Montag, 12. Januar 2026

Männerbehinderung

Männerbehinderung

Männer können nach ihrer Natur
Keine Kinder bekommen sind so
Auf Frau zur Fortpflanzung stets
Angewiesen und also behindert

Die provokante These der noch
In Oxford studierten kanadischen
Philosophin Kimberley Brownlee
Ist auch kulturhistorisch spannend

Weil sie viele Kulte erklären kann
Das gegenseitige Verständnis auch
Verbessert und den Kampf zwischen
Den Geschlechtern erledigen könnte 

Der Sache nach hätte Mann einen
Anspruch auf Kompensation um die
Evolutionäre Behinderung damit in
Der Umkehrung auszugleichen

Was immer eine aufgeklärte und
Kritisch denkende Gesellschaft also
Anders als die Trump USA daraus
Folgert ist der Gedanke spannend 

Aus der körperlichen Benachteiligung 
Der Männer seien kranke Formen der
Erniedrigung von Frauen gewachsen
Wobei sie die Klitorektomie aufzählt

Halte diesen Ansatz der Vermischung
Vom Fortpflanzung und Sexualität 
Aber eher für einen Ausdruck des
Problems statt Teil der Lösung

Die verschiedenen Formen sexueller
Diskriminierung resultieren vermutlich
Eher aus der natürlich überlegenen
Weiblichen Potenz die im Alter wächst

Jedoch wurzeln Formen der Familie
Wie ihre Organisation verbunden mit
Drakonischen Strafen für Untreue in
Der Behinderung des Mannes 

Sie dienen dazu das männliche Erbe
Zu sichern was sonst unsicher blieb
Da nur die Mutter früher sicher war 
Was erbrechtliche Konsequenzen hat

Die von Tacitus beschriebene Form
Der weiblichen Hausherrschaft ist
Logische Konsequenz daraus auch
Dass nur die Mutter an Töchter 

Als sichere Erbin gelten konnte was
Christina von Braun schon treffend
In ihrem Buch Blutsbande darlegte
Was ein Umdenken einleiten könnte

Anzuerkennen dass Männer Frauen
Gegenüber behindert sind was die
Fortpflanzung angeht wäre aber ein
Fortschritt im jeweiligen Verständnis

Dies nicht mit der Sexualität in der
Frau nach ihrer Natur dem Mann in
Der Potenz weit überlegen ist zu
Vermischen empfiehlt sich dringend
 
Die aus dem Aberglauben noch
Resultierende Regulierung unserer
Sexualität sollte ohnehin endlich
Überwunden werden zum Wohle aller

Doch der Gedanke einer männlichen
Behinderung nach der Mann von der
Natur ungenügend ausgestattet ist
Hat einen philosophischen Reiz

Dies auch wenn die Bezeichnung
Behindert für eine ganz natürliche
Entwicklung der Gattung seltsam 
Noch klingt bringt sie uns etwas 

Es spiegelt auch wieder was sich
In den Chromosomen zeigt dem
Männlichen xy fehlt etwas zum
Vollständigen weiblichen xx

Darüber für das Verhältnis von
Männern zu Frauen noch weiter
Nachzudenken könnte wichtig für
Unser künftiges Verständnis sein 

Es braucht vielleicht weniger alte
Männliche Alphatiere um einen Weg
In die Zukunft zu finden als mehr
Egalitär verbündete Kräfte dabei

Spannend wird nun die Frage wie
Eine Gesellschaft sich organisiert
Die der ganz natürlichen weiblichen
Überlegenheit auch gerecht wird

Darüber mit Frauen gemeinsam
Nachzudenken könnte manche
Gewohnheiten ganz überraschend 
Zum Guten für alle verändern 

Wie schön dass eine Philosophin
Den Anstoß dazu gab neu über
Eingefahrene Modelle nachzudenken 
Es könnte wirklich besser werden

jens tuengerthal 12.1.26

Philosophin Kimberley Brownlee

Liebessalat

Liebessalat

Liebes Salat ist
Geschmacklich unterschiedlich
Je nach Dressing auch

jens tuengerthal 12.1.25

Kaminstimmung

Kaminstimmung 

Kaminstimmung braucht
Kein offenes Feuer mehr
Lampen genügen

jens tuengerthal 12.1.25

Wetterwechsel

Wetterwechsel

Wetter wechselt halt 
Alle paar Tage wieder
Kleidung kann passen

jens tuengerthal 12.1.25

Lektürentagebuch 11.1.25

Lektürentagebuch 11.1.25

Bei Buddenbrooks gab es im 9. 
Kapitel noch ein kleines Drama
Zum Abschied von Grünlich als
Der Konsul Tony Bescheid sagte 

Sie sollte schnell nur einen Koffer 
Packen für sich und die Tochter
Ihre Sachen würde er später dann
Schicken lassen er wollte los stürzt 

Während Tony noch ganz aufgeregt
Fragt was sie bräuchte und sich
Die Flügeltüren zum Salon öffnen
Der aufgewühlte Grünlich herein 

Er fällt vor Tony auf die Knie und
Bedrängt sie ihn nicht zu verlassen
Ihn nicht zu verabscheuen der er sie
Doch über alles immer geliebt 

Sie redet höflich beruhigend auf
Den vor ihr knienden Grûnlich ein
Fühlt sich so bedrängt wie damals
Als er ihr schon mal gedroht hatte

Es geht auch hier natürlich wieder 
Um Leben und Tod beim gerne
Theatralisch liebenden Grünlich
Beim allerletzten Versuch dabei

Schließlich gelingt es ihr sich aus 
Seinen Fängen zu befreien und ihr
Vater der Konsul reicht ihr den Arm
Dann rastet Grünlich völlig aus

Ruft ihr hinterher sie solle nur gehen 
Er habe sie nie geliebt und sie nur
Des Geldes wegen geheiratet eine
Hässliche Szene noch am Ende

Damit verspielt er natürlich jede
Chance auf Versöhnung und ein
Erbe leichtfertig Tony aber geht
Nur der Konsul kehrt nochmal zurück

Spricht zu seinem Schwiegersohn 
Der am Fenster steht er solle sich
Fassen und beten was in dieser
Situation schon eher fies klingt

Thomas Mann kostet hier mit
Seinem klugen Humor die Szene
Ganz aus alle bloßzustellen doch 
Ohne dabei platt böse zu werden

Eine opernwürdige Szene für das
Ende der Ehe die Tony nie wollte
Der Konsul gibt vermutlich noch gut
Gemeinte Ratschläge die fies sind

Dem ohne seine Hilfe ins wohl
Selbstverschuldete Unglück nun
Gestürzten Pfarrerssohn zum Beten
Zu raten zeigt wenig Empathie

Zwar könnte zugunsten des
Konsuls angeführt werden dass 
Er selbst ein gläubiger Mann war
Was er sagte vermutlich glaubte

Doch ein wenig Fähigkeit zur
Selbstkritik hätte einen erwachsenen 
Mann erkennen lassen wie unnötig
Dieser letzte Stich hier noch war

Doch diese Fähigkeit fehlt der
Figur des Konsul Buddenbrook der
Sich ständig rechtfertigt auch seiner
Tochter noch gegenüber dabei

Er hat sie wenn auch ohne Vorsatz
Ins Unglück gestürzt und holt sie zwar
Aus der Situation als Vater raus aber
Möchte dafür auch Verzeihung bitte

Statt zu gestehen einen Fehler
Gemacht zu haben mit der Ehe
Will er gern mit weißer Weste gehen 
Rät dem Pleitier zum Beten

Es ist diese Figur mit großer Tiefe
Von Mann gezeichnet die auch vor 
Charakterlichen Untiefen nicht anhält
Sie mit scharfem Stift zeichnet

Keiner der beteiligten Herren kommt
Hier charakterlich gut weg dennoch
Spart Mann sich hier den Konsul
Peinlicher als nötig bloßzustellen 

Er kritisiert den Charakter dezent
Doch lässt er ein selbständiges
Urteil beim Lesen noch zu statt
Nur schlichte Schubladen zu öffnen

Diese feinen Nuancen auch im Spott
Wie in der indirekten Kritik zeigen klar
Den Unterschied zu Heinrich der im
Untertan einen Idioten darstellt

Wo der Konsul seine Unschuld noch
Beteuert und mit seinem Gewissen
Ringt klopft Diederich Heßling nur
Sprüche wo der Konsul es gut meint

Eine kurze Szene dieses Kapitel mit
Maximal möglichem Drama was 
Dennoch höflich behandelt wird
Mit feinem hintergründigem Humor


Mynheer Peppeekorn ist der nächste
Abschnitt im Zauberberg betitelt in 
Dem dieser neue Gast vorgestellt wird
Holländer der in asiatischen Kolonien 

Großen Reichtum erwarb der es ihm
Erlaubte mit eigenem Kammerdiener
Auf dem Berghof anzukommen was 
Nicht die Aufmerksamkeit begründet

Die Thomas Mann dieser neuen Figur
Die eine eigene Überschrift bekommt
Widmet die gemeinsam mit der sehr
Vermissten Clawdia Chauchat kam

Sie reisten zusammen und hatten 
Den Gerüchten zufolge sogar eine
Gemeinsame Reisekasse worüber
Behrens mit Hans vorab plauderte

Der ihm die bevorstehende Ankunft
Von der er telegrafisch benachrichtigt 
Schon mitgeteilt hatte den aber der
Neue Reisegefährte auch überraschte

Im Gespräch zwischen dem Hofrat
Der Clawdia bekanntlich porträtierte
Und Hans Castorp gibt letzterer eine
Erste gute Beschreibung des Neuen

So gut war diese dass der Autor sich
Ihr gerne anschließt nur noch kleine
Ergänzungen zum Wesen bringt
Sonst Hans ihn beschreiben lässt

Sogar der ägyptischen Prinzessin die
Zeitgleich anwesend ist wird nicht
Soviel Aufmerksamkeit gewidmet
Auch wenn sie sehr besonders war

Allerdings gilt deren Zuneigung nur
Einer rumänischen Jüdin während
Die Männer sie nicht interessierten
Ihre Beschreibung erinnert an Erika

Die eigene Tochter im Stil wie den
Gewohnheiten auftauchen zu lassen
Aber sie als ägyptische Prinzessin
Mit Respekt und Höflichkeit noch

Zu behandeln zeigt Manns genialen
Humor und wer die Familie kennt
Sieht die Lacher bei erster Lesung 
In der Familie deutlich vor sich

Lange ist so das Vorspiel mit anderen 
Das den an tropischem Wechselfieber 
Leidenden Pieter Peeperkorn vorstellt
Bei dem der Hofrat indezent plaudert 

Was immer Hofrat Behrens dazu trieb 
Einem Patienten von der Diagnose eines anderen zu erzählen ist deren
Vertrautheit inzwischen erstaunlich

Vielleicht weil beide sich von dieser
Persönlichkeit als ältere Verehrer von
Clawdias Schönheit betrogen sahen 
Entstand ein so vertrautes Bündnis

Dann endlich tritt nach vier Seiten
Vorspann die detailliert beschriebene
Persönlichkeit Pepperkorn selbst auf
Zuerst beim Gang in den Saal

Dabei überraschend dezent nur der
Kennerin Clawdia folgend aber die 
Saaltür leise schließend während
Castorp auf den Knall wartete 

Hans hat an seinem neuen Tisch
Der den guten Russentisch quasi
Benachbart ist besten Blick auf
Pepperkorn und Clawdia dort 

Den ersten Sermon beginnt der
Reiche Holländer der schon vorher
Seine Tischgenossen mit Gesten
Die Aufmerksamkeit wollen dirigierte

Mit einer der Saaltöchter die er nach
Ihrem Namen fragt um sogleich mit
Diesem in seiner Rede zu spielen
Was schon komisch genug ist

Wie er sich mit Humor und Witz
Dabei über die Größe der Zwergin
Lustig macht löste heute wohl die 
Empörung zuständiger Stellen aus

Die Figur des Mynheer Pepperkorn
Ist eine ziemlich exakter Karikatur
Von Gerhart Hauptmann was auch
Für einige Skandale noch sorgte 

In einem persönlichen Gespräch
Vermochte Thomas Mann damals
Den Kollegen zu beruhigen doch 
Wer beide kannte sah hier klar

Denke an die treffende Büste die
Knud Knudsen von Hauptmann
Schuf die auf Hiddensee steht wie
Die Zeichnung meines Vaters davon 

Doch im Gegensatz zum auch klugen
Autor Hauptmann gibt vorliegend die Persönlichkeit Pepperkorn eher nur
Luftblasen von sich jedoch mit dabei

Erheblichem Aufwand an Gesten
Wie sonstigem Theater was Mann 
Mit viel Humor fein inszeniert dabei
Den beeindruckenden Mann zeigt

Fast wie der legendäre Hauptmann 
Von Köpenick erregt der eigentlich
Nur Produzent von Luftblasen die
Ehrfürchtige Bewunderung vieler 

Persönlichkeit fesselt eben auch
Eine begehrte Frau wie Clawdia 
Die ihr hellrotes Haar noch immer
Leger um den Kopf gewickelt trägt

Wir Berliner kennen diese immer
Etwas indezenten Damen aus dem
Osten die ihre Schönheit gerne mit
Viel Stolz auch noch präsentieren 

Wie Thomas Mann nun diese großen
Luftblasen voller Nichts inszeniert
Ist einfach wunderbar komisch der
Feinste Humor deutscher Literatur

Diese Beschreibung einer echten
Persönlichkeit die Bewunderung
Aller erringt obwohl sie eigentlich
Nur Luftblasen von sich gibt ist es

Was macht einen großen Mann aus
Überlegt der kleine Poet dabei und
Ist wunderbar darüber amüsiert wie
Höflich elegant Mann spotten kann

Clawdia Chauchat aber völlig im
Bann dieser Persönlichkeit mit
Dem nicht endenden Vorrat an
Luftblasen ignoriert Hans bisher

Wie treffend ist diese Beschreibung
Denke ich und erinnere mich an die
Besuche verschiedener politischer
Veranstaltungen nach den Wahlen

Dann scharen sich ganze Trauben
Schöner junger Frauen zu gerne um
Die Luftblasen produzierenden Sieger
Oder auch Verlierer wenn bedeutend

Lustigerweise hat mich diese feine
Wie böse Karikatur von Hauptmann
Immer davon abgehalten mich weiter
In dessen Werk zu vertiefen 

Ein Bekannter von mir der in den 
Zeiten von Corona leider geistig
In die Verschwörer Ecke abdriftete
Schätzt Hauptmann sehr was passt

Nun aber hier ging es ja um den
Realen Mynheer Peeperkorn der
Nur zufällige Ähnlichkeit besitzt
Eine völlig erdachte Figur war

Was wird Thomas Mann dem
Kollegen Hauptmann der sich
Mit Grund aufgeregte darauf zur 
Beruhigung erwidert haben

Dass all seine Figuren nur Produkte
Seiner Phantasie wären und die
Ähnlichkeit rein zufällig ist oder
Sind solche Lügen untauglich

Wir müssen nicht mutmaßen denn 
Die etwas peinliche Empörung von
Hauptmann dem Nobelpreisträger
Von 1912 ist wie auch die Antwort

Von Thomas Mann bekannt während
Der beleidigte Hauptmann an den 
Gemeinsamen Verleger Samuel 
Fischer schrieb wendete Mann 

Sich direkt an Hauptmann den er
Tatsächlich als Vorbild nahm dem
Dieser aber inhaltlich nicht sonst
Entspräche wie Mann devot schrieb 

Das Verhältnis danach wird als
Weniger entspannt gesehen aber
Das Telegramm von Hauptmann
Auf Thomas Brief scheint anders

Mann legt in dem Brief auf seine 
Unnachahmliche Art dar warum
Er zwar Hauptmanns Erscheinung
Missbraucht hätte in der Not

Als er in Bozen im Zauberberg 
Nicht weiter kam ihm missbrauchte
Aber nur der Erscheinung nach nie
Dem Wesen entsprechend 

Keiner der Hauptmann kennt diesen
Wie er auch bewundere käme je
Auf diesen Vergleich warum die
Empörung schlafende Hunde weckte

Elegant höflich bis zur fast devoten 
Entschuldigung weil er schon wusste
Was er tat nichts zufällig dabei war
Legt er Hauptmann nah war nötig

Empörung skandalisierte weiter
Freundliche Beruhigung erledigte
Was ihnen beiden besser stünde
Kein Skandal wäre doch besser

Damit profitierte Mann vom dem
Realen Skandal sagte zu Hauptmann
Alle Aufregung blamierte nur ihn 
Aber er bewundere ihn grenzenlos

Dieser Briefwechsel in dem Jahr
In dem Thomas Mann seinen 
Nobelpreis für die Buddenbrooks
Allein erhielt als Bestrafung 

Nicht weil der da schon erschienene
Zauberberg weniger genial war eher
Nicht die Karikatur eines früheren
Preisträgers noch zu belohnen

So gibt der kulturhistorische Kontext
Dem genialen Roman mit Humor
Noch größeren Glanz denn er 
Beschrieb Menschen sehr exakt

Dabei erwidert der selbstbewusste
Thomas Mann dem zurecht empörten
Hauptmann reg dich nicht auf das
Bestätigte meine Karikatur nur


In Joseph und seine Brüder vom
So vielfältig genialen Thomas Mann 
Spricht Mut weiter in ihrer lispelnden
Babysprache zum entsetzten Joseph

Is tann ihn doch töten lässt Mann 
Mut dabei sinnlich lispelnd sagen
Aber sie meint es ganz ernst und
Entwickelt den Plan mit allen Details

Zwischendurch bei diesem teuflischen
Plan soll ihre Sklavin ihr gutes Gift
Aus Afrika besorgen was Joseph dem
Ahnungslosen zu trinken geben soll 

Schmückt dieses gruselige Bild mit
Sinnlichen Phantasien aus die es
Ganz normal scheinen lassen den
Gatten zu beseitigen wenn nötig

Dabei spricht sie die ganze Zeit mit
Lispelnd süßlicher Stimme was den
Mörderischen Ideen noch etwas
Naiv kindliches dazu auch geben

Entsetzt weist Joseph diese Ideen
Als Vatermord zurück gesteht ihr
Aber sein natürliches Begehren 
Aus vielleicht taktischen Gründen

So entsteht eine skurrile Mischung
Aus biblischer Sprache moralischer
Empörung Josephs und der komisch 
Lispelnden Babysprache Muts dazu

Hier entwickelt die Frau die dazu
Verletzt kindlich naiv spricht den
Brutal mörderischen Plan ihren 
Gatten für die Lust zu beseitigen

Entsprechend auch das Entsetzen
Josephs der an die Moral der nur
Von ihrem Unterleib getriebenen Mut 
Ganz eindringlich nun appelliert 

Nur einen kurzen Abschnitt gelesen
In dem es wirklich um Leben und Tod
Im Schatten der Liebe geht die alle
Grenzen dafür verschwimmen lässt 

Mit welch feiner Ironie Mann dies
Drama inszeniert die einerseits
Gruselnd mitfühlen lässt aber auch
Humorvoll Distanz noch schafft

Verdiente schon genug Bewunderung
Dabei noch die klassischen Motive
Der Erotik wie die lispelnde Frau als
Babysprache hopps nehmen ist genial

Der sehnsüchtig erstrebte kleine Tod
Welchen der vorherige große des
Gatten ermöglicht ist ein wunderbar
Sinnliches Spiel mit dunklen Motiven

Damit hält Mann uns auch noch den
Spiegel der eigenen Lächerlichkeit vor
Die sich in der Lust so gerne zeigt 
Was wir berauscht nie merken

Distanz und Nähe die unser ganzes
Triebleben in einen scheinbar fernen
Biblischen Kontext legt der dann sehr
Intim mit Humor berührt ist so genial

jens tuengerthal 11.1.25

Sonntag, 11. Januar 2026

Liebeist

Liebeist

Liebe ist immer
Anders darum so schwierig
Klar zu benennen

jens tuengerthal 11.1.26

Teeist

Teeist

Tee ist ganz einfach
Übergossene Blätter
Noch wohltemperiert

jens tuengerthal 11.1.25

Lustverlässlich

Lustverlässlich

Gibt es verlässliche Lust
Ist sie nicht wechselhaft
Wie die Launen derer die
Sie miteinander suchen

Welche Lust lohnte sich 
Was war immer eher
Vergebene Liebesmüh 
Horizontal oder aufrecht

Vieles probiert dabei auch
Immer wieder mit den für mich 
Allerschönsten Frauen was 
Natürlich Gefühlssache ist

Schönheit ist niemals ein
Objektives Kriterium sondern
Immer nur ein Empfinden das
Manchmal geteilt auch wird 

Wer Wettbewerbe dazu gewann
War nie schöner sondern nur der
Geschmack eines Durchschnitts
Den ich immer eher egal fand 

Genauso ist es mit der Lust
Am wenigsten empfand ich
Bei professionellen Damen
Die ihren Job dabei erledigen

Am geilsten schien es mir
Wenn das Gefühl stimmt und
Gemeinsam genossen wird 
Was sich gut tut echt ist

Der Gipfel der Lust ist es
Zusammen zu kommen
Wie dies sich dabei durch
Gemeinsames Tun zu schenken

Ob der Sekundenbruchteil des
Höhepunktes der sich auch ziehen 
Kann oder das danach gar das davor
Schöner ist bleibt in Summa unklar

Mehr als zusammen zu kommen
Kannst du in der Lust mit nichts
Erreichen warum ganz vieles auch
Überflüssig dabei wird verglichen

Weil das davor dabei oder danach 
Des Höhepunktes unklar bleibt in
Der relativen Bedeutung zeigt sich
Auch dieser wird überschätzt 

Ob diese Weisheit des Alters mehr
Von zunehmender Impotenz getragen
Wird oder Gipfel der Weisheit aus
Langer Erfahrung ist weiß ich nicht

Verlässlich sind alle Frauen noch
Immer unvergleichlich auch wenn
Die Anatomie sich ähnelt nach der
An Mustern orientierten Anatomie

Am schönsten schien es mir immer
Mit der die ich und die auch mich
Zufällig zeitweise liebte was doch 
Eine verlässliche Größe dabei ist

Sex braucht keine Liebe wie die
Liebe nicht nur im Sex sich zeigt
Wenn doch genieße was bleibt
Es ist verlässlich nicht von Dauer

Einige Geliebte konnte ich schon
Beim ersten mal nicht riechen 
So blieb oder endete es meist
Nicht immer traute ich den Sinnen

Wer sich stinkt kann sich dabei
Verlässlich nie genießen auch
Wenn alles andere perfekt scheint
Ist die Lust ganzheitlich zu sehen

Verlässlich ist auch mein Schwanz
Was nach geteilter Nacht auch am
Morgen erregend noch wirkt und 
Dauerhaft stehen auch lässt passt

Dabei zeigt die Natur uns noch viel
Zuverlässiger was passt als unser
Von vielem getrübter Wille der selten 
So verlässliche Aussagen macht

Alter oder Jugend Erfahrung oder
Keusche Jungfräulichkeit erhöhen 
Den Reiz dabei nicht wichtiger ist
Das Gefühl der Authentizität dabei

Ob dick oder dünn spielt keine
Rolle hinsichtlich der Frage ob 
Lust verlässlich kommt oder nie
Haar wie Hautfarbe sind egal 

Immer fand ich ältere reizvoller
Mit Erfahrung besser als ohne
Bei gelegentlichen Ausnahmen
Aber auch das ist eher egal

Verlässlich entscheidet das Gefühl
Was passt und sich anzieht dann
Findet es sich oder ist entbehrlich 
Gelassenheit tut verlässlich gut dabei

jens tuengerthal 11.1.26

Liebeverlässlich

Liebeverlässlich

Liebe basiert auf Glauben 
An ein Gefühl und nichts
Kann diesen je ersetzen 
Oder das Gefühl beweisen 

Alle Liebesbeweise sind Unfug
Das Bedürfnis danach kündet 
Nur von bereits Zweifeln die 
Sich das Ende nicht gestehen

Dennoch bemühen sich viele
Liebende einander ihre Liebe
Zu beweisen in bester Absicht 
Die logisch das Gegenteil belegt 

Sind nun alle Liebenden verrückt
Zumindest teilweise umnachtet
Oder ist Wahnsinn in der Liebe
Normal also quasi ein Beleg 

Das paradoxe Ergebnis widerspricht 
Wohl aller Vernunft was oft genug
Der beste Beweis für viel Gefühl ist
Was Grundlage aller Liebe sicher ist

Wären wir noch vernünftig würde
Keiner versuchen Liebe jemals
Zu beweisen dass wir es dennoch
Tun und wollen verrät uns viel

Über die Liebe in ihrem Wesen
Die Grenzen der Vernunft in allen 
Fragen der Liebe erstaunlich ist
Nur dass wir es vernünftig finden

Vielleicht könnte es sein denkt
Sich die Vernunft dass so die
Unvernunft vernünftiger Beweis
Dessen wird was nicht beweisbar 

Doch höre ich auf mein Gefühl
Weiß ich sicher wann ich liebe
Obwohl es da kein Wissen gibt
Könnte die Gewissheit genügen

Was also verlässlich ist in der Liebe
Bleibt relativ ungewiss wie die Frage
Ob verlassen alles vorbei ist oder
Sogar das immer ungewiss bleibt 

Die Liebe steht ihrer Natur nach
Auf einem immer unsicheren 
Fundament von nichts als Gefühl
Auf das wir uns verlassen müssen

Mehr an Verlässlichkeit gibt es
In Fragen des Gefühls tatsächlich
Nie aber wir sind liebend immer
Vom Gegenteil völlig überzeugt

Mit dieser natürlich unlogischen
Eigenart der Liebe müssen wir
Wohl leben auch ohne sie je
Verstehen oder erklären zu können 

Weiß nicht ob es gut so ist aber
Wenn ich glücklich liebe war es
Zumindest solange nicht falsch
Vielleicht genügt das am Ende

jens tuengerthal 11.1.26

Mitternachtsriesling

Mitternachtsriesling

Um genau Mitternacht heute im 
Crossroads angekommen wo mir 
Phil II der mit Tino die Bar macht
Sogleich den Riesling brachte 

Oben ist heute leer so dass sich
Der Blick auf unten konzentriert
Wo ich beim reinkommen gleich
Nina und den Hundehalter begrüßte

An der Bar sitzen noch zwei Damen
Die ein Paar sein könnten und sich
Intensiv unverständlich unterhalten
Vermute irgendwas slawisches

Nina sitzt mit einem silberhaarigen
Herrn im Hoody mit modischer Brille
Am Stehtisch schick wie immer die
Beiden Stehtische am Fenster sind

Mit je vier teils gemischt gefüllt gut
Im Gespräch eine der Nymphen vom 
Einen Tisch kam eben kurz berockt
Dicht an der Flaneurloge vorbei

Die Musik ist heute etwas nervig
Unruhig aber die Gäste unterhalten
Sich laut genug darüber weg und
Kaum schrieb ich es wird es besser

Nun dudeln seltsame Oldies die
Zumindest melodisch sind so ist es
Erträglicher und schon kommt
Wieder ein zu schneller Beat

jens tuengerthal 11.1.26

Samstag, 10. Januar 2026

Lektürentagebuch 10.1.26

Lektürentagebuch 10.1.26

In den Buddenbrooks kommt der
Konsul nach dem Gespräch mit
Seiner Tochter Tony mit Grünlich
Wie seinem Bankier Kesselmeyer

Im Rauchersalon zusammen was 
Thomas Mann als Zusammenbruch
Von Grünlich mit feinen Spitzen die
Alle treffen gekonnt inszeniert hat

Schon zur Begrüßung bekommt der
Sich dafür sorgsam ankleidende
Grünlich mit seinen goldgelben
Favories den ersten Schlag ab 

Er begrüßt den Konsul devot mit
Vater und dankt für sein Kommen
Dieser sagt nur das sei seine Pflicht
Aber wohl alles was er tun könne 

Der Vater schickt seine Tochter
Nach oben zu ihrem Kind während
Die Herren im Rauchersalon ihre 
Plätze am Spieltisch einnehmen

Konsul Buddenbrook bekommt den
Ehrenplatz am oberen Ende der Tafel
Grünlich und Kesselmeyer sitzen sich 
Gegenüber auf den Tisch die Bücher

Neben anderen Unterlagen der Firma
Der Konsul vertieft sich nach kurzer
Verzweifelter Intervention Grünlichs
Der seine Unschuld beteuert in das

Hauptbuch der Firma und sagt nach
Kurzer Lektüre mit Notizen sie armer
Mann und Grünlich laufen Tränen in
Seine goldgelben Favories dabei

Einen Moment ist der Konsul gerührt 
Aber ist schnell wieder Herr seiner
Gefühle und fragt nur wie das in so
Wenigen Jahren möglich wäre

Kinderspiel antwortet darauf der
Sichtlich amüsierte Kesselmeyer
Erwähnt die Gebrüder Westphal aus
Bremen als Stich gegen den Konsul

Dort hatte die Firma Buddenbrook
Gerade viel Geld verloren während
Er darüber grübelte warum das alles 
Ausgerechnet jetzt zusammenbrach

Er hätte schon vor drei Jahren dort
Stehen können wo er jetzt steht aber
Es wurde ihm weiter Kredit gegeben 
Weil ihm weiter das Ansehen seines 

Schwiegervater zugute kam da er
Den Eindruck erwecken konnte dieser
Sei solidarisch mit ihm doch diesem
Eindruck wollte er nun vorbeugen 

Die Banken hatten ihm zu immer
Höheren Wucherzinsen noch weiter
Geld geliehen der Konsul nennt
Grünlich unglücklich aber schuldig

Dessen verzweifelten Ausruf Vater
Weist er mit den Worten zurück dies
Klinge schlecht in seinen Ohren und
Benennt die Forderung Kesselmeyers

Auf die Frage ob er unter keinen
Umständen verlängern würde beginnt
Der Bankier lauthals zu lachen worauf
Der Konsul es für erledigt erklärt

Die Dinge würden ihren Weg nehmen
Er sehe sich nicht in der Lage sie 
Aufzuhalten Grünlich solle sich fassen
Lieber Trost und Kraft bei Gott suchen 

Der Konsul beendet die Unterredung
Worauf Grünlich zu jammern beginnt
Er könne ihn doch retten das Elend 
Von seiner Tochter noch abwenden

Darauf erwidert der Konsul knapp
Er hätte sein letztes Wort gesprochen
Worauf Kesselmeyer ihn fragt ob er
Wirklich nicht könne es wäre doch

Eine gute Gelegenheit die Stärke 
Der Firma Johann Buddenbrook zu
Beweisen was der Konsul wiederum
Ganz entschieden zurückweist

Er müsse um das Ansehen seiner
Firma zu belegen sein Geld nicht
In die nächste Pfütze werfen was
Im übrigen allein seine Sache sei

Über den Ausdruck Pfütze amüsiert
Sich nun Kesselmeyer der wieder fies
Fragt ob der Konkurs von Grünlich 
Nicht auf seine Firma abfärbe

Hier geht es um Kreditwürdigkeit 
In der Geschäftswelt doch bleibt
Der Konsul hart worauf Grünlich
Erneut um Gnade bittet für Tony

Der Konsul könne doch nicht wollen
Dass seine Tochter und sein Enkel
Ins Elend gestürzt würden und wieder
Mit seinem Selbstmord hier droht

Diese tiefen Gefühle erschüttern
Den Konsul der als Zeitgenosse der
Romantik für große Gefühle schon
Empfänglich ist einen Moment lang

Doch dauert diese kurze Schwäche
Nur eine Sekunde wie Mann schreibt
Er würde verhindern dass sie leidet 
Worauf Grünlich fragt was das hieße

Das würde er schon zu gegebener
Zeit erfahren und sich erhob um den
Raum zu verlassen darauf bekommt
Kesselmeyer einen Lachanfall

Mit bösem Spott erzählt er wie
Grünlich schon vor vier Jahren
Am Ende eigentlich war und ihn 
Nur die Ehe mit Tony noch rettete

Der Konsul weist diesen Angriff 
Streng zurück er habe sich keine
Vorwürfe zu machen sondern
Vorher Erkundigungen eingeholt 

Empört geht er zur Tür und will nichts
Mehr hören aber Kesselmeyer ruft
Ihm hinterher alle waren verwickelt 
Der Konsul geht türenknallend ab


Das siebente Kapitel im Zauberberg
Beginnt mit dem Strandspaziergang
Dieser ist ein Spaziergang durch die
Zeit und ihre natürlich relative Größe

Spannend ist es dabei auch den
Kulturhistorischen Kontext der Zeit
Der Entstehung dieses Romans sich
Kurz in Erinnerung nochmal zu rufen 

Es ist die gleiche Zeit zu der Proust
Über die Suche nach der verlorenen
Zeit sein Epos schrieb und Joyce aus 
Einem Tag einen Roman zauberte

Parallel forschen Einstein wie auch
Niels Bohr zur Physik der Zeit und
Wittgenstein und Heidegger dachten
Philosophisch neu darüber nach

Hier zeigt sich Thomas Mann als ein
Humorvoller Philosoph der Zeit was 
Mit Gedanken über Worte des gerade
Verstorbenen Joachim beginnt

Die Musik fülle die Zeit anständig aus
Hatte dieser einmal wohl anlässlich
Der sonntäglichen Konzerte im oder
Vor dem Sanatorium Berghof gemeint

Das nimmt der Autor zum Anlass über
Die Zeit zu philosophieren wie ihr 
Vergehen unter den besonderen
Umständen der Patienten dort

Gedanken zur Zeit in der Musik wie
In der Erzählung und ihre Bedeutung
Für den Verlauf und das Empfinden
Werden vielseitig dabei beleuchtet 

Das ganze natürlich wieder mit der
Für Thomas Mann typischen Ironie
Die auch Sein und Wahrnehmung
Ihres Protagonisten gerne relativiert

Dankbar könnte dieser dem guten
Settembrini sein der ihn gelegentlich
Der irdischen Zeit gemahnt wie der
Pflicht zum Leben dabei auch

Die flache goldene natürlich gravierte
Taschenuhr von Hans Castorp ist wie
Alle bürgerliche Welt vornehm erst 
Zugrunde geht dabei eine Glashütte 

Ein edles zuverlässiges Gerät das
Der Ingenieur noch ordnungsgemäß
Wohl täglich aufzieht zeigt ihm die
Stunden an nicht Jahre oder Tage

Ein Sekundenzeiger unterteilte den
Ablauf verstrichener Zeit noch feiner
Wie die fünf Mahlzeiten neben der
Liegekur den Tag dort einteilen

In der kleineren Teilmenge Liegekur
Wiederum unterteilt die Messung der
Temperatur diese noch in ein davor
Wie danach mit klarer Ordnung darin 

Doch wie wäre es mit der Zeit die für
Uns gleichmäßig abläuft auf einem
Kleineren Planeten in einer Art von
Miniaturwelt wo sie für uns raste

Was denen eine Sekunde empfunden
Könnte für uns eine Stunde sein weil
Die Zeit anders damit empfunden wird
Umgekehrt auf riesigen Planeten

So wird das absolute Verständnis der
Zeit was wir für gewöhnlich haben
Wenn wir genau wissen wann unsere 
Stunde geschlagen hat völlig verwirrt

Nebenbei erfahren wir noch wie sehr
Der Schnee Hans Castorp an die
Heimatlichen Dünen und damit auch
Strandspaziergänge erinnert 

Dies genügt an Meer für den Titel
Dieses Kapitels während dabei noch
Die verstrichene Zeit zu relativieren 
Von einer Rückkehrerin erzählt wird 

Mehr als das Madame Chauchat
Wieder zurückkehrt erfährt aber
Der neugierige Leser noch nicht
Wir dürfen uns auf folgendes freuen

Am Ende dieses philosophischen
Kapitels über die Zeit was auch mit
Neuen Erkenntnissen der Physik noch
Spielt wird um Verständnis geworben

Für den zeitlichen Schlendrian den 
Der Protagonist betrieb der kaum
Mehr sagen könnte wie lange er
Schon dort mit und ohne Vetter weilte

Die lästerliche Zeitwirtschaft wie das
Schlimme Getändel mit der Ewigkeit
Könnten durch letalen Ausgang von
Joachims ‘Biereifer’ entschuldigt sein

Welch wunderbares Ende denke ich
Der nahe Tod rechtfertigt den sonst 
Moralischen Schlendrian mit der Zeit
Weil er ohnehin alles entschuldigt

jens tuengerthal 10.1.25

Entdeckerreichtum

Entdeckerreichtum

Der größte Reichtum ist in der
Langsamkeit zu entdecken die
Allem seine Zeit lässt um sich
In Ruhe entfallen zu können 

Von ganz alleine kommt dann
Was passt ohne zu drängen
Oder etwas unbedingt zu wollen
Es auf seine Art sein zu lassen

Gemächlich im Tempo ohne ein
Ziel auch wie ein Flaneur treiben 
Lassen ist mehr als etwas zu wollen
Dies zu können zeigt echte Größe 

Entdecken wir die Langsamkeit
Neu als Glück aus der Ruhe die
Sein lässt was ist um sich daran
Ohne allen Druck freuen zu können

Es braucht viel weniger um mit dem
Was ist glücklich zu sein als alle die
Ziele noch erreichen wollen meinen 
Langsamkeit ist das Rezept für Glück

jens tuengerthal 10.1.26

Wintertempo

Wintertempo

Kaum kommt ein wenig Schnee
Schon steht die Bahn wieder
Schimpfen so manche Pendler
Früher warben sie im Gegenteil

Unabhängig vom Wetter zu sein
Doch sollten wir nicht besser
Mehr auf der Bremse stehen
Wenn es ungemütlich kalt draußen ist

Es uns drinnen gemütlich machen
Unsere Fettschicht lieber pflegen
Statt sie mit Sport abzutrainieren
Weil sie uns im Winter vor Kälte

Besser schützt als jede Jacke
Sie Teil unserer Natur einfach ist
Viele andere Säugetiere von denen
Wir nur eine Spezies mit besonders 

Destruktiven Fähigkeiten halt sind
Halten jährlich ihren Winterschlaf
Besser wir reduzieren das Tempo
Brauchen und wollen weniger

Genießen in Ruhe was nun ist
Flexibel zu sein heißt nicht das
Ganze Jahr gleiche Hektik machen
Sondern sich anpassen können

Also im Winter für sich bleiben 
Lesen Tee trinken viel schlafen
Kraft für den Frühling sammeln 
Jahreszeiten sind wechselhaft

Wie wir Menschen natürlich auch
Hören wir auf zu funktionieren
Genießen wir mehr was bleibt
Der Winter ist Ruhezeit die wir 

Am besten genau so verbringen 
Sich im Geist des dänischen Hygge
Zeit für Gemütlichkeit nehmen
Ist was jetzt dran ist und gut tut

Eine Ökonomie die global agiert
Das ganze Jahr Wachstum will
Statt sich Ruhe auch zu gönnen
Ist unmenschlich und eher krank 

Sein wir lieber menschlich wie es
Unserer Natur auch entspricht
Lassen wir uns einfach Zeit um
Den Winter in Ruhe zu genießen

jens tuengerthal 10.1.25

Lustrezept

Lustrezept

Bei der Liebe mit der Suche
Nach einem Rezept lyrisch
Schon gescheitert sei nun
Bei der Lust geschaut ob ein
Rezept sicher zum Erfolg führt
Was als erstes die Frage stellt
Worin eigentlich der Erfolg besteht
Ob es nur um Befriedigung geht
Oder der lustvolle Reiz genügt
Der aufstellt oder sich öffnet 
Um tiefer eindringen zu können
Ins Thema oder auch ineinander
Was nur der Vollzug der Lust
Am Ende wäre die geweckt
Doch schon da ist warum das
Ende hier dahinstehen kann
Weil die erweckte Bereitschaft
Nach der Natur ihren Gang geht
Ein Rezept sich also allein um
Die Erweckung kümmern müsste
Doch stoße ich schon dabei an
Die Grenzen der Komplexität
Weil es keinen Knopf gibt der
Gedrückt immer die Lust weckt
Auch wenn manche Knöpfe
Im richtigen Kontext wirken
Ist der komplexe Kontext dabei
Wichtiger als der Knopf ohne
Der nur mit funktioniert aber
Bevor es nun zu abstrakt wie 
Damit alle Lust erstickend wird
Belasse ich es lieber dabei die
Geweckte Lust zu erfühlen was
Bisher erfolgreicher immer war
Als alle Rezepte die ich nicht kenne
So endet es mit der Lust wie mit
Der Liebe bleiben am Ende
Wie immer alle Fragen offen 

jens tuengerthal 10.1.25

Liebesrezept

Liebesrezept

Gibt es ein Rezept für die Liebe 
Mit dem sie immer gelingt wie ein
Gutes Brot oder ein Hefezopf die
Gleichung mit vielen Unbekannten
Glatt aufgeht statt sich in üblichen
Gefechten zu verbrennen bei denen
Es mehr um Macht als um Gefühl 
Geht als wollten wir uns besiegen
Statt sich ganz nah zu kommen
Überlege ich und kenne es nicht
Gerne wird Ehrlichkeit als eine der
Wichtigsten Zutaten angeführt die
Lügen zur Erhaltung der Liebe
Ignoriert und darum untauglich
Meist ist da vor allem zu Beginn
Sich die Liebenden am liebsten
Selbst noch belügen bevor sie
Einander ihre Gefühle gestehen
Die sie für die ganze Wahrheit
Dann halten und nicht nur für 
Eine Laune ihrer Natur wieder
Die sie schon kennen könnten 
Doch immer wieder überraschend 
Was irgendwie wunderschön ist
Aber ein Rezept kenne ich nicht
Sie passiert eher einfach und
Dann ist sie da und geht auf
Was zum Glück genügt

jens tuengerthal 10.1.25