Lektürentagebuch 24.5.26
Wie aus dem Oktober November wird
Und dieser langsam verschwindet ist
Das Kapitel in Ghost Stories von
Siri Hustvedt passend betitelt
Sie betrachtet darin ihre Ängste vor
Dem Tod ihres Enkels Miles in der
Analyse ihrer Todesängste ein Thema
Grauenvoll Nebelhaft voller Geister
Von der Frankfurter Buchmesse aus
Also Anfang Oktober meist ging es
Zur Preisverleihung nach Spanien
Wo sie den Prinzessin von Asturien
Preis verliehen bekam den vorher
Paul schon als er noch Prinz von
Asturien Preis hieß bekommen hatte
Der Prinz noch nicht König dort war
Sie traf Sophie Miles und Spencer
Sophie sang ein Lied für Paul sie
Gingen auf Tournee in Europa und
Siri fuhr allein nach New York
Schreibt über ihre untergründige
Todesangst für Miles vor dem ersten
November der ihrer toten Enkelin
Die Daniel wohl mit Heroin tötete
Gedenkt und zugleich 11 Monate
Mit Miles wären der wunderbar wie
Gesund und gut heranwächst aber
Die Angst sitzt ganz tief in ihr
Sie denkt an die Wahlen und hofft
Noch auf Harris während real über
77 Millionen Amerikaner einen
Verurteilten Verbrecher wählten
Ihr Unverständnis wie Menschen
Diesen primitiven Lügner wählen
Einen mafiösen Verbrecher lässt
Dennoch sehr differenziert auf die
Völlig unterschiedlichen Motive der
Wähler schauen die zumindest keine
Frau keine dunkelhäutige wollten oder
Immer schon Republikaner wählen
Gemischt mit der traumatischen
Angst vor dem 1. November wird
Die Stimmung von Siri langsam
Apokalyptisch dabei immer grau
Es ist ein halbes Jahr nach dem
Tod von Paul mit dem sie sonst
Dachte sie gut umgehen kann
Eine spürbar erdrückende Stimmung
Dann die Erinnerung an das
Thanksgiving bei Asti die diesmal
Die Füllung Paul zu Ehren machte
Der sie als einziger wohl mochte
So schließt sie auch das Kapitel für
Den traurigen Monat November wie
Heine im Wintermärchen schrieb mit
Einer auch lächelnden Erinnerung
Dieses massenhafte Truthahnfressen
Der Amis ist so widerlich wie vor Fett
Tropfende Gänse an Weihnachten
Denke ich der lieber ohne töten liebt
Aber selbst seit über fünfzig Jahren
An Weihnachten meist Wild auch aß
Weil es eben das übliche Essen ist
Wir mit grausamen Traditionen leben
Herr Permaneder wohnt bei den
Buddenbrooks benimmt sich auf
Seine Art anständig besucht alle
Veranstaltungen im Hause dazu
Tom nimmt sich Zeit ihn durch die
Stadt zu führen lädt ihn zum Essen
In sein Haus ein und stellt ihn auch
Engen Freunden an der Börse vor
In einer warmen Nacht liegt Tony
Wach und ruft Ida Jungmann die
Nebenan gerade Socken stopft
Bald geht es nach Travemünde
Ida macht ihr einen kühlen Umschlag
Gegen ihre Kopfschmerzen eigentlich
Aber rief Tony Ida um mit ihrer alten
Amme die schon über vierzig ist was
Der gerade Dreißigjährigen Tony ja
Uralt erscheint über Permaneder zu
Reden der ihr doch morgen einen
Antrag machen soll oder muss
Der Bayer der in Lübeck eher
Ungewöhnlich erscheint ist keine
Gute Partie aber sie mochte ihn
In München doch sehr gerne
Andererseits sieht sie wie andere
Verwandte am Kindertag die Augen
Über ihn ein wenig verdrehen aber
Weiß auch was ihre Pflicht ist
Sie soll wieder heiraten um so den
Ruf der Familie zu retten die alte
Scharte der Scheidung von Grünlich
Wieder auszubügeln was Tom will
Der tut alles für den Ruf der Firma
In München mochte sie ihn ja auch
So wird sie sich in das fügen was
Nun auf sie scheinbar zukommt
Lange wendet sie vor Ida noch alle
Argumente hin und her die für oder
Gegen Permaneder sprechen der
Ja nicht schön aber ehrlich wäre
Dann schläft sie irgendwann ein
In dem Wissen als Buddenbrook
Wird sie wieder ihre Pflicht tun
Wie es die Familie von ihr erwartet
Wieder rutscht Tony in eine Ehe
Die ihr nicht ideal erscheint aber
Tut ihre Pflicht als Teil der Familie
Was wichtiger als alle Gefühle ist
Mit viel Humor und feiner Sprache
Inszeniert Thomas Mann dieses
Nächtliche Gespräch am Himmelbett
Von Tony die ihre Pflicht tun wird
Im Zauberberg geht der Spaziergang
Weiter mit Settembrini und Naphta
Wie Mynheer Peeperkorn und dem
Rest wobei zum Streit der beiden
Der Holländer unter seinem Hut
Nicht viel zu sagen hat den Mann
Mit feinem Humor ein torkelndes
Mysterium nennt das wie immer
Vom Weg noch dazu angestrengt
Nur Wortbrocken von sich gibt bis
Er anhält und aller Aufmerksamkeit
Zuerst für die klare Luft fordert dann
Den Blick nach oben wendet um
Mit scharfem Blick einen Steinadler
Zu erkennen dessen Merkmale er
An der Form der Flügel beschreibt
Daraus mit relativ klaren Sätzen
Die natürlich am Ende unvollständig
Dessen Jagd auf blutige Beute
Beschreibt auf die er niederstürzt
Nun war Peeperkorn wieder in seinem
Element und lud alle ein um gleich
Einzukehren noch eine Mahlzeit
Zwischendurch zu sich zu nehmen
Der großzügige reiche Holländer
Mit seinem Geld aus den Kolonien
War plötzlich wieder Herr der Lage
Macht alle zu seinen Gästen
Hier stand er wieder im Mittelpunkt
Steuerte das Geschehen durch den
Blick auf ein Naturereignis das fern
Allen Intellekts einfach da ist wie er
Während er zwischen den Diskursen
Von Settembrini und Naphta einfach
Verloren und dumm wirkte war er
Nun wieder der König der Hof hielt
Ein wunderbares Bild was den
Hohlkopf der er real war als König
Nach der Natur zeigt der in ihr mit
Scharfem Blick als solcher wirkt
Der Mann der eigentlich nichts im
Zusammenhang vernünftig sagt
Regiert als König nach seiner Natur
Gestaltet die Wirklichkeit ungeistig
Auf keinen Fall sollte Joseph sich
Entmannen meint die entsetzte Mut
In Joseph und seine Brüder nun
Lieber solle er sich mit ihr vereinen
Das dürfe nicht sein meint Joseph
Darauf entschieden und klar was
Mut zu einem gefährlichen Wutanfall
Bringt in dem sie ihn bedroht
Sollte er sie nicht endlich nehmen
Wonach alles in ihr schreit werde
Sie vor ihrem Mann schwören er
Habe sie gewalttätig vergewaltigt
Mit ihr getan was sie noch wolle
Nur gegen ihren Willen dann was
Sein Ende zur Folge haben wird
Das grausamer als grausam wird
Mit feinem Sadismus malt sie ihm
Die Todesarten aus die ihm drohen
Wie die Krokodile ihn fressen werden
Oder er Hunden vorgeworfen würde
Sie ihn auf kleiner Flamme mit dem
Größten Schmerz rösten würden
Bis er es nicht mehr aushielte
Und schrie was keiner hörte
Noch könnte er es abwenden wenn
Er ihr seinen Kranz endlich schenkte
Worauf er meinte es könne nicht sein
Weil er vor seinem Gott aufrecht
Mit reinem Gewissen bleiben müsse
Auch habe sie recht er würde nicht
Widersprechen wenn sie ihn vor
Seinem Herren anschwärze
Sie warnt ihn am Ende noch vor
Seiner Klugheit die ihm weh tun wird
Weil sie mit ihrem unermesslichen
Ungestillten Verlangen alles nun täte
Genial und dennoch humorvoll ließ
Thomas Mann die beiden Figuren
Der biblischen Geschichte auf das
Ende mit der Wende zusteuern
In genauer Kenntnis der großen
Emotionalen Not die Menschen
Als Opfer ihrer Triebe antreibt ist
Dies Ende noch dazu königlich
Er wird jede Strafe ohne sie der
Lüge anzuklagen auf sich nehmen
Sollte sie ihn wirklich anklagen dafür
Sogar bis in den Tod gehen
Damit wird sie völlig hilflos die
Doch nur Liebe und Lust will
Er verstärkt ihren Wunsch nach
Rache wegen verletzter Liebe
Sie hat als Herrin die Mittel ihn
Bestrafen und vernichten zu lassen
Er aber bleibt ihr moralisch überlegen
Ihre grausame Rache verletzt sie
Durch sein Vertrauen auf seinen Gott
Den sie noch dazu nicht kennt zeigt
Joseph ihr wie wenig sie ihn erreicht
Nimmt ihr auch die letzte Hoffnung
Zugleich verstärkt er noch ihre Wut
Die endlich mit ihm schlafen will
Ihn ohnehin über alles auch liebt
Indem er sich unnahbar gibt
Ob Joseph ihre Tat taktisch klug
Mit kleinen Zugeständnissen noch
Hätte verhindern können also auch
Mitschuld trägt wird selten gefragt
Nach der biblischen Geschichte in
Alter männlich dominanter Gesinnung
Ist nur Mut das böse rachsüchtige
Weib bei Mann ist anderes möglich
So bietet die biblische Geschichte
Mehr Möglichkeiten der Deutung
Zeigt bei emotionalen Konflikte sind
Immer beide Teil der Eskalation
Enttäuschte Erwartungen sind das
Häufigste Ende von Beziehungen
Meinen viele dabei starb die Liebe
Schon vorher mit der Erwartung
Welch gute Kenntnis auch der
Intimen Beziehungen zwischen
Den Geschlechtern zeigt diese
Interpretation der Ereignisse
Der keusche schöne Mann der
Durch seine Keuschheit die Frau
In den Wahnsinn treibt dem er
Zum Opfer fällt trägt Mitschuld
Folgt doch das sexuelle Spiel
Zwischen den Geschlechtern
Genauen Regeln die der keusche
Mann zu ihren Lasten nun bricht
Nichts erreichen zu können steigert
Das Begehren nach der Natur bis zum
Wahnsinn wer kennt das nicht auch
Denke ich und bewundere dabei
Wie Thomas Mann bei Umkehrung
Der Verhältnisse offenbart die Natur
Folgt den Gesetzen des Marktes auch
Was für die Liebe seltsam noch klingt
Ist die Lust stärker und dominant
Besiegt sie die Güte der Liebe für
Grausame Rache im Ergebnis nach
Den Gesetzen des Marktes eben
Eine erstaunliche Geschichte über
Liebe und Lust die tief blicken lässt
Nachdenklich noch dazu macht wie
Es eigene Reaktionen dabei betrifft
jens tuengerthal 24.5.26