmot zum
Besten gibt so halte Settembrini wohl 
Peeperkorn für dumm aber die große
Gescheitheit sei nur eine Variante

Der Dummheit die so vieles doch sei
Was Settembrini lobend bemerkt aber
Dennoch vor dem Hohlkopf warnt von
Dem einfach nichts zu lernen sei 

Diese feinen Beobachtungen und
Klugen Gespräche machen die echte
Größe des Zauberberg aus der die
Personen different gegenüberstellt

Aus den immer humorvollen Dialogen
Viel kluges zu lernen gibt und dabei 
Zum Nachdenken über das Wesen
Der Menschen nachdenken lässt

Hans Castorp verbindet sie alle und
Lernt von jedem auf seine Art hat ein
Humorvolles kritisches Bewusstsein
Entwickelt was ihn groß werden lässt

Das ist großes Theater und zeigt auch
Die charakterliche Entwicklung der
Protagonisten wie ihrer Grenzen und
Das lachend liebevoll mit Humor

jens tuengerthal 26.4.26

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