Mittwoch, 7. Januar 2026

Lektürentagebuch 6.1.25

Lektürentagebuch 6.1.25

Heute wunderbar zwei Briefe aus der
Reise um meinen Garten vorgelesen
Damit tief in die Philosophie von 
Alphonse Karr freudig versunken 

Er fragt sich ob sein reisender Freund
Je die Fliegen um sich herum was
Alle Arten von Hautflüglern meint
Wahrnahm ihr Leben verfolgt hat

Von der Frage kommt er zu seinem
Teppich der in seinem Arbeitszimmer
Liegt und schon abgelaufene Stellen 
Wie andere Schäden aufweist 

Dazu auch langsam schon verblasst
Obwohl er teuer war auch in der nun
Bereits nötigen Reparatur wie schön
Dagegen der Rasen im Garten wäre

Dieser böte das ganze Jahr neue
Andere Reize und käme nach jedem
Winter im Frühling mit ganz neuer 
Pracht daher immer schöner würde 

Während sein viel teuerer Teppich
Immer blasser und abgeschabter
Aussähe würde die Wiese jedes 
Jahr dichter schöner und bunter

Er zählt die verschiedenen Blüten
Auf dem Rasen über das Jahr auf
Im Frühling blassgrün mit weißen 
Gänseblümchen denen kurz danach

Im dunkleren grün der Rasen die
Glänzenden Butterblumen folgen
Dann roter und weißer Klee um im
Herbst Herbstzeitlose zu zeigen

Diese kämen wie kleine violette Lilien
Einfach aus der Erde dort um sich im
Winter unter der weißen Decke des 
Schnee zu verstecken im Wandel

Wenn vom darübergehen bereits 
Etwas zertreten bessert er sich 
Selbst wieder aus um dann wie
Neu jedesmal schön zu glänzen 

Einfühlsam beschreibt er dann die
Verschiedenen Zustände seines
Gartens durch das Jahr der wie 
Reisen in andere Klimazonen ist

Was wie das nördliche Norwegen
Aussieht ist sein Garten in schon
Sechs Monaten er müsse nur warten
Müsse nirgendwo dazu hinreisen

Dann müsse er nur etwas Geduld
Haben und sein Garten würde zum
Sonnigen Süden wieder zur dann
Passenden Jahreszeit käme alles 

Die auch ablösenden Jahreszeiten
In seinem Garten sind reisende
Klimata die ihn besuchen kommen 
Seine Reisen zeigten ihm nichts

Anderes als was mit der Natur von 
Ganz allein zu ihm in seinen Garten
Kommt ohne alle ermüdenden
Besuche der Jahreszeiten andernorts

Doch nicht nur den wechselnden
Besuch der Jahreszeiten bietet ein
Garten als Vielfalt dieser wird mit
Erinnerungen der Liebe verbunden

Zum schönsten denkbaren Paradies
Uns werden egal wie schäbig real
Genügt unser Gefühl Orte auf immer
Für uns in Erinnerung zu verzaubern

Ist nicht auch das ganze Leben was
Die Natur uns durchschreiten lässt
Wie eine Reise mit wechselnder
Perspektive auf alles um uns dabei

Fast alle Menschen verstünden nicht
Zu sterben und verfaulten unreif wie
Bestimmte Früchte nennen es dann
Grausam aus dem Leben gerissen 

Seien wir je noch heute jene die wir
Gestern noch waren fragt er ihn am
Ende des III. Briefes müssten wir
Nicht jeden Tag über uns staunen

Morgen will er seine Runde um den
Garten beginnen bevor er noch am
Ende auf die Idee kommt schon dies 
Sei eine zu große Ortsveränderung

Den vierten Brief beginnt er nun von 
Unterwegs in seinem Garten mit der 
Frage wie weit er von Ausgangspunkt 
Sein muss schon die empathische

Vergangenheitsform der Reisenden
Selbst nutzen zu dürfen was eine 
Grammatische Form der Berichte von 
Reisen im französischen meint

Das passé simple und das imparfait
Beschreiben eine Kette Ereignisse
Die zeitlich aufeinanderfolgen die es
Im Deutschen aber leider nicht gibt 

Hier bleibt nur das Imperfekt doch
Druckt der Text kursiv wie dazu eine
Fussnote erläutert wo Karr diese 
Zeitform bewusst verwendet 

Zum anderen könnte er nicht einfach
Wie alle Reisenden flunkern da deren
Aussagen nie überprüfbar sind seine
Dagegen vor die Tür einfach gingen

Nun beschreibt er sein Reisekostüm
Einen alten Schlafrock wie eine alte 
Schlafmütze und Pantoffelnn dazu in
Gelbem Saffian wie er ihn kennt

So verlässt er um Viertel vor sechs
Sein Arbeitszimmer während am
Horizont die Sonne aufsteigt geht er
Drei Stufen herab und ist in China

Sein Haus ist von einer Glyzinie
Überwuchert die aus China kommt
Vielleicht bewundert er sie dort
Während er seine hier betrachtet

Er findet dies blühende Holzhaus
Jedes Jahr schöner als alle Paläste 
Begrüßt den Zaunkönig der dort 
Sein Nest gebaut hat zu Gast bleibt

Doch ist dieser nicht der einzige
Gast in seinem alten Haus er
Erzählt von einer Bienenart die
Dort ihr Nest für sich baut wie

Mit Nektar und Honig füllt für
Ihren Nachwuchs den sie nie
Kennenlernen wird wie dort
Ihr Ei zwischen Holz und Mauer

Im Nest im Gips ablegt aus dem
Ein Wurm einst schlüpft der
Erst später zum Insekt wird als 
Sie wieder wegfliegt um Nahrung

Für ihr Kind zu sammeln kommt
Ein anderes wunderschönes Insekt 
In grün und purpurrot die Goldwespe
Die das Nest der Biene für ihr Ei

Nun missbrauchen wird wie es der
Kuckuck unter den Vögeln tut wie
Die Biene sie dabei erwischt und 
Mit Gewalt aus dem Nest wirft

Wie die Biene die so wunderschöne
Goldwespe fast umbringt aber diese
Die keinen Honig bilden kann um
Ihr Kind zu ernähren es danach

Wenn auch verletzt nur noch
Kriechend wieder versucht was 
Beim nächsten Versuch gelingt 
Womit das Kind der Biene verhungert

Weil die Goldwespenlarven eher
Schlüpft die Nahrung welche die
Biene für ihr Ei deponierte einfach
Auffressen wird um zu überleben

Doch wollte er nun alle Insekten
Beschreiben die dort am Holzhaus
Lebten käme der Freund wohl schon
Zurück bevor er die Runde begann

Auf dem Weg in die Allee in seinem
Garten trifft er nun auf die Nachtviole
Welche Marie Antoinette bevorzugte
Erzählt eine Geschichte von ihrer Haft

Diese fast monarchistisch klingende
Erzählung um die Witwe Capet wie 
Die Frau des hingerichteten Königs
Ludwig XVI vor ihrer eigenen genannt

Ist ganz erstaunlich einfühlsam dabei 
Kommen auch noch Tuberrosen wie 
Nelken vor die aber schon mit den 
Großen Namen vor ihr verbunden

Marie Antoinette war die Tochter 
Von Maria Theresia die diese Ehe
Angebahnt hatte um Friedrich der
Später der Große wurde zu schlagen 

Dass dies im siebenjährigen Krieg
Dann doch nicht gelang weil die Zarin
Rechtzeitig starb deren Sohn nun
Friedrich bewunderte wird hier von

Alphonse Karr nicht erzählt was den
Tod von Marie Antoinette noch weiter
Relativierte und infrage stellte weil die
Ehe ihren Zweck so nie erreichte 

Von den Nelken die der große Condé
In der Haft kultivierte erzählt er noch
Dies ist Louis II. von Bourbon der in 
Vincennes 1650 eingesperrt war

In der Fronde der Prinzen versuchten 
Die Prinzen von Geblüt ihre Macht
Gegen Mazarin durchzusetzen der
Mit der Witwe Ludwig XIII die mit

Anna von Habsburg auch eine
Österreicherin war und für den noch
Minderjährigen Ludwig XIV regierte
Was historisch ihnen nicht gelang 

Das Wort Fronde bezeichnete
Ursprünglich nur die Wurfschleuder 
Der Kinder woraus das Verb fronder
Entstand das jede Meinungsäußerung 

Gegen den Hof und den König
Meinte was später Fronde zum
Begriff für die Ereignisse zwischen
1648 in und 1653 werden ließ

Davon erzählt Karr hier nichts
Was der kleine historische Ausflug
Hier dafür erledigt der den großen
Condé besser einordnen noch hilft 

Von den Tuberrosen dagegen ging 
Das Gerücht dass sie für schwangere 
Frauen tödlich seien als die bekannte 
Mademoiselle  de la Vallière es war

Zumindest das Gerücht über das
Hoffräulein ging das Mätresse von 
Von Ludwig XIV war ließ sie als die
Königin während sie unpässlich war

Sie in ihrem Zimmer besuchen wollte
Dieses mit Tuberrosen füllen auch
Das Gerücht um Schwangerschaft
So besser zerstreuen zu können

Ob sie die länger mit Ludwig in
Fontainebleau war auch ihm dabei
Mehrere Kinder schenkte wirklich
Den Gerüchten glaubte erzählt

Karr hier leider so wenig wie die
Geschichte des Ablenkungsmanövers
Um Ludwig von Henrietta Stuart der
Frau Philipps von Orleans fernzuhalten

Bei diesen hatte der junge Monarch
Louise kennengelernt und sich in die
So gebildete wie zarte Blondine 
Verliebt was zu der Liaison führte

Eine offizielle Mätresse die ihren 
Vom König verursachten Zustand
Vor der Königin geheimzuhalten
Tuberrosen dazu wählt ist schon

So wunderbar französisch dass wer 
Den Hintergrund kennt keine weitere 
Erläuterung mehr braucht die Erotik
Zwischen den Zeilen zu spüren

Nur dezent vornehm dabei sich in
Andeutungen ergehend spielt Karr
Hier dezent die monarchistische
Karte auf typisch französische Art

Alphonse Karr war ein erbitterter
Gegner von Napoleon III und ging
Nach dessen Staatsstreich nach 
Nizza ins Exil was heute auch zur 

Französischen Republik natürlich
Gehört er war mit Victor Hugo auch
Befreundet und erster Präsident
Einer Liga gegen alle Tierversuche

Seine letzten Jahre verbrachte Karr
An der Côte d’Azur wo er sich mit
Gartenbau beschäftigte und der
Kultivierung von Blumen widmete

Ob Alphonse Karr tatsächlich die
Blumenriviera begründete wie ihm
Zugeschrieben bleibt unklar postum
Wurden 2 Pflanzen nach ihm benannt

jens tuengerthal 7.1.25

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