Donnerstag, 27. April 2023

Kleinberlinisch

Kleinberlinisch

Am Gedenktag des Groß Berlin Beschlusses
Zeigte Berlin bei der Wahl des Regierenden
Wieder was für ein intrigantes Dorf es ist
Drei Wahlgänge brauchte Kai Wegner
Trotz klarer Mehrheit im Abgeordnetenhaus
Bis er die nötige Mehrheit bekam was zeigt
Es wird nicht einfach in dieser Vernunftehe
Auf wen dabei weniger Verlass war
Ist so offen wie unklar zwar stimmte die
SPD nur knapp in der Mitgliederbefragung
Für die ungeliebte Koalition aber auch die
Berliner CDU ist für Intrigen der Führung
Wohlbekannt dass damit noch der AfD
Die Gelegenheit gegeben wurde sich
Als wahlentscheidend zu präsentieren
Ist ein klassischer Fehlstart wie gut
Kann dieser Senat sich auf seine
Eigene Mehrheit je verlassen
Steht uns nun mit jeder Abstimmung
Eine neue Zitterpartie bevor
Kann Berlin so aus dem Chaos
Was rot rot grün zu lange stiftete
In eine neue Zeit geführt werden
Beginnt so die Rückkehr zu einer
Starken Mitte ohne die Populisten
Am linken äußeren Rand fragt sich
Wer diese Schmierenkomödie betrachtet
Aber sie haben es doch geschafft
Berlin hat einen neuen Regierenden
Nun sollen sie ordentlich ihre Arbeit
Als Leitung der Verwaltung leisten
Es wird Diskussionen dazu geben
Die am besten mit zuverlässiger Arbeit
Erledigt werden können und den
Populisten von der AfD sollte weder
Glauben noch Raum gegeben werden
Nach Auszählung des Wahlgangs
Haben genauso viele für Wegner
Gestimmt wie die Koalition Stimmen hat
Das genügt an die Arbeit zu gehen
Die Praxis wird nun zeigen ob diese
Koalition eine Zukunft in Berlin hat
Das sollte dazu genügen womit
Hoffentlich das Drama ein Ende hat
Möge sich Berlin nun endlich einer
Großstadt würdig zeigen statt weiter
Parteiliche Intrigen auszufechten
Es gibt genug anderes zu tun

jens tuengerthal 27.4.23

Großberlinerisch

Großberlinerisch

Dickes B an der Spree sang
Seed einst noch über den
Beat dieser großen Stadt
Passte irgendwie perfekt
Die Berliner sind großmäulig
Halten sich für etwas besonderes
Erheben sich über alle anderen
Warum auch die Brandenburger
Also das grünbraune Umland
Der Großstadt eher misstrauisch
Auf alle Gemeinsamkeiten reagiert
Die Fusion zum Bundesland BB
Was eher nach Erotik klingt als
Nach preußischem Beamtentum
Damals krachend scheiterte als
Die Einheit noch viele begeisterte
Wenige von Rechtsradikalen redeten
Aber das ist nur Vorgeplänkel für
Den Beginn der Metropole Berlin
Die ihr Umland an Einwohnern wie
Geistig kulturellen Gewicht weiter
Überragt als Äcker der Mark grün sind
Am 27. April 1920 also vor 103 Jahren
Verabschiedete das Parlament des
Freistaats Preußen das Groß Berlin Gesetz
Zur Neuordnung der Stadtgemeinde
Die nun um die vorher vorstädtisch
Ländlichen Bezirke Charlottenburg
Köpenick Lichtenberg Neukölln
Spandau und Wilmersdorf mit und
Ohne Witwen wuchs mit den dann
59 Landegemeinden sowie den 27
Gutsbezirken verdoppelt sich die
Einwohnerzahl Berlins auf dann
3,8 Millionen wie sich die Fläche
Des Stadtgebietes verdreizehnfachte
Auf dann 878 qkm treibende Kraft
Hinter dem Groß Berlin Gesetz
War Bürgermeister Adolf Wermuth
Berlin war damit durch eine Abstimmung
Zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt
Der Welt geworden und nach Einwohnern
Zur drittgrößten nach London sowie
New York was uns heute eher noch
Lustig erscheint angesichts immer
Größerer Metropolen um den Globus
Ab da bildete Berlin einen eigenen
Regierungsbezirk im Freistaat Preußen
Was lange Westberlin war ist also erst
Seit 1920 Berlin und war davor Provinz
Oder Brandenburg halt auch wenn
Manche sich hier wie dort als die
Echteren Berliner fühlen sind alle
Teil des dicken B unter 030 aber
Fast nicht mehr erreichbar weil
Die Berlinerin immer unterwegs ist
Ob die boomende Metropole die
Schon wieder mehr Wohnungen
Unbedingt bauen will dann die
Bald leer gesiedelte Mark als ihren
Vorgarten und Landschaftspark quasi
Adoptiert zeigt uns die Zeit sehr bald
Wenn wir hoffentlich weniger werden
Weil genug sind hier schon lange
Doch schweige ich nun lieber zu
Brandenburg es geht ja schließlich
Um den Groß Berlin Beschluss hier
Vom 27. April 1920 damals halt als
Berlin Hauptstadt von Preußen war

jens tuengerthal 27.4.23

Frauenkaftvoll

Die Tyrannei der Männer ist Ursache fast aller Geisteskrankheiten der Frauen.

Ein Gatte ist ein angenehmes Möbelstück, vorausgesetzt, dass er nicht unbeweglich an Ort und Stelle klebt.

Ehemänner ebenso wie ihre Artgenossen sind oft nur zu groß geratene Kinder.

Gegenseitig muß die Freundschaft sein,
in gleichem Maß empfangen und erteilt.

Die Vernunft ist einfach die Fähigkeit zur Vervollkommnung

Die Liebe muß ihrer Natur nach vergänglich sein.

Ich wünsche für die Frauen keine Macht über Männer, aber die Macht über sich selbst

Ich liebe den Mann als meinen Gefährten. Aber seine Herrschaft, rechtmäßig oder angemaßt, erkenne ich nicht an.

Mary Wollstonecraft


Frauenkaftvoll

Am 27. April 1759 wurde im Londoner
Stadtteil Spitafields Mary Wollstonecraft
Geboren die als Autorin Übersetzerin wie
Philosophin in die Geschichte der Aufklärung
Einging mit der sie sich Zeit ihre Lebens
Kritisch auseinandersetzte so pochte sie
Auf das Recht der Frauen auf Bildung
Sie war Mutter zweier Töchter wobei sie
Nach der Geburt ihrer jüngeren Tochter
Der später bekannten Schriftstellerin
Mary Shelly an den Folgen einer Sepsis
Aufgrund zurückgebliebener Placenta
Verstarb die noch nicht behandelbar war
Zunächst hatte sie mit ihren Schwestern
Eine Privatschule für Mädchenbildung
Gegründet die leider Konkurs ging als
Sie einer Freundin in Lissabon beistand
Bei deren Geburt um die Schulden
Bezahlen zu können wurde sie zur
Gouvernante in Irland wo sie aber
Nach einem Jahr wieder gekündigt wurde
Das Erscheinen ihres ersten Romans
Mary ermöglichte es ihr wieder in
London eine Wohnung zu mieten
Über ihren Verleger lernte sie den
Maler Johann Heinrich Füssli kennen
Der ihre erste unglückliche Liebe
Wurde da dieser bereits verheiratet war
Was ich so wiedergebe wie es im
Lexikon geschrieben steht denn
Warum eine vorher Ehe eine Liebe
Freier Menschen unglücklich machen
Muss erschließt sich mir nicht ganz
Außer im Salut vor den Konventionen
Nach der französischen Revolution
Reist sie 1792 nach Frankreich
Lernt dort auch unter anderem
Georg Forster und Wilhelm von Humboldt
In der Zeit in Frankreich schrieb sie
Auch ihr bis heute bekanntestes Werk
A vindication of the rights of woman
Indem sie für die Gleichberechtigung
Von Mann und Frau eintritt was sie
Talleyrand widmete in der Hoffnung
Dieser würde sich mehr für die Rechte
Einsetzen wobei unklar ist wofür der
Große Überlebende Diplomat ganz
Verschiedener Regime sich je stark
Machte als seinen Erfolg zumindest
Wurde ihr Buch ein Erfolg was dann
Weniger für die Beziehung zum Vater
Ihrer ersten Tochter galt den sie
Wieder nach England verließ als
Dieser sich weigerte sie zu heiraten
Obwohl er Mutter und Tochter zuvor
Als amerikanische Staatsbürger hatte
Registrieren lassen um sie in den
Auch unruhigen Zeiten zu schützen
Ließ sie auch als Mary Imlay für
Drei Monate nach Skandinavien
Reisen worüber sie ihr nächstes
Buch schrieb zurück im merry old
England fand sie in William Godwin
Dem protoanarchistischen Schriftsteller
Der sie sogar kirchlich noch heiratete
Womit die Feministin ihren völlig
Unemanzipierten Traum leben konnte
6 Monate nach der Hochzeit kam
Marys Tochter Mary Godwin zur Welt
Die als Shelley weltberühmt wurde
Mit ihren Roman Frankenstein aber
Brachte mit ihrer Geburt ihre Mutter
Die frühe Feministin die unbedingt
Geheiratet werden wollte um und so
Sind die Wege der Emanzipation
Manchmal erstaunlich verschlungen
Verneige mich nur um so mehr
Vor der großen Feministin
Mary Wollstonecraft

jens tuengerthal 27.4.23

Liebeskomposition

Liebeskomposition

Gleicht die Liebe einer Komposition
Die versucht verschiedene Töne
In einen vielleicht harmonischen
Aber doch Zusammenklang zu
Bringen damit die Beteiligten
Sich darin wiederfinden was
Gelegentlich auch Dissonanzen
Haben kann aber im ganzen
Etwas ist wovon wir mehr
Hören wollen überlege ich
Vielleicht unterscheidet es sich
Weil zwei daran komponieren
Wie ihre Stimme erklingen
Lassen möchten was nicht
Immer zu angenehmen Harmonien
Führt und doch verführt weiter
Nach einer Verbindung der Stimmen
In egal welcher Weise zu suchen
Meist versuchen wir es schlicht
Im Duett was schon schwierig genug
Für die Suche nach Harmonien ist
Wie immer wir diese definieren
Ob der Sex dann gleich das
Große Orchester wird was
Ganze Symphonien spielt
Oder es auch dabei meist
Bei schlichter Hausmusik bleibt
Ist weniger wichtig als wie wir uns
Im Zusammenklang dann fühlen
Wer Wagner liebt muss lange üben
Den richtigen Klang zu finden aber
Manche Beziehungsversuche stehen
Den großen Opern in nichts nach
Bedenken sollte wer es wagt mit
Großem Orchester in der Liebe
Zu spielen wie schwer es ist mit
Zwei selbständigen Dirigenten
Einen gemeinsamen Klang zu finden
Mag das große Orchester der Lust
Aber damit spielt besser keiner
Der von Harmonie und Technik
Wenig versteht dann kann es
Mal sich ganz toll anfühlen
Wie zeitweise harmonisch klingen
Bleibt jedoch ein Zufallsprodukt
Was keine Basis für den großen
Zusammenklang mit dazu zwei
Selbständigen Dirigenten gibt
Vielleicht hielten viele Versuche
Von Liebe länger wenn wir uns
Mehr um den Zusammenklang
Wie das Verständnis von Harmonie
Bemühten statt nur für uns die
Partitur unserer Träume herunter
Zu spielen aber vielleicht ist das
Auch der große Unterschied der
Liebe zur Komposition wo das Stück
Vollendet ist bevor die Proben
Beginnen können während es
Im Zusammenklang der Liebe
Auf Improvisation ankommt die
Erst Miteinander ermöglicht
Weil das Stück sich ständig
Wieder beim spielen verändert
Solange jeder Dirigent dabei
Nur seiner Komposition folgt
Enden die Harmoniem schnell
Wer dagegen frei improvisiert
Kann auf den anderen reagieren
Erwürgt sich nicht mit Erwartungen
Sondern genießt den Augenblick
Aus dem neues entsteht warum
Wer große Symphonien wie die Ehe
Spielen will vorher viel üben sollte
Weil auch hier improvisiert werden
Muss um beieinander zu bleiben
Begnüge mich eher unmusikalisch
Darum mit kleiner Hausmusik im
Spontanen Zusammenspiel was
Uns die Momente genießen lässt
Statt eine ganze Oper zu planen
Wenn es das am Ende doch wird
Ist es nicht schlimm aber ohne
Den Willen dazu kann es eher
In der Improvisation geschehen
Komponiere also lieber nicht mehr
Damit die Liebe sein kann die
Ohne Freiheit gleich erstickt

jens tuengerthal 26.4.23

Mittwoch, 26. April 2023

Dabinichschon

Dabinichschon

Wer gewinnt das große Rennen 
Zwischen Hase und Igel fragt sich
Ist es der rasende Hase der bis
Zur Erschöpfung hoppelt um der
Erste immer zu sein ohne dabei
Zu bemerken wie Igel und Igelin
Ihn schlicht betrogen haben bis
Der erschöpfte Hase tot umfällt
Womit er zwar bestimmt schneller
War ohne etwas davon zu haben
Oder der trickreiche Igel der lieber
Nichts tut als ähnlich zu heiraten
Was das Doppelspiel erleichtert
Wie sich nicht verspotten lässt
Seiner krummen Beine wegen
Womit der Streit der beiden anfing
Der mit dem kuriosen Wettlauf endet
Welcher uns heute vieles offenbart
Wagten wir ihn zeitgemäß zu lesen
Am 26. April 1840 veröffentlichte
Wilhelm Schröder im Hannoverschen
Tageblatt Den Wettlauf zwischen
Hase und Igel auf der kleinen Heide bei
Buxtehude in niederdeutscher Sprache
Drei Jahre später wird es dann als die
Nummer 187 in die Märchensammlung
Der Brüder Grimm übernommen und die
Moral von der Geschicht lästere nicht
Sondern verabrede dich lieber statt
Allein durch die Welt zu hetzen
Ruh dich lieber gelassen aus

jens tuengerthal 26.8.23

Mosalieri

Mosalieri

Wie Mozart und Salieri zueinander standen
Können wir keinen der beiden mehr fragen
Warum wir auf Indizien angewiesen sind die
Manchmal gut recherchiert vernünftig sind
Dann aber auch nur großes Kino wie im
Amadeus Film von Milos Forman der den
Verdacht verbreitete Salieri hätte Mozart
Vergiftet was keine sonst Grundlage hat
Für die auch Neid wenig nur taugt zumal
Seit Timo Jouko Hermann in seiner dazu
Wegweisenden Arbeit nachwies wie die
Beiden gemeinsam ein Freundschaftslied
Vertonten auch in seiner Promotion zu
Salieri hat der bekannte Komponist aus
Der Kurpfalz dazu schon geforscht den
Gerade erst in Walldorf zu treffen eine
Freude und Ehre für mich war wie das
Spannende Gespräch dazu Einblicke 
In die Welt eines begeisterten Forschers
Gab der plaudernd Welten eröffnet wie
Brücken spannt und an dieses gerade
Gespräch anlässlich seines Besuchs
Im Haus meiner Mutter musste ich nun
Denken als ich sah wie am 26. April
Einmal 1779 Mozart seine G-Dur
Symphonie KV 318 vollendete wie Salieri
Am 26. April 1784 seine lyrische Tragödie
Les Danaides die er Marie Antoinette
Gewidmet hatte mit Erfolg in Paris
Uraufführen ließ gespannt auf das
Was uns von Salieri noch erwartet der
Nach Timo Hermanns Erzählungen ein
Vielfältig mutiger Komponist war der
Noch auf die Wiederentdeckung wartet
So passt dieses doppelte Gedenken
Heute zu Mozart und Salieri die wohl
Mehr verband als Neid und Konkurrenz

jens tuengerthal 26.4.23

Shakespearesken

"Geschwindigkeit wird nie so sehr bewundert als von Saumseligen."
Antonius und Cleopatra: 3. Akt, 7. Szene / Cleopatra

"Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind, und unser kleines Leben ist von einem Schlaf umringt." 
Der Sturm: 4. Akt, 1. Szene / Prospero

"Es ist mehr Würde in großmüthiger Vergebung als in Rache."
Der Sturm: 5. Akt, 1. Szene / Prospero

"Amor steckt von Schalkheit voll, // Macht die armen Weiblein toll.”
Ein Sommernachtstraum: 3. Aufzug, 2. Szene // Puck

"Nur Fremd` und Feinde scheiden ungeküsst."
Ende gut alles gut: 2. Akt, 5. Szene / Helena

"Denn an sich ist nichts weder gut noch schlimm; das Denken macht es erst dazu."
Hamlet: 2. Akt, 2. Szene / Hamlet

“Der Rest ist Schweigen."
Hamlet: 5. Akt, 2. Szene / Hamlet

"Etwas ist faul im Staate Dänemark!"
Hamlet: 1. Akt, 4. Szene / Marcellus

"Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode."
Hamlet: 2. Akt, 2. Szene / Polonius

"Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage."
Hamlet: 3. Akt, 1. Szene / Hamlet

"Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein, Mit glatten Köpfen, und die nachts gut schlafen."
Hamlet:1. Akt, 1.Szene / Caesar

"Nichts ist gewonnen, alles ist dahin, // Stehn wir am Ziel mit unzufriednem Sinn."
Macbeth: 3. Akt, 2. Szene / Lady Macbeth

"Dann müsst Ihr melden von einem der nicht klug genug war - doch zu sehr liebte."
Othello: 5. Akt, 2. Szene / Othello

"Die Männer sind nun einmal keine Götter, und wir müssen im Ehestand nicht immer die Zärtlichkeit erwarten, die sie uns vor dem Hochzeitstage zeigen."
Othello: 3. Akt, 4. Szene / Desdemona

"Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für'n Pferd!"
Richard III: 5. Akt, 4. Szene / König Richard III.

"Es war die Nachtigall und nicht die Lerche."
Romeo und Julia: 3. Akt, 5. Szene / Julia

"Denn Mädchen sind wie Rosen: kaum entfaltet, // ist ihre holde Blüte schon veraltet." 
Was ihr wollt: 2. Akt, 4. Szene / Orsino

"Narren verhalten sich zu Ehemännern wie Sardellen zu Heringen: Der Ehemann ist der größte von beiden."
Was ihr wollt: 3. Akt, 1. Szene / Narr

"Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, dass er ein Narr ist."
Wie es euch gefällt: 5. Akt, 1. Szene / Touchstone

"Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler."
Wie es euch gefällt: 2. Akt, 7. Szene / Iaques


"Das ist das Ungeheure in der Liebe, meine Teure, daß der Wille unendlich ist und die Ausführung beschränkt; daß das Verlangen grenzenlos ist, und die Tat ein Sklav' der Beschränkung"
Troilus und Cressida: 3. Akt, 2. Szene / Troilus


Shakespearesken

Am 26. April 1564 ist William Shakespeare
In Stratford upon Avon getauft worden sein
Geburtsdatum ist nicht überliefert lange noch
Wurde der 23. April als sein Geburtstag von
Bewunderern gefeiert weil er an diesem Tag
Auch verstarb im Jahre 1616 was eine so
Wunderbare Geschichte scheint dass sie
Fakten gerne ignorieren ließ wie zugleich
Die Geschichte erfinden ließ es habe ein
Gebot gegeben das eine Taufe erst am
Dritten Tag erlaubte in elisabethianischer
Zeit doch bleibt all dies nur Gerücht wie
So vieles im Leben des großen Dichters
Dem oben mit seinen Worten hier genug
Gedacht wurde denn was kann je den
Dichter besser überleben als seine Worte
Denkt der kleine Dichter und verneigt sich
Am 26. April vor William Shakespeare
Egal wann er nun geboren ist mit seinen
Worten mehr als meine es je könnten

jens tuengerthal 26.4.23

Confoederationen

Confoederationen

Am 26. April 1220 erlässt der Stauferkaiser
Friedrich II als Zugeständnis für die Wahl
Seines Sohnes Heinrich zum König des
Heiligen Römischen Reiches die
Confoederatio cum princibus ecclesiaticis
Mit denen er den Bischöfen wichtige
Königsrechte übergibt sie wird zu einer
Der wichtigsten Rechtsquellen des
Heiligen Römischen Reiches auf
Deutschem Gebiet und wurde in
Frankfurt am Main beschlossen
Darin liegt der Anfang des deutschen
Föderalismus der bis heute existiert
Mit all seinen Vor und Nachteilen die
Hier nicht weiter diskutiert werden sollen
Mit dem klugen Staufer Friedrich II der
Seinen Sohn auf dem Thron wollte
Fing das Ringen um Kompromisse an
Was bis heute die Politik noch prägt
Ein wichtiger Teil der Demokratie ist

jens tuengerthal 26.4.23

Aurelianisch

Alles was du siehst, wird die alles lenkende Natur bald verwandeln und aus diesem Stoff andere Dinge schaffen und aus deren Stoff wiederum andere, damit die Welt immer verjüngt werde." 
Selbstbetrachtungen VII, 25

"Alles, was etwas Gemeinsames hat, strebt zum Verwandten."
Selbstbetrachtungen IX, 9

"Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen."
Selbstbetrachtungen VII, 21

"Betrachte die ganze Natur, wovon du nur ein winziges Stücklein bist, und das ganze Zeitmaß, von welchem nur ein kurzer und kleiner Abschnitt dir zugewiesen ist, und das Schicksal, wovon das deinige nur einen Bruchteil bildet."
Selbstbetrachtungen V, 24

"Der Tod ist ebenso, wie die Geburt, ein Geheimnis der Natur, hier Verbindung, dort Auflösung derselben Grundstoffe."
Selbstbetrachtungen IV, 5

"Eine bittere Gurke? Wirf sie weg! Dornensträucher im Weg? Weiche ihnen aus! Das ist alles. Frage nicht noch: Wozu gibt es solche Dinge in der Welt?"
Selbstbetrachtungen VIII, 50

"Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen! Er bleibt stehen, und rings um ihn legen sich die angeschwollenen Gewässer."
Selbstbetrachtungen, IV, 49.

"Tu nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest. Der Tod schwebt über deinem Haupte. So lange du noch lebst, so lange du noch kannst, sei ein rechtschaffener Mensch." 
Selbstbetrachtungen IV, 17

Zitate nach Marc Aurel


Aurelianisch

Am 26. April 121 wurde in Rom Marc Aurel
Als Marcus Annius Catilius Severus geboren
Der von 161 bis 180 römischer Kaiser war
Wie als Philosoph der letzte bedeutende
Vertreter der Stoa war nannte sich selbst
Marcus Aurelius Antoninus Augustus als
Dann Princeps er war der letzte der
Adoptivkaiser und setzte wichtige Akzente
Die das Leben der Benachteiligten vor allem
Von Sklaven und Frauen verbesserte
Musste nach einer längeren Phase des
Friedens gegen eindringende Feinde an
Den Außengrenzen vorgehen dabei war
Der Osten durch die Parther so bedroht
Wie der Donauraum durch die Germanen
Sein letztes Lebensjahrzehnt verbrachte
Marc Aurel meist im Feldlager wo er auch
Seine Selbstbetrachtungen verfasste die
Ihn der Nachwelt als Philosophenkaiser
Zeigen wie zur Weltliteratur zählen einen
Klugen reflektierten Menschen zeigen dem
An seinem Geburtstag hier gedacht sei

jens tuengerthal 26.4.23

Dienstag, 25. April 2023

Sexreden

Sexreden

Warum es so gut tut
Über Sex zu reden
Statt einfach zu machen
Ergibt sich aus der Sache
Weil darüber zu reden
Hilft es zu genießen
Miteinander und überhaupt
Weil was offen und klar ist
Besser tut als jedes Tabu
Aufklärung über die jeweiligen
Bedürfnisse hilft sie zu befriedigen
Es bei der Lust auch um Technik
Neben allem Gefühl geht wie
Ein gutes Gespür füreinander
Dem auch gesprächsweise
Noch geholfen werden kann
Weil sich nur auf das Gefühl
Beim Sex zu verlassen wäre
Etwas naiv vorsichtig gesagt
Aber und noch viel wichtiger
Über Sex reden macht heiß
Zumindest wenn es passt
Wo nicht ist es eher egal
Wie dieses dann künftig
Aber darüber miteinander
Reden wie davon noch mehr
Lust aufeinander zu bekommen
Tut gut und ist also gut
Wo das nicht geht aus
Welchen Gründen auch immer
Wurde nie etwas Gutes daraus
Eher lauerte dann ein Problem
Was keiner beim Sex braucht
Offene Ehrlichkeit ist die beste
Basis für jedes miteinander
Egal wie lang es dauert
Lohnt Offenheit mehr als
Lügen je interessant machen
Genieße es gern natürlich
Wie ganz überall gegenseitig
Vertrauen ist dafür die Basis
Reden schafft dieses Vertrauen
Wie Nähe zugleich nur wo dies
Fehlt bleibt nichts mehr übrig
Aus dem Liebe entsteht da aber
Sex ohne Liebe nur sportlich
Wenn je relevant ist bin ich
Was die Lust betrifft lieber
Gefühlvoll unsportlich um
Alles ganz zu genießen
Wer braucht schon Ersatz
Was Sport immer nur ist
Wenn darüber reden das
Beste daraus macht um
Es ganz zu genießen

jens tuengerthal 25.4.23

Aliceday

Aliceday

Alice: "Ich habe immer gedacht, die Zeit wäre ein Dieb, die mir alles stiehlt, was ich liebe. Aber jetzt weiß ich, dass sie geben, bevor sie nehmen und jeder Tag ist ein Geschenk. Jeder Stunde. Jede Minute. Jede Sekunde."

"Den Schreck dieses Augenblicks werde ich nie vergessen", fuhr der König fort. - "Du wirst ihn vergessen", sagte die Königin, "es sei denn, du errichtest ihm ein Denkmal."

Der verrückte Hutmacher: "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet"

"Alice, du darfst dein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen."

Alice: "Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?" - "Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest", sagte die Katze.

Alice: "Das ist unmöglich..." - Hutmacher: "Nur, wenn man nicht daran glaubt!"

Alice: "Glaubst Du, ich habe den Verstand verloren?" Vater: "Ich fürchte, ja. Du bist übergeschnappt, hast eine Meise, bist nicht ganz bei Sinnen. Aber weißt Du was? Das macht die Besten aus!"

Der Hutmacher: "Ich bin nicht verrückter als ihr, meine Realität ist einfach anders."

Alle Zitate aus Alice im Wunderland von Lewis Carroll

Aliceday

Am 25. April 1856 begegnet der
Schriftsteller Lewis Carroll erstmals
Der damals vierjährigen Alice Liddell
Das Verhältnis zu Liddell inspiriert
Caroll zu den bekannten Romanen
Alice im Wunderland und
Alice hinter den Spiegeln
Dieser Tag wird heute in der
Pädophilenbewegung als Alice Day
Zelebriert und steht dadurch im
Zusammenhang mit Missbrauch
Wie einer inzwischen als krank
Eingestuften sexuellen Neigung
Welche die Literatur schon vielfach
Beschäftigte wie erregte so von
Peter Altenberg bis Vladimir Nabokov
Ob es ein wirkliches Verhältnis je
Zwischen Alice und Lewis gab ist
Ungewiss alle Dokumente dieser
Sehr frühen Liebe sind von den
Je Angehörigen vernichtet worden
Ob es wirklich Liebe war und wenn
Von wem und wie weit sie ging
Soll hier nicht beurteilt werden
Ob gefragt werden darf ob der
Beißreflex einer politisch korrekten
Gesellschaft größere Probleme
Verursacht und wie verlogen es ist
Über die Nacktrasur im Schambereich
Einerseits diese Neigung zu fördern
Andererseits sich hoch emotional
Zu empören könnte spannend sein
Möge darüber nachdenken wer
Nicht in übliche Reflexe verfällt
Aber die größte Organisation für
Sexuellen Missbrauch also die
Katholische Kirche nicht zu verbieten
In der Priester das Keuschheitsgebot
Erwartungsgemäß nur kompensieren
Macht jede Empörung scheinheilig
Wohin also Verbot und Empörung
Eine sexuell unfreie Gesellschaft
Eher führen als Aufklärung wie
Kritische Vernunft bleibt offen
Aber ich bin bisher auch
Nicht sicher ob das Abendland
Je frei genug sein wird darüber
Nüchtern zu debattieren oder
Sich lieber in verlogene Moral
Zum Schutz derer flüchtet die nie
Zum Thema dabei befragt werden
Enthalte mich aber lieber ohne die
Neigung der Pädophilen zu teilen
Noch diese irgend zu verstehen
Frage lieber was tun wir um dies
Indirekt vielfältig zu fördern wie
Kinder noch mehr zu gefährden
Wie gehen wir mit Kranken um
Wem nutzt Kriminalisierung allein
Bleibt Alice im Wunderland nicht
Eine wunderschöne Geschichte
Deren Fundament am 25. April
Bei einer Begegnung gelegt wurde
Denke ich und lasse es so stehen

jens tuengerthal 25.4.23