Montag, 4. Mai 2026

Frühlingsgewühle

Frühlingsgewühle 

Alle Welt verliebt sich im Frühling
Die Natur dabei imitierend die
Wärme zur Aufzucht braucht
Dabei hieße es bei uns Menschen
Kinder im Winter dann bekommen
Was natürlich auch geht aber
Weniger traumhaft erscheint
Kein kluger Antrieb wäre die
Gattung durch Begattung 
Noch weiter zu erhalten 
Was Ursprung von allem war
Was beim Thema liebe kam
Auch wenn Menschen im Alter
Des Flaneurs und Dichters hier
Lieber nicht mehr zeugen 
Egal ob als Unzucht unter
Zeugen das lieber lassen
Um ihre Ruhe zu haben die 
Menschheit sich überhaupt
Besser weniger vermehrte
Aber gerne mehr genoss 
Mit Lust und zusammen
Zumindest gelegentlich
Kommen fragt sich warum
Viele dem Frühling so viel
Lustvoller finden als den 
Herbst der alleine kommt
Wenn der Sommer überstanden
Aber vermutlich ist das Natur
Gegen die keine Vernunft kann
Warum weiter im Frühling ein
Gewühle ums Geschlecht
Entsteht ohne mehr sich
Dabei zu denken als
Den Trieben zu folgen
Ob sich nun aber wirklich
Gewühl auf Gefühl reimt
Ist zwar eine Frage der
Endung aber nicht immer
Geht es gleich hintenrum
Was nahelegen könnte 
Dass der dichtende Flaneur
Hier bereits infiziert ist vom
Frühlingsgefühl oder aber
Sich Jahreszeiten gemäß
Über alles lustig macht
Nur nicht die Liebe weil 
Wir es da gerne ernst
Meinen wie wir meinen 
Ohne zu wissen was
Mit wem kommen könnte

jens tuengerthal 4.5.26

Liebesknospen

Liebesknospen

Liebe beginnt ganz zart
Zumeist zumindest auch
Wenn wir uns mal richtig
Verknallen ist ein Summen 
Ohne Knall das erste was
Wir von der Liebe hören 
Das im Nahekommen 
Schönste Blüten findet 
Die sich einander öffnen
Vom Blütenstaub dann
Bestäubt bestaunt befruchtet
Den Trieben folgt die
Zueinander drängen um
In aller Vielfalt eins zu
Werden statt weiter
Gemeinsam allein
Nur zu sein weil
Alle Natur sich sucht 
Im Frühlingsgefühl 
Zarter Illusionen 
Die nichts und alles
Werden können

jens tuengerthal 4.5.26

Lektürentagebuch 3.5.26

Lektürentagebuch 3.5.26

Am sonnigen Sonntag nach der 
Vollendung des Romans wieder
Ganz dreifaltig Thomas Mann dem
Meister des Romans zugewandt 

Beginnend mit den Buddenbrooks
Wo Tony gut gelaunt aus München
Mit der Bahn nach Lübeck zurück
Gefahren kommt und vom dort

Bahnhof von Tom abgeholt wird
Der sie mit der Kutsche durch das
Holstentor zurück in die Mengestraße 
Zum Rest der Buddenbrooks fährt 

Sie kommt wie ein Sonnenschein an 
Schwärmt allen von München vor
Erzählt von den kleinen Abenteuern
Wie nebenbei von Herrn Permaneder

Da ist natürlich noch nichts aber sie
Läuft nun bei jedem Klingeln zur Tür
Worauf ihre Vertraute das nun alte 
Mädchen aus Ostpreußen sie beruhigt

Weniger erfreulich entwickelt sich der
Kontakt zwischen Christian und Tom
Bei dem die Konsulin noch beruhigt
Aber die Spannung nicht ändern kann

Der korrekte fleißige Tom regt sich
Über den nachlässigen Bruder auf
Der als peinlicher Suitier bekannt ist
Was dem Ansehen des Hauses aus

Sicht des Bruders schadet sich über
Die ständige Wehleidigkeit seines 
In seinen Augen faulen Bruders noch
Weiter unter Spannung aufregt 

Dies geht sogar soweit dass er ein
Historisches Buch was er mochte 
Nachdem Christian es las und davon
Schwärmte öffentlich nur noch abtat

Das Beispiel des Buches was in den
Leser geht und mit dem Tom seine
Überzeugung verleugnet zeigt wie
Tief und intensiv der Konflikt wurde 


Im Zauberberg ein wenig im Gespräch
Von Hans Castorp und Settembrini 
Über Mynheer Peeperkorn gelesen
Aufgehängt am Aphorismus den Hans 

Zur Dummheit geprägt hat den der
Humanist lobt aber zugleich warnt
Vor der Gefahr der Paradoxie die nur 
In den Abgrund der Ironie uns führt

Darauf holt Hans weit aus und weist 
Settembrini in einem langen Monolog
Den er sich früher nie getraut hätte 
Auf die Bedeutung der Persönlichkeit

Die er wiederum mystisch nennt hin 
Zumindest in ihrem unklaren Ursprung
Was er vernünftig vorsichtig erläutert
Es philosophisch durchdacht klingen

Zu lassen worauf Settembrini auch
Konzentriert zuhört und danach erst
Nach einer langen Pause zu reden
Beginnt Hans noch zu verunsichern 

Doch vielleicht auch beeindruckt von
Hans Gedanken zur Persönlichkeit
Die gut begründet sind auch wenn
Settembrini das Kritische klar sieht

So warnt er vor der Flucht ins nur
Mystische Reich der Phantasie um
Die Anziehung einer Persönlichkeit
Welche eigentlich nichts effektiv sagt

Begründen zu wollen hat aber auch
Keinen besseren Ansatz parat um
Die Anziehung der Persönlichkeit
Peeperkorn begründen zu können

Es zeigt eine neue auch kritische
Selbständigkeit des vorher bloßen 
Schülers von Settembrini und Naphta
Der seine Worte zu verteidigen weiß

Hier stellt sich Thomas Mann über
Wie neben seinen Protagonisten
Lässt diesen über sich hinaus noch
Wachsen als Lehrer des Lehrers 

Ein kluges Spiel mit Rollen bei dem
Der Humanist Settembrini blasser
In seinen Argumenten scheint als Hans der philosophisch argumentiert

Drei Seiten Zauberberg wieder voll
Kluger philosophischer Gedanken
Genügen lange nachzudenken wie
Sich am Rollenwechsel zu freuen

Es ist eine spannende Verschiebung
Wie der vorher naive junge Schüler 
Bei der Verteidigung des neuen
Liebhabers seiner früheren Geliebten 

Zum Philosophen wird der dabei den
Abgrund der Mystik zu streifen wagt
Um eine Anziehung zu begründen
Die Peeperkorn rein tatsächlich hat 

Während der frühere Lehrer wie
Belesene Humanist und Freimaurer 
Settembrini nur Formeln wiederholt
Statt auf die Argumente einzugehen

Hat die Dauer des Aufenthalts wie
Der Tod seines Vetters den vorher
Ganz frischen Ingenieur nun doch
Zum Philosophen reifen lassen 

Zum Abschluss noch einige Seiten
Über Joseph und seine Brüder
Amüsiert wo der Zwerg Dodo immer 
Dreister Joseph anschwärzen will 

Als sein Herr der noch nackt unter
Handtüchern liegt ihm scheinbar 
Zustimmt wagt er immer mehr in
Seinen eitlen dreisten Lügen 

Auch das beschreibt Mann wieder
Mit großem Humor der sein Werk 
Immer auszeichnet aber in dieser
Version der Josephslegende noch

Eine neue Steigerung findet wenn 
Der kleine eklige Zwerg über seine
Eitelkeit stolpert und die ihm dabei
Gestellte Falle nicht mal bemerkt

Am Ende nimmt Potiphar sein Zepter 
Der wie Mann witzig indirekt dabei
Erzählt den Damen auch als Dildo
Diente Dodo kräftig zu verprügeln 

Das ist so gekonnt komisch und dabei
Sogar im sexuellen Bereich noch
Genial witzig spielend dass wer Mann 
Für verklemmt hält ihn nicht kannte 

Dieses in München begonnene wie 
In Sanary sur Mer vollendete Werk 
Zeigt den klugen Humor Manns den
Kleine Geister wie Illies nicht sehen

Mann sollte an seinem Werk allein
Gemessen werden und nicht an 
Sonst Klatsch aus dem Umfeld
Der immer niveaulos doch bleibt

Aber es wundert nicht dass diese
Schwule Sicht auf Mann daher im
Tuntigen Umfeld viel Zuspruch findet
Denen dessen Humor zu hoch ist

Habe mich wieder köstlich amüsiert
Die doppelbödige Menschlichkeit
Seiner Protagonisten in allen drei
Romanen bleibt unerreicht gut 

Ein vergleichbarer Humor in der
So gerne ernsten deutschen Literatur
Ist kaum zu finden außer vielleicht
Bei Grimmelshausen zuvor noch

Auch dieser ist politisch aber ohne
Mit platten Mustern zu quälen wie
Heinrich Mann oder Tucholsky nur
Borcherts Weltpuff reicht daran noch

jens tuengerthal 4.5.26

Sonntag, 3. Mai 2026

Liebesmutig

Liebesmutig

Erfordert Liebe Mut um sich
Aufeinander einzulassen so
Ganz mit allem und überhaupt
Wirklich bedingungslos zu sein
Oder macht die Natur das allein
Wenn es echt und wirklich ist
Wofür das Wesen des Gefühls
Eher spricht auch weil die Liebe
Schnell willenlos macht wo sie 
Ist was sie ist aber ganz sicher
Mut braucht es sie zu leben 
Trotz aller Hindernisse die
Dabei immer wieder auftauchen
Ob dann aber was uns den 
Nötigen Mut gibt eher eine
Gefühlsfrage ist oder eine
Vernünftige Entscheidung
Kann wohl offen bleiben weil
Ohne Gefühl nichts wäre
Nur mit wenig lange hält

jens tuengerthal 3.5.26

Gutenachtriesling

Gutenachtriesling

Gegen halb zwei im Crossroads
Angekommen wo noch drei andere 
Herren verweilen während der durch
Sein Beinwell geheilte Tino schon

Alles aufgeräumt hat gibt es zu 
Guter Musik wenig zu berichten weil
Alle von zwei Feiertagen und Sonne
Erschöpft im Bett liegen meint Tino 

Ein Herr plaudert mit Tino die beiden
Anderen sitzen am Ende der Bar und
Plaudern gähnend noch ein wenig
Tino gab mir ein halbes Glas Wein

Dann kommt noch Nina und die
Sonne geht mit der Königin auf
Gleich hebt sich die Stimmung
Lassen wir uns überraschen wie

jens tuengerthal 3.5.26

Bibliotheksleben

Bibliotheksleben

In einer Bibliothek leben
Mit Büchern sein Leben teilen
Hebt die Grenzen der Wirklichkeit
Für die Freiheit des Geistes auf
Dabei geht es nicht darum ein
Tägliches Lesepensum zu erledigen
Sondern geistigen Welten mit der
Möglichkeit grenzenloser Entfaltung 
Den schönsten Raum zu geben
Wer einmal sich in einer Bibliothek
Liebte weiß um das Glück das 
Die Liebe auch zu Büchern 
Einander schenken kann
Denke ich das Herz voll 
Schöner Erinnerungen wie
Endloser Geschichten von
Der Liebe zu wie vor Büchern 
Als geteiltes Paradies auf dem
Diwan voller Erinnerungen

jens tuengerthal 3.5.26

Samstag, 2. Mai 2026

Propagandaopfer

Propagandaopfer

Wir alle sind zu gerne Opfer
Der Propaganda die uns als 
Ideologie gerade gefällt egal
Wie idiotisch sie dabei klingt
Haben wir dann das Gefühl
Verstanden zu werden und
Etwas Gutes zu tun auch
Wenn es real niemandem
Nutzt marschieren wir dann
Zu hohen Kosten gerne mit
Wie die lächerliche Flotilla
Der hirnlosen Antisemiten
Die sich wundern und stets
Schreien wenn immer wieder 
Dasselbe geschieht und die
Bekanntermaßen beste Armee 
Der Welt ihre Aufgabe erfüllt 
Den Seeweg natürlich abriegelt
Jeder weiß es wird scheitern 
Nutzt niemand vor Ort etwas
Ist bloße naive Propaganda
Verschwendet Spenden sinnlos
Was heißt wer sich daran mit
Geld oder sonst beteiligt will 
Nicht Menschen helfen sondern
Hamas Propaganda verbreiten 
Was wie das unsägliche Motto
Vom Fluss zur See auf die
Vernichtung Israels zielt also
Real rassistische Politik ist
Dies zu leugnen ist naiv dumm wie
Es der Antisemitismus immer war 
Aber um kritisches Denken geht es
Bei totalitärer Propaganda nie 
Sondern um die nächste Sau
Die gerade durchs Dorf getrieben 
Was dumpfe Massen bejubeln 
Egal ob die Regierung Israels
Kriminell religiös oder mafiös
Unerträglich ist worüber ich
Als Deutscher nicht urteile
Aus historischen Gründen 
Werden Opfer zu Tätern
Weil Propaganda funktioniert
Gerade besonders in Spanien 
Wo sie scheinbar auf das nächste
Kalifat dort hoffen wofür die
Mit dieser Propaganda direkt
Unterstützte Hamas steht was
Den Großvater des Großvaters
Unseres einigen Europas was
Karl der Große noch ist der ein
Enkel von Karl Martell ist der
Bei Tour und Poitiers den Weg
Des Islam nach Europa vor
Über 1200 Jahren aufhielt
Im Grabe rotieren ließe 
Bis die Türken 800 Jahre später
Wieder vor Wien standen was 
Den Wienern die Kaffeehauskultur
Also literarisch bedeutendes brachte
Was im Teehaus anders wäre
Vielleicht chinesisch kultiviert
Sich beim griechischen Essen 
In Bezug zur Antike wähnte als
Trutzburg gegen den Islam
Während die Türken in ihren 
Zelten vor Wien das gleiche aßen
Es nur türkisch benannten
Weil alles Gute menschlich ist
Braucht es weniger Propaganda
Dafür mehr kritisches Denken
Konsequenten Laizismus in Europa
Um sich aus der immer noch
Selbstverschuldeten Unmündigkeit 
Wieder aufgeklärt zu befreien
Was selbständig denkend nur
Ohne Propaganda geht wie
Ohne den Aberglauben
Egal welcher Art weil wir
Alle Menschen nur sind

jens tuengerthal 2.5.26

Walqual

Walqual

Etwa 800 Wale sterben täglich
Sind 300.000 im Jahr die wir
Als Opfer des Beifangs wie der
Gezielten Jagd gern hinnehmen
Um billigen Fisch zu essen aber
Einer der zum Sterben in die
Ostsee kam und strandete ein
Endlich Ende zu finden wurde 
Timmy getauft und zurück ins 
Meer geschleppt damit sich
Bildleser als Retter fühlen
Wenn er endlich sterben darf
Keinen Thunfisch mehr essen
Auf Fisch ganz zu verzichten 
Rettete täglich hunderte Wale
Weiß nicht ob es wer versteht 
Der gerne Timmy Retter wäre
Weiter Fisch essen will da ist
Der Tod für Wale immer besser
Mehr dazu nicht mehr es reicht
Wer Wale retten will hat die Wahl
Kein Fisch mehr hilft mehr

jens tuengerthal 2.5.26

Liebesverlassen

Liebesverlassen

Verlassen werden ist schrecklich
Sich verlassen fühlen noch schlimmer
Gegen das Gefühl helfen keine Worte
Einzig loslassen kann noch heilen 
Wie sich bewusst werden dass was
Dich verließ keine Liebe mehr war
Dich immer nur sexuell benutzte 
Also eigentlich völlig egal ist
Dein Gefühl nie verdiente was 
Völlig logisch und klar ist
Wäre es die Liebe nur je
Liebesverlassen bliebe egal
So hilft nur sich neu verlieben 
Um wieder fliegen zu können
Bis der Schmerz verfliegt 
Dann ist alles egal und
Die Welt dreht sich weiter
Als wäre nie etwas gewesen
Trauen wir uns nur zu es zu
Entscheiden wird alles gut 
Vielleicht ist es ganz einfach
Wenn wir es einfach wagen 

jens tuengerthal 2.5.26

Maienriesling

Maienriesling

Gerade im Crossroads gegen 
Zwei eingetroffen das immer
Noch gut gefüllt ist mit vier 
Herren an der Bar und einer

Jungen lauten Gruppe oben 
Kaum Tino und Selma begrüßt
Deren Schatz heute auch da ist
Wie nach Tinos Hand geschaut

Reichte die gute Selma schon
Den feinen Hock nach oben
Wo ich in der Flaneurloge nun
Als Flaneur schreibend Platz nahm

Stimmung und Musik sind auch
Im frühlingsfröhlichen Mai noch
Gelassen und die Stimmung ist gut
Auch auf dem Weg war zu hören

Berlin feiert einen friedlichen 1. Mai
In gelassener Partystimmung sogar
Hubschrauber kreisten gerade nicht
Alles scheint hier wunderbar

Hell scheint der Mond in die Nacht
Taxis fahren erschöpfte Partygäste 
Durch die Nacht auf der Suche nach
Dem nächsten letzten Event

jens tuengerthal 2.5.26

Lektürentagebuch 1.5.26

Lektürentagebuch 1.5.26

Begonnen am Tag der Arbeit heute
Mit Von der Arbeit aus dem Band 
Spazieren in Berlin von Franz Hessel 
Der entsprechendes uns erzählt

So besucht er die Kathedralen der
Wachsenden Industrie in Berlin was
In Gesundbrunnen bei Borsig begann
Ging dort weiter zu AEG in deren

Riesige Hallen mit teils automatisierter
Fertigung von Industrieprodukten die
Noch gefräst oder verwickelt wurden 
Von vielen auch Frauen am Fließband

Berichtet wie diese pausenlos dort
Arbeiten aber sich auch ihren Kaffee
In eigener Tasse auf dem Band nach
Einer Runde überbrüht liefern lassen

Schwärmend berichtet er von der
Produktion von Glühbirnen welche 
Arbeiten Männer und welche eher
Frauen übernehmen auch was 

Alles schon voll automatisiert dort
Abläuft und stellt sich eine künftige 
Welt vor in der Arbeit nur noch die
Maschinen beaufsichtigen die wir

Inzwischen immer mehr erreichen
Fährt dann in die Siemensstadt
Im nordwestlichen Charlottenburg
Erlebt die Produktion bei der Firma

Die bis 1966 noch Siemens & Halske
Hieß mit denen mein Urgroßvater
Noch Ostfriesland elektrifizierte mit
Dem bekannten Torfkraftwerk dort

Diese modernen Bauten werden
Mit viel Wohlwollen und Neugier
Auf die Ästhetik der Arbeit dort
Beschrieben die neues fertigt

Von der industriellen Produktion
Geht es zur eher handwerklichen
Von Bilderrahmen mit Drucken im
Großen Stil und wer dort was macht

Wieder ist weibliche und männliche
Arbeit nach Feinheit und Schwere
Unterschieden mit viel Humor dabei
Beschreibt Hessel auch die Motive

Die Rückschlüsse die sich aus dieser
Produktion für Wohnungen der Nation
Wie sich wandelnden Bedürfnisse der
Kunden ergeben sind klug bedacht

Schließlich besucht er noch die Orte 
An denen Konfektion wie Hüte noch
Produziert werden am Spittelmarkt
Wie Schaufensterpuppenwerke nah

Das alles betrachtet der Flaneur mit
Liebevoll bewundernder Neugier um
Etwas für Berlin typisches eben Arbeit
Als Kunstwerk ästhetisch zu sehen

Der kleine Spott oder auch dezente
Politische Anspielungen sind dabei
So klug wie unauffällig platziert wie 
Das uniformierter Hindenburg sich

In der Rahmenfabrik nicht so gut
Mehr verkaufe weil den noch alle
Aus dem Krieg im Keller hätten was
Lächeln und verstehen lässt dazu 

Der große Traum von Bildung des 
Grafen Christian von Krockow geht
Um Neuseeland weiter mit Beiträgen
Aus Sicht von Forster und Cook

Das ist teils nett gedacht und gut 
Beschrieben um die Situation an 
Bord wie an Land zu verstehen wie
Konflikte dort gelöst wurden 

Der Blick in das originale Werk 
Von Forster über diese Reise ist
Dabei deutlich realistischer ohne
Heutige politische Korrektheiten

Die Empörung über Prostitution von 
Frauen der Eingeborenen atmet eher
Sprache und Geist unserer Zeit ist
Aber dennoch wichtig und gut so

Ein dabei sehr humorvoll dazu noch
Beschriebenes Erlebnis eines jungen
Schönen Offiziers versucht noch die 
Brücke über die Zeit zu schlagen

Kurz in Forsters eigenen Bericht
Dieser Tage geschaut der völlig
Anders gewichtet aber eher ein
Gefühl für den Geist dabei gibt

Es gelingt Krockow nur bedingt
Sich sprachlich in die Zeit und
Das Denken seiner Protagonisten 
Einzufühlen scheint es mir dabei

Dies wirkt alles eher als würde 
Ein heutiger Autor die Protagonisten
Moralisch korrekt darstellen wollen
Was eher pädagogisch nervt

Dennoch ist die Lektüre dieses eher
Für ein breites Publikum verfassten 
Buches noch lohnend nur halt etwas
Pädagogisch offensichtlich dabei 

Diese übermäßige Korrektheit statt 
Authentizität finden viele Menschen
Als moralisch übergriffig was ich
Verstehe wir Leser sind nicht dumm

Wer ein Buch wir dieses mit dem
Titel Der große Traum von Bildung 
Liest muss nicht so belehrt werden
Wird lieber korrekt informiert dabei

Dies relativiert eine gute Idee wie
Den Ansatz im Geist der Aufklärung
Weil er nicht aufklärt sondern eher
Historisch inkorrekt nur unterhält 

Noch einige Seiten in den feinen 
Ghost Stories von Siri Hustvedt
Gelesen die weiter über Geister 
Wie ihre Erscheinung nachdenkt

Zunächst berichtet sie möglichst
Nüchtern und neutral von den 
Erfahrungen mit Erscheinungen
Aus dem familiären Umfeld was 

Noch um weitere Erfahrungen
Wie Berichte ergänzt wird die
Sie kritisch mit ihren persönlichen
Erfahrungen dazu noch abgleicht

Dann begibt sie sich wie so typisch
Für ihr Denken auf die Spuren von
Neurologie und Psychologie und wie
Diese solche Erscheinungen erklären

Ob wir uns dabei aus dem auch nur
Erfundenen Unterbewusstsein was 
Sie leider da typisch amerikanisch
Nicht kritisch hinterfragt täuschen 

Was die innere Gewissheit auch
Neurologisch erklären könnte wozu 
Sie Studien von Spezialisten auf
Dem Gebiet der Schizophrenie las

Auch diese beschäftigt sich ja mit 
Erscheinungen ihrer Patienten auch
Wenn es dabei nicht unbedingt um
Trauer um Angehörige ging

So hinterfragt sie in der Trauer schon
Die eigenen Gefühle und prüft ob sie
Schon der erste Schritt zum Wahnsinn
Sein könnten was viel Größe zeigt

Das sind spannende und auch für
Unser Verständnis der Erlebnisse
Wichtige Gedanken die sehr lohnen
Weil sie nicht beim Geist stehen bleibt

Auch auf wenigen Seiten schafft Siri
Es eine kritische Auseinandersetzung
Mit der seltsamen Erfahrung die uns 
Der Tod bringt philosophisch mit

Klugen Gedanken zu schreiben statt 
Sich im Hokuspokus zu verlieren 
Hinterfragt sie ihr Erleben weiter
Sucht nach vernünftigen Antworten

Diese Gedanken im Geist der
Kritischen Aufklärung die alles zu
Verstehen versucht und hinterfragt
Gefallen mir wieder mehr als gut

Genau darum sollten möglichst viele
Dieses großartige Buch lesen auch
Um esoterische Gewohnheiten mal
Kritisch selbst hinterfragen zu können

Dazu kommt sie tut dies auch als 
Verarbeitung der eigenen Trauer
Um ihre große Liebe Paul Auster
Sucht aber auch emotional Vernunft

Diese freiheitlich kritische Haltung
Könnte wohl vielen Menschen helfen
Statt Aberglauben und Angst nur zu
Verfallen vernünftig Lösungen suchen

jens tuengerthal 1.5.26