Samstag, 2. August 2025

Frauenliebe

Frauenliebe

Liebe die Frauen weil sie
Wunderbare Wesen sind
In ihrer Natur wie nach ihrem
Eben weiblichen Wesen 

Wie gerne verehre ich sie 
In Versen und mit viel Gefühl
Weich Glück ist es doch
Wenn diese ein Echo finden

Sich Frau auch mir nähert 
Der Dichter sie berühren darf
Weich Erfüllung ist es doch
Immer einen weiblichen Körper

Egal wie sie gebaut ist nach
Ihrer eben Natur anzubeten
So ist ihre Verehrung vielleicht
Der Gottesdienst des Atheisten

Wie sehr genoss ich immer das
Glück einer ganz nah zu sein
Zwischen den Zeilen wie auch
Innig ineinander verschlungen

Dankbar heute für das vielfältige
Glück das sie mir schenkten 
Doch längst ohne jede Hoffnung 
Eine für immer halten zu können 

Könnte es vielleicht gut so sein
Keine immer ertragen zu müssen
Um weiter alle anbeten zu können 
Als einfach glücklich zu bleiben

Mit nur einer von ihnen was allen
Gegenüber ungerecht wäre und so
Bleibt der Flaneur für sich glücklich
Die Frauen geliebt zu haben

jens tuengerthal 2.8.25

Mitternachtsriesling

Mitternachtsriesling 

Um fast halb eins ist die Terrasse
An der Kreuzung vorm Crossroads
Noch gut gefüllt während Tino schon
Langsam einräumt bringt mir Selma

Schon den Riesling mit den Worten
Sie hätte ihn schon bei der ersten
Runde gegen halb zehn bereit gehabt
Aber da hatte ich noch literarisch zu tun

Heute weilen hier hauptsächlich Gäste 
In meinem Alter was ein guter Grund ist
Sich schön und jung zu fühlen die dazu
In vielen Sprachen miteinander plaudern

Hauptsächlich Männer mit wenigen Damen
Sind unaufgeregt im Gespräch vertieft was 
Wesentlich gelassener ist als der Haufen
Aufgeregter junger Hühner am Platz

So ist alles gut vor der Bremer Höhe 
Der Riesling fein wie immer aus dem
Rheingau ein wenig frisch ist es schon
Von drinnen klingen vertraute Stimmen

jens tuengerthal 2.8.25

Freitag, 1. August 2025

Lektürentagebuch 1.8.25

Lektürentagebuch 1.8.25

Der neueste Band der geliebten
Anderen Bibliothek ist zugleich wie gerne
Im Sommer ein Doppelband diesmal von
Giovanni Boccaccio der Filocolo oder

Die verschlungenen Wege der Liebe über
Einen spanischen Prinzen auf der Suche 
Nach der verschollenen Geliebten
Biancifiore was ein Liebesabenteuer wird

Noch dazu aus einer Zeit die noch als
Mittelalter fast galt erst langsam die
Renaissance in Italien einläutete was 
In der Literatur hier verfrüht begann

Zunächst aber las ich und begann damit
Schon gestern Abend die Einleitung mit
Erläuterungen zu Boccaccios Leben des
Übersetzers Moritz Rauchhaus dazu

Erfahre wie sein Vater Bankier aus Florenz
Eine privilegierte Stellung am spanischen 
Hof in Neapel im 14. Jahrhundert hatte
Wie er dort mit Intellektuellen Kontakt findet

Besonders war König Robert ein Herrscher
Der Frieden und Sicherheit garantierte 
Wonach sich andere Regionen auf dem
Stiefel so sehr noch sehnten was das

Königreich Neapel so erfolgreich machte
Über Boccaccios Mutter wissen wir eher
Weniger bis nichts außer dass sie wohl
Sicher nicht seines Vaters Ehefrau war

Filocolo war der erste europäische Roman
Der in der Landessprache also für ihn dem
Toskanischen italienisch geschrieben ist
Das sein Vorbild Dante auch nutzte 

Dies war revolutionär und neu richtete sich
An ein anderes Publikum als das sonst an
Höfen und in Kirchen übliche Latein was
Boccaccio später wissenschaftlich nutzte

Der kalabrische Herzog Karl war einer der
Kunden und Schuldner der Bank der Bardis
Für die Boccaccios Vater arbeitete wie der
Vater von Robert von Anjou dem König

Der später Boccaccio förderte und seinen 
Vater nach Neapel als Kreditgeber holte
Wie kein anderer Herrscher seiner Zeit
Künste und Wissenschaften förderte

Erfahre welch revolutionäre Werke der
Junge Boccaccio zuvor dichtete der dabei
In Terzinen auch schrieb wie sein großes
Vorbild Dante in der Göttlichen Komödie

Bei der Erstellung des Romans konnte
Boccaccio die Ilias des Homer noch nicht
Kennen deren Übersetzung erst später
In Versen in Florenz dann erschien

Dennoch nimmt er reichlich Bezug auch
Auf die griechische Sagenwelt die er aus
Frühen Ritterromanen etwas von Ariost
Auch gut gekannt haben könnte 

Nicht erst der Buchdruck verbreitete
Bücher und Geschichten in Europa
Preise und Aufwand waren nur höher
Netze des Handels gab es immer

Erstaunlich und spannend dagegen sind
Die Pfade die Literatur und Sagen dabei
Auch aus der römischen Literatur nahmen 
Die nicht nur die Namen dabei anpassten

Freue mich an dieser so klugen wie weit
In die Literaturgeschichte hier greifenden
Einleitung die schon die Vorfreude auf den 
Ersten bekannten Prosa Roman erhöht


Das neunte Kapitel des zweiten Teils
Von Jules und Jim nimmt schon im
Titel mit Der schwarze Spaziergang
Das dunkle Ende der Lust voraus

Einige Monate nach der Scheidung
Lange genug zumindest dass ein
Kind nicht mehr Jules Namen noch
Tragen müsste versuchen sie es

Voller Vorfreude und mit angestauter
Lust beginnt es im Sommer im Häuschen
Planvoll die Natur zu unterstützen doch 
Passiert erstmal nichts wie gehofft

Kathe bekommt ihre Tage und ist also
Nicht schwanger geworden und sie
Versuchen es unter ständiger Spannung
Weiter weil sie unbedingt Kinder wollen

Bei Jules hätte es doch auch mit noch
Weniger Leidenschaft schneller geklappt
Sie gehen zusammen zum Arzt der ihnen
Versichert es sei alles in Ordnung 

Sie bräuchten nur Geduld die ihnen 
Mit jedem Scheitern mehr fehlte wie
Die Spannungen zwischen ihnen noch
Dabei zunahmen zu Lasten der Lust

Dann lernen sie noch einen Boxtrainer
Kennen mit dem Jim kurz trainiert von 
Dem Kathe die Kunst des Falschspiels
Mit Karten dafür zu gerne erlernte

Nach einer Nacht in der sie alleine in
Die Bar zum Kartenspielen ging meinte
Sie der Boxtrainer habe angeboten sie
Statt seiner nun zu schwängern

Einen Moment überlegt Jim sie wieder
Zu schlagen aber lässt es lieber und
Sie meinte sie wolle auch nur ihn was
Er gerade krank geschwächt nicht glaubt

Nach vielen Versuchen noch bis in den
Winter machen sie einen Spaziergang 
Im Dunkeln durch den Wald bei den sie
Ihm alles ihre Wut und Enttäuschung

Vorwirft und er nimmt es hin überlegt
Nur was er falsch gemacht hätte beide
Haben genug voneinander müssen nun
Dringend auseinander wohl gehen

Sie fährt zu ihrer Mutter nach Berlin
Will gefühlt zurück zu Jules und er
Sehnt sich nach Paris dem Bett 
In seinem Zimmer bei seiner Mutter

Ein letztes mal haben sie noch Sex 
Kathe erträgt ohne alle Leidenschaft
Wie er sich in ihr befriedigt aber zeigt
Wie unbeteiligt sie dabei schon ist

Damit endet der zweite Teil dieses so
Großen Romans über die Liebe die
Als sie endlich darf praktisch scheitert 
Dahingestellt ob an der Absicht dabei

Habe nie ein Kind geplant mit einer
Die wunderbare Tochter kam ohne
Plan und jede Absicht als Folge von 
Vollkommen echter geteilter Lust

Weiß von allen die es versuchten 
Dass es häufig lange scheiterte
Die Absicht eher ein Verhütungsmittel ist
Als die Lust dabei zu steigern noch

Längst jenseits von gut und böse
Liegt diese Phase glücklich hinter mir
Schlafe ich wenn überhaupt nur noch
Mit Frauen ohne jede Risiko dabei

Verhalte mich also altersgemäß
Darf über das Theater milde lächeln
Aber kenne die Spannungen die
Das Scheitern dabei in uns auslöst

Wie diese vielleicht Impotenz das
Männliche Ego so sehr schmerzt 
Wie es jene bei mir tat die mir aus
Welchen Gründen auch immer

Vom riesigen Schwanz ihres Ex
Erzähle mich damit empfindlich
Verletzte da Männer über 50 nach
Der Natur ihre Potenz verlieren 

Dachte nicht daran wie noch eine
Vor mir so umgekehrt über ihren
Vorher Ehemann mit dem kleinen
Schwanz trotz vielem Geld sprach 

Dagegen nimmt die weibliche Potenz
Mit der Menopause exponentiell zu
Was eine natürliche Divergenz in der
Neigung und ihren Folgen begründet

Wie sich dann dennoch auch wieder 
Zusammen gefunden und genossen 
Werden kann bleibt spannend auch
Mit Ende der Zeugungsfähigkeit

Vielleicht begründet dieses Epoche 
Im Leben ein ganz neues Kapitel im
Leben miteinander oder dann auch
Gerne nur nebeneinander her 

Sollten ältere Frauen künftig als die
Lehrerinnen jüngerer Männer fungieren
Die jeweiligen Bedürfnisse zu decken
Könnte eine Frage der Zukunft sein

Sex wird immer besser desto weniger
Wir ihn mit Kindern und ihrer Zeugung
Als eigenen reifen Genuss betrachten
Lehrte dabei alle Erfahrung mich

Was aus diesem vorläufigen ersten
Scheitern der Liebe bis zum Ende
Wird bleibt spannend doch zeigt Roché 
Fein viele typische Muster der Liebe

Dabei auch die typischen Anforderungen
Der Gesellschaft thematisieren und wie
Das Dürfen den Wert der Lust relativiert
Die noch dazu ein Ergebnis haben will 

jens tuengerthal 1.8.25

Liebesschatz

Liebesschatz

Liebe meinen Schatz
Über alles die kleine
Bibliothek bleibt es

jens tuengerthal 1.8.25

Schatzfund

Schatzfund

Der größte Schatz ist
Ein ruhiger Leseplatz
Öffnet jede Welt

jens tuengerthal 1.8.25

Schatzsuche

Schatzsuche

In der eigenen
Bibliothek neue Schätze
Entdecken tut gut

jens tuengerthal 1.8.25

Liebesgewinn

Liebesgewinn

Liebe schenkt Hoffnung
Zum Preis der Vernunft
Zärtlichkeit und Nähe sind
Wunderbarer Teil der Liebe
Kosten nur Freiheit und Ruhe 
Gelegentlicher Sex nach dann
Zufällig gemeinsamer Laune
Der wie alles mit der Zeit an 
Bedeutung und Reiz abnimmt
Für ein selbstbestimmtes Leben
Sieht nüchtern betrachtet der
Gewinn in der Liebe düster aus
Warum der emotionale Rausch
Helfen kann dies zu übersehen
So macht die Liebe sich selbst
Durch die von in ihr ausgelösten
Zustände zur ewigen Siegerin 
Auch ohne jeden zählbaren Gewinn 
Hat es sich für sie immer gelohnt
Wie es allen in ihrem Bann auch
So scheint und damit ist es gut 
Egal wie es wirklich dann ist
Mit dem Illusionsgewinn

jens tuengerthal 1.8.25

Lektürentagebuch 31.7.25

Lektürentagebuch 31.7.25

Jim und Kathe fahren in Jim und Jules
Von Pierre-Henri Roché in die Hauptstadt
Die das Berlin der Zwanziger ist mit all
Seinen Vergnügungen für Besucher

Kathe zeigt ihm alles von den Bars
Mit Matrosen die einander lieben zu
Jenen mit Stenotypistinnen die das selbe
Untereinander tun zu geheimen Varietés

In denen keusche junge Mädchen nackt 
Tanzen und mehr auf allen Bühnen doch
Jules langweilte die stete Abwechslung 
Er war lieber noch in ihrem Pavilion

Diesen taufte er Edgar Allan Poe weil
All die leicht angestaubten Dinge dort
Von Irene der 6 Jahre älteren Schwester
Von Kathe ihn an Poes Storys erinnerten

Sie lebte mit ihren vier Kindern in einem
Mondänen Landhaus am See und spielte
Dort mit ihrer Rolle als Witwe und den 
Verschiedenen Liebhabern noch dazu

Jim dachte wäre er nicht mit Kathe 
Verlobt und da hätte ihn Irene sehr
Interessiert auch wenn sie so ganz 
Anders als Kathe war oder darum

Sie gingen mit den großen Kindern
Auf dem See segeln und schliefen
An Bord unter einem Segel und gingen
Am Morgen ins Wirtshaus zum Frühstück

Ein kleines Feuer in ihrem Pavilion das
Jim am Morgen erschreckte löschten sie
Indem sie die Kiste hinauswerfen aus der
Rauch aufgestiegen war Kathe dabei nackt 

Eines Abends kamen zwei ältere Barone
Kathe zog sich an und plauderte nett
Jim hatte keine Lust und blieb liegen
Dachte Kathe vertrüge keinen Alkohol

Dies sagte er ihr vorsichtig als sie später
Zu ihm ins Bett kam und sie nahm es
Ihm übel und schon war der Kampf da
Sie meinte Gilberte sei wie Albert

Sie warteten noch auf Jules der im
Theater war und bald kommen wollte 
Schöne Psychologen seien sie beide 
Verstünden nichts und nickten sich zu

Auf Jims Nachfrage was sie meine
Erinnert sie an ihr Tagebuch indem sie
Beschrieb was geschah als sie nicht
Wie verabredet zu ihm ins Café kam 

Sie hätte doch geschrieben sie sei
Bei Harold gewesen und dieser habe
Seine Hände auf ihre Hüften gelegt
Das müsste doch jeder verstehen

Betrunken und zerzaust saß sie vor ihm
Jim spürte dass sie nicht log zugleich wie
Etwas in ihm zerbrach er hob die Hand
Gab ihr mit aller Kraft zwei Ohrfeigen

Kathe flog über das Bett und hielt sich
Die Wangen sie schrie auf da klopfte es
Jules fragte was wäre ob sie ihn bräuchten 
Kathe schrie Nein alles in Ordnung Jules

Sie rieb sich die Wangen und sagte
Endlich ein Mann der mich schlägt
Wenn ich es verdiene und du liebst mich
Dann kuschelte sie sich liebevoll an ihn

Kathes Wangen blieben noch einige Tage
Geschwollen danach gingen sie wieder
Wie gewohnt in die Stadt aber in Jim blieb
Der Schmerz und er sann auf Rache

Die Möglichkeit ergab sich zufällig bald
Kathe wollte auf einen Tag zu ihrer
Schwester aufs Land um dort etwas
Finanzielles mit dem Anwalt zu klären 

Irene ihre Schwester nahm zeitgleich
Den umgekehrten Weg noch etwas in
Der Stadt zu erledigen und Jim zu sehen
Der sie zum Essen einlud und Lust hatte 

Sogleich erklärte er ihr wie wichtig ihm
Treue sei er sei Kathe ja treu was Irene
Natürlich richtig verstand und Bravo rief
Beide freuten sich nun auf ihre Nacht

Welch treffliche Rache wäre Irene die
Gleiches mit gleichem vergelten würde
Freute Jim sich  lustvoll auf ihre Nacht
Während er noch seine Treue beschwor

Als sie den Pavillon öffnen sitzt dort
Kathe im rosaroten Pyjama artig wie 
Ein Kind und spielte Klavier worauf
Sie ihre Schwester zusammenfaltete

Diese nahm es gewohnt gelassen
Rief einen anderen Liebhaber für 
Diese Nacht und Kathe verzieh Jim
Alles leicht weil ja nichts passiert war

Kaum hatte Kathe die Nachricht ihrer
Schwester gelesen hatte sie alle Termine
Abgesagt und war mit dem nächsten Zug
Zurück in die Stadt gefahren um ja nicht

Die Kontrolle über Jim zu verlieren 
Wie ihn nicht ihrer Schwester zu gönnen
Sie legte sich nackt neben ihn und gab
Ihm alles wovon er mit Irene träumte 

Nun war Friede zwischen ihnen nur
Jim hatte seine Rache nicht gehabt
Was vom betroffenen Autor hier als
Bleibender Schmerz eingestreut wird 

Wieder ein fein konstruiertes Kapitel
Das die Spirale der Provokationen zeigt
In die sich die Liebenden drehen wie 
Rasend schnell flüchtig Gefühl sein kann

Wie schnell kippt die Liebe zum Hass
Was hilft Rache je bei der Heilung von
Vorigen Verletzungen als ginge es um
Politik mehr als um Liebe dabei je

Ohne Vertrauen keine Liebe mehr
Eifersucht ist das Gegenteil von Liebe
Rache ein hässliches Spiel kleiner
Geister mit zuviel Leidenschaft

Denke es und zugleich daran zu
Welchen Lügen die Eifersucht die
Rache sucht stets fähig ist und was
Sucht wer dazu willig zurückkehrt

Staune über die Liebe und was sie
Aus sonst vernünftigen Wesen für
Rachsüchtige Furien machen kann
Wie ich selbst es schon durchlitt

Fern von all dem heute genieße ich
Den Frieden in meiner Bibliothek
Was könnte je schöner sein noch
Als keinen Launen ausgeliefert zu sein

jens tuengerthal 31.7.25

Donnerstag, 31. Juli 2025

Einsamkeit

Einsamkeit

Liebe die Einsamkeit
Weil sie nie so tut als ob
Es etwas gemeinsames gäbe
Sondern sich mit sich begnügt
So die Welt ganz auf sich stellt
Größte Freiheit damit schenkt 
Alles zu tun was mir gefällt wie
Zu lassen was mir missfällt
Weil ich der Einzige darin bin
Manchmal nur träume ich noch
Leichtsinnig gegen alle Erfahrung
Es gäbe eine diese Einsamkeit
Für Momente miteinander zu teilen
Meist merke ich dann aber schnell
Dass diese die Einsamkeit raubte
Es besser ist einsam bei sich zu bleiben
Statt noch Gemeinsamkeit zu suchen
Die einen zu hohen Preis hat

jens tuengerthal 31.7.25

Zwischenzeilig

Zwischenzeilig

Zwischen den Zeilen
Lesen zu können ist die Kunst
Die Verse tanzen lässt um
Im Zwischenraum eine Welt
Miteinander zu entdecken
Die im ungesagten noch
Tiefer schwebt als viele Worte 
Je ausdrücken können weil
Das nur geahnte tief in uns
Zarte Knospen blühen lässt
Aus eigentlich nur Gedanken
Die in Wirklichkeit noch nichts sind
Darin der Liebe ganz gleichend

jens tuengerthal 31.7.25

Liebesgesuch

Liebesgesuch

Keine Liebe mehr
Suchen könnte die beste
Wahl von allen sein

jens tuengerthal 31.7.25

Wetterlaunen

Wetterlaunen

Launen des Wetters
Sind viel leichter erträglich
Als die der Frauen

jens tuengerthal 31.7.25

Herbstliebe

Herbstliebe

Herbstliebe heißt das
Passende Wetter auch im
Sommer zu lieben

jens tuengerthal 31.7.25

Triebvernunft

Triebvernunft

Mit dem Trieb folgen wir unserer Natur
Diese funktioniert einfach logisch nach 
Den Gesetzen der Natur dennoch scheint
Ein Triebtäter dabei niemals vernünftig
Handelt wer triebhaft fern aller Vernunft 

Ist nun der Trieb natürlich vernünftig
Oder Ausdruck unserer Unvernunft
Was wir aus Gründen der Moral nur
Vernunft nennen gegen unsere Natur
Die natürlich dem Trieb folgen würde 

Was sich mit unserer Kultur aber 
Natürlich eher schlecht vertrüge
Dafür die Untiefen der Sprache
Die unser Wesen benennen soll 
Nach ihrer Natur tief auslotete

Dazwischen jongliert unsere Natur
Verzögert den Trieb mit viel Kultur
Seine Bedeutung noch zu erhöhen
Nennt ihn dabei niedrig was alle die
Ihm folgen unvernünftig scheinen lässt

Wer diesen Instinkt nicht mehr folgt
Sich mit Vernunft davon befreit hat
Gilt als kalt und fern seiner Natur 
Die doch logisch wollen sollte 
Zu was der Trieb sie zieht

Unklar nur bleibt am Ende ob wer
Den Trieb natürlich befriedigt damit 
Vernünftig einfach handelte oder ihn
Schlicht nur erledigt der Natur damit
Allen Reiz des weiter so raubte

Ist die Onanie damit ein Akt der Vernunft
Die Natur beherrschen lernt oder nur
Ausdruck unserer Schwäche die dem
Reiz nach der Natur Kraft raubt um
Vernünftig weiter noch zu funktionieren

Ob es auf diese Fragen eine Antwort gibt
Sie nicht eher wechselhaft bleiben wie alle
Unsere Natur wird wohl das Leben zeigen
Was glücklich machte war nicht schlecht
Zum Glück zu streben ein natürlicher Trieb

jens tuengerthal 31.7.25

Liebesrealismus

Liebesrealismus

Von Liebe träumen ist wundervoll
Voller Wunder scheint mir verliebt
Das Leben schöner als je zuvor
Während es entliebt düster wird

Mit Liebeskummer scheint was bleibt
Hoffnungslos und schrecklich wie
Nichts mehr wertvoll lohnend warum
Ablenkung noch am weitesten führt

Erinnere mich gerne an zauberhafte
Stunden verliebt geteilt wie im Traum
Verdränge für ein neues Glück gerne
Alles vorher Leid als wäre es nichts

Würde ich jemals nüchtern bilanzieren
Bliebe von allen Lieben mehr Leidenszeit
Als es Glücksmomente gab doch scheint
Verdrängung die stärkste Waffe der Liebe 

Wie diese so gerne blendet was 
Nüchtern betrachtet höchstens nett
Als vollkommen wunderbar sehen lässt
In völliger Verzerrung der Wirklichkeit

So wäre es mit genug Liebesrealismus
Vernünftig sich von der Liebe künftig
Lieber fern zu halten weil es damit
Keine Hoffnung mehr geben kann

Vielleicht ist es darum ein Glück
Für die Liebe ihrer Natur nach so
Unvernünftig immer zu bleiben dass 
Jeder Realismus unrealistisch wird

Was für die eigene Ruhe wie eine
Möglichst langfristige Gelassenheit
Vernünftiger wäre scheint offensichtlich
Wie gut dass ich so unvernünftig bin

jens tuengerthal 31.7.25