Montag, 26. Oktober 2020

Covidiotisch

Covidiotisch

Wie soll mit den Covidioten
Am besten umgegangen werden
Dahingestellt ob sie alle Idioten
Oder manche nur ängstlich sind
Andere genervt und darum lieber
Glauben was Propaganda verkündet
Nicht mehr Covidioten sagen wäre
Ein Anfang zum Dialog zumindest
Stünde in guter demokratischer
Tradition denn den Gegner einen
Idioten nennen ist selten zielführend
Sondern bedeutet nur das Ende
Der Argumente und den Anfang
Des Krieges da es erniedrigt
Menschen global diskriminiert
Ermahne ich mich auch selbst
Auch wenn die Toleranz gerade
Besonders schwer fällt sollte sie
Alles Denken dazu leiten allein
Fraglich ist wie mit Intoleranz
Wie lebensgefährlicher Ignoranz
Von Staats wegen umgegangen
Werden sollte insbesondere wo
Das Verhalten der Ignoranten
Leben anderer gefährden kann
Weil Corona für manche tödlich
Bleibt auch wenn sie es leugnen
Rettet das keinen der Erkrankten
Erweckt keinen Toten zu Leben
Die Demonstrationen wurden als
Freie Meinungsäußerung erlaubt
Unter den notwendigen Auflagen
Die diese intoleranten Ignoranten
Nicht nur ignorieren sondern dazu
Sich noch vielerorts als Gefährder
Zeigen gegen die eigentlich rigoros
Von staatlicher Seite vorzugehen
Wäre zumal diese noch dazu als
Provokateure das Zusammenleben
Der anderen gefährden und stören
Gegen aktuelle Auflagen der Polizei
Verstießen und damit wieder offenbarten
Wie rücksichtslos sie in allem sind
Warum sollten andere Bürger sich
Künftig an Auflagen halten oder wie
Lässt sich eine Strafe begründen
Wenn diese Täter nicht bestraft
Ihr Verhalten nicht verfolgt wird
Scheint inzwischen immer unklarer
Andererseits stellt sich die Frage
Wer gegen diese vorgehen soll
Warum Polizisten gefährdet werden
Müssen wo es sich auch so erledigt
Die Gefahr ohne Krawalle vermutlich
Wesentlich geringer für alle Beteiligten
Sein könne jedoch andererseits steht
Die Gerechtigkeit gegenüber anderen
Auf dem Spiel die rücksichtsvoll sich
Verhalten wie es dringend geboten
Um die Situation zu kontrollieren
Vor allem aber sehen wir momentan
Eine Situation der Eskalation in der
Extremisten aufzuwiegeln versuchen
Unruhe stiften mit Anschlägen auch
Auf wissenschaftliche Institutionen
Sich auf Kosten der Mehrheit nun
Wirklich gefährlich verhalten damit
Das Lockdownrisiko deutlich erhöhen
Sich also gemeingefährlich verhalten
Es ist keine Frage der Meinung
Ob Corona lebensgefährlich ist
Über eine Millionen Tote weltweit
Wie mehr als 10.000 hierzulande
Sind lange schon Grund genug
Gefährdern entschieden Einhalt
Zu gebieten sofern die Politik hier
Konsequent und klar auftritt was
Bis auf den rechten äußersten Rand
Relativ konsequent auch geschieht
Wer Lokale schließt und Wirte dafür
Bestraft darf bei Gefährdern nicht
Nachsichtig sein insofern sonst die
Strafen bloße Willkürakte würden
Auch wenn es also kurzfristig hier
Polizisten und Stadt schützt noch
Weniger Randale zu riskieren was
Im allgemeinen Interesse sein dürfte
Muss wenn Investoreninteressen
Bei besetzten Häusern mit Gewalt
Durchgesetzt werden doch Freiheit
Wie Leben noch stärker geschützt
Werden womit wenn tatsächlich
In dieser Zeit Demonstrationen
Der Provokateure grundrechtlich
Geschützt werden die höherrangigen
Grundrechte der Mehrheit erst recht
Verteidigt werden warum Covidioten
Aus Gründen der Toleranz besser
Nicht mehr verwendet werden sollte
Dafür aber die Grundrechte der ganz
Großen Mehrheit Schutz verdienen
Es mögen sich alle versammeln die
Ein Recht dazu haben aber wer es
Ohne Rücksicht und als Gefährder
Tut muss zuerst verfolgt werden
Verwirkt damit sein Grundrecht
Sofern der Staat uns vor Unruhe
Wie Gefahr von Unfriedlichen schützt
Kann er auch Disziplin verlangen
Wie regelwidriges Verhalten bestrafen
Sofern nicht entfällt die Autorität wie
Die Legitimation auch wenn die rein
Formell fortbestehen sollte hat sie
Keine Rechtfertigung mehr danach
Warum klares Vorgehen hier auch im
Allgemeinen Interesse steht womit
Am Ende steht wir sagen besser nicht
Mehr Covidioten aber wir bestrafen
Deren idiotisches Verhalten konsequent
Was auch pekuniär sehr lohnend wäre
Sie können gerne weiter demonstrieren
Wer das ohne Mundschutz tut wird
In Gewahrsam genommen auf seine
Kosten wie zur Kasse gebeten falls
In Einzelfällen die Täter nicht mehr
Auffindbar oder habhaft zu machen
Sollten im Allgemeininteresse die
Veranstalter hier persönlich haften
Dann genügt eine Auswertung von
Drohnen Aufnahmen ex post etwa
Um die Höhe der Strafe festzusetzen
Was viele Probleme schnell löste
Weniger drohen und schimpfen als
Persönlich Verantwortung übernehmen
Wird den Schabernack schnell beenden
Im Interesse der ganz großen Mehrheit

jens tuengerthal 25.10.20

Sonntag, 25. Oktober 2020

Herbstglück

Herbst und Sonne machen
In vielen Farben glücklich
Die kein zartes Frühlingsgrün
Oder satte Sommerfarben je
Schenken können weil ihnen
Die volle Reife noch fehlt
Welche alles enthält was
Leben groß macht von
Liebe bis Tod in beidem
Noch die Lust erkennen
Die weiter führt und tiefer
Berührt als erste Hitze
Zeugt von gewachsener Reife
Die in sich ruhen kann
Im schwankenden Herbst
Ist das ganze Leben enthalten
Von herbstlich bunt bis grau
In feuchten Nebelschwaden
Die zu genießen Glück genug
Das erst würdigen kann wer
Weiter im Leben gewandert
Als Wetterwechsel dauern
Der Herbst enthält was bleibt
Alles übrige verweht wieder
Wer jetzt ein Herz hat
Hält es lang um sich
Ein Leben zu wärmen
Statt einsam zu sein

jens tuengerthal 25.10.20

Samstag, 24. Oktober 2020

Pfaueninsel

Die Pfaueninsel besuchen die
Berliner zu gerne wie Fontane
Uns schon so wunderbar erzählt
In seinen Wanderungen durch
Die Mark die vorgelesen von
Otto Sander schon die beste
Einstimmung für den Besuch
In diesem kleinen Paradies
Geben was einst der König
Friedrich Wilhelm II. für sich
Wie seine Geliebte die Enke
Als Eiland entdeckte was
Grund genug für seinen Sohn
Friedrich Wilhelm III. gewesen
Wäre es abzulehnen da dieser
Doch alles anders als sein Vater
Machen wollte doch liebte seine
Frau Luise die Insel auch und sie
Verbrachten bis zu deren Tod mit
Ihren Kindern wunderbare Tage
Dort im kleinen Schlösschen wie
Im Garten auf der Insel der dann
Nach Luises Tod zu einem Zoo
Wurde den die Berliner liebten
Und den auch Fontane gerne
Zum Vergnügen besuchte wie
Bis heute die Berliner zu gern
So fuhren auch wir bis zur für
Die spätere Zarin Alexandra
Des Königs und Luises Tochter
Die sich auf der Pfaueninsel
Zumindest der Sage nach
Ein Glockenspiel wünschte
Errichteten Kirche Nikolskoe
Deren Platz der König vom
Boot aus auf dem Wasser
Wählte und die nach Plänen
Von Stüler errichtet wurde
In der ich vor Jahren noch
Die Hochzeit meiner lieben
Freundin Kira Preußen mit
Einem Bismarck erleben durfte
So begann der Gang zur
Pfaueninsel schon gleich mit
Sehr romantischen Erinnerungen
Durfte ich dies Ereignis sogar
Noch in einem moltkeschen Cut
Erleben und so in fremde Welt
Als Besucher mal schnuppern
Aber jenseits dieses Vorspiels
Was nur den romantischen
Rahmen gibt der zur Insel passt
Um über die reale Geschichte
Dezent schweigen zu können
Die auch nicht völlig ohne jede
Romantik war aber zumindest
Initiiert wurde durch die gemeinsame
Lektüre der Pfaueninsel von Hettche
Die ich schon an anderer Stelle hier
Ein wenig verriss doch blieb genug
Romantik übrig von der ich sonst
Eher genug habe um sich am
Spaziergang um die Insel bei
Traumhaftem Herbstwetter so
Zu erfreuen als wären wir im
Von Lenné so genial mit den
Sichtachsen gestalteten Park
Wirklich im Paradies angekommen
Zwischen Pfauen im bunten Laub
Wurde fühlbar wie sichtbar warum
Wir Berliner dies Eiland so lieben
Was ich auch als nur Zugezogener
Mal so kollektiv einfach sage
Es ist immer wieder bezaubernd
So wurde dies ein glücklicher
Herbsttag an dem mir das Herz
Vor Freude auch an der Insel
Fast überfloss warum der Rest
Nun schweigen im Genuss ist
Beim gutem Essen danach von
Badischem Wein begleitet

jens tuengerthal 24.10.20

Versmut

Früher waren Verse gängig
Auch da leichter zu merken
Oft auch mit Gewalt gereimt
Dann befreiten sich die Verse
Vom Reim der dem Karneval
Wie anderer Lächerlichkeit blieb
Verschwanden dafür weitgehend
Aus Literatur und Kanon bis der
Buchpreis wie parallel zum
Nobelpreis für Literatur dies Jahr
Verse endlich wieder kürte
Damit der Dichtung große
Präsens wieder schenkte
Nehme es gerne auf um
Dichtend weiterzugehen
Weil die Konzentration der
Verse erst die Literatur beflügelt
Dann schweben lässt was ein
Guter Anfang für künftige Werke
Sein könnte mit neuer Leichtigkeit
Den Tiefgang auszuloten voller
Lust an den Worten dann

jens tuengerthal 24.10.20

Polenlügen

Polen protestieren gegen das
Frauenfeindliche Abtreibungsrecht
Der polnische Papst wäre stolz
Auf dieses Recht nicht auf die
Proteste derer die mit Mehrheit
Die Partei wählen die Polen
Wie Ungarn zum Paria machen
Im demokratischen Europa
Ob diese Polen Integrierbar sind
Oder noch 3 Generationen brauchen
Bis demokratischer Geist ankommt
Ist bis heute relativ unklar
Das Land wähle die Pis-Köpfe
Städte seien liberal wird gern
Vorgetragen jedoch auch die
Polnische päpstliche Flugente
Der römische Reaktionär der
Abtreibung Sünde nannte
Kam aus Krakau was noch als
Modern galt auch wenn es die
Heimliche Hauptstadt lange war
Nach der dritten polnischen Teilung
Ein Teil der habsburgischen Provinz
Galizien wurde als auch der Balkan
Zu Austria noch gehörte wie Ungarn
Schlesien wie Pommern preußisch
Noch lange blieb dahingestellt ob
Es den Polen dort schlechter ging
Was keiner heute wollen könnte
Grenzen sind eben unveränderlich
Außer sie wurden von Siegern
Verschoben dann bleibt es so
Und so protestieren die Polen
Gegen Politik die sie wählen
Enthalte mich als Nachbar
Wundere mich nur nicht mehr
Vielleicht kann Europa auch
Die Probleme am östlichen Rand
Konstruktiv lösen helfen wenn
Nationen überflüssig werden

jens tuengerthal 24.10.20

Freitag, 23. Oktober 2020

Lustgedanke

Welcher Gedanke schenkt mir
Die größte Lust frage ich mich
Im Zeitalter freier Verfügbarkeit
In dem wir uns online daten um
Bei Gefallen zum Vollzug zügig
Überzugehen statt sich noch
Lange Gedanken über Gefühle
Oder das wie der Beziehung
Dabei zu machen doch ist es
Illusorisch zu glauben es sei
Jemals anders gewesen wenn
Die Lust freie Bahn hatte sind
Menschen ihr zu gern gefolgt
Weil es unsere Natur ist also
Frage ich mich inzwischen was
Könnte mich noch wirklich reizen
Braucht es die großen Gefühle
Den eher komischen Sex noch
Ernst nehmen zu können oder
Funktioniert Natur ganz alleine
Wenn sie des Genitals oder auch
Weniger sichtbarer Merkmale
Des anderen Geschlechts nur
Angesichtig wird was sie tut aber
Der Reiz relaitviert sich mit der
Verfügbarkeit allmählich doch
Warum viele Beziehungen dann
Irgendwann sexlos doch werden
Die Lust steigert sicher auch das
Hindernis immer noch warum der
Blick auf Wäsche reizvoller noch
Sein kann als direkt in der Sauna
Wo ich brillenlos ohnehin eher blind
Weniger zum schauen bin gewöhnlich
Doch klärt die Freude am sekundären
Nicht was die Lust eigentlich auslöst
Ist es der Geschlechtstrieb allein
Was zweifelhaft scheint weil mich
Kluge Frauen immer mehr reizen
Als das nur schöne Gegenteil was
Auch schönste Wäsche nur als ein
Kleiderständer spazieren trägt dem
Wirkliche Erotik aber völlig abgeht
Lust bereitet mir geistige Spannung
Ein schöner Körper ist ganz nett
Aber unwichtig verglichen mit dem
Reizwert geistiger Inhalte und auch
Der schönste Schoss ist langweilig
Ohne eine erotische Anziehung die
Aus vielen Dingen resultiert wovon
Jugendliche Schönheit der geringste
Meines erachtens ist warum der Kult
Um den Erhalt der Jugend verfehlt ist
Reifere Frauen lächerlich macht die
Besser stolz auf sich wären um das
Was sie ausmacht mehr hervorzuheben
Wie Männer besser ein gleiches täten
Statt reifer dem Sportwahn zu verfallen
Kann es immer noch nicht benennen
Es ist eine Vielzahl von Dingen die
Lust auf mehr macht aber sicher ist
Der Geist spielt eine große Rolle dabei
Denn große Lust entsteht im Kopf
Schöne Körper sind austauschbar
Was bleibt ist was letztlich zählt um
Voller Lust einander zu genießen
Wenn die Lust nur noch um einen Ort
Kreist der nach mehr verlangt dafür
Über sich hinaus wachsen lässt wie
Sich einander bebend ergibt was
Genügt am Ende glücklich zu sein
Woher die Lust auch kam ist alles
Was tief eindringlich bleibt gut so

jens tuengerthal 23.10.20

Herbstregen

Gerade regnet es richtig
Herbstlich als wolle es nie
Mehr aufhören und alles
Ist grau und feucht an den
Immer früher dunklen Tagen
Den Herbst noch so lieben
Zeigt echtes Gefühl für die
Schönste Jahreszeit in was
Auch immer denk ich und bin
Zumindest in Zuneigung treu
Mach ich schon immer so
Kann darum auch bleiben
Manche merken es nicht

jens tuengerthal 23.10.20

Pandemierealität

Die Pandemie ist sehr real
Infektionen scheinen gerade
Zu explodieren und spiegeln
Doch nur was wir lange schon
Wussten und nur verdrängten
Die Verbreitung ist exponentiell
Wächst also wie erwartet nur
Sind diesmal die Zahlen größer
Geht es noch viel schneller als
Beim Lockdown im Frühling weil
Wir lange taten als wäre nichts
Über den sorglosen Sommer hinweg
Und wir sind gerade erst am Anfang
Uns dieser Realität bewusst zu sein
Könnte helfen dass es noch relativ
Besser ausgeht als befürchtet was
Unsere Nachbarländer uns zeigen
Mit zehntausenden Toten oder den
Bereits hunderttausenden in den USA
Als dort Konsequenz der präsidialen
Inkompetenz was viele Leben kostet
Noch können wir es wohl verhindern
Stellen wir uns der Wirklichkeit die
Menschen retten kann und sein wir
Uns bewusst es dauert bis mindestens
Zum Frühjahr bis Rettung naht mit
Einer dann hoffentlich Impfung bis
Dahin und lange danach noch wird es
Keine vorher Normalität mehr geben
Machen wir das beste daraus mit
Guten Büchern zuhause was noch
Eine Entwicklung im Geist anstieße
Etwas besseres bringen könnte oder
Nutzen wir die Zeit für mehr Lust
Miteinander für Liebe statt Tod was
Mehr Vergnügen bringt als jammern
Wir leben in dieser Realität noch für
Viele Monate machen wir also lieber
Das beste draus es könnte gut werden
Schlimmer wird es von alleine 

jens tuengerthal 23.10.20

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Lebenskontrolle

Wollen wir volle Kontrolle
Über unser Leben haben
Oder lassen wir lieber ganz
Entscheidendes außerhalb
Jeder Kontrolle und Vernunft
Einfach geschehen wie etwa
Wenn wir aus Liebe heiraten
Was zwar eine vernünftige
Ordnung für Beziehungen
Seit vielen Generationen bringt
Wenn es ausnahmsweise mal
Länger wirklich Bestand hat
Aber doch heute auf Gefühl
Also etwas unkontrollierbaren
Zuallererst beruht wie auch
Die Gründung von Familien
Meist mit einem sexuellen Akt
Also etwas triebhaften beginnt
Bei dem wir selten viel nachdenken
Im Gegenteil gilt eine Ehe als
Besonders glücklich wenn sie
Von tiefer Liebe getragen ist
Was immer unkontrollierbar bleibt
Ansonsten wird unser Leben
Immer mehr kontrolliert und wer
Sich dem System entzieht bekommt
Schnell große Probleme weil wer
Einfach unkontrolliert ist nicht
Mehr verwaltet werden kann
Was ja das Ziel aller Staaten ist
Wie Grundlage der Ökonomie
Die unser Leben kontrolliert
Warum wir versichert sein
Vermessen und besteuert werden
In vielem unter Kontrolle sind
Wer sein Leben unter Kontrolle hat
Gilt als erfolgreich und stark
Während wer sich dem völlig
Verweigert asozial genannt wird
Egal ob der Integrierte erfolgreich
Mordwerkzeuge produziert oder
Unsere Umwelt radikal zerstört
Doch jenseits aller gesellschaftlichen
Bewertung unseres Seins ist das
Gefühl die Dinge unter Kontrolle
Zu haben eher beruhigend 
Lässt ruhiger schlafen als das
Real existierende Chaos das sich
Aller Kontrolle entziehen will so
Sind wir am besten ohne Pause
Beschäftigt uns zu verwalten
Oder den Unterhalt zu verdienen
Der uns das Überleben ermöglicht
Sonst müssten wir Ackerbau
Betreiben oder Jagen um uns
Ernähren zu können was zwar
Als Einsiedler weniger kontrolliert
Aber dafür ununterbrochen dann
Mit irgendwas beschäftigt hielte
Weil Sein stets beschäftigt sein
Soll um alles unter Kontrolle
Zu haben und sich so in
Relativer Sicherheit zu wiegen
Der Vorteil voller Kontrolle ist
Einen guten Plan vom Leben
Wie es eben gefordert ist zu haben
Der Nachteil ist relativ unfrei damit
Zu sein und je perfekter die Kontrolle
Desto geregelter das Leben ohne
Eine Chance zum Ausbruch je
Was vieles an Kreativität raubt
So ist das Leben eine stete
Gratwanderung zwischen zu viel
Kontrolle die ohnmächtig macht
Oder zu wenig die das gleiche
Wie an der Liebe sichtbar bewirkt
So leben wir unter der Kontrolle
Von Regeln die alle Lebensbereiche
Längst erfassen in einem Staat
Damit nichts ungeregelt geschieht
Also alles unter staatlicher Kontrolle
Bleibt die uns sicher verwaltet was
Mehr oder weniger gut gelingt
Habe einst die Rechte studiert
Gestaunt über ihre Anwendung
Verstehe wie der Staat funktioniert
Dennoch frage ich mich wie es
Wäre unkontrolliert zu leben
Ob schon der Gedanke asozial
Seinem Wesen nach ist oder
In der Natur der Freiheit liegt
Experimentiere damit noch am
Rande zwischen völliger Freiheit
Und totalem Chaos als Anarch
Durch das Leben balancierend
Kant hat es sich mit der Ordnung
Die er in großer Strenge lebte
Sehr leicht gemacht und zwar
Logisch konsequent recht wer
Wäre ich ihm zu widersprechen aber
Was bleibt von unserer Basis
Wenn alles wohlgeordnet ist
Aber doch das chaotische Gefühl
Ist was am Anfang aller Ordnung
Die sich in der Familie wie damit
Der Gemeinschaft als ganzes
Begründet und was ist wichtiger
Um gut leben zu können
Freiheit oder Kontrolle oder
Schenkt uns allein die strenge
Kontrolle die Möglichkeit mit dem
Kleinen Stück gewährter Freiheit
Künftig irgendwie zu überleben
In eben ständiger Balance um
Zu erkennen was es braucht
Werde ich mich wohl bis zum
Ende noch fragen egal ob es
In Chaos oder Ordnung mich
Erwischt zählt doch nur wie
Sehr ich alles genossen habe
Ob nun die Kontrolle des so
Erstrebten größtmöglichen
Genuss eine Beschränkung
Der Freiheit ist oder sie doch
Besser verteidigt bleibt offen
Wie so vieles eine Suche
Ohne sichere Antworten
Weil Leben unsicher ist
Was sich jeder Kontrolle
Zumindest geistig entzieht

jens tuengerthal 22.10.20

Lustkontrolle

Früher war ich ein Opfer 
Noch meiner Triebe die
Zu vielem Unsinn mich
Drängten aus Geilheit
Heute um vieles erfahrener
Habe ich lieber die Lust
Unter Kontrolle um die
Damen meiner Gegenwart
Lustvoll zu beglücken ohne
Opfer ihrer Spiele zu werden
Nehme mich mehr zurück
Dabei mehr zu schenken
Was im Ergebnis immer
Gelohnt hat bisher wo
Eine es nicht zu würdigen
Weiß ist sie der Aufmerksamkeit
Langfristig nie wert gewesen
Womit ich heute mit Kontrolle
Alles fließen lasse wie es der
Jeweils eigenen Art entspricht
Nichts mehr unbedingt muss
Oder zwanghaft zu wollen meine
Dafür intensiver erlebe als je
Um keine mehr kämpfe dafür
Lernte gelassen sie kommen
Zu lassen bis sie in meinen
Armen bebend sich fallen
Lassen wenn sie denn können
Und habe endlich begriffen
Was heißt nichts muss
Aber alles kann wenn
Zwei frei fließen lassen
Statt von Trieben beherrscht
Mechanisch nur zu ficken
Habe durch die Kontrolle
Der Lust viel größeren Genuss
Kennenlernenen dürfen was
Zeigt Alter macht vieles
Besser als vorher auch
Manchmal Impotenz

jens tuengerthal 22.10.20

Gefühlskontrolle

Ist mehr Gefühlskontrolle gut
Schenkt sie uns Freiheit oder
Macht sie berechenbar damit
Unfrei zum Gefangenen des
Unausgesprochenen was wirkt
Auch ohne vernünftig zu sein
Sind wir also wirklich so frei
Gefühle zu kontrollieren damit
Sie uns nicht länger beherrschen
Oder nur mit echtem Gefühl
Wirklich frei und also stets
Etwas unkontrolliert auch
Wie echt ist ein vernünftiges
Leben mit kontrolliertem Gefühl
Was bleibt von uns wo wir
An das Gefühl ausgeliefert
Den Verstand verlieren
Darf jeder Liebende erfahren
Manchmal endet es tödlich
Warum Kontrolle auch Leben
Retten kann wie Freiheit
Bevor wir uns unpassend
In Beziehungen begeben
Die ewig abhängig machen
Statt das Gefühl glücklich
Erfüllen je zu können doch
Ob nun Kontrolle oder die
Natürliche Freiheit besser ist
Weiß ich nicht zu sagen
Setze lieber noch auf
Balance zwischen beiden
Was bliebe vom Dichter
Ohne große Gefühle
Wie verrückt wird wer auf
Bloße Gefühle sein Leben
Alleine aufbauen will was ich
Aus Erfahrung gern bezeuge
Wie stabil lässt dagegen
Genug Vernunft uns leben
Denke ich inzwischen viel
Vernünftiger geworden auch
Dank der klugen Frauen
Von denen ich lernen durfte
Wie gut sich gemäßigt liebt
Als ich hilflos wie ein Kind
Dem Gefühl mich überließ
Was aber so intensiv wie
Nichts zuvor im Leben war
Und so schwanke ich gern
Zwischen wilder Leidenschaft
Und philosophischer Distanz
Liefere mich keiner mehr aus
Mache aber auch nichts halb
Damit Emotionen auch die
Kraft ihrer Flügel entfalten
Ohne mich anzuketten je
Wieder um frei zu bleiben
Was Bedingung der Liebe
Im gesunden Verhältnis ist
Weil doch irgendwie alles
Mit allem zusammenhängt

jens tuengerthal 22.10.20

Coronakontrolle

Wenn der Staat die Kontrolle
Verliert beginnt die Freiheit
Denke ich als Anarch nur
Leider wäre es bei Corona
Für zu viele dann tödlich
Müssten wir sterben lassen
Weil nicht genug Platz zur
Behandlung für alte da wäre
Riskierten zu viele Leben
Nur weil wir uns nicht für
Ein Jahr beherrschen wollen
Was mir gar nicht gefällt
Es stürben Alte und Kranke
Zuerst vermuten wir noch
Ohne sicheres Wissen bis
Jetzt was noch schlimmer
Darum braucht es nun auch
Keinerlei Diskussionen mehr
Leben oder kein Leben heißt
Alles oder Nichts für zu viele
Es gibt nichts was den Tod
Zehntausender wie bei den
Nachbarn je rechtfertigte
Aber etwas was ihn noch
Verhindern kann worüber
Alle sich einig sind geht das
Nur wenn Kontrolle bleibt
Alle sich diszipliniert verhalten
Der Kontrollverlust ist tödlich
Wer jetzt Monate durchhält
Verteidigt die Freiheit aller
Heldentum mit Nichtstun war
Nie leichter zu erreichen
Wagen wir es für das
Leben der anderen

jens tuengerthal 22.10.20

Totalitarislamismus

Ein Lehrer wurde in Frankreich
Von einem Islamisten geköpft
Der sich vom Hass-Posting des
Vaters einer Schülerin dazu
Motiviert sah und alle Welt
Ist über diese Sekte empört
Im Land der Revolution wie
Des Laizismus schienen doch
Solche Verbrechen die auf der
Basis totalitären Denkens ruhen
Schon lange überwunden auch
Wenn die geehrten Revolutionäre
Mit dem König dasselbe taten
Allerdings mit der Guillotine dem
Humanen Tötungsmittel eines
Arztes im Geist der Aufklärung
Als sei maschinelle Tötung jemals
Menschlicher als die von Hand
Doch sei die Historie des Terreur
Der tausende Opfer beiderseits
Forderte hier dahingestellt denn
Europa hat die Todesstrafe doch
Glücklicherweise überwunden
Nur ist er Islam eben noch 600
Jahre jünger als unsere Sekte
Warum pubertäres Verhalten
Nicht weiter verwundern muss
Es steckt denklogisch in jeder
Religion mit Wahrheitsanspruch
Was mit Liebe frömmelnde gern
Heute verdrängen weil es nicht
In das Bild der Zeit mehr passt
Christen verhielten sich genauso
Als sie mit dem Schwert Europa
Von ihrer Sekte überzeugen wollten
Verwischten alle Spuren der vorigen
Kultur wie es die Islamisten gerade
In Syrien wie Afghanistan noch taten
Sie sind eben noch geistig zurück
Halten noch am totalitären Aberglauben
Fest der Ungläubige logisch töten lässt
Karikaturen des Propheten als eine
Persönliche Beleidigung ansieht oder
Schriftsteller mit religiösen Schreiben
Zum Tode verurteilen lässt was uns
Höchst mittelalterlich anmutet wurde
Noch nach der Renaissance in den
Glaubenskriegen in Europas Mitte
Gerne mit aller Brutalität praktiziert
Es wohnt dem Glauben immer etwas
Totalitäres inne sonst verkündete er
Keine höheren Wahrheiten mehr
Würde relativ und damit wertlos
So ähnelt der Islamismus auch dem
Faschismus wie dem Kommunismus
Die real existierend von ganz ähnlicher
Verachtung des Lebens stets waren
Warum die Angriffe der Islamisten vom
Liberalen Europa so deutlich und klar
Verurteilt gehören wie die Morde der
Radikalen am linken oder rechten Rand
Es sind nicht die einen besser oder
Weil teilweise verfolgt und unterdrückt
Weniger schlecht als die anderen
Sondern alles totalitäre Denken ist
Menschenfeindlich in der Konsequenz
Warum die Erben der SED so wenig
Partner von Demokraten sein sollten
Wie es die NSDAP jemals sein könnte
Oder auch die AfD jemals sein darf
Warum klare Abgrenzung nötig ist die
Am linken Rand gerne verschwimmt wo
Der arabische Antisemitismus zu lange
Toleriert wurde weil antikapitalistisch auch
Gegen das jüdische Geld aus den USA
Ignorierend was Basis unserer Freiheit ist
Radikale Gefährder wie diese noch darin
Unterstützende Prediger sind eine Quelle
Des Unfriedens und Terrors und dagegen
Muss so konsequent vorgegangen werden
Wie gegen jede totalitäre Ideologie die am
Rechten oder linken Rand zu verfolgen ist
Um die Mitte zu verteidigen auf der alle
Zukunft der Demokratie fußt damit nicht
Der Fanatismus zu viel Raum bekommt
Lange ignorierte die Linke den Islamismus
Um dafür den Faschismus anzuklagen im
Noch vom DDR-Geist gestimmten Orchester
Des totalitären Antifaschismus so gutwillig
Manche der Beteiligten dabei auch waren
Die auch gerne mit den Erbauern des total
Totalitären antifaschistischen Schutzwalls
Paktieren wollten gegen alle Rechten die
Eine größere Gefahr allen immer schienen
Flüchtlinge willkommen hießen dazu sogar
Grenzen gerne ganz fallen lassen wollten
Was vielen nicht vermittelbar war eben
Einen Geist importierte der nicht mehr
Integrierbar war sondern vielmehr die
Grundfesten der offenen Gesellschaft
Erschüttert und infrage stellt doch sind
Die rassistischen Rechten die den so
Guten Antifaschisten gefährlicher schienen
Als die revolutionären Islamisten diesen
Ähnlicher als der Mitte und sind Radikale
Egal von welcher Seite sich stets näher
Als diese der Mitte je sind die aber Basis
Von Demokratie und Freiheit ist warum
Die Verteidigung gegen totalitäres Denken
Eine Verteidigung der Mitte zuerst heißt
Was den Radikalen fern zu liegen scheint
Diese sensible Wahrnehmung fehlt sowohl
Dem linken wie dem rechten Rand der sich
Jeweils vom anderen verfolgt sieht was
Nur die Polarisierung zu lasten der Mitte
Stärkt aber nie Demokratie und Diskurs
Das einzige Mittel gegen Totalitarismus
Wer den Islamismus wie den Faschismus
Erfolgreich bekämpfen will muss zuerst
Das kritische Bewusstsein stärken statt
Sich von Radikalen drängen zu lassen
Vielmehr sich von diesen deutlicher noch
Zur Mitte hin abgrenzen bis die Ränder
In der Bedeutungslosigkeit verschwinden
Kein Weg ist hier besser als der zur Mitte
Wir besiegen Rechtsradikale oder die
Erben der SED also totalitäres Denken
Nicht an von ihnen definierten Rändern
Sondern demokratisch allein in der Mitte
Marx Lenin oder Thälmann haben in der
Demokratie so wenig verloren wie auch
Hitler Goebbels oder Göring warum auch
Berlin erst wieder Zukunft hat wenn es
Die Ränder nicht an der Macht beteiligt
Sondern demokratisch die Mitte stärkt
Wer sich aus guten Gründen über die
Islamisten empört sollte zuerst auch
In die eigene Geschichte schauen wie
Sie bis zu Ende denken statt kurz auf
Den aktuellen Zug nur aufzuspringen
Verteidigung der Demokratie heißt
Stärkung der Mitte in allen Bereichen
Es braucht gegen starke Rechte keine
Starke Linke oder Antifaschisten mehr
Sondern eine nicht radikale Mitte die
Ihre Werte und die Freiheit verteidigt
Damit Propheten verspottet werden
Dürfen wie jeder Aberglaube sonst
Ob die nicht radikale Mitte aber im
Lärm der Ränder laut genug ist sich
Gehör zu verschaffen ist die Frage die
Über Stabilität in Zukunft entscheidet

jens tuengerthal 21.10.20

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Herbstlust

Was ist die Erotik des Herbstes
Wenn es kühler wird bevor alles
Vor Kälte erstarrt und das Licht
Tag für Tag weiter abnimmt
Fragte ich mich der gerade im
Eigenen Herbst angekommen
Nach kurzem wohl unpassenden
Frühling mit jungen Blüten noch
Die späte Reife genießen lernt
In der nichts mehr bewiesen werden
Aber dafür mehr genossen wird
Neues in Ruhe entdeckt wird dabei
Staunend welche Wunder die Natur
Manchmal erst nach dem Ende der
Fruchtbarkeit als dann reine Lust
Uns offenbaren und lieben lehrt
Entgegen dem faltenfreien Ideal
Einer jugendsüchtigen Gesellschaft
Weiß ich die Liebhaberinnen jenseits
Der vierzig zumindest denn zum Rest
Schweigt der Gentleman stets lieber
Heute viel mehr zu schätzen als je
Die über männliche Impotenz die
Häufiger vorkommt als diese sich
Sportlich leistungsbewusst gerne
Eingestehen können milde lächeln
Es ist diese Lust ohne Zeugungsabsicht
Oder zumindest Risiko nur noch
Genuss und damit viel mehr als
Das natürliche Fortpflanzungsprogramm
Was auf unsere Festplatte programmiert
Seltsame Verhaltensweisen oft gebiert
Ein einziger wunderbarer Genuss den
Junge Damen so reizvoll sie wirken
In perfekt faltenfreier Eleganz niemals
Bieten können weil ihnen die Ruhe fehlt
Es mag da Gegenbeispiele sicher geben
Doch lehrt die Erfahrung eben langsam
Wie stetig dass jeder Ehrgeiz der Lust
Auf Dauer immer abträglich ist während
Der reine Genuss schönstes Glück ist
Was Zeit und Reife braucht wie feiner
Wein der erst genug gelagert sich in
Ganzer Schönheit entfaltet und so
Verkennt wer noch am Frühling hängt
Diesen im Herbst genießen will was
Wirkliches Glück erst sein kann das
Mit sich in Harmonie in allem passt
Ineinander zueinander miteinander
Es braucht keine Faltenfreiheit oder
Hormonell aufgespritzte Jugend die
Über reales Alter hinwegtäuscht
Wer das will kann nur scheitern
Im Kampf gegen die Natur sondern
Liebe zu dem was ist um es so
Um so mehr zu genießen weil
Alles seine Zeit hat auch die
Lust im Herbst des Lebens

jens tuengerthal 21.10,20

Herbstlicht

Beim Gang durch den Kiez
Am Herbstlicht erfreut was
So milde über bunt die große
Harmonie vorm eisigen Ende
Mit Wärme und Sehnsucht
Im Gefühl bei längst kühler Luft
Erzeugt die alles zugleich ist
Intensives Leben wie auch
Spürbarer Abschied schon
Der an Trennungsschmerz
Erinnert und innerlich aufwühlt
Während die Blicke doch die
Große Schönheit genießen
Welche Natur noch zaubert
Bevor sie im Winter schläft
Wie eisig dieser auch wird
Gehen wenn es am schönsten
Scheint hier gut zu passen
Denke ich jedes Jahr wieder
Ein wenig wehmütig wohlig
Die Milde versöhnt mich mit
Der Endlichkeit aller Natur
Zu der die Liebe auch gehört
Lasse tödlich große Gefühle
Die wie ein Tumor alles schon
Methastasierend ergriffen nun
Leicht fliegen um im endlich
Herbst auch altersgemäß nun
Angekommen jenseits der fünfzig
Die natürliche Harmonie mehr zu
Genießen im Einklang mit der Natur
Die keine große Hitze mehr braucht
Lieber gemäßigt nun genießt was
Sein kann ohne die sommerliche
Leidenschaft der Gluthitze die uns
Alles vom Leib reißen lässt um sich
Auch vom Schweiß ganz feucht
Überall zu vereinigen und bin so
In diesem meinem 51. Herbst ganz
Gelassen in den des Lebens geglitten
Der sich darauf konzentriert sich an
Dem was noch bleibt genüsslich zu
Erfreuen statt höher und weiter stets
Noch zu wollen schaue ich lieber den
Bunten Blättern zu die hier und dort
Von den Bäumen fallen oder durch
Im Herbstwind leerere Straßen tanzen
Wie schön ist es im Herbst auch älter
Zu werden und damit zufrieden diesen
Noch mehr würdigen als beste Zeit
Leben im milden Licht zu genießen
Was kommt und geht wie es will

jens tuengerthal 21.10.20

Museumsangriff

Auf die wunderbaren Sammlungen
Der Museumsinsel wurde ein wohl
Anschlag mit Flüssigkeit verübt am
Tag der deutschen Einheit was so
Ein doppelter Angriff auf bürgerliche
Kultur durch Banausen sicher war
Es fragt sich nach Bekanntwerden
Wie es passieren konnte dass sie
In drei Museen völlig unbehelligt
Kunstwerke beschädigten ohne
Beobachtet oder aufgehalten
Zu werden von irgendwem
Natürlich auch wer hinter
Diesem konzentrierten Angriff
Auf die Kultur stecken könnte
So wird ein Verdacht auf die
Verschwörungstheoretiker um
Den veganen Attila gelenkt
Was einleuchtet angesichts
Des Wahns dieser Krieger
Aber ohne Urteil enthält sich
Der Dichter lieber noch nur
Feststellen wer Kultur angreift
Hat offensichtlich keine ist
Wieder wichtig geworden

jens tuengerthal 21.10.20

Maschinenmenschenkunst

Droht uns der Untergang aller
Kultur durch Vereindeutigung
Oder zumindest des Abendlandes
Um das sich konservative Redner
Schon so lange sorgen wie es den
Begriff gibt der mutmaßlich dazu nur
Geschaffen wurde in Furcht vor dem
Untergang als Mahner zu leben
Wobei die heutigen Kassandras
Meist männlich ängstlich wie von
Angst vor ihrer Impotenz verfolgt
Scheinen woran ich auch bei der
Lektüre von Thomas Bauer ständig
Dachte da dieser als Anwalt der
Ambiguität beständig das Grauen
Der Gegenwart beim Gang in die
Unbeschränkte Moderne den Lesern
Im Stile des innovativen Feuilleton
Ausmalt und dabei im letzten Kapitel
Noch die künstliche Intelligenz wie
Das Silicon Valley als Feind der
Ambiguität entdeckt und dabei
Entsprechende Horrorvisionen
Uns armen Opfern ausmalt die
Zu Maschinenmenschen würden
In einer auf 1 und 0 reduzierten Welt
Die keine Vieldeutigkeit mehr kennt
Bin froh dass der Reaktionär nun
Ein Ende fand der bei allem bis
Auf weniges pespektivlos blieb
Dichte über seine Worte mit
Klarer Meinung die er natürlich
Auch als eindeutig verurteilt
Wie üblich ohne Satzzeichen um
Mehrdeutig damit zu bleiben
Auf meinem Telefon mit Software
Aus dem Silicon Valley um so
In der Gegenwert vieldeutig
Noch zu bleiben und denke
Über den wichtigsten Bereich
Der Mehrdeutigkeit schrieb er
In seiner Klageschrift nichts
Das Wunder der Sexualität
Ignorierte der sie in Rom sah
Dieser Quelle europäischer
Intoleranz mit Anmaßung
Einer höheren Eindeutigkeit
Die sich verlogen Wahrheit
Sogar nennt und verkennt
Damit den Bereich in dem
Ambiguität schönste Blüten
Immer noch treibt lästert
Lieber über Online-Dating
Bei dem Algorithmen heute
Partner bestimmten was nur
Beweist wie wenig dieser
Ignorant in der Gegenwart
Ankam die das Gegenteil lehrt
So bekam ich das lehrreiche
Buch von einer meiner klugen
Liebhaberinnen zum Geburtstag
Die mir damit viel Vergnügen
In der Abgrenzung schenkte
Wie ich immer wieder über
Die Vielfalt staune die mir
In virtuellen Welten begegnet
Sexuell wie auch geistig
Gegenwärtige Erfüllung schenkt
Es kommt nicht darauf an eine
Entwicklung zu verhindern
Oder Verhältnisse umzukehren
Das macht nur griesgrämig
Vielmehr gilt es die Realität
Vieldeutig zu nutzen um so
Was uns wirklich ausmacht
In seiner ganzen Vielfalt auch
In eine Zukunft zu tragen die
Eindeutig mehrdeutig bleibt
Und die Erotik ist das Feld
Auf dem sie sich entfaltet
Würde Thomas Bauer eher
Empfehlen sich bei Tinder
Anzumelden um zu sehen
Wie eindeutig vieldeutig die
Welt mit Sex geblieben ist

jens tuengerthal 20.10.20

Dienstag, 20. Oktober 2020

Regenlauschen

Liege auf dem Diwan
Lausche dem Regen
Schaue auf das Feuer
Aus Licht im Kamin
Trockne langsam
Nachdem ich einmal
Ohne Schirm ging
Bei warmen Tee
Von Büchern umgeben
Tropft es draußen friedlich
Ist der Herbst doch noch
Die schönste Jahreszeit
Denke ich so ziemlich
Glücklich nur manchmal
Erinnere ich mich dass ich
Einmal mein Herz verlor
Und fühle es schlagen
Ist also noch alles da
Dann ist es wohl gut
Draußen regnets noch
Es ist Herbstdunkel
Erinnerungen wärmen
Weniger als Gedanken
An alles was kommt
Wie der Schein des nur
Elektrischen Feuers
Vor mir hinter dem
Der Regen laut fällt
Als wolle er nie enden
Eine Illusion von Wärme
In mir hinterlässt denn
Wer jetzt allein ist
Wird es lange bleiben
Wähnte Rilke traurig
Lächle lausche und denke
Dann ist es gut so um
Den Herbst zu spüren
In dem alles stirbt um
Wieder zu werden

jens tuengerthal 20.10.20

Pandemiekratie

Pandemiekratie

Führt die Corona Pandemie auch
Die Demokratie in eine Krise weil
Sie die Wege der Entscheidung
Wie im Krisenfall aushebelt wenn
Etwa der Gesundheitsminister
Seine Privilegien mal eben
Verlängern lassen will als sein
Diese nicht Basis der größten
Freiheitseinschränkung in der
Bundesrepublik seit Bestehen
Was sicher langer Diskussion
Auch im Parlament noch bedarf
Fragte die Vizepräsidentin dort
Von den Grünen Frau Roth was
Nach Ampel fast klingt jedoch
Stimmte dem die FDP zu mit
Also kurzer Gelphase warum
Unter Schäubles schwarzer
Vermittlung ein Kompromiss
Nun gesucht wird bei dem
Blau auch egal sein kann
Merkels Neigung zu sehr
Effektiver Verwaltung die
Alternativlos alle mitnimmt
Stößt hier an ihre Grenzen
Was so gut das Management
In der Krise bisher war nun
Besser und demokratisch ist
Hilft alle irgendwie mitzunehmen
Auch Covidioten integriert wenn
Eine solche Maßnahme möglich
In den Grenzen der Vernunft ist
Die manche sicher überfordern
Aber mit dem Streit dafür sorgt
Dass keiner von Diktatur redet
Weil über alle Massnahmen im
Bundestag auch gestritten wird
Bin für effektive und schnelle
Verwaltung aber auch für
Deren demokratische Kontrolle
Die kostet Zeit und nervt auch
Aber solange sie nicht schon
Viele Leben kostet ist das so
Irgendwie in Ordnung weil
Jede Art zu leben ihren Preis
Hat muss darüber gestritten
Werden was richtig ist auch
Damit Vertrauens in unsere
Demokratie stabil bleibt
Außerdem ist dies die beste
Chance für Herrn Spahn sich
Für andere Ämter zu qualifizieren
Sofern Merkel nicht doch noch
Ganz anderes beabsichtigt
Was viele erstaunen könnte
Wenn auch wenig überraschend
Am Ende für alle Kenner wäre
Die das Pflichtbewusstsein
Dieser Kanzlerin kennen die
Manche erstaunliche Wende
Durch Beharrlichkeit erzwang
Von Atom gestern bis zum
Rassismus der Polizei heute
Nichts scheint unmöglich mehr
Womit wenig Alternativlos bliebe
Was wiederum gut so ist

jens tuengerthal 20.10.20

Bücherhöhle

Im Herbst bevor der Winter
Zum Stillstand sie zwingt
Bauen viele Tiere sich ihre
Höhle als Rückzugsort
Was in ihrer Natur liegt
Ist unserer nicht fern
Denke ich während ich
Auf dem Diwan liege
In meiner Bücherhöhle
Will ich nirgendwo hin
Sondern dableiben um
Ungestört zu lesen beim
Tee dichtend mit sich wie
Der Welt die mich nichts
Mehr angeht zufrieden
Dabei glücklich versunken
Zwischen Seiten wie im
Traumland der Literatur
Die ich erzählend fortsetze
Steht meine Höhle voller
Bücher als meiner Heimat
Ohne Ort und Grenzen weit
Jenseits der verlorenen Zeit
Kommt mit mir an wer bleibt
Zieht weiter wer nicht spürt
Was sich zwischen Seiten
An unendlichen Welten bewegt
Höre die Wildgänse über mir
Schreien die Vögel ziehen gen
Süden es warm zu haben
Ziehe in meine Höhle die
Welt lesend zu erleben denn
Es braucht wenig im Leben
Als Tee und gute Bücher
Glücklich zu bleiben

Dzdw 20.10.20

Montag, 19. Oktober 2020

Bücherabenteurer

Manchmal erzähle ich Geschichten
Von früher als ich Abenteuer noch
In Wäldern oder fremden Ländern
Erlebte wie das Nashorn einst in
Südafrika am Auto noch rüttelte
Sein Horn in den Kotflügel bohrte
Was keinem Vergnügen bereitete
Oder der Begegnung mit der
Bärenmutter in Kanada die kam
Als ihr Kind mit mir spielen wollte
Wie ich mich zitternd tot stellte
Fast mir in die Hose machte
Manchmal sag ich auch wirklich
Viele Frauen mögen das sehr
Klingt so authentisch nach
Abenteurer halt wie wirklich
Erlebt vom überlebenden Helden
Weil ich diese Geschichten stets
Langweilig finde es war ja nur
Vor über 30 Jahren mal wirklich
Variiere ich sie ab und an etwas
Wie die Geschichten aus Paris
Mit KL und den Models denke
Dabei an Hemingway lächelnd
Was mir näher liegt als diese
Bloß Erlebnisse aber Menschen
Wollen so etwas hören am besten
Mit Versicherung alles sei echt
Vielleicht tragen darum Menschen
Diese entstellenden Tatoos als
Lebendigen Stempel ihrer Abenteuer
Die Bord Karte des wilden Lebens
Aber das alles ist langweilig
Verglichen mit den Geschichten
Aus meiner Phantasie beim Lesen
Die will nur selten jemand hören
Darum baue ich sie gern ein in
Die zigmal erzählten Geschichten
Als kleine Verzierung fallen sie
Nie einer auf zumal das Leben
Ungeplant genug Abenteurer bot
So erzähle ich Märchen oder doch
Eher epische Sagen und lieber
Dächte ich es mir für egal wen
Alles aus aber das will keiner
Hören weil alle viel lieber sich
Schlechte langweilige Abenteuer
Aus dem Urlaub erzählen statt
Geschichten die Geschichte
Schreiben und erklären was
Auch wohl mit dieser lächerlichen
Sucht nach Authentizität die
So verbreitet wie komisch ist
Bis heute zusammenhängt
Weil dieser Wahn viele erst
Auf Reisen gehen lässt um
Etwas erzählen zu können
Was echt ist aber als Leser
Verspreche ich all meinen
Leserinnen die ausgedachten
Geschichten relativer Wirklichkeit
Sind noch viel viel besser
Inszeniert und dramatisiert dazu
Und lese künftig lieber mehr
Um bessere Geschichten noch
Zu erzählen als das Leben schrieb
Diese lausige Erzählerin der
Bloßen Realität ohne Dramaturgie
Die echten Abenteuer erlebe ich
In Büchern reisend wenn warum
Wer Geschichten erzählt erst
Wirklich was zu sagen hat
Weil sein Erleben Geist treibt
Statt der schnöden Realität
Das wirklich abenteuerliche Leben
Begann als ich mich in meine
Bibliothek lesend zurückzog
Vergesst den Rest das ist
Nun Lesen um davon
Zu erzählen weil wir
Den Realismus längst
Überwanden den einst
Marquez noch jagte

jens tuengerthal 19.10.20

Liebesrelativ

Ist Liebe natürlich absolut
Oder immer nur relativ gültig
Solange die Zuneigung wie
Der Wunsch nach Nähe besteht
Außerhalb dessen Annäherung
Die vorher erwartet wurde schnell
Kriminell wird was zeigt wie sehr
Grenzen verschwimmen können
Im Bereich der Liebe sogar vom
Absoluten Versprechen der Ehe
Bis das der Tod uns scheidet was
In deren Vorform der Verlobung
Mit gleichem Anspruch auftritt
Um wenn erledigt nur noch absurd
Den vorher Versprochenen zu
Erscheinen was zumindest sicher
Die nur temporäre Gültigkeit aller
Auch ewiger Liebesversprechen
Praktisch den meisten Liebenden
Mehr als einmal schon belegte
So fragt sich ob dies nahezu immer
Zu Lügen führende Spiel der nur
Relativen Gültigkeit der Liebe im
Konflikt mit den Trieben überhaupt
Begonnen werden sollte oder viel
Besser in Beziehung zueinander
Tritt wer ledig aller Versprechen
Die Zeit miteinander genießen will
Die seltsamen Formen des Versprechens
Rühren aus einer Zeit als die Ehe
Noch soziale Versorgungsgemeinschaft
Statt des Staates war der anstelle trat
Sich aber wundert wie sehr die Ehe 
Welche manche als Fundament sahen
Folgerichtig bald erledigt sein wird
Außer als traditionelle Reminiszenz
Ohne messbaren Eigenwert dann
Aber ob Ehe und Liebe überhaupt
Zusammenhängen sollen ist noch
Eine andere ungeklärte Frage dabei
Zumindest schadet das auf altem
Besitzdenken fußende Denken vieler
Dem Bestand der Liebe meist eher
Macht Eifersucht sonst vernünftige
Menschen zu hysterischen Furien
Beiderlei Geschlechts die sich ihrer
Lächerlichkeit selten bewusst sind
Gerade dieses Hindernis so vieler
Beziehungen resultiert aus dem
Absolutheitsanspruch der Liebe
Der verliebt normal sein mag den
Manche aber nie überwinden
Sondern als gutes Recht aus
Einer verbrieften Beziehung sehen
Mit dem sie anfangen den Partner
Mit Stasi-Methoden zu überwachen
Um ihn der Untreue zu überführen
Was völlig uninteressant heute ist
Wo es keinen Grund zur Scheidung
Mehr braucht als die Erklärung dieser
Bei Trennung von Tisch und Bett
Habe diese absolute Liebe auch
Kennenlernen dürfen mit schönsten
Wie aus dem Märchenreich klingenden
Versprechen von natürlich beschränkter
Haltbarkeit wie der totalitären Kontrolle
Aus permanenten Misstrauen die das
Alltägliche Leben zur Hölle beiden machte
Weil eifersüchtige Menschen an sich auch
Mehr noch leiden als vielen vorstellbar
Was die Neigung es zu beenden erhöht
Wie ja auch mit die meisten Tötungsdelikte
Im Zusammenhang mit zu viel Gefühl stehen
Diesem gefährlichen Mittel was so schnell
Welten errichten wie zerstören kann aber
Unfähig ist auf Dauer etwas zu erhalten
Weil die dafür nötige Vernunft dann fehlt
Es gibt Gründe zu heiraten wie zugleich
Selbiges nie tun zu wollen zumindest 
Ohne Kinder fragt sich sehr wozu es
Überhaupt jemals dienen soll aber so
Ist manches dabei mehr irrational wie
Von Traditionen geprägt als logisch
Was nicht schaden muss sofern die
Traditionen einen sicheren Rahmen
Der neuen Familie bieten können
Was zum spannenden Liebesrelativ
Führt welches auf der einen Seite
Grund und Basis der Liebe wohl ist
Die nötige Fortpflanzung und Sorge
Für den Nachwuchs bei dem sich die
Familiäre Struktur bewährt warum
Am Anfang aller Familie der Sex steht
Der später selten noch thematisiert
Auch wenn dies weite Felder der
Fürsorge beiden eröffnen könnte
Der naturferne Absolutheitsanspruch
Mit dem die Liebe sowohl den Geist
Wie den Körper ganz für sich will
Ist Basis des Problems bis heute
Auch wenn immer mehr Paare nach
Alternativen in offener Form suchen
Haben viele den Traum alles in einer
Oder einem zu finden und sind oft
Maßlos enttäuscht wenn sie dann
Bemerken dass vieles relativ ist
Woraufhin sie schnell das ewig
Versprochene Gefühl dann völlig
Aufgeben statt dazwischen noch
Zu suchen was bleiben könnte
Erklären sie dem Partner den Krieg
Warum so viele leidenschaftliche
Lieben in Rosenkriegen enden die
Vernünftige Relativierung verhinderte
Die der Liebe Bestand gäbe warum
Der zeitweise Romeo seiner Julia
Nun zum geläuterten Kant wurde
Welcher bekanntlich ehelos blieb
Sich der Forschung lieber widmete
Über seinen Sex nicht viel schrieb
Was vielleicht sein größter Fehler
War denn wie gut wäre es zu wissen
Wie wir kategorischen Sex hätten
Denke ich lächelnd dabei der ich
Nur insgeheim von Liebe träume
Tatsächlich aber lieber das mögliche
Genieße um damit gut zu leben statt
Sich noch einmal am Absoluten so
Zu verausgaben das nichts mehr blieb
Wie Familie sich künftig ordnen wird
Ob es alternative Formen braucht
Wie wir eine tragfähige Basis finden
Mit weniger Liebe und mehr Vernunft
Wird die Zukunft diskutieren müssen
Damit gutes Bestand haben kann
Weiß ich genau worauf ich achte
Statt blind dem Gefühl zu folgen
Wird die Zeit zeigen was bleibt
Und Wert für beide auch hat
Wer alles in einer erwartet wird
Sicher enttäuscht von ihr werden
Während ohne alle Erwartung der
Genuss mit positiver Überraschung
Verbunden das Leben verschönt
Die große Liebe zu verlieren aber
Dafür das Leben lieben zu lernen
Um geliebtes dann zu teilen ist
Ein relativ lohnender Tausch
Denke ich heute mit Abstand
Über absolute Liebe lächelnd
Was zählt ist Zuverlässigkeit
Mehr als rasend wilde Leidenschaft
Warum ich nicht mehr suche sondern
Genieße was da ist und kommt

jens tuengerthal 19.10.20

Alternativlos

Ist irgendetwas alternativlos
Oder gibt es das niemals in
Einer Demokratie weil diese
Vom Meinungsstreit stets lebt
Wäre also alternativlos quasi
Notwendig antidemokratisch
Frage ich mich angesichts der
Covidioten die Leben gefährden
Mit uneinsichtiger Dummheit
Gegen alle deutlichen Fakten
Aber wie sicher kann das sein
Ist die verlogene Alternativlosigkeit
Nicht das Problem was polarisiert
Wie finden wir Kompromisse
Die Vernunft und Gefühl genügen
Was beide Seiten wohl brauchen
Stimme dieses mal Thomas Bauer
In der Vereindeutigung der Welt zu
Dass politisch nichts alternativlos
Sein sollte in einer Demokratie
Außer dem Schutz des Lebens
Wirft mein Gewissen da ein was ja
Bei Corona betroffen wäre insofern
Ein weiter exponentielles Wachstum
Der Infektionen viele Leben gefährdete
Wie wir in den Nachbarstaaten sehen
Nun schleicht sich in die Gedanken
Ganz gewitzt und hinterhältig geradezu
Das Argument der Lebensschützer ein
Die jede Abtreibung verbieten wollen
Was ich um der Freiheit der Frauen willen
Natürlich ablehne für vorgestrig halte
Damit aber auf dünnem Eis stehe
Weil es eine willkürliche Entscheidung ist
Wann ich Leben schützenswert nenne
Warum ich die Freiheit der Frau hier
Höher gewichte als die des Kindes was
Sicher hilflos schützenswert wäre sonst
Die Schweden haben eine Alternative
Zur deutschen Strenge versucht lieber
Auf Vernunft und Disziplin statt Verbote
Gesetzt zum Preis sehr vieler Opfer
Ist uns das Leben der Alten und Kranken
Ein so großes Opfer wert oder niemals
Weil Freiheit über allem stehen muss
Wie ich die vorherige Existenz der Frau
Als Grund nahm ihre Freiheit über ihren
Bauch zu entscheiden für wichtiger zu
Halten als werdendes Leben zu schützen
Doch im Fall von Corona wo es nur um 
Zeitweise Einschränkungen geht finde ich
Das Leben der anderen schützenswerter
Halte Eingriffe in die Freiheit für gerechtfertigt
Was aber wie andere Länder zeigen eben
Nicht alternativlos ist sondern nur mir so
Erscheint weil ich Leben für nicht verhandelbar
Halte was eine Entscheidung auch ist die
Wie andere Länder zeigen Alternativen hat
Von der Todesstrafe bis zur Ignoranz des
Mannes im Weißen Haus für den sichtbar
Hunderttausende Tote kein Grund sind
An seiner Politik irgend zu zweifeln die
Wie von Frauen regierte Staaten zeigen
Deutlich erfolgreichere Alternativen hat
Ob die Demokratie dabei immer auch die
Beste Lösung zum Erfolg bringt oder nur 
Der Lauteste gewinnen kann könnte
Eine Frage sein stünde die Demokratie
Als Staatsform zur Debatte und gäbe es
Eine irgend taugliche Alternative dafür
Natürlich gibt es zahlreiche Alternativen
Von Monarchien bis zur Parteidiktatur
Was nach dem deutschen Grundgesetz
Aber unveränderlich nicht zur Debatte steht
Damit als Rahmen des Diskurses tatsächlich
Alternativlos wäre auch wenn jede Regelung
Theoretisch geändert werden könnte führt es
Nicht weiter den status quo zu debattieren
Solange er als unverrückbar geregelt wie
Keine Mehrheit in Sicht ist die dies änderte
Ob das hohe Infektionsgeschehen derzeit
Mutti wieder zum Eingreifen verführt mit
Einer endlich bundesweiten Regelung
Die sich erstaunlich viele wünschen ist
Noch offen aber sicher nicht alternativlos
Es gibt eine kleine Minderheit von Leugnern
Die gerne Covidioten genannt von denen
Wir annehmen es handele sich um etwa
Zwei bis acht Prozent der Bevölkerung
Auch wenn es schon 25% wären wie
Manche dieser Kreise von sich meinen
Was vermutlich bloße Phantasie ist blieben
Dreiviertel der Menschen also die klare
Mehrheit beim Kurs der Regierung jedoch
Zeigt deren lautstarker Protest
Auch wenn deren Sicht auf Wahn oder
Aberglaube gar Lügen aufbaut für sie ist
Das wissenschaftlich nötige keinesfalls
Alternativlos sondern die falsche Wahl
Es geht bei diesen Ansichten um Leben
Sie stehen sich unversöhnlich gegenüber
Die Kanzlerin folgt der Wissenschaft
Setzt um was danach nötig erscheint
Für Wissenschaftler alternativlos ist
Während Andersgläubige diesen Weg
Völlig unmöglich finden für sich und so
Fragt sich wie ein Land wieder geeint
Werden kann was im Glauben gespalten
Zum Glück gibt es diesbezüglich schon
Seit dem westfälischen Frieden mehr
Als 370 Jahre Erfahrung mit Lösungen
Welche den Glauben berücksichtigen
Die Zeit brauchen werden um friedlich
Von allen gelebt zu werden doch könnte
Den USA ganz anderes noch drohen
Scheint dort die Befriedung alternativlos
Auch wenn sie das Problem historisch
Schon als blutiges erfuhren weil
Politisch wenig alternativlos scheint
Sogar die Freiheit des Menschen als
Sklave war einmal verhandelbar wie
Die meisten Opfer dort derzeit auch
Nachfahren der Sklaven noch sind was
Manches über dieses Land verrät was
Seine Rolle noch nicht gefunden hat
Dafür seine Zukunft verspielen könnte
Aber auch das ist nicht alternativlos
Weil sie den Polarisierer wie Versager
Im Amt auch abwählen können wenn
Genug das Problem auch erkennen
Was noch relativ unsicher scheint
Doch wenn es friedlich enden soll
Braucht es eine große Toleranz
Gegenüber der Vieldeutigkeit der Welt
Die eben Ambiguitätstoleranz die
Andere Ansichten zulassen kann
Ohne sie moralisch zu verurteilen
Auch wenn das sehr schwer fällt
Wo es um Menschenleben geht
Scheint die Gefahr einer Diktatur
Der korrekten Meinung letztlich
Noch viel gefährlicher für ein
Dauerhaft friedliches Zusammenleben
Weil alles Totalitäre tödlich endet
Die Wut nur noch anstachelte wie
Unterdrückung keinen Frieden fördert
Was alternativlos fast schon klingt
Aber eigentlich nur die Natur nimmt
Wie mit ihr zu leben endlich versucht

jens tuengerthal 19.10.20

Erotikunschärfe

Was macht erotische Spannung aus
Ist es das Vorspiel der Vereinigung
Endet alle Erotik mit Beginn des Sex
Oder zählt mancher noch dazu aber
Natürlich nackt ineinander spätesten
Gibt es mehr oder weniger erotischen
Sex der beim Vollzug den Status
Verändert von der Erotik zum dann
Pornographisch sexuellen Handwerk
Ist Wäsche die noch verbirgt sinnlicher
Als natürliche Nacktheit und wenn ja
Warum ist Erotik mehr Spannung als
Bloßer technischer Vollzug dessen
Was nach der Natur der Fortpflanzung
Dient was eher biologisch noch klingt
Warum klingt es weniger sinnlich das
Ende des nervus pudendus zu küssen
Was Klitoris heißt denn Perlentaucher
Im Delta der Venus zu sein wieso ist
Eine behaarte Scham erotischer als
Pädophilie fördernde Nacktheit die
Aus Pornofilmen als Mode kam aber
Nur diesen Sex propagiert der meist
Bloßes Handwerk ohne Erotik ist
Könnte Erotik das noch nicht sein
Was im Verborgenen noch bleibt
Lust mehr als Hoffnung weckt ohne
Die letzte Erfüllung zu suchen
Von der Spannung mehr leben
Als der erstrebten Befriedigung
Im Kopf vor allem stattfinden
Was den Porno-Sex nicht
Abwertet aber einordnet denn
Die hohe Kunst scheint mir
Eine erotische Spannung miteinander
Entstehen zu lassen wie zu halten
Wobei unklar ist was es bei wem
In welchem Moment ausmacht
Wer schnelle Befriedigung sucht
Zumindest Bestätigung aus der
Des anderen zieht findet genug
Beim mechanischen Porno- Sex
Dabei stört die Erotik eher doch
Oft verschieben sich die Grenzen
Dabei die Spannung zu steigern
Viele Frauen finden die Erotik als
Reiz wichtiger weil sie keine
Befriedigung dabei finden können
Viele Männer schauen nur auf die
Schnelle Befriedigung ohne eine
Ahnung von erotischer Spannung
Die eine stete Balance bleibt
Zwischen noch nicht aber dafür
Steigender Sehnsucht nach dem
Womit vielfach Erotik endet dabei
Ist die königliche Kunst wohl die
Erotik als Spannung des davor
Auch danach aufrecht zu halten

jens tuengerthal 19.10.20

Sonntag, 18. Oktober 2020

Digitalmesse

Die Buchmesse zieht nach der
Ersten digitalen Messe ein sehr
Positives Feedback ist zu lesen
Na endlich dachte ich warum
Bedurfte es erst Corona wie
Über einer Millionen Tote um
Die Digitalisierung zu nutzen
Messen sind von vorgestern
Wie der Handlungsreisende
Sein Tod ist heute hoffentlich
Ökonomisch statt als stete
Virenschleuder in der Welt
Weiter unterwegs zu sein
Vergessen wir alle Messen
Deren letzte Messen bereits
Gelesen wurden und so war
Die digitale Buchmesse das
Requiem einer Branche die
In digitalen Zeiten schlicht
Überflüssig wurde jedoch
Nicht etwa die Bücher 
Die hoffentlich niemals
Sondern das Messeunwesen
Als eitriger Ausfluß des lang
Moribunden Handlungsreisens
Märkte und Handel werden
Digital oder nicht mehr sein
So gesehen war Corona heilsam
Allein das Kulturevent Buchmesse
Sollte sinnvoll ersetzt werden um
Erhaltenswertes zu erhalten aber
Messen braucht heute keiner mehr
Kultur hat ihren Preis dabei geht es
Um sinnvolle Veranstaltungen
Zur Vermittlung der Werte
Wie Vermarktung der Produkte
Alles übrige ist erledigt
Finde das erleichternd
Jedem echten Leser sind
Massen meist ein Grauen
Auswahl ist viel besser
Als die vorher Überschwemmung
Corona korrigiert und ist gut so
Reduktion auf wesentliches

jens tuengerthal 18.10.20

Sonntagsregen

Es ist einfach nur Sonntag
Lausche dem Regen draußen
Wie der Musik eher drinnen
Folge dem Echo in mir
Denke an die Liebe
Die für immer verlorene
Wie die wieder gefundene
Wandel und Fluss zwischen
Wechsel und Bestand
Nah der Mitte wie fern
Ergießt sich im Überfluss
Was spurlos verschwindet
Sind Schöße die Höhlen
Als Ziel ewiger Flucht
In schönste Sehnsucht
Geburtsort wie kleiner Tod
Eine für immer dann
Oder Wellen am Strand
Überflutender Lust die
Wechseln wie im Ozean
Wieder verschwinden
Wenn zum Gipfel erst
Gemeinsam gerollt gleichen
Sonntage der Befriedigung danach
Nichts muss mehr alles kann
Jenseits der fünfzig zählt
Jeder Tag zum Genuss denn
Irgendwann war dann Halbzeit
An einem Sonntag vermutlich
Höre Musik und denke es war
Gut so und bin dankbar dafür
Ob Welle oder Höhle

jens tuengerthal 18.10.20

Samstag, 17. Oktober 2020

Leserleben

Viele wollen was erleben
Unternehmen darum etwas
Wollen immer was machen
Um nicht unbeschäftigt zu sein
Was ihnen langweilig wäre
Dachte lange auch ich müsste
Mehr machen um bloß nichts
Zu verpassen und quälte mich
Darum auf Reisen oder zu
Meist mich bald langweilenden
Veranstaltungen mit zu vielen
Menschen dabei um mich was
Aber zumindest den Vorteil hatte
Dabei schöne Frauen gelegentlich
Noch beobachten zu dürfen was
Eine meiner liebsten Formen des
Naturgenusses immer noch ist
Ließe ich das Lesen beiseite was
Wo es mich fesselt noch von jeder
Schönheit genug ablenken kann
Warum meine liebste Bar einen
Raum voller Bücher ohne Musik
Neben dem sonstigen Treiben hat
Wo ich Lesen und Schreiben kann
Gelegentlich mit Bekannten noch
Einige Worte wechsle um sich am
Caféleben zu beteiligen doch erste
Priorität hat immer die Lektüre
In die einzutauchen ich meistens
Den üblichen Gesprächen vorziehe
Dies ohne etwas gegen Menschen
Zu haben besonders wo weiblich
Aber das eigentliche Leben findet
Für mich zwischen Buchseiten statt
Die Realität ist eine bloße Illusion
Denke ich in Bücherwelten versinkend
Zu gerne und wie weit entführen mich
Diese jeden Tag nach Laune noch
Wie heute wieder wo ich mit Anne Weber
In den Versen ihres wahrlich großartigen
Werks Annette ein Heldinnenepos durch
Frankreich zu Zeiten des Weltkrieges mit
Einem Mitglied der Résistance wandelte
Ein wenig in der italienischen Renaissance
Auf den Spuren Petrarcas spazierte um
In Erinnerung dessen zu Montaigne noch
Zu greifen der neben dem Galiani Band
Mit den Texten aus der Renaissance
Seinen Platz noch immer hat und so
Nochmal nach Frankreich zu ziehen
Von wo ich für ein Kapitel sodann noch
Nach Palästina ging zu Josephs Vater
Der sich bei seinem Onkel noch verdingt
In Manns großem Joseph und seine Brüder
Für einige Seiten im Mittelalter zu weilen
So bleibt die Lektüre immer ein Erlebnis
Was mich mit seiner Vielfalt erfüllt wie
Glücklich macht und genug in der Welt
Herumtreibt als dass ich den Drang hätte
Noch irgendwo hin zu müssen um dort
Die Worte zu finden die meine Verse
Suchen vom Glück zu erzählen was
Ein Leben als Leser ist voller immer
Neuer unerwarteter Erlebnisse die
Jenseits aller äußeren Mißgunst oder
Des hässlichen Ehrgeiz mit dem sich
Menschen so gerne übertrumpfen nur
Dem sich erschließt der liest sich also
Auf die Reise in seinem Kopf begibt
Dem größten Universum was wir nur
Haben und betreten können denke ich
Glücklich ein Leser geworden zu sein
Auch dank meiner viel vorlesenden
Mutter die früh diese Liebe weckte
Und habe so in einer kleinen Bibliothek
Eine Welt die größer ist als alles was
Ein nicht mehr zeitgemäßes Reisen
Durch die Welt mir offenbaren könnte
Das da sein wird von vielen überschätzt
Viel wichtiger ist ein glückliches Dasein
Was sich der Leser mit seiner Lektüre
Selbst erschafft und so lebe ich mit
Wenig dessen ich bedarf zwischen
Schönen Büchern und habe alles
Was Mensch nur erleben kann noch
Seitenweise vor mir und bin dankbar

jens tuengerthal 17.10.20

Coronakompromisse

Länder heben Verbote auf
Wie gerade Mecklenburg
Oder vermutlich bald Berlin
Weil sie nicht ganz auf die
Wichtigste Quelle ihrer sonst
Spärlichen Einnahmen verzichten
Wollen und können was wiederum
Zeigt der Wert des Lebens ist
Scheinbar verhandelbar sobald
Ein wenig weiter gedacht wird
Was ich erschreckender finde
Als all den autoritären Unsinn
Der auf der Suche nach Lösungen
Von der Politik verzapft wird
Es gibt daher gerade viel
Hin und her ohne Linie
Was föderaler Vielfalt entspricht
Aber nicht wirklich weiter hilft
Sage es eigentlich nur ungern
Weil Wiederholung langweilt
Es gibt nur eine Antwort die
Derzeit Perspektive noch hat
Bleibt zuhause und lest Bücher
Schaut fern wenn es zum Lesen
Geistig nicht mehr reicht aber
Hört auf die Vernunft der Kanzlerin
Die bis dato immer richtig lag
Auch wenn ich sie nie wählte
Vergesst politische Lager damit
Das ganze gut noch ausgeht
Bis nächstes Jahr geht es weiter
Dann sehen wir was kommt
Entdeckt euer Zuhause neu
Macht es euch so schön wie
Nur möglich genau dort damit
Es eine bessere Zeit wird
Lebenskunst heißt es sich
Mit dem was ist schön zu machen
Dies ist der nötige Kompromiss
Nicht die von Gier getriebene
Erlaubnis zu egal was sonst
Lernt im Kopf zu reisen ohne
Alle Übelkeit genießend damit
Es nicht noch schlimmer wird
Und vergesst große Feste egal
Aus welcher Kultur ihr stammt
Sagt wo Probleme anfangen
Statt Statistiken zu verbiegen
Wenn alle vernünftig sind sinkt
Die Gefahr des Lockdown klar
Wo nicht kommt er ganz sicher
Ein Virus macht keine Kompromisse
Verhandelt mit niemandem dabei
Wer einmal die Kontrolle verliert
Hat bald grauenvolles vor sich
Wer jetzt in Urlaub fährt oder reist
Hat den Ernst der Lage nicht
Verstanden warum es Zeit ist
Dies asozial zu nennen statt
Kompromisse im Verdienst noch
Zu suchen die Gerichte ohnehin
Prüfen werden weil irgendwer
Ganz sicher klagen wird
Ein Appell an die Vernunft wäre
Aufgeklärt und hilft allein weil
Stupide Autorität nur Widerstand
Bei zu vielen noch weckt
Aufklärung heisst Befreiung aus
Selbstverschuldeter Unmündigkeit
Wer Leben rettet tut Gutes
Wer sie unnötig gefährdet
Muss bekämpft werden ohne
Alle politischen Kompromisse
Aus Schutzpflicht des Staates

jens tuengerthal 17.10.20

Lusterwachen

Auf dem Diwan voller Lust
Erwacht und an sie gedacht
Wie wir dort ineinander versanken
Tief und innig uns genossen
Bebend miteinander überliefen
Zuckend uns im Arm lagen
Voller Sehnsucht nach mehr
Was schon alles war was
Sein kann ist nichts so schön
Wie die Erinnerung ans erste
Mal mit ihr und gerne
Immer wieder
Überall

jens tuengerthal 17.10.20

Freitag, 16. Oktober 2020

Sperrstundenverwirrung

Die Sperrstunde verwirrt alle
Regierungen Richter Bürger
Gilt sie oder nicht und wie
Sinnvoll ist sie wirklich noch
Oder gerade jetzt fragt sich
Während Berliner Richter
Sie als Unrecht aufhoben
Führte NRW sie neu ein
Unklar wer dagegen klagt
Bleibt noch völlig offen
Was sagt die nächste Instanz
Geht Vertrauen verloren wenn
Der Rechtsstaat mal streitet
Oder belegt es wie gut dieser
Auch in Krisenzeiten funktioniert
Plädiere für letzteres denn
Natürlich irrt die Verwaltung
Nicht nur ausnahmsweise mal
Sondern im Neuland gerne 
Dann muss korrigiert werden
Was kein Drama ist sondern
Rechtsstaat eben beweist
Dann wird kritisch geprüft
Vernünftig hoffentlich auch
Endlich neu entschieden
Wir brauchen mehr Vernunft
Aber weniger Gehorsam der
Nicht mehr kritisch denkt nur
Soweit es dagegen nötig ist
Sollten wir Klarheit haben
Noch wissen wir wenig
Sein wir achtsam aber
Wach und kritisch dabei
Freue mich über dieses
Urteil des Verwaltungsgerichts
Weitere Instanzen werden folgen
Verbote der Beherbung werden
Teils aufgehoben teils nicht
Forscher träumen von Absperrung
Ganzer Risikogebiete wie am RKI
Richter werden diese leicht
Totalitären Träume begrenzen
In der Mitte liegt die Vernunft
Wir werden weiter darüber streiten
Das ganze nennt sich Demokratie

jens tuengerthal 16.10.20

Liebesmut

Liebe erfordert viel Mut
Besonders angesichts der
Immer wieder tragischen
Folgen solcher Geschichten
Die wenig Hoffnung machen
Es ändere sich je etwas
Im konventionellen Rahmen
Dennoch wagen immer noch
Erstaunlich viele das große
Abenteuer mit ungewissem
Ausgang jedesmal wieder
Als lernten sie nichts aus
Schmerzvoller Erfahrung
Im Gegenteil halten wir
Die Vernünftigen für eher
Gefühllos wie unfähig zu
Echter Liebe während wir
Im normalen Leben sie für
Narren ansonsten hielten
Aber die Liebe setzt alle
Bedingungen außer Kraft
Warum wer es wirklich wagt
Soviel Mut wie Wahnsinn
Immer wieder beweist
Allerdings fragt sich ob
Wer ein Narr längst ist
Noch ohne jeden Durchblick
Mutig sein kann oder eher
Blind dem Gefühl folgt was
Zwar mutig klingt angesichts
Der oft katastrophalen Folgen
Aber nüchtern betrachtet eher
Schlicht bescheuert wohl ist
Wenn auch im besten Sinne
So folgen wir wahrem Gefühl
Ganz im Sinne der Natur die
Auf Fortpflanzung noch zielt
Solange ich mich frage ob es
Vernünftig sein kann sich zu
Verlieben bin ich es nicht
Jenseits aller Fragen beginnt
Was uns bescheuert ausmacht
Und so erfordert die Liebe wohl
Am Ende keinen Mut wenn sie
Kommt ist sie da und ist was sie ist
Mehr ist es nicht wie Erich wusste
Also hilft nur abwarten und Tee
Trinken bis zum nächsten mal

jens tuengerthal 16.10.20

Lippenöffnung

Wenn Lippen sich treffen
Nennen wir es gern küssen
Keusch noch wo ungeöffnet
Erotisch wo nicht geschlossen
Lustvoll wenn eindringlicher
Sich zwei innig verschlingen
Gipfelt die Lust wo zungig
Alle Lippen geöffnet auch
Der Perlentaucher wieder
Aufgetaucht fündig wird
Um sich am Überfluss
Ganz zu verschlucken
Am Ende wieder die nun
Geöffneten Lippen zu küssen
Bevor sie sich endlich ganz
Versunken umeinander
Schließen im Kuss

jens tuengerthal 16.10.20

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Kastensex

Drohen wir alle Vielfalt der Welt 
In Kästchen nur vermeintlicher
Wegzusortieren und damit zu
Erledigen statt offen zu bleiben
Frage ich mich nach der Lektüre
Eines weiteren Kapitels im Buch
Die Vereindeutigung der Welt von
Thomas Bauer und neige wieder
Dazu seinen sehr katholischen
Schemen zu widersprechen die
Sich vor der unterscheidenden
Welt zu fürchten scheinen also
Meinen die LGBTQ-Differenzierung
Die natürlich ungenügend ist
Führe mehr zur Kästchenbildung
In der Identität die Uneindeutiges
In Zwischenwelten gerade sexuell
Nicht mehr einfach zuließe was
Dem Betrachter fragwürdig schon
Erscheint aber weil es die Vielfalt
Wo sie Gleichberechtigung fordert
Als zu schematisch bezeichnet
Frage ich mich warum Bauer hier
Tomaten und sexuelle Orientierung
Die zuerst ein Akt der Befreiung ist
Mit vorigem Rassismus gleichsetzt
Was auch dann absurd mir scheint
Wenn ich die Zucht von Monsanto
Als kritisch für die Vielfalt sehe
Weil es beim Kampf um Anerkennung
Als Weg zur sexuellen Freiheit
Gerade nicht um Gleichmacherei
Sondern Anerkennung der Vielfalt
Die als solche gut ist eher geht
Zwar mag im Versuch der Definition
Dessen was LGBTQ ist auch Schemen
Geben die nicht alles erfassen
Zwischenformen übersieht die
Für viele noch Normalität sind
Weil ein klares Bekenntnis zur
Eigenen Sexualität ihnen noch
Aus vielen Gründen verwehrt wird
Deren stärkster lange noch im
Aberglauben lag wie ihn auch die
Von Bauer als vieldeutig gelobte
Katholische Kirche bis heute 
Vertritt und bestraft auch wenn
Ihre Mitarbeiter dafür die größte
Organisation für sexuellen Missbrauch
Über Jahrtausende aufgebaut haben
Hinter einem moralischen Mantel
Der gerade die Befreiung mit dem
Angebllich unfreien LGBTQ Kästchen
So nötig machte die Bauer verurteilt
Sehe zwar die Gefahr bloßer zu
Schlichter Sortierung unter dem
Neuen Deckmantel doch gibt dieser
So viel mehr an Freiheit um die
Eigene Identität zu finden dass
Die Benennung am Ende doch
Für viel mehr Vielfalt sorgt als
Es bis dato gab und darum doch
Das geringere Übel ist während
Wer Rom für Ambiguität lobt aber
LGBTQ kritisiert sich eher als ein
Ewiggestriger Konservativer zeigt
Denn als Anwalt der Vielfalt offenbart
Die ihm scheinbar ferner liegt
Möge jeder mit Sex nach seiner
Fasson glücklich dann werden

jens tuengerthal 15.10.20

Exponentialwunder

Manche wundern sich noch
Über den radikalen Anstieg
Der Coronazahlen momentan
Andere wiederholen nur was
Schon im Frühjahr klar war
Exponentielles Wachstum kommt
Immer schubweise sehr heftig
Erhöht um ein vielfaches des
Vielfachen rasend schnell
Was kein Wunder logisch ist
Sondern schlichte Mathematik
Mit sich selbst mal genommen
Vervielfacht sich das Ganze
Dabei wird nicht nur addiert
Was an Infekten dazukommt
Sondern selbiges multipliziert
Noch dazu mit sich immer mehr
Es ist keine Glaubensfrage
Wie gestern ein Covidiot noch
Gegenüber mir argumentierte
Den ich für belesen wie zugleich
Leichtsinnig klug auch noch hielt
Der sich im Nachtleben beschränkt
Deshalb genervt alles übertrieben
Findet und dumm autoritär aber
Nichts vom Wachstum versteht
Dabei ist es keinerlei Wunder
Sondern Natur die funktioniert
Berechenbar nachvollziehbar
Wer sich da verfolgt fühlt hat
Andere psychische Probleme
So mahnte die Kanzlerin noch
Die Ministerpräsidenten dringend
Zu nötigen Maßnahmen ohne den
Üblichen Egoismus in Konkurrenz
Sie begriffen es wohl nur teilweise
Die Diskussion um das hier völlig
Unsinnige Beherbergungsverbot
Was Grenzen im Land zieht wie
Testkapazitäten unnötig bindet
Offenbart viel Uneinsichtigkeit
Solange die Infekte exponentiell
Wachsen ist alles Reisen asozial
Gehört aus allen Risikogebieten
Von alleine schon verboten
Verbietet sich mit etwas Vernunft
Wer es dennoch tut braucht nie
Staatlichen Schutz noch sondern
Sollte verantwortlich gemacht werden
Also persönlich dafür haften 
Wenn Gefahr so nah droht
Wachstum exponentiell ist
Damit unkontrollierbar wird
Geht es nicht um lokale Interessen
Sondern bundesweite Gefahren
Die eine klare Reaktion erfordern
Den Lockdown zu verhindern
Nur beweist die nervige Diskussion
Wie gut die Demokratie funktioniert
Haben inzwischen alle bemerkt
Nun könnte Merkel das nötige
Bitte schnell regeln um noch
Schlimmeres zu verhindern
Sonst geht es exponentiell weiter

jens tuengerthal 15.10.20

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Freitoddialog

Mit dem wunderbaren Dialog
Zwischen Plotin und Porphyrios
Seinem Schüler der Epikur nahe
In vielem auch stand während
Plotin in Nachfolge Platons steht
Enden die Opuscula Moralia
Jene düstere dialogische Operette
Auf die Moral und das Leben die
Der schon tragisch früh mit 39
Versterbende aber immer kranke
Giacomo Leopardi so weise wie
Genial mit 27 schrieb so das
Sein wie seine Normen so sehr
Hinterfragte dass kein Ausweg
Mehr möglich schien als sich
Verfrüht zu verabschieden um
Noch unübertroffen zu bleiben
Ob mangelndes Zutrauen dazu
Genügt weiter zu machen wäre
Angesichts des großen Opus des
Auch am zu vielen Lesen erkrankten
Genies wohl der Frage wert die
Gleich zum Thema der beiden
Philosophen führt die sich über das
Recht und den Grund zum Freitod
Angesichts des Jammers des Lebens
Auseinandersetzen und während der
Jüngere Porphyrios seinem Lehrer
Plotin zu beweisen versucht dass er
Gute Gründe hätte zu gehen gerade
Angesichts des Jammers der Welt
Wie dem was ihm bevorstände
Erläutert warum Platon irrte der
Die Drohung der Folgen des Freitod
Als Grund zur Angst entwarf um die
Menschen zur Ordnung zu mahnen
Welche angesichts des Schreckens
Den das Leben mit Schmerzen wie
Anderen Leiden ausübt unfair wäre
Was indirekt die christliche Hölle auch
Als alberne Drohung infragestellt damit
Geradezu revolutionär im 19. Jahrhundert
Im katholischen Italien noch war
Vielen bis heute vorkommt die sich
Immer noch icht vorstellen können
Dass nach dem Tod alles endet
Nichts mehr ist als Freiheit vom Leid
Darum aus Furcht vor Strafe weiter
Noch ihr Elend ertragen ohne eine
Perspektive warum der Himmel auch
Als weiterleben erfunden wurde um
In der realen Aussichtslosigkeit des
Elends der meisten diesen noch im
Erfundenen Jenseits zumindest
Eine Verbesserung zu versprechen
Die zwar keiner überprüfen kann
Warum sie auch fest glauben sollen
Im Glaube Sicherheit zu finden der
Doch nur jenseitige Angst verbreitet
So nimmt Porphyrios die Position des
Epikur ein der auch vertrat es sei gut
Aufrecht im rechten Moment zu gehen
Wenn es keine Perspektive mehr gibt
Allerdings bis dahin das gute Leben
Lieber mit Freunden in seinem Garten
Bei Brot Wein und Käse genießen wollte
Uns so versucht Plotin nach anfänglich
Moralischen Ermahnungen die nicht
Gegen die Entschlossenheit des
Freundes verfingen diesen zumindest
Mit Liebe zu ermahnen ihn doch nicht
Im realen Elend allein verlassen
Sich lieber gegenseitig beizustehen
In dem mühseligen Leben was doch
Gemeinsam erträglicher wäre und holt
Ihn damit da ab wo der am Leben längst
Verzweifelte steht um gemeinsam noch
Das Beste daraus zu machen worin auch
Eine Pflicht der Freundschaft bestünde 
Die alle Mühsal besser ertragen lässt
So wollen sie unter Freunden bleiben
Die auch nach ihrem Tod noch von ihnen
Gut reden werden in Erinnerung womit
Eine nicht transzendente Brücke über
Das Leben und ein Grund guten Handelns
In der Gegenwart eingeflochten wird der
Auf jede Erfindung verzichtet und in der
Freundschaft Grund zu Sein genug findet
Es gibt wohl viele gute Gründe auch am
Leben und der Quälerei zu verzweifeln
Doch gibt es auch manchmal noch einen
Zu bleiben den Freunden zuliebe womit
Die genialen oft todesnahen Texte des
Klugen und gebildeten Leopardi der ein
Lesender Fürst aus Überzeugung war
Einen wunderbaren Abschluss fanden
Es ist Unsinn das Elend der Welt wie
Der vielen Leidenden schön zu reden
Weder ist alles wunderbar noch steht
Uns wenn wir hier gut sind ein Paradies
Bevor sondern nur Nichts was aber
Aufzuschieben aus Freundschaft oder
Liebe doch manchmal noch lohnen kann
Wie auch das Ende großer Liebe immer
Grund genug sein kann zu gehen dann
Aber Freunde zu finden die einem sagen
Bleib damit wir es gemeinsam ertragen
Es so schön wie eben möglich machen
Ist ein wunderbares Ende denke ich
Der auch schon manches mal sehr nah
Diesen Gedanken so auch zurückfand
Warum auch diese Worte wieder denen
Geweiht sein ohne alles Übersinnliche
Die Grund genug zu bleiben gaben
Denn mehr als Nichts ist immer noch

jens tuengerthal 14.10.20

Liebesepos

Der Parzival als das große
Epos über Ritterlichkeit wie
Den heiligen Gral lag mir
Bisher immer eher fern auch
In seinem Weg zur Religion
Der den Atheisten nur nervte
Doch wie sehr verkannte ich
Welch großen Liebesepos
Wolfram von Eschenbach
Mit diesem Roman in Versen
Schuf der vor allem von den
Starken Frauen erzählt um
Parzival und Gawain wie
Ihrer Liebe und dem Weg
Der zu ihnen führt was sie
Zu welchen Handlungen
Mit weitreichender Wirkung
Verführte und wie sehr die
Liebe und ihre Irrwege alles
Bestimmt im Leben der Helden
Als Teil der Artusepik werden
Aventiuren nach Ritterart erlebt
Doch scheint der übliche Rahmen
Von Kämpfen und Abenteuern
Mehr das Mittel zu sein von
Liebe und Sex zu erzählen
Sind die emotionalen Prüfungen
Wichtiger als die Kämpfe der
Ritter um ihr Heldentum
Wenn der erst Narr Parzival
Durch emotionale Reifung
Im Gespräch mit dem Eremiten
Zum Gralsritter wird sind es
Stets Frauen die Gawain wie
Parzival reifen lassen wie die
Kraft des Bösen Klingsor der
Einst vom Gatten seiner Geliebten
Der Frau des Königs von Sizilien
In flagranti beim Sex ertappt
Kastriert wurde und dafür nun
Frauen gefangen hält die Gawain
Zu befreien sich durch das
Verzauberte Schloss des Herzogs
Welcher der Magier auch ist
Kämpfen muss was nach der
Überfahrt ins jenseitige Reich
Das neben der Welt also liegt
Gawains große Aufgabe wird
Als Retter der Frauen des
Impotenten Magiers mit seiner
Standhaften Manneskraft die
Am Schluss nur völlig erschöpft
Das Schild des Glaubens über
Sich hält als letzte feste Burg
Für das Geistige was nach
Allen eroberten Betten noch
Jenseits besiegter Löwen bleibt
Und so wird auch der ach so
Heilige Gral als Symbol für die
Ewige Jugend in der Wirkung
Zum Viagra des Mittelalters
An dem Ort an dem Ritter
Ihre Standkraft ganz nackt
Ohne jede Rüstung und Waffe
Beim nötigen zarten Minnedienst
Auch noch beweisen müssen
Im eben Ursprung der Welt
Was Christen nur des Reizes
Wegen auf den Kopf stellten
Weil verkehrt wie von hinten ist
Aber Delta der Venus bleibt
Wo sich im zusamnen Kommen
Erst wahre Liebe auch beweist
Und sich damit alle Kreise als
Vereinigung der Welt schließen
In der es jenseits aller Sagen
Um Lust und Liebe nur geht
Der Parzival handelt von nichts
Als großer Liebe und Sex
Verschlungen erzählt wie mit
Religion verbrämt aber doch
Bleibt die Liebe zu starken
Frauen die errungen sein wollen
Kern allen menschlichen Seins
Der Rest ist bloße Dekoration
Auch wenn wir tun als sei es
Genau anders herum und die
Magie nicht Teil der Natur
Die uns damit gern überlistet
Sogar Wiederholung noch so
Reizvoll zu finden wie beim
Alleresten mal was aber im
Schnee stapfend schöner ist
Als beim Sex meistens noch
Dafür im geteilten Gipfel das
Höchste Glück der Welt uns
Beschert für das zu sterben lohnt
Weil mehr ohnehin nicht mehr kommt
Wo kleiner Tod untertreibend scheint
Was himmlische Bilder vom Gral
Als geheimem Schlüssel dazu
Erst tiefgehend verständlich macht
Liebe und Lust zu teilen ist alles
Mehr kann nie sein aber wenn du
Eins zumindest genießt sei lieber
Bescheiden zufrieden der Weg ins
Paradies ist eng verschlungen
Unerwartet tut er sich auf wo du
Es am wenigsten erwartest noch
Doch tief versunken dann wird
Alles irdische miteinander erst
Zu höherer sexueller Weihe
Im perfekten Akt überschritten
Um nichts anderes geht es
Im Parzival als Sex und Liebe
Was mir doch nahe liegt

jens tuengerthal 14.10.20 

Dienstag, 13. Oktober 2020

Herbstwanderung

Wie bunt leuchtet wieder
Der Herbst an den Bäumen
Wie herrlich sind die Farben
Ein Leuchten wo die Sonne
Sie unter blau bescheint
Dezent herbstlich getönt
Wenn wie so oft bedeckt
Neues Leben und naher Tod
Nebeneinander wie zugleich
Auf kleiner Herbstwanderung
Vom Hansaviertel die Spree
Entlang den Berg hinauf alle
Spiele der Farben genossen
Leuchtend strahlend in der
Immer wieder Sonne gerade
Am Anfang wie Ende besonders
Dafür mild gedämpft inmitten
Unter mehr Wolken dort ist
Eine Herbstwanderung im
Hochrisikogebiet die beste
Form kontaktloser Fortbewegung
Und so immer ein bunter Genuss
Irgendwie zwischen den Welten
Sterbend erst erblühend wie viele
Wunderbare kleine Tode zeigt
Der Herbst uns alles was Leben
Kann in einer Jahreszeit als Königin

jens tuengerthal 

Herbstlicht

Herbstlicht ist klarer 
Trotz gelegentlich Nebel
Ist es wo himmelblau
Oben ein Traum unten
Keiner vergisst den November
Mit so wenig Licht überhaupt
Wenn Grau alles dominiert
Was Heine den traurigen Monat
In Deutschlands Wintermärchen
Noch nannte aber eigentlich eine
Typische Herbstgeschichte war
Die über Fürstenwilkür klagte
Heller und schöner scheint mir
Die Stadt in der Oktobersonne
Klarer und weicher zugleich
Höre im Hansaviertel deutlich
Den überall Verkehr aber
Sehe Natur und Beton am
Tiergartenrand versöhnt
Während das Grün sterbend
Noch wunderbar bunt wird
Wirkt das Blau sommerlich
Dachkanten spiegeln das Licht
Gleißender Sonne ganz nah
Es ist halt Herbst mehr nicht

jens tuengerthal 13.10.20