Lektürentagebuch 27.4.26
Schon heute Nacht mit dem Kapitel
Der Eisfahrt im großen Traum von
Bildung Christian Graf von Krockows
Zu lesen begonnen wo es endlich
Auf die Suche nach dem sagenhaften
Südkontinent ging geschildert in den
Teils fiktiven Tagebüchern von Georg
Forster und James Cook dazu kursiv
Da ich dieses Kapitel gerade erst bei
Georg Forster selbst las war es mir
Noch sehr präsent und ich konnte
Die literarischen Gedanken sehen
Das ist nicht schlecht gemacht auch
Wenn etwas bemüht teilweise und
Eher gegenwärtiges Denken über
Konflikte dabei offenbarend
Die Problematik sich in die Gefühle
Historischer Figuren einzufinden ohne
Sie zugleich für unser Denken zu
Vereinnahmen bleibt die Aufgabe
Ob es der kurzzeitige Verlust des
Vaters im Ruderboot im Nebel ist
Wie die Reaktion von Cook darauf
Die mir sehr pädagogisch vorkommt
Dennoch macht diese Gestaltung
Weiter neugierig auf das Verhältnis
Von Cook und Forster auch wenn
Vieles davon fiktiv sein mag
Der unbemerkte Geburtstag an Bord
Die anonymen Glückwünsche dazu
Die undichte Kabine des Vaters ist
Eine gute Story die noch erzählt wird
Die dabei auch thematisierte ganz
Entsetzliche Langeweile in südlicher
Polarregion ist sehr gut beschrieben
Bestätigt den Flaneur ganz darin
Lieber an Land zu bleiben statt über
Bord zu kotzen was nie wirklich lohnt
So erleben sie auch erste Unwetter
Was viele Verwüstungen verursacht
Eine schöne Idee von Krockow die
Besser noch wäre wenn er sich mit
Schlichter Pädagogik mehr zurück
Hielte was ihm wohl nicht so liegt
Weiter ging es mit Ghost Stories von
Siri Hustvedt mit einem Brief den
Paul Auster an seinen Enkel schrieb
Worin er von Sophies Kindheit erzählt
Das ist wundervoll wie liebevoll und
Zeigt was für süße und aufmerksame
Eltern Paul und Siri wohl schon waren
Wie süß sie sich als Großeltern auch
Kümmern und Gedanken machen um
Den Enkel Miles wann auch immer er
Diese Briefe des dann toten Paul an
Seinen Enkel vielleicht lesen wird
Der Leser erfährt neues auch über
Die großartige Sängerin Sophie
Auster wie den Stolz ihrer Eltern und
Ihre frühe Leidenschaft fürs Malen
Das ist voller Liebe und Zärtlichkeit
Aufmerksam und schön beschrieben
Eine herzerfüllend schöne Lektüre
Die so sehr rührt wie lächeln lässt
Diese Briefe zu veröffentlichen des
Schon präfinalen Paul Auster ist eine
Wunderschöne Verneigung vor der
Liebe und Größe dieses Autors
Was davon wirklich ist und was
Der Phantasie der großartigen Autorin
Siri Hustvedt entspringt ist dabei viel
Weniger wichtig als die Liebe darin
Es sind Eltern die ihr Kind lieben
Wie eine Autorin die ihren am Krebs
Verstorbenen Mann liebt und beides
Ist in diesem Buch so spürbar
Auch weil dieses Buch von einer so
Schönen zarten Liebesgeschichte
Erzählt ist es so wundervoll gemacht
Trotz des immer präsenten Tod
Als letztes noch drei wunderbare
Geschichten von Peter Altenberg
Dem großen Wiener gelesen aus
Dem Band Diogenes in Wien
Neun und elf erzählt von zwei ganz
Zauberhaften genauso alten Mädchen
Wie ihren Ausflügen mit einem Herren
Sogar im Ruderboot mit zarter Erotik
Es passiert dabei nichts was irgend
Eindeutig sexuell gar pädophil wäre
Aber es schwingt die Erotik darin
Zwischen den Zeilen zärtlich mit
Wenn die ältere etwas ermüdet den
Kopf in seinen Schoß legt oder die
Jüngere hingebungsvoll singt wie
Dem Untergrund der großen Gefühls
Das ist noch zarter und feiner als es
Nabokov in Lolita beschreibt ohne nur
Etwas sexuelles auszusprechen weil
Es ja noch Kinder sind vibriert es doch
In Siebzehn bis dreißig der nächsten
Feinen Geschichte geht es um die
Unausgesprochenen Wege der Liebe
Wie die ernüchternde Wirklichkeit
Dabei werden Begegnungen mit dem
Gleichen über Jahre wiederholt und
Der erwartbare Verlauf dazu erzählt
Von Liebe Lust und ihrem Vergehen
Wie Altenberg dies in dem kurzen
Text voller Weisheit inszeniert ist
Von mitreißender Schönheit die dabei
Ganz zauberhaft schlicht bleibt
Als dritte impressionistische Skizze
In feiner kurzer Prosa las ich das
Stück Café-chantant über ein Paar
Das wunderbar aneinander vorbei
Sehr intensiv aber miteinander dabei
Redet in teilweise nur Andeutungen
Was einen wunderbaren Moment hier
Inszeniert der lohnend zu lesen ist
Peter Altenberg der eigentlich
Richard Engländer hieß ist einer
Der feinen Wiener Kaffeehaus
Literaten der eng befreundet
Mit Egon Friedell auch war der
Einige seiner Prosaskizzen nach
Seinem Tod 1919 herausgab blieb
Als Autor Zeitlebens auf Spenden
Angewiesen die besonders Friedell
Verdienstvoll für ihn noch sammelte
Sitzt heute als Figur im Café Central
In dem er lange auch Stammgast war
War er real wie der Flaneur hier ein
Gescheiterter Jurist und ebenfalls
Gescheiterter Buchhändler der ein
Armer Autor bis zum Ende blieb
jens tuengerthal 27.4.26
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