Montag, 2. Februar 2026

Literatür

Literatür

Literatur ist
Die Tür zum Himmelreich der
Phantasie für mich

jens tuengerthal 2.2.26

Teetrinker

Teetrinker

Immer Tee trinken
Könnte süchtig wirken was
Noch keinem schadet

jens tuengerthal 2.2.26

Lustkomik

Lustkomik

Ist Lust nicht ungeheuer komisch
Frage ich mich oder bleibt uns das
Lachen dabei schnell im Hals stecken
Wo wir eigentlich viel lieber aber 
Lassen wir das lieber es könnte
Bei diesem ernsten Thema noch
Wer falsch verstehen und denken
Was ich nicht mal dichtend dachte
Sich nicht ernst genommen fühlen
Was bei Männern ganz gravierende 
Folgen für ihre Standfestigkeit hat
Wovon dann keiner mehr hätte 
Sondern eher weniger was zwar
Manche sich vielleicht sogar ganz
Generell wünschen würden aber
Für die ist Sex ohnehin eher ein Witz
Den sie sich auch sparen können
Ob sie aber darüber lachen können
Ist so ungewiss wie vieles völlig
Irrationales in diesem Bereich
Eine sagte mir meiner sei viel
Größer als der ihres Ex der zwar 
Millionär aber sonst spärlich war 
Eine andere meinte der ihres Ex
Sei viel größer gewesen worauf
Sich das bei mir eher erledigt hatte
Dabei kommt es auf die Größe viel
Weniger an als auf die Dicke wie 
Den Grad der richtigen Krümmung
Was manche perfekt mit mir fanden 
Während andere nichts empfanden 
Ist eigentlich lächerlich wie schlicht 
Wir dabei trotz allem Geist noch
Funktionieren denke ich lachend
Aber werde mich hüten dies vor 
Frau die es ernst mit mir meint
Was zugegeben unwahrscheinlich ist 
Zu deutlich zu zeigen nicht ihre
Wie meine Chancen auf eine vielleicht
Gemeinsame Befriedigung zu stören 
Lache aber inzwischen darüber und 
Denke wer dabei wie darüber nicht
Lachen kann ist auch sonst eher
Ziemlich traurig außer eine 
Macht Witze über mich und
Schon wird der Humor klein

jens tuengerthal 2.2.26

Liebesscherze

Liebesscherze

Sind Scherze mit der Liebe
Erlaubt oder lieber nie weil
Es um ernste Gefühle dabei
Geht über die keiner Witze 
Machen sollte nur was sind
Sie wert wenn wir nicht mal
Über uns dabei lachen können
Denn eigentlich ist das was
Wir dabei tun und sagen doch 
Mal ganz nüchtern betrachtet 
Eigentlich ziemlich komisch
Vor allem wenn wir es noch
Ganz genau so dabei meinen
Auch wenn es eigentlich nur
Um das eine geht und die
Wege wie wir dies tarnen
Weil Gefühle natürlich viel
Wertvoller sind als nur Sex
Auf dem Jahrmarkt der Liebe
Zumindest wenn sie echt sind
Was aber ähnlich schwer zu
Beweisen ist wie synchrone
Höhepunkte oder sonstige
Echtheitskoeffizienten für das 
Stöhnen was gerüchteweise
Der schnelleren Erledigung
Bei manchen eher dienen soll
Wie das ich liebe dich auch
Manche Tiger handzahm machte
Was eigentlich schon ein Witz 
Wäre was natürlich niemand
Sagt um der Erotik nicht ihren 
Zauber zu nehmen im den viele
Schon viel Geld investierten ihre
Natur künstlich zu erweitern
Oder ästhetisch zu vollenden
Was real niemandem gelang
Dafür Verunstaltung normal ist
Denke ich an all die peinlichen
Silikonkissen die ich berührte
Worüber wir besser lachten
Meinten diejenigen die sich
Damit erweiterten nicht ernst
Was sie tun warum sich auch
Für den davon angeekelten
Gentleman jeder Scherz verbietet
Die entblößten Damen nicht noch
Auszulachen aber es wird immer
Schwerer nicht zu lachen wenn
Du aufgespritzte Lippen ohne
Jedes Gefühl küssen sollst
Aber über echtes Gefühl was
Ja manche immer noch als
Motivation dem Sex umhängen
Ein gutes Gewissen zu haben
Wenn sie ihrer Natur folgen 
Darf natürlich keiner Witze
Sich erlauben oder lachen
Denn wehe es meint wer ernst 
Aber fühlt sich nicht ernst genommen
Dabei dann ist es schnell vorbei
Mit lustig wie der Liebe und Sex
Gibt es dann nicht noch gratis
Ach ja die Liebe ist schon eine 
Ernste Sache über die lieber
Keiner Witze machen sollte
Darum ist sie so komisch und
Wer das nun versteht kann
Thomas Mann lesen wie ihn 
Lieben und darüber lachen
Aber wir sind wenige

jens tuengerthal 2.2.26

Sonntag, 1. Februar 2026

Lektürentagebuch 1.2.26

Lektürentagebuch 1.2.26

Der Mann ohne Schatten heißt das
Kapitel über Franz Hessel in der
Gesprungenen Liebe von Manfred Flügge der bisher gut schrieb 

Verwirrend jedoch ist dass er wieder
Die Geschichte vom Umzug mit dem
Vater nach Berlin erzählt während alle
Anderen Biografien von dessen Tod

Schon im Jahre 1888 in Stettin noch
Erzählen und dem dann Umzug der
Familie nach Berlin was auch zu der
Romanhaften Umsetzung gut passte

Dazu wird der Kramladen des Glücks
Zitiert der auch den Einstieg in das
Kapitel bildet und in dem er später
Von der Zeit in Schwabing erzählt

Auch wenn es im Roman vorher noch
Freiburg und den Besuch bei dem 
Kongress der Zionisten in Zürich gibt
Wird die Nähe zur Kunstszene klar

Bevor Franziska zu Reventlow und
Ihre literarische Umsetzung der Zeit
Auftaucht werden Thomas Mann
Wie Annette Kolbe noch zitiert

Franz studierte zuerst in München
Jura und dann Orientalistik schloss 
Aber keine seiner Studien ab was er
Sich durch sein Erbe leisten konnte 

Über Karl Wolfskehl bekommt er dort
Anschluss an den Kreis um den etwas
Sphärischen Dichter Stefan George 
Dort lernt er auch Franziska kennen

Thomas Mann beschreibt sie in
Seiner Erzählung der Prophet als 
Von der Familie verstoßene Adelige 
Ohne besondere Talente was wohl

Weniger zu dieser vielfältig auch im
Sinnlichen begabten Frau passte mit
Der und ihrem Liebhaber Franz dann
Länger in Schwabing zusammen lebt 

Um den eher sinnlichen freien Geist
Der Schickeria dort zu beschreiben 
Zitiert Flügge zuerst noch aus den 
Betrachtungen eines Unpolitischen

Eine eher seltsame Idee wie manche
Auch der danach Zitate aus den 
Romanen der Reventlow die als eine 
Freie Frau ihr Leben mit Kind führt

Bin gespannt wie es weitergeht auch
Wenn die bisherige Vermischung von
Verschiedenen literarischen Zitaten 
Mit biographischem verwirrend war


Sprachlicher Schönheit und Klarheit
Wegen wende ich mich nun lieber
Thomas Mann selber zu und lese
Noch ein Kapitel in den Buddenbrooks

Dort kehrt Christian nach acht Jahren
In Valparaiso zurück in die Familie
Im großkarierten Anzug sehr hager 
Mit schon sichtbar gelichtetem Haar

Es ist der Februar des Jahres 1856
Direkt am Nachmittag fährt die ganze
Familie zum Friedhof vor dem Tor
Das Grab des Vaters zu besuchen

Herrlich mit wieder feiner Ironie wird 
Die Szene am Familiengrab gemalt
Wie Tony den Kranz ablegt und sich 
Im Schnee hinkniet um zu beten 

Dies tut sie mit solcher Eleganz
Dass unklar ist ob sie dort eher
Religiös würdig dem Toten gedenkt
Oder einfach ihre Schönheit inszeniert

Tom schaut dabei dezent weg aber
Christian schaut genau hin und
Verdreht die Augen was Tony im
Aufstehen registriert aber ignoriert

Die geschiedene Grünlich ist nun
Selbstbewusst genug zu tun was sie
Für gut und richtig hält und so geht
Auch diese Szene einfach vorbei

An der Kaffeetafel zuhause beginnt
Christian zu erzählen und tut dies
Auf eine unter einfachen Kaufleuten
Ungewohnt extrovertierte Art

Erzählt von seinen intensiven 
Erlebnissen im Theater seinen 
Kontakten auch hinter der Bühne
Imitiert am Flügel einen Pianisten

Dies natürlich ohne zu spielen weil 
So unmusikalisch wie alle Mitglieder
Der Familie Buddenbrooks aber mit
Talent zur theatralischen Inszenierung

Er spricht viel über sein Erleben wie
Seine Angst sich schmerzhaft noch
Beim Essen verschlucken zu müssen
Bringt zum Lachen und empört auch

Als Tony ihren Bruder Tom auf das
Seltsame Benehmen von Christian
Anspricht hält dieser ihr eine Rede
Die zeigt wie sehr es ihn stört

Ihre Aufgabe wäre etwas zu leisten
Wie ihre Vorfahren etwas leisteten
Beendet der genervte Bruder seine
Rede der Tony dann voll zustimmt

Schöner Familientratsch der schon
Die kommenden Probleme andeutet 
Wenn Christian unter dem Chef Tom
In der Firma nun arbeiten soll

All das mit feinem Blick auf die je
Eigenarten beschrieben in der sich
Große Erzählkunst wie Freude an 
Der Ironie ganz deutlich zeigen

Auch in sich anbahnenden Problemen
Bewahrt Mann den Blick für die Komik
Der Situation und inszeniert sie durch
Das agieren seiner Figuren herrlich


Im Zauberberg nun um auf dem 
Gipfel mannschen Humors noch
Ein wenig zu verweilen liegt noch
Frau Magnus auf der Chaiselongue 

Während sich Mynheer Peeperkorn 
Darüber auslässt in üblichen stets
Unterbrochenen Sätzen wie wichtig
Ausreichende Nahrungsaufnahme sei 

Sofort bestellte er eine große Portion 
Aufschnitt mit Fleisch Schinken Wurst
Gänsebrust und mehr Delikatessen 
Auf die alle sich dann gierig stürzten

Doch schien das gelieferte dem 
Patriarchen nicht zu gefallen und er
Schlug mit der Faust auf den Tisch
Keiner wagte mehr einen Bissen

In den üblich abgehackten Sätzen 
Die wohl Hauptmann so treffend
Karrikierten dass Mann ihn erst
Persönlich beruhigen musste

Dabei bekam Pepperkorn einen
Cholerischen Anfall den erst seine 
Nachbarin Clawdia beruhigen kann
Worauf er Omelette für alle orderte

Zur Unterstützung der Bemühungen 
Gab er noch eben 100 Franken mit
Womit sich die Situation beruhigte
Bald kam das goldgelbe Omelette

Grüngesprenkelt natürlich auch
Erregten die Platten Zufriedenheit
Sowohl der Kulturpersönlichkeit
Wie seiner Gäste die sich bedienten 

Dazu orderte er noch Korn und
Flaschenweise Wein während seine
Nachbarn Clawdia und Hans dazu
Rauchten was ihn nicht störte 

Pepperkorn fragt Hans was er
Dazu denke und dieser fasst die
Rede in Brocken klug zusammen
Worauf Pepperkorn begeistert ist

In hörbar trunkener Rede fordert er
Dann Hans auf mit ihm doch bitte
Bruderschaft zu trinken auch wenn
Zunächst erstmal ohne Du noch

Mit wunderbaren kleinen spöttischen
Gesten beschreibt Mann hier den 
Auftritt der so beeindruckenden 
Persönlichkeit die nichts sagt

Wie in der ganzen Zeit seines
Lauten Auftretens im Berghof gibt
Pepperkorn keinen einzigen ganzen
Satz von sich aber ständig Floskeln 

Als feiner humorvoller Beobachter
Entlarvt Thomas Mann hier viele
Beeindruckende Persönlichkeiten die
Inhaltlich selten etwas bieten können

jens tuengerthal 1.2.26


Freie Liebe

Freie Liebe

Ist Liebe jemals
Frei oder bleibt das eine
Illusion immer

jens tuengerthal 1.2.26

Sonntagsfrage

Sonntagsfrage

Sollen wir Sonntags
Fragen stellen oder nie
Ruhe zu haben

jens tuengerthal 1.2.26

Teegeschmack

Teegeschmack

Teegeschmack ist so
Verschieden wie Teetrinker
Und ihre Launen

jens tuengerthal 1.2.26

Gestaltungsfreiheit

Gestaltungsfreiheit

Wie frei bin ich
Das Leben zu gestalten
Genügt das Bewusstsein
So oder so zu entscheiden 
Gestaltungsfreiheit anzunehmen
Oder ist schon die Annahme 
Eine bloße Illusion nur von
Sklaven in den Zwängen 
Ihrer beschränkten Natur
Die uns nötigt zu tun was 
Eben nötig zum Überleben 
Vom sexuellen Trieb bis zum
Genuss schönster Gefühle
Frage ich mich nur so lange
Bis mir klar wird alle Freiheit
Ist wie das Bewusstsein nur
Eine Idee unserer Natur die
Auch eine Seele oder gar ein
Natürlich unfreies Unterbewusstsein
Nach Laune erfunden hat
Weil sie so frei ist es zu tun
Warum es mir vollkommen genügt
Anzunehmen ich sei wirklich frei
Es damit auch zu sein statt
Sich unfrei nur zu unterwerfen

jens tuengerthal 1.2.26





Lustwecker

Lustwecker

Manchmal schläft die anfangs
Noch stürmische Lust still ein
Wird zur bloßen Gewohnheit
Die sich langsam verliert

Helfen kann sich zu erinnern 
Wie schön es doch einmal war
Um verlorenes wiederzufinden
Doch funktioniert das leider meist

Nur theoretisch gut weil wir von
Nostalgischen Gesprächen selten 
Den magischen Kitzel finden der
Sich zu reizen unentbehrlich ist

Zusammen erotische Literatur lesen
Kann noch wirkungsvoller sein als
Pornos schauen die nur Sex zeigen
Also schlicht auf Bilder geil machen

Die Lust miteinander aber beginnt
Im Kopf und kann dort den Kitzel
Im ganzen Körper auslösen dann
Folgt dieser der Lust auch willig 

Darum ist auch wenn gerade keine
Erotische Literatur zur Hand wobei
Sinnlich oft tiefer wirkt was nicht
Dieses Etikett zu deutlich trägt

Wie überhaupt die indirekte Absicht
Zielführender ist als der stürmische
Angriff auf das Zentrum der Lust
Das über Umwege eher erreicht wird 

Im übrigen gilt jenseits aller Theorie
Was Lust schenkt war auch gut wo 
Ein Mangel gefühlt sind Umwege
Meistens viel wirkungsvoller noch

jens tuengerthal 1.2.26

Liebertrotzdem

Liebertrotzdem

Manchmal hat es die Liebe schwer
Einfach so gelebt zu werden
Dann zeigt sich was trotzdem bleibt
Auch wenn Zweifel kommen ist was
Dennoch bleibt kostbarer danach
Dies zu erkennen lässt die immer
Auch schweren Zeiten leichter 
Miteinander überstehen so ganz
Theoretisch nur manchmal
Fällt es schwer so praktisch
Auch zu leben was wir wissen
Ganz ohne Zweifel dabei noch 
Ruhig zu bleiben ist dann das
Große Liebertrotzdem
Was genügt
Egal wie

jens tuengerthal 1.2.25

Mitternachtsriesling

Mitternachtsriesling

Noch im Januar in eisiger Kälte
Über Schnee und Eis ins wieder
Crossroads um die Ecke gerutscht
Gleich brachte Phil I den Riesling 

Der gerade alleine hier war aber
Da kam Tino schon aus dem Keller 
Oder von irgendwo wieder und
Grüßte beim klettern freundlich

Die Musik unterhält mit Oldies
Ist also auch für mich schon gut
Passend als längst Oldie hier in der
Noch gut gefüllten Kreuzungs-Bar

Ein paar bekannte Gesichter unten
Um den Tisch vor der Bar in der
Hinteren Ecke der Theke ein Paar
In blond sie und brünett er

Alle hier eifrig im Gespräch auch
Oben wo zwei Gruppen dominieren 
Aber in erträglicher Lautstärke noch
Ohnehin übertönt die Musik alles

Tino wieder fleißig am Mixen und
Phil rennt zwischen den Etagen 
Der Rauchpegel hängt tief nun
Klingt es nach kitschigem Country

Zurück geht es dann im genauso
Eisigen Februar über immer noch
Eis und Schnee nach dem Riesling
Zwischen den Monaten hier 

jens tuengerthal 31.1./1.2.26

Samstag, 31. Januar 2026

Lektürentagebuch 31.1.26

Lektürentagebuch 31.1.26

In der ganz wunderbaren weil so
Vertrauten Gesprungenen Liebe
Der Empfehlung der Liebsten weiter
Über Pierre-Henri Roché gelesen 

Vertraut weil alle Beteiligten aus der
Lektüre ihrer Bücher bekannt sind wie 
Als Autoren geliebt Manfred Flügge 
Einen feinen Blick auf sie alle wirft

Seine Suche nach Liebe von den 
Ersten Versuchen mit 17 erst zur
Ersten Verlobung in England die
Erst viel später ihre Erfüllung fand

Über die Flucht nach Paris wieder
Die Zeit an der Kunsthochschule
Mit ihren wilden berühmten Festen 
Über die Franz Hessel auch schrieb

Zu den Malerinnen mit denen er als
Vermittler von Kunst zu tun hatte wie
Den Modellen seiner Freunde der
Künstler von Picasso bis Man Ray 

Das Kapitel über den Mann der die
Malerinnen liebte erzählt auch vom
Immer vielfältigen Liebesleben des 
Mannes der für die Frauen lebte

Erfahre von seinem auch in Dingen
Der Lust sehr detaillierten Tagebuch
Das immer Roman werden sollte es
Mit Jules und Jim auch teils wurde 

Die englische Liebe zu den beiden
Schwestern deren eine seine Verlobte
Zeitweiser wurde während er dafür
Die andere in die Liebe einführte

Sie kam als noch Jungfrau nach Paris 
Um Malerei zu studieren und wurde 
Von ihm in der Lust unterrichtet als 
Dann die rothaarige Schwester kam

Die einige Jahre älter war holten sie 
Endlich nach was sie in der Zeit ihrer
Verlobung noch verpassten aber
Hielt es beiden gegenüber geheim

Auch Germaine seine später Frau
Taucht dabei irgendwann auf erst 
War die Puppenbauerin nur eine 
Seiner zahlreichen Geliebten

Erstaunt berichtet Flügge dass er
Wohl mehr als hundert Frauen liebte
Also mehr als Casanova noch in
Seinen Erinnerungen berichtet

Eine Null dran zu hängen wäre
Vermutlich hier realistischer er
War ein vielfältiger Genießer der
Es im Paris der Zwanziger genoß

Rochés besonderen Faible für
Rothaarige Frauen vermutet der
Autor in der englischen Verlobung
Noch begründet was aber eher

Zu kurz greift und wer je echte
Also auch noch überall rothaarige
Frauen lieben durfte versteht diese
Lebenslange Neigung Henris gut

Denke an die Überraschung als ich
Es mit zarten 14 erstmals entdeckte
Bei meiner rothaarigen Freundin einer
Deutschen die ich in England traf 

Sie war schon 16 und verließ mich
Nach kurzer Zeit für einen älteren
Berliner damals lebte ich noch nicht
In der noch Jahre geteilten Stadt

Aber es ging ja bei der Lektüre nicht
Um meine rothaarigen Geliebten
Sondern um Henris Liebesleben bei
Dem ich diese Vorliebe verstehe

Nachdem dieser die rothaarige erste
Verlobte als dabei auch erster hatte 
Was er unter einem Pseudonym im
Tagebuch notiert hält er Abstand

Diese Margaret schreibt ihm noch
Pathetische Briefe doch er trifft lieber
Nochmal Violett die Schwester ohne
Zu sagen ob sie auch überall rot ist

Irgendwann reist die enttäuschte aber
Um eine Erfahrung reichere Margret
Wieder ab nach England und Henri
Trifft weiter gelegentlich Violet 

Im Mai ist wieder die wilde Orgie
Auf dem Ball der 4 Künste von der
Akademie der Künste und dann
Lernt er bald Franz Hessel kennen

Von dieser Freundschaft berichtet
Das nächste Kapitel auf das ich mich
Schon sehr freue durch Henri in guten
Pariser Erinnerungen dabei glücklich

Die drei Chanel Models waren auch
Studentinnen der Kunstgeschichte in
Paris als Scouts von Lagerfeld sie
Entdeckten war die Kunst Geschichte

Im VII. Arrondissement hatten die drei
Ihre Dachgeschosswohnung über den 
Dächern des Paris von Roché und Hessel erlebte ich der Liebe Vielfalt

Als ich viele Jahre später dann vom
Schloss in dem die erste Verlobte war
Oberhalb des Tunnels in dem schon
Di und Do verunglückt waren auf dies 

Paris hinunter sah kannte ich die so
Wunderbaren Geschichten noch nicht
Genieße die Pariser Vielfalt die hier
Manfred Flügge weiter leben lässt

Dabei noch den Großvater auch in
Erinnerung der als Student noch 
Auf dem armen Hügel wohne der
Als Montmartre weltberühmt wurde 

Wenn Literatur und Realität sich so
In der Erinnerung vermischen ist die
Zu heiße darum erfolglose Nacht im
Hotel an der Opera fast vergessen


Dies aber leitet wunderbar über zum
Deutschen Fürsten in London der sich
In eine wunderschöne Opernsängerin
Verliebt wovon zu erzählen nun ist

Ein Glücksritter heißt das wunderbare
Buch von Peter James Bowman über
Die englischen Jahre des bekannten
Fürsten Pückler auf Brautschau dort

Der eigentlich glücklich mit seiner 
Lucie einer geborenen Hardenberg
Verheiratete Pückler wollte sich der
Form halber nur scheiden lassen

Dies mit der Absicht so im schon
Industrialisierten und an Kolonien
Reichen England eine Aussteuer
Für seine Gartenprojekte zu finden

Seine Frau weiß davon und er hat
Ihr ohne viel Feingefühl detailliert
Auch von seinen sonst Mädchen 
Die er in England hatte geschrieben

Nun aber kommt die bereits aus
Berlin berühmte Henriette Sonntag
Als gefeierte Sopranistin auch nach
London und er gibt ihr einen Empfang

Als Sängerin fand er sie wohl eher
Mäßig was einige Fachleute wohl
Ähnlich sahen aber menschlich war
Der Reiz dieses Stars wohl groß

Doch dann hört er sie und erlebt 
Die Gegenwart dieser bezaubernd
Schönen Frau und ist hin und weg
Was nach einem ersten ganz

Geheimen Ausritt zusammen dann
Immer intensiver wird während in
London alle diesem Star der Bühne
Zu Füßen liegen und sich um sie

Bemühen vom Grafen Esterhazy 
Über den Prinzen Leopold der
Später König von Belgien wurde 
Die Liste ihrer Verehrer ist lang

Dennoch gibt sie ihm ihren einzigen
Freien Tag und sie treffen sich in
Greenwich zum Austritt wie dem
Von ihm geplanten Essen dort

In einem Restaurant quasi über der
Themse wo er einst die Briefe von
Lord Chesterfield las was wohl die
Herrlichen an seinen Sohn meint

Denke lächelnd guter Geschmack
Liegt doch die feine Ausgabe von 
Manesse hier am Diwan gleich rechts
Zwischen la recherche und Stirner 

Die Rückfahrt machen sie in einer
Verhängten Kutsche und es kommt
Wie er seiner Lucie schreibt dabei zu
Zärtlichkeiten ohne Unanständigkeiten

Die nächsten Tage ist er völlig verliebt 
Dann passiert der große Schock und
Er braucht Tage sich davon wieder zu 
Erholen bis er Lucie wieder schreibt 

Er lobt sie auch nach dem Ende noch
Obwohl er sie hatte heiraten wollen
Der Fürst die Bürgerliche Sängerin 
Aber er hatte sein Herz völlig verloren

Mit 42 Jahren zum ersten mal ist
Dieser Mann völlig verliebt und dann
Verlässt ihn sein größter Traum für 
Einen anderen dem sie gehöre 

Zwar teilte sie seine Gefühle wie
Sie ihm wiederholt versichert aber
Sie sei versprochen und so sei es
Ein Gebot der Ehre es einzuhalten

Die fast zwanzig Jahre jüngere
Sängerin kehrt tatsächlich zu
Ihrem Grafen Rossi zurück und
Wird dann ganz seltsam krank 

In Paris heißt es sie sei auf einem
Aprikosenkern ausgerutscht doch 
Tatsächlich war sie schwanger von 
Rossi und bekam ihre Tochter

Diesen Teil der Geschichte hat die
Sonntag ihm verschwiegen und so
Wissen wir nicht was er dazu dachte
Wie er darauf wirklich reagiert hätte 

Nach langen Mühen setzt Rossi
Beim König von Sardinien dessen
Botschafter er ist durch Henriette
Heiraten zu dürfen unter Bedingungen

Sie muss sofort ihrer Karriere auf
Der Bühne beenden damit er noch
Als Diplomat weiter arbeiten darf
Was sie tut womit es endet

Pückler hat ihr in seinem Garten
Noch ein wunderschönes Denkmal
Mit Büste und Rosen gesetzt hat
Sie aber wohl nie wieder gesehen

Vergessen aber hat er die großartige 
Künstlerin und wunderbare Frau die
Seine erste große Liebe war nie
Das Denkmal errichtete er 1848

Im Pleasureground von Branitz
Also wieder zwanzig Jahre später
Weil große Gefühle kommen um
Zu bleiben wie es manchmal ist

Ganz gerührt von dieser wehmütig 
Schönen Liebesgeschichte um den
Fürsten Pückler und Henriette 
Sonntag denke ich an meine Lieben

Die traurigen verlorenen wie etwa
Zu der jungen Schönen die ich auch
Nie wieder sah was vermutlich besser
So für alle Beteiligten noch war

Denke an die ganz wunderbaren 
Opernsängerinnen denen ich teils
Ganz nah sein durfte oder doch mein
Herz gern in die Ferne schenkte

An die Prinzessinnen die ich liebte
Ohne ihnen je nahe außer als Freund
Gewesen zu sein oder auch jene
Wunderschöne rothaarige Sängerin

Die Prinzessin aus dem fernen Orient
Der ich für Momente nah sein durfte
Bis alle ihrer Wege weiter zogen und
Manche Liebe bekommt ein Denkmal

jens tuengerthal 31.1.26