Dienstag, 23. November 2021

Impfmarketing

Impfmarketing

Ein Minister leitet die Verwaltung
So auch der Herr Spahn der von
Marketing scheinbar nichts versteht
Aber dann doch versucht mit dem
Instrument der Verknappung etwas
Zu bewegen wohin auch immer
Lässt Biontech verknappen um
Angeblich Moderna vor dem
Verfall noch zu verbrauchen
Was nach Marketing aus der
Planwirtschaft eher klingt
Sofort stürmen alle die Impfzentren
Dann tauchen völlig unerwartet
Eine Millionen Dosen wieder auf
Der Minister bleibt bei der vorher
Angekündigten Verknappung
Ein deutsches Amt ändert nicht
Seinen Kurs nur weil sich die
Realität plötzlich mal ändert
Will es dem Beobachter scheinen
Aber wäre es nicht auch möglich
Dass dieser seltsame Zickzack
Der völlig idiotisch erst scheint
Das beste Marketing überhaupt ist
Alle reagieren seltsam verwirrt
Keiner weiß mehr was er will
Dann schnell impfen gehen
Bevor nichts mehr da ist denkt
Da der nüchterne Berliner der
Sich mit Chaos und Verwaltung
Spätestens seit rot-rot auskennt
Und so wirkt am Ende am besten
Was am Anfang keiner versteht
Denn es gilt ja sicher ist sicher
Nichts wirkt stärker als das Ego
Mit der Angst zu kurz zu kommen
Sehr gut Herr Spahn denke ich
Er kennt seine Pappenheimer
Was alle wieder beweisen
Ein wenig Verwirrung stiften
Schon wird Impfen hipp
Wenn eine Millionen Dosen extra
Erwartet werden wird vorher
Schnell verknappt und verwirrt
Läuft gut denk ich im Volk das
Geiz geil findet wie stets Angst
Hat zu kurz zu kommen
Das war ein Meisterstück
Des staatlichen Marketing
Wie kluger Propaganda

jens tuengerthal 23.11.21

Montag, 22. November 2021

Liebesumwege

Liebesumwege

Liebe nimmt gerne Umwege
Um beieinander anzukommen
Was völlig absurd uns schien
Kommt am allernächsten weil
Es dann genau so sein muss
Was dank ausgeschaltetem
Verstand ganz logisch ist
Wenn es nicht gut geht
Schütteln wir den Kopf
Darüber und zweifeln an uns
Wo es gut geht hat die Liebe
Immer recht was sie aber
Ohnehin eigentlich hat
Egal auf welchem Weg
Womit wir wieder am Anfang
Wären und somit alles zur
Liebe hier gesagt wurde
Am Ende gewinnt sie stets
Wo nicht geht es weiter
Ist wohl alles gut so weil
Die Natur der Liebe eben
Alle Fragen damit geklärt
Was bleibt war gut so

jens tuengerthal 22.11.21

Triagereal

Triagereal

Die Triage wird in Sachsen Realität
Mit Ansteigen der Zahl von Patienten
Die Beatmung auf der Intensivstation
Wie volle Versorgung benötigen wird
Aufgrund zu niedriger Impfquote dort
Es bald zu wenig Betten geben womit
Entschieden werden muss wer zuerst
Behandelt wird und wer sterben darf
Ob dabei allein Aussichten genügen
Wie wer eine solche Entscheidung je
Straffrei treffen darf ist umstritten
Da ist nichts legitimierbar wohl
Fraglich was ethisch dann gilt
Auch wenn ein jüngerer Impfgegner
Bessere Überlebenschancen hätte
Gibt es gute Argumente vorher allen
Geimpften Patienten Priorität zu geben
Was nicht den Grundsätzen der Triage
Aber dem Prinzip Verantwortung entspricht
Nachdem wer einen Schaden verursacht
Auch für die Folgen zu haften hat
Solange es Geimpfte gibt die noch
Beatmungsplätze brauchen sind alle
Ungeimpften als Mitverursacher der
Neuen Pandemie nachrangig zu behandeln
Was viele auch soziale Probleme
Vermutlich nachhaltiger löste als
Jede weitere Diskussion hier
Die Triage steht also an
Dann stellen wir uns ihr
Wer ungeimpft ist muss
Warten um zu überleben
Wie sie vorher mit dem
Impfen zu lange warteten
So wird heute Gerechtigkeit
In Sachsen buchstabiert

jens tuengerthal 22.11.21

Lebensnebel

Lebensnebel

Leben heißt rückwärts Nebel
Wie Georg Kreisler treffend
Im Wiener Dunst entdeckte
So ist manches von hinten
Betrachtet zunächst eher
Undurchsichtig wird aber
Wo wir wagen einzudringen
So oder auch anders oft
Überraschender Höhepunkt
Für manche die sich noch
Davor fürchteten bevor sie
Den Tiefgang erkannten den
Vieles von hinten erst hat
Das Leben inklusive wer
Immer nur im Nebel steht
Sollte sich umdrehen um
Leben lustvoll zu beginnen
Von hinten oder vorne egal

jens tuengerthal 22.11.21

Pflichtfreiheit

Pflichtfreiheit

Kommt endlich die Impfpflicht um
Die Situation mit Corona wieder
Unter Kontrolle zu bekommen
Wie es immer dringender wird
Wäre das gegen das Grundgesetz
Wie sogenannte Querdenker fürchten
Die ihre Entscheidungsfreiheit für
Viel wichtiger halten als das Leben
Der anderen die halt sterben müssen
Nicht berücksichtigen wie ihr Egoismus
Weiter ein ganzes Land gefangen hält
Aus unwissenschaftlich religiöser
Neigung sich der Notwendigkeit einer
Impfung als geboten verweigern wir
Haben eine Pandemie der Ungeimpften
Was Grund genug wäre zornig zu sein
Wüssten wir nicht längst es bringt nichts
Ändert nichts und wäre nur viel Lärm um
Das allzubekannte Nichts im irgendwo
Die Bundesregierung hütet sich noch
Von einer Impfpflicht zu sprechen aber
Wäre das ein solches Drama noch nach
Bald 100.000 Toten kommt es auf etwas
Geschrei aus der rechten Ecke nicht an
Wenn dadurch Leben gerettet werden
Aber viel wichtiger finde ich die Frage
Ob eine wissenschaftliche Impfpflicht
Der Gesellschaft nicht besser täte
Weil sie moralisch entlastete von der
Verurteilung der anderen wie schnell
Das Problem effektiv löste ohne noch
Große Diskussionen und Skandale
Vor allem ersparten wir uns leidige
Moralische Urteile die ethisch stets
Fragwürdig sind wie Spaltung fördern
Was getan werden muss wird getan
Der größte Teil der Menschen folgt
Ein kleiner Prozentsatz wird brüllen
Aber schnell leise werden um sich
Nicht als illegal zu offenbaren dann
Erreichen wir schnell die nötige Zahl
Wenige die nicht wollen tauchen halt
Unter oder bleiben besser zuhause
NIcht dabei erwischt zu werden doch
Keiner wird Sahra Wagenknecht in
Handschellen zum Impfzentrum führen
Aber dafür hätten wir eine ganz klare
Entlastung bei der Haftung auch der
Krankenversicherung denn wer dann
Noch ungeimpft bleibt und erkrankt
Handelte grob fahrlässig damit muss
Die Solidargemeinschaft nicht zahlen
So erledigt sich vieles schnell alleine
Zwar werden sich manche Teile von
Sachsen wohl langsam leeren aber
Da finden sich Siedler aus der Welt
Die ohne die Alteinwohner ohnehin
Viel besser integrierbar wären was
Land und Kultur gut wohl täte damit
Sachsen wieder Zukunft hätte statt
Zu viel braune Vergangenheit noch
Doch jenseits aller Ironie könnte
Eine Impfpflicht den moralischen
Druck senken und alles erleichtern
Wagten wir so frei zu sein einfach
Zu tun was nötig und vernünftig
Es gäbe kurzes Geschrei wohl
Vielleicht eine kleine Randale
Dann wäre alles schnell erledigt
Die moralische Diskussion hätte
Endlich ein Ende weil noch länger
Auf Einsicht und Vernunft zu setzen
Kostet zu viele Leben jeden Tag
Davon befreite uns die Pflicht
Wie es viele Narren aus ihrer
Unsinnigen ideologischen Starre
Holte und wer nicht will kann sich
Bis zum Ende der Pandemie halt
Eingraben und still sein dann ist
Ruhe und das Problem gelöst
Was wichtiger als alles gerade ist
Weil es um Leben oder Tod geht
Die Triage wieder real droht

jens tuengerthal 22.11.21

Gutsgeschichten

Gutsgeschichten

Von Keyserlings Geheimnis von
Klaus Modick heute zum Autor
Eduard von Keyserling selbst
Mit dem es auf die Güter der Familie
Wie in die Gedanken dazu ging
Aus dem Baltikum stammt der Graf
Im heutigen Lettland damals Kurland
Als Teil des russischen Kaiserreiches
Das alte Deutschordensland also aber
Das ist eine andere Geschichte wie die
Geschichte des Lebens auf den Gütern
Was Keyserling so kenntnisreich wie
Feinfühlig auch beschreibt mit Ironie
Wie echter literarischer Größe die
Vielen fehlt die diese verlorene Welt
Die in der sowjetischen Diktatur im Osten
Unterging ohne ersetzt zu werden außer
Durch eine Parteielite die kein Fundament
In der Region wie selten Kultur hatte eben
Aus der Diktatur der Proleten stammte
Welche sich zur Herrschaft berufen nun
Fühlten doch ist diese Welt östlicher Güter
Wie die Geschichten dazu etwas eigenes
So eng die Moral uns heute scheint die
Einen Keyserling nach Wien trieb erst
Weil er unter seinesgleichen gefehlt hatte
So weit ist das Land so zärtlich aber auch
Die Erinnerungen mancher daran die es
Noch auf den Gütern erleben durften
Mit Marion Dönhoff wie einer Lehndorf
Durfte ich über ihre Erinnerungen plaudern
Eine einmal Liebste erzählte mir noch
Von ihrer Großmutter die im Kurland
Auf dem großen Gut der Familie noch
Geboren wurde und wie das Leben dort
Mit ewigen Nächten im Sommer wie 
Langen schneereichen Wintern war
Wenn Pferde vor Schlitten gespannt
Es über gefrorene Seen schnell ging
Wie deren Vorfahr für die Zarin einst
Um die Welt segelte als baltischer Graf
Manch Intellektuelle wie Eduard oder
Seine Schwestern litten sehr an dem
Manchmal geistlos auf Jagd oder die
Pferde reduzierten Leben was nur eben
Gutsherrlich war aber auch in vielem
Was mit diesen Welten verloren ging
Auch wenn Marion die Trakehner einst
Bis nach Holstein noch retten konnte
Ist dies abgelegene Leben auf Gütern
In Ostpreußen oder im Kurland heute
Eine verlorene Welt die es nicht mehr
Gibt deren letzte Nachfahren die noch
Erinnerung an die Güter wie das Leben
Dort haben inzwischen schon sterben
Kaum welche kennen noch den Dialekt
Den sie dort tief im Osten sprachen
Was Marion Dönhoff journalistisch tat
Wie in feinfühligen Erinnerungen an
Ihre Kindheit in Ostpreußen oder die
Namen die keiner mehr kennt
Machte Keyserling 50 Jahre früher
Literarisch und so entsteht ein Bild
Vom Leben einer Gruppe auf Gütern
Mit der Nähe zur Natur wie zugleich
Dem anderen abgelegenen Leben
Was in preußischer Tradition dennoch
Stets die Form zu wahren suchte wie
Modick auch seinen Keyserling beschreibt
Der Graf hatte eben Stil und Klasse auch
Wenn Spiel Trink und Ehrenschulden ihn
Aus Wien wieder auf die Güter zogen
Bis er nach München schließlich ging
Teil der Boheme dort auch wurde
Es sind diese Güter einerseits verlockend
Weil traumhaft abseits gelegen doch auch
Eben einsame Inseln mit strenger Form
Die Freude am Landleben kultivierte was
Auf einer Basis stand die nicht mehr ist
Manch leer stehendes Gut steht noch
In der Mark und Mecklenburg noch ist
Was Ostpreußen war polnischrussisch
Ob der Gedanke erlaubt ist wie es wäre
Sollte es durch seltsame Läufe der oft
Erstaunlichen Geschichte wieder ganz
Anders kommen sei hier dahingestellt
Weil es müßig ist jedoch lohnte jener
Literarische Ausflug mit Keyserling in
Sein heimatliches Kurland um so eine
Verlorene Welt neu zu entdecken die
Keiner besuchen kann oder muss
Weil was war nicht mehr ist  aber
In guter Literatur unsterblich wurde
Der Deutsche Orden ist Geschichte
Die Spuren seiner Wege führen nach
Kurland auf Schloss Paddern wo der
Literat Eduard von Keyserling geboren
Es sind diese Geschichten ein wenig
Aus der Zeit gefallen und das ist es
Was ich so an ihnen liebe denk ich
Ein Leben jenseits der Zeit was uns
Marcel Proust in der Recherche als
Suche nach der verlorenen Zeit beschrieb
Dort zwischen Paris und den Gütern
Das Jahr lebte mit den Jahreszeiten
Die Tiere bestimmten das Leben mit
Geistige Welten waren eher selten
Eigentlich nichts für mich denke ich
Der jeder Gartenarbeit abhold aber
Dafür gab es ja Personal was sich
Heute kaum einer seriös leisten kann
Außer als Ausflug ins Hotel mal wo
Du immer nur ein Besucher bleibst
Doch die Gutsgeschichten bleiben
Sie ließen mich nach Osten blicken
Wie von östlichen Gütern träumen
Mitten im Berliner November

jens tuengerthal 21.11.21

Sonntag, 21. November 2021

Versöhnungsübung

Versöhnungsübung

Was machen wir mit Impfgegnern
Wie Coronaleugnern die ihre nur
Private Ideologie über Interessen
Der Gemeinschaft wie den Schutz
Anderer stellen aus Glaubensgründen
Darf dieser Egoismus toleriert werden
Damit jeder nach seiner Fasson lebt
Die Seligkeit mal dahingestellt denn
Glaube trägt selten zur Versöhnung bei
Die eher aufgeklärte Vernunft bräuchte
Sollten wir diesen Opfern von Propaganda
Östlicher Herkunft verdeutlichen wie 
Irre und fehlgeleitet sie sind oder heilt
Die Zeit und Ruhe dies besser als nun
Lange Diskussionen bei denen sich
Keiner zuhört sondern beide lieber
Den anderen für verrückt erklären
Auf der Seite der Wissenschaft hier
Stehend und nicht abwegigen sonst
Theorien folgend fällt es mir leichter
Anderen Wahnsinn zu tolerieren weil
Die Vernunft hier auf meiner Seite ist
Habe es mit Argumenten probiert wie
Mit Spott es führte alles nicht weiter
Die Haltung zu Corona wie die Pflicht
Des einzelnen die anderen zu schützen
Durch verantwortliches Verhalten ist
Eine Glaubensfrage ohne Vernunft
Dabei führen weder soziale Argumente
Noch Beweise irgend weiter weil die
Ideolgie über allem liegt die zusätzlich
Von Propaganda noch befeuert ein
Lagerdenken entwickelt hat gegen das
Anzureden verlorene Zeit ist sogar sich
Über dies asoziale Verhalten aufzuregen
Ist müßig bei Menschen die sich lieber
Mit Wurmmitteln für Kühe vergiften statt
Eine millionenfach getestete Impfung
Für sich anzunehmen sogar teilweise
Davon sprechen bevor sie sich impfen
Ließen in den Untergrund zu gehen
Was mir gerade einer verkündete den ich
Bis Corona für gebildet und belesen hielt
Inzwischen völlig irren Theorien folgt
Falls die Situation in den Krankenhäusern
Weiter eskaliert was zu vermuten ist
Wird es Impfzwang immer mehr geben
Wer sich davor drücken will wird es tun
Bis immer mehr erwischt werden
Spannender ist nun aber die Frage wie
Wir wieder zusammenleben wollen wenn
Die Pandemie irgendwann vorbei ist
Dann müssen wir mit den Leugnern
Wie Ungeimpften wieder auskommen
Was an die Nachkriegszeit erinnert
Wo Mörder und Opfer zeitweise Tür
An Tür leben mussten bis Täter als
Täter verurteilt wurden was dauert
Weil die Mühlen der Justiz eben
Langsam und sorgfältig mahlen
Der viel gescholtene FC Bayern hat
Nun vorbildlich gezeigt wie wir mit
Denen umgehen können die sich
Weigern wie andere gefährden
Bei jeder Quarantäne kein Gehalt
Führt zu empfindlichen Verlusten
Keine volle Übernahme der Kosten
Bei Erkrankung ohne Impfung wird
Eine weitere ökonomische Mahnung
Für alle die noch zögern sein sich
Wie andere schleunigst zu schützen
Ansonsten vermeide ich jeden Streit
Mit Impfgegnern da es müßig ist auch
Wenn es Covidioten für mich sind
Sag ich es künftig lieber nicht mehr
Die Zeit wird der Wissenschaft wie
Zu allen Zeiten zuvor recht geben
Wenn nötig gibt es Hausarrest wie
Weitere Beschränkungen für alle
Die das Leben anderer gefährden
Ansonsten ist gerade Versöhnung
Wichtiger als weitere Radikalisierung
Dachte ich doch der Blick zu unseren
Nachbarn zeigt beruhigend deutlich
Verrückte gibt es überall und Hysterie
In Zeiten der Pandemie ist nicht nur
Typisch deutsch sondern menschlich
Belgier und Holländer randalieren
Dagegen ist hier recht friedlich
Wer sich sicher ist kann abwarten
Bis die Wogen sich wieder glätten
Irgendwann sind auch die Täter dran
Aber das machen Gerichte wenn
Versuche friedlich und vorbildlich
Lieber zu leben ohne jeden Kampf
Mediale Wuthetze braucht es nicht
Auch wenn der Spiegel Stürmer spielt
Trägt das nicht zur Aufklärung mehr bei
Sehen wir es als Versöhnungsübung
Dann übt es zumindest die Toleranz
Die Natur sorgt im übrigen selbst
Für Auslese ohne meine Meinung
Manches erledigt die Zeit besser

jens tuengerthal 21.11.21

Klangwelten

Klangwelten

Der Klang ist vergänglich kaum
Erklungen schon verhallt bleibt
Wenig was an ihn erinnert als die
Notation wie es einst gedacht von
Komponisten wie den Künstlern
Die es so ausführen wollten
Für gewöhnlich haben wir ein
Bild im Kopf was sich aus der
Erinnerung wie eigenem Hören
Mehr speist als aus der Geschichte
Das Rheingold dachte ich kenne ich
In Bayreuth es genießen dürfen
Die Aufnahme mit Karl Böhm von
Seinem dort Ring schon vorher
Aber heute lernte ich es völlig neu
Erklingen durch die wunderbaren
Musiker von Concerto Köln unter
Kent Nagano im Concergebouw
In Amsterdam die einen so klaren
Wie wunderbar offenen Wagner
Mit Instrumenten der Zeit zum
Klingen brachten auf Darmsaiten
Wie auch im Blech viel dezenter
Mit einem einmaligen Textverständnis
Nicht das Wagners schlechte Reime
Dadurch besser würden aber dafür
Wurde das musikalische Glück wie
Das gedachte Zusammenspiel als
Klangwelt deutlich und so zeigt
Dies von der DFG auch geförderte
Projekt wie bleibend sogar Klang
Sein kann wenn wir aufmerksam
Auf das hören was Komponisten
Beim Schreiben sich dachten wie
Dezenter und damit etwas stiller
Kommen lassen was ist wie uns
Diese feine und hellhörige Praxis
Welche sich Zeit zur Aufführung nimmt
Auch eine Frage der Haltung zeigt
Die sich auf etwas einlässt um das
Was bleibt zu bewahren also zugleich
Aufklärt wie Musik so spielt wie sie
Einst gedacht was von Respekt
Vor Tradition auch zeugt die sich
Im Bewusstsein ihrer Geschichte
Neu auf das einlässt was war um
So respektvoll Zukunft zu gestalten
Einen anderen Horizont zulässt
Der verständlicher macht was war
So bin ich heute Concerto Köln
Unter Kent Nagano wie besonders
Einer Geige dort zutiefst dankbar
Wie ohnehin innigst verbunden
Die mich Wagner neu hören ließ
Erwartungen positiv enttäuschte
Um zu zeigen wie zart schön
Eine Wagner Oper sein kann
Manches anders ist als wir
Gewohnt sind zu hören

jens tuengerthal 20.11.21

Samstag, 20. November 2021

Edelfäule

Edelfäule

Die Edelfäule ist ein Schimmelpilz
Der auf Weintrauben bei sonnigem
Herbstwetter auftreten kann damit
Einen besonderen Geschmack erst
Der durch den Morgennebel noch
Gefördert wird was Weinkenner
Schätzen entwickelt doch viel
Schöner fand ich den Begriff heute
Von Klaus Modick verwendet in
Keyserlings Geheimnis über den
Schriftsteller Eduard von Keyserling
Der mit seinem Münchner Freunden
In der Sommerfrische am See weilt
Wo er die noch Geliebte vom auch
Dort anwesenden Lovis Corinth die
Später als Künstlerin wie als sein
Modell weithin bekannt gewordene
Charlotte Berend die Lovis Frau wird
Beim Spaziergang zum See am frühen
Morgen trifft während alle anderen
Noch friedlich schlafen die schöne
Nymphe nackt in den See springt
Dreht sich der Graf wunschgemäß
Um und verschließt die Augen bis
Sie ihm aus dem See zuruft er dürfe
Sich nun wieder umdrehen was er
Genießt um als sie aus dem Wasser
Steigt die gleiche Dezentz zu zeigen
Obwohl er im Nachbarzimmer schon
Dem Liebesspiel der beiden noch in
Der Nacht hatte lauschen dürfen so
Sitzen die beiden in der schönen
Sommersonne nach ihrem Bad noch
Einen Moment sie wieder im Kleid
Auf dem Steg am See worauf sie
Versucht ihn zu überreden sich von
Corinth malen zu lassen was er als
Von der Syphilis entstellt ablehnt da
Lovis doch lieber ihre Schönheit 
Malen solle als seine Hässlichkeit
Aber dann sagt sie zu ihm er habe
Diese Edelfäule die ihn schön mache
Was ihn fasziniert schon als Begriff
Da wird der baltische Graf nachdenklich
Sich doch von dem ostpreußischen
Maler und Freund aus München
Malen zu lassen um der Edelfäule
Wegen die wunderbar treffend den
Geist des Zeitalters der Fin de siècle
Oder auch der Decadence beschreibt
Die am Ende des 19. Jahrhunderts den
Verfall zum Gegenstand der Kultur macht
Die nach einem Höhepunkt vor dem
Nächsten großen Krieg steht wozu dann
Die Edelfäule geradezu genial passt
Mach das über den Punkt sein aber
Im Sterben noch schöner werden zum
Thema eines kulturellen Höhepunktes
Der das Ende des Jahrhunderts prägte
Was mit dem Ersten Weltkrieg endete
Zu dem die Edelfäule genial passt die
Graf Eduard v. Keyserling dann davon
Überzeugt sich malen zu lassen weil
Es das war was die Boheme der Zeit
Suchte wie in ihrer Kunst dann fand
So fragt sich der Dichter nun in den
Zeiten von Corona ob dies auch eine
Art Edelfäule der Moderne wurde die
Vanitas schon spürt und nur die Lust
Auf verschlungenen Wegen sucht um
Nicht nur zu verfaulen sondern dem
Wein des Lebens Hautgout zu geben

jens tuengerthal 20.11.21

Benjaminzart

Benjaminzart

Walter Benjamin lesen wie sich in seiner
Feinfühligen Zartheit zu versenken mit
Der er in Berliner Kindheit um 1900 die
Orte als Momente beschreibt die voll
Zarter Erinnerung noch lebendig sind
Mit Schönheit staunen wie Schmerz
Der Kindheit die sich zum großen
Gefühl über allem verbinden was
So berührend schön nahe kommt
Der scharf gestochene Schmetterling
Die den Kopf bedrängenden Hörer
Der alten Telefone noch denen
Er sich so ausgeliefert sah wie
Von ihnen beflügelt noch wurde
Ist so wunderbar wie es erleben
Noch näher kommt das Wort hier
Was das nur Erlebnis noch reflektiert
Als die bloß emotionale Erfahrung
Der aller reflexiver Geist fehlt damit
Die andere Seite unseres Seins
Welche Benjamin so kongenial in
Den Texten zur Kindheit verbindet
Wie dazu noch freudig lächeln lässt
Den Genießer als Leser der die
Momente seiner Kindheit so sehr
Erkennt wie sich als Leser auch
Gefesselt wie unterhalten fühlt
Auf hohem Niveau mit feiner
Eleganz wie sie Benjamin als
Teil der Berliner Bildungsbürger
Mit nonchalanten Niveau so ganz
Ohne erhobene Nase spiegelt
Dass sich der Leser nur dankbar
Vor diesem Genie verneigen kann
Was hierin zu lesen sei für alle die
Benjamin noch vor sich haben ein
Tor ins Paradies der Literatur öffnet
Lest ihn es lohnt jede Zeile auch
Um der Zartheit der Gedanken
Wegen die Leben schöner machen

jens tuengerthal 20.11.21

Freitag, 19. November 2021

Bayernvorbild

Bayernvorbild

Fern lag es mir immer die Bayern
Mit ihrer CSU als Vorbild zu sehen
Aber Corona verändert den Horizont
Bayern greift durch um die Situation
Mit Corona wieder zu beherrschen
Sagt alle Weihnachtsmärkte ab
Diese Jahrmärkte mit Glühwein
Als schon sicheren Hotspot
Schließt alle Bars und Clubs
Schafft strenge Verbote um eine
Weitere Eskalation zu verhindern
Das ist gut weise vorausschauend
Weil es auf die Warnung des RKI
Angemessen reagiert denn der
Maßstab der Hospitalisation greift
Immer erst hinterher wie gerade
Die Chefin der Linken im Bundestag
Zu recht anmerkte und so lobe ich
Corona betreffend mal zwei die mir
Sonst eher völlig fern liegen aber
Denke es wäre zumindest der Kurs
Unserer leider scheidenden Kanzlerin
Gewesen und das eine neue Studie
Gerade den Zusammenfassung von
Ungeimpft und hoher AfD Anteil
Aufdeckte bestätigt noch mehr
Wo unser Problem liegt und wo
Mit Vernunft reagiert wird 
Warum der Feind am Rand steht
Vielleicht wird nun endlich bundesweit
Vorausschauend regiert damit noch
Mehr unnötige Tode verhindert werden
Bayern ist gerade ein gutes Vorbild
Berlin könnte etwas lernen inklusive
Hausarrest für alle Ungeimpften
Normalität ist nicht normal mehr
Wir müssen sie wieder erobern
Mit nun harter Disziplin aller

jens tuengerthal 19.11.21

Tochtertag

Tochtertag

Wie schön ist es doch ein stolzer
Vater zu sein dachte ich gerade
Als mich die tollste Tochter der Welt
Zu ihrem 20. Geburtstag besuchte
Um sich ein wenig feiern zu lassen
Noch etwas geschafft von der Party
Mit der ihre Freunde sie überraschten
Aber eine so starke junge Frau dass
Des Vaters Herz höher schlug auch
Wenn mein Zutun dazu lange her ist
Eben 20 Jahre und fast 9 Monate
Aber wie aus dem Baby damals eine
Sozial engagierte intelligente Frau
Wurde die so schön wie toll ist
Freut mich und erfüllt mich ohne
Daran mehr als lustvollen Verdienst
Ganz am Anfang und vielleicht etwas
Später als Vorlesepapi zu haben
So etwas zu feiern und zu sehen
Wie Familie weitergeht wie Werte
Ideale weitergetragen werden denn
Ihre Schönheit würde ich lieber ihrer
Mutter zugute halten als mir jemals
Ist schön und macht glücklich was
Zu bedichten wunderschön ist an
Grauen Novembertagen der durch
Ihr Erscheinen strahlend schön für
Den glücklichen Papi am Helmi wurde
Freue mich es ist gut so und ich finde
Solche Gedanken zu teilen schön um
Ein Lächeln um die Welt zu schicken
Für meine geliebte Greta

jens tuengerthal 19.11.21

Liebesabsolut

Liebesabsolut

Ist Liebe immer absolut wie
Ausschließlich im Anspruch
Oder glücklicher wie haltbarer
Wo vernünftig relativiert fragt sich
Wer aus dem Liebesrausch
Der jede Zurechnungsfähigkeit
Allen Beteiligten raubt erwacht
Wege des miteinanders sucht
Die der Realität mehr entsprechen
Als dem ersten großen Traum
Der aber doch die Liebe so
Wunderbar und schön macht
Weil sie dann eben alles kann
Wie die ganze Welt verzaubert
In der sie alles zu sein scheint
Doch lehrt alle Erfahrung dass
Länger hält was relativiert aber
Jeder der verliebt verdrängt es
Wieder erfolgreich zumindest
So lange wie und danach ist es
Ohnehin egal weil dann eher
Der modus vivendi ausgelotet
Wird um langes miteinander
Auszuhalten ohne sich ganz
Verloren zu geben was noch
Manchen bei ersten Versuchen
Oder verliebt genug geschieht
Wie ich nach genug Anproben
Bestätigen kann der sich gern
In große Gefühle verliert die dann
Gleich die ganze Welt zu sein
Scheinen neben der nichts ist
Wie alles klein wird und relativ
Wagten wir noch zu vergleichen
Aber wohl wissend wohin dieser
Absolutismus immer wieder mich
Verführt in dunkler Realität scheint
Weniger davon länger zu halten
Wie so vielem dabei förderlich
Weil es den Respekt voreinander
Auch erhöht Geliebte zu bleiben
Statt nur ein Paar zu sein warum
Die weniger absolute Liebe die
Nicht alles miteinander wie gleich
Am besten für immer gefühlt will
Sondern ausschnittsweise genießt
Höhere Haltbarkeit vorweisen kann
Angenehmer im Umgang meist ist
Reizvoll in vieler Hinsicht bleibt statt
Einen kostbaren Schatz an ein altes
Beziehungsmodell zu verspielen was
Den erwartbaren Weg bald einschlägt
Wie es alle Vernunft schon lange lehrt
Hätte die in Liebesdingen noch etwas
Zu sagen was eher nie der Fall ist
Womit ich wieder am Anfang wäre
Aber zugeben muss es ist müßig
Dazwischen balancieren wir gern
Nennen es Liebe und wissen nie
Wie und warum das alles so geht
So lange es läuft geht es weiter
Egal was vernünftiger wäre

jens tuengerthal 18.11.21

Donnerstag, 18. November 2021

Louisferdinands

Louisferdinands

Dem großen preußischen Prinzen
Der heute 249. Geburtstag hat aber
Leider nur 33 Jahre alt wurde doch
In dieser Zeit als Offizier wie auch
Als Komponist und Frauenheld 
Weit über Preußen hinaus bekannt
Wurde wie viele uneheliche Kinder
Hinterließ die den Ruf der Preußen
Mehrten und bis zu Peter Graf Yorck
Reichen der über den Kreisauer Kreis
Zum Widerstand gegen Hitler gehörte
Doch statt lange von diesem vielfältigen
Genie und seiner Historie hier zu plaudern
Sei dem großen Preußen Fontane dazu
Das Wort erteilt der über den Prinzen
Der so begabt schön wie mutig war
Mit Königin Louise früh für den Kampf
Gegen Napoleon eintrat in dem er dann
Im Oktober 1806 fiel und mit ihm Preußen

Prinz Louis Ferdinand

Sechs Fuß hoch aufgeschossen,
Ein Kriegsgott anzuschaun,
Der Liebling der Genossen,
Der Abgott schöner Fraun,
Blauäugig, blond, verwegen
Und in der jungen Hand
Den alten Preußendegen -
Prinz Louis Ferdinand.

Die Generalitäten
Kopfschütteln früh und spät,
Sie räuspern sich und treten
Vor Seine Majestät,
Sie sprechen: »Nicht zu dulden
Ist dieser Lebenslauf,
Die Mädchen und die Schulden
Zehren den Prinzen auf.«

Der König drauf mit Lachen:
»Dank' schön, ich wußt' es schon;
Es gilt ihn kirr zu machen,
Drum: Festungsgarnison;
Er muß in die Provinzen
Und nicht länger hier verziehn,
Nach Magdeburg mit dem Prinzen -
Und nie Urlaub nach Berlin.«

Der Prinz vernimmt die Märe,
Saß eben bei seinem Schatz:
»Nach Magdeburg, auf Ehre,
Das ist ein schlimmer Platz!«
Er meldet sich am Orte,
Und es spricht der General:
»Täglich elf Uhr zum Rapporte
Ein für allemal!«

O Prinz, das will nicht munden,
Doch denkt er: ›Sei gescheit,
Volle vierundzwanzig Stunden
Sind eine hübsche Zeit.
Relais, viermal verschnaufen,
Auf dem Sattel Nachtquartier,
Und kann's ein Pferd nicht laufen,
So laufen's ihrer vier.‹

Hin fliegt er wie die Schwalben,
Fünf Meilen ist Station,
Vom Braunen auf den Falben,
Das ist die Havel schon,
Vom Rappen auf den Schimmel,
Nun faßt die Sehnsucht ihn,
Drei Meilen noch - hilf Himmel,
Prinz Louis in Berlin.

Gegeben und genommen
Wird einer Stunde Glück,
Dann, flugs wie er gekommen,
Im Fluge geht's zurück,
Elf Uhr am andern Tage
Hält er am alten Ort,
Und mit dem Glockenschlage
Da steht er zum Rapport. -

Das war nur bloßes Reiten,
Doch wer so reiten kann,
Der ist in rechten Zeiten
Auch wohl der rechte Mann;
Schon über Tal und Hügel
Stürmt ostwärts der Koloß -
Prinz Louis sitzt am Flügel
Im Rudolstädter Schloß.

Es blitzt der Saal von Kerzen,
Zwölf Lichter um ihn stehn,
Nacht ist's in seinem Herzen,
Und Nacht nur kann er sehn,
Die Töne schwellen, rauschen,
Es klingt wie Lieb' und Haß,
Die Damen stehn und lauschen,
Und was er spielt, ist das :

›Zu spät zu Kampf und Beten,
Der Feinde Rosses-Huf
Wird über Nacht zertreten,
Was ein Jahrhundert schuf,
Ich seh' es fallen, enden,
Und wie alles zusammenbricht -
Ich kann den Tag nicht wenden,
Aber leben will ich ihn nicht!‹

Und als das Wort verklungen,
Rollt Donner schon der Schlacht,
Er hat sich aufgeschwungen,
Und sein Herze noch einmal lacht,
Vorauf den andern allen
Er stolz zusammenbrach,
Prinz Louis war gefallen,
Und Preußen fiel - ihm nach.

Theodor Fontane