Freitag, 24. April 2026

Lektürentagebuch 23.4.26

Lektürentagebuch 23.4.26

In drei Büchern gelesen wie damit
Zugleich in ganz verschiedene
Geistige Welten getaucht und es
Jedes für sich sehr genossen

Beginnend mit Graf von Krockow 
Der im Traum von Bildung über
Die zweite Cook Expedition mit
Diesmal den Forsters schreibt 

Noch geht es nur um Vorbereitung
Wie es dazu überhaupt kam wer
Daran wie beteiligt war oder nicht
Was von wem organisiert wurde 

Der Wechsel der Perspektiven
Wie die Beschreibung auch der
Hintergründe mit teils ironischen
Kommentaren gelang dabei gut

Das Kapitel Terra Australis Incognita
Beschreibt wie Banks die Planung 
Erst dominiert und Aufbauten für 
Seinen Luxus am Schiff fordert 

Als dieses dadurch seeuntauglich
Wurde greift Admiral Sandwich ein
Darauf ist Banks beleidigt und will 
Nicht mehr um die Welt segeln 

Durch Beziehungen zur alten 
Royal Society bekommt Forster mit
Seinem Sohn den Platz für einen
Mehr als guten Lohn dabei

Wer die Schiffe baut und ausrüstet
Was wer über wen alles schreibt
Wie Vater Forster taktiert auch im
Bericht von der Reise noch weiter

Trotz kritischer Begegnungen etwa 
Zum Verhalten von Banks wird dieser
Als sehr fair und nicht nachtragend
Eben typisch britisch beschrieben 

Dagegen agiert Vater Forster sehr
Taktisch und stellt Sachverhalte auch
Falsch dar um andere schlecht zu
Machen was kein guter Stil ist

Allerdings sind die Informationen hier
Dünn und mit wenig Belegen was 
Dem ganzen eher nur literarischen 
Charakter gibt als historisch zu sein

Aber es las sich heute gut und gab 
Viele neue wichtige Informationen
Die ein genaueres Bild zeigen von 
Der zweiten großen Reise Cooks 

In den Ghost Stories den langen
Teil mit den eigenen Notizen von
Siri Hustvedt aus der Zeit vom
November 23 bis Mai 24 gelesen

Dies ist die Phase von Paul Austers
Hospitalisierung dem Hospiz zuhause
Die Pflege Zuhause wie auch seiner
Beerdigung und ihre Gedanken dabei

Zentral in Erinnerung blieben mir die
Sätze sie habe die Zuflucht ihrer
Gedanken verloren und die einzige 
Wahrheit sei dass nichts sicher wäre

Der Bericht ist einerseits schmerzhaft
Niederschmetternd andererseits auch
Voll zärtlicher Schönheit und dabei
Großer gedanklicher Tiefe noch 

Wieder beeindruckt hat mich sein
Tod am 30.4. der ja zufällig auch
Jener Tag ist an dem ich klinisch
Starb um reanimiert zu werden

Das Ende war nach langem Kampf
Erlösend und befreiend nahm dem
Tod mehr Schrecken als das Leiden
Vorher noch mit sich brachte

Ob daraus folgt dass sich der Kampf
Gegen Krebs für das Leben eher
Nicht lohnt weil es eine Qual ist soll
Nicht behauptet werden liegt aber nah

Auch wie sie nach der Beerdigung 
Weil Witwen ja alle Freiheit haben
Sich aufs Bett legte und Pauls
Geist ihr erschien ist zauberhaft

Sie beschreibt das ohne allen sonst
Esoterischen Hokuspokus einfach als 
Erfüllung eines Wunsches die eintrat
Weil sie dort eben an ihn dachte

Vielleicht sind Gedanken an Tote
Die realistischste Art um Geister
Zu sehen ohne allen Hokuspokus 
Dabei im Geist der Erinnerung

Nun ging es Spazieren in Berlin mit
Franz Hessel der in Ich lerne erst
Von einem anonymen Architekten
Über die Zukunft der Stadt lernte

Wie dann die theoretische Planung
Bei einer Fahrt durch die Stadt schon 
Praktisch umgesetzt sah mit großer
Offenheit dabei auch für die Moderne 

Die nötige Veränderung im Stadtbild
Auch was für Alexanderplatz oder
Potsdamer Platz geplant wurde was
Teils auch umgesetzt wurde zeigt

Eine Begeisterung für die Pläne zur
Veränderung des Weichbildes der
Stadt in der er groß wurde noch 
Die keine Angst vor Veränderung hat

Zum Abschluss des vollen Tages
An dem ihn der Architekt durch viele
Gegensätzliche Teile der Stadt fuhr
Ging es zurück in die Vergangenheit

Er besucht eine älterer Dame die
Mit verschiedenen Bildern oder dem
Spielzeug ihrer Kindheit nun die
Vergangenheit aufleben lässt

Auch dies beschreibt Hessel wieder
Liebevoll mit viel Freude am Detail
Macht den Augenblick dort fühlbar 
Der in andere Zeiten noch führt

Reisen durch die Zeit in der Stadt
Zuerst in die ungewisse Zukunft 
Sodann in erlebte Vergangenheit
Geben ein Gefühl für die Vielfalt

jens tuengerthal 24.4.26

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