Montag, 19. Januar 2026

Schönheit

Schönheit 

Schönheit ist ein Attribut
Individuellen Wohlgefallens
Es gibt Naturschönheiten
Wie schöne Kunstwerke
Nennen wir jemand eine
Schönheit meinem wir meist
Die körperliche Erscheinung 
Als zähle das Wesen nicht
Viel mehr in dieser Frage
Doch wie ich es auch drehe
Bleibt Schönheit subjektiv
Spiegel des eigenen Empfindens
So ist die Frau die ich liebe 
Für mich die allerschönste
Weil ich sie liebe dabei ist
Völlig egal wie sie aussieht
Theoretisch zumindest weil wir 
Zu gerne Opfer der Diktatur
Des Durchschnitts sind der
Ästhetisches Empfinden durch
Kollektive Anpassung ersetzt
Darum gibt es zum Beispiel
Schönheitsoperationen die
Offiziell ästhetische Chirurgie
Heute genannt werden weil
Schön nie wird was sie hier
Für viel Geld uns antun um
Einem durchschnittlichen Gefühl
Näher zu kommen statt irgend
Besonders sein zu wollen
Vielleicht sollten wir wieder
Lernen Schönheit zu empfinden
Die wirkliche würdigen zu können
Nicht nur durchschnittlich zu sein

jens tuengerthal 18.1.26

Sonntag, 18. Januar 2026

Lektürentagebuch 18.1.26

Lektürentagebuch 18.1.26

Beginne die Sonntagslektüre mit
Der 38. Erzählung aus dem alten 
Indischen Papageienbuch in der
Balakrishna seine Stiefmutter 

Zwingt ihn anständig zu behandeln
Was erfahrenen Schwiegersöhnen
Erstaunlich spannend schon klingt
Das ich aber nur theoretisch kenne 

Hatte nur von väterlichmütterlicher
Seite eine Stiefurgroßmutter die eher
Seltsam starb als ich noch keine 16
Bin ansonsten gänzlich unerfahren

Balakrischna aber der Sohn eines
Tempeldieners hat nachdem sein 
Vater zu feige ist die Stiefmutter
Zur Versorgung seines Sohnes

Anzuhalten der Hunger leidet 
Fasst einen für einen fünfjährigen
Geradezu genialen Plan wie der
Papagei der Prinzessin erzählt

Diese wollte ihren Liebhaber sehen
Aber vom Papagei vorab wissen ob
Sie dies gefahrlos tun könne worauf
Dieser ihr die Geschichte erzählt

Dazu den weisen Ratschlag gibt 
Wenn sie so zu täuschen wisse wie
Balakrishna es tat könne sie ohne
Alle Gefahr überall hin gehen

So sagt der Sohn dem Vater er
Habe zwei Väter und werde ihm
Den anderen bei Gelegenheit zeigen
Worauf der Vater unruhig wird

Dieser ahnt nichts und weiß nichts
Fürchtet aber es hieße seine junge
Zweite Frau die er nach dem Tod
Der ersten heiratete betrüge ihn 

Was bei ihrem Alter ja nahe läge
Eine These die ich nicht notwendig
Bestätigen aber ahnungslos naiv
Wie fast alle Männer auch nicht 

Einmal ahne was Frau wirklich denkt 
Was helfen kann jede Nervosität da
Leicht zu ignorieren weil sie ohnehin
Tut was sie will wenn sie denn will

Jedenfalls wurde der Vater immer
Nervöser und gereizter vernachlässigt
Seine Frau und schlägt die sogar 
Worauf diese mit dem gehörigen

Schlechten Gewissen denkt es sei
Der Vernachlässigung seines Sohnes
Wegen was wieder mal bestätigt dass
Weiblicher Instinkt auch richtig liegt

Wenn Mann noch gar nichts weiß
Geschweige denn ahnte was Frau 
Sich dabei denkt richtig liegen kann
Weil sie schon wissen wird warum

Die Frau von ihm bestraft der sich
Dessen nicht einmal bewusst war
Darum ihr Verhalten sofort änderte 
Sich rührend um den Sohn kümmerte 

Dieser beschloss darauf den Vater
Wieder zu beruhigen und sagt ihm
Er würde ihm den anderen zeigen
Ihm darauf einen Spiegel vorhält

Am Ende der Geschichte sind alle
Glücklich und beruhigt auch wenn
Nicht alle genau wissen warum ist
Es genug wenn sie es so denkt

Das fein subtile dieser bereits
Über tausend Jahre alten Geschichte
Trägt weiter als vorstellbar scheint
Für einen fünfjährigen Knaben

Doch ist sie andererseits so ganz
Wunderbar frech das Verhältnis von
Mann und Frau beschreibend dass 
Sie von tieferer Wahrheit kündet 


Familie Buddenbrook sitzt gemeinsam
Im Landschaftszimmer und wartet auf
Den Herrn Konsul der sich verspätet
Worüber sich Tony lautstark mokiert

Sie tut das getarnt mit Sorge an dem
Schwülwarmen Spätsommersonntag
Des Jahres 1855 die Familie ist mit
Kistenmakers zum Spaziergang vor
Dem Tor verabredet und wartet nun

Auf den Konsul aber auch dass der
Drohende Regen endlich aus dem
Immer dunkleren Himmel fällt was
Dann zur Erleichterung aller passiert

Die Furcht vor einem großen Gewitter 
Zerstreut Tom mit Gewissheit die sich
Auf ein Gespräch mit einem Kapitän 
Am Hafen am Vormittag beruft

Wer hat hier beim Lektorat geschlafen
Überlege ich auch wenn jede Kritik 
An den Nobel geadelten Buch sich 
Verehrern Thomas Manns verbietet

Am Sonntag Vormittag war Kirchgang
Tom jedoch sicher nicht im Hafen
Aber solche Kleinigkeiten scheinen
Angesichts nun folgender Aufregung

Verzeihlich wie schnell vergessen 
Dies ist nicht das Erscheinen der
Guten in Ida Jungmann die nun
Schon 20 Jahre bei Buddenbrooks ist

Wovon und ihren gehobenen dabei
Gewohnheiten er gerne berichtet
Im Plauderton der Buddenbrooks
Die so nett plätschern können 

Aber das alles wäre keine Aufregung
Kein gebührendes Ende eines ganz
Wichtigen Abschnitte des Romans
Dazu brauchte es etwas anderes 

Nämlich das aufgeregte Mädchen 
Line das ins Zimmer gestürmt kommt
Der Konsulin auf Platt zuruft sie solle
Schnell kommen und Tom begreift

Sofort stürmt er zum unten nun
Gelegenen Schlafzimmer der Eltern
Ruft nach dem Arzt Grabow aber der 
Konsul ist da bereits gestorben

Ein schönes würdiges Ende in 
Abwesenheit ohne vorher lange
Am Alter noch gelitten zu haben
Die nächste Generation tritt an

Erstaunlich denke ich noch der
Nicht mal die Hälfte des Romans
Bisher erreicht hat dabei ist Tom 
Der letzte Buddenbrook der noch

Die Firma führen wird aber ich will
Hier nicht vorgreifen auch seiner
Ehe und seinem Sohn lieber nicht
Das kommt alles früh genug

Buddenbrooks am Sonntag lesen
Ist Buttersahnebonbons lutschen
Angenehm vertraut auch fern noch
Gefühlt so vertraut wie ganz nah

Vieles ähnelt den Geschichten aus
Der eigenen Familie die sich gerne
Stolz auf ihre Geschichte beruft ohne
Je mehr als alt gewesen zu sein


In zwar wie immer abgebrochenen
Aber doch gefühlvoll begeisterten
Sätzen begrüßt Mynheer Peeperkorn
Hans Castorp als einen Freund 

Die große Persönlichkeit tut dann
Bröckchenweise ihre Wünsche kund 
Welche die rotblonde Begleiterin
Dann für die anderen übersetzt 

Eine Gruppe wird gebildet wie teils
Aus den Balkonlogen abgeholt vom
Dazu bröckchenweise wie auch in 
Clawdias Übersetzung beauftragten

Hans Castorp der einer ersten nun 
Einladung einer Gesellschaft sofort
Nachkam die sich am Spieltisch fand
Mit Vingt et un beginnen wollte

Dies historische Kartenspiel das am
Ehesten 17 und 4 entspricht oder im
Im derberen englisch Black Jack heißt
Versucht die 21 genau zu erreichen

Die große Persönlichkeit Pepperkorn
Dabei ganz in ihren Element freudig
Bestellt erstmal drei Flaschen Chablis
Wie Knabberzeug bei der Zwergin 

Der reiche Peeperkorn unterhält die
Gesellschaft bröckchenweise lädt alle
Erwählten dabei ein und bildet mit
Hans und Clawdia das Epizentrum

Ein schöner kleiner Abschnitt der
Gut den Einstieg dessen bildet was
Die nächsten Wochen Hans Leben
Im Berghof nun prägen wird 


Von der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg
Ist der Sprung in das Ägypten noch
Über 2000 Jahre vor der Zeitrechnung 
Nur scheinbar weit im Josephsroman

Das böse Gezeter der zwei Zwerge
Dûdu und Gottliebchen was die
Katastrophe für Joseph betreibt oder
Verhindern will ist einfach herrlich

Wüst beschimpfen sich die beiden
Die den jeweils anderen erniedrigen 
Wie als Verräter noch bloßstellen 
Der eignen oder hehrer Ziele wegen 

Die Schimpfnamen die sie sich dabei
An den Kopf werfen sind herrlich 
Selten noch wirklich altägyptisch
Eher aus deutschen Vorgärten 

Es gibt also zwei Zeugen für 
Josephs aufrechtes wie auch 
Das verräterische Verhalten
Von Mut die sogar töten wollte

Wer es wie büßen muss erzählt
Die Bibel Andeutungsweise was
Damit beabsichtigt erfindet erst 
Thomas Mann im Zwergen Märchen

Diese Kanonade von Schimpfworten
Zwischen den beiden Zwergen ist
Der bisher komischste Teil im langen
Josephsroman und genial komponiert 

Thomas Mann zeigt sich auch hier
Wieder als der allerkomischste der
Deutschen Schriftsteller dessen 
Humor wirklich seinesgleichen sucht

Das ist was ein kleingeistiger Illies
Der mehr Tagebücher als Werke las
Wohl nie begreifen wieder was mir
Fast schon wieder leid tut für ihn 

Es sind so viele komische Bezüge
In diesem so menschlichen Versuch
Den anderen zu erniedrigen dass die
Wenigen Seiten doppelte Schule sind

Zum einen natürlich im Text wie 
Damit sprachlich historisch spannend
Dann der Umgang mit dem Gesinde
Die feine Sicht auf böse Unruhen 

Hier zeigt sich doppelte Erfahrung
Im Umgang mit Personal wie das
Stets begründete auch Misstrauen
Gegenüber widerlichen Intriganten 

Eine Stelle die vielfach ganz herzlich
Lachen wie zugleich auch wieder
Ganz schrecklich gruseln lässt bei
Blick auf die drohenden Folgen 

jens tuengerthal 18.1.26

Liebeshoffnung

Liebeshoffnung

Auf Liebe hoffen
Ist vergebene Mühe
Außer wenn geteilt

jens tuengerthal 18.1.26

Erwartungen

Erwartungen

Erwartungen sind
Sichere Enttäuschungen
Ansonsten zwecklos

jens tuengerthal 18.1.26

Teetrinken

Teetrinken

Tee trinken ist stets
Die beste Meditation
Aller Teetrinker 

jens tuengerthal 18.1.26

Lustrausch

Lustrausch

Die Lust zieht alles in ihren Bann
Sich ihr hinzugeben ist ein Rausch
In dem die Hormone uns betäuben
Alle Vernunft vergessen lassen um
Im Rausch wie ein Tier zu agieren
Ohne dies moralisch weiter hier 
Bewerten zu wollen ist Sex gesund
Stärkt das Immunsystem und tut gut
Der Lust zu folgen nannte schon
Epikur die Natur unseres Wesens
Nach der wir hedonistisch streben 
Welche Schmerz vermeiden will 
Um den Tag für sich zu nutzen
Ihn sich mit Horaz zu pflücken
So ist die Lust der Rausch der
Unserer Natur am besten tut
Sogar Befriedigung schenkt 
Die im besten aller Fälle
Auch geteilt werden kann
So ist die Lust der beste Rausch
Im Falle des Sex sogar noch
Der für uns gesündeste und
Jede Moral die dies hinterfragt
Darum krank zu nennen und
Mit Lust lebe ich gern gesund
Alles andere ist entbehrlich 

jens tuengerthal 18.1.26

Liebeswirklich

Liebeswirklich

Wie wirklich ist die Liebe je
Überlege ich und frage mich
Was am größten aller Gefühle
Realistisch sein könnte oder ob
Schon die Hoffnung darauf ein
Größeres Problem mit der Liebe
Zeigt statt den Traum zu genießen
Als einfach irreal unvernünftig
Jenseits aller Wirklichkeit eine
Ganz eigene Welt kreieren
Die keine messbaren Grenzen
Hat oder braucht sondern halt
Ist was sie ist und mehr muss
Zur Liebe nicht mehr gesagt
Werden wusste schon Erich 
Ruhe in Fried

jens tuengerthal 18.1.26

Blockadefusion

Blockadefusion

Als Antwort auf Trump
Das dicke ungebildete 
Unglück in Washington
Zählt nur klare Konsequenz
Blockade aller Waren wie
Netzwerke aus den USA 
Ersatz durch europäische
Blockade der Fußball WM
Oder Fusion mit den 
Peinlichen Staaten die kein
Mensch mit Kultur noch
Irgend ernst nehmen kann 
Während Trump mit dem
Weltfusion beschäftigt ist
Vergehen Jahre und das
Thema Trump ist erledigt
Statt mit diesem peinlichsten
Aller Amis feilschen zu wollen
Was bei kriminellen Maklern
Bekanntlich nie lohnt
Stopf ihm das Maul bis er 
Erstickt oder platzt dann
Ist noch schneller Ruhe 

jens tuengerthal 18.1.26

Samstag, 17. Januar 2026

Lektürentagebuch 17.1.26

Lektürentagebuch 17.1.26

Im 10. Kapitel von Buddenbrooks
Wird das neue Leben von Tony als
Geschiedene Tochter im Haus in der
Mengstraße uns Lesern vorgestellt 

Erfahre von der Ermahnung des
Konsuls an seine Tochter sich als 
Geschiedene Frau dunkel zu kleiden
Wie äußerste Zurückhaltung zu üben

Tony findet sich in diese neue Rolle
Bald gut und mit Würde ein spricht
Vor allem mit ihrem Vater über die
Anstehende Scheidung von Grünlich 

Als Thomas endlich aus Pau wie von 
Amsterdam zurückkehrt findet sie im
Geliebten Bruder bald einen neuen
Verbündeten der nur blässlich blieb

Immerhin liest er nun auch moderne
Romane zum Missfallen des Vaters
Der sonst stolz auf den Sohn ist der
Eine gewisse Weltläufi auch hat

Thomas ist noch starker Raucher
Ansonsten die Zurückhaltung in
Person der nur die Braue leicht hebt
Wenn Tony die Prediger quält

Diese mit zunehmendem Alter von
Konsul und Konsulin noch häufiger
Am Tisch der Buddenbrooks wieder
Einkehrenden frommen Schnorrer

Waren Tony ein Graus und immer
Wieder Gegenstand ihrer Streiche
Sie regte sich über Bekannte auf 
Die sie nicht ordentlich grüßten

So verteidigte sie stolz die Ehre 
Der Familie aus ihren Augen und
Musste sich über ihre Kusinen
Die sie ärgerten etwas aufregen

Als die alte Konsulin. Kröger
Dann im hohen Alter starb was
Wie Mann andeutet an der Zeit war
Bekommt die Firma 100.000 Kapital

Tony begleitet mit ihrem etwas
Nervösen Magen ihren Vater
Zweimal im Jahr zur Kur in
Die gerade angesagten Bäder

Sie schätzt die Abwechslung im
Ansonsten ihr zu langweiligen
Leben im frommen Elternhaus 
Was sie dennoch mit Würde führt

Es tauchen in diesem kurzen Ritt
Über die ersten Jahre nach der
Trennung und dann Scheidung
Viele bekannte Gesichter auf

Alles wieder mit der typischen
Dezent hanseatischen Ironie
Die Thomas Mann perfekt spielte 
Überall kleine Scherze versteckte 

Das schlimme an frommen Menschen
So gut menschlich sie sein mögen ist
Die Zunahme dessen im Alter um
Auf ein Jenseits hoffen zu können 

Statt Weisheit bringt das Alter dann
Verlogene Frömmelei im Dienst der
Spendensammler aller Religionen
Der es protestantisch ernst meint



Im Zauberberg vergeht die Zeit
Wieder vom Helden, vom Autor 
Wie von diesem gemutmaßt auch
Für uns Leser völlig unbemerkt

Doch zum Glück ist zumindest
Der Leser und Dichter dieser Verse
Über das Lesen von wenig sonst 
Verstehe ich sie viel es zu wagen

Trickreich genug die Finten des
Von seinen Kindern auch Zauberer
Genannten Meisters unter der Woche
Mit historischer Lektüre auszuhebeln

Auch die parallele Lektüre der drei
Großem Romane Buddenbrooks des
Zauberberg und Joseph und seine 
Brüder retten das Zeitgefühl etwas

Erinnere noch genau die Zeit der
Ersten Lektüre während der ich selbst
Aushilfsweise in der Rohrbacher auch
Lungenklinik schon arbeitete und mich

Es war noch vor dem Fall der Mauer
Aber nach meinem 18. Geburtstag
Was den Zeitraum doch einschränkt
Von Oktober 88 bis November 89

Völlig jenseits der Zeit verlor wozu
Der Zauberberg wie la recherche von 
Proust uns zu gerne verführen die 
So europäischen Romane zur Zeit 

Dazu kam die dort ständige Nähe 
Zum Tod mit Tumorpatienten die
Noch in die Klinik zum Sterben
Kamen oder einfach dort blieben 

Gründe genug gab es also als noch
Gerade volljähriger Knabe der Zeit
Schon verloren zu gehen wie es dem 
Helden Hans Castorp auch so ging 

Darum auch der besondere hier 
Sicherheitsgurt der drei Romane
Am Wochenende nur parallel wie
Historischem unter der Woche 

Während also Thomas Mann hier
Ganz persönlich wird und der da
Schon Nobelpreisträger auch uns 
Aus dem Publikum mit einbezieht

In den Prozess der Romanschöpfung
Verging die Zeit wie gewöhnlich im
Sanatorium Berghof und die Gäste
Finden sich zur Abendgesellschaft 

Es gab einen Zigeunergeiger wie es
Mann in den Zwanzigern schrieb 
Was heute wohl Empörung weckte
Außer in Neufünfland unter Rechten

Den wiederum der Hofrat der mit
Dr. Krokowski anweste auf amüsante 
Art am präparierten Flügel begleitete 
Als käme John Cage nicht viel später

Eine kurze Einlage zum Lachen 
Was ja gesund sein soll bevor die
Ärzte ohne Grenzen wieder gehen 
Ist aber nur der Einstieg noch

Während sich das übliche Publikum
Wie ich es auch aus der Stammbar
Zur genüge kenne dort amüsierte
Las Hans nebenan Zeitung

Zumindest tat er so als läse er
Hielt das Blatt in Augenhöhe
Lauschte jedoch konzentriert 
Dem musikalischen Geschehen 

Wie hellhörig Hans für Musik ist
Ward meine ich schon erwähnt
Auch wenn die Fülle des Wohllauts
Aus dem Automaten vor uns liegt

Was immer ihn dabei nun anzog 
Die Stimme die ihn plötzlich von
Hinten für ihn unsichtbar ansprach
War ihm wohlvertraut angenehm

Es war Clawdia Chauchat die vom
Musikzimmer wo sich der gute 
Russentisch traf herüberkam um
Hans nach seinem Vetter zu fragen

Sie tat das mit ihrer gedehnten typisch
Östlichen Betonung die kennt wer je
Damen von dort begegnen durfte auf
Die Hans überrascht formell antwortet 

Im weiteren Geplauder dann duzt er
Sie die sich darüber zunächst empört 
Lästert dann mit einer eher  frechen 
Bemerkung über Mynheer Peeperkorn

Dies verbietet sie sich die zugleich
Genauer nachfragt wer Radamanth
Sei was Hans unter Verweis auf den
Urheber Settembrini noch aufklärt

Die rothaarige östliche Schönheit
Erklärt darauf ihre Abneigung über
Settembrini doch bevor es noch zu
Weiteren Verwicklungen hier kommt

Steht plötzlich der riesige Pepperkorn
Die beeindruckende Persönlichkeit
Vom Format Gerhart Hauptmanns
In ganzer Größe vor ihm

Nun muss Hans Castorp reagieren
Steht auf und das dabei so dass
Sein Stuhl zwischen ihnen dreien
Steht während Clawdia sie vorstellt

Sie genügt damit einer Sitte des
Kultivierten Abendlandes wie Mann 
Es mit wunderbarer Ironie beschreibt
Nennt Hans einen alten Bekannten

Pepperkorn dagegen muss weder 
In seiner Rolle noch als große
Persönlichkeit vorgestellt werden
So wird real Rang geschaffen

Dieses erste reale Treffen darf sich 
Noch bis morgen gedulden wenn der
Schwer reiche Holländer seine hohlen
Aber sehr netten Phrasen drischt


Ähnlich hoch emotional wie das
Erste Gespräch von Clawdia und 
Hans ist die Begegnung von Mut 
Mit Joseph bis zu seinem Abgang 

Was durch den Vorhang geht aus
Dem sich dann zwei schimpfende
Zwerge noch wickeln die gleich
Verbal übereinander herfallen

Doch dieses kleine Manöver zur
Ablenkung nach allerbester
Shakespearscher Manier sei hier
Noch bis morgen ignoriert um sich

Ganz auf den so bedeutenden
Abgang des Sklaven Joseph hier zu
Konzentrieren der seine Herrin Mut 
Die alles versucht zurückweist

Eine Schande nennt er ihre Lust
Der sich der deutlich jüngere lieber 
Nicht hingeben will darum die noch
Bettelnde lieber ganz real flieht 

Wie fühlt sich Frau dabei die dann
Noch sich bei ihrer größten Blamage
Belauscht sehen muss und wie wird
Die adelige Dame nun reagieren

Nun wir kennen die alte Geschichte
Aus der Bibel zur genüge Joseph
Wird für seine Freiheit wie für die
Moral viele Jahre bitter büßen

Sie ruft ihm noch hinterher er hätte 
Gott falsch verstanden so sei der 
Beischlaf mit der Mutter der erste
Natürlich wie auch gewollt

Nie wäre das Sünde denn sie sei 
Doch Isis Mut die Mutter der er sich
Getrost ergeben könne um so den
Weg allen Fleisches auch zu gehen

Wir lesen Isis denken an die viel
Ältere Ista deren Kult in Babylon
Mit weiblicher Dominanz noch
Gepflegt wurde nach der Natur

Auch des Alters nicht ganz sicher
Sind beide sich jedoch vom Wesen 
Wie der Zuständigkeit her ähnlich 
Es geht um Liebe und Lust auch

Aber auch die Berufung auf so
Sinnlich schöne Göttinnen für
Liebe und Lust führt nicht weiter
Der junge Monotheist flieht lieber

Die junge aufstrebende eher
Intellektuelle Religion der Juden 
Gegen den aus der Naturreligion 
Entwickelten Polytheismus 

Hier treffen Welten aufeinander
Das natürliche Bedürfnis nach Lust
Wie die Sehnsucht nach Liebe 
Kollidieren mit moralischen Prinzipien

Folgen wir unserer Natur oder ist
Die Kultur so stark eine Moral
Über die dunklen Triebe zu stellen
Ist das dann Fortschritt oder nicht

Ein nur kurzer Abschnitt aus dem
Josephsroman vereinigt auch ohne
Die Konfrontation der Giftzwerge
Grundlegende Fragen der Menschheit

Wie genial ironisch Thomas Mann
Der mit der biblischen Sprache spielt
Aus dieser ausbricht für Momente
Um die menschliche Seite zu zeigen

jens tuengerthal 17.1.26

Literaleben

Literaleben

Lebe mit und für Bücher
Ihr Inhalt bestimmt meine
Gedanken und kommt mir 
Gefühlt näher als egal was
In der oberflächlichen Welt
Die mehr auf Anschein wie
Die Illusion von Erlebnissen
Setzt statt den Geist noch
Weiter zu bewegen was 
Lektüre uns immer schenkt
Darum den Kern berührt
Das Wissen um diese
Paradiesische Welt innen
Lässt die außen lächelnd
Mit Abstand betrachten
Ist der Schlüssel auch
Zu bleibender Gelassenheit
Das Literaleben lohnt also
Vielfältiger als die Wirklichkeit
Die ich lieber mehr ignoriere
Innen in Ruhe zu genießen 
Lesend mit feinem Tee dazu

jens tuengerthal 17.1.26

Biblioliebe

Biblioliebe

Liebe ja Bücher
Bibliotheken bleiben
Paradiese mir 

Lebe  in einer
Kleinen vollkommen glücklich
Genug zu lesen

jens tuengerthal 

Literatüren

Literatüren

Literatüren
Öffnen geistige Reiche
Für alle Leser

jens tuengerthal 17.1.26

Lebensgenuss

Lebensgenuss

Lebensgenuss ist
Mit Liebe Tee trinken
Und Bücher lesen

jens tuengerthal 17.1.26

Willensfreiheit

Willensfreiheit

Immer gelassen bleiben
Sich über nichts mehr
Unnötig aufregen und
Dabei voll die Kontrolle
Über den eigenen Willen
In jeder Situation zu behalten 
Wäre echte Willensfreiheit
Denke ich und überlege
Ob maximale Verzögerung
Die sich einfach Zeit lässt
Der Weg zur Freiheit ist
Also Nichtstun die beste
Aller Lösungen sein könnte
Die Willensfreiheit zu erhalten
Und denke das gefällt mir
Nichtstun kann ich gut
Also wird alles ganz einfach
Und am Ende passiert nichts
Aber die Willensfreiheit siegt 

jens tuengerthal 17.1.26


Lustvollkommen

Lustvollkommen

Was macht die Lust vollkommen
Überlege ich und erinnere mich
Sicher ist es das zusammen Kommen
Doch ist das nur ein winziger Moment
Der wenn er kommt schon fast wieder
Vorbei ist auch wenn das danach
Ganz besonders schön sich anfühlt
Kommt es vielmehr auf das Ganze an
Die Harmonie miteinander dabei
Der gerne lange Weg dahin weil sich
Alles dabei vollkommen schon anfühlt
Warum ich heute glaube der Weg
Dahin macht es erst möglich
Lässt alles ganz erst genießen
Wenn also alles miteinander stimmt
Kommt das gute Ende von alleine
Auch wenn es darauf dann schon
Nicht mehr ankommt weil es
Sich bereits perfekt anfühlt 
So ist der vollkommene Sex
Mehr ein Gefühl das den 
Ganzen Vorgang meint ohne
Auf das Ende zu schauen
Einfach genießen was ist

jens tuengerthal 17.1.26