Montag, 27. April 2026

Lustgenussglück

Lustgenussglück

Lust ist das wichtigste im Leben
Um genießen zu können was ist
Kommt es darauf an es lustvoll
Wahrzunehmen was damit der
Einzig taugliche Maßstab ist für 
Ein erfülltes wertvolles Leben das
Sich und anderen Lust schenkte
Mehr ist dann nicht mehr möglich
Warum gönnen zu können für ein
Gutes Leben wichtiger ist als Recht 
Zu haben oder durchzusetzen mit
Der normativen Kraft des Faktischen
Ist lebe lustvoll mit Liebe der einzig
Wertvolle Rat für ein gutes Leben
Vom Ende her gesehen was bleibt
Statt vieler Worte fangt einfach an

jens tuengerthal 27.4.27

Zuvielosophie

Zuvielosophie

Leben hat und braucht keinen Sinn
Es ist was genügt um zu genießen
Was bleibt oder zu sagen es ist mir
Zuviel und ich verabschiede mich
Wenn es Zeit ist zu gehen was der
Klarste Ausdruck von menschlicher 
Freiheit immer sein sollte statt es
Für eine Krankheit zu halten weil 
Zuviel einfach zuviel ist aber über
Das was zuviel wirklich ist und wann
Sein nicht mehr lohnt nachdenken
Macht dem Genuss dessen was bleibt
Größer freier und wertvoller noch
Es kommt dabei nicht darauf an
Was hinten rauskommt wie Kohl
Der Pfälzer Spendenkönig meinte
Was meist nur Scheisse noch ist
Sondern wie ich mich dabei fühle
Wenn mir bewusst wird dass von
Allem weniger viel mehr wäre als
Noch eine Steigerung die kein mehr
An Glück mehr bedeutet sondern
Längst schon zuviel war was für
Die Menschheit auf der Erde schon 
Lange offensichtlich scheint warum
Weniger in allem auch mehr bleibt
Wenn am Ende nichts übrig bleibt
Doch die Freiheit dazu zu haben
Wie die Fähigkeit es zu erkennen
Zeigt mehr menschliche Größe als
Jeder Aberglaube schenken kann
Weil wir schon lange zuviel sind
Alles zuviel für die Erde auch ist
Weniger viel mehr für alle wäre
Könnte es klug sein über ein neues 
Bild vom Leben nachzudenken statt
Einfach noch weiter so zu machen
Wird zum Helden wer bewusst geht
Statt immer weiter zu spielen was
Eine auch ökologisch nachhaltige
Philosophie wäre auch wenn leider
Vermutlich nur die falschen blieben 
Die nicht merken wie entbehrlich
Ihr Dasein für die Erde ist aber
Egal wer zuerst geht es kommt
Nur Nichts und sonst nichts mehr
Und das ist in allem gut so weil
Zuviel einfach zuviel ist

jens tuengerthal 27.4.26

Lektürentagebuch 26.4.26

Lektürentagebuch 26.4.26

Am Sonntag mal wieder genüsslich
Thomas Mann gelesen begonnen mit
Den Buddenbrooks im ersten Kapitel
Des nun sechsten Teiles des Werks

Thomas Buddenbrook muss sein
Erstes Frühstück meist alleine haben
Weil früh morgens seine Gattin Gerda
Meist noch mit Migräne liegen muss

So kann er schon Zeitung lesen bevor
Er in die Mengestraße spaziert um im
Kontor der Firma dort zu arbeiten und
Sein zweites Frühstück zu nehmen

Inzwischen eher allein mit seiner
Mutter weil Christian oft schon
Im Club frühstückt oder sich noch
Von der Nacht vorher erholen muss

Dafür kann er mit Gerda große 
Einladungen zum Essen zelebrieren
Zu denen die Oberen der Stadt alle
Eingeladen werden was er genießt 

In der Nacht nach einem solchen Fest
Lobt er Gerda im Gespräch noch sehr
Wie gut sie dies alles bewältigte und
Wie stolz er auf seine Frau ist

Bei einem zweiten Frühstück dann
Liest die alte Konsulin ihm einen Brief
Von Tony aus München vor in dem
Diese die Zustände dort beschreibt

Schon die Art wie sie schreibt kann 
Thomas köstlich amüsieren der seine
Schwester die er einfach lieben muss
In allen gut wiedererkennen kann

Dann berichtet sie noch wie sie einen 
Herrn Permaneder kennenlernte der
Da Protestant aus Nürnberg ihr doch
Sympathisch war und sogar die Firma

Buddenbrook aus dem Hopfenhandel
Kannte und lobte und überhaupt hätte 
Ihr München sehr gut gefallen bis auf
Den katholischen Erzbischof der ihr

Aus der Kutsche heiße Augen zuwarf
Was doch nun wirklich nicht ginge
Worüber Tom in Lachen ausbricht
Meint sie hätte ihn schon provoziert 

So beschreibt Thomas Mann wieder
Über das Mittel eines Briefes in dem 
Zwischen den Zeilen zu lesen ist die
Charaktere aller mit feinem Blick

Nach diesem Meisterwerk von einem
Familienroman noch auf einige Seiten
In den Zauberberg nach Davos in eine
Auch feine Charakterstudie getaucht

Wie Hans Castorp dieser doch ganz
Gewöhnliche Emporkömmling aus nur 
Guter Familie seine verschiedenen
Kontakte miteinander verbindet

Die Gegenüberstellung vom großen
Mynheer Peeperkorn und dessen 
Begleiterin Clawdia Chauchat zu
Settembrini und Naphta ist genial

Die anderen spielen dabei nur einen
Dekorative Nebenrolle während der
Italiener Settembrini Clawdia weiter
Mit höflicher Missachtung straft

Findet sich die Russin mit dem
Geistigen Terroristen Naphta in
Teilen des Extremismus zusammen
Aber haben sich eigentlich auch

Eher nichts wirklich zu sagen doch 
Noch amüsanter beschreibt Mann
Wie der beide weit überragende 
Holländer zwischen ihnen läuft

Dabei wird noch dazu die große
Persönlichkeit durch einen Hut der
Die wilde Silbermähne und die tiefen
Furchen der Stirn verbirgt seiner

Wirkung teilweise beraubt und liefe
Noch dazu leicht gebeugt was ihm
Einen Teil seiner Größe nähme die
Dadurch am Inhalt gemessen wird

Wie üblich gibt der nach dem Vorbild
Von Gerhart Hauptmann geformte 
Schwätzer nur Luftblasen von sich
Zu denen es nichts zu sagen gibt

Die beiden kleinen Männer sind sich
Über die geistige Winzigkeit dieses 
Nur aufgeblasenen Mannes einig
Und Settembrini warnt Hans noch

Der darauf ein feines Bonmot zum
Besten gibt so halte Settembrini wohl 
Peeperkorn für dumm aber die große
Gescheitheit sei nur eine Variante

Der Dummheit die so vieles doch sei
Was Settembrini lobend bemerkt aber
Dennoch vor dem Hohlkopf warnt von
Dem einfach nichts zu lernen sei 

Diese feinen Beobachtungen und
Klugen Gespräche machen die echte
Größe des Zauberberg aus der die
Personen different gegenüberstellt

Aus den immer humorvollen Dialogen
Viel kluges zu lernen gibt und dabei 
Zum Nachdenken über das Wesen
Der Menschen nachdenken lässt

Hans Castorp verbindet sie alle und
Lernt von jedem auf seine Art hat ein
Humorvolles kritisches Bewusstsein
Entwickelt was ihn groß werden lässt

Das ist großes Theater und zeigt auch
Die charakterliche Entwicklung der
Protagonisten wie ihrer Grenzen und
Das lachend liebevoll mit Humor

jens tuengerthal 26.4.26

Sonntag, 26. April 2026

Liebesgeschichte

Liebesgeschichte

Meine Liebesgeschichte ist lang 
Was auch am Alter liegt dabei
Hätte sie schon früh enden können
Was auch schön gewesen wäre
Manches erspart hätte aber ich
Möchte nichts bereuen lieber
Sich freuen wohin sie führte 
Was sonst wohl fehlte 
Auch wohl an Erfahrung
Besonders aktuell glücklich
Zu sein mit dem was ist
Und so gesehen war sie
Doch nur ganz kurz um
Immer bei einer zu enden
Die es nun ist falls sie
Diesmal bleibt sonst
Wird sie noch länger
Bis es endet mit mir 

jens tuengerthal 26.4.26

Samstagsruhe

Samstagsruhe

Gegen halb zwei im Crossroads
Eingetroffen zum Abschied von
Phil II der sogleich den Riesling
In die Flaneurloge brachte während

Tino hinter der Theke arbeitete
Waren noch sieben andere Gäste 
An diesem ruhigen Samstag da
3 Paare und ein Freund von Phil II 

Zwei Paare an der Bar und eines
Im Alter der Flaneurs zeigte sich
Oben gegenüber von Bowie noch
Fotos auf dem Telefon plaudernd

Die Musik temporeich tut so als ob
Noch richtig was hier los wäre nun
Knutscht das Foto Paar wild während
Die an der Bar einfach weiter reden 

jens tuengerthal 26.4.26

Samstag, 25. April 2026

Lektürentagebuch 25.4.26

Lektürentagebuch 25.4.26

Von der Mode schreibt Franz Hessel
In Berlin kenntnisreich und spannend
Auf verschiedenen Ebenen welche die
Kenner vermuten ließ es sei Helen die 

Als Modekorrespondentin in Paris für
Die Frankfurter Zeitung arbeitete wie
Die Liebe mit Pierre-Henri Roché übte 
Auch wunderbar schreiben konnte 

Manches am hohen Tempo dieses 
Textes aus Spazieren in Berlin spricht
Eher für Helen als für Franz doch sind
Einige Betrachtungen typisch Franz

Doch das mehr am Ende zunächst
Geht es in Begleitung der Dame in
Den eher düsteren Osten zu einem
Resteverkauf im Hinterhof wo sich

Alles ohne große Schau aber doch
Weibliches Begehren weckend findet
Nur mit leichten Schäden eben darum
So günstig im armen Osten verkauft 

Doch fänden sich dort auch Damen
Der ersten Gesellschaft die gerne
Mal ein Schnäppchen noch suchen
Was gerade nicht allererste Wahl ist

Von dort ging es zu Warenhäusern
Wertheim und Tietz mit ihrem großen
Angebot bei dem die Mode eher nur
Schüchtern modisch ist unauffällig 

Lieber bleibt damit vielseitig noch
Einsetzbar für alle die von der Stange
Ihre Kleider noch kaufen müssen
Wo die Kochtöpfe eleganter wären 

Gut geschult im Verkauf wären die
Vielen jungen Damen dort jedoch
Welche genau studierten wie sie die
Ware erfolgreich feilbieten können

In einem der eleganteren Häuser
Zeigten Modelle den Damen die
An Tischen sitzen Kleider die schon
Etwas exklusiver dabei wirken

Die wirkliche Eleganz und das große
Geld zeige sich am Tiergarten wo in
Villen die exklusiven Designer ihre
Mode nach Pariser Chic präsentieren

Dennoch komme es in Paris vor
Dass sich 3 Damen im gleichen Kleid
Nach natürlich neuester Pariser Mode
Auf einem Empfang treffen es bleibe

Berlin modisch doch eher Provinz
Es fehle der Dame die Eleganz der
Pariserin die auch ein Tuch noch
Gekonnt zu inszenieren wisse

Diese Beschreibungen könnten 
Auch aus Helens schneller und
Teils scharfer Feder stammen
Passen vom Tempo sehr zu ihr

Der letzte Abschnitt aber der sich
Den jungen Damen auf und um
Den Kurfürstendamm widmen ist
Wieder ganz typisch für Franz

Zwar wird Helen ihn auf die neuen
Modegeschäfte auch im Bayerischen 
Viertel wie Nebenstraßen aufmerksam
Gemacht haben jedoch zeigt sich

In der liebevollen Beschreibung dieser
Jungen und ganz jungen Damen die
Feder vom Flaneur Franz deutlich der
Vom guten Jahrgang 1910 schwärmt

Schildert wie sie durch die Straßen
Mit ihren ewig langen Beinen staksen
Die nicht enden wollen und dabei mit
Armen crawlen wo andere bloß 

Brustschwimmen würden hätte die
Neue Berliner Jugend eigenen Stil
Kombiniere gewagt mit Eleganz statt
Nur angezogen zu wirken dabei

Es ist für jeden der schon beide las 
Eine große Freude das vermutlich
Zusammenspiel des Paares zu sehen
Was wir aus Jules und Jim kennen


Im letzten fünften Band meiner so
Schön grünen Gesamtausgabe von
Franz Hessel fand sich nun in der
Verstreuten Prosa was ja schon 

Ziemlich elegant und fast verwegen
Klingt tatsächlich das schöne Stück
Spazieren in Berlin was sehr schön
Vom Versuch als Tourist erzählt

Wie er genau dem Baedeker folgen
Wollte am Vormittag in den Dom und
Die Nationalgalerie und nachmittags
Mit dem Boot nach Grünau fahren

Doch dann kommt seinen Plänen
Ein Spreekahn dazwischen den es
Schon in seiner Jugend gab und der
Einen echten Wal zu sehen verspricht

Er geht mit einer Gruppe Knaben
Die wohl davor standen und die er
Vermutlich einlud entschuldigt es
Jedenfalls mit es war ziemlich billig

Beschreibt dann diesen Walfisch der
Zeitgenossen nun an Timmy denken
Lässt der bei Wismar rumlungert 
Der geruchsneutral präpariert sei

Dies ist mit Liebe und Komik schon 
So wunderbar beschrieben dass der
Spott über das Grauen des Berliner 
Doms eine elegante Spitze wird 

So stand er vor Schinkels schönem 
Museum und blickte auf den selbigen 
Fragte sich ob er hinein wollte und 
Entschied eigentlich lieber nicht

Mehr gibt es zu diesem völlig
Missglückten Protzbau nicht zu sagen
Lieber nicht hinein gehen und besser
Abreißen in jeder Hinsicht peinlich

Berliner die diesen ihren Dom noch
Hochhalten von denen es erstaunlich
Auch heute noch viele gibt belegen
Nur Größe an Geschmacklosigkeit

Zum Glück denke ich da bin ich ja
Kein Berliner sondern nur ein bloß 
Zugereister Flaneur auf Zeit bis
Besseres sich irgendwo findet

Hessel lässt sich darauf gerne von
Einem auf sächsisch fragen wo denn
Das berühmte Eckfenster sei am
Schloss worauf er gerne die Zeit

Sich nimmt und diesen zur Wohnung 
Von Wilhelm I unter den Linden zu 
Führen wo der Kaiser dann ganz
Bürgerlich auch wohne und beschreibt

Die Räumlichkeiten mit gewissem
Spott aber auch Liebe als Bewohner
Der Republik der er inzwischen wurde
Das ist voller schöner Anekdoten

Beschreibt die untere Etage in der
Wilhelm vollgestopft lebte und starb
Wie die obere der Kaiserin die sich
Für eine besonders begabte

Innenausstatterin hielt wovon er
Wenig zu berichten weiß außer dass
Es heller ist als unten das Paar 
Lebte und schlief glücklich getrennt

Die Bootsfahrt nach Grünau wird 
Nichts er muss bis Woltersdorfer
Schleuse buchen und wird bis zur
Abfahrt noch ins Restaurant geschickt 

Wie er dabei die typische Dreistigkeit 
Von Berliner Service Personal das 
Sich im Dienst befugt sieht beschreibt
Ist wunderbar elegant komisch noch 

Die Fahrt wird ein Grauen er ist auf
Deck zwischen dicken Biertrinkern
Mit den entsprechenden Damen nur 
Eingeklemmt und möchte schnell weg

Sieht am Treptower Park Kinder im
Park spielen und will nur noch weg
Aber kann nicht und beschreibt Grün 
Mit zwischendurch Schornsteinen

An der Woltersdorfer Schleuse soll
Dann die ganze Schiffsladung zum
Eisbein essen gehen wovor er flieht
Durch die Kiefernwälder zur Bahn 

Das ist der feine Spott von Hessel
Der ohne böse zu werden sich lustig
Machen kann mit Stil und Eleganz
Was wenigen so gut noch je gelingt 

jens tuengerthal 25.4.26

A une Passante

A une Passante

Aus den Blumen des Bösen von Baudelaire als schönstes Bild des weiblichen Flaneur

An eine, die vorüberging

Der Straßenlärm betäubend zu mir drang.
In großer Trauer, schlank, von Schmerz gestrafft,
Schritt eine Frau vorbei, die mit der Hand gerafft
Den Saum des Kleides hob, der glockig schwang;

Anmutig, wie gemeißelt war das Bein.
Und ich, erstarrt, wie außer mich gebracht,
Vom Himmel ihrer Augen, wo ein Sturm erwacht,
Sog Süße, die betört, und Lust, die tötet, ein.

Ein Blitz … dann Nacht! – Du Schöne, mir verloren,
Durch deren Blick ich jählings neu geboren,
Werd in der Ewigkeit ich dich erst wiedersehn?

Woanders, weit von hier! zu spät! soll’s nie geschehn?
Dein Ziel ist mir und dir das meine unbekannt,
Dich hätte ich geliebt, und du hast es geahnt!

Nach der Übersetzung von Graf Wolf von Kalckreuth, Insel-Verlag, Leipzig 1907. Originaltext der Übersetzung

Flaneurdasein

Flaneurdasein

Der Flaneur steht immer etwas
Daneben dahingestellt ob er es
Auch ist will er es zumindest um
Beobachter zu bleiben statt Teil
Von egal was genießt er es mehr 
Für sich zu bleiben um so seine
Sonderrolle als anderer zu haben
Der nirgendwo dazugehört darum 
Ungestört beobachten zu können 
Was ihm Berufung und Lust ist
So ist er gerne überall dabei
Aber nie Teilnehmer von etwas
Was große Gelassenheit schenkt 
So das Glück der Beteiligung
Vollständig ersetzen kann damit
Vollkommene Zufriedenheit gibt

jens tuengerthal 25.4.26

Flaneurlogenplatz

Flaneurlogenplatz

Endlich zu später Stunde doch noch
In der Flaneurloge angekommen dem 
Besten Platz alles im Blick zu haben
Ist das Crossroads gegen zwei voll

Oben inzwischen geschlossen ist das
Barleben unten konzentriert und nach 
Zwei bekannten Damen kommt auch
Nina und die Königin erfüllt den Raum

Einige Herrenrunden und einzelne
Damen hier und da ist die Stimmung
Gehoben gut und Nina in schwarz ist
Heute auffällig schön geschmückt

Wie gut ist es doch hier als Flaneur
Allen bekannt aber mit genug Abstand
Nicht Teil des Geschehens zu sein
Die Gespräche nur zu beobachten

Volker verabschiedet sich von allen 
Um nach Hause nun zu wanken
Während Phil II am vorletzten Abend
Vielfältig das Gespräch noch sucht

Nimmt Nina auf der Treppe Platz
Beobachtet beobachtend kommen
Bald die ersten zur Königin weil ihr
Platz gerade vom Copy König besetzt 

So findet sich der Kiez in der Nacht
Hier zusammen in den Morgen zu
Feiern und sucht noch erstaunlich
Vielen ernsthafte Gespräche dabei

Teil des ganzen und doch daneben
Ist es die ideale Position für den
Flaneur in der hölzernen Flaneurloge 
Während die Königin gerade mit dem

Copy König von gegenüber plaudert 
Findet hier jeder der es sucht noch
Sein Gespräch für Momente was die
Bar zu einer Art von Heimat macht

jens tuengerthal 25.4.26

Clubriesling

Clubriesling

Gegen halb eins wie immer am
Freitag im Crossroads angekommen
Das unten sehr gut gefüllt ist mit
Den üblichen Bekannten weiter

Nachdem heute mal die sonst 
Flaneurloge von einem Paar
Besetzt ist ausnahmsweise im
Clubbereich Platz genommen

Nachdem Phil II und Tino begrüßt
Habe ich hier zumindest eine gute
Aussicht auf Bowie in auch guter 
Erinnerung hier schon gemeinsam

Verbrauchter Stunden lausche ich
Nun ohne es zu wollen einem Herrn
Der seinen Nachbarn die Welt unter
Berücksichtigung der subatomaren 

Ebene en Detail erklärt um 
Dann zur Medikamentenentwicklung
Auf hoher Ebene zu wechseln was 
Komplex und spannend klingt

Zumindest soweit es dich interessiert
Du dich unter Besserwissern gleich
Wie zuhause fühlst und so etwas in
Deiner Stammbar hören willst

Bin da noch nicht ganz entschlossen
Versuchte lieber weg zu.hören was 
Bei der Eindringlichkeit des einen 
Schon volle Konzentration fordert

Unter Bowie sitzen zwei junge Paare
Sich gegenüber und parlieren teils
Auf französisch bei denen eine blond 
Zierlich und relativ hübsch ist

Zwischendurch kommen Bekannte
Erzählen von ihrem heutigen Besuch
Von Bars in Mitte und meinen hier 
Oben wäre ja nichts los was ich

Wie obiges zeigt ganz locker wieder
Zurückweisen kann und nun beginnt
Die Blonde nach kurzer Abwesenheit
Ihren Schatz zärtlich zu verführen

Nun suchte der Wissenschaftler
Während sein Freund abwest Kontakt
Was ich noch gerade verhindern
Konnte nicht reden fällt ihm schwer

Statt meiner wird nun Phil II noch
Die Welt erklärt während die beiden
Paare aufbrechen und Phil II schnell
Abräumt und wieder verschwindet

jens tuengerthal 25.4.26

Freitag, 24. April 2026

Lektürentagebuch 24.4.26

Lektürentagebuch 24.4.26

Der heutige Freitag war dem Reisen
In guter Lektüre gewidmet von der
Reise ins Paradies zum Aufbruch
Von Cook und den Forsters

Auf der Reise ins Paradies kommen
Heinrich und Christine Gondela das
Ehepaar aus Bremen von Böhmen
Ins da noch preußische Franken

Erfreut bemerken sie wieviel besser
Die zumindest teilweise Chausseen
Im Vergleich zu böhmischen Lehm-
Straßen doch schon wieder wären 

Der Übergang der Grenze war erst
Nur durch einen preußischen Adler 
Wie das Ende der Heiligen zu sehen
Kontrolliert wurden sie im ersten Ort

Auch dort mussten sie noch keine
Ausweise zeigen wurden nur noch
Gefragt ob sie Juden seien weil ihre
Zweiten Vornamen darauf deuteten

Im vornehmen fromm reformierten
Bremen waren alttestamentarliche
Namen wie hier Simon und Rachel 
Wohl üblich was folgenlos blieb

Schwärmerisch erzählen sie von
Der Schönheit der Menschen wie
Der kultivierten Sauberkeit der Orte
Heinrich lästert über Katholiken

Bayreuth scheint ihnen schon in
Den Vororten wunderschön und
Das goldene Zimmer im Hotel
Übertrifft dann alle Erwartungen

Weiter ging die Reise nun auf See 
Bei Christian Graf von Krockow in der
Große Traum von Bildung mit dem
Aufbruch zur Reise ans Ende der Welt 

Hier hat Krockow wie er vorab noch
Erläutert Tagebucheinträgen beider 
Kombiniert und romanhaft ergänzt
Was sich unterhaltsam gut liest

Zwar ist die pädagogische Absicht
Des Autors bei der Darstellung der
Personen deutlich zu spüren aber
Gibt ein schönes Bild der Zeit

So schildert er neben Abenteuern
Wie Mann über Bord oder nicht
Vor allem durch Forster Naturwunder
Wie die Stimmung mit viel Langeweile

Ob Cook tatsächlich so vom jungen
Georg Forster eingenommen war
Dessen Vater so kritisch sah oder
Das Phantasie ist kann dahinstehen

Es wird deutlich gemacht wie die
Strenge Sauberkeit und mehr der
Gesundheit an Bord förderlich war
Warum so wenig Seeleute erkrankten

Hier begleitete ich die Reise auf der
Adventure von Plymouth bis Kapstadt 
Was dreieinhalb Monate dauerte mit
Den Erlebnissen an Bord die durch

Kursiv gesetzte eher phantastische
Tagebucheinträge von Cook noch
Ergänzt werden was nett ist aber
Ein wenig schlichte Pädagogik

Nach den teils erfundenen Berichten 
Wandte ich mich darum auch dem 
Original von Georg Forster zu in der
Ausgabe der Anderen Bibliothek

Hier las ich nun das düster triste
Kapitel der Fahrt durchs südliche
Polarmeer bis nach Neuseeland
In Forsters Reise um die Welt

Meist im Nebel immer in Sorge
Vor Eis ohne Land in Sicht ging
Es ewig durch triste Landschaft
Bis am Ende Neuseeland kommt

Bestätigt sah ich mich auch durch
Die leidende Beschreibung der
Seekrankheit beider Forsters darin
Lieber kein Schiff mehr zu betreten 

Zwar haben extreme Erfahrungen 
Auch Erlebnisse wie das leuchtende
Meer und Tiere dort und Sterne im
Dunklen Himmel schon ihren Reiz 

Aber es liest sich besser darüber
Als dafür das Leiden riskieren wollen
Genügt das Reich der Phantasie ganz
Die Welt als Leser zu erobern 

Zumal schon genug Menschen um 
Die ganze Welt reisten ist deren
Schonung und Genuss wichtiger als 
Noch wirklich wohin Reisen zu wollen

jens tuengerthal 24.4.26