Donnerstag, 2. August 2018
A-L 0010
Die Sprache verroht im Lande
Wörter werden da missbraucht
Um andere zu diskriminieren im
Politischen Kampf der Ängste
Es geht gegen Ausländer häufig
Oder Politiker am Ende dann alle
Die als linksgrünversifft ihnen gelten
Eine andere Meinung vertreten
Hass und Todeswünsche sind längst
Alltag geworden wie Rassismus auch
Die Gegenseite wehrt sich selten zahm
Schubladendenken wurde längst Alltag
Sollte dieser Kampf toleriert werden
Als Ausdruck der Meinungsfreiheit
Muss öffentlicher Hass strafbar sein
Wer profitiert von der Toleranz noch
Wer das freie Wort bestrafen will
Schafft eine Kontrollgesellschaft
Wer dem Hass freien Lauf lässt
Verspielt seine Werte ohne Wehr
Soziale Netzwerke machen Worte
Immer zu öffentlich gesprochenen
Medien helfen dabei anzuheizen
Wer trägt wofür noch Verantwortung
Der Staat ist am besten wenn dezent
Um größtmögliche Freiheit zu sichern
Doch muss stark sein wo Schutz nötig
Menschen verletzt oder bedroht werden
Überall wo Personen also persönlich
Strafbar angegriffen werden muss er
Seine Bürger schützen das gilt auch
Für Worte gegenüber Amtsträgern
Der Ton der Debatte wird erst wieder
Zivil und friedlich wenn all diejenigen
Die Hass säen Konsequenzen fürchten
Nur um die Sache noch gestritten wird
Es geht nicht um die Schuld dabei
Egal ob Rechte oder Linke hassen
Beide sollten harte Strafen fürchten
Wenn Worte den Hass noch anstacheln
Wer andere beschimpft oder erniedrigt
Sollte sich dafür verantworten müssen
Um eine friedliche Kultur des Diskurses
Welche die Demokratie braucht zu sichern
Laissez Faire und Toleranz sind sehr gut
Solange es einen Konsens noch gibt
Fehlt die Möglichkeit der Verständigung
Braucht es einen klaren rechtlichen Rahmen
Strafbarkeit des öffentlichen Hasses wie
Schutz der Opfer auf beiden Seiten gibt
Den nötigen Rahmen freien Diskurses
Ihn muss der Staat wieder ermöglichen
Irgendwo in der Mitte liegt der gute Weg
Darauf wird sich die Mehrheit einigen
Der kategorische Imperativ ist dabei
Maßstab einer aufgeklärten Zukunft
Wo sich unsere Gesellschaft wieder
Auf Toleranz und Verantwortung besinnt
Werden die Extreme an den Rändern
Schnell still und überflüssig werden
Verständigung beginnt mit der Sprache
Darum müssen wir endlich auf sie achten
Die Menschen als mündige Bürger dann
Beim Wort nehmen gibt erst Verantwortung
jens tuengerthal 02.08.2018
Mittwoch, 1. August 2018
Verletzlich
Wer umfällt und sich verletzt
Stellt fest wie empfindlich er ist
Nur eine Kleinigkeit und Kratzer
Reißen aus gewohntem Alltag
Plötzlich gehen Dinge nicht mehr
Einfach so die vorher leicht fielen
Lächerliches bereitet Schmerzen
Macht damit auch nachdenklich
Bei zu heißem Wetter zu lange
Gelaufen und dann kurz vorm Ziel
Dumm hingefallen plötzlich blutend
Zeigte der Kreislauf mir Grenzen
Alles heilt und bleibt wohl folgenlos
Doch plötzlich merkst du sehr schnell
Wie verletzlich du eigentlich bist
Was alles schnell nicht normal ist
Nicht richtig greifen können ist lästig
Stellt ganz neue Herausforderungen
Vom Klo bis zur Bonbondose etwa
Becher wackeln wie bei den Alten
Dankbar und froh für Gesundheit
Werden wir meist erst wo sie fehlt
Dies bei Kleinigkeiten zu würdigen
Macht mich gerade sehr zufrieden
Glücklich aber ist in solcher Not
Wer dazu liebevoll gepflegt wird
Wie dankbar bin ich der Liebsten
Die sich rührend um mich kümmert
Wie schön und groß wird die Liebe
Wenn du irgendwie hilflos etwas bist
Wo der andere voller Liebe sich sorgt
Dir hilft und dich zärtlich dabei pflegt
Es ist nur eine Kleinigkeit eigentlich
Bin halt erschöpft dumm gestolpert
Aber sie zeigt mir etwas ganz Großes
Mit der zärtlichen Sorge meiner Liebsten
jens tuengerthal 01.08.2018
Lustgewinn
Gestern bin ich hingefallen
Dummerweise beim überqueren
Einer Straße mit Straßenbahn
Zum Glück gerade ohne diese
Heute habe ich ständig Lust
Auf meine wunderschöne Liebste
Aller Hitze und Verletzung zum Trotz
Fiel halt dabei auch auf den Kopf
Schöner als je scheint mir heute
Ihr schon immer perfekter Busen
Großartiger nur ist es überall in ihr
Wie könnte es auch je anders sein
Seltsam ist nur sie teilt meine Lust
Die bei mir offensichtlich verständlich
Obwohl sie nicht auf den Kopf fiel
Es eigentlich viel zu heiß dafür ist
So liege ich nackt vor dem Ventilator
Pflege meine vielen Wunden überall
Wie ein Ritter nach der Schlacht nur
Ohne Heldentum mit Dummheit dafür
Betrachte immer wieder meine Liebste
Die schöner mir scheint als jemals noch
Was ganz objektiv ist obwohl ich doch
Gestern auf den Kopf fiel und sie nicht
Vermutlich hilft mir die verbogene Brille
Mit den vom Asphalt zerkratzten Gläsern
Sie endlich in voller Schönheit zu sehen
Oder ich bin einfach dankbar und glücklich
Was immer es sein mag was uns beide
Aller Hitze und Verletzungen zum Trotz
Immer wieder so geil aufeinander macht
Genieße es ohne viele Worte für mich
Die Hitze ist so gesehen ein Lustgewinn
Für sie für mich wie für uns miteinander
Umgekehrt zur realen Erschöpfung steigt
Leicht bekleidet die Lust auch aneinander
jens tuengerthal 01.08.2018
A-L 0009
Dürreklage
Bauern klagen über Dürre
Die Landwirtschaft verursacht
Wollen zusätzliche Mittel noch
Zum schon nur geförderten Dasein
Ist das kluges Marketing einfach
Oder bloß geschulte Klientelpolitik
Wenn der Verursacher des Unglücks
Als erstes laut um Hilfe schreit
Keine Klagen kommen übrigens
Von den ökologischen Landwirten
Die nachhaltig wirtschaften statt
Felder mit Gülle zu verwüsten
Was Aufklärung ist wissen wir seit
Kant uns lehrte selbst zu denken
Als einzig vernünftige Befreiung
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit
Wer wird dies Wissen zukünftig den
Bauernverbänden vermitteln können
Denn Massentierhaltung braucht nie
Staatliche Hilfe sie schafft erst Dürre
Wer ein Problem nachhaltig lösen will
Sollte sich mit der Ursache beschäftigen
Statt den Verursacher zu versorgen
Sagt dem Denkenden alle Vernunft
jens tuengerthal 01.08.2018
Montag, 30. Juli 2018
Hitzelust
Leicht bekleidet in der Hitze
Steigt die Lust dazu parallel
Auch wenn die Umsetzung
Noch schöner Traum bleibt
Ein Traum von kühlen Nächten
In denen sich Körper aneinander
Reiben ohne zu zerfließen außer
In der Mitte wo sie so sollen
Wie zärtlich schön aber ist es
Gemeinsam davon zu träumen
Die Folgen dann zart zu erfühlen
Um sich auf später zu vertrösten
Größerer noch als die äußere Hitze
Wird da das innere Glühen voll Lust
Bis die Vorfreude die Zweifel besiegt
Sich schwitzend gestreichelt wird
Dann wird der Ventilator zum Helfer
Der zerfließenden Lust die doch lieber
Kein Fenster zum Hof schließen möchte
Technik hilft uns der Natur zu folgen
So träume ich schreibend gekühlt noch
Von der großen geteilten Lust später
Wenn der kühle Abendhauch nicht nur
Ein Traum in heißer Sommernacht ist
Sich bei jedem Wetter zu begehren
Kündet von der Größe unserer Lust
Davon genussvoll nun nur träumen
Im Wissen geteilten Lebens ist Liebe
jens tuengerthal 30.07.2018
A-L 0008
Gutes tun
Gutes tun scheint uns gut
Wer Menschen rettet tut
Logisch anscheinend Gutes
Ist diese schlichte Gleichung
Aktivistischen guten Willens
In Zeiten der Flucht noch gültig
Wer rettet rettet was gut ist
Wenn sonst gestorben würde
Außer es tötete logisch mehr
Wer Signale der Hoffnung sendet
Ohne eine Perspektive zu haben
Handelt mindestens verantwortungslos
Es gibt keine Pflicht zur Rettung
Noch weniger dabei Sicherheit
Notfälle sollen es immer bleiben
Wer retten will braucht Sicherheit
Eine langfristige Perspektive hier
Wo immer weniger teilen wollen
Wer Signale der Hoffnung sendet
Wird zum Helfer der Schlepper
Ist Mittäter des vielfachen Todes
Helfer folgen ihrem Gewissen
Staaten und Gesetze sind egal
Sie meinen ja sie würden helfen
Aufklärung aber heißt logisch
Befreiung aus der Unmündigkeit
Die selbstverschuldet dabei war
Wer nur im Moment handelt wird
Langfristig logisch verantwortungslos
Handelt nicht sittlich sondern naiv
Europa politisch zu überfordern
Ist mindestens riskant eher gefährlich
Wer das riskiert provoziert Unfrieden
Die Basis der guten Taten verspielen
Führt logisch zum bodenlosen Untergang
Diese Retter sind naive Gefährder
Wer Gutes verantwortungslos tut
Gefährdet mehr als je zu retten
Es geht tatsächlich um Leben
jens tuengerthal 30.07.2018
A-L 0007
Rasselogik
Menschen gleichen sich in mehr
Als wir je unterscheiden können
Rassenlehren sind einfach Unsinn
Trotzdem unterscheiden wir gern
Wollen anders behandelt werden
Nach je Aberglaube oder Vernunft
Die einen wollen sich gern integrieren
Andere schon immer lieber separieren
Was eint Türken Bayern Katalanen
Wie unterscheiden sich überhaupt
Juden Christen und Muslime von
Atheisten außer im Aberglauben
Rasse hat keine Logik an sich
Sie dient nur der Unterscheidung
Von natürlich wesentlich gleichem
Deutsche und Franzosen waren einst
Erbfeinde auch auf den Schlachtfeld
Was brachte sie wieder zusammen
Katholiken und Protestanten bekriegten
Sich schlimmer als Muslime bis heute
Vor gut 400 Jahren begann es hier
Wie kann ich heute noch gut leben
Ohne anderen und mir zu schaden
Wo beginnt Verantwortung für uns
Der kategorische Imperativ kennt
Keine Rasse und keinen Glauben
Dafür Mut zu voller Verantwortung
Habe Mut vorher zu denken statt
Schuld bei anderen zu attribuieren
Bei Gleichheit und Unterscheidung
jens tuengerthal 30.07.2018
Hitzehaiku
Von grosser Hitze
Schreiben ohne zu schwitzen
Eher unmöglich
Ventilatoren
Drehen sich desto schneller
Je langsamer wir
Gibt es Vorteile
Oder leiden wir lieber
An unsrer Natur
Im Winter suchen
Menschen Saunen dazu auf
Was Sommers umsonst
Sommerhitze lässt
Alles ungefragt fließen
Genießen ist Kunst
Klebrig sich fühlen
Wenn atmen allein erschöpft
Foltert Bewegung
Dagegen hilft es
Immer stiller zu stehen
Erholung aus nichts
Wer nun Langsamkeit
Als Ideal erkannte
Überlebt besser
Dabei auch bleiben
Nach der Sommerhitze hilft
Glücklich zu leben
jens tuengerthal 30.07.2018
Samstag, 28. Juli 2018
Regenlauschen
Nach der großen Hitze endlich
Dem Regen lauschen macht so
Erleichternd wunderbar glücklich
Der Donner dazu meine Musik
Gleichmäßig summt der Ventilator
Doch die Tropfen draußen haben
Längst sein Brummen hier übertönt
Dunkel wurde es unerwartet früh
Sehe die Liebste vorm Fenster stehen
Noch angemessen spärlich bekleidet
Zeigt sie ihre wunderbaren Rundungen
Passend zum traumhaften Sommerregen
Wind wogt in der Krone des Baums im Hof
Große Tropfen pladdern auf die Fensterbank
Selig lauschen wir dem endlich Regen lange
Schöner wäre es nur in ihrem Feuchtgebiet
Der Duft von Regen weht feuchtwarm
Durch die offenen Fenster sanft hinein
Glücklich wer dies Glück genießen kann
Selig wohl wer es liebend dabei tut
Dunkel grollt der Donner nun über uns
Kaum Zeit vergeht seit dem letzten Blitz
Mitten im Unwetter bist du am Höhepunkt
Was mehr könnte Leben uns noch sein
jens tuengerthal 28.07.2018
Freitag, 27. Juli 2018
Mondblut
Den Blutmond konnte jeder sehen
Nur ich erlebte ihn mit der Liebsten
Auch wenn Tausende im Mauerpark
Mit uns waren blieb es mir einmalig
Einen irgendwie roten Mond sehen
Der hinter Häusern rund auftaucht
Wäre kaum erwähnenswert mir hier
Doch besonderes mit ihr ist es erst
Schwitzend in schwüler Nachthitze
In einer großen Menge eng stehen
Würde ich lieber nicht gewollt haben
Allein ihre Gegenwart macht es toll
Irgenwann sagen wir uns vielleicht
Schatz weißt du noch der Blutmond
Als wir uns dort im Gedränge küssten
Wie schön es darum trotzdem war
Der Blutmond ist mir relativ egal
Unsere Liebe auch dabei aber
Macht auch diese Nacht für mich
Unvergesslich schön für immer
jens tuengerthal 27.07.2018
Donnerstag, 26. Juli 2018
B to B
Von Berlin nach Brandenburg
Mit der Liebsten geradelt
Durch Felder Wiesen Wälder
Zum endlich doch Gorinsee
Glücklich am See schließlich
Ihre vollkommenen Rundungen
In schönster Natur bewundert
Hügellandschaft mit Feuchtgebiet
Viele Stunden erschöpft hin und her
Für einige nur ganz ohne am See
Scheint hoher Aufwand bei Hitze
Und wäre für einen Blick alles wert
Allergie geplagt vermeintlich schon
Halb erstickt lässt ein Bad alles Elend
Vergessen was unerträglich schien
Zauberkraft des Wassers wohl
Doch wieviel schöner noch wird es
Wenn aus eiszeitlicher Landschaft
Heiße Hügel sichtbar sich erheben
Mit einer Ahnung von Vollkommenheit
Zurück fuhren die Bücherliebhaber
An Buch vorbei durch den Wald den
Pankeradweg immer durch Pankow
Zu dem auch viel Ländliches gehört
jens tuengerthal 26.07.2018
Dienstag, 24. Juli 2018
Lippenblick
Gedanken in heißer Sommernacht
Während du mir gegenüber
Liegst blicke ich auf deine
Lippen die ich dir oh Liebste
Am liebsten wieder küsste
Sehe sie nur halb geschossen
Wie feuchter Saum sie umspielt
Vielleicht Lust sie schwellen lässt
Unter dem Tau dieser Nacht
Zu heiß ist's noch sich zu rühren
Beobachte ich still erregt dichtend
Sehe äußere über den vorwitzigen
Inneren vom letzten Schaum bedeckt
Das aufrechte Lächeln dieser Lippen
Um die auch der Dame Bart besser steht
Lässt von der Lust kühlerer Nächte träumen
Voller Sehnsucht still im heißen Sommer
So schaue ich versonnen schwitzend
Auf deine schönsten Lippen der Welt
Die mir ein tiefes Universum längst sind
Ohne Angst vor schwarzen Löchern
Wie gerne flöge ich nun tief in dir
Durch mein mir über alles All um
Sich miteinander in Öffnungen zu
Verlieren als Quelle meiner Energie
Unendlich groß ist unser Universum
Jeder Höhepunkt mit dir ein Urknall
Oben stehen schon die Sterne unten
Längst vögeln wir uns überall
jens tuengerthal 24.07.2018
Erdoumgarnung
Bin entschieden gegen Rassismus
Özil anzufeinden weil er Türke ist
Bleibt rassistisch und darum falsch
Bin entschieden gegen jede Diktatur
Auch wenn sie Opfer unterstützen
Erdogan unterstützen bleibt falsch
Bin entschieden gegen allen Missbrauch
Auch wenn er nur sprachlich vorkommt
Rassismus als Keule schadet allen
Bin unbedingt für mehr Gerechtigkeit
Darum soll jeder behandelt werden
Wie es seiner Verantwortung entspricht
Rassisten sollen benannt werden
Rassismus soll bestraft werden
Diktatoren sollen so genannt werden
Diktatur nicht verharmlost werden
Die Affäre Özil wäre nie entstanden
Hielten sich alle Beteiligten daran
Stattdessen unterstützen viele Erdogan
Die nur gegen Rassismus sein wollen
So umgarnt der Diktator Erdogan viele
jens tuengerthal 24.07.2018
Glücksfund
Frauen gibt es viele
Mit langen Haaren einige
Perfekte Figur manchmal
Bücherliebhaberinnen 25%
Geist dazu schon seltener
Die Kommen können 10%
Mit denen ich kann Promille
Die ich immer riechen kann
Vermutlich noch kaum eine
Welche mir immer schmeckt
Vielleicht noch zwei oder drei
Die mich Idioten liebt eine
Hab ich da noch die Wahl
Oder ist alles gut so
Frag ich mich nicht
Genieße lieber
Was sich fand
Welch Glück
Einmalig
jens tuengerthal 23.08.2018
Montag, 23. Juli 2018
Rassismusvorwurf
Özil nennt den DFB rassistisch
Weil dieser ihn aufgrund seiner
Herkunft diskriminiert haben soll
Kann diese Aussage wahr sein
Rassismus ist Diskriminierung die
Auf Herkunft oder Glaube abzielt
Rassistisch wäre Özil als Türken
Oder Muslim darum zu kritisieren
Die Kritik am ehemaligen Spieler
Bezog sich auf sein Verhalten als
Nationalspieler gegenüber Erdogan
Wie die Reaktion auf Kritik daran
Fraglich wäre ob Türken genau so
Auf Erdogan reagieren müssen
Oder damit als Türken in ihrer so
Identität verletzt werden würden
Etwa 20% der Türken unterstützen
Erdogan und seine AKP dazu kommen
Weitere 30% die abhängig von ihm sind
Es muss kein Türke für Erdogan sein
Im Gegenteil etwa die Hälfte ist sogar
Gegen den autoritären Herrscher dort
Diese alle werden durch Özils Aussage
Auf rassistische Weise diskriminiert
Vorliegend liegt kein Kriterium vor
Dass auf Rassismus hindeutet
Seitens des DFB dafür könnte aber
Der Vorwurf Özils rassistisch sein
Die Deutschen werden von ihm als
Rassistisch qualifiziert weil einige
Sich ihm gegenüber so verhielten
Womit eine Gruppe diskriminiert wird
Özil könnte aufgrund der fehlenden
Verteidigung durch den DFB dazu
Moralisch berechtigt gewesen sein
Was eine Rechtspflicht voraussetzt
Der DFB muss als Verband für seine
Spieler öffentlich einstehen sie schützen
Dass sie aufgrund ihrer Rolle diskriminiert
Werden was er sträflich versäumte
Wie beurteilen wir einen Sachverhalt
In dem alle Beteiligten den Schaden
Gemeinsam verursachten langfristig
Besser als irgendwie salomonisch
Das Kind um das zwei Mütter stritten
Wollte er teilen um die wahre Mutter
Am Gefühl zu erkennen was weise war
Sich heute aber wohl logisch verbietet
Wir können nun weder Özil teilen
Noch den DFB gleichsam halbieren
Um der Wahrheit näher zu kommen
Am Ende bliebe keiner dabei übrig
Wem die Gewalt des Richters fehlt
Dem bleibt allein Kraft des Geistes
Eine weise Lösung noch zu finden
Die beiden und allem gerecht wird
Enthalte mich darum jeden Urteils
Muss nicht wissen was wahr ist
Lache lieber laut über alles bis
Eines Tages Gras darüber wächst
jens tuengerthal 23.07.2018
Zurücktritt
Özil tritt zurück
Özil trat zurück
Der Tritt traf den DFB
Der Rücktritt das Team
Sein Rücktritt blamiert alle
Der Tritt kam rechtzeitig
Er trat aufrecht zurück
Andere werden müssen
Seine Tat war nur unklug
Die Folgen beschämend
Rassismus als Rücktrittsgrund
Muss Konsequenzen haben
Sieger im moralischen Duell ist
Wer seine Fehler andren anhängt
Verlierer sind irgendwie alle nun
Es geht um Politik statt Fußball
jens tuengerthal 22.07.2018
Freitag, 20. Juli 2018
Gedenkperspektive
Dem Attentat von 1944 wieder
Um Attentäter der Ehre wegen
Künftig auch noch zu erinnern
Sie wollten Hitlers Regime stürzen
Dem Morden ein Ende bereiten
Einen Vernichtungskrieg beenden
Als es bereits damit zu Ende ging
Manche meinen sie kamen zu spät
Andere loben lieber das überhaupt
Sicher ist sie erreichten eher nichts
Als eine Potenzierung des Mordens
Die Größe der Gruppe zeigte uns
Es gab tatsächlich einen Widerstand
Gegen das Unrechtsregime Hitlers
Was Deutschland Zukunft auch gab
Dönhoffs publizistisches Bemühen
Für der Freunde und Vettern Ehre
Gab auch der Bundeswehr eine
Zumindest nahm die sie gerne an
Was aber ist die Perspektive heute
Während radikale Kräfte erstarken
Von Russland finanziell gefördert
Gedenkt die Mitte milde der Täter
Menschen wünschen heute wieder
Flüchtlingen und Politikern den Tod
Wie die Attentäter Hitler töten wollten
Oder sind die Mörder der Mörder gut
Die Kreisauer dagegen lehnten es ab
Moltke zumindest bezweifelte ob es
Nicht die Dolchstoßlegende stärkte
Während Yorck sich dafür aussprach
Kann die Demokratie durch Terror je
Befreit und erhalten werden oder nie
Weil nichts taugt was unrecht doch ist
Den Rechtsstaat wieder zu befreien
Während Pegiden Angst beschwören
Die Gewalt im Diskurs stets zunimmt
Fragt sich was das Land heute braucht
Um künftig in Frieden auch zu leben
Ein Bayer spielte gerade fast Krieg
Gegen unsere friedlichere Kanzlerin
Sie gewann wohl die Schlacht durch
Abwarten ohne große Zugeständnisse
Weiß nicht ob Gewalt richtig sein kann
Mord je ein legitimes Mittel im Kampf ist
Wenn Gedenken wieder daran erinnert
Sich diese Frage zu stellen ist es gut so
Tresckow versuchte schon über Jahre
Den Terrorstaat zu beenden wollte sich
Zur Sicherheit mit ihm gemeinsam töten
Was wie so vieles auch nicht glückte
Handelt etwa moralisch legitimer wer
Sein Leben im Kampf dabei riskiert
Oder bleibt doch jeder Mord fragwürdig
Nach dem kategorischen Imperativ
Abstrakt lässt sich leicht debattieren
Im Krieg fallen Entscheidungen schwer
Da geht es um mehr oder weniger mehr
Als um grundsätzliche Fragen dabei
Lehne die Todesstrafe als Verbrechen
In jedem Fall ab und nenne alle Staaten
Die sie vollziehen Schurkenstaaten weil
Unwiderrufliche Disposition illegitim ist
Darum halte ich auch dies Attentat
So sehr es mit Hitler den Richtigen
Getroffen hätte für moralisch falsch
Nach den Prinzipien Kants logisch
Weiß nicht ob ich damit Recht habe
Ob nicht in dem Fall eine Ausnahme
Gelten muss wie beim Prozess gegen
Den banal bösen Eichmann ebenso
Darüber heute wieder nachzudenken
Sich alle Jahre danach zu fragen aber
Scheint mir in Zeiten der Radikalisierung
Wichtiger als die eine sichere Antwort
Dieses Bedenken ist das wertvolle
Am Gedenken des 20. Juli für mich
Es hat eine Perspektive für uns alle
Die wieder vor der Frage nun stehen
Sollen wir sterben lassen im Mittelmeer
Müssen wir retten oder gerade nicht um
Keine mörderische Perspektive zu geben
Gibt es eine Pflicht dazu einzugreifen
Dürfen wir Terroristen mit Drohnen töten
Auch den Tod anderer dabei riskieren
Um eventuell Attentate zu verhindern
Oder bleiben Mörder immer Mörder
Fragen die sich auch die Attentäter
Vor dem 20. Juli stellten und lange
Diskutierten ohne eine Gewissheit
Für den wahren Weg zu finden
Dies zu erinnern und darüber heute
Mehr und weiter zu reden ist wichtig
Um künftig moralischer zu handeln
Was weiß ich schon was richtig ist
jens tuengerthal 20.07.2018
Mittwoch, 18. Juli 2018
Moraldiktat
Böse ist wer da Fragen stellt
Wenn viel mehr Moral herrscht
Als Vernunft je vorhanden war
Menschen in Seenot helfen ist gut
Außer ich gefährde damit noch mehr
Als ich demonstrativ je retten kann
Stifte also nur unheilbar damit an
Was könnte nachhaltig dort helfen
Wo Hilfe nötig ist und was schadet
Ländern in Not mehr als helfen kann
Wo profilieren wir uns nur selbst
Vergleichen wir Europa und Afrika
Sehen wir eine vielfaches an Fläche
Die der Süden mehr hat gegenüber
Vielfachem Reichtum im Norden
Wenn darum die Menschen dort
Gen Norden wandern um auch
Am Reichtum teilzuhaben stößt
Dies auf natürliche Grenzen
Wer an Lösungen denkt wird
Mehr in Afrika investieren statt
Menschen zur Flucht zu raten
Oder Helfer dabei zu unterstützen
Menschen in Not brauchen Hilfe
Vor Ort oder bevor sie überhaupt
In See stechen um in Seenot dann
Vielleicht noch gerettet zu werden
Europa braucht gemeinsame Regeln
Für Zuwanderung und Asyl um auch
Künftig mit einer Stimme zu handeln
Statt darüber sich zu zerreißen
Von einer Stärkung der Extremisten
Profitiert keiner der Beteiligten außer
Jenen die von der Angst allein leben
Nur sie stärken Streit und Hass
Investierten wir all die Gelder sicher
An Krisenorten für Frieden die wir
Längst zur Sicherung der Grenzen
Aufwenden ginge es allen besser
Menschen retten ist ganz toll
Wer alles dafür tut handelt also
Sehr menschlich normalerweise
Außer es sterben mehr dadurch
Wer wirklich Menschen retten will
Muss Krisen langfristig lösen wollen
Mehr Sicherheitszonen vor Ort bieten
Kein Geschäft mehr für Schlepper
Europa könnte dort Land erwerben
Auf dem Flüchtlinge versorgt werden
Ohne in Seenot geraten zu müssen
Lager mit diplomatischen Status
Wer als Flüchtling nach Europa kommt
Wird immer wieder zurückgebracht
Womit sich Flucht nicht mehr lohnte
Menschen werden vor Ort versorgt
Kleinteilige Hilfe zur Selbsthilfe
Als Basis für den Aufbau von dann
Langfristig nachhaltigen Strukturen
Rettet mehr als Alibi-Schiffe im Meer
Gut ist wer mit Plan Menschen hilft
Statt planlos Katastrophen weiter
Durch falsche Mildtätigkeit zusätzlich
Am falschen Ort noch zu vergrößern
Erste Hilfe war menschlich verständlich
Sie hat mehr Schaden verursacht auch
Im politischen Europa darum ist es Zeit
Nachhaltig vernünftig dafür zu handeln
Die Aufklärung ist ein Kind Europas
Sie fordert die Befreiung zuallererst
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit
Handeln wir also entsprechend endlich
Statt immer mehr Menschen ohne
Perspektive zur Flucht zu verführen
Sollten wir vernünftiger handeln statt
Falsche Moral anderen zu diktieren
Wer weiter Menschen im Mittelmeer
Möglichst professionell rettet um so
Eine Fluchtperspektive zu geben
Handelt nachhaltig unverantwortlich
Mehr Hilfe vor Ort und klarer Druck
Lager Europas wo Hilfe nötig ist
Einwanderung nur nach Kontingent
Wäre Klarheit ohne moralische Lügen
Eigentlich wäre es ganz einfach
Wagte nur jemand endlich es so
Deutlich ohne Richtung zu sagen
Die eine Seite moralisch verurteilt
jens tuengerthal 18.07.2018
Montag, 16. Juli 2018
Trumpdeal
Trump nennt sich der Dealmaker
Hält sich für genial und begabt
Darum gibt er seinen Beamten
Schuld am Problem mit Russland
Beamten die inzwischen bewiesen
Russland beeinflusste die Wahl
Damit Trump wunschgemäß auch
Präsident tatsächlich wurde
Er beschimpft seine Verbündeten
Stellt May in höchster Not noch bloß
Ließ sogar die Queen noch warten
Versteht sich super mit Putin
Putin leistet dafür überhaupt nichts
Bedankt sich beim großen Dealmaker
Für sein Entgegenkommen für nichts
Belässt es bei hohlen Formeln
Nie blamierte ein Staatsmann die USA
Nach außen wie innen so sehr allein
Völlig unvorbereitet kam er mal wieder
Geht erwartungsgemäß mit leeren Händen
Russlands als Großmacht damit gestärkt
Amerika blamiert und hilflos dagegen
Fragt sich wo künftig die Freiheit wohnt
Die der Westen einst verteidigen wollte
Der Dealmaker hat sein Land verkauft
Von Werten hatte er nie eine Ahnung
Was bleibt übrig vom früher Westen
Wenn Amerika verrückt geworden ist
jens tuengerthal 16.07.2018
Gipfelruh
Über allen Gipfeln sei Ruh
Zu ihren Zipfeln kein Wort
Wer sich gern überschätzt
Hinterlässt nur noch Wüste
Der Anscheinsbeweis vollen
Haupthaars verweht gegen
Reale Potenz eisiger Glatze
In Populismus ohne Bildung
Die Treffen älterer Herren
Huldigen mehr diesen nur
Als egal welcher Sache zu
Dienen sind überflüssig
jens tuengerthal 16.07.2018
Sonntag, 15. Juli 2018
Weltkleister
Einer gewinnt am Ende
Muss nicht gerecht sein
Spannend war es dafür
Der Verband ist mafiös
Schiedsrichter entscheiden
Auch nach dem Gefühl
Millionen waren begeistert
So gleicht der Fußball auch
In seiner Welt der übrigen
Manches ist ungerecht
Am Ende gewann halt einer
Alles ist ein großes Geschäft
An dem die Großen verdienen
Während andere nicht mitkamen
Es bleibt die Illusion des Spiels
Die Hoffnung jeder könnte mal
Gewinnen kleistert die Welt noch
Irgendwie zusammen bis zum
Nächsten mal in der Wüste
Solange genug dafür bezahlen
Für die Hoffnung alles geben
Gehen die Spiele immer weiter
Nicht Sinn aber Kleister ists
Sinn gibt und braucht es nicht
Freuen wir uns dafür am Spiel
Hatten wir zumindest Spaß dabei
Den Weltkleister zu erleben
jens tuengerthal 15.07.2018
Samstag, 14. Juli 2018
Erfüllungsglück
Nackt auf dem Bett legen
Die Liebste lustvoll hören
Wie sie nebenan abwäscht
Sich am miteinander freuen
Erfüllt vom schönstem Glück
Dem Wissen geteilter Liebe
Werden Kleinigkeiten groß
Liegt im Dasein allein alles
Wissen ganz bald kommt sie
Die Schönste zu und mit mir
Ist mir Erfüllung in Gedanken
Was mehr könnte es geben
jens tuengerthal 14.07.2018
A-L 0006
Büchertempel
Gläubige haben Tempel als Heimat
Dort streben sie nach höherem Glück
Leser bevorzugen Bibliotheken dafür
Als Tempel menschlichen Geistes
Bücher sind den Lesern ein Himmel
Nur lesen sie in ihm statt zu glauben
Auch Gläubige verehren ihre Bücher
Doch stets um des Höheren willen
Wie gerne gehe ich als Leser immer
In schöne Büchertempel um zu lesen
Was mir das Höchste scheint was ich
Als Mensch ohne Gott erreichen kann
jens tuengerthal 14.07.2018
A-L 0005
Bildungstrieb
Wenn Aufklärung erst Befreiung ist
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit
Es auf den Mut zu denken ankommt
Fragt sich was diesen geben kann
Angst haben wir vor dem Unbekannten
Vernunft und Aufklärung helfen dagegen
Bildung ist der Schlüssel zur Freiheit
Vor aller Furcht der Unwissenden
Wilhelm von Humboldt trug das Ideal
Der Freiheit durch mit und der Bildung
In das geistig noch so unfreie Preußen
Schuf damit Wurzeln Berliner Freiheit
Der Trieb zur Bildung als Teil der Natur
Gefördert durch das freie Denken erst
Wird evolutionär besser entwickelt als
Je eine Revolution Menschen brachte
Darum braucht Aufklärung immer Zeit
Dabei mehr Geduld für den einzelnen
Als Ungeduld zum Guten geben will
Es erkennt nur was wer sich erkennt
jens tuengerthal 14.07.2018
Donnerstag, 12. Juli 2018
A-L 0004
Ist Aufklärung logisch feministisch
Oder nur soweit es Frauen betrifft
Niemals allein weil humanistisch
Eigentlich eine reine Männersache
Modisch wäre die Aufklärung wohl
Würde sie sich feministisch nennen
Huldigte dem Zeitgeist angemessen
Historisch bliebe es eher Unsinn
Bis auf Olympe de Gouges gibt es
Keine Feministin der Aufklärung
Männer dachten die Freiheit neu
Ohne an Frauen dabei zu denken
Es gab einige Damen an Universitäten
Wenige an der Macht wie Katharina
Maria Theresia zählt eher weniger dazu
Wie um die Pariser Salons herum
Verstehen wir Aufklärung kantisch
Als Befreiung aus selbstverschuldeter
Unmündigkeit sieht es eingeschnürt
Ins Rockoko Korsett noch übler aus
Menschenrechte einerseits erklären
Sklaven andererseits noch zulassen
Frauen haben keine eigenen Rechte
Männer entscheiden alles unter sich
Die Aufklärung war bis auf die eine
Nie feministisch aber immer dafür
Humanistisch für Menschen gesinnt
Was vollständiger bis heute erscheint
So mag der Geist der Aufklärung heut
Vielen unmodisch gar chauvinistisch
In Zeiten des Feminismus erscheinen
Fraglich was von der Freiheit bleibt
Vielleicht fragten wir besser weniger
Nach dem was Geschlechter trennt
Als was die Menschlichkeit fördert
Um miteinander glücklich zu sein
jens tuengerthal 12.7.2018
Mittwoch, 11. Juli 2018
Geisternebel
Eine Bücherwarnung
Kant für die Romantik zu nutzen, schien mir nach dem Besuch der Ausstellung Wanderlust sehr reizvoll und so erwarb ich dort in der Alten Nationalgalerie den Band Kants Wanderung über das Nebelmeer, der zwischenzeitlich sogar ausverkauft war Begeistert stürzte ich mich in die Lektüre und freute mich, eine neue Seite des Königsbergers kennenzulernen.
Aber was für eine Enttäuschung. Beispielgebend dafür auch die Ballade auf Kants Denken im Abschluss, die bestenfalls an eine niveaulose Büttenrede erinnert mit schlechtem Reimen zu billigen Versen ohne geistigen Gehalt deren Metrik schon auf einer Karnevalssitzung nur noch für Scham sorgte.
Schon das Vorwort hatte den Verdacht geweckt hier völlig daneben gegriffen zu haben, wenn der Neue Welt Verlag sich und den esoterischen Brückenschlag lobt mit dem Kant endlich für Gläubige dienlich gemacht wird.
So geht es im Essay weiter. Ohne philosophisches Niveau oder Strenge und Logik in der Argumentation wird gemutmaßt und mit viel Bauchgefühl mehr unterstellt als argumentiert.
Es ist ein Text für Gläubige, die Bestätigung in ihrem egal wie Aberglauben suchen. Das hat nichts mit Kant zu tun, sondern verkehrt den Autor der Träume eines Geistersehers in sein Gegenteil.
Es ist nicht Aufklärung, die hier betrieben wird, sondern eine Form geistiger Vernebelung. Wo nach Kant Aufklärung die Befreiung des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit ist, die den Mut erfordert, selbst zu denken, wirft Gregor Bernhart-Königstein in seinem Essay nur Nebelbomben von geringem Niveau, die noch dazu mit schlechten Reimen gekrönt werden.
Damit liegt ein Fall von Missbrauch vor, gegen den leider keine Strafanzeige erfolgreich wäre, weil auch solcher Unsinn mutmaßlich von der Freiheit der Kunst gedeckt wäre, was eine der Freiheiten ist, die wir Kants Mut verdanken, frei zu denken gegen solche religiösen Nebelwerfer wie sie sich wohl um den Neue Welt Verlag sammeln.
Wer Kant zum Diener der eigenen Esoterik und des Aberglaubens macht, also denjenigen, der Ethik und Moral endgültig von Gott befreite, hat den Königsberger offensichtlich nicht verstanden. Vor der Lektüre dieser Träume eines Geistersehers ist zu warnen.
Wer denken lernen will, lese lieber Kant statt solche Essays, die einzig zum Geist der Romantik noch passten, wären sie nicht sogar dafür handwerklich zu niveaulos und schlecht. Ein Werk vor dem zu warnen ist, weil es nur verklärt und Dummheit mehrt.
jens tuengerthal 11.07.2018
Sonntag, 8. Juli 2018
Glücksgröße
Wie groß ist das größte Glück
Woran wollen wir es messen
Mit was wäre es vergleichbar
Gibt es einen tauglichen Maßstab
Kenne keinen Maßstab für alle
Nichts was jedem gefallen würde
Weiß nur was mich glücklich macht
Aber auf was mehr kommt es an
Habe die beste Frau der Welt für mich
Was ganz fraglos mein größtes Glück ist
Müsste ich sie teilen minderte es meins
Auch wenn es dann alle sicher wüssten
Sie ist in allem und in jeder Lage immer
Die Beste ganz objektiv für mich sicher
Darüber muss ich mit niemand streiten
Bin mir dessen und ihrer ja gewiss
So behalte ich mein wunderbares Glück
Etwas geizig wohl ganz für mich allein
Schreibe nur darüber damit alle wissen
Wie groß das größte Glück wirklich ist
Guter Sex ist sicher ein großes Glück
Nie selbstverständlich im Gegenteil
Doch Liebe erst gibt der Lust Dauer
Gepaart mit Geist ist es größtes Glück
Alles in einer haben ist immer mehr
Als sich stückweise sein Glück suchen
Darum bleibe ich lieber immer dabei
Besser und mehr gibt es nicht mehr
jens tuengerthal 08.07.2018
Dienstag, 3. Juli 2018
Beständigkeitssiege
Der Blitzkrieg, wie Hitler ihn mit der deutschen Wehrmacht führte, war zunächst sehr erfolgreich und nahm ganz Europa für sich ein. Bestand hatte dieser Erfolg aber keine fünf Jahre bis zum völligen Untergang, den kaum ein großer Nazi überlebte und wenn doch bald hingerichtet wurde - das Unternehmen Blitzkrieg war also auf ein Menschenleben betrachtet nicht erfolgreich, auch wenn es weniger Opfer forderte als vorherige Stellungskriege, kostete es im Ergebnis mehr Opfer als jeder Krieg zuvor.
Gandhi sagte immer das gleiche gegen die britische Besatzungsmacht, erhob nicht einmal die Waffen, nachdem er als Rechtsanwalt aus Südafrika zurückgekehrt war, tat eher nichts, stiftete nur durch sein Vorbild zum zivilen Ungehorsam an und war damit auf Dauer siegreich, dahingestellt ob die Teilung des indischen Subkontinents in einen muslimischen und einen hinduistischen Teil in seinem Sinne war, doch wurde er ein Jahr nach dem friedlich errungenen Sieg gegen die britische Kolonialmacht von einem fanatischen Hindu getötet.
Historisch gibt es in Schlachten endlos viele Beispiele für die eine oder andere Taktik. Bei Friedrich war es einmal der überraschend aus dem Busch erscheinende Ziethen, der ihm auf Dauer den Kopf rettete, ein andermal die fehlende Ausdauer der Russen, ähnlich bei Cäsar und Alexander, Napoleon - wenn auch bei ersteren ohne Russen und bei letzterem umgekehrt 1812.
Gandhi war erfolgreich und wird bis heute verehrt, sehen wir mal von Fanatikern ab, die sich noch immer seinen Tod wünschen. Dass manche dabei in der Verklärung naiv das Machtbewusstsein dieses politischen Führers übersehen, stört mehr Inder, die sich von dessen Kongresspartei unterdrückt fühlten oder jene, die seiner Weigerung mit Muslimen zu verhandeln, die folgende Teilung vorwerfen.
Henry IV. auch Heinrich der Große genannt, der zwar erst nach langen Kämpfen, die Dynastie der Bourbonen auf den Thron brachte und um des lieben Friedens willen sogar seinen Glauben aufgab, erreichte mit seinem Toleranzedikt, bis sein Enkel Ludwig XIV. es wieder aufhob, das Ende der Hugenottenkriege und infolge einen großen Aufschwung seines Landes, auch wenn ihn ein katholischer Fanatiker knapp eine Dekade später in Paris ermordete, schaffte er es vorher noch seinen Geist, wie gerüchteweise seinen Samen auch, weit im Land zu verteilen und der strenge Laizismus des Frankreichs der Gegenwart, der zum Vorbild für Europa wurde, ist auch ein Kind Henrys und damit seinem Freund und wichtigen Gesprächspartner Michel de Montaigne zuzurechnen, was diesen in Zeiten eines wieder erstarkenden Fanatismus diesseits und jenseits der Grenzen so nötig erscheint und dessen Lektüre allen Europäern dringend empfiehlt.
Der letzte Wechsel des Glaubens des großen Heinrich von Navarra, war übrigens keinesfalls der erste sondern vielmehr der Dritte, denn ihm war nicht nur Paris eine Messe wert, sondern schon zuvor auch der königliche Schoß der Schwester der letzten Herrscher aus dem Hause Valois, als deren erster der Mann von Maria Stuart verstarb, die dann später in Schottland und England mit ihrer Base Elisabeth für einigen Ärger sorgte, noch bevor sich auf dem Gebiet des Deutschen Reiches 30 Jahre lang um den wahren Glauben bekriegt wurde, ohne dass am Ende einer siegte, was auch an der unterschiedlichen Unterstützung verschiedener europäischer Mächte für die eine oder andere Partei lag.
Der große Ludwig XIV., der die französischen Hugenotten nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes, das einst sein Großvater Henry im Geist der Toleranz und Brüderlichkeit erließ, noch vertrieben hatte und damit unter anderem den späteren Aufstieg Preußens erst ermöglichte oder zumindest förderte, ergriff im Dreißigjährigen Krieg durch seinen da noch Vertreter den Kardinal Mazarin, der halber Italiener mehr war als manch anderes, gegen seinen eigentlichen Vormund, seine Mutter, Anna von Österreich, Partei für die Protestanten, weil ein uneiniges Deutsches Reich Frankreich stärke und die Chancen auf die heilige römische Kaiserkrone wieder durch einen Franzosen erhöhte, die sie seit dem gemeinsamen großen Karl entbehrten.
Später musste die Liselotte von der Pfalz, die berühmt wurde durch ihre Briefe, die so schön deftig das höfische Leben beschrieben, da aber schon Herzogin von Orléans war, ertragen, wie im pfälzischen Erbfolgekrieg, auch ihretwegen, also eigentlich des Bruders des Königs wegen, aber das führt jetzt zu weit ab, wenn es genau betrachtet auch wieder zu gut passte, aber dennoch hier kein Thema sein soll, ihr geliebtes Heidelberg in Schutt und Asche gelegt wurde. Seitdem erst hat Heidelberg eine schöne Altstadt mit nur sehr wenigen Gebäuden von davor und eine dekorative Schlossruine, die so malerisch ist, dass die Amerikaner sogar auf die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gleich ganz verzichteten. Diese Beständigkeit brachte dem romantischen Städtchen am Neckar erst das amerikanische Headquarter und dann das militärische der NATO ein und viele Kasernen drumherum.
Womit ich wieder bei den Folgen des Blitzkrieges angekommen wäre, mit dem oben alles begann, um den es in diesem Essay zur Beständigkeit aber eigentlich nur am Rande gehen soll - als quasi abschreckendes Beispiel für historische Irrtümer vielleicht. Doch erreichte auch der größenwahnsinnige bayerisch-österreichische Hitler mit seinem Blitzkrieg und dem folgenden Vernichtungsfeldzug nie die Größe des Deutschen Reiches, die es unter dem Schwaben Friedrich II. von Hohenstaufen hatte, der sogar nur durch Verhandlung mit dem Sultan, ohne einmal das Schwert dafür zu zücken, zum König von Jerusalem wurde, auch wenn er dieses überschätzte Nest mit deutlich erhöhter Zahl der fanatischen Anhänger egal welcher Sekte, eigentlich nicht brauchen konnte und nur übernahm, um Frieden mit dem Vereinsvorsitzenden in Rom zu bekommen, der ihn rausgeworfen hatte und damit das Heilige seiner Krone genommen hätte.
Ob Seehofer eigentlich nach Merkels Krone greifen wollte, die sie ja, wie er mit voller Überzeugung natürlich der Süddeutschen verkündete, dem Münchner Lokalblatt des bayerischen Provinzfürsten, nur durch ihn überhaupt hätte - was, der historisch halb gebildete wird lächeln, an die Geschichte zwischen Barbarossa und Heinrich dem Löwen erinnert, kann dahinstehen, der Angriff der südlichen Provinz gegen Berlin ist gescheitert, auch wenn die Bayern auf Unterstützung durch Österreich gehofft haben mögen beim Amoklauf ihres Vorsitzenden, fasste sich der Kanzler dort auffällig kurz.
Frage also nicht weiter, warum ein Seehofer dies tat, denn Prinzip kann es, nach der Lösung, mit der sich der peinlich vor-und zurücktretende abspeisen ließ, nicht gewesen sein und so bleibt unergründlich, was die Bayern trieb am Stuhl der eisernen Kanzlerin mit ihrer Buben Laubsäge spurlos herum zu fummeln. Wer etwas Verstand hat, weiß, der Thron einer eisernen Lady wird sicher nicht aus Sperrholz sein - was beabsichtigt also wer mit untauglichem Werkzeug an eine so von vornherein zum Scheitern verurteilte Aufgabe geht, als auf sich aufmerksam zu machen?
In der Psychologie sprechen sie gerne davon, dass die meisten Selbstmordversuche nur Hilfeschreie seien - wenn sich einer die Pulsadern quer aufritzt, was bekanntlich nie funktionieren kann, offenbare er sich schon als jemand, dem es mehr um Aufmerksamkeit als Beschädigung seiner selbst ginge. Lasse das mal dahinstehen, auch was sonst von einer Psychologie zu halten ist, die auf Probleme schaut und meint, daraus Lösungen analysieren zu können, auch wenn die Führung der CSU in den letzten Tagen viel Anlass gab, an ihrer Gesundheit zu zweifeln, soll es mich in diesem Essay nicht interessieren.
Mögen sich zuständige Stellen um die Betroffenen kümmern, halte die Suizidgefahr bei Seehofer und Genossen, die sich natürlich nie so nennen würden, für relativ überschaubar.
Spannender finde ich dagegen die Frage, wie Merkel es schaffte, ohne sich das kleinste Stück zu bewegen, einen so glorreichen Sieg in der Sache einzufahren, indem sie die gewünschten Grenzkontrollen für den Fall für zulässig erklärt, den sie bereits durch Abkommen europäisch geregelt hat und damit die vermutlich bald nahe der Grenze errichteten Lager zu einem einzigen Fall für den Bundesrechnungshof macht, weil sie nur leer stehen werden.
Der schon halb in allem zurückgetretene und damit mit großer Geste politischen Suizid begehende Seehofer wird also nur mit potemkinschen Dörfern getröstet, deren Lächerlichkeit schon vor dem bayerischen Wahlkampf offenbar werden wird. Dann steht der eigentlich aus Prinzip zurückgetretene wieder mit leeren Händen da und wird bekennen müssen, dass der ganze Aufstand, den er seit Wochen veranstaltete, für nichts war und er sich in der Eprressbarkeit der Kanzlerin, die er auf dem CSU Parteitag stehen ließ, getäuscht hat, er nun wie ein dummer Junge dasteht.
Im gewöhnlichen Leben sprächen wir hier vielleicht von Rache, doch scheint diese Vokabel für die Höhe in der Merkel über diesem bayerischen Kasperletheater schwebt, unangemessen - hier hat es niemand nötig, sich zu rächen - da hat sich jemand willentlich blamiert und die Chefin, die ihn nicht mehr bräuchte, lässt ihm sogar Zeit vor und wieder zurück zu gehen, als handele es sich beim regieren um eine Springprozession.
Merkel blieb sitzen, saß diesen Konflikt in Ruhe aus, gab dann scheinbar nach für einen Kompromiss, der ihren von Anfang an geforderten Weg bestätigt und Seehofer wird nun viele Grenzposten anfordern und Lager einrichten, die leer stehen, um ein schon lange gültiges europäisches Recht durchzusetzen, was nur wirksam auf dem Weg der Kanzlerin wird.
Viel Lärm um nichts, werden die Shakespeare Kenner nun rufen und irren nicht, aus Sicht der Kanzlerin ist das vermeintliche Drama zur Komödie geworden - einer Posse, die nur fragen lässt, wer diese großmäuligen Schwätzer in Bayern noch ernsthaft wählen können wird - aber es gibt ja auch immer noch 10% fast die meinen, die Fake-Luftblasen und Angst verbreitenden Hohlköpfe am rechten Rand, könnten ihnen helfen und Merkel sei das Problem. Nichts als diese Krise zeigt nun deutlicher, Merkel und ihre Beständigkeit ist die einzige Lösung und über mehr braucht nun gar nichts mehr geschrieben oder geredet werden.
Verlierer muss der Gentleman nicht noch treten und erniedrigen - solches Tun ist nicht mal im Tierreich üblich, wenn sich einer ergibt und unterwirft, ist der Kampf um den Rang beendet. Dass hier die Verlierer ständig sagen, sie hätten in allem gewonnen, bedarf wohl keiner Erklärung mehr, was bleibt ihnen auch?
jens tuengerthal 03.07.2018
Montag, 2. Juli 2018
Verhorstung
Er tritt zurück
Er trat wieder zurück
Vom gerade Rücktritt
Um mit Rücktrittsdrohung
Über vielleicht doch noch
Rücktritt mit seiner Chefin
Ganz offen zu verhandeln
Wie Erpressung bayerisch
Gern gelegentlich genannt
Horst ist also nicht mehr
Zurechnungsfähig aber
Die CSU steht hinter ihm
Weil er sich zum Horst machte
Dem bayrischen Normalzustand
In bierzeltiger Seligkeit so nah
Sein Heimatnest als Adlerhorst
Sinnlos unnachgiebig umkreist
Bis ihn endlich einer heimschickt
jens tuengerthal 02.07.2018
Samstag, 30. Juni 2018
Liebeswanne
Mit der Liebsten an den Wannsee
Ist der gut Berliner Sommertraum
Spätestens seit so besungen einst
Mit Wochenend und Sonnenschein
Drum nutzte ich den freien Freitag
Erster wieder Sommerhitze endlich
Mit meiner Liebsten dorthin zu fahrn
Doch nicht das Strandbad war Ziel
Zuerst zu Liebermann wanderten wir
Gartenhaus und Bilder zu bestaunen
Vor Segeln im Wind bogen sich Birken
Wir liebten uns in ihrem Schatten dort
Am Haus der Wannsee-Konferenz nur
Ferneren Zieles wegen vorbei ging es
Kurz nach dem dort Löwen mal baden
Kühlende Erfrischung Wellen lauschend
Zur Pfaueninsel schließlich mit der Fähre
Rundherum und mitten hinein bei letzter
Führung im heimathölzernen Schlösschen
Sogar wilde Pfauen gelegentlich bestaunt
Zurück und bis wieder auf den Berg dann
Waren es doch 30 Kilometer geworden
Stolz auf die Liebste kam dann nur noch
Die Horizontale einzig angemessen uns vor
Wie glücklich ist der Flaneur nicht mehr allein
Flanieren zu müssen die langen Wege dort
Die Liebe gedeiht noch besser am Wannsee
Vielfalt Berlins erstaunt auch im Grünen
jens tuengerthal 30.6.2018
Mittwoch, 27. Juni 2018
Verlierkunst
Die Kunst zu verlieren, ist wohl die schwerste und es erfordert lebenslange Übung, dabei gelassen zu bleiben. Viele asiatische Kulturen haben die Kunst, das Gesicht auch in der Not zu wahren, zur Höchsten erhoben. Daraus können dann, wenn sie es übertreiben und die Dinge zu Ernst nehmen, übertriebene Eskalationen entstehen, wie die Selbsttötung der Samurai - das ist in meinen Augen keine Kunst, kein Zeichen von Gelassenheit sondern die Flucht ins Nichts. Wo nichts mehr ist und wir nicht mehr sind, geht uns auch nichts mehr an, aber wir haben nicht einmal vorher mehr Gelassenheit bewiesen, sondern sind nur veralteten unmenschlichen Ehrbegriffen gefolgt.
Deutschland hat bei der WM verloren, weil sie nicht gut genug waren und ist darum ausgeschieden. Dies sogar mit dem in vielem noch gleichen Team, das vier Jahre zuvor Weltmeister wurde. Der Bundestrainer hat die Verantwortung für seine Mannschaft übernommen und das ist gut so. Ohne eine Fußballexperte zu sein, bin froh, wenn ich die Regeln einigermaßen verstehe, konnte ich doch erkennen, wie behäbig und mühsam die Mannschaft spielte, ganz anders noch als das junge Team, das unter dem gleichen Trainer im Jahr zuvor den Confed-Cup gegen einen Teil der Weltelite gewann.
Woran das lag und wer dafür alles Verantwortung trägt, ob die anderen einfach besser waren, wird der Analyse von Spezialisten unterliegen, die sich besser damit auskennen als ich, darum bin ich froh dazu ganz gelassen, keine Meinung haben zu müssen.
Natürlich habe ich mit der deutschen Mannschaft gefiebert, die gegen Schweden noch in der letzten Sekunde in einem fast Herzinfarkt Finale der letzten Sekunden verdient gewann und heute am Ende verdient verloren hat. Dann anzuerkennen, dass der andere besser war oder zumindest die eigenen Spieler ihre Qualität nicht entfalten konnten, die sie sonst haben, erleichtert mehr, als die Enttäuschung über die Niederlage nun in Wut gegen Einzelne zu verwandeln.
Ob es tröstend sein kann, von einem Weltmeisterfluch zu reden, nach dem bei den letzten Weltmeisterschaften auch immer die vorigen Sieger in der Vorrunde rausflogen, ist ungefähr so intelligent, wie Orakel oder Sterne zu fragen und auf zuverlässige Antworten zu hoffen - es wären nur die Träume von Geistersehern, von denen uns hoffentlich bereits vor über 200 Jahren unser großer Aufklärer Immanuel Kant befreite und das auch, wenn die Menschen gerade beim Sport seltsamerweise besonders zur Orakelgläubigkeit neigen.
Manche wünschen sich nun schon lautstark den Rücktritt von Weltmeistertrainer Löw und bekunden, sie hätten es ja schon immer gewusst, wünschen sich gleich den Abschied von Merkel noch dazu. Das zeugt weder von Vernunft noch von voriger Überlegung.
Sollte dieser bis dahin sehr erfolgreiche Trainer nun seinen Abschied wünschen, soll er ihn nehmen. Das ist seine Entscheidung. Größe und Gelassenheit bewiese er eher, wenn er versuchte, aus den Fehlern zu lernen und es besser zu machen. Eine ruhige Analyse des ganzen Teams wird ergeben, wo die Mängel lagen und woran sie scheiterten.
Vielleicht fehlte ihnen einfach das kleine Quäntchen Glück, dass es beim Fußball, der auch ein Spiel und trotz aller gegenteiligen Bekundungen keine genau berechenbare Schlacht gegen kalkulierbare Gegner wird, normal und dann ist es auch im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit gut so, wenn der vorher Weltmeister mal weniger Glück hat. Lag es mehr am Glück als am Können von Team und Trainer, fände ich jede überstürzte Reaktion nun albern und ein Zeichen mangelnder Reife. Wenn einer erkennen kann, wo es gerade klemmt und was in Zukunft zu tun ist, dann ist es das Team mit seinem Trainer. Sie sollen in Ruhe gemeinsam daran arbeiten, nicht jammern, sondern kritisch analysieren und es besser machen. Verbesserung braucht Zeit und Ruhe. Hektik in hoch emotionalen Momenten scheint mir völlig falsch. Da könnte der Fußball und seine Fans von der Kanzlerin lernen.
Merkel ist momentan auch in einer sehr schwierigen Situation infolge einer sehr menschlichen Entscheidung, die sie einmal getroffen hat und die ich ihr hoch anrechne. Natürlich gibt es Schwierigkeiten und diese wollen in Ruhe gelöst werden. Wem, wenn nicht dieser Kanzlerin aber sollte ich nun Ruhe, Gelassenheit und Erfahrung zutrauen, die Probleme zu lösen?
Populisten, die mit der Angst spielen, verbreiten Panik, die nichts löst, sondern alles nur noch schlimmer erscheinen lässt, als es je war. Dass sie dabei auch auf Lügen setzen und die Furcht der Ängstlichen damit bis zur Hysterie schüren, macht es zu einem Problem, was wir nicht hätten, wenn wir alles mit Abstand und gelassener betrachteten.
Das Spiel mit der Angst ist wie der Fußball nur ein Spiel. Sich dabei in Gelassenheit zu üben und abzuwarten, erscheint mir wichtiger, als gleich zu wissen, was richtig ist und es auszuposaunen, damit alle Welt weiß, wer meiner Meinung nach Schuld ist.
Einen Schuldigen präsentieren und ihn öffentlich vorzuführen, ist leicht. Verantwortung übernehmen und für Lösungen kämpfen, auch wenn es schwer wird und mal ein Spiel oder eine Schlacht verloren geht, dagegen schwer.
Darum sehe ich diese Niederlage nun voller Gelassenheit und hoffe die Verantwortlichen stellen sich ihrer Verantwortung und werden an Lösungen für die Zukunft arbeiten. Der Weltmeister Italien, war diesmal gar nicht dabei, übt sich dafür auf einem anderen Feld in einer Abwehrschlacht auf dem Rücken Dritter.
Europa muss sich nun wie Deutschland gemeinsam der Verantwortung stellen und um Lösungen ringen, die werden nie allen gefallen und jede Seite wird, wie es immer so geht in der Politik, um ihre Positionen mit Vehemenz kämpfen. Darum werde ich, als ohne Wahlen relativ unbeteiligter Zuschauer, das Ganze nun mit möglichst großer Gelassenheit betrachten und hoffe die Verantwortlichen werden sich weiter ihren Aufgaben stellen und sie in Ruhe lösen, statt hektisch irgendwelchen populistischen Schwärmern hinterher zu laufen.
Im Ergebnis wäre das für den Fußball so gut wie für die Politik und so passt diese Niederlage gerade ganz gut in die Zeit. Nun heißt es, abwarten, aus Fehlern lernen, in Ruhe überlegen und dann in die richtige Richtung weitergehen. So gesehen ist alles gut so und wir können uns in Ruhe Zeit lassen.
jens tuengerthal 27.6.2018
Freitag, 22. Juni 2018
Liebesfamilie
Die Liebe in der Familie
Ist nicht immer ganz leicht
Weil wir uns nicht aussuchen
Wie die Familie darauf reagiert
Die Liebste dagegen hat mich
Ausgesucht und wurde damit
Das größtmögliche Glück für
Immer für mich in allem
In Familie werden wir geboren
Das passt mal mehr mal weniger
Ist trotzdem durchs Blut verbunden
Ein natürlicher Teil von uns immer
Die Familie der Zukunft aber
Schaffen wir erst mit unserer
Liebe die wir und die uns wählte
Sie wiegt mehr als die Geschichte
In der Gegenwart aber leben wir
Zwischen Zukunft und Vergangenheit
In einen Zustand der Geschichte wird
Ohne mehr als eine Idee noch zu sein
Sich der Liebe sicher zu sein hilft
Neues auf Dauer zu errichten
Wie Altes dabei zu erhalten
Dazwischen glücklich zu bleiben
Bin mir meiner Liebe ganz sicher
Meide hier wie dort lieber Konflikte
Geniesse was ist täglich mehr um
In Zukunft noch glücklich zu sein
jens tuengerthal 22.6.2018
Sonntag, 17. Juni 2018
Gendermord
Sprachmord ist Mode
Gilt als Emanzipation
Tötet mit Sternchen
Kampf der Geschlechter
Grammatisch eher peinlich
Ein Missverständnis
Gleichheit ist Gesetz
Aber wer gendert missbraucht
Worte sind Opfer
Sprache zu schützen
Vor politischem Missbrauch
Heißt Kultur retten
Bin lieber Retter
Als Mörder meiner Sprache
Als Dichter logisch
jens tuengerthal 16.06.2018
Freitag, 15. Juni 2018
Buhfrauen
Wahlkampf in Bayern
Mehr Bierzelt als vernünftig
Söder seehofert
Merkel angeklagt
Grenzen schließen als Lösung
Horizontal blind
Immer das gleiche
Alle vier Jahre wieder
Saubazin sie gern
Roth im Bundestag
Vereidigt diesmal Schäuble
Gegen die Rechten
Am Rand rumort es
Bei Annäherung mittig
Linke belegt es
Lechte und Rinke
Suchen immer Ärger
Darin zu glänzen
Solang die Mehrheit
Klüger lachen wir lieber
Über die Ränder
Gefährlich wird nur
Unaufgeklärte Mehrheit
Es braucht Aufklärung
jens tuengerthal 15.06.2018
Dienstag, 12. Juni 2018
Liebesschlaf
Nichts ist erholsamer als der
Liebesschlaf eng umschlungen
Innig dabei auch verbunden
Gut erholt erwache ich dann
Leicht erregt dabei mittig meist
Beginne den Tag voller Lust
Schlaf ist nötig und passiert uns
Einfach ungefragt jeden Tag doch
Dies Glück zu schätzen macht erst
Dauerhaft uns erholt und glücklich
Neben der Liebsten einzuschlafen
Wie beiderseits lustvoll zu erwachen
Verbindet Anfang und Ende des Tages
Voll zärtlicher Liebe mittig miteinander
jens tuengerthal 12.06.2018
Montag, 11. Juni 2018
A-L 0003
Sexuelle Aufklärung sieht immer
Am Anfang sonst bewusstloser
Lust als Teil unserer Natur auch
Jenseits aller erfundenen Moral
Sex ist der natürliche Weg zum
Glück mit sich und anderen
Ihn überall genießen zu können
Auch ohne jede Scham ist besser
Ob gleich oder gemischt ist dabei
Weniger wichtig als die Erfüllung
Miteinander zugleich zu finden um
Sich Befriedigung zu schenken
Die Anzahl der Teilnehmer ist
Weniger wichtig für den Erfolg
Der Befriedigung als für die
Wahrscheinlichkeit der Teilung
Ohne alle Moral dafür aber mit
Unbeschränkter Lust nach der
Natur ist Aufklärung dabei zuerst
Ein Weg zur Befriedigung
Gefühl ist ein wichtiger Schlüssel
Zur sexuellen Harmonie aber nie
Bedingung höchstens Möglichkeit
Sich noch näher dabei zu kommen
Wer guten Sex mit Liebe je kannte
Wird danach alles andere flau finden
Weil die dann Harmonie alles davor
Zu gymnastischen Übungen macht
Darum endet sexuelle Aufklärung
Über Techniken immer beim Gefühl
Das Basis und Gipfel allen Glücks
Zugleich geistig wie körperlich wirkt
Befriedigung hat stets viele Ebenen
Sie ist ein körperlicher Akt allein wie
Bedingung der geistigen Harmonie
Bloße Natur wie ihre Überwindung
Wer sexuell aufgeklärt wirklich ist
Weiß was gut tut und befriedigt
Kann Glück schenken wie genießen
Ist ein freier glücklicher Mensch
Freiheit und Glück aber sind stets
Die Voraussetzung sozialen Friedens
Darum ist sexuelle Aufklärung immer
Der Anfang des Großen im Kleinen
jens tuengerthal 11.06.2018
Samstag, 9. Juni 2018
A-L 0002
Sie endet in der aufgeklärten Gesellschaft
Wenn Vernunft und Toleranz herrschen
Wovon wir noch in vielem so fern sind
Unsere Verfassung genügt heute wohl
Den Grundsätzen der Aufklärung vollauf
Das Denken der Bürger in vielem nicht
Wie ein Mord uns wieder deutlich machte
Vorurteile durch den Verstand besiegen
War das Ziel der Aufklärung von Beginn
Im Meinungsstreit vergessen wir es gern
Glauben politischen Bauchgefühlen dann
Wer wider alle Vernunft das Gefühl nutzt
Massen zur Meinung zu bewegen handelt
Sicher als Prediger aber nie aufklärerisch
Aufklärung heißt drum denken und abwarten
Wer heute in die Medien schaut kann merken
Wie dringend es mehr Verstand nun bräuchte
Statt immer lauterer Meinungen im breiten Volk
Dem unverantwortlichen Herrscher durch Masse
Habe keine Meinung zu egal welchem Mordfall
Lebe glücklicherweise in einem Rechtsstaat
Der solche Fälle aufklärt und untersuchen wird
Damit nach dem Gesetz geurteilt werden kann
Solche Aufklärung durch den Staat braucht Zeit
Sie führt nicht zu Rache oder mehr Gerechtigkeit
Sondern setzt nur staatliches Recht einfach durch
Was ohne alle Emotionen zu geschehen hat
Ob die Dinge mit Recht und Ordnung zugehen
Prüfen kontrollierende Gewalten gegenseitig
Darum muss ich mich nicht weiter kümmern
Zu dem Ergebnis kann ich eine Meinung haben
Eine Meinung aber habe ich zu Recht und Freiheit
Die gefährdet wer Gefühle für Meinungen ausnutzt
Opfer oder Täter politisch instrumentalisieren will
Anstatt sachlicher Argumente nur Misstrauen sät
Im Geiste der Aufklärung dagegen laut werden
Scheint nötiger als dazu eine Meinung zu haben
Die weniger von Wissen als von Gefühl gespeist
Das Vertrauen in die Freiheit weiter erschüttert
Lassen wir die Ermittler ihre Arbeit machen
Die Gerichte darüber urteilen und Medien
Über das berichten was tatsächlich passiert
Dann können wir uns eine Meinung bilden
Wer dagegen Gefühle als Meinung ausgibt
Angst und Vorurteile statt Verstand fördert
Gefährdet Ordnung und Freiheit wirklich
Betreibt staatsgefährdende Propaganda
Ob die Täter solcher Hetze verfolgt werden
Wie Terroristen oder als Idioten behandelt
Werden können hängt daran wie aufgeklärt
Eine Gesellschaft als Ganzes bereits ist
Darum ist der Geist der Aufklärung heute
So wichtig wie damals um endlich wieder
Mehr auf Verstand als Gefühl zu setzen
Da nur Aufklärung die Freiheit sichert
jens tuengerthal 9.06.2018
Donnerstag, 7. Juni 2018
Gipfelglück
Wie groß wird erst das Glück
Gemeinsam auf dem Gipfel
Angekommen zu sein wenn
Du vorher gescheitert bist
Bergsteiger die abbrachen
Bevor sie ihr Ziel erreichten
Werden später alles dafür tun
Doch noch oben anzukommen
Sie kämpfen bis zur Erschöpfung
Um oben einmal gewesen zu sein
Diesen Wahnsinn versteht allein
Wer einmal halbtot oben stand
Da wird freiwillig das Leben riskiert
Viel zu oft sogar dabei verspielt
Weil das Risiko den Reiz erhöht
Dem Sieg den Kick erst gibt
Wer jemals gemeinsam rang
Und sei es um den kleinen Tod
Empfindet diesen Wahnsinn nach
Darum ist guter Sex wie Bergsteigen
Spielerisch leicht segel ich meist
Mit der Liebsten über unzählige
Gipfel miteinander jeden am Ende
Als geteilten Höhepunkt feiernd
Wie großartig aber wird es erst
Wenn du zuvor kurz vorm Gipfel
Mehrfach gescheitert bist dann aber
Mit letzter Kraft dein Ziel erreichst
Braucht das größte Glück auch
Manchmal Umwege zur Erfüllung
Fragt nur wer die Lust nie verstand
Die dem Wesen nach dialektisch ist
Nicht das alltägliche Glück wird so
Weniger nur das besondere mehr
Das höchste höher zu schätzen
Gibt dem Höhepunkt mehr Dauer
jens tuengerthal 7.6.2018
Mittwoch, 6. Juni 2018
A-L 0001
Beginn einer neuen Reihe mit Lyrik zum Thema Aufklärung, die Fragen stellt, Geschichte betrachtet, für die Zukunft betrachtet, versucht aufklärerisch zu wirken. Ihr sind nominell erstmal keine Grenzen gesetzt. Ob wir schon aufgeklärt sind oder noch so wenig wie Kant es über seine Zeit sagte, die sich sogar Aufklärung nannte, gar in neuer Dominanz des überall Aberglauben der Vernunft noch ferner sind als je, wird ein Teil der Fragen sein, mehr als eine Anregung zum Denken kann es nie sein, wenn aber zumindest das, wäre der Autor schon überglücklich - mich zumindest, also ihn, den Autor, aber wer wäre ich ernsthaft in der Dritten Person von mir zu reden? Da nichts erstrebenswerter ist, als glücklich zu sein, wie uns schon vor über 2200 Jahren Epikur lehrte, gebe ich mich dem nun aufgeklärt dichtend ganz hin.
Was heißt Aufklärung heute
Brauchen wir sie überhaupt
Wer betreibt sie glaubwürdig
Hat sich jemals etwas geändert
Kant erklärte einst die Aufklärung
Als Befreiung des Menschen aus
Selbstverschuldeter Unmündigkeit
Sind wir heute weiter als er damals
Der Geist der Aufklärung wehte aus
England auf den Kontinent herüber
Kam über Frankreich zu den Deutschen
Fand hier kriegerisch seine Dialektik
Von Locke zum Lachen des Gentleman
Aus den Pariser Salons auch lexikalisch
Erleuchtete the age of enlightenment
Im englischen schon nominell
Wenn sich der Nebel des Glauben
Verzieht klärt sich der Himmel auf
Als Teil des logischen Universums
Ohne alle unfrei verzauberte Magie
Kant machte spätestens ganz streng
Gott für die Moral logisch überflüssig
Mit seinem kategorischen Imperativ
Glaube wurde zum Privatvergnügen
Moses Mendelsohn zeigte dagegen
Wie Aufklärung und Judentum sich
Auch ganz logisch verbinden lassen
Eröffnete neue geistige Welten dort
Diderot Holbach und Grimm waren
Nicht nur enzyklopädisch gebildet
Sie dachten die Freiheit zu Ende
Wurden zu Vätern der Revolution
Rousseau dagegen schnell Mode
Darf sich Vater des Terreur nennen
Weniger rational als stark sehnend
Inkontinent am meisten überschätzt
Aufklärung ist immer vielfältig gewesen
Entsprach dem Geist der Bewohner
Warum was in England hell erleuchtet
In Deutschland erstmal erklärt wird
Dass Diderot dessen Enzyklopädie einst
Zum Schlüssel der Revolution wird auch
In der Bastille saß deren Stürmung uns
Zeichen des Umsturz passt zu perfekt
Dort saß dereinst auch Voltaire ein
Der sich in England selbst infizierte
Mit der Geist der neuen Aufklärung
Dies alles kritisch hinterfragen wollte
In Preußen verordnete der König selbst
Die Aufklärung der Bauern von oben
Wie es in Russland Katharina versuchte
Warum sie und Friedrich groß genannt
Ob sich nach 1933 einst zeigte wie
Erfolglos Aufklärung von oben war
Russland dies nach 1918 bis heute
Beweist ist eine unserer Fragen
Lässt sich kritisches Bewusstsein
Verordnen oder nur selbst finden
Ist das Wort Aufklärung stets falsch
Weil erkannt nicht erklärt wird wenn
jens tuengerthal 6.06.2018
Samstag, 2. Juni 2018
Rundungsfreude
Freue mich täglich mehr
An der Liebsten Rundungen
Verhüllt oder entblößt
Sind sie einmalig schön
Nie sah ich so perfekte Harmonie
Von oben bis unten erhebend
Zeigt sie in ihren Kurven Klasse
Berühre ich sie gern nebenbei
Streife ihren vollkommenen Po
Im vorübergehen und erspüre
Dabei Linien sinnlicher Wäsche
Die den Liebsten wunderbar teilt
Liebe es ihre Rundungen zu küssen
Wenn sie ganz enthüllt vor mir liegt
Heißer nur noch ist es diesen Traum
Von Weiblichkeit nur zu erahnen
Am schönsten natürlich ist es immer
Ihre Rundungen auf mir zu spüren
Doch der geilste Anblick bleibt stets
Die verhüllte Andeutung zu erahnen
So macht es mich unendlich heiß
Ihre vollkommenen Formen noch
Unberührbar aber sinnlich verpackt
Vor mir entlang schweben zu sehen
Wie preise ich dann mein Glück
Was noch alle sehen dürfen hier
Dort dereinst berühren zu dürfen
Um ihre immer Lust zu wissen
Wie gern sehe ich ihren Körper
Völlig ahnungslos noch schlafend
Die schönsten Lippen geschlossen
Wissend wie sich alles bald öffnet
So ist das Wissen um ihr darunter
Was stets ausgesucht schön ist
Fast noch reizvoller als die nur Natur
Die ohnehin schon perfekt schön ist
Es ist das alte Spiel aller Natur
Die Unerreichbares reizvoll macht
Wie die Verhüllung erst den Schatz
Noch viel kostbarer scheinen lässt
Wie oft aber enttäuschte mich schon
Was edel verpackt vor mir erschien
Wenn ich ihm erst wirklich nah kam
Hier aber ist es immer umgekehrt
Der Reiz der edlen Verpackung
Erhöht die Freude an der Natur
Die vollkommener noch harmoniert
Als alle erotischen Träume ahnten
Kann mich an ihren Kurven freuen
Wenn sie unerreichbar vor mir sind
Scheinen sie mir fast noch geiler
Und nur die Wirklichkeit übertrifft es
jens tuengerthal 2.06.2018
Teeosophie 099
Mit Tee beginnt die
Hochkultur des Genusses
Liebe zum Detail
jens tuengerthal 2.06.2018
Freitag, 1. Juni 2018
Gewitterlust
Welche Lust ist es doch
Nach langer großer Hitze
Dem erlösenden Gewitter
Gemeinsam zu lauschen
Entspannt wie entblößt
Nach Stunden beim Sport
Donnergrollen genießen
Beim Blick auf liebste Mitte
Spürbar kühlt es endlich ab
Während die Lust wieder steigt
Betrachte ich geöffnete Lippen
Genieße es wie alles fließt
Gerade braucht es nichts sonst
Zum vollkommenen Glück aber
Gleich wächst der Blick weiter
Um einige Bewegung zu werden
Noch freut lautes Hagel prasseln
Bald übertönt es dein Stöhnen
Was oh Welt könnt schöner sein
Als guter Sex mitten im Gewitter
jens tuengerthal 1.06.2018
Nachtlust
Kurz vor dem Einschlafen
Noch zärtlich dich streichelnd
Fast aus versehen deine Lust
Geweckt und noch ausgeritten
Wie selig schläft es sich dann
Vom Ritt noch gänzlich erschöpt
Aneinander fast ineinander ein
Aller Hitze der Nacht zum Trotz
Die Nachtlust war wunderbar
Doch wieviel schöner ist es
Nach der Lust die ganze Nacht
Völlig entspannt verliebt zu teilen
jens tuengerthal 1.06.2018
Teeosophie 098
Früher Morgentee
Erweckt und beruhigt zugleich
Für heiße Tage
jens tuengerthal 1.06.2018
Donnerstag, 31. Mai 2018
Verkleidungsverbot
Retteten Verbote jemals die Freiheit
Müssen wir Verkleidung verbieten
Um das freie Denken zu verteidigen
Oder ist das immer kontraproduktiv
Wer Verbote ausspricht ist beschränkt
Außer diese sichern die Freiheit stärker
Als sie systemlogisch dabei beschränken
Ist dies bei Vermummung noch fraglich
Der Gleichheit und Gerechtigkeit wegen
Gilt für Masken dasselbe wie für alle
Sonstige religiöse Verhüllung nach der
Mittelalterlichen Islaminterpretation
Wir beschränken damit unsere Kultur
Um die rückständige wie unaufgeklärte
Islamische pädagogisch zu erziehen
Wohl wissend dies ist logisch wertlos
Aufklärung ist immer nur die Befreiung
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit
Verbote und Belehrung bringen da nichts
Wer dumm bleiben will soll und darf es
Es muss sich der Mensch selbst befreien
Von religiösem Zwang und Aberglauben
Erst dann hat Freiheit eine Zukunft
Verbote sind lächerlich hilflos komisch
Lachen wir über die armen Dänen lieber
Sie hatten keinen Kant nur Kierkegaard
Den gläubigen Harderer und töteten einst
Die wagemutigen Aufklärer noch lieber
jens tuengerthal 31.5.2018
Gotteswitz
Dürfen wir über Gott lachen
Lästert schon wer solches tut
Oder müssen wir es machen
Getragen von der Freiheit Mut
Was den Gläubigen Lästerung
Scheint dem Atheisten zu viel
Aufmerksamkeit für ein nichts
Beide finde ich ernst komisch
Lachen befreit uns nachhaltig
Von Angst und Verklemmung
Macht das Leben paradiesisch
Ganz ohne ein Himmelreich
Mehr als das Leben geniessen
Kann keiner egal was er glaubt
Natürlich auch wo er eine sie ist
Was nur grammatikalisch zählt
Spott oder Sarkasmus liegen dem
Zweifler logisch nahe doch Größe
Zeigt erst ein offenes freies Lachen
Weil es von allem Zwang befreit
Kann jeder über Gott lachen oder
Wie der Earl of Shaftesbury gegen
Seinen Lehrer Locke einst schrieb
Nur der freie gebildete Gentleman
Dürfen wir Aufklärer jene befreien
Die noch im Aberglaube gefangen
Götter überall mehr fürchten als
Sie das Leben je genießen lernten
Gilt nicht über allen Kants Satz
Das Aufklärung immer Befreiung aus
Selbstverschuldeter Unmündigkeit
Sein muss den Namen zu verdienen
Der ernste moralische Königsberger
Gegen den lächelnden Gentleman
Scheint es von außen betrachtet nur
Kant machte im KI den besten Witz
Wer Gott völlig überflüssig machte
Für jede Moral oder Sitte kann leicht
Danach sich zu machtlos geleerten
Ritualen öffentlich lächelnd bekennen
Kant perfektionierte auf preußische Art
Lachen über Gott mit ernstem Gesicht
Es mag ihn geben sagt der Beamte
Aber was kümmert es mich moralisch
Wie Epikur und Lukrez vor ihm schon
Machte er die Götter lächelnd belanglos
Führte lächelnd den Mensch dabei vor
Blieb dabei nur Aufgeklärten verständlich
So lächle ich mit den Vordenkern
Genieße das Leben also fröhlich
Überlasse den Streit Gläubigen
Natürlich darf ich über alles lachen
jens tuengerthal 31.05.2018
Glücksquelle
Wer in seiner Mitte ruht
Befindet sich im Gleichgewicht
Was immer erstrebenswert
In jeder Hinsicht wohl ist
Manche lieben viel mehr
Das ständige auf und ab
Mich befriedigt vollkommen
Das rein raus mir der einen
Ihre immer feuchte Mitte ist
Mein täglicher Glücksquell
In dem ich liebend gern ruhe
Miteinander im Gleichgewicht
Was brauche ich Yoga Meditation
Habe lieber Sex mit der besten Frau
Ruhe bewegt dann in ihrer Mitte
Hinterher auch völlig entspannt
Das Leben ist einfach wunderbar
Wenn du alles in einer endlich hast
Angekommen suchst du nichts mehr
Übst nur täglich mehr Befriedigung
Wer seine Mitte in ihrer selig fand
Darf vollkommen glücklich sich nennen
Mehr an Glück gibt es nirgendwo
Kann sich zurücklehnen zu genießen
jens tuengerthal 31.5.2018
Teeosophie 097
Tee Haiku 137
Vorfreude auf Tee
Beginnt Tage glücklich
Ein guter Anfang
jens tuengerthal 31.05.2018
Mittwoch, 30. Mai 2018
Buchpreisbiotop
Buchpreisbiotop
Beschreibt Deutschlands Büchermarkt
Besser als alles
Buchhändler fürchten
Von Verlegern getrieben
Um alte Kultur
Alle haben es
Sich gemütlich gemacht dort
Im geschützten Reich
Zeit für Bewegung
Im lange erstarrten Teich
Täte allen gut
Preisbindung schützt nicht
Vor Amazon sondern lässt
Noch tiefer fallen
Die Kultur schützen
Bücher besser bewahren
Ist erstrebenswert
Keine Kultur ist
Monopole zu pflegen
Dient nur Bestand
Zeit umzudenken
Lieber künftig die Freiheit
Zu verteidigen
Kultur retten heißt
Autoren unterstützen
Statt nur Verleger
jens tuengerthal 30.05.2018
Hitzelust
Sex bei großer Hitze
Ist häufig eher sportlich
Als wunderbar erotisch
Wird schnell nur klebrig
Dennoch wächst die Lust
Auch bei Hitze natürlich
Fragt sich nur wie wir sie
Erfolgreich befriedigen dann
Möglichst wenig Bewegung
Bei laufendem Ventilator
Wird Befriedigung erledigt
Weil es gut tut und nötig ist
Sehr zu empfehlen ist auch
Tantra Sex eher meditativ
Oder lieber schnell kommen
Um lang danach zu genießen
Natürlich habe ich auch bei Hitze
Lust auf meine wunderbare Liebste
Doch empfiehlt alle Erfahrung mir
Mehr Zurückhaltung zu üben dabei
Die Natur aber bahnt sich ohnehin
Wider alle vernünftigen Pläne immer
Ihren besten Weg zur größten Lust
Warum jeder Rat entbehrlich ist
Sex haben wenn die Lust kommt
Darauf lieber verzichten ohne am
Besten es abgestimmt gleichzeitig
Tun und dann zusammen kommen
Für wen das nur graue Theorie ist
Der lebe bei Hitze besser enthaltsam
Wir anderen tun nach unserer Natur
Was gut tut aber auch nie mehr
Das klingt nur nicht sinnlich genug
Für alle die nicht begriffen haben
Das Sex auch ein Lebensmittel ist
Natur und Umständen angepasst
Dies alles könnte ich mehrfach
Noch in jede Richtung abwägen
Doch ist es auch dafür zu heiß
Am Ende war es wie immer geil
jens tuengerthal 30.05.2018
Teeosophie 096
Tee Haiku 136
Tee bessert immer
Sogar schlechte Laune muss
Keiner mehr haben
jens tuengerthal 30.05.2018
Dienstag, 29. Mai 2018
Schöne Aussichten
Das schönste am schönen Wetter
Sind doch die schönen Aussichten
Wenn die Schönste im luftigen Kleid
Vor mir liegt und ich schauen darf
Vertraut sind ihre verzauberten Orte
Doch wie wunderbar ist es wieder
Sie kaum bedeckt ganz nah zu sehen
Schöner nur wird es sie zu berühren
Bei der kleinsten Bewegung schon nass
Geschwitzt von der gerade großen Hitze
Weckt dieser Anblick große Sehnsucht
Nach Bewegung in der Feuchtigkeit
Träume in der wüsten Hitze des Mai
Davon ihre Oase noch zu erreichen
Von ihren Quellen innig zu schlürfen
Ihren Paradiesgarten zu genießen
jens tuengerthal 29.05.2018
Rundungsliebe
Wie liebe ich deine Rundungen
Was freue ich mich an deinen
Perfekt ausgeprägten Kurven
Dem schönsten Körper der Welt
Lobe ich die Rundung deiner
Perfekten Beine fürchte ich
Schon die Diskussion die folgt
Weil ich nicht dünn dazu sagte
Werde dich oh meine Liebste
Nie dünn nennen obwohl du
Dünner bist als nahezu alle
Leichter und zierlicher ohnehin
Verehre deinen schönsten Körper
Ob seiner Rundungen wegen so
Nicht weil er dünn wäre was er ist
Habe nie genug von dir Liebste
Deine holde Weiblichkeit besingt
Allein der Minnesänger in mir gern
Wie dünn du bist spielt keine Rolle
Nur wie sehr ich dich liebe Schatz
Dünn ist für mich kein ästhetischer
Begriff sondern nur Ausdruck einer
Pathologischen Sehnsucht meist die
Gesellschaft den Frauen einpflanzt
Sicher bist du die schlankeste Frau
Von allen die ich je hatte doch geil
Machen mich deine natürlichen Formen
Die eben weiblichen Rundungen
Kleidergröße 32 bis 34 ist sehr sehr
Schlank zierlich oder dünn sicher
Um so mehr freut mich deine noch
Wunderbar ausgeprägte Weiblichkeit
Vermutlich schwiege ich besser dazu
Weil ich dich so sehr liebe und darum
Immer glücklich machen möchte
Doch ich mag das Wort dünn nicht
Nie möchte ich sagen meine Frau
Die ich perfekt schön finde sei sehr
Dünn immer aber will ich schwärmen
Von deinen weiblichen Rundungen
Es hängt vieles an der Art der Betrachtung
Die einen finden dünn ein hehres Ideal
Für mich ist es eher ein Zustand der ohne
Jeden Reiz ist anders als ihre Rundungen
Darum kann ich nicht immer sagen
Was du Liebste dir wünscht auch
Wenn ich nichts als dich glücklich machen
Ein Leben lang will meine Schöne
Wenn du nur verstehen würdest Liebste
Wie ideal ich dich in allem immer finde
Dein Glück mein höchstes Ideal stets ist
Fühltest du wie schön ich dich finde
Gerade weil ich nie das Wort dünn nutze
Bist du so perfekt für mich auch wenn
Alle sagen wie dünn du doch bist was
Ohne Frage so gesehen werden kann
So muss ich wohl weiter damit leben
Ab und zu die Liebste zu erzürnen
Weil ich sie nicht dünn nenne was sie
Ganz offensichtlich für alle doch ist
Solange sie noch weiß wie sehr ich
Sie liebe und meine Zärtlichkeit auch
Überall noch so gerne fühlt werden
Wir beide damit wohl leben können
jens tuengerthal 29.5.2018
Teeosophie 095
Tee Haiku 135
Die Sehnsucht nach Tee
Bei großer Hitze morgens
Zeugt von Erfahrung
jens tuengerthal 29 05.2018
Montag, 28. Mai 2018
Männerdilemma
Liebe meine wunderschöne Frau
Über alles wie überall am liebsten
Für immer von vorne wie von hinten
Doch wie sag ich es ihr nur richtig
Preise ich ihre wunderbaren gerade
Weiblichen Reize meint sie immer
Es hieße sie sei zu dick auch wenn
Das Gegenteil offensichtlich wahr ist
Lobe ich ihre unstillbare riesige Lust
Würdige ich ihr ganzes Wesen nicht
Preise ich ihren guten Charakter
Meint sie es hieße sie sei nicht schön
Sage ich ihr sie sei vollkommen schlank
Vernachlässige ich ihre perfekten Reize
Voll holder Weiblichkeit oder schlimmer
Reduziere sie auf ihre Sexualität damit
Am Ende ist alles was ich sage falsch
Wird die Liebeserklärung umgedreht
Als kritischer Kommentar gewertet
Fast könnte ich verzweifeln darob
Dabei rettet mich noch die Erfahrung
Zu wissen eigentlich sind alle Frauen
So und es hilft nichts als sie lieben
Wo der Verstand endet bleibt Liebe
Das Männerdilemma ist unauflöslich
Frauen sehen immer ihre Probleme
Männer bewundern sie lieber fraglos
Aber Sex kann alles selig erledigen
Darum ist die beste Lösung immer
Taten erst mit Worten zu unterlegen
Die Zunge lieber lekend zu nutzen
Als für missverständliche Komplimente
jens tuengerthal 28.05.2018
Teeosophie 094
Tee Haiku 134
Meine Droge ist
Tee niemals verzichte ich
Freiwillig darauf
Die Teesucht aber
Ist weitgehend unschädlich
Wohl sogar gesund
jens tuengerthal 28.05.2018
Sonntag, 27. Mai 2018
Sonntagslust
Wie wunderbar sind Sonntage
Gemeinsam mit der Liebsten
Ist horizontal einzig aufrecht
Erwachen betrachten genießen
Hinter den Vorhängen die Sonne
Bescheint die sonntägliche Welt
Im Hof spielen vergnügt die Kinder
Um deine Mitte aber streichel ich
Eindringlich nah sich in der Welt
Die langsamer zu laufen scheint
Wird der kaum bedeckte Anblick
Mir zum himmlischen Vergnügen
jens tuengerthal 27.5.2018
Teeosophie 093
Tee Haiku 133
Tee braucht viel Ruhe
Ganz genossen zu werden
Ist so Zeitgewinn
jens tuengerthal 27.3.2018
Samstag, 26. Mai 2018
Wanderlust
Das Wandern ist des Müllers Lust
Dichtete der Müller einst und alle
Singen es bis heute nicht nur zum
Wandern sondern auch als Kunst
So wanderte ich heute auch mit
Der Liebsten zur Kunst und weit
Darüber hinaus durch unser nun
Endlich wieder gemeinsames Berlin
Im Sonnenschein vom Berg hinab
Auf die Museumsinsel um dort gleich
Die Alte Nationalgalerie zu besuchen
Ohne Schlange ging es in die Wanderlust
Eine wunderbare Ausstellung versammelt
Weit über hundertfünfzig Bilder zum Wandern
Von Klassik bis Expressionismus hingen
Dort die schönsten der Schönen beisammen
Diese zweite Wanderung zuerst durch die
Dritte Etage gemeinsam mit der Liebsten
Machte die wunderbaren Kunstwerke dort
In Gegenwart der Schönsten zum Traum
Anfangend mit Willumsens Bergsteigerin
Dem wunderbar expressionistischen Bild
Seiner Frau vor Bergpanorama im Rock
Kam unser Höhepunkt erst kurz vor Ende
Caspar David Friedrichs so großartiger
Wanderer über dem Nebelmeer welches
Lange schon der Prinzessin Liebstes ist
Hing als Leihgabe aus Hamburg dort
Davor und danach viel wunderbare Kunst
Zum Thema Wandern dezent erläutert
Vereinte den Geist des Wanderns dort
Von Friedrich über Goethe bis Renoir
Beschwingt von wunderbarer Wanderlust
Durchwanderten wir noch gleich die beiden
Anderen Etagen der Alten Nationalgalerie
Mit Wanderers Blick auf die übrigen Werke
Nach Auffüllen der Wasservorräte vor Ort
Wanderten wir von der Museumsinsel nun
Katalogweise schwer bepackt weiter gen
Kreuzberg zur bekannten Oranienstraße
Endlich konnte ich meiner Liebsten dort
Voller Romantik wenn auch umgekehrt
Meinen Weg von Schönefeld zeigen den
Nach ihrem Abflug ich immer alleine ging
Kamen so auch gemeinsam durch den
Verzauberten nun blühenden Rosengarten
Besuchten der Oranienstraße folgend noch
Das Aufbauhaus auch zur literaischen Stärkung
Über Prinzessinnengärten wie Wassertorplatz
Erreichten wir den Böcklerpark am Landwehrkanal
Picknickten fein bei Keksen und kaltem Tee endlich
Mit Blick auf den Landwehrkanal verliebt wunderbar
Von Wasser und Sonne ein wenig erholt dann
Folgten wir den Landwehrkanal ein Stück hinauf
Mit der Liebsten endlich das Paul-Lincke Ufer
Gemeinsam im schönen Kreuzberg zu genießen
Irgendwann als Preis der Erschöpfung schließlich
Wendeten wir um dem Landwehrkanal entgegen
Der Sonne gen Westen bis zum Mehringplatz
Zu folgen von dem ab es die Friedrichstraße ging
An Borcherts wie dem Gendarmenmarkt vorbei
Ging es über den Bebelplatz wo wir das Denkmal
Der Bücherverbrennung würdigten zurück auf die
Museumsinsel und von dieser wieder auf den Berg
Nach deutlich über 25km bei schönster Sonne
Kamen wir unter inzwischen rosa Himmel dann
Wieder am heimatlichen Helmholtzplatz selig an
Erschöpft aber glücklich von der Wanderlust
jens tuengerthal 26.05.2018
Fraglos
Ohne Frage ist meine Liebste
Die schönste Frau der Welt
Bete ihre zarte Gestalt an
Freue mich an allem von ihr
Manchmal befragt sie mich
Zu Makeln die ich nicht sehe
Oder was schöner wäre wenn
Es um Haare egal wo geht
Dann bin ich völlig verwirrt
Sie ist doch die Schönste
Die ich liebe und begehre
Mehr sage ich dazu nicht
Sie möchte aber eigentlich
Behauptet sie zumindest
Nur ein ehrliches Urteil
Also Gemäkel und Kritik
Das liegt mir völlig fern
Sie ist für mich ganz fraglos
Die immer allerschönste Frau
Will gar nichts anderes denken
Weil sie also perfekt für mich ist
Sind Fehler völlig uninteressant
Darüber denke ich nicht mal nach
Sehe nur ihre Vollkommenheit
Frauen schauen auf Probleme
Die Männer nie sehen würden
Betrachten stets überkritisch
Was wir fraglos nur anbeten
So hat meine Liebste keine Fehler
Außer diese ständig zu suchen
Besser genösse sie einfach immer
Von mir fraglos angebetet zu werden
Aber vermutlich wäre sie keine Frau
Täte sie es nicht genau so wie ich
Kein Mann wäre übersähe ich es nicht
Weil ich sie über alles liebe
jens tuengerthal 26.05.2018
Teeosophie 092
Tee aufzugießen
Erfordert Gelassenheit
Schweben zu lassen
jens tuengerthal 26.05.2018
Freitag, 25. Mai 2018
Lusttraum
Hatte nie eine Traumfrau
Das schränkt unnötig ein
Dachte ich und genoss lieber
Die Schönheit wie sie kam
Hätte mich jemand gefragt
Wie meine Traumfrau aussieht
Wäre ich ins stottern gekommen
Was könnte ich perfekt finden
Mal waren sie groß dann klein
Vollbusig oder eher ganz flach
Schlank oder eher sehr üppig
Blond dunkel oder rothaarig
Keine hatte alles je erfüllt
Darum liebte ich die Vielfalt
Blieb immer auf der Suche
In meinem ewigen Lusttraum
Glaubte längst nicht mehr
Es gäbe die eine für alles
Hatte die Suche aufgegeben
Nahm es wie es eben kam
Hielt diese Lust für die beste
Sie war real irgendwas ging
Mit der einen oder anderen
Immer irgendwie nebenbei
Wurde langsam impotent
Hatte ja alles schon probiert
Was sollte ich noch erwarten
Rein raus das immer gleiche
Dann entdeckte mich meine
Traumfrau an die ich längst
Nicht mehr geglaubt hatte
Und übertraf einfach alles
Die Lust ist größer als geahnt
Nichts fehlt mir mehr bei einer
Habe mehr als ich je hoffte
Ahnte nicht wie gut es sein kann
Ist es die große Liebe erst
Nach der alles vorher klein wird
Oder ist sie einfach perfekt
Die vollkommene Frau
Sicher ist sie perfekt für mich
Scheinbar bin ich es für sie
Auch wenn ich es nicht verstehe
Genieße ich es um so mehr
Eine Frau die mich wählte
Mich die ausschließliche Liebe
Verstehen und lieben lehrte
Mit der du alles in einer hast
Ihr Körper ist vollkommen schön
Ihre Lust unendlich unstillbar
Kann sie immer wieder kommen
Treibt mich auf höchste Höhen
Ist es die Kraft der Liebe allein
In der sie fraglos hochbegabt
Oder doch mehr ihr Lustgenie
Was alles bisher weit übertrifft
Weiß es nicht und denke mir
Was weiß ich schon überhaupt
Von den Frauen und der Liebe
Glücklich genieße ich die eine
Vielleicht denke ich glücklich
Musste die Traumfrau erst mich
Entdecken damit ich sie finde
Von der Vielfalt früher geblendet
Wer seine Traumfrau gefunden
Hat einfach alles dann in einer
Braucht nichts mehr als sie ganz
Dann sind Natur und Wille eins
Mehr kann im Leben nicht sein
Denke ich glücklich und könnte
Nun sterben wo ich alles hab nur
Zuvor viele kleine Tode mit ihr
jens tuengerthal 25.5.2018
Wahnsinn
Es ist einfach wahnsinnig
Mit meiner Liebsten in allem
Eigentlich immer
Wahnsinnig schön
Wahnsinnig sinnlich
Wahnsinnig verliebt
Wahnsinnig aufregend
Wahnsinnig liebevoll
Wahnsinnig erotisch
Manchmal nur
Wahnsinnig anstrengend
Wahnsinnig nervig
6 zu 2 überwiegt eindeutig
Der gute Wahnsinn hierbei
Also ertragen wir zweimal
Um sechsmal zu genießen
Das lohnt sich auch
Ökonomisch betrachtet
Außerdem liebe ich sie
Da hab ich ja keine Wahl
Freue mich lieber
Wahnsinnig
Das reicht
jens tuengerthal 25.05.2018
Teeosophie 091
Tee Haiku 131
Tee tröstet immer
Egal über welch Dinge
Wir uns aufregen
jens tuengerthal 25.05.2018
Donnerstag, 24. Mai 2018
Morgentaucher
Wie traumhaft ist das Leben
Am Morgen frisch erwacht
In der Liebsten Morgentau
Tiefer noch einzutauchen
Halb schlafend sie noch
Mit vordrängender Lust
Inniglich zu berühren lässt
Den Tag lustvoll beginnen
Wie Tau in der Natur feucht
Sich auf Wiesen niederlässt
Lassen mich ihre Traumspuren
Leicht in sie hinein gleiten
jens tuengerthal 24.05.2018
Teeosophie 090
Tee Haiku 130
Tee passt zu allem
Sommerhitze wie Winter
Ergänzt er perfekt
jens tuengerthal 24.5.2018
Mittwoch, 23. Mai 2018
Analiebe
Oh du nicht Anna
Oder Berta nie
Aber Liebste immer
Liebe dich von allen
Seiten immer mehr
Von Anfang bis Ende
Womit wir hoffentlich
Nie anfangen werden
Um immer wieder
Dabei immer lieber
Von hinten wie von vorne
In eins nicht uneins
Verschlungen zu bleiben
Sei immer mir mein ganz
Ein- und Ausgang
Jeden Tag
jens tuengerthal 23.05.2018
Duschlust
Zusammen duschen
Macht den Alltag lustvoller
Der Natur näher
Sich einseifen lässt
Ineinander gut flutschen
Alles fließt wieder
Rundungen rutschen
Schaumig geil aneinander
Weiter rauf runter
jens tuengerthal 23.5.2018