Samstag, 15. August 2026

Lektürentagebuch 15.8.26

Lektürentagebuch 15.8.26

Im 6. Kapitel lässt Sebastian Teruel
Die Reisegruppe zur Oase kommen
Wo sie herzlich begrüßt wie als
Freunde aufgenommen werden

Eigentlich wollte Heinrich gerne sofort
Zum Eremiten gehen doch davor liegt
Das Abendessen mit den Ältesten der
Siedlung was Heinrich ungeduldig

Mehr erträgt um dafür auch auf eine 
Harte Probe gestellt zu werden mit
Esoterischem Gerede über die Seele
Als gäbe es eine solche in der Natur

Wobei Heinrich ja noch auf der Suche 
Nach höherer heiliger Wahrheit ist
Die er im Rausch schon vor sich sah 
Wieder schwer erträgliches Gelaber

Küchenesoterik mischt sich mit den 
Standardformeln schlichter Weisheit
Durch die Seiten gekämpft und es mit
Humor dabei zumindest genommen

Diesmal macht der kluge Georg
Zumindest eine Bemerkung die
Kritisch denkenden Menschen den
Ganzen Irrsinn leicht offenbart

Gut recherchiert hat Sebastian zu
Sitten und Gebräuchen der Völker
In der Wüste und gibt sein Wissen
Im Gespräch dabei auch weiter 

Mal referiert der Oberst von Schick 
Dann übersetzt oder meint Umma
Eine kleine romantische Szene die
Mehr versprach wird einfach nichts

Es mit Humor zu betrachten ist wohl
Der beste Weg zum Umgang mit
Diesem Hokuspokus darüber lachen
Hilft den Irrsinn lächelnd zu ertragen

An Life of Brian denken ist dabei
Vielleicht der Schlüssel es mit einem
Lachen lieber zu lesen als diesen 
Religiösen Wahn ernst zu nehmen


Nach zu viel Esoterik noch ein wenig
In die Epoche der Aufklärung wie den
Blick auf sie mit Egon Friedell in der
Kulturgeschichte der Neuzeit

Unter der Überschrift Pleiß-Athen wird
Über Leipzig als geistige Hauptstadt
Deutschlands berichtet als Sitz der
Messe wie der vornehmsten unter

Den deutschen Universitäten wie 
Friedell hier meint ohne es weiter
Zu begründen als Metropole des 
Buchhandels war sie modisch galant 

Worauf heute vermutlich keiner mehr
Käme der an Sachsen noch denkt
Dennoch sei alles was Sachsen
Damals hervorbrachte eine pure

Korrepetitionsliteratur gewesen sei
Methodisch verkniffen verprügelt wie
Pedantisch korrekturwütig dabei noch
Unermüdlich im Wiederholen dieser

Einzig liebenswürdig dabei sei noch
Christian Fürchtegott Gellert gewesen 
Den Friedrich der Große coulant als 
Kompliment nannte er schrieb ganz

Harmlose Weisheiten mit Zärtlichkeit
Die vor allem vielen Frauen gefielen 
Erinnert an den Grossvater der im
Kinderzimmer seine Witze erzählt

Seine Fabeln und mehr sei von ihm
Nicht übrig geblieben wirkten als ob
Sie Stücke für die Unterstufe seien 
Waren etwas altjungferlich dabei

So wie Gleim etwas vom alternden 
Junggesellen hatte mit den um ihn 
Gescharten Anakreontikern eher
Linkisch als je amourös wirkte

Sie waren verliebt in die Idee von 
Verliebtheit waren nie betrunken
Sondern nur von der Idee berauscht
Weshalb Kant sie läppisch nannte

Seit 1730 war Gottsched der absolute
Literaturdiktator durch sein Hauptwerk
Die critische Dichtkunst in der er ganz
Streng Aristoteles und Horaz folgte

Aber schon ein Jahrzehnt später
Wurde er wieder gestürzt durch die
Schweizer Bodmer und Breitinger
Die Poesie sollte danach besonders

Außerordentlich und wunderbar sein 
Aber müsse immer wahrscheinlich
Dabei noch bleiben was sie bei Äsop
Am ehesten verwirklicht sahen

Dabei waren die Standpunkte im
Grunde relativ ähnlich im einzelnen
Uneinig wie feindliche Brüder jedoch
In ihrer Kunstfremdheit sich ganz nah

Jedenfalls wurde der Tyrann durch
Sie gestürzt und Goethe schrieb 1765
Ganz Leipzig verachte Gottsched was
Zumindest eine Befreiung doch war

Zeitweise war er noch das literarische
Gewissen der Neuberin die in der
Deutschen Theatergeschichte eine 
Wichtige Rolle wohl spielte 

Später überwarf sie sich mit ihm
Brachte ihn als Parodie auf die Bühne
Sie war hübsch gescheit gebildet 
Temperamentvoll nur wie alle Stars

Die auch noch Direktorinnen sind
Sehr herrschsüchtig und dabei auch
Rechthaberisch spielte nicht nur auf
Der Bühne am liebsten Hosenrollen

Als Gründerin der Leipziger Schule
Setzte sie auf pünktliche fleißige
Proben Ehrbarkeit sorgfältige
Versdeklamation und runde wie

Gepflegte anmutige Posen berühmt
War ihre Verbrennung des Harlekin
Auf offener Bühne aber sie wurde 
Mit der Zeit unmodern und ließ es 

Währenddessen kam in Wien die
Hanswurstdynastie zur höchsten 
Blüte und hätte sich dort bis heute
Erhalten und alles folgende überlebt

So blieb die barocke Stegreifposse
Noch in Fortsetzung bis Nestroy 
Dabei lässt der auch Theaterkritiker
Friedell offen ob das gut so ist

Mit wunderbar spitzen Kommentaren
Blickt Friedell hier auf das Theater
Wie die Literatur der Aufklärung und
Spottet dabei wieder sehr menschlich

jens tuengerthal 15.8.26

Helminachbarschaftsfest

Helminachbarschaftsfest

Der Helmholtzplatz feiert heute ein
Nachbarschaftsfest mit einer sehr
Beeindruckenden Fotoausstellung
Über und von Obdachlosen die
Hier am Platz leben und viele der 
Gesichter dort waren mir bekannt
Aufgrund der großen Hitze war ich
Nur kurz einmal dort.werde aber 
Am späteren Abend nochmal
Vorbeigehen und ein wenig plaudern
Die Bilder sind wie sichtbar lohnend
Es ist ein Stück Berliner Kultur
Zugleich veranstaltet dort die 
Initiative SUN was ausgeschrieben
Solidarität unter Nachbarn heißt 
Ein Fest der Begegnung was zu
Schönen Gesprächen schon führt

jens tuengerthal 15.8.26

Urlaubsentspannung

Urlaubsentspannung

Urlaub sollte entspannen 
Stattdessen stresst es mehr
Reisen um irgendwo zu sein 
Den Planeten infolge weil alle
Sich saisonal bewegen wollen
Besser investierten sie das Geld
Für Urlaub es sich bei sich auf
Dauer schön zu machen statt 
Der Herde in die Ferien zu folgen
Tun wir einfach mal nichts und
Bleiben wir wo wir sind um es
Dort schön zu haben wäre
Schon viel für alle gewonnen 
Wer dann die Zeit nutzt um
Gute Bücher zu lesen könnte 
Wirklich entspannen und es sich 
Zuhause in Ruhe gut gehen lassen
Wäre das nicht am schönsten
Denke ich in meiner Bibliothek
Die Vorhänge zugezogen um
Sich vor der Hitze zu schützen
Mit nichts vor als entspannt
Zu genießen was ist was der
Entspannteste Urlaub ist
Dazu noch der günstigste
Für arme Poeten passend 
Mit den Büchern meiner
Bibliothek bin ich überall
Ohne je hin zu müssen
Ökologisch sozial wie
Nachhaltig verantwortlich
Echte Urlaubsentspannung

jens tuengerthal 15.8.26

Klimakacke

Klimakacke

Die Klimakacke ist am dampfen
Waldbrände und tiefster Stand 
Am Rhein aller Zeiten daneben
Noch über 12.000 Hitzetote wer
Nun weiter leugnet ist ein Teil des 
Problems auch wenn das Wetter
Nichts über das Klima uns sagt
Dennoch fliegen viele weiter und
Verstärken damit das Problem
Dort wo es entsteht statt etwas
Zur Lösung beizutragen und 
Einfach weniger wollen und tun
Alles nicht notwendige vermeiden
Wir wissen das alles schon lange
Aber die Regierung Merz ignoriert
Sucht Nähe zum Klimaleugner Trump
Hofft weiter auf Wachstum ohne
Die Täter enteignen zu wollen
Schenkt sie den Mineralölkonzernen
Mit dem Tankrabatt noch Milliarden
Weil deren Lobbyistin nun Ministerin
Statt Bäume zu pflanzen die helfen
Wird noch mehr Boden versiegelt
Die Klimakacke ist am dampfen
Aber keine Sorge bald ist es vorbei
Dann ist der Planet unbewohnbar
Menschen gemacht was zumindest
Ein sicheres Ende verspricht

jens tuengerthal 15.8.26

Morgendämmerung

Morgendämmerung 

Gegen halb sechs noch eine Runde
Um den Platz drehen nach vorher 
Durchschriebener Nacht ist eine
Begegnung von Tag und Nacht
Am Platz die letzten Jugendlichen
Zwischen Trinken und Tischtennis
Auf einer Bank drei erschöpfte
Junge Männer im Gespräch
In der Speiche poliert die Geliebte 
Vom Wirt bei offenen Fenstern 
Aber ohne Musik den Tresen
Das Crossroads schon dunkel
Auf dem Rückweg ein Läufer 
Mit schon angehefteter Nummer
Auf dem Weg wohin auch immer
Ein kleiner Laster liefert die Brote
Zum Falafelladen während ein
Anderer in der Lettestraße dem
Buchladen die Kiste mit den 
Neubestellungen bringt sind
Fast alle Fenster noch dunkel
Doch die Stadt schläft nie

jens tuengerthal 15.8,26

Lektürentagebuch 14.8.26

Lektürentagebuch 14.8.26

Heute durch das lange 5. Kapitel in
Die Suche Das Heilige von Sebastian 
Teruel gekämpft und zwischendurch
Erschöpft dabei noch eingeschlafen 

Was sicher auch an der Witterung
Mit Temperaturen über 30 Grad lag 
Aber auch am Thema mit dem ich
Schon zu lange beschäftigt war

Die Reisegruppe kommt darin
Zum Kloster das an jenes auf
Dem Sinai mich erinnert was mein
Vater einst im Morgengrauen malte 

Seines war dort wo nach dem großen 
Märchenbuch der Ölbusch brannte 
Dieses liegt am Berg doch scheint
Ähnlich alt schon zu sein wurde 

Bereits im Jahr 600 oder früh sogar
Errichtet hat es eine etwas skurrile 
Gemeinschaft die Sebastian uns 
Während der Tafelrunde vorstellt

Dort diskutieren sie Fragen des
Glaubens der Götter des Heiligen 
Mit etwas ermüdenden Formeln 
Die jeder kennt der schon mal

Mit Mönchen über Glaubensfragen
Sprach diskutieren ist müßig weiß 
Wer je diese Erfahrung machte
Wie ich noch mit Notker Wolf dem

Früheren Abtprimas der Benediktiner
Der als Mönch mit der E-Gitarre einst
Schlagzeilen machte aber das war
Auf der Leipziger Buchmesse 2011

Habe um Glaubensfragen wie den 
Albernen Aberglauben früher noch
Viel im Geist des Grand Orient wie
Der Enzyklopädisten gestritten 

Denke an die kleine Abtei bei
Ribeauvillé am Berg wo wir die
Diskussion noch suchten um
Von der Freiheit zu überzeugen

Sehe all die Heiligenbilder dort
Mit bezeugten Wundern noch
Vor mir was Geschichte nun ist
Die fern aller Vernunft bleibt

Eine lustige Gruppe von Mönchen 
Wie aus dem Bilderbuch mit all
Ihren Gegensätzen zwischen
Lebenslust und hoch spirituell

Die Begründungen warum sie
Ihrem Aberglauben folgen sind 
Aus dem gleichen Stoff dabei
Wie immer und so ermüdend

Das Ganze ist sehr gut komponiert
Erzählt über die Figur des Oberst
Auch einige spannende Details
Aus der Bibelkunde die es gibt 

Die ewige Sinnfrage und hehre 
Worte zum Seelenheil sind dabei 
Umfassend behandelt aber bisher
Relativ einseitig leider gehalten 

Die vernünftigen Einwände des
Einzig kritischen Aufklärers in der
Runde esoterischer Sinnsucher
Werden spirituell abgewürgt 

Der Diener Georg kommt kaum zu
Wort oder wird abgewürgt was ein
Ungleichgewicht im Diskurs weckt
Der Sache nicht gerecht wird

Das liest sich etwas ermüdend 
Auch wenn gut recherchiert wie gut
Inszeniert trotz gelegentlichem
Sprachlich zeitlichem Verrutschen

Ein Kapitel in dem viel Wissen
Wie vermutlich lange Arbeit steckt
Das einen nachdenklichen Autor zeigt
Ermüdet mit konventionellen Mustern 

Die kluge Marie erhebt gelegentlich 
Noch die Stimme der Vernunft aber 
Georg trägt nichts wesentliches bei
Kritischer Geist bleibt hier schwach

Dagegen ist der religiöse Rausch
Der parallel zum realen hier ist
Dank reichlich Wein dabei eine
Lockere Idee zum ernsten Thema

Ein spannendes Kapitel das mich
Mit kritischer Prüfung genannter
Quellen tatsächlich einen Tag lang
Beschäftigte regt zum Denken an 

Doch fehlt es an Argumenten für 
Ein kritisches Denken dabei was
Angesichts des sonst Tierganges
Vom Thema her etwas dünn ist

jens tuengerthal 15.8.26

Freitag, 14. August 2026

Umwidmung

Umwidmung

In Zeiten des Klimawandels
Braucht es dringend wieder
Mehr kühle Bauten der Ruhe
Wie Kirchen es einst waren

Insofern der Aberglaube heute
Weitgehend im zivilisierten Europa
Zumindest erledigt ist es dafür an 
Historischer Bildung sichtbar mangelt

Sollten wir Kirchen nun umwidmen 
Zu öffentlichen Bibliotheken machen
In denen die Menschen sich künftig
Historisch lesend bilden können

Statt weiter biblische Märchen vom
Altar predigen zu lassen lieber die
Guten alten Bücher zum Denken
Aus denen manche etwas lernen

Die kühlen Kirchen wären auch
Räume der Entspannung und Ruhe
Dienten allen Bürgern statt nur einer
Im Aberglauben separieren Gruppe

Einen höheren Zweck als dem Geist
Menschlicher Bildung zu dienen kann
Kein Gebäude haben womit sogar
Kirchen einen guten Zweck hätten 

Statt Aberglauben würde dabei die
Vernunft wie der Geist der Aufklärung
Gefördert was den Kirchen gut stände
Eine Umwidmung ist also nötig

jens tuengerthal 14.8.26

Eskalationskommunikation

Eskalationskommunikation 

Wenn die Kommunikation eskaliert
Braucht es viel Beruhigung um sich
Wieder verständigen zu können wie
Beim Volksbad vor der Volksbühne 

Natürlich kann keiner ernsthaft die
Volksbühne für rassistisch halten
Das Schwimmprojekt für die Kinder
Dunkler Hautfarbe war nett gedacht

Nur eben schlecht kommuniziert
Du kannst nicht einen Teil des Volkes
Nach Hautfarbe im Volksbad einfach
Ausschließen ohne Rassist zu sein 

Sollte mein gestriger Text dazu für 
Wen missverständlich gewesen sein
Täte mir das leid und ich übernehme
Natürlich die Verantwortung dafür

Die Reservierung für die Kinder im
Umfeld eines Vereins hätte keine
Aufregung verursacht als eben einmal
Geschlossene Veranstaltung dabei

Bewusst provokativ wurde aber ein
Ausschluss der Mehrheit nach nur
Rassischen Gesichtspunkten dabei
Kommuniziert und brachte Ärger

Statt nun den Fehler zu gestehen
Wird weiter geschossen und gleich
Behauptet sie könnten schon die
Sicherheit nicht mehr garantieren

Die Rechten nutzen die Chance
Werfen der Volksbühne Apartheid
Vor was ähnlich hysterisch ist nur
Die Eskalation noch weiter führt

Rechte brauchen Eskalation weil 
Sie politisch nichts zu bieten haben
Wird mit Angst Politik gemacht doch 
Wenn Linke mitmachen wird es wild 

Es gab viele Fehler in der hierbei
Nötigen sensiblen Kommunikation 
Auch die Volksbühne setzt nun auf
Eskalation und Angst vor Rechten 

Weise wäre es nun den Fehler der
Kommunikation zu gestehen statt
Mehr Eskalation Beruhigung suchen
Damit Verständigung möglich ist 

Aber als Aktion des Marketing kann
Jede Eskalation nur begrüßt werden
Weil sie mehr Aufmerksamkeit bringt
Hier entsteht der Konflikt der aber

Dringend der Deeskalation bedarf 
Um nicht Rechte weiter zu stärken
Wir brauchen keine Straßenkämpfe
Aber sollten uns dazu verständigen

Die Idee vom Volksbad war gut nur 
Sollte dieses einschließen nicht
Nach Hautfarbe ausschließen was 
Nur zeigt wo das Problem hier liegt

Würde allen meinen dunkelhäutigen
Freunden heute davon abraten nach
Brandenburg Mecklenburg oder gar
Sachsen zu fahren weil zu gefährlich

Auch davon in Sachsen-Anhalt noch
Anzuhalten ist abzuraten und das
Gute Thüringen Goethes ist eh durch
Schwarz-braun wie die Haselnuss

Darüber müssen wir dringend reden
Statt Konflikte in Berlin weiter noch
Eskalieren zu lassen als nötig weil 
Gerade alle völlig übererhitzt sind

Wenn die Wogen sich glätten können
Alle in Ruhe hier baden gehen mit
Weniger Hysterie ist natürlich viel
Weniger Marketingeffekt möglich

jens tuengerthal 14.8.26

Donnerstag, 13. August 2026

Lektürentagebuch 13.8.26

Lektürentagebuch 13.8.26

In Dunkle Renaissance erzählt uns
Stephen Greenblatt in dem Kapitel
Gefährliche Bekanntschaften von 
Christopher Marlowes Kontakten

Zu Raleigh und seinem Umfeld das
Für die ersten Versuche noch der
Kolonialisierung im später Virginia 
Verantwortlich auch war was zu

Ersten Kontakten auch zur dort
Ursprünglichen Bevölkerung führte
Von denen zwei nach London auch
Kamen und bei Raleigh verkehrten

Der Favorit der Queen war nicht nur
Ein verwöhnter den Luxus liebender 
Gentleman sondern kluger Dichter
Wie erfolgreicher Unternehmer dazu 

Es wurde Marlowe wie ein anderer
Dort verdächtigt atheistische Reden 
Engagiert gehalten zu haben was 
Beide noch sympathischer macht

Diesen Verdacht den ein Agent über
Marlowe äußerte war lebensgefährlich 
Ob Walsingham ihn daraus noch
Befreien könnte war fraglich

Der andere wohl Bekannte war ein
Physiker und Astronom der auch mit
Keppler korrespondierte vor diesem
Vieles bereits entdeckt hatte was

Klar stellte dass die Kirche irrte
Die Erde sich nicht kreisförmig um
Die Sonne bewegte sondern in 
Ellipsen was sich ja bestätige

Aber die bloße Behauptung einer
Von der offiziellen Lehre noch
Abweichenden Meinung war schon
Lebensgefährlich genug zu der Zeit

Raleigh als kontinentaler Seefahrer
Wird die Wissenschaft die von der
Meinung der Kirche abwich sehr
Geschätzt und gebraucht haben 

Zwischen diesen Polen balancierte
Auch Marlowe der genau mit diesem
Risiko bewusst auch spielte dazu
Kommen einige Lektionen Machiavelli

Greenblatt stellt so über das quasi
Nichts was von Marlowe bekannt ist
Die ganze Epoche und ihren Geist
In einen kulturhistorisch Kontext

Das liest sich gut und macht es
Spannend neben dem Zorn auf
Die Macht der Dummheit die der
Aberglaube bis heute noch stützt 

Glaube als Mittel der Herrschaft
Nach Machiavelli offenbart die 
Heiligkeit als Mittel zum Zweck
Was ihr wesentlich besser steht

Als alle anderen Lügen die der
Legitimation der Herrschaft dienen
Aber dafür dann scheinheilig tun 
Was im Christentum sehr beliebt

Auf diesen Kontext und die dafür
Oppositionelle Rolle von Marlowe
Wie die damit verbundenen Gefahren
Macht Greenblatt hier aufmerksam


Nach der Kirchenkritik wieder zurück 
Zum Aberglauben in die Wüste bei 
Sebastian Teruel in seinem Roman 
Die Suche Das Heilige was genau

Die Gefahr des Aberglaubens schon
Im etwas ungelenken Titel trägt mit
Wenig Hoffnung auf eine kritische
Haltung dort noch außer bei Georg

Warum nur der etwas servile Diener
So intelligent sein soll die Lügen des
Aberglauben kritisch zu erkennen
Mutet schon etwas seltsam dabei an 

Während Henrich unter den Sternen
Der Wüste allein am Feuer sitzt 
Kommt Marie zu ihm und ergreift
Seine Hand um ihn dabei zu fragen

Was ihn wirklich in die Wüste treibt 
Die Suche nach höherer Erkenntnis
Letzter Wahrheit oder was und sie
Reden über die Liebe miteinander

In diesem zärtlich schönen Gespräch
Nähern sich ihre Lippen und endlich
Kommt der Kuss auf den wir alle
Schon lange gewartet haben

Die Leidenschaft und das Gefühl
Erfasst sie beide aber Marie bremst 
Mit einem noch nicht Richard aus 
Es bleibt zärtlich noch kein Sex 

Das ist sehr einfühlsam schön hier
Beschrieben führt den Aberglauben
Der letzte Wahrheiten verspricht auf
Die Natur und ihre Sehnsucht zurück

Der Mensch will lieben um dann noch
Geliebt zu werden welch ein Glück
Das wer es wirklich fühlt doch immer
Mit Goethe noch unverdient findet 

Die erste sinnliche Liebesszene ist
Sebastian wirklich gelungen ohne
Dabei in den Kitsch zu rutschen oder
In esoterischem Schleim zu versinken 

Das schlichte unsichtbare Band das
Marie und Richard nun als ihr kleines
Geheimnis verbindet ist zärtlich schön
Mehr braucht Liebe in der Natur nie

Beim Ritt durch die inzwischen
Steinwüste mit ihren Bergen wie 
Tälern entdecken sie riesige Figuren
Die Umar ihnen näher erklärt

Der leicht spirituelle Reiseführer
Weiß dann auch dass es sich um
Eine alte Bibliothek handelte die
Sie dann mit Fackeln betreten

Spielt ein wenig mit der Spannung
Unter Einsatz des bekannten
Indiana Jones Element aber tut dies
Ohne Kitsch mit relativer Eleganz

An den Wänden stehen sumerische
Weisheiten die sich ein wenig nach
Taschenkalender für Rutengänger
Oder Wahrheitssucher anhören 

Der Oberst schwer beeindruckt
Paust diese ab und offenbart sich
Als Mitglied eines Templerordens
Ein wenig fehlt mir hier die Ironie

Das spirituelle Gelaber ihres so
Gebildeten Reiseführers der auch
Altaramäisch aus dem Stegreif noch
Übersetzt erfordert starke Nerven

Oder einen festen Glauben der ja
Eine feste Burg sein soll die vor
Den Untiefen kritischer Vernunft
Viele Menschen dauerhaft schützt

Es ist gut geschrieben vielleicht
Ist es eine Form von Humor sich 
Dem Ewigen auf diese Art lieber
Zu widmen sag ich mir und lese weiter

Nun führt Umar sie in die nächste 
Oase in der er mit Marie zusammen
Zuerst das Willkommen aushandelt
Wo gerade ein hoher Gast erwartet

Sie sind dennoch willkommen aber
Bedauern des angekündigten Besuch
Wegen weniger Aufmerksamkeit zu
Haben und schon galoppiert dieser

Berühmte Mann namens Esfandyar 
Was eine ursprünglich persische 
Figur aus Sagen oder Geschichte war
Später arabischer Vorname wurde

In einer Staubwolke in die Oase
Maria kennt diesen Mann schon
Von dem gesagt wird seine Füße
Hätten jeden Ort der Wüste betreten

Dieser wickelt sich aus seinen 
Gewändern und dem Turban 
Reinigt sich im Lendenschurz 
Die Reisegruppe betrachtet ihn

Der überall tätowiert ist staunend
Mit dem Horusauge auf der Stirn
Pflanzen und alchemistischen
Symbolen auf dem Körper

Nach Begrüßung der Alten kommt
Der Mann der Mitglied des B’nai Or
Sein soll dem angeblich ältesten
Orden der tatsächlich aber erst

In den Sechzigern in den USA als
Weitere jüdische Loge gegründet 
Wurde dem B’nai Brit Orden also
Der jüdischen Freimaurerei ähnelt

Angeblich spricht er mit den Alten
Der Oase die Ursprache die schon
Im Paradies von Gott gesandt was
Wieder der alte Hokuspokus nur ist

Maria fungiert als Übersetzerin und
Vor allem Heinrich fragt ihn nach
Seinem Orden und dieser referiert
Von Maria übersetzt über die Suche

Nach Licht die unsere Aufgabe wäre
Um sich gegen die Dunkelheit damit 
Wehren zu können also im Kern die
Symbolik der klassischen Freimaurer

Auch viel seiner toleranten Gesten
Der ihnen sogar die Hand reicht wie 
Frauen in Marias Gegenwart lobt als
Urkräfte der Natur aus der wir sind

Hier werden verschiedene Mythen
Mit stark jüdischem Einschlag noch
Gemischt welche die Geschichte der
Völker in der Thora überlieferten

Das sind spannende Begegnungen
Wie interessante Ideen plötzlich den
Humanistischen jüdischen Orden der
Freimaurer in die Wüste zu setzen

Es ist nicht alles ganz stimmig aber
Eine spannende Idee um an den 
Ältesten bekannten Wurzeln der
Kultur die Wahrheit zu suchen

Wie dazu noch den tieferen Sinn
Des Seins zu erkennen als gäbe
Es je einen und wäre diese eine
Region wirklich Ursprung der Kultur

Dies ist allerdings eine hauptsächlich
Von religiösen Märchen aus der
Genesis mit der Geschichte von
Adam und Eva geprägte Ideen 

Weil der Aberglaube die Geschichte 
Vom Paradies erzählt die aber die
Juden erst in der babylonischen
Gefangenschaft erfunden haben 

Suchen von abrahamitischen Sekten
Geprägte Menschen deren Spuren 
Wollen die Ursprache und das erst 
In Babylon erfundene Paradies finden

Dabei sollte dieses Märchen nur die
Juden bei der Stange halten und die 
Rückkehr ins wüste Nomadenleben
Attraktiv noch erscheinen lassen

Bin gespannt was dieser typisch
Freimaurerischen Orden nun in der
Wüste zu suchen hat wie eine
Jüdische Kultur dominant wird

Es mischt die Elemente aus der alten
Wahrheitssuche der Menschheit mit
Esoterischen Mitteln wie zugleich
Dem Anspruch höherer Wahrheit

Wer die Gradsysteme der Freimaurer
Geistig durchlief kennt diese alten 
Rituale auch mit ihrem Bezug auf
Die alte ägyptische Mystik zu gut 

Alle anderen kennen es aus der
Zauberflöte in der Mozart und 
Schikaneder die beiden Logenbrüder
Das Ritual zur Oper mit Humor 

Einst gemacht haben und in der
Auch Isis und Osiris besungen 
Werden während der Mauer schon
Bei der Initiation auf die hier auch

Tätowierten vier Elemente geprüft
Zum Meister mit dem Geheimnis 
Vom Bau des Tempel Salomons
Dann erhoben wird und dazu 

Symbolisch die Grenze von 
Leben und Tod überschreitet was
Hier die spirituelle Droge ersetzt
Wird da zum geistigen Prozess

Es ist spannend in welche Abgründe
Des geistigen Lebens Sebastian hier
Seine Protagonisten steigen lässt für
Die Suche nach Sinn und Wahrheit 

Schön dadurch auch an alle Pfade
Erinnert zu werden die du selbst
Geistig schon beschritten hast bevor
Das Nichts zu allem wurde 

jens tuengerthal 13.8.26

Volksbadrassismus

Volksbadrassismus

Das sogenannte Volksbad vor
Der sogenannten Volksbühne
Bei der sogenannten Linke
Ganz umme Ecke was ich als
Idee noch schön und gut fand 
Praktisch angewandtes Marketing
Für ein linkes Kulturprojekt
Grenzt Freitags die weiße Mehrheit
Zugunsten schwarzer Minderheit
Völlig aus damit sich keiner mit
Anderen mischen muss im
Volksbad das keines mehr ist
Sondern realen Rassismus
Im Namen der Verständigung
Betreibt die verständnisvoll
Für alle Sonderwünsche
Sich gerne ganz offen gibt
Nur für manche eben nicht
Leide nicht darunter und meide
Schwimmbäder ohnehin lieber
Finde es aber empörend wie
In Berlin wieder Rassismus
Verständnisvoll normal wird 
Sollen wir nun auch alle
Ossis verstehen die keine
Ausländer haben wollen weil
Es die in der DDR auch nicht
Gegeben hätte oder wenn
Nicht im Volksbad und wohin
Soll der Volksbadrassismus
Unsere Stadt künftig führen
Entscheidet das der Intendant

jens tuengerthal 13.8.26