Mittwoch, 6. August 2025

Autonomie

Autonomie

Habe meine Welt
Allein auf mich gestellt nichts
Außer mir zählt noch

jens tuengerthal 6.8.25

Lustautonomie

Lustautonomie

Sex funktioniert nur mit anderen
Onanie begnügt sich mit sich
Was dazu noch Freiheit schenkt

Von anderen wie für sich auch
Erspart es viele Krankheiten
Erledigt nötiges viel schneller

Wie mit sicher gutem Ende 
Schwanger wird dabei auch
Keine noch je was also wohl

Immer unklarer macht wozu 
Menschen noch Sex haben
Außer um davon zu erzählen

Wie den seltenen Fällen der
Gemeinsamen Höhepunkte
Die galaktisch schweben lassen

Spricht sachlich mehr für Onanie
Ob es dafür ein Patent schon gibt
Oder die Natur einfach so ist
Bleibt am Ende noch unklar

Auch fehlt noch die staatliche
Förderung für alle Onanisten
Die sich und anderen so viel
Elend und Leiden ersparten

Als Betrag zur Entspannung
Sollte es Schulfach werden 
Statt immer noch Aberglaube 

Eine Gewerkschaft der Wixer
Könnte sich für ausreichend
Onanierpausen einsetzen

Rückzugsräume fordern wie
Es Gruppenweise unterstützen
Auch kindgerechte Pornofilme 
Wären ein Gebot der Stunde

Wie entspannt würde die Welt
Mit lauter befriedigten Menschen
In wenigen Generationen schon
Erledigte sich das Thema Sex

Autonome Selbstversorger lebten 
Glücklicher künftig für sich als
Wäre die ganze Welt bekifft

Es gäbe keine Vergewaltigungen mehr
Glückliche Männer und Frauen könnten 
Nebeneinander leben ohne sich mit

Ständigen Annäherungsversuchen
Länger noch quälen zu müssen
Selbst ist der Mensch und alles

Gute wird von Hand gemacht
Es scheint Zeit für mehr
Lustautonomie

jens tuengerthal 6.8.25

Liebesbalance

Liebesbalance 

Braucht die Liebe ein Gleichgewicht
Damit alle Beteiligten sich wohl fühlen
Ist diese Suche nach Gerechtigkeit
Noch bedingungslose Zuneigung

Tust du dies dann tu ich das
Haben wohl alle schon gehört
Die sich im miteinander versuchten
Es ist der Kampf um Positionen

Las darüber bei Jules und Jim um
Es im Lektürentagebuch zu verdichten 
Fand es einerseits sehr spannend
Andererseits auch lächerlich dabei

Neulich traf ich eine die übrigens
Das erste Date in diesem Jahr war
Weil ich mich um nichts bemühte
Sie es aber einfach vorschlug 

Sie gefiel mir sehr und wir kamen
Uns beim Wein langsam näher dann
Sprudelte ihre Leidensgeschichte der
Letzten Liebe einfach aus ihr raus

Er hatte sie verlassen und ihr das
Gefühl gegeben nicht zu genügen
Tat verständnisvoll das Gegenteil
Was ihre Verletzung etwas heilte

Wir verabschiedeten uns mit einem Kuss
Sie hatte noch zwei Dates danach und ich
Brauchte nichts anderes mehr dafür war
Sie danach wieder stark genug ihn

Nachdem sie all ihre Sachen abgeholt
Wieder in ihr Bett zu bitten und er kam 
Sie waren wieder im Gleichgewicht beim
Nächsten Date ließen wir den Kuss weg

Gerechtigkeit schenkt Zufriedenheit die
Fast der Befriedigung gleicht die viele
Nie miteinander erreichen vielleicht
Brauchen die Gleichgewicht statt Liebe

Kenne das zusammen Kommen was 
Nicht so normal ist wie ich dachte auch
Wenn es nur um Sex dabei geht ist es
Ein guter Spiegel der Liebe immer

Alleine Kommen ist wie onanieren
Nur zusammen dann halt aber ohne
Den harmonischen Einklang darüber
Der die Verbindung schweben lässt

Viele kennen nichts anderes und nennen
Gemeinsam onanieren Sex wie Liebe
Was nur ein gerechtes Geschäft ist
Um halt eine Beziehung zu haben

Wie gerne hielte ich nachts wieder einen
Zarten Körper im Arm und käme davor
Im besten aller Fälle noch zusammen
Oder opferte dies für Nähe die Liebe

Lieben möchte ich bedingungslos
Kein gutes Geschäft dabei machen
Nicht im Spiegel schauen ob es passt
Weil die Liebe sich selbst genug ist

Ist das nur ein Traum von Liebe der
Völlig unrealistisch immer bleibt oder
Lohnt die Richtige viel Geduld um
Mit sich im Gleichgewicht zu bleiben 

Viele kenne ich schon zur genüge
Ob die eine schon dabei war weiß ich
Nicht wir waren ja ständig beschäftigt
Mit dem Kampf ums Gleichgewicht

Lieber keine mehr haben als viele
Von denen nichts bleibt damit wenn
Eine zufällig vorbeikommt Platz ist
Einmal bedingungslos dabei zu sein

jens tuengerthal 6.8.25

Lektürentagebuch 5.8.25

Lektürentagebuch 5.8.25

Bei Jules und Jim verbringen Jim und 
Kathe eine wunderbar friedliche Zeit
Bis der Sohn einer früheren Geliebten
Von Jim sie besuchen kommt

Um Jules seinen Freund und Gastgeber
Nicht zu verletzen zeigt er dem Besuch
Gegenüber nicht seine Beziehung mit
Kathe was diese wieder missversteht

Kathe ist überzeugt Jim wollte sie nur
Verheimlichen weil die Mutter in Paris
Noch seine Geliebte sei erhebt sich
Mit bleichem Gesicht und verschwand

Arme Kathe sagte Jules nur und Jim
Sah die Hölle auf sich zukommen
Sie kam in der Nacht als er schon schlief 
Beobachtete ihn bis er erwachte 

Dann erzählte sie ihm freudestrahlend
Von ihrem Besuch bei einem Maler 
Der sich schon lange um sie bemühte
Wie nun alles im Gleichgewicht sei

Als Jim meinte es sei doch nichts
Gewesen wozu sie ein Gleichgewicht
Bräuchte erwidert Kathe doch für das
Was sie glaubte und nun sei alles gut

Seine Frage was dann sein inneres
Gleichgewicht wiederherstellen würde
Meint Kathe seine Tränen und küsste
Seine tatsächlich feuchten Augen

Kathe hielt ihn die ganze Nacht wie ein
Krankes Kind und erst am Morgen
Fanden sie wieder zueinander doch die
Neue Wunde schmerzte Jim lange 

Im nächsten Monat ist Jim in Paris
Sie schreiben sich täglich wie ein
Nicht endendes Gespräch dann
Plötzlich schwieg Kathe wieder

Nur Jules schrieb einmal aber dabei
Seltsam gewunden dann kommt ein
Ausschweifender Brief von Kathe in 
Dem sie von einer Terrasse erzählt

Jim versteht nicht was sie sagen will
Vermutet nur es sei wie die Andeutung 
In ihrem Tagebuch und beschließt sofort
Selbst das Gleichgewicht herzustellen

Er besucht eine Malerin die eigentlich
Auch einen anderen gerade hat aber
Beide gehen ohne große Gefühle zur
Sache tun es einfach trotz ihrer Lieben 

Er schrieb es ihr sofort worauf sie
Postwendend antwortete es sei 
Nichts von dem gewesen was er
Gedacht hätte was Jules bestätigte

Kathe verzieh ihm gab ihm sogar
Ihre Anerkennung für seine Wahl
Der Malerin war sie auch schon nah
Es kam eine Zeit innerer Unruhe

So vergeht noch ein Jahr mit ganz
Regelmäßigen Besuchen von Jim
Bei Kathe und Jules dann fahren
Jim und Kathe zum Luganer See

Haben zauberhafte Tage dort sind
Dabei ganz verliebt ertrinken nur 
Fast im Gewitter im Ruderboot
Was Kathe dann an Land rudert

Einige Monate später fahren dann
Jim und Kathe nach Venedig was 
Romantisch und am Strand des 
Lido etwas aufregend auch wird

Jim fühlt sich schlecht neben den 
Gebräunten und trainierten Italienern
Die versuchen Kathe anzuflirten doch 
Diese bleibt standhaft und wehrt sich

Nun wieder einige Tage in Venedig
Wird Kathe von einem Eis übel dabei
Echte Dramaqueen fällt sie mehrfach
In Ohnmacht und Jim muss sie tragen

Dies kehrt die vorige Situation um
Sie nennt ihn ihren Retter was alle
Männer am liebsten doch hören die
Gerne Angebetete Helden wären 

Einige heiße Tage verbringen sie nackt
Unter dem Moskitonetz lieben sich und
Dösen die Tage weg bis Kathe endlich
Die Idee hat an die Ostsee zu fahren

Sie schlug vor Jules und die Kinder
Abzuholen und alle gemeinsam nun
An die nördliche See zu fahren weil
Die Preußin doch ihr Preußen liebt

Dann fahren sie mit dem Zug gen
Norden können sich aufgrund der
Inflation sogar ein Schlafwagenabteil
Leisten und erleben überraschendes

Am ersten Bahnhofsbüffet bekommt
Ein Kellner der nicht mehr mit den 
Galoppierenden Preisen zurechtkam
Einen totalen Nervenzusammenbruch 

Er beschimpfte abwechselnd nun die
Gäste oder fing an zu weinen bis er
Abtransportiert wurde und so kamen
Beide schnell zu Jules und den Kindern

Das ständige auf und ab dieser Liebe
Die um das Gleichgewicht ringt dabei
Glückliche wie verzweifelte Momente
Nur in der Phantasie ist wie in echt

Braucht eine Liebe wirklich stets ein
Gleichgewicht oder trägt das nur die
Missverständnisse immer weiter weil
Beide jeweils anderes noch verletzt 

Lieben sich die beiden wirklich oder
Will nur einer den anderen besitzen
Nach seinen Regeln das Spiel führen
Was genügt es Liebe zu nennen

Gehört das auf und ab zur Liebe dazu
Wenn die Liebenden eben so sind
Kann es da ein richtig oder falsch
Überhaupt jemals geben im Leben

Weiß es nicht mehr und hüte mich
Die Liebe zu beurteilen die alles kann
Wie tut was ihr gefällt auch wenn die
Vernunft es bei der amour fou wüsste 

Sehr fein beschreibt Roché dieses
Wechselspiel der Verzweiflung die
Es eigentlich längst viel besser weiß
Doch tieferen Instinkten dabei folgt

Sehr richtig prophezeite Roché schon
Die Gedanken der vorigen geteilten
Liebe die ahnt es kann nicht gut gehen
Mit Jim und Kathe und doch lieben sie

Vielleicht kommt es in der Liebe als
Größte Abenteuerreise im Leben nie
Darauf an was passt oder vernünftig ist
Sondern zählt am Ende nur was bleibt 


Weiter geht es perfekt passend mit
Dem gerade eingetroffenen Band
Mit Texten von Helen Hessel unter
Dem Titel Ich schreibe aus Paris

Beginne hier von hinten mit dem
Klugen Nachwort von Mila Ganeva über
Die Mode Schriftstellerin Helen Hessel
Das eine gute Einführung bietet

Wie beschreibt eine Frau das Werk
Dieser in Jules und Jim häufig eher
Als emotional und wankelmütig noch
Gezeigten unkonventionellen Frau

Wer ist die Kathe aus Jules und Jim
Als kompetente Autorin zum Thema
Mode wie der Liebe in Paris als lange
Korrespondentin der Frankfurter Zeitung

Walter Benjamin etwa der ja auch mit
Helens Mann Franz Hessel befreundet 
War zitiert ihr Essay Vom Wesen der Mode
Im Passagenwerk als völlig gleichrangig

Mit Philosophen wie Simmel oder Valéry 
Sie galt als die Expertin in Fragen der
Mode die auch im Werk ihres Mannes
Etwas als Lella in Alter Mann auftaucht 

Auch im Rendezvous in Paris wie in
Verschiedenen Texten von Franz Hessel 
Taucht sie als kompetente Spezialistin
In ganz verschiedenen Rollen auf

Denke ich an den Flaneur in Berlin
Wo die Modesalons mit genauer
Sachkenntnis im Detail beschrieben
Wirkte sie auch an diesem Werk mit

Theodor Adorno etwa riet Benjamin
Mit Frau Hessel als unumstrittener
Expertin eine Stelle zur Mode aus
Dem Passagenwerk durchzugehen

Die meisten heutigen Leser denken
Bei Helen Hessel eher an die Kathe
Aus Jules und Jim von Roché das
Truffaut so genial 1962 verfilmte

Dabei wird Helen Hessel mit der 
Kathe verkörpernden Jeanne Moreau
In einem Atemzug genannt während
Literaten Franz hessels Frau sehen

Bekannt war höchstens noch ihr
Tagebuch von 1921 das sich auch
Um die amour fou mit Roché dreht
Doch war sie als Journalistin erfolgreich

Sie war durch ihre Arbeit als Autorin
Auch finanziell unabhängig und die
Mode gab ihr ein eigenes Thema
Zwischen Geschäft und Vergnügen 

Dabei schrieb sie meist unter ihrem
Mädchennamen Helen Grund doch
Blieb Hessel egal ob zwischendurch
Geschieden stets ihr legaler Name

Dies ist auch der Name auf ihrem
Grab auf dem Friedhof Montparnasse 
Wie der unter dem sie in Frankreich
Veröffentlichte wie zeitweise in den USA

Dort wurde sie dann wie passend hier
Als Übersetzerin von Nabokovs Lolita 
Noch bekannt die bis heute gängig ist
Was die Vielfalt ihrer Talente zeigt

Der Band stellt ihre Artikel der Jahre
Von 1921 bis 1938 zusammen die
Ihre Qualität beim Thema Mode belegen 
Was umfangreiche Recherche erforderte 

Bin sehr gespannt diese faszinierende
Frau aus eigener Feder nun zu lesen
Statt dem Bild ihrer Männer von ihr
Und stürze mich in den ersten Text

Mentor für neue Reiche ist dieser Text
Von 1921 überschrieben der sich an
Die Kriegsgewinnler ohne Tradition
Wendet die vorläufig nur Geld haben

Mit Ironie und viel Witz berät sie die
Vorläufig nur Geld haben um einen
Eigenen zeitgemäßen Stil zu finden
Statt nur das Bürgertum zu imitieren 

Wie sie ihre Töchter einrichten sollen
Unbedingt mit Badezimmer wie ihre
Bibliotheken mit Bänden über die
Fortpflanzung Hygiene und Lust

Welche Chance sie haben weil sie
Ohne uraltes Erbe der Familie das
Von Generationen noch Erinnerungen
Wie Gewohnheiten mitschleppt

Sie sollen lockere Anzüge tragen
Statt Frack Gehrock oder Cut um
Es sich zeitgemäß bequem zu
Machen ohne wen zu imitieren

Diese kleine Stilberatung einer
In Dingen der Mode erfahrenen
Die aus guter alter Familie kommt
Ist politisch wie philosophisch

Der Abgesang des alten Bürgertum
Den die Manns schon um 1900 mit
Viel Ironie anstimmten bekommt hier
Eine pragmatisch lachende Seite 

Selbstironisch wie spöttisch nimmt
Die kluge Autorin ein Thema auf
Das nach dem Krieg aktuell wurde 
Wie gehen wir mit Neureichen um

In gediegener Armut aus den geerbten
Resten wird über die stillosen Aufsteiger
Gerne mit erhobener Nase gelästert
Zeit es sich zeitgemäß schön zu machen

Ein politischer Text der den Stil als
Brücke zu einer Abrechnung nimmt
Mit einer untergegangenen Klasse die
Den neuen Siegern die Hand reicht 

Helen Hessel die diese Texte teils 
In der Frankfurter Zeitung noch
Veröffentlichte als Helen Grund
Scheint eine sehr lohnende Lektüre

Kurz in ihre Aphorismen noch die
Morgen weiter besprochen werden
Gelesen und es bleibt eine Freude
Diese elegante kluge Frau zu lesen

jens tuengerthal 5.8.25

Dienstag, 5. August 2025

Leserinliebe

Leserinliebe

Die letzte Liebe
Wird eine Leserin sein
Hoffe ich einfach

jens tuengerthal 5.8.25

Lektürlich

Lektürlich

Sich natürlich auf
Ihre Lektüre freuen
Macht Leser glücklich

jens tuengerthal 5.8.25

Wohlfülle

Wohlfülle

Liebe den Herbst
Farben und Lebensgefühl
Schön schon im Sommer

Bücher Tee Kekse
Vernünftig angezogen
Ohne zu schwitzen

Wohlgefühl drinnen
Als lesender Genießer
Dankbar ankommen

jens tuengerthal 5.8.25

Allelust

Allelust

Was ist alles Lust überlege ich
Habe ich alles schon gehabt
Kann ich das überhaupt beurteilen
Worauf kommt es dabei an

Wenn es darauf ankommt dabei
Zusammen zu kommen hatte ich
Schon früh alles Glück erlebt und
Was folgte waren Varianten davon

Vieles davon weniger lohnend
Noch weniger der Rede wert
Wenige wunderbare sich ähnlich
Zu viele spielten unbeteiligt mit

Je älter ich werde und damit auch
Nach der Natur weniger potent desto
Schöner scheint mir was früher war
Dabei war jede ein Wunder für sich

Erwarte einfach nichts mehr
Was das allerbeste sein könnte
Um aller Lust den Raum zu geben
In dem sie hemmungslos tanzt 

Immer wieder zu überraschen 
Oder geht es mehr um Technik
Den Durst mit Masse zu stillen 
Wiederholungen zu vermeiden

Was für stete Abwechslung spricht
Öfter mal was neues statt gewohnt
Sich nicht miteinander zu langweilen
Doch macht Übung erst vollkommen

Lust kann alles aber nur wenig
Bleibt nach allem noch lustvoll
Echt ist wichtiger als Show wie
Zusammen kommen mehr ist

Lieber einmal weniger als alle
Wenn es zusammenpasst wie
Natürlich zusammen kommt ist
Alle nur mögliche Lust erreicht

Erkennen wo der Gipfel ist um
Diesen gemeinsam zu genießen
Damit zufrieden zu bleiben statt
Auf Abwechslung zu hoffen

Bleiben wo es schön war könnte 
Mehr Schönheit entdecken als
Alle Abwechslung je bietet wenn
Wir lieber genießen statt reisen

jens tuengerthal 5.8.25

Allesliebe

Allesliebe

Alles Liebe wünschen wir
Am Ende von Briefen wie
Gelegentlich zum Abschied
Manchmal als Glückwunsch 

Nur was ist alles Liebe
Wann ist es schon Liebe
Wo nennen wir es verliebt
Ist die Unterscheidung Unsinn

Geht es nicht immer um das
Größte Gefühl der Zuneigung
Das bedingungslos gut will
Wo nicht schon wieder egal ist

Wenn alles Liebe ist sind es
Dann auch die nur Beziehungen
Die mit Kompromissen überleben
Um bloß nicht allein zu sein

Zählen auch die Versuche dazu
Solange es sich groß anfühlte
Wenn alles Liebe ist auch die
Zur Familie Vater oder Mutterland

Braucht die Liebe eine Schublade
In die wir alle Gefühle packen um
Dann Alles Liebe drauf zu schreiben
Oder ist sie dann nicht bedingungslos

Habe alle meine Frauen geliebt und
Wünsche ihnen allen alles Liebe
Dankbar für ihre Liebe natürlich
Was Mann halt so dazu sagt

Hatte nie eine Ehefrau was aber
Vielleicht besser so ist weil ich ja
Alle liebte ist aber danach auch egal
Am Ende zählt nur was alles Liebe war

Zum Ende dieser Verse wünsche ich
Darum allen Lieben alles Liebe wie 
Danke dass sie mich zeitweise ertrugen
Gelegentlich auch auf Wiedersehen

jens tuengerthal 5.8.25

Nichtsmehr

Nichtsmehr

Wenn nichts mehr kommt
Bleibt alles andere übrig
Für jene die noch da sind

Die nicht mehr sind brauchen
Nie wieder was und sind so
Von allen Problemen befreit

Ob Nichtsein mehr Freiheit
Schenkt als nimmt bleibt wohl
Ungewiss wenn alles nichts ist

Zumindest geht uns im Nichts
Nichts mehr etwas an auch
Alle Zeit wird irrelevant dann

Vielleicht ist das Nichts auch
Befreit vom mehr oder weniger
Was alles infolge egal machte

Sicher nur kommt irgendwann
Nichts mehr was alles vorher
Schon relativ egal macht

Bis dahin aber können wir so
Lustvoll wie möglich genießen
Danach bleibt ja nichts mehr

Sich dem sicheren Nichts schon
Vorausschauend anzupassen
Hieße spurlos verschwinden 

jens tuengerthal 5.8.25

Montag, 4. August 2025

Lektürentagebuch 4.8.25

Lektürentagebuch 4.8.25

Im Filocolo von Giovanni Boccaccio
Weiter im sehr guten Vorwort gelesen
Das in den Text und seine literarischen
Besonderheiten uns Leser einführt

Dort erfahren wie die Konstruktion
Der vielfältigen Erzähler die dem später
Berühmten Decameron zugrunde liegen 
Auch dort schon bei einem Fest auftaucht

Auch der große Boccaccio hat also nur
Eigene Ideen noch variiert zu einer Zeit
In der die italienische Literatur erst
Ihre Geschichte zu schreiben begann

Dies alles erläutert der Übersetzer
Moritz Rauchhaus vor dem Hintergrund
Von Boccaccios Biografie sehr fein was 
Bis zur Geburt der Protagonisten geht

Warum kommen diese erst an Pfingsten 
Statt wie im Original an Ostern zur Welt
Wo aber Boccaccio den Auftrag für seinen
Roman von seiner Geliebten erhält

Dieser setzt er in der neuen Erzählung
Der alten Geschichte ein eigenes sehr
Verliebt schönes Denkmal weil sie ihm
Ostern den Auftrag zum Roman erteilt

Werden die Protagonisten genau
50 Tage später geboren womit er
Seiner Liebsten den Vortritt gewährt
Vor dem Figuren seines Romans


Entschlossen verkündet der Konsul
Buddenbrook seine Tochter Tony nun
Zu Fräulein Weichbrodt in Pension zu
Geben die guten Sitten hochzuhalten

Diese machen dem frommen Johann
Buddenbrook vielfältig zu schaffen
Auch wenn Thomas sich in der Firma
Gut macht gilt dies nicht für Christian

Nachdem die Konsulin schon den
Bekannten Lehrer Stengel wegen des
Fast täglichen Nachsitzen ihres Sohnes 
Zum Gespräch bat kam der Skandal

Christian war mit einem Freund im
Theater gewesen und hatte sich dort
Den Wilhelm Tell angesehen bei dem
Die Hauptrolle als Hosenrolle besetzt war

Noch dazu war diese Dame auch der
Schwarm eines stadtbekannten Suitiers
Des jungen Konsuls Peter Döhlmann
Welcher der Dame eine Brosche

Mit sichtbar echten Brillanten spendierte
Die sie als Wilhelm Tell auf der Bühne trug
Damit vor der Stadt gezeigt hatte was sie
Von den ehrwürdigen Traditionen hielt 

Dieser Demoiselle Meyer-de la Grange
Überreichte nun Christian Buddenbrook
Nach der Vorstellung in ihrer Garderobe
In Gegenwart von Konsul Döhlmann

Ein von seinem Taschengeld gekauftes
Blumen Bouquet was daraufhin natürlich
Der Konsul später noch im Club zum
Besten gab woher es schließlich der

Schuldirektor von Christian erfuhr was
Zeigt wie kleinstädtisch Lübeck war
Wer weiß ob auch noch ist der es dann
Dem Konsul persönlich mitteilte 

Während die Konsulin es amüsant findet
Ist ihr Mann moralisch empört als guter 
Protestant und frommer Bürger sieht er
Seinen Sohn in schlechten Kreisen schon

Als dann noch Tony beim Spaziergang
Vor dem Stadttor mit einem jungen
Gymnasten beobachtet wurde tat der
Konsul alles dies zu unterbinden

Die junge Liebe tauschte danach noch
Briefe über hohle Bäume aus was der
Empörte Konsul auch unterbinden wollte
Sie darum zu Fräulein Weichbrodt schickte

Dieser stocksteife Johann Buddenbrook
Der den Humor seines Vaters bräuchte 
Quälte seine Kinder schon sehr nach
Seinen engen moralischen Vorstellungen

Es zeichnet treffend den Geist der Zeit 
Den die Lübecker mit ihrer erst Empörung
Nach dem Erscheinen der Buddenbrooks
Auch noch bestätigen mit wenig Humor

Wie fein zeichnet Mann hier schon den
Späteren Weg seiner Protagonisten vor
Wie gut beobachtet er die Doppelmoral
Die unter christlichen Vorzeichen würgt 

All dies beschreibt Thomas Mann mit
Feiner Ironie und Witz aber stets noch
Liebevoll bei seinen Protagonisten allen 
Anders als sein Bruder Heinrich dabei 

Dieser erhebt sich im Untertan über
Seine lächerlich gemachten Figuren
Genau das tut Thomas nicht auch wenn
Die Braue hier deutlich gehoben ist

In den Buddenbrooks fühle ich mich
Immer wie Zuhause noch und manche
Figur erinnert an die eigenen Verwandten
Was vieles noch vertrauter macht

Denke an meinen Bremer Großvater
Einem moralisch auch völlig untadeligen 
Hanseaten der sehr steif sein konnte 
In moralischen Angelegenheiten noch 

jens tuengerthal 4.8.25

Liebeserklärung

Liebeserklärung

Liebe erklären
Wollen wäre müßig weil
Gefühl nichts versteht 

jens tuengerthal 4.8.25

Literaheim

Literaheim

Buddenbrooks lesen
Ist Zuhause ankommen
Familienleben halt

Hessels ironisch
Liebevoll trauriger Ton 
Immer Vertrauter 

Zwischen Seiten erst
Eine Heimat erlesen 
Die nirgendwo war 

jens tuengerthal 4.8.25

Heimatgefühl

Heimatgefühl

Heimat ist kein Ort
Sondern ein Gefühl mir voll
Bücher und Lieben

jens tuengerthal 4.8.25