Montag, 23. Oktober 2023

Moralzensur

Moralzensur

Gerade erhielt Salman Rushdie
Den Friedenspreis des Buchhandels
Zum Abschluss der Frankfurter
Buchmesse in der dort Paulskirche
Verliehen und mahnte in seiner
Dankesrede die Freiheit des Wortes
Zu verteidigen deren Bedrohung
Er als durch die iranische Fatwa
Also einen Mordaufruf für sein Buch
Die satanischen Verse seit Jahren
In seinem Leben gefährdete Autor
Besser als irgendwer kennt was
Viel Gutes für sich hat dem wir
Sicher leicht zustimmen soweit es
Die Freiheit vor Religion betrifft
Intolerante moralische Regeln
Angeht die hier auch lange galten
In Teilen immer noch gültig sind
Wie der Tabuisierung etwa von
Nacktheit und Sexualität die ein
Schöner natürlicher Vorgang ist
Den jeder überall genießen sollte
Immer noch öffentlich bestraft wird
Noch schlimmer ist es in den
Sogenannten sozialen Netzwerken
Wie Facebook und Instagram weil
Dort nach religiösen amerikanischen
Moralvorstellungen christlicher Sekten
Alles zensiert wird was sexuell oder
Mehr nackt ist als dort zugelassen
Wie Verstöße mit Bannung ahndet
Elon Musk wollte das Gegenteil bei
Twitter als großer Verteidiger der
Meinungsfreiheit wieder durchsetzen
Wobei fraglich ist was daraus wird
Insofern er es politisch missbraucht
Die Republikaner zu stärken die noch
Dem Betrüger Trump zujubeln bis
Dieser endlich verurteilt wird doch
Auch an unseren Universitäten wie
In Büchern beginnt eine neue Zensur
Die gutwillig ist und keinen mehr mit
Sprache benachteiligen möchte wie
Allen eine Sprachwelt voller Krücken
Nach ihrer Vorstellung im gerade noch
Genderwahn aufdrängt der fraglos die
Tolerante wie gute Idee der sprachlichen
Integration verfolgt aber damit zugleich
Einer gutwilligen moralischen Zensur
Zur Vermeidung jeder Diskriminierung
Das Wort redet was zu teilweise schon
Absurden Vorwürfen und Diskursen führt
Die Zensur genannt werden müssen
Doch die Frage stellt ob eine solche
Wo sie zum Wohler aller gedacht ist
Diesen Namen noch verdient wie er
Den meisten Befürwortern fern liegt
Habe da noch kein sicheres Urteil
Weil der Prozess noch im Wandel ist
Aber die Gefahr moralischer Zensur
Wie daraus folgende Diskriminierung
Sollte uns bewusst sein dabei scheint
Der mit Forschungsstellen bereits gut
Ausgestattete Bereich Gender mir eher
Irrelevant verglichen zur Zensur die aus
Moralischen Gründen vorgenommen wird
Infolge dieser Ideologie wie der daraus
Resultierende Zorn in Teilen auch der
Bevölkerung die sich daraufhin dann
Rechten Populisten zuwendet was
Einen Schaden für die Demokratie
Bedeutet den keine korrekte Sprache
So schnell je wieder aufwiegen kann
Vielleicht ist es aber auch nur ein
Aufbruch und Umbruch in unserer
Gesellschaft der gerade früheren
Randgruppen Gehör verschafft
Was sich mit der Zeit einpendelt
Weil Sternchensprache nervt auch
Wo die Absicht wirklich gut ist sie
Eine Störung des Flusses ist nur
Welche Zensur wäre moralisch
Wo stößt Freiheit an Grenzen
Überlege ich und denke dabei
An die Grundsätze der Aufklärung
Von denen wir immer noch so weit
Entfernt sind dass wir doch genug
Mit unserer Befreiung zu tun hätten
Wollte das noch irgendwer um so
In Freiheit mündig zu leben

jens tuengerthal 23.10.23

Goofygelassen

Goofygelassen

Wortwahl kann wichtig sein
Denke ich als Autor und Dichter
Doch waren mir sonst Wahlen
Zum Wort des Jahres eher egal
Wie alle Hitlisten bei mir eher
Widerwillen hervorrufen denn
Nie kann gut sein was alle wollen
Dem die Masse dann folgt doch
Diesmal war ich richtig gerührt
Als ich las goofy sei gekürt worden
Zum Jugendwort des Jahres was
In der Jugendsprache für einen
Verwendet wird der tapsig ist und
Andere damit zum Lachen bringt
Was nur den spöttischen Teil trifft
Denn in Goofy steckt ganz viel
Zärtlichkeit wenn er mal wieder
Als Freund Mickys großartige Ideen
Die meistens dann scheitern hat
Wie sehr fühlte ich mich mit Bällen
Besonders in Jugendzeiten auch
Wie Goofy weil ich es nicht sah
Zu blind und tapsig immer war
Als ich mich im Tischtennis noch
Versuchte im Verein aber außer
Einem teuren Schläger nicht viel
Behielt geschweige denn den Ball
Je wirklich gekonnt wie gewollt traf
Oder der eine Tag den ich noch von
Großer Karriere träumend dann im
Fußballverein chancenlos verbrachte
Keiner mich in seine Mannschaft wählte
Oder wenn halt aus Mitleid eher
So steckt im liebevollen goofy auch
Eine Toleranz und Akzeptanz für ein
Andersartigsein was nicht in die Norm
Passt mit dem gelacht werden kann
Vielleicht ist dies Lachen weniger ein
Auslachen als ein mitlachen aufgrund
Situationskomik zu der ich bei meinen
Sportversuchen außer vielleicht beim
Schwimmen oft Anlass gab weil ich es
Nicht so sah wie andere also stets mit
Allen Bällen ein Goofy irgendwie blieb
Lieber Bücher las als Bälle schlug was
Bis heute nicht anders noch wurde nur
Konsequenter von mir gelebt wird da
Keine Anpassung mehr nötig ist unter
Druck anderer Jugendlicher sondern
Es cool sein kann goofy zu sein was
Viele Jahre später mir nun zeigt wie
Gelassen das Leben sein kann wenn
Du einfach etwas mehr goofy bist
Wie dir eingestehst ich bin halt so
Ist doch cool irgendwie goofy was
Besser ist als immer nur so ein
Funktionierender Alleskönner zu sein
Denk ich heute und freue mich
Über die Wahl von goofy auch
Weil es so gut zu mir passt

jens tuengerthal 23.10.23

Samstag, 21. Oktober 2023

Lustgenuss

Lustgenuss

Welche Lust ist der größte Genuss
Überlege ich in den Erinnerungen
Dabei ein wenig schwelgend was
War besonders lustvoll schön
Aber verbiete es mir gleich um
Nicht zu vergleichen damit jede
Unvergleichlich bleibt wie sie es
Auch als Frau natürlich verdient
Nach meinem Verständnis von Lust
Doch bleibt die Frage was es
Lustvoll machte wie in mir die
Schönsten Erinnerungen weckt
Eher überwundene Hindernisse
Lange Geduld und Hoffnung etwa
Die sich endlich erfüllte aber dann
Meist eher ein wenig enttäuschte
Weil nichts so toll wird wie wir es
Uns ohne sehnsüchtig vorstellen
Womit Verzögerung also eher das
Gegenteil in der Summe auslöste
Als taktisch vielleicht erhofft doch
Als besonders schön erinnere ich
Jene male die natürlich echt waren
Wo es lustvoll zusammenspielte
Sich vollkommen ergänzte um
Zu genießen was alles sein kann
Es zählen weder Stellungen noch
Wege ineinander dabei sondern
Die Lust und Harmonie auf dem
Weg sich zu entdecken wie dies
Glück ganz zu genießen ohne
An Grenzen zu stoßen dennoch
Erfüllt einander Erfüllung dabei
Schenkend weil der höchste
Genuss der Lust für mich ist
Einander zu beschenken um
Sich dabei zu genießen

jens tuengerthal 21.10.23

Liebeslügen

Liebeslügen

Manchmal log ich aus Liebe
Um die Liebste damit glücklich
Zu machen wenn sie fragte wie
Findest du dies oder das gar
Sehe ich gut aus oder wie sei
Bitte ganz ehrlich dann finde ich
Eine Lüge die sie glücklich macht
Besser als unbedingte Aufrichtigkeit
Geht ja nur um Äußerlichkeiten die
Nicht das Gefühl berühren sollten
Schwierig nur wird es da wo schon
Über die Grundlagen der Liebe also
Zuneigung und Anziehung gelogen wird
Bleibt nicht viel echtes was verbindet
Ruht der Konstrukt auf einer eher
Irrealen Illusion die oft nur dazu dient
Den status quo aufrecht zu erhalten
Gerade in Ehen oder langen Beziehungen
Wo wir nicht mehr völlig verblendet
Den anderen verliebt ansehen wie
Vor Sehnsucht ohne fast vergehen
Wann erhalten die kleine Lügen die
Liebe weil sie einander doch gut tun
Wie friedliche Stimmung verbreiten
Wo stellen sie die Grundlagen infrage
Was bleibt vom Gefühl füreinander
Wenn Liebe nicht als der Glaube an
Ein Gefühl was geteilt die Basis
Für ein Zusammenleben sein kann
Die Idee der Liebe trägt wenn sie
Auf Lügen steht nicht nur ein mal
Triebhafter Ausrutscher als etwas
Kleines dazwischen kam überlege ich
Wenn das nebenbei mehr wird
Emotional näher kommt als das
Was nur wohl geordnet noch ist
Die Liebe bleibt eine unfassbare
Illusion an die ich glaube oder
Eben nicht wenn nicht genug
Gefühl für den Glauben da ist
Vielleicht sind diese seltsamen
Zwischenräume der Liebe in denen
Noch nicht und nicht mehr in uns
Um alles was sein kann konkurrieren
Die intensivsten Erfahrungen von
Gefühl die es geben kann auch
Wenn es sich besser offen wie
Klar und verbindlich liebte ist dies
Oft nur eine Illusion noch real je
Hier zwischen Lügen und Träumen
Einen Raum zu finden ist vielleicht
Der aufregendste Weg der Liebe
Leicht ginge vermutlich anders

jens tuengerthal 21.10.23

Literalust

Literalust

Welch Lust ist es zu lesen
Wie glücklich macht es den
Gedanken der Bücher zu folgen
Wie sich von ihnen auch falls
Möglich anregen und erregen
Zu lassen um das Leben dabei
In seiner Vielfalt der Genüsse
Ganz genießen zu können
Denke ich der gerade wieder
Eher zufällig erotische Gedichte
Verschiedener Autoren durch
Die Jahrhunderte in einem Band
Versammelt wie fein ausgewählt
Las und spürte wie anregend
Diese Worte auf mich wirkten
Welche Lust zum weiterlesen
Aber auch Freude an der Lust
Wie den lustvollen Erinnerungen
In mir weckte was eine Seite der
Literatur mir zeigt die voller
Sinnenfreude auch einen sehr
Körperlichen Eindruck weckt
Ohne dieser Lust gleich wieder
Nachgeben zu müssen ist es
Eine Freude zu erleben was
Gute Literatur alles kann wie
Sie unsere tiefsten Sinne bewegt
Lust in Gedanken berührungslos
Wecken als dann geistige Freude
Die weniger gleich erfüllt als eine
Große Sehnsucht weckend mir
Immer neue Erregung schenkt
Die dann in Vese weiter wächst

jens tuengerthal 21.10.23

Freiheitsdiziplin

Freiheitsdiziplin

Ist Freiheit ein Naturereignis
Müssen wir sie uns nur nehmen
Oder erfordert sie Verteidigung
Wie ständige Disziplin um sich
Nicht der steten Verführung der
Entmündigung durch den Staat
Als vermeintliche Sicherheit dann
Hinzugeben uns geschützt im
Schoß von Mutter Staat zu fühlen
Überlege ich und sehe die Gefahr
In Zeiten von Krieg und Not sich
Gerne dem Staat hinzugeben um
Dafür alle Freiheit als dienender
Bürger aufzugeben für etwas was
Auch kein Staat sichern kann
Wäre es nicht besser ohne Staat
Als Gemeinschaft von Freien die
Sich nach ihrer Natur reguliert
Auch wenn sich manches ähnelte
Wäre der Ansatz ein anderer für
Jeden Bürger der dann moralisch
Nach seinem Gewissen handelte
Statt nur Regeln zu gehorchen was
Alles gute Tun wertlos machte in
Moralischer Hinsicht da es bloß
Dem Staat genügen wollte doch
Glaube ich nicht viele zu finden
Die lieber sich befreiten aus der
Unmündigkeit der Abhängigen die
Nur Weisungen folgend gut sind
Weil es so bequem ist im Staat 
Der zwar Freiheit verspricht real
Sie aber gegen Gehorsam tauscht
Um die Bürger zu disziplinieren
Was jede Freiheit raubte wie alles
Handeln moralisch wertlos machte
Egal wie gut es gemeint war aber
Wer wollte die Hoffnung aufgeben
Dass Aufklärung doch noch gelebt
Werden kann ohne Staat mit den
In Freiheit lebenden Bürgern 
Auch wenn es bisher nur wenig
Anhaltspunkte dafür gibt

jens tuengerthal 21.10.23

Staatenlosung

Staatenlosung

Während des Krieges muss der
Friede verhandelt werden um
Die Gewaltspirale zu verlassen
Unsere Außenminister fliegt
Dazu durch den Nahen Osten
Organisiert Hilfsgelder versucht
Bedürfnisse zu vereinen
Genau hier zeigt sich die
Größe einer Diplomatin
Ob sie Wege zum Frieden findet
In die Geschichte als groß eingeht
Heiß diskutiert wird dabei die
Staatenfrage ob es also einen
Gemeinsamen Staat geben soll
Ohne Hass und Terror in Frieden
Was unwahrscheinlich scheint
So lange irgendwer dort noch
Einem Aberglauben anhängt
Der das Land für heilig hält
Wie geweihten Boden verteidigt
Doch warum muss es Staaten
Noch geben und denken wir
Nicht längst über sie hinaus
Um dauerhaft Frieden zu erreichen
Der Nationalstaat ist vorgestrig
Sucht als Existenzberechtigung
Schon Krieg statt in Frieden
Voller Genuss zu leben als
Nachbarn unter Menschen
Was völlig normal wäre ohne
Alle Ideologen dabei muss
Nicht über ältere Rechte am
Land debattiert werden was
Jüdisch über 3000 Jahre ist
Palästinensisch nur als Rache
Vom römischen Kaiser noch
Genannt wurde aber erst aus
Der Auflösung des vorher noch
Osmanischen Reiches entstand
Vor etwas über 100 Jahren
Was ginge es um Alter die
Sache auf ewig entschied
Die islamische Sekte ist etwa
1400 Jahre nun alt während
Das Judentum das Jahr 5779
Schreibt also 3761 Jahre vor
Der heutigen Zeitrechnung begann
Was alle anderen Sekten des
Monotheismus lächerlich jung
Scheinen lässt verglichen
Was dahinstehen kann wenn
Der Aberglaube Privatsache wird
Alle Staaten laizistisch werden
Wer Religion zur Staatsaffäre macht
Mit Bestrafung rechnen müsste
Durch die Vereinten Nationen die
Das Zusammenleben der Menschen
Sicherten und überwachten nur nicht
Nationen mehr vereinte die keiner
Im Zusammenleben der Menschen
Noch bräuchte die sich dafür
Regional laizistisch organisierten
Frieden ist möglich und Europa
Ist für den Nahen Osten Modell
Nur lassen wir endlich die doch
Lächerliche Krücke der noch
Nationalstaaten weg die keiner
Mehr irgendwo braucht wie
Sonst Staaten die durch je
Regionale Verwaltung dann
Besser künftig ersetzt werden
Losung heißt in der Sprache
Der Jäger die Scheiße der Tiere
Staaten sind so eine stinkende
Hinterlassenschaft des Übergangs
Erst ohne sie gibt es Frieden in
Laizistisch frei verwalteten Räumen
Für aus der Unmündigkeit des
Aberglaubens befreite Menschen
Wagte wer groß zu denken denn
Alle staatlichen Lösungen sind nur
Schlechte Kompromisse mit Mehrheit
Nicht etwa nach humanistischer Bildung
Sondern gerecht nach Masse als würde
Gewicht über Eignung entscheiden
Mit entsprechenden Ergebnissen
Was kann Frieden dort geben
Zwischen Menschen wie ohne
Staaten die vom Hass leben
Wie Abgrenzung suchen

jens tuengerthal 21.10.23


Hoflich

Hoflich

Höflich kommt noch aus dem
Mittelhochdeutschen von hovelich
Sich also hofgemäß zu betragen
Die Kenntnis dieser Sitten wie sich
Gut dort zu betragen sei war ein
Schlüssel in höhere gesellschaftliche
Sphären für alle die sie suchten so
War auch das Buch des Freiherren
Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge
Über den Umgang mit Menschen
Weniger ein Mittel zu knechten als
Eine Aufklärungsschrift die für mehr
Taktgefühl und Höflichkeit sorgen wollte
So eine angewandte Soziologie war
Welche die Freiheit stärken sollte die
Dem Illuminaten und Freimaurer
Knigge so wichtig dabei war dass
Sein Werk missversteht wer es als
Ein Benimmbuch sieht was es nie
Sein sollte doch gibt uns eine Form
Von Höflichkeit leichteren Umgang
Miteinander und stärkt damit unsere
Freiheit im Umgang miteinander wie
Die Kenntnis der Höflichkeiten uns
Einen freien Umgang ermöglicht wie
Sich ohne Sorgen mit anderen auf
Höflichkeit vertrauend zu treffen was
Auch heute noch so nötig wäre um
Sich bei guter Behandlung leichter
Verständigen zu können in einer
Welt verschiedener Kulturen die
Immer wieder aufeinandertreffen
So kann Höflichkeit weniger als
Formaler Zwang gesehen werden
Denn als Anstand der uns ein
Miteinander erleichtert wie allen
Seiten den Umgang angenehmer
So macht was die Freiheit stärkt
Sich nicht voreinander zu fürchten
Sondern immer zu wissen wie wir
Uns achtungsvoll gut benehmen
Was viele Konflikte vermeidet
Also Frieden und Freiheit fördert
Ein Plädoyer für mehr Höflichkeit
Ist also keines für mehr Regeln
Sondern eines für mehr Freiheit
Die den Umgang angenehm macht
Unstimmigkeiten leichter vermeidet
Wer sich egal wo zu benehmen weiß
Wird so zum freien Grenzgänger der
Überall höflich zuhause sein kann
Wie leichter Kontakte auch findet

jens tuengerthal 21.10.23

Herbstrübsalsglück

Herbstrübsalsglück

Wenn der Sturm von Osten her
Mit Regen über das Land zieht
Wie das Meer gen Küste treibt
Alle hoffen die Deiche mögen
Halten Unglück zu verhindern
Auch Berlin feucht kühl grau
Wenig Licht nur zeigt wie im
November sonst die Tage sind
Im kaum noch goldenen Oktober
Fast trübsinnig grau doch welch
Glück liegt in solchen Tagen
Die bei warmem Tee mich
Würdigen lassen wie gut ein
Trockenes Haus ist in dem
Es vor dem Kamin auch wenn
Dieser nur elektrisch flackert
Gleich noch viel gemütlicher 
Dem Leser scheint der doch
Die ganze Welt um sich hat
Seine Höhle kaum verlässt
Um dort während die Blätter
Durch die Straßen wehen
Noch mehr zu genießen 
Weil der Herbst doch so
Vielfältig wild schön ist
Denke ich Herbstkind

jens tuengerthal 20.10.23 

Freitag, 20. Oktober 2023

Aberglaubensfrei

Aberglaubensfrei

Aberglaube beherrscht die Welt
Egal wie sich die Sekte wo nennt
Bestimmt mehr die Angst vor dem
Was nicht ist das Denken vieler
Menschen auch jene die allen
Göttern abschworen um Mammon
Der schnöden Götze des Marktes
Als allein selig machend zu folgen
Dieser Aberglaube ist so unsinnig
Wie jeder andere und macht die
Jünger so unfrei wie alle Gläubigen
Die sich von allmächtigen Göttern
Bewacht behütet kontrolliert wissen
Wie gelegentlich auch bestraft mit
Sintfluten und ähnlichem um dem
Albernen Jenseits weiter zu gehorchen
Machen wir uns frei davon was
Keiner käme es nochmal ernst
Noch nähme wie mit dem Respekt
Behandelte den uns die Gewohnheit
Als große Autorität weiter einflößt
Aller Aberglaube ist lächerlich wie
Unfrei zugleich weil es den Mensch
Der dank seines Bewusstseins sich
In Freiheit vor seinem Gewissen
Allein verantworten kann zurück
In einem System höherer Autorität
Fesselt wie höherer Gewalt sogar
Unterwirft die jenseits der Natur
Geaberglaubt liegen soll dem
Menschen ein Sittengesetz gibt
Was zugleich entmündigt wie
Zur Verantwortung ziehen will
Schlicht paradox dumm ist doch
Zur anerkannten Basis aller
Rechtsordnungen werden sollte
Weil keiner konsequent kritisch
Bis heute zu denken wagt aber
Göttliche Gebote moralisch nennt
Die lächerlichen Absolutismus
In geistiger Beschränkung noch
Für sich als erstes Festschreiben
Was den 10 Geboten schon bevor
Egal was noch folgte jede geistige
Autorität wie Moral wieder raubte
Als bloß lächerliche Machtversicherung
Eines zweifelhaften Aberglaubens
So handelt wer diesen folgt niemals
Moralisch egal wie falsch oder richtig
Sein könnte was in gleicher Weise
Für jedes Gesetz gelten muss was
Die letzte Entscheidung des
Gewissens noch infrage stellte
Also sich über dieses stellt was
Letzter Maßstab freier Menschen
Allein nur sein kann warum aller
Aberglaube wie alle Gesetze die
Das Gewissen bevormunden wie
Die Freiheit beschränken wenn
Wir es einmal besser haben wollen
Zu überwindende sind noch
Gibt es wenig Grund auf eine
Bessere Zukunft zu hoffen
Es liegt an uns allein sich aus
Selbstverschuldeter Unmündigkeit
Endlich konsequent zu befreien
Was mit dem Aberglauben beginnt
Ihr könnt es wenn ihr euch traut
Oder weiter abhängig beten

jens tuengerthal 20.10.23


Donnerstag, 19. Oktober 2023

Liebesdramen

Liebesdramen

Gestern erzählte mir ein
Wunderbar kluges Date
Die tragische Geschichte
Ihrer Ehe die mich der ich
Schon einige Geschichten
Die letzten Jahre so hörte
Auf ihre Art wirklich empörte

Sie hatte eine Liaison die sie
Mit schlechtem Gewissen gestand
Er auch worüber er schwieg der
Parallel an einem anderen Ort
In einem anderen Land ein
Zweites Liebesleben führte
Mit einer natürlich viel jüngeren
Um sein Ego zu bestärken
Ein Doppeleben also hatte
Was unter Umständen völlig
In Ordnung sein kann sofern
Beide gut damit leben können
Wie sie mit ihrer einst Liaison
Als sie von seiner nichts wusste

Über den Vater der anderen dann
Benachrichtigt weil dessen Tochter
Mehrfach abtreiben musste
Efuhr sie ohne zu ahnen davon
Ihr Mann war schon Teil der Familie
Dort auch geworden war also ein
Klassisches Doppelleben führt wie
Bis zum heutigen Tag noch ihr Herz
Wie damit ihren Körper besetzt
Was sie weiter zum doppelten Opfer
Seiner Feigheit noch macht also
Eine prekäre Liebeslage ist nach
Vielen vielen gemeinsamen Jahren
Die mich wütend empörte

Es ist mir völlig gleich wer mit wem
Warum schläft das sollen Paare frei
Nach Lust und Laune vereinbaren
Alle moralischen Grenzen sind mir
Immer eher fern gewesen aber
Eine emotionale Abhängigkeit mit
Schuldgefühlen zu fördern die nur
Durch eigene Lügen entstand ist
So widerlich feige dass ich hoffe
Sie befreit sich nach Überwindung
Ihrer Skrupel davon selbst nicht
Weil ich mir da viel erhoffte
Sie spielt in einer anderen Liga
Sage ich mir nicht zu sehr davon
Sich noch berühren zu lassen
Sondern weil Liebe Gerechtigkeit
Braucht und solche Dramen nur
Bestätigen wie gefährlich die
Emotionale Abhängigkeit sein kann
Wann es Zeit ist zu gehen
Wünsche ihr die Kraft auch
Um sich zu befreien wie ihn
Damit bloß zu stellen was
Ein gutes Ende wohl wäre

jens tuengerthal 19.10.23

Lesestoff

Lesestoff

Machen Bücher süchtig
Welchen Lesestoff brauche ich
Vor allem wieviel um nicht auf
Entzug nervös zu werden
Überlege ich und denke
Zwar lese ich ständig
Irgendwelche von über
100 Büchern mindestens
Parallel weil ich es liebe
Aber etwa nie Krimis
Auch keine Thriller
Sondern frei nach Laune
Was mich gerade mehr
Anspricht was schwankt
Sich durch vieles verändert
Bin kein eifriger Leser der
Bücher erledigt um sich
Dem nächsten zuzuwenden
Sondern ein Genießer der
Nur mit Lust in Ruhe liest
Wenn es nicht passt kommt
Anderes bis es passt denn
Bücher sind zum Glück die
Geduldigsten Liebsten aller
Aber wenn ich länger nicht
Zum lesen komme werde ich
Unruhig wie leichter nervös
Reagiere wie ein Süchtiger
Dem der Stoff gerade fehlt
Lese also nie wie süchtig
Genieße lieber jahrelang
Bin ein schlechtes Geschäft
Für jeden Buchhändler wohl
Aber ohne Bücher ginge nie
Schon abhängig also ein
Lustvoller Süchtiger womit ich
Den Rest meines Lebens noch
Zu erlesen versuche

jens tuengerthal 19.10.23

Gefühlsgelassen

Gefühlsgelassen

Gelassen mit Gefühlen auch
Umgehen zu können ohne zum
Opfer seiner Triebe zu werden
Die uns bellen lassen wo wir
Wären wir weise schnurrten
Scheint mir die hohe Kunst
Als Gipfel der Kultur welche
Vernunft und Freiheit stärkt
Bei der ich noch in meiner
Familie gegen das Erbgut
Der Cholerik zu kämpfen
Hatte um Ruhe zu finden
Die Gelassenheit ermöglicht
Möglichst viel Abstand finden
Zu allem um ungerührt zu 
Bleiben ist ein Weg der
Eine Immunisierung fördert
Aber in der Liebe schwer fällt
Sich seiner Kultur bewusst
Werden wenn der Teufel
Einen wütend reiten will
Hilft bei der Abgrenzung
Gegenüber eigenem Wahn
Es ist eine Art von elitärer
Abgrenzung als Kultur die
Freiheit und Mündigkeit als
Lohnender Nebeneffekt schenkt
Denke ich heute viel gelassener
Wie damit in allem freier doch
Es bleibt lebenslange Aufgabe
Ohne sicher zu wissen ob die
Kultur meine friedliche Natur
Fördert oder ich diese dazu
Überwinden muss scheint das
Ergebnis mündiger Freiheit
Lohnend genug mir heute

jens tuengerthal 19.10.23

Weltlage

Weltlage

Die Weltlage ist gerade
Ziemlich erschüttert zuungunsten
Von Vernunft und Freiheit
Die durch totalitäre Ideologie
Wie Floskeln ersetzt werden
Wäre die Welt tatsächlich ein
Globus eierte dieser gerade
Ganz gewaltig sowohl aus
Russland und China wie im
Nahen Osten schon wieder
Wo empörte Massen den
Terror von Islamisten sich
Zum Freiheitskampf wählen
Damit entgegen der doch
Natürlichen Entwicklung zu
Mehr Freiheit noch streben
Die in Europa schon mit der
Renaissance begann wie zur
Zeit der Aufklärung noch an
Tempo rasant zunahm was
Die heute Rechtsstaaten des
Freien Westens hervorbrachte
Das ideale Modell für die
Verwaltung einer Gemeinschaft
Nach heutigem Wissen ist das
Auch totalitäre Staaten imitieren
Sich den Anstrich von Legitimität
Zu geben der wertvoll erscheint
Doch was wird aus der Welt
Wenn zwar ganz demokratisch
Religiöse ungebildete Massen
Was oft miteinander einhergeht
Weil Aberglaube Denken ersetzt
Sich für Hass und Terror aussprechen
Dabei in einer Mehrheit auch sind
Wer führt und verführt die arabische Welt
Wo der Antisemitismus Kultur ist
Wie kommen wir wieder zu einem
Gleichgewicht der Gerechtigkeit
Bei klarem Übergewicht der Freiheit
Ist dies der natürliche Weg einer
Befreiten Menschheit oder braucht
Die Freiheit als Ziel Führung um
Sich nicht im Hass zu verlieren
Den wir traditionell gewohnt sind
Weil es leichter ist zu hassen
Als einander zu vergeben
Was hohe Kunst bleibt
Die sich nur manchen öffnet
Wer was so wenige können
Zum Maßstab des Gleichgewichts
Der Welt in schwerer Lage macht
Wird wohl viel Geduld brauchen
Bis die Welt wieder in sich im
Gleichgewicht dann ruht

jens tuengerthal 19.10.23

Gesprächskultur

Gesprächskultur

Wie nötig eine Gesprächskultur ist
Um miteinander zu reden wie durch
Gespräche einander zu verstehen
Scheint unstreitig schon Montaigne
Lobt sie im 16. Jahrhundert ganz
Ausdrücklich als Basis der Erkenntnis
Was ich für etwas übertrieben halte
Wenn die meisten sich lieber über
Ablenkungen und Empörungen
Noch unterhalten oder sich selbst
Durch Aufregung darstellen wollen
Gibt es weder Diskurs noch geistige
Entwicklung so kenne ich wirklich
Sehr sympathische Damen die zwar
Stundenlang reden aber nichts dabei
Zu sagen haben als Belanglosigkeiten
Ohne jeden intellektuellen Wert was
Zwischendurch sicher jeder mal plaudert
Aber wo nicht mehr kommt fehlt etwas
Was du erst nach einem auch geistig
So anregenden Gespräch merkst mit
Gebildetem Gegenüber von dem du
Begeistert noch lernen kannst statt
In der sonst Leere nur um dich noch
Zu kreisen die Klagen nicht zu hören
Die neben den Belanglosigkeiten der
Gegenpol kurzer Erregung sind doch
Wie reich kann ein Gespräch mit
Gebildeten spannenden Menschen sein
An denen du auch innerlich wächst
Denke ich dankbar wenn der Zufall
Ein solches mal wieder mir beschert
Was Glück genug schon ist kaum
Zu wagen dauerhaft von solchem
Austausch noch zu träumen was
Vielleicht zu viel des Guten wäre
Doch die Ausnahmen als Zeichen
Einer hohen Gesprächskultur zu
Sehen wie zu genießen ist was
Am Ende von viel Lärm bleibt
Sich voll Liebe zu erinnern

jens tuengerthal 19.10.23