Mittwoch, 3. Februar 2021

Altersunreife


Altersunreife

Werde ich je reif und weise sein
Oder immer ahnungslos bleiben
Fragte ich mich früher nie wirklich
Alles ging seinen Gang doch
In jeder Epoche des Lebens die
Mit natürlicher Sicherheit kommt
Sind wir wieder unreif solange
Bis sie schon zu Ende und wir
Mit scheinbarer Weisheit über
Die Vergangenheit sprechen
Als Teenie wollte ich gerne
Erwachsen sein um endlich
Volle Verantwortung zu haben
Alles allein zu entscheiden
Als ich dies durfte war vieles
Langweilig oder zu viel noch
Verunglückte mit 17 tödlich ohne
Etwas davon zu erinnern als das
Nichts mehr war was gut so ist
Angst vor dem Tod ganz nahm
Vater wollte ich erst werden
Wenn alles gesichert ist was
Eine der größten Illusionen wohl
Da nichts je sicher sein kann
Alles sich beständig wandelt
Dann wurde ich es einfach mit
Gerade 30 und könnte nun wohl
Zumindest theoretisch Großvater
Schon werden das Kind ist groß
Erwachsen und die Mutter überholt
Doch alles bleibt in Wandlung
Wie ich mit 40 erfuhr als eine
Dekade Partnerschaft endete
Unerfreulich wie meistens ein
Ende für die Beteligten alle ging
Das Leben neu und anders weiter
Liebte ich mehr als je zuvor
Lernte erst was wirklich möglich
Als ich dachte es könnte enden
Mit 50 nochmal zum Werther wurde
Dem Ende näher als dem Anfang
Weil Leben sich ständig wandelt
Weiss nicht was noch kommt
Bin völlig unvorbereitet auf alles
Möchte nur genießen was ist
Gerne mit Sehnsucht ankommen
Zumindest wieder für Momente
Die sich nach Ewigkeit anfühlen
Komme was wolle denke ich so
Unreif wie immer und frage mich
Mit Alphonse Karr der wieder zu
Diesen Gedanken anregte mit der
Reise in meinen Garten ob wir je
Heute die sind die wir gestern noch
Waren und warum fast alle Menschen
Nicht verstehen zu sterben sondern
Unreif verfaulen wie manche Früchte
Sich mit Angst vor dem Tod grämen
Aberglaube dazu noch erfinden dabei
Geht uns der Tod wie schon Epikur
Vor über 2200 Jahren lehrte nichts an
Da wir nie gleichzeitig irgendwo sind
Lehne mich zurück und staune über
Den Genuss der Gelassenheit die
Nichts mehr erwartet aber dafür
Was ist mehr genießen will und sich
Dabei in Ruhe Zeit lässt noch weil
Irgendwie alles schon war nichts
Aufgeregter Anstrengung wert wäre
Aber manches immer noch wieder
Überraschend lustvoll schön wird
Wo ich es am wenigsten erwarte
Ahnungslos wie ein Kleinkind noch
In dieser neuen Lebensepoche
Staune ich was alles passiert ohne
In die Ferne zu schweifen wird das
Glück beizeiten schon ankommen

jens tuengerthal 3.2.21

Naturreichtum


Naturreichtum

Wie reich ist die Natur die sich
Immer wieder neu schafft um in
Schönster üppiger Form zur je
Jahreszeit neu wiederzukehren
Las gerade bei Alphonse Karr
Von seinem Teppich den er
Im gleichen Jahr kaufte für ein
Vielfaches des Preises in dem
Er seinen Rasen säte doch
Während der Teppich inzwischen
Geflickt und abgenutzt ist wird
Der Rasen jedes Jahr schöner
Bietet eine bunte Vielfalt an
Blüten durch das Jahr bis er
Sich im verborgenen erholt
Unter Eis und Schnee dann
Die Natur erholt und heilt sich
Auch wenn ein gepflegter Garten
Ein menschliches Werk bleibt
Ist was in ihm wächst Natur
Die Menschen nur imitieren
Das gelingt manchmal gut
Oft genug leider weniger
Wenn wir um etwas zu haben
Mehr zerstören als erhalten
Die Bedingungen unseres Seins
Durch die Art wie wir leben
Kaputt machen was wir sind
Um etwas zu imitieren was
Die Natur uns so bietet sich
Selbst dabei ständig erneuernd
Der Teppich von Karr imitierte
Ranken und Pflanzen sehr gut
War wunderschön bis er sich
Mit der Zeit eben ablief während
Der Rasen immer schöner wurde
Vielleicht wäre es gut mehr noch
Von der Natur zu lernen statt sie
Nachmachen oder verbessern
Zu wollen aber nicht können
Täten dann mehr was unserer
Natur entspricht statt sie im
Überflüssigen Kampf besiegen
Zu wollen wären wir dann mehr
In Frieden mit dem was ist

jens tuengerthal 3.2.21

Dienstag, 2. Februar 2021

Sichtfreiheit


Sichtfreiheit

Was wir sehen halten wir
Für wirklich es ist ja sichtbar
Was da ist wird so greifbar
Wie damit verfügbar als
Offensichtliche Wirklichkeit
So führen wir den Anscheinsbeweis
Des Lebens jenseits aller Illusionen
Entsprechend der sichtbaren Vielfalt
Glauben wir es gäbe unendliche
Optionen sein Glück zu machen
Verspielen schnell was ist weil
Nichts bleibt wie es war wird alles
Austauschbar und jeder ersetzbar
Sich einmalig dagegen zu stellen
Wird schnell lebensgefährlich weil
Im Wechsel alles verloren geht was
Vorher Grund gab den es ohnehin
Nie braucht um nur zu sein solange
Wir freie Sicht haben bleibt uns
Die ewige Abwechslung erhalten
Es scheint alles so offensichtlich
Leben wird wie Fernsehen zum
Spurlosen Konsum der Bilder

jens tuengerthal 2.2.21?

Liebeslangsam


Liebeslangsam

Bin gerne schnell und klar
Sage was ich fühle dabei
Braucht Liebe viel Zeit
Wie oft schon irrte ich
Im Gefühlsurwald umher
Ohne zu wissen wohin
Was eben noch sicher
Für die Einigkeit schien
Verlor sich im Nichts
Mal ging ich dann sie
Am längsten blieb noch
Was langsam kam um
Zu bleiben während die
Wildesten Stürme oft
Spurlos verschwanden
Nichts als Narben in mir
Hinterließen die immer
Wieder wo nicht achtsam
Aufbrechen und bluten
Bin vorsichtig geworden
Immer noch stürmisch
Wo Annäherung gefragt
Riten der Männlichkeit
Sind stets nur Fassade
Genieße es langsamer
Auch wenn ungeduldig
Haben alle Verletzungen
Dahin zurückgeführt was
Unter der Schale stets blieb
Die große Sehnsucht nach
Der Liebe ohne Ende die
Ganz langsam kommt
Um zu bleiben

jens tuengerthal 1.2.21

Montag, 1. Februar 2021

Coronasophie XXVII


Ueber allen Gipfeln
Ist Ruh',
In allen Wipfeln
Spürest Du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.

Johann Wolfgang v. Goethe

Impfgipfelchen

Goethe lesen hilft auch in Zeiten
Der Pandemie weiter als Ungeduld
Sich des immer nahen Endes noch
Bewusst zu sein bringt weiter dabei
Die Geduld zu behalten auch wenn
Manche gern Unruhe verbreiten
Das Impfgipfelchen ging zu Ende
Es gab keine Überraschungen aber
Die Bundesregierung hält Wort
Bis zum Ende des 2. Quartals allen
Die wollen ein Impfangebot zu machen
Was am Ende wohl sportlich wird
Aber vermutlich klappen könnte
Um noch ein Gedränge zu vermeiden
Zumindest jetzt dauert es noch etwas
Die SPD die Spahn und Merkel dafür
Öffentlich angriff erfuhr bloß was alle
Vorher schon wussten es dauert noch
Ob die gelassene Kanzlerin sich nun
Zurücklehnen kann weil alles getan
Wird die Zukunft erst zeigen weil es
Wie alles im Leben manchmal dauert
Es wird also weitergehen wie bisher
Noch ist große Vorsicht geboten
Aber bis Ende des Sommers dürfte
Die Pandemie bewältigt worden sein
Sofern nicht neue Varianten kommen
So bekommen wir Lebenszeit noch
Geschenkt um weiter Geduld zu üben
Das noch etwas Innehalten kostet alle
Geld und Nerven aber wenn es hilft
Leben zu retten lohnt es sich doch
Sehe das Warten auf die Impfung
Als Geduldsprobe wie eine Form
Der Mediation bei der wir uns nun
In Ruhe beweisen können einzig
Fraglich ob die SPD nun merkt
Das Geschrei schadete nur ihr
Weil die Naturwissenschaftlerin
Merkel bisher immer richtig lag
Wie ein Buddha es aussitzen kann
Opposition und Kampf gegen sie
Außer unter Populisten niemals
Zielführend sein wird aber gut
Dass wir darüber geredet haben
Bleiben wir vorsichtig geduldig
Damit weniger ruhen müssen
Ohne je wieder aufzustehen
Braucht es noch Monate was
Gemessen am Leben doch
Wenig immer noch ist
Wartet nur bald ist
Alles wieder gut

jens tuengerthal 1.2.21

Freiheitsblind


Freiheitsblind

Ist Freiheit eine Frage der Sicht
Sind die meisten bis 30 erblindet
In immer gleichen Bahnen noch
Sich erwartungsgemäß bewegend
Sehen sie nur noch was ihnen ihr
Gedächtnis an Erwartung vorspielt
Haben vorige Bilder der Filme die
Durch ihr Leben liefen als feste
Vorstellung der Wirklichkeit in
Ihrer Erinnerung zementiert was
Keine Überraschung mehr verändert
Warum sie sich so gerne ablenken
Weil Bewusstsein unerträglich wäre
Wenn sie dann noch Kinder bekommen
Von denen sie Freiheit lernen könnten
Haben sie nichts eiligeres zu tun als
Diese ordnungsgemäß zu dressieren
Damit sie angepasst funktionieren
Was im Deutschen Erziehung heisst
Lässt die Freiheit sich verziehen
Damit alle gleich blind durch das
Wohl organisierte Leben stolpern
Bei dem nur der Blick auf die Norm
Als erwünschtes Sehen übrig blieb
Zu funktionieren im Konsens ist wichtig
Weil ja alles bezahlt werden muss
Wer sich dem widersetzt ist asozial
Also blind für die Wohltaten des Systems
Dessen Teil er bitte bleiben soll
Wofür Scheuklappen vollauf genügen
Wer wie alle als Teil eines Systems lebt
Also kein Robinson sein möchte wozu
Im Zeitalter des Satellitenempfangs
Nur wenig reale Möglichkeit bleibt
Wird seine Sicht diesem anpassen
Weil es sich so bequemer lebt
Darum blind für die Freiheit aber
Erfolgreich angepasst hält mancher
Auch hier sogar sich für glücklich
Wer wollte es ihnen bestreiten
Wir nennen es unsere Freiheit
Was immer es wirklich ist.

jens tuengerthal 1.2.21

Informationsfreiheiter


Informationsfreiheiter

Es besteht Informationsfreiheit
Wir dürfen uns überall informieren
Kaum schalten wir das Telefon ein
Wenn wir es in der Nacht ausstellen
Segeln die Nachrichten schon ein
Überall werden wir berieselt auch
Wenn ohne Fernseher lebend
Bekommen wir die bewegten Bilder
Kostenfrei ins Hirn geliefert was
Aus lauter Dankbarkeit sogleich
Das kritische Denken einstellt
Dafür mit den konsumierten Kanälen
Konform lieber nachplappert ob dies
Von Russland gesteuerte Pegiden
Oder Impfgegner sind die dafür den
Nur in der Praxis getesteten Sputnik
Statt Microchips von Bill Gates vom
Freund der Demokratie Putin wollen
Die sich aber über die staatsgläubigen
Konsumenten der öffentlichrechtlichen
Medien nur lustig machen können
Weil alle wissen wer bewegte Bilder
Konsumiert denkt nicht mehr selbst
So gesehen ist fernsehen fast wie
Verliebt sein und ersetzt Denken
Dafür können diejenige mitreden
Im Ton ihrer jeweiligen Gruppe sind
Die anderen dann linksgrünversifft
Oder schon wieder Faschisten
Vor denen zumindest die BRD
Der antifaschistische Schutzwall
Lange erfolgreich schützte aber
Es besteht Informationsfreiheit
Wir können uns einbilden wir
Wählten frei welche Propaganda
Unser Hirn betäuben darf weil
Jede Art Film tut es auf seine
Ganz eigene Art erfolgreich
Ob das Informationsfreiheit
Oder Informationszwang ist
Kann hier noch offen bleiben
Frei Denken tat ohnehin keiner
Der bewegte Bilder konsumiert

jens tuengerthal 1.2.21

Offenheiter


Offenheiter

Wir geben uns gerne offen
Für die Welt und neue Erfahrung
Damit wir zeitgemäß sind ohne
Zu bemerken wie austauschbar
Damit alles um uns auch wird
Weil egal wird was noch bleibt
Jeder natürlich ersetzbar ist
Einmal ließ ich mich darauf ein
Nicht mehr offen für alle zu sein
Auf eine mich zu beschränken
Worauf sie mich fast vernichtete
Erst mit Eifersucht ohne Grund
Dann indem sie offen ging
Daraus gelernt bleibe ich heute
Lieber Offenheiter und träume
Nur es ginge auch anders was
Alles offen hält und nichts mehr
Festlegt macht unbegrenzt fähig
Weiter zu konsumieren weil nichts
Mehr zufrieden machen kann aber
Still stehen muss ja keiner mehr
Solange nur genug offenheiter
Bleibt die Liebe ein Märchen
Aus vergangener Zeit

jens tuengerthal 1.2.21

Bilderfreiheit


Bilderfreiheit

Bilder setzen sich in den Kopf
Sind sie bewegt noch mehr
Wecken Sehnsüchte und
Betäuben alle Sinne mit
Fertigen Eindrücken die
Bei bewegten Bildern noch
Auf mehr Sinnen haften
Um diese zu belegen mit
Vorstellungen die alle vorher
Phantasie damit erledigen
Während Bücher noch eigene
Bilder im Kopf wecken haben
Filme diesen Bereich belegt
Lassen keinen Raum mehr
Dem Geist zur Entwicklung
Sind bloßer wenn auch teils
Sehr ästhetischer Konsum
Sich wieder die Freiheit zu
Nehmen eigene Bilder im
Kopf zu finden ist der erste
Schritt zu geistiger Freiheit
Aber beliebt macht sich wer
Das feststellt nicht bei all den
Geistlosen Bilderkonsumenten
Die ihr Tun für künstlerisch
Wertvoll halten was es für die
Produzenten der Illusionen
Wohl auch sein mag während
Die Konsumenten zunehmend
Ihrer Fähigkeiten beraubt dann
Verblöden und weiter machen
Was den Markt für Filme noch
Zu allen Zeiten riesig macht
Fast so groß wie die menschliche
Dummheit aber eben nur fast
In irgendwas bleiben wir trotz
Filmkonsum unschlagbar

jens tuengerthal 1.2.21

Komplexitätschaos


Komplexitätschaos

Wenn etwas schief läuft fragen wir
Gerne zuerst wer ist schuld statt
Was können wir besser machen
So ist ein rituelles Entschuldigen
Alltäglich geworden was aber nie
Etwas ändert nur Betroffenheit
Erfolgreich weiter verbreitet
Der WDR entschuldigt sich für
Die unsägliche Zigeunersauce
Was so unpassend ist wie es die
Früher Negerküsse immer waren
Ob darum Pippi Langstrumpf auch
Umgeschrieben werden muss ist
Ein Zeichen für die Probleme die
Allseitige Betroffenheit geben kann
Keiner wird Astrid Lindgren für eine
Rassistin halten auch wenn ihre
Wortwahl heute so wirken könnte
Sich hier ein Urteil zu bilden ist
Kompliziert und erfordert daher
Viel Einfühlungsvermögen von
Allen Beteiligten was in Zeiten
Des Populismus gern ignoriert
Womit ein Trump punkten konnte
Auch im politischen Alltag zeigt
Sich eine Folge der Komplexität
Wer ist schuld am Impfchaos
Titeln auch seriöse Medien noch
Auf der Suche nach Schuldigen
Doch es ist kompliziert und keiner
Ist einfach schuldig weil alle daran
Irgendwie beteiligt sind keiner
Bisher wusste wie es gehen soll
Aber jeder Experte nun so tut
Es wird weitergehen auch wenn
Alles etwas länger dauert als gedacht
Wir brauchen weniger Schuldige als
Verantwortung für die Zukunft um
Gemeinsam Lösungen zu finden
Die für alle gut und tragfähig sind
Dann wird Politik wieder bloße
Langweilige Verwaltung was ihr
Besser steht als große Euphorie
Früher wollte ich für Europa noch
Begeistern als Projekt der Zukunft
Heute denk ich es genügt völlig
Wenn es uns gut verwaltet statt
Postnationale Identität zu kreieren
Wir müssen überlebte Gefühle nicht
Durch andere ersetzen um eine
Unerschütterliche Meinung zu haben
Bleiben wir lieber gelassen auf
Abstand ohne große Erwartung
Frage nicht ob Spahn schuldig ist
Sondern wie es besser gehen kann
Was Israel und Britannien besser machen
Wie wir das gleiche erreichen können
Stecke keine geistige Energie mehr
In die Suche nach Schuldigen um
Dafür mehr an Lösungen zu arbeiten
Es gibt keine gerechte Strafe oder
Rache die immer kleinlich bleibt
Habe mich vom Journalismus selbst
Abgewandt da ich keine Lust hatte
Länger im Dreck zu wühlen noch
Es wird alles immer komplexer
Darum spare ich mir lieber alle
Großen Beschuldigungen nun
Überlege nur wie ich das was ich kann
So gut wie möglich mache stattdessen
Abwarten und Tee trinken hilft dabei
Mehr als entschiedenes Vorgehen
Wenn die Welt derzeit etwas braucht
Ist es die Entdeckung der Langsamkeit
Wie des nahe liegenden Guten
Um zu genießen was ist
Was als Glück genügt

jens tuengerthal 1.2.21

Popeline


Popeline

Gasgerts Abschiedsgeschenk
Macht nichts als Ärger auch
Für seine Partei die sich damit
Peinlichst noch windet wenn
Mecklenburg Ministerpräsidentin
Die Dollarzeichen im Auge blinken
Sie eine Umweltstiftung mit dem
Gasgeld gründet gemeinsam mit
Obigem Gert wird allen klar was
Da läuft ist nicht ganz sauber
Die USA und Frankreich sind
Mehr als pikiert über den Deal
Unter Genossen der nichts als
Ärger bringt an Russland bindet
Ökonomisch abhängig macht
Zur falschen Zeit mit dem vor
Unruhen stehenden falschen
Partner auf überholte Energie
Mit vermeintlicher Sicherheit
Als energetisches Fossil setzt
So sind die Genossen in vielem
Noch nicht in der Gegenwart
Angekommen wie lange noch
Bei der Kohle auch mit der
Hoffnung es ginge weiter so
Besser wir stoppten diese
Popelige Pipeline schnell
Gert schenkte den Vertrag
Dazu Angie zum Abschied
Schloss ihn in Trumpmanier
Noch abgewählt ab mit seinem
Kumpel Wladi der sich freute
Nun könnte Merkels letzte
Große Geste für den Frieden
Wie Freiheit in Russland das
Ende des Projekts der dafür
Gekauften Genossen noch sein
Worum der Westen sie nun bittet
Am Ende siegt die Geduld wohl
Womit der Aufsichtsratschef der
Popeligen Pipeline arbeitslos wird
Wenn Mutti sich zurückzieht ist
Freiheit in Russland möglich ohne
Undurchsichtige Paläste wie die
Anrüchige Vetternwirtschaft noch
Es braucht mehr Investitionen in
Alternative Energieformen anstatt
Nord Stream hat keine Zukunft
Wind gibt es in Mecklenburg
Noch mehr als genug

jens tuengerthal 1.2.21

Sonntag, 31. Januar 2021

Liebeshoffnungslos


Liebeshoffnungslos

Und die Hoffnung stirbt zuletzt
Meinte der erfolgreiche Seneca
Der sich als Stoiker möglichst
Gelassen bleibt zu hoffen das
Leben mit Gift nehmen musste
Wegen seiner Beteiligung an
Der pisonischen Verschwörung
Gegen Kaiser Nero was sein
Leben mit 64 beendete und so
Hatte der ehemalige Erzieher
Wie Berater Neros der den
Knaben zur Milde erziehen sollte
Vielleicht bis zuletzt Hoffnung
Seine Erziehung möge Früchte
Tragen was sie offensichtlich
Nicht tat wie auch der Nachruhm
Neros den des Stoikers Seneca
Nicht wirklich mehren konnte
Doch blieb vom Ende des Autors
Abgesehen uns das Zitat was
In Sprache wie Denken noch
Bis heute als Trost lebendig ist
Ob es tatsächlich hilft Krisen
Gesund zu überstehen scheint
Dagegen eher fraglich da es
Nur Hoffnung aber keinerlei
Perspektive gibt da auch diese
Am Ende wie alles eben stirbt
Diesem Lauf der Natur sei auch
An dieser Stelle nicht widersprochen
Jedoch sei sich nebenbei noch
Daran erinnert dass es mir
Zumindest in Fragen der Liebe
Immer besser ging wenn ich
Zuvor alle Hoffnung aufgab
Weil wir völlig hoffnungslos
Zumindest erwartungslos sind
Was die beste Voraussetzung ist
Sich glücklich zu verlieben weil
Wer nichts mehr erwartet nicht
Gleich enttäuscht werden kann
Wenn sich Hoffnungen nicht mehr
Erfüllen also mit dem glücklich ist
Was ihm dennoch begegnet so
Habe ich alle Hoffnung auf Liebe
Aufgegeben um ihr eine Chance
Zur realen Erfüllung zu geben
Wobei ich nicht naiv genug bin
Zu übersehen wie so die Absicht
Nicht zu wollen das unbedingte
Wollen zum Erfolg bringen soll
Die Erwartung quasi nur etwas
Ausgetrickst werden soll was zwar
Fast komisch klingt aber doch
Noch besser funktionierte als vieles
Was glücklich und zufrieden macht
Kann nicht ganz falsch sein denk ich
Und die Hoffnung stirbt zuletzt das
Hoffnungslosigkeit zum Ziel führt

jens tuengerthal 31.1.21

Coronasophie XXVI


Coronaaufklärung

Aufklärung ist die Befreiung
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit
Diese ist selbstverschuldet wenn
Sie nicht aus Dummheit sondern
Aus Faulheit zu denken geschah
Jeder der frei sein möchte fasse
Also den Mut selbst zu denken
Lehrte uns Kant vor 200 Jahren
Nicht auf fremde Autoritären hören
Sondern dem eigenen Gewissen
Folgen ist die große Aufgabe aber
Wie gehen wir danach am besten
Mit Verschwörungstheoretikern um
Die Corona trotz Millionen Toten
Eine Verschwörung der Mächtigen
Zur Erlangung der Kontrolle nennen
Sich für Freiheitskämpfer halten
Gegen Impfung hetzen wie ihr Wissen
Dazu aus dubiosen Kanälen beziehen
Die Teilnahme am Schutz verweigern
Sich trotzig wie kleine Kinder verhalten
Dabei geradezu asozial missgünstig
Ihr privates Vergnügen wichtiger als
Das Wohl der Mehrheit finden also
Leben riskieren und damit auch
Täter des großen Sterbens gerade
In ihren Regionen sind ohne
Dafür zur Verantwortung gezogen
Zu werden weil eine Ideologie
Auch mit tödlichen Folgen noch
Keine Konsequenzen hat was aber
Vielleicht gut wäre weil es denen
Die Tragweite ihres Tuns bewusst
Machen könnte denke ich aber fürchte
Es wird wenig helfen denn dann
Werden sie sich als Märtyrer fühlen
Was nicht für Aufklärung sorgt sondern
Die Konfrontation weiter verschärft
Was keiner mit Vernunft wollen kann
Die Verbannung dieser Thesen aus
Sozialen Netzwerken führt dazu dass
Sie sich in Parallelwelten flüchten die
Noch schwerer kontrollierbar sind
Vor allem wer darf dort warum zensieren
Bisher entscheiden es Unternehmen
Was zunehmend fragwürdig erscheint
Wie der Fall Trump uns vorführte
Auch wenn diesern immer ein
Gefährder wie Brandstifter war
Vorher abgeschaltet gehört hätte
Lässt sich der späte Durchgriff
Im Schatten der Meinungsfreiheit
Kaum mehr rechtfertigen führt so
Zur ideologischen Vertiefung der
Ohnehin vorhandenen Gräben
Genau wie die Anklage einer
Entmachtung nach dem Ende
Der peinlichsten Präsidentschaft
Wohl zu keinem guten Ende führt
Weiser wäre es mit einigem Abstand
Die mentale Gesundheit von Trump
Begutachten zu lassen da er danach
Kaum fähig sein wird ein Amt je
Wieder auszuführen ohne allen Kampf
Der Parteien der nun beginnt was aber
Ein Rezept auch für den Umgang mit
Covidioten sein könnte statt weiter
Wie bisher sie als Täter anzuklagen
Sie geduldig für schwachsinnig halten
Ohne noch die Diskussion zu suchen
Was ich auch immer wieder tat da es
Nur die ideologischen Gräben noch
Weiter vertieft ohne einen Gewinn
An Aufklärung oder Verständigung
Wer aufklären will muss dafür auf
Selbsterkenntnis setzen was bei
Ideologisch Verblendeten Geduld
Wie vermutlich noch mehr Zeit
Brauchen wird die Sterbende
So wenig haben wie die Regierung
Eines Landes in akuter Pandemie
Wo plötzlich freie Betten fehlen
In Portugal die Triage dank der
Mutation aus England real wird
Wie in Sachsen und Thüringen
Auch schon hätten nicht Nachbarn
Noch aushelfen können und so
Steht die Aufklärung vor einem
Dilemma wenn die Ideologie wie
Teilweise die Religion Folgen hat
Die tödlich sind ist dann Autorität
Zur Rettung von Leben nötig da
Alles andere irreversibel wäre
Oder bringt die autoritäre Rettung
Verblendeter ohnehin nie weiter
Müssten Coronaleugner im Falle
Der Triage zuersr nicht mehr
Beatmet werden weil ihr Handeln
Die Gefahr auslöste was ethisch
Da de facto eine Todesstrafe für
Ideologie nicht vertretbar wäre
Habe kein passendes Rezept
Die Ungerechtigkeit im Geist
Der Aufklärung zu beheben
Es bleibt kompliziert auch wenn
Am Ende die Vernunft siegt wird
Der Weg dahin mit Leichen noch
Gepflastert sein und wieviele hängt
Auch daran wie vernünftig die längst
Reichlich genervte Mehrheit bleibt
Es geht weiterhin um Leben und Tod
Mehr als auf Vernunft hoffen bleibt
Der Aufklärung nicht übrig denn die
Dummheit stirbt erst mit der ganzen
Menschheit aus was uns hoffentlich
Noch ein Weilchen erspart bleibt bis
Dahin müssen wir mit Idioten leben
Die alles noch schlimmer machen
Was zumindest bestätigt Corona
Greift auch das Gehirn wohl an
Sein wir lieber geduldig mit denen
Die es nicht besser wissen

jens tuengerthal 31.1.21


Fernsichtfrei


Fernsichtfrei

Freie Sicht zu haben
Ist Menschen wichtig
Weil sie mit Weitblick
Auch Erkenntnis verbinden

Welch fataler Irrtum denk ich
Zur Salzsäule erstarrte einst
Lots Frau beim unerlaubten
Blick zurück nach Sodom

Ist dies der blinde Aberglaube
Der Früchte vom Baum der
Erkenntnis zu essen bestrafte
Mit Vertreibung aus dem Paradies

Heute lieber gottlos frei
Wollen zu viele Frauen
Lieber dünn wie Salzstangen
Sein um begehrt zu werden

Weibliche Rundung wie noch bei
Der Venus von Willendorf oder
Oder muschelgeboren später wich
Gerader klarer Linie ohne Verzierung

Häuser Autos Frauen und alles was
Sich der Mode schon immer unterwarf
Wurde auf Linie gebracht und damit
Normiert gerade eher langweilig

Bahaus und Bubikopf brachten die
Sexuelle Funktionalität im beliebig
Austauschbaren Befriedigungsritual
Ohne bleibende Verpflichtungen

So hat sich die Ansicht des
Begehrten in kurzer Zeit
Gewandelt von rund weiblich
Zu dürr und hager erstarrt

Das Bild biblischer Strafe
Für den Blick zurück auf
Das sündige Sodom zu
Erstarren verliert sich

Stattdessen will jede gern
Fernsehen am liebsten heute
In abonnierter Serie im Netz
Was als Vergnügen gilt

Warum Fernsehen vielen so
Nahe liegt könnte belegen
Wie sehr das Netz uns am
Anblick hängen lässt nun

Alle sehen gerne genau hin
Ob beim Unfall oder beim Sex
Der anderen im Bild was als
Folge Schönheit normierte

Sie wollen am liebsten alle
Die gleichen prallen Brüste wie
Glattrasierten Schamlippen die
Wie Milchbrötchen scheinen

Alle können überall alles sehen
Darum ist Anblick entscheidend
Wollen sie ihn normiert operieren
Als Opfer der Gleichförmigkeit

Den Blick abzuwenden oder sich
Zu verschleiern um nichts mehr
Sehen zu müssen scheint heute
Absurd altertümlich fast religiös

Wer alles einmal gesehen hat
Wie jede Form schon erlebt ist
Damit für immer unfrei im Sein
Sich überraschen zu lassen

Die völlig freie Sicht verstellt so
Den Blick für das Besondere
Was in der Vielfalt beliebig wurde
Weil alles doch etwas wohl hat

So frage ich mich immer mehr
Ob ich mir ein Bild machen will
Oder vor diesen lieber weglaufe
Um durch Bücher noch zu sehen

Nahe lag mir nie fernzusehen
Weil bewegte Bilder mich eher
Unfrei machen und die Phantasie
Belegen und damit zerstören

Wie frei schaut noch in die Welt
Wer von Bildern besetzt ist die
Alle Gedanken unlöschbar belegen
Können diejenigen noch genießen

Bücher die dafür werben was du alles
Gesehen haben musst würde ich der
Alle Bücher sonst liebt verbrennen
Weil sie den Fernsehgeist verbreiten

Der Virus alles anzuschauen um sich
Vollständig zu fühlen hat sich auf der
Ganzen Welt verbreitet damit wir wenn
Da Bilder von uns davor verbreiten

Schauen wir weniger in die Ferne
Genießen lieber das naheliegende
Um im Dasein anzukommen was
Aufgabe genug im Leben sein sollte

Das Gute liegt so nah warum sollte
Wer noch in die Ferne schweifen
Denke ich damit völlig zufrieden
Scheint mir das Höchste erreicht

jens tuengerthal 31.1.21

Samstag, 30. Januar 2021

Spinnenliebe


Spinnenliebe

Las gerade bei Alphonse Karr
Über Liebe und Lust der Spinnen
Dachte immer die Spinnen fressen
Ihre Männchen die viel kleiner
Also schwächer auch sind
Nach dem Liebesakt auf
Was ein hoher Preis für Sex
Wohl wäre aber es scheint
Doch komplexer zu sein
Wenn den weiblichen Spinnen
Nach Liebe zumute ist
Sie also just Lust haben
Können sie auch genießen
Dann lieben oder hassen sie
Wie die Menschen es tun
Mit manchmal tödlichem Ende
Darum hütet sich auch wohl
Die männliche Spinne zumindest
Wenn das Weibchen launisch ist
Ihr zu nahe zu kommen und flieht
Ob sie nicht in einer anderen Ecke
Des Gartens eine willigere findet
Wie immer es dann enden mag
Was wohl völlig ungewiss ist
Weil in der Liebe alles offen
Ein unbefriedigtes Weibchen
Doch noch das Männchen als
Nachtisch quasi verschlingt oder
Befriedigt genießt während er
Vorsichtshalber lieber schnell
Weiterzieht bevor sich noch ihre
Laune unverhofft wieder ändert
Warum wohl gute Liebhaber unter
Den männlichen Spinnen länger
Überleben auch wenn ungewiss bleibt
Ob darauf je Verlass sein kann
Scheint der Sex das Risiko wert
Dahingestellt ob Spinnenmännchen
Den Menschen damit etwas voraus
Haben bin ich wohl manches mal
Noch mit letzter Not entkommen
Aus den Netzen einiger Frauen
Denke an den Freund der bei seiner
Jungen Geliebten am Herzinfarkt
Beim Höhepunkt verstarb was uns
Allen für sie mehr leid tat als für ihn
Denn es gibt wohl schlimmere Tode
Doch hüte sich wer weiter leben will
Vor hungrig schlecht gelaunten Weibchen
Zumindest als Spinner sei dies empfohlen
Aber Kochen können kann Leben retten
Für männliche Menschen lehrt die
Erfahrung bei der sich sonst natürlich
Jeder Vergleich verbietet für Karr aber
Zeigt sich so ein Spiegel der Welt mit
All ihren großen Dramen auf einem
Kleinen zarten Moosbett in seinem
Garten der zum Glück ihm genügt
Fragt den Freund nur ob ihn die
Fliegen im heimischen Garten so
Stören dass es lohne dafür noch
Tausende Kilometer zu fahren um
Sich dort von Moskitos quälen zu
Lassen wenn alles Gute so nah liegt

jens tuengerthal 30.1.21

Klassenfreiheit


Klassenfreiheit

Es gibt keine Klassen mehr
Nur der Adel heiratet noch
Häufiger standesgemäß
Die übrigen paaren sich frei
Wie beliebig weil alles heute
Möglich erscheint auch ein
Neureicher ungebildeter Prolet
Präsident wie erfolgreich sein kann
Zumindest zeitweise schien es so
Aber haben wir durch diese neue
Wahlfreiheit über alle Klassen hinweg
Mehr an Freiheit oder Verwirrung
Gewonnen weil quasi heimatlos
Nur noch umhergetrieben nach
Normiert kontrollierten Statistiken
Die alles funktional gleichmachen
Aber keine Heimat keinem bieten
In Einsamkeit alleine lassen weil
Ungleiches gleich behandelt wird
Ämter nicht verstehen können
Das Menschen natürlich verschieden
Von Herkunft und Wesen durch die
Formell korrekte Gleichbehandlung
Faktisch ungleich behandelt werden
Haben dagegen Klassen denen darin
Mehr Sicherheit und Heimat gegeben
Weil auch Partnerwahl nicht völlig
Beliebig war sondern in Bahnen
Bewährter Ordnung verlief die
Für Bestand und Verständnis mehr
Sprachen als romantisch emotionale
Beliebigkeit die noch dazu heute um
Den Faktor Sex als Erfolg angereichert
Die Geschlechter unter Druck setzt
Zu funktionieren um nicht wieder
Ausgetauscht zu werden wie die
Offene egalitäre Durchlässigkeit
Staatlicher Systeme dafür sorgt
Dass Menschen ohne gewöhnlichen
Halt durchrutschen können was
Keinem gerecht wird aber alle
Der Gleichheit wegen hinnehmen
Die so nur mehr Ungleichheit erzeugt
Weil sie Ungleiches gleich behandelt
Keine Klassen zu haben ist ein Stück
Mehr Freiheit aber bringt zugleich auch
Mehr Ungerechtigkeit weil ungleiches
Gleich behandelt wird was absurd ist
Am Ende zählt nur was dabei hinten
Rauskommt und das ist wie in der
Verdauung meist Scheiße

jens tuengerthal 30.1.21