Montag, 30. März 2026

Lektürentagebuch 30.3.26

Lektürentagebuch 30.3.26

In der Verfeinerung der Deutschen
Erfahren dass Luther das Gros der
Deutschen für unfähig hielt das Leben
Aus eigener Einsicht zu meistern

Welch Unterschied zu Kant denke ich
Der zumindest die Möglichkeit der
Befreiung aus der Unmündigkeit in 
Betracht zog durch Aufklärung

Die Probleme des Zusammenlebens
Wollte er mit Obrigkeit und Gehorsam
Lieber lösen weil die Kirche zu lasch
Sei suchte er Kontakt zu den Fürsten 

Darum sei sein wichtigstes Buch die
Streitschrift an den christlichen Adel 
Deutscher Nation worin er Fürsten rät
Wie sie die Bauern gängeln sollten

Diese thematisiert auch das dann
Nötige Priestertum aller Gläubigen
Was in keinster Weise logisch ist
Aber ist ja auch nur Aberglaube

Warum wir uns dem albernen Thema 
Mit größerer Intensität widmen als
Vernünftigerweise angemessen wäre
Liegt an seiner kulturhistorischen

Bedeutung für das Leben vieler
Die nach deren Geboten lebten 
Den vielen europäischen Kriegen 
Um Macht und wahren Aberglauben

Sollte dringend Verse wider das
Noch immer Glücksspiel des alten
Aberglauben zu Lasten der Vernunft
Schreiben was als nächstes folgt

Dazu wettert Luther gegen den Papst
Wie die gierigen Prälaten je länger er
Daran schrieb desto autoritärer wurde 
Die Orgie von Geboten und Verboten 

Nach dem Papst schimpfte er gegen
Den Humanismus und allen Luxus
Wollte alle Wallfahrten nach Rom
Verbieten da daher das freie Leben

Was aller Laster Anfang wäre käme
Reisen seien zu teuer und verdürbe
Rom die Leute nur es schien als ob
Freies Leben sein Horrorbild war

Alle Feste und Feiertage sollten 
Gestrichen werden soweit sie nur
Der Erholung noch dienten gerade 
Die unteren Schichten bräuchten 

Viel weniger Freizeit um dafür mehr
Den sündigen Leib zu kasteien und
Ein asketisches Leben mit Gott zu
Führen jede Wallfahrt verbieten 

Alle Kirchweihfeste sollten künftig
Gestrichen werden so seien die
Die Deutschen großteils Faulpelze 
Wie Lotterleute forderte er streng 

Wer dabei an Merz denkt oder das
Aktuell jammernde Deutschland
Dürfte damit nicht allein sein
Wagt der Flaneur zu vermuten

So wollte der Mönch einfach nicht
Wahrhaben dass das Fleisch eben
Schwach ist und machte darum sich 
Das Leben so schwer wie möglich

Als Augustinereremit kam er aus 
Einem Militärisch strengen Orden
Alles in der Welt sollte so straff und Zackig organisiert werden künftig

Auf alles überflüssige sollte darum
Künftig besser verzichtet werden
Ihm fehlte jede Gelassenheit die
Menschliche Fehler natürlich fand

Die Wallfahrtsorte wie Wilsnack
Trier und andere wollte er alle
Am Boden zerstören lassen 
Er ließ richtig Dampf dafür ab 

Wollte alle Bruderschaften die
Ablassbriefe vertrieben und
Ähnlichen Unsinn am liebsten
Gleich ersäufen und umbringen

Die Lehre an den Hochschulen
Wollte er strenger begrenzen 
Die Heilige Schrift sollte dabei der
Maßstab sein Erkenntnis war Sünde

Die Augustinereremiten warnen vor
Zu großer weltlicher Erkenntnis die
Nur von Gott ablenken Glaube wie
Gehorsam mit Einfalt und Tugend

Waren der wichtigere Maßstab für
Die Menschen entsprechend wollte
Er so gut wie alle Bücher des blinden 
Heidnischen Meisters Aristoteles auch

Lieber verbieten lassen und wollte nur
Rhetorische Bücher noch erlauben
Darum hielt er Ethik auch für ein ganz
Wichtiges und zentrales Schulfach

Er predigte auch Enthaltsamkeit von
Allem Luxus da Gott mit der Natur den
Menschen genug gegeben hätte seien
Mode Feinkost und Gewürze Sünde

Schuld daran waren für ihn die bösen
Kaufleute und er sah nichts Gutes
Was durch sie ins Land noch kam
Das größte Unglück aber sei der

Zinskauf warum er den Fuggern
Wie ähnlichen Leuten gerne einen 
Zaum ins Maul legen würde wie er
Es sagte und predigte Sparsamkeit

Rückzug Bescheidenheit wie gute
Deutsche Sparsamkeit sollten so
Die Existenz dauerhaft sichern was 
Zeigt woher das Elend einst kam 

Dazu baute der ehemalige Mönch
Noch veritable Feindbilder auf aus
Päpsten Prälaten Kaufleuten Bankiers
Städte und Luxus noch dazu 

Er ersparte sich jede nüchterne
Analyse der wahren Zustände
Lobte nur die Fürsten über alles
Ersparte ihnen auch alle Kritik

Es scheint als gehöre auch der
Kulturpessimismus als Korrektiv
Zum Kulturoptimismus dazu wären 
Beide voneinander auch abhängig

Auch Sokrates und sein Schüler
Platon Predigten Enthaltsamkeit
Statt Luxus und Genuss war das
Was Spaß machte unbedeutend 

Noch stärker als Platon und Stoa
Wetterte das Christentum gegen
Freiheit Lust und Glück auf Erden
Sinnenfreude galt als schwächlich 

Spätantike und Mittelalter dann 
Verbannten die sexuelle Wollust
Wie die kulinarische als Sünde
Zulässig war nur ehelicher Sex

Allein zum Zweck der Fortpflanzung
Freude oder Lust daran aber waren
Eine schlimme Sünde die bestraft
Wollust war eine der 7 Todsünden

Dagegen sieht der britische Philosoph
Simon Blackburn die Wollust heute
Als etwas grundsätzlich positives an 
Unterstellt den Gegnern der Lust 

Einen verkürzten Naturbegriff weil
Diese nicht nur Fortpflanzung als
Zweck verfolge sondern durch Wonne
Der Wollust Menschen näher bringt

So vermittle sie ein Stück irdischer
Freude wer guten Sex will muss
Dafür nett charmant und lieb sein
Wie um den anderen auch werben

Dazu zeigen wir uns dann auch
Von unserer besten Seite auch muss
Die Wollust nicht zum Exzess werden
Aber auch der Kontrollverlust kann

Als große Freiheit willkommen sein 
Die Momente von Ewigkeit schenkt
Das Gefühl von Einssein vermittelt
Gern auch mit geistiger Freundschaft 

Manche haben eine Neigung zur
Askese und Enthaltsamkeit die im
Weniger volle Erfüllung findet aber
Andere finden sie eher miteinander


Noch vor den ersten Text endlich
Von Curzio Malaparte über das
Lob des guten Italieners noch
Das Vorwort dazu von Jost Welge

Der Text ist dem unter dem Namen
Italia Barbara 1925 erschienenen 
Band entnommen der pikant genug
Vom Antifaschisten Piero Gobetti

Noch herausgegeben auch wenn er
Sich dort klar als Faschist zeigt ist
Gobetti Malaparte freundschaftlich
Eng verbunden er präsentiert ihn 

Als stärkste Feder des Faschismus 
Damit als Buch eines Feindes dabei 
Vertritt Malaparte die Ansicht dass
Italien seinen eigenen Weg geht 

Italien sei barbarisch katholisch
Antiliberal und antimodern und
Soll auch genau so sein dabei
Wird Mussolini zur Reinkarnation

Des Ignatius von Loyola auch wenn
Der Begründer der Gesellschaft Jesu 
Oder auch SJ denn Jesuiten also
Ein im Baskenland geborener war

Er ist da noch voll dem Faschismus 
Verhaftet und rechtfertigt auch den 
Marsch auf Rom in Oktober 1928
Als eine Art italienische Revolution

Im Erscheinungsjahr des Bandes
Italia Barbara wird Mussolini als
Diktator ausgerufen dabei ist ihm 
Die neue Regierung zu liberal

Die Verteidigung des barbarischen
Italieners beruht auf dem Verständnis
Des Risorgimento der nationalen
Einigungsbewegung unter Garibaldi 

Auch Mussolini sah sich in der
Tradition von Garibaldi noch der zum
Nationalen Helden stilisiert wurde 
Er wendet sich gegen die Liberalen

Malaparte unterscheidet dabei zwei
Sorten Italiener den guten Privatmann
Und den sich überall einmischenden
Profiteur bezieht sich dabei auch auf

Die 5 Tage von Mailand als die Stadt 
Von Radetzky belagert wurde aber
Die Bürger sie heldenhaft nochmal
Verteidigen konnten gegen Austria

So ist das Lob des guten Italieners
Noch deutlich eine frühe Schrift die
Der Verteidigung des Faschismus
Als wahre Bewegung dienen sollte

Damit als Leser gut vorgewarnt 
Bin ich gespannt auf die Lektüre
Irgendwann in den nächsten Tagen
Wohin meine Laune halt greift


Am 28. April also zwei Tage bevor
Er starb schliefen sie noch ein letztes
Mal zusammen erzählt Siri Hustvedt
In ihren Ghost Stories wie es dazu

Kam und was dabei passierte ist
Eine feine zärtliche Liebesgeschichte
Wie sie immer wieder aufwachte
Schaute ob Paul Auster noch atmete

So wie sie es bei Sophie einst machte
Diese es nun bei Miles selbst macht
Nachsehen ob alles in Ordnung ist
Das Elterngefühl kurz vorm Ende 

Denke daran wie der Korb unserer
Tochter Greta in dem schon ihre 
Mutter vierzig Jahre vorher lag
Als letzte von fünf Kindern 

Auf meiner Seite vom Bett stand
Und ich bei jedem Aufwachen
Schaute ob unser Kind auch noch 
Atmete es scheint ein Urinstinkt

Eine Woche vorher vielleicht hätte
Paul zum Sterben gesagt dass
Ginge schneller als gedacht
Er dachte er hätte noch mehr Zeit

Im März hatte er mit den Briefen
An Miles begonnen und noch gedacht
Er hätte noch mehr Zeit seinem Enkel
Diese letzten Briefe zu schreiben

Es wurden 35 Seiten und Siri meint
Sie hätte es schon geahnt aber nie
Herausposaunt wem sollte das auch
Nutzen vorher fragt sie dabei bleibt

Offen wem es hinterher nutzen soll 
Wäre der Leser hier geneigt zu fragen
Aber Ahnungen zum Tod sind so ein
Ding zu dem wir besser schweigen

Das hinterher Gesagte nimmt dem 
Vorherigen Schweigen die Größe
Denke ich und an die Träume vom
Vater und von mir und schweige dazu

Siri erzählt wie sie erschrocken an
Einem Morgen aufgewacht sei mit
Den Füßen auf ihrem Kopfkissen
Wie sie nach einem Moment merkte

Sie überlegt typisch psychoanalytisch
Ob Teile ihres Selbst revoltiert hätten
So tickt diese Sekte halt auch dazu
Ist liebevoll schweigen wohl besser

Sie nannten ihren Geisteszustand 
Eine kognitive Splitterung was klingt
Wie ein Begriff der Wissenschaft für
Trauer und die folgende Verwirrung

Alles sei in ihr durcheinander sie sei 
Aus dem Gleichgewicht gewesen
Es ist das Haus eines Dialogs der
Nun beendet sei in dem sie lebt

Die Zeit verginge aber scheinbar 
Ohne sie und sie fragt sich ob sie
Noch in ihr sein will oder braucht
Sie jetzt die zeitliche Lähmung 

Am Sonntag den 19. Mai schrieb sie
Eine Notiz dass Siri allein durchs Haus
Gehe und mit sich spreche sich dabei
Etwas frage und es auch beantworte

Die Frau die jetzt einen Dialog mit
Sich alleine führt erleidet einen 
Intermittierenden Zusammenbruch
Nur Sekunden nach ihrem Lächeln

Über eine witzige Bemerkung zu sich
Blickt sie auf seinen Stuhl der noch im 
Esszimmer steht wo er immer aß
Unter dem Kratzer sind die sie noch

Geärgert haben solange er schwer 
Auf dem Stuhl saß sind nun Spuren 
Eines Leben das nicht mehr ist und
Sie brüllte die Wände laut an 

Sie wolle ihn zurück so sei Trauer
Nicht konstant sie könne sich lang 
Gegen den Sturm abschotten und
Dann haut eine Böe sie einfach um

Bei der Kondolenzpost die sich noch
In großen Stapeln auf dem Kaminsims
Türmt denkt sie über das Wort
Dahinscheiden pass away nach

Wie ihre Mutter meinte niemand
Scheide dahin wir stürben und gut
Was sie darüber denkt und was
Das Wörterbuch dazu sagt

Sie lebt in einem Spukhaus noch
Bewohnt von einem Geist den 
Paul und sie zusammen erschufen
In einem WIR das nicht mehr existiert

Zumindest nicht in ihrer Gegenwart
Das jedoch alle Räume durchdrang
Es sei eine Doppelfigur mit lauter 
Geheimen Anspielungen die nur

Ihnen bekannt sein können dabei
Paul hatte einmal gesagt wenn sie
Noch 100 Jahre dort zusammenlebten
Wären sie eine Person geworden

Immer wenn genau der gleiche
Gedanke durch den gleichen Auslöser
Zur gleichen Zeit ihnen kam dachten 
Sie die Vereinigung würde nun real 

Das ist wieder so ein Abschnitt zum 
Seufzen und denken hach was für
Eine wunderbare Liebesgeschichte 
Denke ich und freue mich darüber

jens tuengerthal 30.3.26

Selbstliebe

Selbstliebe

Selbstliebe ersetzt
Niemals Liebe anderer
Es fehlte der Kern 

Liebe wird erst groß
Wo sie über sich hinaus
Uns noch wachsen lässt

jens tuengerthal 30.3.26

Weltfrieden

Weltfrieden

Herrschte ganz plötzlich
Überall Frieden wären 
Alle noch verwirrt 

Unsere Natur
Schützt nachhaltig vor solchem
Ausnahmezustand

Gäbe es keinen
Grund mehr sich zu erschlagen
Bliebe noch Liebe 

jens tuengerthal 30.3.26

Teetage

Teetage

Regentage sind
Teetrinkers Paradies
Tun was wir lieben 

Abwarten und Tee
Trinken statt etwas wollen
Enthält schon alles

jens tuengerthal 30.3.26

Sonntag, 29. März 2026

Lektürentagebuch 29.3.26

Lektürentagebuch 29.3.26

Im achten Kapitel bei Buddenbrooks
Geht es hoch her in einem festlichen
Sommer in dem Tiburtius aus Riga 
Wie die Arnoldsens aus Amsterdam

Ins Haus kamen vorher waren sie 
Noch in Travemünde und Thomas
Zumindest am Wochende auch dort
Wo er mit Tony zusammen das alte 

Lotsenkommandeurs Ehepaar wieder
Besuchen ging und sie nett über die
Zeit plauderten der Sohn ja nun in 
Breslau erfolgreich seine Praxis hat

Christian bleibt die ganze Zeit in 
Travemünde um seinen seltsamen 
Schmerz im Bein zu kurieren über
Den er natürlich gerne redete

Er amüsierte sich gut in Travemünde
Mit den üblichen Herren aus dem
Club und brachte die Gesellschaft im
Pavillon wie am Strand zum Lachen 

Tiburtius wohnt ganz bescheiden im
Seitenflügel des Hauses während
Arnoldsens mittendrin leben und
Das Leben fröhlich bereichern 

In der Stadt und im Club wurde viel
Über diese Braut geredet die mit
Ihren roten Haaren zu dunklen Augen
Schon etwas besonderes war

Herr Arnoldsen spielte wunderbar
Wie mit wilder Leidenschaft auf der
Geige und Gerda begleitete ihn 
Auf ihrer Stradivari mit viel Gefühl

Tony ist völlig begeistert und redet
Ständig mit Gerda freut sich über
Die hohe Aussteuer und Thomas
Kauft ein Haus für Gerda und sich 

Anfang des Jahres soll erst Clara
Tiburtius heiraten und dann im
Frühling auch Thomas und Gerda
Die in Amsterdam feiern werden

Auch die alte Konsulin möchte dann
Zu dieser Hochzeit reisen wenn es
Ihre Gesundheit erlaubt und beide
Planen eine Hochzeitsreise nach

Oberitalien und Florenz für dann 
Zwei Monate in dieser Zeit soll
Tony dann das Haus einrichten
Bekommt dafür freie Hand

So sind alle glücklich und sehen
Den kommenden Ereignissen mit
Aufgeregter Begeisterung entgegen
Nur Thomas dauert es etwas lang

Ein schönes Kapitel voller Aufbruch
Begeisterung und Schönheit die das
Ganze Haus ergreift nur Christian
Leidet natürlich etwas dabei

jens tuengerthal 29.3.26

Frühlingstraum

Frühlingstraum 

Auch bei kühlen Temperaturen
Vor eher grauem Himmel sind die 
Kirschblüten am Mauerpark jedes
Jahr wieder ein Frühlingstraum

Der Weg dahin mit nur zartem Grün 
Überall bei eisigen Temperaturen
Unter bedecktem Himmel machte 
Noch wenig Hoffnung auf Frühling

Nirgendwo in Berlin triffst du so
Viele hübsch gemachte junge
Japanerinnen die den Himmel
Der nun wieder aufriß natürlich

Völlig ignorieren und sich lächelnd
Fotografieren in deren Kultur steht
Die Kirschblüte für Schönheit wie
Aufbruch und Vergänglichkeit

Sie markiert den Frühlingsanfang 
Steht dabei für den unendlichen
Lebenszyklus während sie zugleich
An kurzes Leben und Tod erinnern 

Die Vergänglichkeit mono no aware
Erinnert daran dass Perfektion nicht
Von Dauer ist was als heroisches
Ideal der Samurai Zeit in Japan galt 

Sakura die Kirschblüte japanisch 
Zeigt Schönheit und Neuanfang 
Steht auch für den Frühling die
Hoffnung auf einen Neuanfang 

Die Blüte wird mit der Vitalität
Des Lebens assoziiert und ihr 
Schneller Verfall nach spätestens
Zwei Wochen mit dem frühen Tod

Sie feiern gerne Hanami was 
Blütenbetrachtung heißt und das Kirschblütenfest ist das mit Picknicks 
Unter Bäumen dann gefeiert wird 

So ist die hohe Präsenz der immer
Höflich dort lächelnden vielen zarten
Japanerinnen kulturell verständlich
Aber auch sonst Berliner freuen sich

Auch in Berlin gibt es verschiedene
Kirschblütenfeste unter anderem in 
Den Gärten der Welt in Marzahn und
Zwei Wochen später kommen die

Japanischen Kirschen noch an der 
Bornholmer Straße die ein Geschenk
Japanischer Bürger zur Einheit waren
Ein prachtvoller Spaziergang sind 

So kann Berlin die Vergänglichkeit 
Gleich doppelt feiern was gut zu der
Sich so rasant verändernden Stadt
Mit Aufbruch und Zerstörung passt

jens tuengerthal 29.3.26

Walgeschichten

Walgeschichten

Deutsche sind tierlieb
Das Schicksal einzelner 
Viecher hält die Nation 
Immer wieder im Bann 

Näher als das Schicksal
Der Kinder im Sahel die
Leider halt verhungerten
Ging vielen Eisbär Knut

Der Orakel Oktopus zur 
Fußball WM wurde auch
Eine nationale Berühmtheit
Im Land der Hundehüter 

Nun also Timmy der vielleicht
Dumme oder depressive Wal 
Der von einer Sandbank zur 
Nächsten scheinbar schwimmt

Getauft nicht von seinen Eltern
Die wohl keiner persönlich kennt
Sondern benannt nach seinem ersten
Suizidversuch an Timmendorfs Strand

Wieder ist die Anteilnahme der
Deutschen für den blöden oder
Sehr klugen Wal auf Landgang
Größer als für viele Menschen

Bin mir nur nicht ganz sicher
Ob dies eher für oder gegen
Die Kultur der Deutschen spricht
Früher gab es Mann und Goethe

Heute Timmy von Timmendorf
Gen Wismar bis irgendwer das
Riesige Vieh den lebenden Dino
Von seinem Schicksal erlöst

Nicht mal mehr stranden und
Verenden kann Wal heute noch
In Ruhe alles kommentieren die
Idioten sogar noch in Versen

jens tuengerthal 29.3.26

Palmsonntagslust

Palmsonntagslust

Mit dem Palmsonntag beginnt die
Karwoche und die Festzeit um das
Osterfest die bis Pfingsten reichen
Es ist typisch biblischer Hokuspokus 

An diesem Sonntag soll Jesus auf
Einem Esel nach Jerusalem geritten
Sein wo er wie ein König empfangen
Wurde mit Palmzweigen am Boden

Das Ritual am Palmsonntag Bilder
Mit Palmzweigen zu schmücken
Besteht in einigen Regionen noch
Hat wie aller Aberglaube nicht nur

Vernünftige Gründe sondern wird
Von Gläubigen als spirituelle Tat 
Auch ohne Vernunft ernst genommen
So auch der symbolische Hintergrund

Die Farbe des Palmsonntag ist rot
Um an das Blut Christi zu erinnern
In der Karwoche die am Karfreitag
Mit der Kreuzigung ihren Höhepunkt

In der Trauer hat und mit Ostern am
Sonntag darauf endet wo der Prophet
Der christlichen Sekte auferstanden
Sein soll 3 Tage nach der Kreuzigung 

Es ist dieser Tag in der Kunst sehr
Vielfältig und lange dargestellt worden
Der Gegensatz König und Esel war
Für die Menschen ein klares Zeichen

Tod nach Verrat und Auferstehung 
Sind zentral im Christentum warum
Ostern der höchste Feiertag dieser
Sekte die Europa lang dominierte ist

Der Tod als Erlösung vom Leben
Das nach dem Sündenfall mit der
Vertreibung aus dem Paradies nur
Ein erlittenes Elend noch war 

Der Kern christlichen Aberglaubens
Warum nicht wundert wie wenig er
Natur Genuss Lust zugewandt ist die
Nach Epikur ist worauf es ankommt

Das Christentum in Nachfolge ihres
Sektengründers der als Aufrührer wie
Terrorist hingerichtet wurde pflegt die
Kultur von Leiden und Sterben real

Dafür wird ein besseres Jenseits
Wenn wir nicht mehr sind als Lohn
Für ertragenes Leiden versprochen 
Es wird schlecht geredet was ist

Um auf etwas aus dem Aberglauben
Im Jenseits danach zu hoffen statt
Das Leben lustvoll zu genießen
Was unsere einzige Aufgabe ist

Aber auch abgesehen von diesem
Albernen spirituellen Hokuspokus 
Ist schon das Bild des Königs auf
Dem Esel eigentlich gruselig

Naturreligiöse Symbole werden
Mit den Palmzweigen vor dem
Da bejubelten König ausgelegt
So werden Mythen gebildet

Die Geschichten um dieses 
Uneheliche Kind das dafür
Gott untergeschoben wurde 
Abfindung zu kassieren wie

Peinlichkeiten zu vermeiden 
Sind schon albern genug doch 
Am schlimmsten ist der Kern
Du musst im Leben leiden um

Im Jenseits Erlösung zu finden
Was allen folgenden Wahn erklärt
Der weniger genießt was ist als
Zerstört was Natur uns gab 

Dieser elende Aberglaube stellt
Die Menschen über die Natur 
Warum wir sie ausbeuten sollen
Was bis heute reichlich getan wird 

So könnte der Palmsonntag eine
Gute Gelegenheit sein den so
Lebensabgewandten Aberglauben
Der nur auf ein Jenseits noch hofft

Zu überwinden um sich lieber im
Frühling an blühender Natur mehr
Zu erfreuen statt von Auferstehung
Für ein irreales Jenseits zu träumen 

Wir haben nur ein verfluchtes Leben 
Dass es mehr zu genießen gilt um
Voller Lust mit unserer Natur wie
Mit dieser im Einklang zu leben

Es gibt viele gute Gründe den ollen
Aberglauben für mehr Menschlichkeit
Abzulegen wenn jeder der Natur folgt 
Um zu genießen wird alles besser 

Sich dessen eine Woche vor Ostern
Mit der lächerlichen Auferstehung
Klar zu werden wäre wirklich eine
Befreiung aus dem unfreien Elend 

Spätestens seit Kant wissen wir ja
Aufklärung ist Befreiung aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit 
Aberglauben abgelegen ist ein Anfang

Gott ist tot er hat nie gelebt 
Wir Menschen leben noch
Genießen wir es besser mehr
Voller Liebe und Lust

jens tuengerthal 29.3.26

Liebesgrad

Liebesgrad

Welche Liebe war die größte
Frage ich mich während ich
An der Theke ein Paar beobachte
Frisch verliebt streichelt er ihre
Nackte Schulter zärtlich wenn
Sie nicht gerade im Kuss 
Eng umschlungen versunken
Schaut die Blondine mit dem
Großen Gesicht das etwas
Affenartig wirkt verliebt an 
Als gäbe es keine schönere 
Erinnere mich an die Male hier 
Habe keinerlei Zweifel daran
Dass es natürlich die aktuelle
Sein muss egal was war
Vorher und überhaupt
Weil jede neue die davor
Restlos ersetzt oder eher
Egal dann wäre weil nicht
Ganz zu lieben so ist wie
Gar nicht lieben auch weil 
In der Menge die Erinnerung 
Leicht verschwimmt ist es so 
Wichtig sich da sicher zu sein
Um wirklich lieben zu können
Denn natürlich leben auch noch 
Alle Lieben irgendwo in mir weil
Gefühl nie zu nichts wird wenn
Es je Bedeutung hatte warum
Sich sicher zu sein wichtig ist
Nicht die Orientierung im Nichts
Was bleibt und kommt zu verlieren
Jeder die Chance zu geben
Die letzte zu bleiben damit
Der innere Kompass natürlich
Sich an der aktuellen ausrichtet
So weiß ich immer wohin es geht 
Was dann bleibt war richtig

jens tuengerthal 29.3.26

Stundenriesling

Stundenriesling

In der Nacht der Zeitumstellung
Gegen halb eins im Crossroads
Angekommen das Mo und Phil II
Heute schaukeln bei mäßiger Fülle

An der Bar sitzen drei Damen die
Miteinander im Gespräch vertieft
Ferdinand ist im höflichen Gespräch
Mit älterer Nachbarin am Stehtisch 

Phil II springt zwischen den Ebenen
Kaum saß ich brachte Mo schon
Den guten Rheingauer Riesling unter
Bowie plaudern sie laut auf englisch

Kälte und Regen locken weniger raus
Oben sitzen außer der Gruppe Amis 
Noch ein Paar und eine kleine Gruppe
Unsichtbar um die Ecke da kommt 

Nina ganz in schwarz die Königin
Der Bar nimmt nach ausgiebiger 
Begrüßung wie üblich ihren Platz ein
Unten noch drei Nerds am Fenster

Der Abend schaukelt heute ruhig 
In die Nacht wie der dauernde Regen
Dann kommt eine junge Dame mit
Weinglas vom Klo zu den Nerds

Während Ferdinand weiter mit leicht
Hamburger Akzent den ich gern höre
Zu wichtigen Themen referiert aber
Mindestens eine Zuhörerin hier hat

jens tuengerthal 29.3.26

Samstag, 28. März 2026

Lektürentagebuch 28.3.26

Lektürentagebuch 28.3.26

Wieder auf der Reise ins Paradies
Mit Heinrich und Christine Gondela
Dem Bremer Ehepaar in der Kutsche 
Das am 7. September 1802 aus Eger 

Berichtet wie die Reise von Carlsbad
Aus war wo sie erstmal zwei Stunden
Von fünf bis sieben auf ihre Pferde
Noch warten mussten die sie aber

Nutzten um zu lesen wer alles im
Städtischen Journal als Gäste neu 
Gemeldet wurde teilweise noch mit
Allen Titeln des Gatten wie bei einer

Dame aus Prag von Familie oder ein
Herr Offizier von und zu aus Preußen
Amüsieren sich dezent über die dort
Titelprotzerei noch bis zur Abfahrt

Die Fahrt wird ziemlich frisch bei
Steifem Westwind und führt sie in 
Die offene Ebene über grausam
Schlechte Straßen die sie zu sehr

Langsamer vorsichtiger Fahrt zwingen
Zum Glück hört der Kutscher auf sie
Fährt sehr achtsam diesmal sonst
Drohte ein Umkippen der Kutsche 

Durch die Gewitter der letzten Tage
War der lehmige Boden aufgeweicht
Die Räder versanken teilweise fast
Oder flog über Steine welche die

Bauern aus ihren Feldern auf die
Landstraße werfen was den Weg
Noch beschwerlicher machte es
Wäre ein ständiges Ruckeln nur

Ein Halt an einer Poststation dann
Um die Pferde zu wechseln wird 
Mit viel Humor beschrieben wie sie
Im Dienstraum des Postillons dort

Der zugleich auch sein Wohnraum
Mit Frau Tochter und Gesinde nun
Warten mussten bis sie sich wieder
Auf ihren Wagen setzten weil es

Völlig unerträglich war wie der Mann
Seine Frau und diese die Tochter in
Einem fort ankeifte mit denen sie in
Dem einen Raum gewartet hatten

Auf dem Weg kamen sie noch am 
Kloster Culm vorbei was sich nicht
Finden lässt aber am Weg durchs
Egerland liegt die Wallfahrtskirche

Maria Kulm die vermutlich gemeint
War denn es werden die Bauern
Wie vor allem schönen Bäuerinnen
Beschrieben die dorthin unterwegs

So seien besonders die Damen sehr
Geschmückt und ausstaffiert gewesen
Die sie am Wegesrand sitzen sahen 
Als sie ihre Schuhe wieder anzogen

Die wohl sehr gläubigen Damen 
Waren bis dahin barfuß gepilgert
Machten die Wallfahrt zum Feiertag
Maria Geburt die Herren trugen Schuh

Eger sehen sie schon lange vor sich
Aber dann dauert es noch ewig bis
Sie die Stadtmauer erreichen müssen
Vorher noch Hügel umfahren und

Durch enge Hohlwege fahren um
Dann durch ein grausenerregendes 
Uraltes Stadttor nach Eger zu kommen
Das sehr schön beschrieben wird

Uralte Renaissancegebäude neben
Lichteren neueren Bauten wäre alles
Sehr harmonisch und ansehnlich auch
In ihrem Gasthof bekamen sie ein

Großes geräumiges Zimmer aber
Machen sich gleich auf den Weg um
Das Schloss noch zu besichtigen 
Nachdem sie gegen sechs ankamen 

Dies war der Ort an dem Wallenstein
Mit seinen Getreuen 1634 ermordet
Wurde aber das Schloss war gegen
Ende des Krieges noch von den

Schweden zerstört worden die ja
Auch in Prag reichlich Kunst raubten
So ist nicht mehr viel zu sehen die
Räume wären nach oben offen

Ein angeblich noch im Rathaus 
Befindliches Wallenstein Portrait
Konnten sie nicht sehen weil der
Bürgermeister schon gegangen

Sonst fand sich dort niemand
Der einen Schlüssel zum Rathaus
Hatte und so gingen sie nach dem
Reichlichen Essen früh schlafen

Am nächsten Tag schon sollte es
Nach Franken bis Bayreuth gehen 
Warum sie früh los wollten und so
Zeitig erschöpft zu Bett gingen

Dieser immer wieder ironische 
Reisebericht über die teilweise
Unerträglichen Zustände für die
Reisenden ist ganz wunderbar

Es gibt ein Bild was Reisen zu
Beginn des 19. Jahrhunderts noch
Für ein Abenteuer war und welch
Unbill Reisende ertragen mussten


Weiter im gleichen Jahr geht es nun
Mit dem Spaziergang nach Syrakus
Von Johann Gottfried Seume dem
Dritten Band der Anderen Bibliothek 

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 
Kommt Seume in Wien an aber 
Erzählt vorher schon in Stockerau
Echt Wienerisch gegessen und

Das ist besonders erstaunlich
Geschlafen zu haben an der
Stadtgrenze scheint er den dortigen
Zöllnern verdächtig die ihn und

Seinen Tornister komplett filzen
Weil sie ihn für einen Juden halten 
Der Juwelen schmuggelt dafür
Lassen sie ihn eine Strafe zahlen

Weil er gegen etwas verstieß wovon
Keiner wissen konnte wonach es
Verboten sei versiegelte Briefe
In die Stadt einzuführen deren er

Aufgrund der Empfehlungsschreiben 
Zahlreiche bei sich hatte und dann
Durchsuchen sie auch ihn noch
Tasten die Nähte seiner Hose bis

Zur heiligen Naht ganz oben ab 
Aber alles wie die Durchsuchung
Immer mit hervorragender Höflichkeit
Dann müssen sie ihre Pässe abgeben 

Alles sollen sie bei der Abreise wieder 
Erhalten und Seume erzählt wie er
Die Besuche nach seinen vielen
Empfehlungsschreiben abstattete

Erzählt aber von den meisten erst
Nichts weil sein Leser sie ja alle
Wohl besser kennen würde und
Geht dann zu Füger und schwärmt

Dabei muss es sich um den Maler 
Heinrich August Füger handeln einen
Bekannten Maler des Klassizismus
Der nach seiner Italienreise 1783

Nach Wien kam und sich dort dann
Endgültig niederließ zentrale Figur
Der Wiener Kunstszene wird ab 1795
Direktor der Akademie der Künste ist

Dessen Bilder und ihre Wiedergabe 
Von Szenen des Homer wie der 
Antike beschreibt er mit großem
Enthusiasmus und viel Begeisterung

Auch sei Füger sehr sympathisch
Der sie nebenbei empfing sich dabei
Zeit nahm aber sie auch alleine
Einfach schauen ließ was ihm gefiel

Die Nähe zur eigenen Lektüre er
Hatte die klassischen Bänder die
Er mit sich trägt bei der Filzung
Noch beschrieben passt gut

Weitere Bilder von Füger sieht er
Noch bei einem Grafen Fries der
Mit viel Enthusiasmus auch der
Hiesigen Akademie verbunden wäre

Am Ende des ersten Abschnittes
Den ich heute nur las berichtet er
Vom enttäuschenden Besuch im
Nationaltheater in der Burg wie

Am Kärntnertor wo sie abwechselnd
Spielen würden so sei Brockmann
Dort völlig isoliert als einzig großer
Rutsche darum im Niveau herab 

Johann Hieronymus Brockmann
War einer der bedeutendsten Wiener 
Schauspieler an der Burg der sie
Zeitweise auch als Direktor leitete

Sehr lustig macht er sich über die
Schauspielerinnen die bestenfalls
Noch als Äbtissinnen taugten dort
Auf der Bühne peinlich waren

Er sah das Trauerspiel Regulus
Dabei könnte es sich um die Version
Von Heinrich Joseph von Collin
Handeln die zufällig 1802 erschien

Dies amüsierte ihn trotz mäßiger 
Schauspieler sehr weil es eines
Seiner liebsten historischen Themen
Behandelte und es wäre gut gemacht

Im übrigen wäre er dort mehr als nur
Zuschauer gewesen und nicht als
Rezensent warum seine Kritik hier
Vielleicht etwas mäßig nur wäre

Herrlich ist es so mit einem der
Intellektuellen und Autoren der
Zeit in das kulturelle Wien um
Das Jahr 1802 einzutauchen 

jens tuengerthal 28.3.26