Mittwoch, 21. Januar 2026

Teekontinuum

Teekontinuum

Das einzige was
Im Leben bleibt ist täglich
Liter Tee trinken

jens tuengerthal 21.1.26

Lustsynchron

Lustsynchron

Lust funktioniert nur wenn
Die Beteiligten sie auch teilen
Egal ob eins zwei oder viele
Müssen sie geil aufeinander
Zumindest irgendwie sein
Sonst wird es schnell für 
Einen oder beide peinlich
Wie damit unangenehm
Was die Lust dauerhaft
Unnötig noch mindern kann 
Fehlversuche beim Sex
Traumatisieren oft mehr
Als der Erfolg Glück schenkt
Sobald ich es mit Abstand
Also eher nüchtern betrachte
Wird viel der Gymnastik dabei 
Schnell lächerlich schlimmer
Nur wird es wenn wir es
Dabei ernst meinen wie
Mit ganz viel Gefühl es wollen
Statt gelassen mit Abstand
Synchronität ist also wichtig 
Freude am Sex zu haben
Das beste Mittel aber gegen
Diese wie andere Probleme
Beim und mit dem Sex ist
Humor der am Ende alles 
Lachend noch heilen kann 
Überlege ich dabei lachend

jens tuengerthal 21.1.26

Liebesübermacht

Liebesübermacht

Wenn am Ende immer die Liebe siegt
Egal was ich meine oder will wäre die
Liebe die große Übermacht die alles
Im Griff hat auch wer Grönland kriegt
Was natürlich so oder so Unsinn ist
Weil Politik nichts mit Liebe zu tun hat
Eher das natürliche Gegenteil ist
Es um Macht und Ehrgeiz geht 
Aber zumindest in Fragen der Liebe
Ist sie die absolute Übermacht ohne 
Zu wissen ob die Vaterlandsliebe oder
Jene zum Mutterland auch eine ist
Weil Millionen dafür gerne sterben
Wenn wenige Verrückte wieder
Krieg spielen statt irgendwas 
Vernünftiges lieber zu tun
Warum diese sogenannte Liebe
Eher eine Form von Dummheit ist
Der manche zu gerne verfallen 
Aber wenn es nur um Gefühle
Für eine andere geht dann haben
Diese immer wieder absolute
Übermacht was gut so ist
Auch wenn nicht wirklich
Vernünftig dabei gewinnt
Am Ende die Liebe sonst
Ist halt noch nicht zu Ende

jens tuengerthal 21.1.16

Dienstag, 20. Januar 2026

Missverständnisse

Missverständnisse

Missverständnisse sind anstrengend
Oft auch schmerzvoll ärgerlich denn 
Wie gerne fühlten wir uns verstanden 
Gar ganz einverstanden miteinander

Doch sind Missverständnisse wirklich
Vermeidbar oder der ganz natürliche 
Lauf der Dinge weil wir die Welt eben
Unterschiedlich sehen egal was ist

Gibt es überhaupt etwas das so ist
Aber nicht anders sein kann und
Wie denn dann überhaupt was wäre
Einzig richtig und gibt es das jemals 

Die Wahrheit ist die Erfindung eines
Lügners und wie wirklich dabei noch
Relative Wirklichkeit ist bleibt unklar
Wie so vieles im Leben eher immer

Der eine sagt etwas und meint es so
Die andere hört darin etwas völlig
Anderes weil sie an etwas denkt was
Nichts mit der erst Absicht zu tun hat 

Irrt nun die die anderes hört als 
Gemeint war oder drückte sich
Der andere nur unklar aus was die
Verantwortung für Missverständnisse

Seltsam offen und unklar noch lässt
Ist der etwas sagt dafür verantwortlich
Wie seine Worte bei ihr ankommen
Oder überforderte das natürlich alle

Traue mir nie zu Frauen zu verstehen
Noch sicher zu sein wie sie mich aus
Der Laune des Augenblicks oder ganz 
Anderen tiefen Gründen je versteht 

Wie soll ich wissen was meine Worte
In ihr auslösen die vielleicht einen
Völlig anderen Kontext für sie haben 
Der natürlich klar ist was sie versteht

Davon verstehe ich aber nichts noch
Kann ich hoffen es je zu können weil
Wir von Natur her verschieden sind
Gleiche Worte unterschiedliches für 

Jeden der Beteiligten heißen können
Was denke ich darüber nach mir auch
Völlig logisch erscheint was nun das
Eis jedes Konsens sehr dünn macht

Wie schnell brechen wir dann ein 
Auch wenn in bester Absicht noch
Miteinander in losgegangen weil wir 
Uns nicht klar verständigen können 

Denke an das Mars Venus Prinzip 
Nach dem Frauen von der Venus 
Männer aber vom Mars kommen
Sich nicht verstehen können

Das gefährliche dabei ist nur dass 
Wir die gleichen Worte mit völlig
Unterschiedlicher Bedeutung nutzen 
Es kam nicht keine Missverständnisse

Geben sondern diese sind logisch
Völlig normal gerade wenn unser
Gefühl uns sagt es sei doch alles
Völlig klar und offensichtlich ist es

Das sicher nie jedoch kann es sehr
Helfen sich dessen bewusst zu sein
Natürlich verstehen wir uns nicht 
Das können wir nach der Natur nicht

Aber sofern wir uns lieben ist alles
Andere im übrigen völlig egal weil
Die Liebe immer Recht hat egal was
Nun logisch wäre oder genau nicht

Sagen wir also lieber künftig dass 
Missverständnisse das neue normal
Sind werden wir über vieles leichter
Lachen können als sich ganz sicher

In egal was sein zu wollen was dann
Bestimmt der größte Irrtum ist weiß 
Doch jedes Kind in der Liebe wie auf 
Hoher See ist nichts je gewiss

jens tuengerthal 20.1.26

Lektürentagebuch 20.1.26

Lektürentagebuch 20.1.26

Über Freiheit und Luxus schreibt 
Philipp Blom im zweiten Kapitel
Seines Epilog zur Welt aus den 
Angeln über die kleine Eiszeit

Hier rechnet er mit Voltaire ab
Dem reichen Bankier des Adels
Der aufgeklärt kritisch schrieb
Über die Gleichheit aller Menschen

Aber als Geldverleiher und Investor
Auch am Sklavenhandel gut verdiente
Die Nähe von Despoten suchte um
Sein freies luxuriöses Leben zu führen

Er predigte in gut verkäuflichen
Kalendersprüchen Gleichheit aller
Aber doch bitte nicht für Neger die
Einfach eine andere Rasse wären 

So war der große Voltaire nach dem
Verständnis unserer Zeit ein Rassist
Was Blom mit vielen Beispielen auch 
Belegen kann und zugleich widerlegt

Wir lernen den auch verlogenen
Intriganten hinter dem bekannten
Autor der Aufklärung kennen der
Mit Friedrich dem Großen schrieb

Doch im Gegensatz zu Diderot wie
Baron Holbach dessen Systeme des
La Nature erfolgreichstes Buch der
Epoche wurde und in dessen Salon

Die Bösen Philosophen über die
Blom so treffend schrieb verkehrten
War Voltaire kein Anhänger von
Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit

Vielmehr war der Literat und Bankier
Für einen Atheismus und eine klar 
Kritische Aufklärung nur unter den 
Freien erfolgreichen für Freiheit

Auch das Streben nach einer idealen
Gerechten Welt wie er sie noch im
El Dorado des Candide beschreibt 
Lohne sich nach Voltaire nicht

Es bliebe immer illusorisch und ihm
Würde dort langweilig werden warum
Der Einzelne sich ins Privatleben
Zurückzieht den Garten zu kultivieren

So werden wir nach Voltaire nicht als
Kämpfer für die Freiheit glücklich
Sondern als Kleingärtner sofern
Ein Stück Land unser Eigentum ist

Egon Friedell schreibt in seiner
Kulturgeschichte der Neuzeit über
Die Arten der Weltfiktionen in der
Geschichte und was sie ausmacht

Er unterscheidet Naturvölker vom
Kulturvölkern die sich aber bei den 
Römern wiederum glichen was zeigt
Wie relativ tauglich Schubladen sind

Ob uns die Welt nun wirklich erscheint
Gar berechenbar sein soll oder als
Bloße Halluzination für höhere Kräfte
Wie das Mittelalter gerne annahm

Sind Varianten die für jeden der die
Freiheit aus dem Bewusstsein der
Aufklärung verstand völlig irrelevante
Fragen weil wir es können genügt

Friedell meint jedoch die Barocke
Wie er wieder schreibt vereine 
Alle Teile davon die alles ästhetisiert
Sie spielt mit allem auch der Logik

Löst die Welt in einem Traum auf
Den sie als theatrum dei empfindet 
Hat so heterogene Aspekte zu einer
Kultur komponiert die einheitlich war

Unter dem Ideal der Fettleibigkeit 
Denkt Friedell über die stärkste 
Klammer der Form nach die alle 
Gegensätze streng zusammenhielt

Hier schneiden sich für Friedell der
Cartesianische Rationalismus mit
Dem berninischen Irrationalismus
Nach beiden soll die Form über die

Materie triumphieren ja auf bloße
Form alle Materie reduziert werden
Die Barocke sei formfreudigste wie
Formgewaltigste formhörigste Zeit

Welches zugleich auch noch das
Förmlichste Zeitalter der Geschichte
Was sich schon äußerlich etwa in der
Perücke zeigte die natürlich bremste

Alles genügt einer vorgegebenen
Form keine Improvisation dabei
Als geistreich galt wer genau die
Vorgegeben Regeln dabei erfüllte 

Dazu passte der Stöckelschuh wie
Die lange reich verzierte Weste dazu
Riesige Ärmel und Knöpfe sollten
Dabei große Gravität verleihen

Entsprechend kam Fettleibigkeit in
Mode die genau dem Ideal der
Barocke an Schönheit entsprach die
Durch den Stock verziert wurde 

Die Kunst der Zeit von Rubens
Bis zu Rembrandt und mehr
Zeigt genau dieses Ideal auch
Sehe die fetten rosa Gesichter

Abgesehen von den schlichten
Schubladen die nie ganz für alle
Passen ist der Gedanke über den

Zusammenhang von Form und
Geist der Barocke hier spannend
Für ein allgemeines Verständnis

jens tuengerthal 20.1.26

Lieblos

Lieblos

Liebe los werden
Erleichtert Leben danach
Lieblos zu führen

jens tuengerthal 20.1.26

Sinnlos

Sinnlos

Leben ist sinnlos
Dies erkennen erleichtert
Abgang am Ende

jens tuengerthal 20.1.26

Teehilfe

Teehilfe

Tee hilft auch Tage
Zu überstehen welche 
Elend anfangen

jens tuengerthal 20.1,26

Montag, 19. Januar 2026

Lektürentagebuch 19.1.26

Lektürentagebuch 19.1.26

War die Welt wirklich aus den Angeln
Fragte Philipp Blom im gleichnamigen
Buch über die kleine Eiszeit die von 
Etwa 1570 bis 1700 Europa erfror

Dieser historisch sehr spannende 
Band der schon auf dem Einband
Das Gemälde Winterlandschaft vom
Hendrick Avercamp trägt ist so klug

Blom den ich schon als Autor der
Bösen Philosophen lieben lernte als 
Denker der mit kritischer Vernunft wie 
Historisch bewandert klug schreibt 

So auch dieser Band wieder dessen
Epilog wie ein Essay unter dem Titel
Nachtrag zur Bienenfabel steht vom
Dem ich das erste Kapitel heute las 

Wie Singvögel Kellerasseln und
Korallen steht über diesem das auf
Die berühmte Bienenfabel von
Bernard Mandeville von 1714 anspielt 

In jener erläutert Mandeville wie ein
Bienenvolk durch Laster wie Gier Geiz
Luxus und Betrug reich erfolgreich
Wurde was sittsames Tun beendete

Öffentliches Wohl kann danach aus
Dem Laster entstehen während die
Tugend den Untergang beschleunigt
Somit sei Laster Grund für Wohlstand

Wir sein Tiere suggeriert der Autor
Folgten nicht einer höheren Moral
Sondern schlicht unseren Trieben
Es sei sinnlos dem Menschen in

Etwas zu verwandeln was er nicht ist
Der Mensch ist ein cleverer Primat der
Heute nicht klüger ist als er noch vor
Hunderttausend Jahren gewesen ist

Allein das Spielzeug sei größer meint
Blom dazu ich würde ergänzen schon
Die Masse macht alles was die Art
Beginnt zum Problem für andere

Auch wir müssten uns wie jede Art
An die Umweltbedingungen dabei
Anpassen nur sind wir schneller in 
Der Entwicklung neuer Strategien

Dabei zeige die kleine Eiszeit wie
Gut und schnell wir dabei neue
Strategien entwickeln konnten die 
Sich den Bedingungen neu anpassten

Bei dieser Entwicklung der langsamen
Anpassung setzte sich evolutionär die
Bürgerliche Mittelschicht durch mit der
Sich kulturelle Öffentlichkeit änderte 

Es wurde ein früher Kapitalismus neu 
Geschaffen der auf Welthandel setzte
Aus der feudalen Epoche entstand in 
Relativ kurzer Zeit die frühe Moderne 

Sie reichte von der Landwirtschaft
Zu großen theologischen Fragen die
Auch ohne Transzendenz beantwortet
Werden konnten auf geistiger Suche

Philosophie Wirtschaft Wissenschaft
Wie das Streben nach Macht waren
Aspekte derselben sozialen Energie
Die wichtige Reformen begünstigte 

Es veränderten sich Landwirtschaft
Handel wie politische Praxis mit dem
Kreditwesen und einer neuen Art
Kriege zu führen und zu finanzieren

Waren Märkte und Geld früher noch
Randerscheinungen wurden sie nun
Zum Zentrum was sozial dynamischer
Wie damit auch durchlässiger machte

Ziel der Gesellschaft war plötzlich das
Wirtschaftliche Wachstum geworden
Statt spiritueller Erlösung vorher noch
Anders bei Kolonien oder Leibeigenen

Wachstum und Reichtum Europas
Fußte wie Blom treffend erläutert
Auf Ausbeutung anderer auf deren
Ressourcen gebaut worden war

Europa erreichte globale Dominanz
Durch ein neues Denken das später
Kapitalismus genannt wurde sein
Erfolg lebte von Unterdrückung

Auch der Geist wurde dabei zur 
Krücke der Ausbeutung die dann
Christlich oder aufgeklärt begründet
Den Vorgaben des Marktes genügte

Denker wie Descartes Spinoza Locke 
Oder Hobbes legten erst die geistige 
Grundlage für den neuen Anspruch
Eigener bürgerlicher Macht dabei

Die Idee dass jeder Mensch eigene
Natürliche Rechte hätte war eine
Klare Kritik an der zuvor absoluten
Macht des Adels über das Leben

Diesen Ideen ging es wie den Tulpen 
Oder Kartoffeln sie wurden ignoriert
Ausgerupft und verspottet bis ihr Wert 
Am Markt spürbar verbreitet wurde 

Die Idee universeller Menschenrechte
Träumte eine urbane Mittelklasse 
Gegen den Adel was sich dann auf
Alle unterdrückten Menschen bezog 

Daraus ergab sich ein bis heute noch
Wirkendes Dilemma insbesondere für
Die gebildete Mittelschicht die sich als 
Motor des sozialen Gefüges sieht

Ihr moralischer Anspruch gründet auf
Der Idee von Demokratie und dabei
Universellen Menschenrechten und
Fühlt sich der Aufklärung verpflichtet

Ihr wirtschaftlicher Erfolg wie auch der
Wohlstand der das Denken ermöglicht
Begründet sich auf das Erbe von
Wachstum und Ausbeutung bis heute

Jenes frühkapitalistische Denken aus 
Dem 17. Jahrhundert bleibt kolonial
Wie mit Ansprüchen der Aufklärung 
Für immer unvereinbar sein wird

Eine wichtige Erkenntnis die gut den 
Schizophrenen Zustand unserer
Unserer Gesellschaft offenbart die
Mit sich dabei immer uneins bleibt

Wir setzen zuerst auf Wachstum
Nach kapitalistischen Grundsätzen
Das zerstört wovon wir leben wollen
Dem entspricht das Sozialsystem

Noch immer braucht es ein
Lange schon irreales Wachstum
Der Bevölkerung auch künftig noch
Sicher zu funktionieren also bitte

Unsere Umwelt bräuchte von allem
Weniger außer vom echten Wald
Doch wollen wir Wachstum überall
Fällen dafür auch die letzten Bäume

So zerstören wir die Grundlagen
Unseres künftigen Lebens was
Krank erscheinen musste wäre es
Nicht ökonomisch leider nötig

Da beides mit der Zukunft sicher
Nicht vereinbar ist wird diese sich
Ganz nach der Natur dann von 
Allein erledigen und wir sterben aus 

jens tuengerthal 19.1.26




Liebesbleiben

Liebesbleiben

In Liebe bleiben 
Besser als weitersuchen
Wollen ohne Ziel

jens tuengerthal 19.1.26

Verschlafen

Verschlafen

Es gibt Epochen 
Die wir besser verschlafen
Heil zu erwachen

jens tuengerthal 19.1.26

Teetäglich

Teetäglich

Täglich Teegenuss
Beginnt Tage immer schon
Wärmer als ohne

jens tuengerthal 19.1.26

Wesenszug

Wesenszug

Erkenne dich selbst steht am 
Anfang aller Erkenntnis wie es
Am Apollon Tempel von Delphi
Geschrieben stand was wiederum
Chilon von Sparta zitierte der auch
Über die Toten nichts als Gutes
Sagen wollte doch welcher Weg
Führt am ehesten dahin und sind
Die größten Irrtümer dabei eher
Umwege oder Schnellstraßen
Die den zu sich eher abkürzen 
Überlege ich der manche Wege
Ging um am Ende doch lieber
Bei der Vernunft zu bleiben statt
Sich vor einem Aberglauben noch
Verneigen zu wollen der es dafür
Leichter macht angepasst zu leben
Wo die Vernunft kritisch denkt was
Wiederum Mut erfordert womit wir
Nach Kant schon beim Motto der
Aufklärung angekommen wären
Dem gern zitierten sapere aude
Eine Mottoparty machen könnten
Bis das scharfe Denken beginnt
Ist der Irrende auf dem Weg zu sich
Natürlich weiter als Wahrheitsbesitzer
Überlege ich und suche nach dem
Gleis auf dem der Wesenszug fährt
Der völlig in die Irre mich führt 
Wohin auch immer das verführt
Sollte alles Denken bei sich beginnen
Was wesensmäßig auch nahe liegt
Sollte wer denken wollen statt nur
Wie ein Schaf der Herde zu folgen

jens tuengerthal 19.1.26

Lustloch

Lustloch

Gibt es Sicherheit bei der Lust
Etwas was immer gilt und worauf
Wir uns zufällig verlassen können
Außer die bekannten Vorurteile
Über die Vorlieben des jeweils
Anderen Geschlechts um sich
In ein besseres Licht zu rücken
Als könnte es Normen je geben
Die zuverlässig Empfinden regeln 
Was dazu noch am individuellem
Hormonspiegel mehr hängt als
Am vernünftigen Gründen je 
Oder ist die Lust wie ein Loch
In dessen Dunkel alles sein kann
Diese Black Box der Sexualität
Was vor allem immer ungewiss
Bleibt und eher mehr wird desto
Sicherer wir uns dabei noch sind
So fern mir als Aufklärer stets 
Die Dunkelheit liegt auf der Suche
Nach irgendwo geistigem Licht
Wie es sich auch für frühere
Freimaurer vielleicht geziemt
Zieht es die körperliche Lust ganz 
Natürlich in dunkelste Löcher um
Darin am Ende überzulaufen was
Dem Höhlenmenschen der ich bin
Näher liegt als eine lichte Loft
Bleibt nur die Frage ob die Lust
Damit das Gegenteil von Licht
Oder Aufklärung logisch ist
Epikur in dunklen Gründen wühlte
Die wir in lichten Sphären dabei 
Schwebend geistig überwinden
Sollen menschlich wertvoll zu werden
Denke ich und lache darüber der
Ein geistiger Höhlenforscher bleibt
Der gern tiefer dringt als alle vor ihm
Um sich dabei näher zu kommen 
Weshalb das Lustloch für mich
Immer schon reizvoller schien 
Als hehre himmlische Sphären 
Vielleicht braucht es künftig mehr
Höhlenforscherlust um über den 
Tiefgang der Löcher aufzuklären
In denen wir uns dann zu gerne
Zumindest zeitweise verlieren

jens tuengerthal 19.1.26

Liebesgewissheit

Liebesgewissheit

Die Liebste ist die Richtige
Finde sie so klug wie schön
Wir lieben und begehren uns 
Sind uns unserer Liebe sicher
Was mehr an Gewissheit kann
Es noch geben zwischen zweien
Überlege ich und wüsste nichts
Was mehr an Liebesgewissheit
Geben könnte als das beiderseits
Sichere Gefühl das schon die eine
Oder andere Krise überstand
Doch bleibt es ein bloßes Gefühl
Abhängig von Launen der Beteiligten 
Die wie alle Liebe weder belegbar
Noch berechenbar je sein kann
Steht also auf doppelt dünnem Eis 
Versprochene Sicherheit sollte
Eher misstrauisch machen weil
Wer so dreist lügen kann auch
Anderes leicht verbergen kann
Habe kein Rezept dafür was 
Dauer mathematisch zuverlässig
Garantieren würde und wer kennt
Nicht alle die Meineide ewiger Liebe
Deren relative Gültigkeit bekannt ist 
Überlege ich und suche weiter nach
Liebesgewissheit die meinem
Gefühl sicheren Grund gibt
Und schwebe dabei weiter im
Himmelblau luftleeren Raum 
Der Heimat der Träume von Liebe
Vielleicht bleibt sie ja mal
Nicht gleich für immer das
Ist ja relativer Unsinn aber 
Mal so lang ich noch lebe

jens tuengerthal 19.1.26