Lektürentagebuch 12.4.26
Zu Wirtschaftswunder und der
Kriegsgefangenschaft in Russland
In umgekehrter Reihenfolge gelesen
Wie geschrieben über viele Stunden
Was spannend war weil es auch den
Horizont zu den Zuständen im Lager
Noch weitete was in der Ukraine oder
Heute noch Russland im Donbass lag
Beim Wirtschaftswunder geht es um
Rollen in der Gesellschaft nach dem
Krieg und das Konsumglück am
Beispiel des neuen Mercedes
Von der deutschen Nachkriegszeit
Ging es in die englische Renaissance
Wo ich von Polydor Vergil über die
Geschichte Englands amüsiert las
Dieser italienische Humanist lebte
Von 1470 bis 1555 und verbrachte
Davon ab 1502 ganze 51 Jahre in
England in hohen kirchlichen Würden
Er verfasste im Auftrag von König
Heinrich VII dem Begründer der
Tudor Dynastie Nationalgeschichte
Englands nach den da neuesten
Philologischen Grundsätzen auf
Latein als Italiener was seine große
Anglia Historia wurde die 1534 in
Basel zuerst veröffentlicht wurde
Dabei befreite er die Geschichte
Von Ursprungsmythen um Brutus
Wie von der Legende um Arthus
Die er als Märchen nur abtut
Das Manuskript dieser sprachlich
Wunderbaren Geschichte zeigt viel
Dessen was später als der berühmte
Englische Humor bekannt wurde
Vergil beginnt seine Geschichte
Mit einem Spiel mit Caesars so
Bekannten Gallischen Krieg wenn
Er ganz England in vier Teile teilt
Dabei werden Engländer von den
Schotten Wallisern und denen aus
Cornwall sprachlich unterschieden
Die verschiedene Sitten auch hätten
Wenig wüssten wir über die genaue
Herkunft der dort siedelnden Völker
Sieht aber vielfältige Einflüsse der
Besiedlung durch andere auch
Wer zuerst und wann kam sei nicht
Klar es gebe nordische Einflüsse
Bei vielen großen hellhäutigen dort
Bewohnern aber andererseits auch
Wie er meint geographisch noch
Naheliegend spanische Einflüsse
Die er auch an den Locken die teils
Sehr verbreitet wären festmacht
Er lästert über die Sagen von Brutus
Der London als neues Troja gründete
So sehr wie über die Märchen vom
Zauberer Merlin und König Arthus
Bedenke ich dass dieser Text aus
Der frühen englischen Renaissance
Stammt ist er geradezu aufgeklärt
Kritisch in der Prüfung der Wurzeln
Der dabei Humor des Italieners war
Zwar für manche Engländer noch ein
Skandal die weiter an die Sagen
Lieber glauben wollten aber blieb
Das Original Manuskript findet sich
Heute in der Vatikanischen Bibliothek
Es zeigt ein geradezu auch modernes
Denken die Quellen kritisch zu prüfen
Ob wir heute seine Suche nach den
Wurzeln der Besiedelung die nach
Dem Phänotyp der Bewohner schaut
Und darauf Theorien aufbaut eher
Wohl rassistisch nennen würden
Könnte mehr über unsere Kultur
Verraten die von ihrer Achtsamkeit
Im Denken gelähmt wird als den
Italiener aus Urbino bloß zu stellen
Der dem Wissen der Zeit dabei
Entsprechend Theorien kritisch
Prüfte um darüber aufzuklären
So spricht aus den Worten des
Polydore Vergil viel Humor was
Auch Historien gut lesbar macht wie
Ein erstaunlich kritischer Geist
jens tuengerthal 12.4.26
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