Freitag, 17. Juli 2026

Vormerz

Vormerz

Vor Merz ging es uns schlecht
Unter Mutti jammerten auch alle
Die nun als Heilige verklärt wird 
Aber es gab keinen Kanzler der
Sauertöpfisch als Sauerländer 
Alle ermahnte weil er immer
Schon mehr tat als alle auch
Wenn keiner sieht was hat
Der Kanzler immer Recht
Unser Golfspieler mit dem
Normalen Privatflieger der
Genau weiß wie es auch
Alleinerziehenden geht die 
Einfach mehr arbeiten sollen 
Statt in Wimbledon rumzuhängen
Stellt euch doch alle nicht so an 
Der Bundeskanzler ist ein Vorbild
Leistet auch im Rentenalter nichts
Aber jammert für Millionen wie
Schwer es einer wie er hätte 
Was ging es uns doch schlecht
Vor Merz schon aber welch 
Wunderbarer Grund zum jammern
Regiert Deutschland nach dem
Vormerz bis heute denn zwar
Geht schlimmer immer aber
Schlechter wurden wir nie
Von staatlicher Gier behandelt

jens tuengerthal 17.7.26

Jammerland

Jammerland

Deutschland ist jämmerlich
Lautes Jammern gehört hier
Zum Geschäft und wer nicht
Ordentlich klagt dem geht's
Wohl zu gut was hier nicht
Sein darf auf Dauer weil es
Ungerecht wäre wenn wer 
Mehr Grund zu klagen fände
Merz hat das verstanden
Ihm geht es darum auch
Am allerschlechtesten denn 
Natürlich hat er es am schwersten
Nun muss er auch noch die
Transatlantische Leihmutterschaft
Für seinen schon schwierigen
Schwulen Spahn verteidigen
Mit guten alten Werten einfach
Die Grenzen dicht machen für
Alle die es schwerer haben
Was ja am deutschen Wesen
Rüttelte ohne Aussicht auf das
Jammertal in dem das Volk was
Als faul beschimpft wurde vom
Ruckizuckiflugkanzler noch so
Gerne mit Selbstmitleid steckt
Der fliegt lieber zum großen 
Antiantifa Kongress beim großen
Bruder überm großen Teich der
Im Neofaschismus schon ankam 
Statt hiesige Jünger Putins die
Jammerossis mehrheitlich sind
Zu bekämpfen versteht er Trump
Und schaut dazwischen Tennis
In Wimbledon weil wir alle es
Am schwersten doch haben 
In Deutschland dem Jammerland

jens tuengerthal 17.7.26

Nachtnackt

Nachtnackt

Ob im Dunkeln so gut munkeln ist
Könnte mit dem weniger was wir 
Da anhaben enger zusammenhängen
Als unausgezogen eingeschlafene
Auf schmalerer Couch merken
So entstünde des Nachts wohl
Mancher wunderbarer Akt den 
Nur leider keiner sieht weil es
Nachts zwar vielleicht auch
Kälter als draußen ist aber
Gewiss keiner genau sieht
Wie scharf wir bei Licht wären 
Doch hat die natürliche nächtliche 
Unschärferelation im Alter doch
Entscheidende Vorteile auch weil
Das Dunkel die Phantasie füllt 
Die immer noch ansehnlich ist 
Wie nicht so genau hinschaut
Was teilweise auch besser tut
Nachts nackt zu sein hat also
Noch unsichtbare Vorteile die
Sich auch ohne voll entfalten

jens tuengerthal 17.7.26

Nachtmahl

Nachtmahl

Das Nachtmahl ist selten nur 
Wirklich eines das in der Nacht
Also nach Mitternacht genossen
Sondern für viele das Abendbrot

Ob dies nach dem Abendrot erst ist
Das die Nacht für manche schon
Einläutet die auch mit den Hühnern
Wieder aufstehen weil sie müssen 

Wird sich mancher wohl fragen 
Beginne das Spätstück meist noch
Vor Mitternacht aber lasse es gern
Bis spät in die Nacht dauern was

Für andere schon früh am Morgen
Ob also dann spätes Spätstück
Zugleich frühes Frühstück wird 
Jedenfalls nach Mitternacht bleibt

Fraglich aber betrifft nur Genießer
Die auch eine Mitternachtssuppe
Noch zu schätzen wissen wie sie
Auf manchen Festen noch gereicht

Wenn mein geliebtes Spätstück ab 
Mitternacht zum Frühstück würde 
Fragt sich was sich dann änderte
Solange wir es egal wie genießen

Gewöhnlich stärkt das Frühstück
Für den kommenden Tag während
Spätstück vor der Nachtruhe die
Am Vormittag endet erst kommt

Sollte es für manche dabei gewisse
Zeitliche Überschneidungen geben
Kann es  inhaltlich dahinstehen da ich
Das gleiche egal wann esse 

Es empfiehlt sich jedoch vor der 
Nachtruhe nach dem Nachtmahl noch
Eine Nachtrunde einzulegen somit
Mögliche Nachtmahr zu vermeiden

Vom Winde verweht lassen sonst
Nachts abgehende Winde alles
Besser ertragen schenken so die
Größtmögliche Gelassenheit auch

Am Tag sieht es dann schon wieder
Völlig anders aus und ist dennoch das
Gleiche mit Tee Toast Haferflocken 
Wie Sandwich am Ende ist alles gut 

jens tuengerthal 17.6.26

Donnerstag, 16. Juli 2026

Lektürentagebuch 16.7.26

Lektürentagebuch 16.7.26

Schon in den frühen Morgenstunden
Mit Harry Graf Kessler und seinen 
Erinnerungen eines Europäers auf
Dem Diwan begonnen in Paris 

Hier erzählt er von der sich bereits
Wandelnden nationalen Stimmung
Unter der seine Mutter noch mehr
Zu leiden hatte als sonst schon

Die stolzen Franzosen stellten sich
Den räuberischen Deutschen die
Ihnen ihr Elsass Lothringen nahmen 
Mit starkem Gefühl klar entgegen

Seine Mutter war wie der alte Adel
Noch postnational und wie gerne
Schrieb ich hier schon gäbe es
Hoffnung diese Missgeburt wieder

Loszuwerden welche die Nation 
Die sich in Frankreich so gerne noch
Für Grande hält aber noch scheint
Die Menschheit zu unterentwickelt 

Schon vorher von neidischen Weibern
Mit Lästerei und Misstrauen bedacht
Bekam dies im neuen Nationalismus 
Eine hässliche neue Variante noch

Dazu die ewigen schlichten Männer
Die ihr nachstellten und sie auf ihr
Schönes Äußeres reduzierten aber
Ihr selten auch Verstand zutrauten

Unter diesen auch der spätere
Reichskanzler Bernhard Bülow
Der sich als Attaché in Paris bald
Anbiederte und sie anmachte

Die Abwesenheit ihres Mannes gleich
Nutzte noch zudringlicher zu werden
Als sie sich daraufhin Rat von einem
Frommen englischen Onkel holte 

Riet der ihr nur sie solle doch bitte
Ihr langes blondes Haar abschneiden 
Wie in Sack und Asche gehen so
Hätte sie den Versuch provoziert

Er erbittet Bülows Adresse die sie
Ihm leichtsinnigerweise noch gab 
Schickt ihm darauf fromme Traktate 
Wie zu allen Zeiten war Frau in Not

Allein auf sich gestellt und Bülow
Rächte sich bitterlich durch die
Behauptung sie hätte eine Liaison
Mit einem französischen General

Der auch spät gegrafte und gefürstete
Bülow der bei Harrys Mutter Alice
Nicht landen konnte behauptete ihr
Mann setze sie gewinnbringend ein 

Es lohnt dazu noch mehr über den
Vater und die politischen Intrigen der
Zeit zu lesen auch das Gerücht 
Harry sei von Wilhelm stammt wohl

Vom beleidigten Bülow der angeblich
Mit Weisung aus Berlin auf Alice dort
Angesetzt worden war und berichtete 
Das Misstrauen der Mutter hatte also

Gute Gründe und Alice litt wie alle
Schönen und noch dazu begabten 
Jungen Frauen am Neid anderer
Was mir als Mann unvorstellbar

Doch froh bin ich nicht mehr zu
Wissen oder mich dafür auch nur 
Zu interessieren was bestimmte 
Kreise noch über mich reden 

Sobald es einen Hof gibt und also
Persönlichkeiten ein Amt erben ist
Dieser widerliche Tratsch normal
Der manche Leben zerstörte

Auch darum ist dieser Tratsch über
Affären und Titel so wichtig was 
Auch immer Anlass der späteren
Nobilitierungen war weckten sie Neid

Sich aus allem raushalten ist meist
Die klügste Taktik bei Intrigen die 
Nie ein höheres Ziel als Macht zu
Sichern auf unsaubere Art dabei

Verständlich verteidigt hier Harry
Seine Familie gegen die Intrigen
Wie Gerüchte die Bülow verbreitete
Wie dieser wirklich war bleibt unklar

Es gibt zumindest gute Gründe nie 
Einer Partei anzugehören was eine
Gute Tradition meiner Familie auch ist 
Wie ekelhaft es wird ist sehr deutlich


Im Kapitel Goldene Knöpfe erläutert
Stephen Greenblatt in seinem Buch
Dunkle Renaissance die englische 
Klassengesellschaft am Beispiel

Der wenigen Aufsteiger und wie
Gering ihre Chancen waren etwas
Zu werden außer Pfarrer oder noch
Seltener mal Universitätsprofessor

Dies wird an Beispielen erläutert
Die den Blick für die Verhältnisse
Wie ihre Enge zu der Zeit öffnen
Fragt nach den Aussichten die

Ein Schustersohn wie Christopher
Marlowe im noch elisabethianischen 
England hatte die Grenzen etwa der
Eigenen Herkunft zu überwinden

Hierbei bringt Greenblatt Beispiele
Wie Marlowe diese Unterschiede in 
Seinen Stücken das Massaker vom
Paris und Doktor Faustus thematisiert

Deutlich wird mir dabei auch dass 
Unser Urdeutsches Drama der Faust
Eine Story von Marlowe zuerst ist
Die Goethe nur gut deutsch gemacht

Ist das faustische Element einsamer 
Grübler einfach international wie die 
Standesprobleme sich überall ähneln
Wo Menschen Macht ausüben noch

Deutlich zeigt Greenblatt dass ein
System von Stipendien das nur zum
Pfarramt niederen Ranges oder mit
Glück zur Professur führte frustrierte


Dem Thema Mobilität widmet sich
Romedio Schmitz-Esser in Um 1500
Der Europa zur Zeit von Albrecht 
Dürer zu beschreiben versucht

Die Zeichnung von Dürer zeigt Schiffe
Im Hafen von Antwerpen der einer
Der wichtigsten der Epoche Dürer 
War 1520 mit seiner Frau zusammen 

In die Niederlande gereist schon seine
Gesellenreise hatte ihn an den 
Oberrhein geführt er war in Italien wie
Normal war solche Mobilität damals

Wird vom Autor hier gefragt und er 
Führt dazu zwei Theorien an die sich
Eher widersprechen aber beide zu
Extrem wird vermutet auch sein

Die Antwort ist tiefgehend und sagt
Es gab zwar im Mittelalter weniger
Mobilität aber immer auch und teils
In großen Netzwerken organisiert

Immer wieder bezieht er sich dabei
Auch auf die Reisen von Dürer ob
Nach Italien an den Oberheim oder
Wie 1520 in die Niederlande

Es gab die abhängigen an die Scholle 
Gebundenen Bauern die nicht reisten 
Der Adel reiste immer für Ehen Kriege
Zum Vergnügen für die Diplomatie

Reisen waren riskant aber konnten 
Auch hohen Gewinn bringen und
Lohnten wohl meistens warum sie
Per Schiff Pferd oder zu Fuß gingen

Schiff war die schnellste Form dabei
Pferde waren schneller als zu Fuß
20 Kilometer am Tag waren viel der
Zustand der Wege unterschiedlich

Das zersplitterte Reich hatte ständig
Zollstellen die zusätzlich aufhielten 
Darum brauche es Passierscheine 
Als Vorläufer heutiger Ausweise dabei

Schon die Familie Dürer die aus
Ungarn nach Nürnberg kam hatte
Mobilität bewiesen daneben gab es
Die Pilgerfahrten gern in Gruppen 

Die Formen der Mobilität hier an der
Schwelle vom Mittelalter zur
Renaissance waren unterschiedlich
Aber es gab sie notwendig immer

jens tuengerthal 16.7.26

Bibliotheksvollkommen

Bibliotheksvollkommen

Eine gute Bibliothek enthält alles
Was es zum guten Leben braucht
Zumindest kann sie das ohne zu
Großen Aufwand leicht ermöglichen

Natürlich haben unsere großen so
Wunderschönen klassischen alten
Bibliotheken noch mehr zu bieten
Aber inhaltlich bin ich relativ nah

Habe ich genug zu essen und
Kommt die Liebste regelmäßig
Noch vorbei ist alles perfekt dort
Muss nie wieder weg von hier 

Eine Bibliothek enthält die Welt
Ist selbst eine solche in vielen 
Sie kann trösten aufregen wie
Wohlig entspannen die Liebe

Zu Büchern wecken und erhalten 
Lebe in einer gewachsenen wie
Über Jahre ersammelten Bibliothek
Damit sind alle meine Träume erfüllt

Sich dies als Bewohner einer
Bibliothek bewusst zu machen
Entspannt das Leben vollkommen 
Lebe so in meiner Traumwelt

Andere sind ewig unruhig und
Wollen unbedingt noch wohin
Bleibe lieber zufrieden in meiner
Bibliothek vollkommen erfüllt

jens tuengerthal 16.7.26

Postnationalball

Postnationalball

Das Verhalten der Argentinier nach
Dem Sieg über England im Fußball
Zeigt warum es keine Nationalelf 
Mehr geben sollte in Zukunft

Das Ausrollen eines politischen Plakat
Zum Besitz der Falkland Inseln zeigt
Imperialistisch nationales Verhalten 
Was das Gegenteil von sportlich ist

Dabei völlig dahingestellt ob der noch
Britische Besitz der Inseln nicht auch
Ausdruck vorgestrigen Imperialismus 
Schon lange ist was möglich scheint 

Es geht hier darum dass Argentinier
Engländer national erniedrigen wollen
Nach dem sportlich verdienten Sieg
Spieler die so etwas tun gehören 

Für den Rest der Weltmeisterschaft
In Konsequenz gesperrt was wohl
Große Teile der Mannschaft betrifft
Und Schluss mit nationalem Fußball

International bunt besetzte Vereine
Können Turniere veranstalten aber
Nur im Verein auf Dauer zeigt sich
Die Qualität eines Teams wirklich

Weg mit nationalen Wettbewerben 
Braucht keiner in einer postnationalen 
Welt die mehr Kooperation nötig hat
Statt lächerlich nationale Konkurrenz

Keine WM und keine EM mehr das
Thema hat sich erledigt mit dem
Totalen Ausverkauf in den USA 
Bunte Spiele der Vereine lieber

Die Pinguine in Falkland sollen
Auch künftig in Ruhe leben wenn
Nationen endlich Geschichte sind
Die korrupte FIFA wird aufgelöst

jens tuengerthal 16.7.26

Nachtschicht

Nachtschicht 

Manche legen mal eben eine
Nachtschicht ein wenn nötig
Kenne das aus dem Studium
Von der Arbeit im Krankenhaus
Wie von meinem Vater dem Arzt 
Der vorzugsweise wissenschaftlich
Die Nächte durcharbeitete um dann
Sehr wenig nur zu schlafen was
Ihn auch viel Kraft kostete 
Sein Leben vielleicht verkürzte
Andererseits verlor er Kraft als
Er dies nicht mehr musste was
Am Ende alle Fragen offen lässt
Irgendwann haben wir fertig 
Wie Trapattoni einst sagte
Dann ist es auch gut so und
Zumindest ewige Ruhe dafür
Was vielleicht kostbarer ist 
Als alle Mühen der Daseins
Bin gerne nachts ungestört
Bei der gedanklichen Arbeit
So führt die Ruhe den Dichter
Dichter zu sich um damit neue
Verse im Zwischenraum der
Stille wortreich zu finden

jens tuengerthal 16.7.26

Nachtarbeit

Nachtarbeit

Manche arbeiten nachts
Wie auch dieser Dichter 
Der die Ruhe liebt um so
Ungestört Verse zu schmieden
Sie schlafen dann am Tag
Nach getaner Nachtarbeit
Ob sie darum mehr oder
Weniger vom Tag haben
Könnte fraglich sein aber
Sicher habe ich viel mehr
Von der Nacht als wenn ich
Diese einfach nur verschlafe
Denke ich und schenke mir
Den Vormittag dafür gerne
Als gute Schlafenszeit falls
Gelegentlich auch mal nötig
Die relative Zeitverschiebung
Könnte fragen lassen ob ich
In Australien genauso arbeitete
Wohin ich vermutlich nie reise 
Was ich ohnehin lieber vermeide
Aber ich denke es wäre das gleiche
Um die Nachtruhe zu nutzen in
Ruhe Dichter und Denker zu spielen
Also zu anderen Zeiten zu leben 
Gegen den Rhythmus der Mehrheit
Was schon befreiend klingt für
Einen der gerne anders ist 
Um so bei sich zu sein bis
Die Sonne von Osten einfällt
Dunkle Ruhe wieder verdrängt
Mit durchsichtig lichtem Tag
So wurde mir auch das sonst
Frühstück zum Spätstück
Manchmal ist es besser
Es andersrum zu tun

jens tuengerthal 16.7.26