Mittwoch, 20. November 2013

R.I.P. Rap

Kaum stirbt ein Promi rotiert
Unter Idioten der Generation
Copy+paste wieder das RIP
Was quasi wortlos die
Anteilnahme-Flat bucht

Wer von all den Deppen die
Es wie tausend andere den
Promis hinterherwerfen wird
Noch wissen was es heißt
Abgeleitet aus Psalm 4, 9
Der Vulgata war es:
„in pace in idipsum dormiam et requiescam“
Ist es voller Aberglaube
Tönt vom höheren Frieden
Wo nichts mehr ist

Deutlicher noch wie üblich
In der katholischen Formel
Für die Beerdigung:

Requiem aeternam dona ei, Domine.
Et lux perpetua luceat ei.
Requiescat in pace.
Amen.

Ewige Ruhe schenke ihm, o Herr!
Und das ewige Licht leuchte ihm!
Lasse ihn (sie) ruhen in Frieden.
Amen.

Warum soll ich den Toten
Ruhe wünschen

Warum soll ich noch höhere
Wesen anrufen wo Tod ist

Warum um Frieden bitten
Für einen der nun Ruhe hat

Ruhe vor dem ewig gleichen
Geplapper der betroffenen
Gutmenschen die ihre nicht
Vorhandene Bildung hinter
Lateinischen Formeln nur
Verstecken haben die Toten
Für immer beneidenswert

Warum sie bis sie endlich
Den Löffel abgeben noch
Ihre Umwelt quälen verstehe
Wer will mich widert es an

Dieter Hildebrand ist tot
Schön für ihn er hat Ruhe

Egal welche Formeln ihm
Nun noch hinterhergeworfen
Werden bleibt nichts mehr
An ihm kleben er ist weg

Nur wir müssen noch mit
Rituell klebrigem Gesülze
Weiter leben womit hat die
Menschheit soviel Leere
Verdient frage ich nicht

Der Ablassort des mentalen
Ausfluss im Buch der
Gesichter ist der Spiegel
Einer Gesellschaft mit
Immer weniger Geist
jt 20.11.13

Selfienesse

Das Worte des Jahres auch
Traditionen brechen ist gut
Erstmal gut sehen wir mal
Vom Inhalt ganz ab

Gebrochene Traditionen
Geben Raum für Aufbruch
Manchmal auch Abbruch
Im Abschneiden alter Zöpfe

Es galt noch lange als gewiß
Der Fotograf ist nicht im Bild
Selbstauslöser wie Stativ
Änderten das mit Komik

Das Familienportrait zeigte
Den gehetzten Vater im
Kreise seiner Lieben nicht
Überarbeitet nur gesprungen

Nun halten wir das sonst
Telefon von uns soweit die
Arme reichen nehmen uns
Auf und nennen es Selfie

Warum der Wegfall von
Stativ und Hektik geehrt wird
Statt Unwort zu werden ist
Unklar doch zeitgemäß

Sich selbst ins Bild nehmen
Ist Programm geworden in
Einer Gesellschaft geistloser
Egoisten mit sich beschäftigt

So werden die Kritiker der
Kultur schimpfen die oft fern
Der Realität leben in der uns
Glück mehr virtuell wurde

Ist Selfie nur ein Wort oder
Die Selfienesse Symptom
Kollektiver Prozesse bei der
Auflösung aller Kollektive

Der real existierende Sozial
Ismus hat sich aufgelöst
Es blieb die Gier im Kapital
Ismus als Rezept am Markt

Ist das Selfie nun Ausdruck
Trauriger Ego-Kultur oder
Lebensfreude mit sich nur
In virtueller Realität geteilt

Möglich ist beides fraglich
Nur ob es nicht Zeichen der
Zeit ist dass Bilder wichtiger
Als nur Worte wurden

Ergo werden Worte über nur
Bilder von uns wichtiger als
Bildhafte Worte die doch nur
Tote Buchstaben sind
jt 20.11.13

Küchenlustauftakt

Wir plauderten zum Tee
In der Küche du kamst
Gerade vom Friseur mit dem
Schönsten Lachen

Ob letzteres objektiven
Maßstäben genügt hier
Dahingestellt mir zumindest
War es das und noch mehr

Du saßt im Korbstuhl als ich
Über dich gebeugt dich zu
Küssen begann wehrtest
Dich noch ein wenig

Du umarmtest mich dabei
Immer fester weshalb ich
Beschloss den Widerstand
Weiter zu ignorieren

Im innigen Kuss wanderten
Meine Hände über dich
Wogegen du oben noch
Protestiertest anders unten

Dort antwortete dein Becken
Lustvoll den Berührungen in
Deiner Mitte da löste ich die
Lippen von deinen

Wanderte über deinen Busen
Zärtlich küssend hinab um
Deine Hose zu öffnen und
Züngig hinab ins Zentrum

Deiner Lust oder meiner
Hoffnung weiß ich nicht so
Genau folgend bog sich
Dein Becken mir entgegen

Kaum noch sitzend war der
Protest inzwischen nicht
Mehr hörbar neben der Fülle
Des Wohllauts aus dir

Liebkoste deine nasse Mitte
Ein wenig schmeckte dich
Endlich merkte es war gut
Ließ dich die weg musste

So richtetest du deine Hose
Für den nächsten Termin
Half dir in den Mantel nach
Langem Kuss gingen wir
jt 20.11.13

Auf eine Pfeife bei August

Im gut gefüllten Fengler
Gerade noch einen schönen
Sessel in der Ecke ergattert
Mit gutem Blick in die Runde


Mit zwei Damen mittleren
Alters am Tisch deren eine
Eher kräftig silbernen Bob
Trägt zu grauem weiten Pulli


Die andere trägt ihr langes
Blondes Haar hochgesteckt
Zur Strickweste und Jeans
Wird kurz süß angeflirtet


Von sehr jungem Mann als
Ihre Freundin gerade neue
Rum Cola holt und beide
Freuen sich an der Situation


Zur Rechten plaudert Herr
Von kräftiger Statur mit
Schöner Blonder in großem
Pulli zur großen Nase


Beim Bier redet er auf sie ein
Sie lauscht andächtig lacht
Nett an den richtigen Stellen
Verstehen sich die Kollegen


Daneben zwei Herren mit
Mütze zum Bier mit immer
Zigarette in der Hand einer
Kräftiger im T-Shirt glänzt


Sein Gegenüber im dicken
Kapuzenpulli ist ruhiger
Verdeckt noch dritten Blondi
Sind sie intensiv beieinander


Zwei Damen in blond und
Dunkel am Tisch auf dem
Weg zur Bar plaudern sehr
Innig mit allen Händen


Die Dunkle trägt ihr unten
Gelocktes Haar offen ihre
Freundin hat den blonden
Zopf leger hochgesteckt


Prüft aber den lockeren
Sitz immer wieder dezent
Trägt eleganten Schal zu
Ihrem unten dunklen Haar


Geradeaus neben der Tür
Sitzen vier Engländer mit
Dunkler Dame die gestern
Den Nerd erfolglos anflirtete


Die Herren intensiv im
Gespräch schenken ihr zu
Wenig Beachtung was sie
Heute ohne Gesten erduldet


Auf der Sofabank in rot unter
Dem Spiegel sitzen zwei
Knaben mit Versuch eines
Vollbarts rauchend zum Bier


Um die lange Bar lungern
6 Herren und am Ende eine
Dame in Gespräch oder
Bestellung vertieft


Die Blonde mit der Dunklen
Zog sich ein wenig aus zeigt
Im weißen Tisch viel Figur
Wie die Form ihrer Wäsche


Die Blonde mit dem Herren
Wird beim zweiten Bier nun
Intensiver im Gespräch wie
In den Blicken nach nebenan


Die beiden Damen am Tisch
Hier werden noch etwas
Angeregter schildern sich
Gestisch und flüstern sich


Der Abend wandert in die
Nun Nacht des nächsten
Tages neue späte Gäste
Kommen wenige gehen
jt 19.-20.11.13

Dienstag, 19. November 2013

3 Löwen gegen Adler

Im legendären Wembley
Stadion laufen die Engländer
In schwarzweiß gegen die
Grünen Deutschen auf

Es beginnt stürmisch auf
Beiden Seiten in hohem
Tempo über das ganze Feld
Des berühmtem Rasen

Die Reihen hier vor einer
Leinwand gut gefüllt sind
Angesichts aufgeregten
Spiel sehr konzentriert

Noch musste der Debütant
Weidenfäller nicht reagieren
Dank guter Abwehr aber es
Sind beide entschlossen

Freistoß für Grün führt zu
Neuem Sturm von Weiß
Fordert Aufmerksamkeit im
Stadion wie vor Leinwand

Der kämpferische Rooney
Köpft den ersten Ball knapp
Über das deutsche Tor beim
Nächsten Versuch ähnlich

In immer neuen Wellen
Schwappen die Engländer
Vor das deutsche Tor deren
Team bisher hinterher läuft

Ganz langsam baut sich
Ewiger deutscher Tikitaka
Sturm auf der zu nichts führt
Bis England wieder dreht

Die Deutschen im Konter
Wie immer bisher zu lahm
Missmutig kreist Jogi vor
Der reich besetzten Bank

Einmal startet Götze durch
Und wird von Gerard wieder
Gestoppt dann kommt Lars
Bender bis vor das Tor

Nach sehr guter Ecke mit
Einigen hin und her köpft
Der heute Kapitän Per
Mertesacker ein zum 0:1

Die deutschen scheinen nun
Aufgewacht es stürmt sich
Weiter endlich entschlossen
Noch wehrt sich England

Nun schießt Gerard nur cm
Über das deutsche Tor und
Es geht mit Führung in die
Londoner Tee Pause

Gleich stürmt England aufs
Deutsche Tor gewinnt eine
Ecke die gut abgewehrt wird
Deutscher Konter folgenlos

Joe Heart rettet von Götze
Vorbereiteten Sturm in
Höchster Not der Konter
Wird abgewehrt viel Tempo

Nun Ecke für England die
Verweht weiter stürmen
Beide gegenan Ecke für
Deutschland ohne Folgen

Löw muss tauschen nach
Hummels Verletzung weiter
Zu Wembley hin und her
Während Jogi sich aufregt

Wieder Ecke für England
Mit starkem deutschen
Konter infolge der verläuft
Zeigen sie sich dominant

Mehrere Ecken für England
Bei der zweiten Chance von
Draxler geklärt zur dritten
Ohne Folgen der Konter dito

Guter deutscher Sturm vor
Englischem Tor wird dann
Abgepfiffen weiter stürmt
Grün gegen weiß

Guter deutscher Konter nach
Englischer Ecke endet in der
Abwehr Torschuss danach
Fliegt weit vorbei

Viel schauen Anwesende auf
Telefone um die Quali von
Franzosen und Portugiesen
Noch mit zu verfolgen

Dann endet das Spiel wieder
Mit einem deutschen Sieg
Durch Tor von Käptn Per
Torwart Robert bleibt zu 0
jt 19.11.13

Lust und oder Liebe

Es erstaunt dich
Geht unter deine Haut
Beschwingt dich
Regt zum Nachdenken an
Während es dysbalanciert
Erfreut beängstigt vibriert,
Unterschreitet überwindet
Fordert es dich heraus
Macht immer mehr Lust
Auf was doch verunsichert
Aufwühlt zwischen Welten
Nach bis hier deinen Worten

Frage mich was für Welten
Wo doch nur eine ist
Wir wollen uns donst nichts
Ob wir das Wollen können
Zeigt sich immer erst wenn
Wir unterwegs sind
Wo wir nicht gehen stellt
Sich die Frage nie

Du in deiner Dialektik wehrst
Dich gegen die Hand
Zwischen deinen Beinen
Unter der du dich
Im nächsten Moment
Sehnsüchtig windest

Du sagst nein während
Mein Finger zwischen nasse
Lippen taucht machst aber
Beckig JA mehr schneller
Genießt in lauter Hingebung
Deine Lust die du dir doch
Verbietest aus Moral oder
Vorsicht oder was immer

Ganz im Moment sein
Statt das eine oder andere
Nicht wirklich hilft Glück
Voll zu genießen statt
Immer etwas für sündig
Zu halten so oder so

Will dich
Will dich erregen
Will deine Lust schmecken
Will in dich dringen überall
Will eins sein um dich
Einfach zweifach glücklich
Zu machen sonst nichts
Dazu tue ich nichts als dem
Gefühl folgen und genießen

Entweder alles ist gut dann
Ist alles gut oder nicht dann
Ist eben alles egal aber das
Ist es nicht sondern mehr
Oder etwa nicht

Zeit zu genießen was
Ist und mehr aus etwas
Machen was schnell alles
Sein kann wo wir wollen
jt & cb 19.11.13

Vom Stand der Liebe

Unsre Liebe steht auf drei
Beinen und darüber hinaus
Übt sie noch fliegen da dir
Dies scheinbar schwerer
Fällt aus Mißtrauen vielleicht
Oder vernünftigen Gründen

So ist der Dichter mal wieder
Halb abgehoben während du
Ihn noch ein wenig unten
Hältst nah der Realität die
Den Himmelsstürmer selten
Weiter bekümmert wo das
Glück wartet

Sein eines hier eines oben
Macht drei in der Realität
Unten zusammen oder
So gezählt und auf was
Kommt es in der Liebe sonst
An fragt er sich der dir gern
Wurzeln und Flügel zugleich
Schenkte und es nimmt
Wie es kommt solange du
Mit und zu ihm kommst

Wer nun auf wievielen
Beinen wo noch steht
Ist letztlich egal solange
Wir was Liebe wohl ist
Oder wird oder könnte
Gut aneinander anlehnen
Steht jeder von uns mit
Dem anderen sicher
Was du dir meiner
Immer sein kannst

Wo ständ ich auch ohne dich?
jt 19.11.13

Hurenlohn

Sex sells oder wer verkauft
Liebe wann und für wieviel
Ist die Frage die sich im
Aktuellen Dialog zum bloß
Besseren Verkauf der heute
BILD Schreiberin Alice nun
Aufdrängt so einseitig blind
Wie die Debatte geführt wird

Früher sprachen wir von der
Käuflichen Liebe weil wir
Sex mit Liebe in Verbindung
Gerne bringen wie gewohnt
Als Spießer in der Mehrheit

Heute sind es schlicht
Sex-Worker die Leistungen
Am Markt anbieten für die
Es ein Bedürfnis wohl gibt
Körperliche Dienstleistung

Eine Hure verdient mehr als
Das zehnfache einer sogar
Mit Mindestlohn versehenen
Arbeiterin und dass nur die
Menge des Geldes es sei die
Entwürdige ist nur schwer
Vermittelbar im nun real
Existierenden Kapitalismus

Wogegen wir uns wehren
Müssen und wen wir real
Schützen sollten sind Opfer
Unter den Frauen die es
Noch immer zu viele gibt

Hier gehören Täter bestraft
Wie Opfer geschützt doch
Nur weil es einige Kriminelle
Gibt eine Branche verbieten
Ist absurd denn eher als die
Bordelle sollten wir dann
Die Banken schließen

Es gibt eher 90% Kriminelle
Unter den Bänkern als bei
Den Huren und es ist Zeit
Die Kriminalisierung des
Ältesten Jobs der Welt
Zu beenden oder möchte
Jemand auch die Ehe
Kriminalisieren bei der
Sogar selbiges unter der
Behauptung von Liebe
Täglich passiert
jt 19.11.13

Der besten aller Töchter


Wer sollte wohl die beste
Aller Töchter sein wenn
Nicht die meine sag ich mir
Und klopfe nur auf meine
Schulter statt sie zu loben
Als käm es noch auf mich
Drauf an wie diese nun wohl
Fast schon junge Dame mit
Ihren heute zwölf die Welt
Sieht
Toll ist sie weil sie sie ist
Nicht ich nicht ihre Mutter
Friedlich gestimmt heute
Schreib ich nicht zum Glück
Staune nur wie mein
Mädchen Frau wird und
So klasse bleibt
Immer mehr sie ist sie auf
Eine gute Art dickköpfig
Stur bis zum Wahnsinn
Wenn sie an etwas glaubt
Zu gerecht für diese Welt
Denk ich manchmal aber
Freue mich noch mehr
Manchmal will ich sie noch
Beschützen immer seltener
Noch will sie das meine
Fußballerin - was bin ich
Stolz auf dich für die ich
Doch nichts kann oder
Wohl wenig oder so
Außer halt Vater
Sein
jt 19.11.13

Liebeszeit

Welche Zeit ist wenn die
Liebe keine Zeit hat

Welche wo sie sich diese
Einfach nimmt

Hat sie überhaupt eine Zeit
Oder ist sie nur jenseits

Sprechen wir von Liebe wo
Wir an die Zeit denken

Findet sich die Richtige auch
Liebend einfach so

Sind wir überhaupt verliebt
Wo nicht ungeduldig

Ist dann das ver- die Zeit
In der Liebe

Ungeduldig gelassen warten
Bis nichts passiert dafür die
Dinge in mir geschehen zu
Lassen um dich zu sehen

Vielleicht irgendwann
Vielleicht bald
Vielleicht nie
Liebe macht den Herbst hell
jt 19.11.13

Novembermontag im August

Gut gefüllt in vielen Runden
Von Herren und einzelnen
Auch mit Damen begeht das
Fengler ruhig den Montag

Auch in der letzten halben
Stunde vor Mitternacht
Kommen noch neue Gäste
Schauen nach freien Plätzen

Am Tisch mit Knaben mit
Der sich wechselnd mit
Chips und Pizza vollstopft
Zum nur Bier in Begleitung

Die Dame an seiner Seite
Sehr südländisch langem
Schwarzen Haar im Zopf
Auffälliger Kette am Hals

Viel Schmuck am einen Arm
Nur Trägerhemd offenbart
Zierliche Figur dunkle Augen
Blicken tief nur gelangweilt

Am Tisch geradeaus vier
Herren um die vierzig sehr
Intensiv im Biergespräch
3 kurz rasiert ein Zopfträger

Es erzählt in der Runde vor
Allem einer zunächst dann
Sein Nachbar die anderen
Lauschen aufmerksam

Zwei Damen von denen
Zumindest die eine von
Einigem Umfang plaudern
Zur Rechten auf dem Sofa

Rauchend zum Bier sind sie
Nur fast ganz bei sich die
Schlankere Brünette schaut
Dazwischen noch um sich

Sie trägt T-Shirt ohne Ärmel
Zu Jeans und Stiefeln ihre
Barocke Freundin ist wohl
Schwarz gefärbt

Am Tisch vor dem Fenster
Auf Sessel und Sofa zwei
Knaben der eine kräftig mit
Dünnem Schnauzer dazu

Der andere mit Tankwartbart
Unter Nase und auf'm Kinn
Übt noch Vollbart auf den
Wangen unter Koteletten

Die attraktivere der Damen
Auf dem Sofa offenbart auf
Dem Weg zur Bar Rücken
In tiefem Ausschnitt

Bedeckt dort von schwarzer
Spitze bildet die so gezeigte
Wäsche einen Kontrapunkt
Zum alternativen Schal

Am kleinen Tisch vor dem
Fenster sitzt in schwarz
Dame gleicher Haarfarbe
Mit vollbärtigem Nerd

Intensiv im Gespräch reden
Beide mit allen Händen sehr
Engagiert noch sucht sie ihn
Mehr als umgekehrt

Unklar noch wo die beiden
Wie enden staunt er noch
Mehr ihr lauschend als ihre
Gesten zu ihm erwidernd

Inzwischen offenbart die
Auch im Gesicht runde
Dame auf dem Sofa einige
Ihrer zahlreichen Tattoos

Zum inzwischen zweiten
Bier zeigen beide Damen
Locker berlinernd ihr Lachen
Mädchenhaft zart und schön

An der Bar beim Bier ganz
Für sich sitzt mit Nickelbrille
Glatzköpfiger mit tief
Schwarzem Mullah Vollbart

Die Dame am Tisch mit Nerd
Redet immer intensiver auf
Ihn ein berührt in sogar kurz
Er zuckt zusammen trinkt

Zwei Herren am Stehtisch
Auf Barhockern plaudern
Ruhig rauchend zum Bier
Zwischen lang Schweigen

Einer schüttelt seine Locken
Der andere raucht rasiert mit
Leichtem Iro ohne Punk zu
Sein sonst unauffällig

Am anderen Ende sitzt noch
Dame mit zwei Herren weit
Voneinander entfernt am
Langen Tisch halb verdeckt

Von immer mehr Herren an
Der hier langen Bar zum Bier
Gemütlich anlehnend teils
Über die Länge im Gespräch

Zu dem einseitig bemühten
Paar am Tisch gesellt sich
Weitere dunkle Schöne mit
Daunenmantel mit Pelz oben

Im Tanzraum nebenan sind
Einzelne am zappeln mit
Relativ viel Platz zwischen
Sich unklar ob so erwünscht

Die damenhaftere Neue der
Beiden am Tisch des Nerd
Plaudert höflich im Mantel
Den sie endlich auszieht

Mit Strickjacke darüber
Offenbart sie dabei viel vom
Nur Hemdchen darunter wie
Ihrer Wäsche wirkt bewusst

Bemerkt die Beobachtung
Schaut zwischendurch kurz
Zum Schreiberling und spielt
Mit ihrem schönen Haar

Der Abend wandert in die
Nacht die schöne Brünette
Lächelt viel während sich
Ihre Freundin produziert
jt 19.11.13

Montag, 18. November 2013

Bibliotheksverführung

Sie hatte vorher schon
Den Platz an dem ich saß
Zweimal sehr nah gestreift
Hatte sie schon gerochen

Den Blick den ich abgelenkt
Ihr zuwarf mit einem Lachen
Zwinkernd zu nah erwidert
Wusste nicht wer sie war

Als würden wir uns kennen
Deutlich junges Semester
Dachte ich und vergaß es
Konzentrierte mich lieber

Arbeitete an einem Aufsatz
Zur Rechtmäßigkeit von
Gebühren im europäischen
Marktkontext es ging um viel

Vor allem viel Geld nach der
Entscheidung des EuGH war
Jede nationale Gebühr über
Europäischem Schnitt illegal

Jeder Betroffene könnte die
Unrechtmäßig erhobenen
Gebühren ohne Verjährung
Zurückfordern aus EU-Recht

Soweit er dadurch am Markt
Benachteiligt war würde es
Nun eine Welle von Klagen
Geben es würde sehr teuer

Prüfte ob diese dramatische
Weite europäischen Rechts
Mit dem Urteil des BVerfGer
Zur Nation übereinstimmte

Ein hochspannendes Thema
Es ging um Milliarden sowie
Millionenschwere Aufträge
Für deutsche Anwälte

Die Bürger bekamen von
Ihrem Europa Rechte gegen
Ihren Staat eine neue Idee
Der Freiheit war geboren

Auch wenn es im Beispiel
Nur um die Gebühren zum
Schlachten ging blieb es
Überall und immer gültig

Kaum vertrug sich dies
Politisch brennende Thema
Mit hormoneller Ablenkung
Um so verwirrter war ich

Schaute in die Entscheidung
Des höchsten Gerichts als
Sie im anderen Gang kam
Weiß nicht ob sie es plante

Konnte sie durch die Regale
Sehen wie sie mich die mir
Tief in müde Augen hinter
Der Brille schaute

Es ging länger als es noch
Unauffällig möglich war nur
Fragte ich mich ob es sehr
Unhöflich wäre wegzusehen

Den Blick senken mich auf
Den Aufsatz  konzentrieren
Könnte sie womöglich vor
Den Kopf stoßen verwirren

Das wollte ich auch nicht
Also schaute ich weiter
Die Gedanken im EU-Recht
Wie sie ihr Kleid nun hob

Sie war in meine Augen tief
Versunken auch wenn die
Sehr verwirrt wohl schauten
Auf ihre schwarze Wäsche

Sie zeigte mir zuerst den Po
Von schwarzer Spitze noch
Verhüllt hob ihr Kleid vorne
Lenkte meinen Blick tiefer

Während ich noch überlegte
Wie ich für beide gut aus der
Situation kam schob sie eine
Hand vorn in ihren Slip

Wollte eigentlich lieber nicht
Wissen was sie dort tat auch
Wenn gewisse Erfahrungen
Nahelegten wo sie berührte

Zugegeben ließ mich das
Geschehen nicht so kühl
Wie hier beschrieben da
Zog sie die Hand zurück

Statt erhoffter Ruhe aber
Schob sie die Finger lasziv
In den Mund leckte sie
Sichtbar genüsslich ab

In welchem Film war ich hier
Gelandet fragte ich mich
Sicher nicht von mir solche
Anmache fand ich zu platt

Dennoch spürte ich die Lust
Zwischen meinen Beinen
Sichtbar wachsen nur gut
Dass dies niemand sah

Nun den Mund mit ziemlich
Vollen Lippen wieder frei
Lächelte sie wohl lasziv
Mein Blick folgte ihrer Hand

Wieder schob sie diese
Provozierend langsam in
Ihren Slip sichtbar tief
Zog sie raus hielt sie zu mir

Augenscheinlich sollte ich
Diese nun ablecken wusste
Nicht wie ich das finden soll
Doch der Trieb trieb mich

Beugte mich ihr entgegen
Als ich Schritte hörte
Mein Chef der ältere Anwalt
Kam und begrüßte mich laut

Damit war wohl Erledigung
Eingetreten wie es unter
Juristen heißt und ich fragte
Mich ob ich das gut fände

Sah sie später noch einige
Male durch das Seminar
Laufen sie schaute ob ich
Schaute was ich vermied

Manchmal ist es gut wenn
Zufälle formale Ausrutscher
Schlicht beenden bevor uns
Der Trieb an- wie abtreibt
jt 18.11.13

Lektüre danach

Du lagst noch entspannt
Auf dem Diwan hattest dir
Ein Buch aus den Stapeln
Genommen und last

Nach der wilden Lust
Als erster aufgestanden
Machte ich dir einen Tee
Nackt in der Küche

Vielleicht sammelte ich
Deine und meine Kleider auf
Die wir auf dem Weg zum
Diwan überall fallen ließen

Oder stand ich noch voller
Lust versonnen am Kocher
Wartete bis das Teewasser
Abkühlte roch dich an mir

Manche Bilder erzählen uns
Im Betrachten Geschichten
Wo wir sie als unsere weiter
Spinnen gehören sie uns

Weiß nicht wem Kunst nun
Gehören soll nur sollte sie
Ihre Geschichten jedem frei
Erzählen können

Weiß nur wie sehr ich
Lesende Frauen liebe
Ohne zu wissen warum
Erzählt mir das Bild mehr
jt 18.11.13

Löwe pepperisiert

Der Bundes-Löwe mutiert
Langsam zum Wahnsinns
Knaben so wahnsinnig
Wie er gerade alles findet

Wobei diese sprachliche
Beschränkung in das eben
Wahnsinnige ja nun keine
Besondere Neuheit wäre

Neuer ist dagegen die klare
Peppisierung des Bundes
Ballwarts mit ihr die nur
Konsequente Bayrisierung

Nun sogar statt Neuer mal
Eine Dortmunder eins fällen
Als drei im einen damit die
Bajuwarischspanische

Vormacht dies und jenseits
Des Weißwurstäquators
Keinem mehr auffällt und
Am Ende gewinnt Spanien

Die schon peppiger als noch
Unter Pep wieder spielen
Auch sprachlich also würzig
Bis Deutschland dort ankam

Der Bundes-Löwe tut seinen
Dienst auf badisch bleibt
In wahnsinnig guter Erinnerung
Als der mit ohne vor allem
jt 18.11.13

Grundrechtshandel

Es braucht eine Koalition
Um dies Land zu regieren
Also größtmögliche Einigkeit
Gegen diese Kanzlerin im
Neuland, die uns immer
Weiter überwachen lässt
Nicht mehr Anbiederung an
Mutti die uns alle auffrisst
Die Freiheit zuerst noch
Hoffe ich dass unser
Parlament aus dem
Postdemokratischen  Alp
Erwacht bevor Grundrechte
Nur noch ewig flexible
Verhandlungsmasse am
Weltmarkt sind - aber
Vermutlich vergebens
jt 18.11.13

Herbstliebeserklärung

Im Herbst sich verlieben
Oder verliebt im Herbst
Gar in den Herbst verliebt
Ist selten dasselbe

Drei Zeilen über ein Gefühl
In mehr als drei Welten
In denen Zeit und Objekt
Miteinander spielen

Wo es selten genug doch
Sich in einer findet im wohl
Zufälligen Raum-Zeit-Chaos
Gilt es alles zu genießen

Dich im Herbst finden der
Unsren zum Frühling macht
Sich winterlich nun kuscheln
Lustvoll wie im Sommer uns

Du mein Jahr ein und aus
Lass uns den Anfang oben
Wie unten genießen bis wir
Zwei auch physisch eins sind

Jenseits der Zeit wohnen
Die großen Gefühle wo es
Da noch um Sex geht wird
Es mehr als ein nur überall
jt 18.11.13

Die langsame Liebe

Die Liebe hat keine Zeit
Sie taucht auf und ist da
Gut wo sie bleibt tragisch
Wo sie wieder verschwindet
Manchmal aber auch gut
Weil sie den Weg geht den
Ihre Wirklichkeit sucht
Was können wir schon
Von der Liebe wissen
Wo wir ihr Zeit geben
Ist sie wohl längst da
Jenseits der Zeit gibt
Sie uns alle Zeit was
Sollte noch kommen
Wo sie uns schon
Die Zeit schenkte
Aufeinander zu warten
jt 18.11.13

Verliebt in den Keller

Den Abend beginnt heute
Riders Connection mit einer
Video Aufnahme ihres
Konzerts zur Eröffnung

Philipp begrüßt die Familie
Im Keller wo auch sie vor
Vier Jahren begannen und
Gleich legen sie los mit ihren
Bekannten Hits und einem
Ganz neuen Song wieder
Im Reggae Rhythmus singt
Moritz die Trommel ganz
Groß während Alexej cool
Wie immer den Bass spielt
Philipp singt und grandios
Die Trompete singt die
Stimme hoch und runter
Variiert zur Gitarre
Der gut gefüllte Keller ist
Verliebt in sich und auch
Irgendwie überhaupt
Genießt die Nacht im
Mitwippen selig vereint
Bei noch einer Zugabe
Wie ein Ballett im Einklang
Wippen die drei harmonisch
Auf der lila beleuchteten
Bühne hier vor dem Stern
An der Wand kündigt Philipp
Noch den nächsten Gig an

Nette Dänen spielten wieder schön und rockten sehr nett

Junge Schöne spielte an
Der Gitarre und sang mit
Starker Stimme dazu unter
Ihrem Hut und begeisterte
Nicht nur die Herren im
Keller ein wenig

Prima Yin aus Kualalumpur
Schrie gleich zu Anfang
Wieder in den Keller der
Begeistert der großartigen
Malaiin applaudierte die
Ihr starkes Programm
Spielte mit breiter Variation
Ihrer Stimme

Ein Duo mit Kontrabass
Und Gitarre folgte mit
Starken Liedern nahm
Bei den Ansagen noch
Das knutschende Publikum
Hopps und erntete viele
Lacher die Betroffenen
Nun davon berichtend
Natürlich eingeschossen

Nach kurzer verliebter
Abschieds und Umbaupause
Folgt jp mit Moritz am Beat
Noch einem Gitarristen und
Robert aus Wales noch am
Gesang mit Ständchen für
Fabian zum Geburtstag
Ist die Keller Familie wieder
Fröhlich am feiern

Es folgt Ludwig ganz in
Schwarz mit ebenso Gitarre
Sakko und Hemd dazu dem
Auch schwarzen Haar im
Gesicht spielt stark und
Kräftig mit tiefer rauchiger
Stimme die an Tom Waits
Erinnert zu der er rockt mit
Seiner Gitarre stehend in
Den Balladen folgen wieder
Schnellere Lieder zu starker
Stimme

Ben Longsley der Engländer
Aus Portsmouth singt nun
Politisch engagierte Lieder
Zur Gitarre mit Hut zur sehr
Starken Stimme tief und
Wütend in schönem
Englisch ruhig aber doch
Aufwühlend wird dann
Wieder schneller und reißt
Den Keller mit seiner
Stimme mit

Nun kommt im Solo Alexej
Von Riders Connection aus
Der UDSSR wie er betont
Beginnt mit Song in russisch
Nennt sich stoned drunken
Und völlig fertig macht aber
Wieder um so mitreißender
Musik zwischen Reggae und
Ballade von russisch in
Englisch wechselnd
Rob trommelt noch dazu

Rob wechselt zu seiner
Schwarzen Gitarre und
Beginnt noch allein die Jam
Alexej setzt sich auf die
Bühne will singen holt aber
Seinen Bass und los geht
Es verliebt in die Nacht
jt 17.-18.11.13

Sonntag, 17. November 2013

Teetrinken mit Damen

Zum heißen Wasser mit
Blättern drin genau richtig
Abgekühlt nach dem Kochen
Mit Damen gibt der Freude
Noch Flügel jenseits des
Kulinarischen Genusses

Sicher ist auch der Tee zum
Guten Buch nie zu verachten
Wird die Mußestunde durch
Ihn noch bereichert weit gar
Über die Lektüre hinaus so
Das überhaupt möglich ist
Er ordnet die Gedanken
Lässt zugleich sinnlich
Schweifen ist ein fließender
Motor begleitender Gedanken

Nur wieviel mehr noch wird
All dies zum höchsten Glück
Wo wir mit Schönen noch
Die Sinne vielfältig voll
Beschäftigend uns der eben
Vollbeschäftigung plaudernd
Hingeben den logisch nur
Trieben einen eleganten
Rahmen geben uns zu
Beweisen in Form wie Inhalt

In wechselnder Höhe der
Stimmen ab und zu gewandt
Zwischen nah und fern innig
Verwickelt zwischen Tassen
Kannen und Fließendem
Ist eine Teestunde Traum
An sich mit Damen ungleich
Mehr warum auch
Immer geben wir uns
Königlich amüsiert
jt 17.11.13

Novembererinnerung

Die Novembererinnerung an
Den verflossenen Sommer
Kommt an grauen Tagen in
Noch Bunteren Bildern hoch
Du lagst nackt im Liegestuhl
Auf der Wiese im Garten
Wir hatten gerade heißen
Sex nun entspanntest du
Heiß war es ohnehin
An diesem Tag im Sommer
Nassgeschwitzt klebten wir
In der Lust aneinander
Du warst gleich in den Garten
Mein Schweiß mit deinem
Wild gemischt trocknete auf
Deiner Haut in der Sonne
Mehr in dir vermutlich noch
Schwomm wild um sein
Überleben du warst völlig
Entspannt wolltest lesen
Nach zwei Seiten hast du
Es wieder fallengelassen
Der Band aus der Bibliothek
Lag auf deiner Mitte ganz
Fragte mich ob er nun wohl
Deinen Duft annähme damit
Auch meinen auf wie in dir
Wie lange er wohl bliebe
Als Spur unserer Lust im
Sommer eine duftige uns
Erinnerung andere Leser
Vermutlich verwirrend
Fragte mich wie lange nun
Welch große Öffentlichkeit
An dem Geruch unserer Lust
Im Sommer teilhaben würde
Dein Duft und mein Duft
Werden im Buch mit unserm
Salz gewürzt ein Duft der
Erinnerung an den Sommer
Dem Sommer gehört die
Liebe im Herbst bleibt sie
Manchmal und wärmt
Auch in Erinnerung
jt 17.11.13

Herbstsonntag dezent grau

In dezentem grau zeigt sich
Der Sonntag herbstlich kühl
Mütter und Väter mit Kind
Jeweils nach Geschlechtern
Getrennt stehen in kleinen
Gruppen oder beobachten
Paarweise den Nachwuchs
Beim Spielen

Ein kleines im tiefblauen
Schneeanzug mit ebenso
Zipfelmütze versucht mit
Dem Bobbycar in der Hand
Auf die Leiter der Rutsche
Zu steigen und als dies
Natürlich scheitert macht
Es sich auf den Weg zum
Platz vor dem Platzhaus
Dort eine Runde zu drehen
Dann das Fahrzeug wieder
Zu wechseln und ehrgeizig
Auf einem Dreirad stolze
Wege zu fahren bis auch
Dies langweilig wird
Der oder die Kleine neue
Beschäftigung sucht die
Eltern es machen lassen
Zum Glück dem hier zu oft
Drang nach Beschäftigung
Ruhig widerstehen

Zwei wärmen sich an ihrem
Latte am Tisch schauen
Kurz nach den Kindern um
Ungestört weiter zu plaudern

Familiensonntag an dem
Zwischen nichts und viel
Passiert je nach Höhe der
Hier Perspektive eben
jt 17.11.13

Als die Liebste einschlief

Als die Liebste einschlief
War es schon fast Morgen
Ohne dass die lichtverlorene
Zeit im November schon so
Etwas wie Dämmerung nur
Zeigte ihre Innenwelten zu
Beleuchten

Sie war in Montaignes
Essays versunken bis ihr
Die Augen zufielen früh
Für andere doch genau
Ihre Zeit sonst wenn alles
Außer ihr noch schlief

Seltsam genug hatte sie
Sich angewöhnt Nachts
Eher lesend zu arbeiten
Und einige Stunden nur
Zu schlafen wenn das Licht
Am Morgen wieder kam

Sie war schneller im Lesen
Wie im Denken als alle sonst
Nur viele Menschen bereiten
Ihr Stress in Ruhe brauchte
Sie kaum Schlaf war ihr
Geist größer als je ich sah

Empfindsam und feinfühlig
Erspürte sie jede Regung
Ihrer Umgebung oft bevor
Diese sie dachte schon
Voraus litt mit wo selbst
Betroffene nicht ahnten
Was in ihnen und um sie
Längst vorging

Dies fern aller Magie
Lag doch jeder Zauber weit
Von ihrer strengen Logik
Mit der sie schon die Welt
Begriff bevor sie verstand
Was diese von ihr wollte
Wohl hatte sie mich längst
Verzaubert bevor ich begriff
Was mit mir geschah

Sie lag schlafend vor ihrem
Buch das Kleid ein wenig
Hochgerutscht als ich sie
Fand selig versunken völlig
Der Welt entrückt die ihr
Sonst schon so fern lag
Zeigte viel Bein unten
Wenig Busen oben zart
Durch ihr nur Leinenhemd
Schimmernd perfekt ihre
Mehr als schöne Figur
Abrundend ein Männertraum
Zumindest meiner wohl

Es wurde frisch und ich
Deckte sie vorsichtig zu
Sie nicht zu wecken
Nahm den Montaigne
Überlegte wo sie wohl
Gerade las und stellte
Den Band zurück auf den
Bücherständer legte ihre
Brille auf den Nachttisch um
Ganz vorsichtig unter ihre
Nun Decke zu greifen
Die gepunkteten Strümpfe
Herabrollend von den völlig
Entspannten Beinen

Plötzlich war ich wieder so
Hellwach wie hoch erregt
Hätte zu gern weiter
Gestreichelt statt sie
Schlafen zu lassen
Doch nur wer die Liebste
Schlafen lässt kann
Mit ihr aufwachen und
Manchmal kommt es
Auf den richtigen
Zeitpunkt an
jt 18.11.13

Samstag, 16. November 2013

Hebstsamstagsfreude

In eisig frischer Luft vor
Dem Café am Platz sitzen
Beim Tee die Menschen hier
Warm angezogen vorüber
Flanieren sehen

Damen mit Pelzmützen
Unter denen langes braunes
Haar über die Schultern fällt
Den Kragen ihres Mantels
Hochgeschlagen in sich
Gekehrt spaziert sie in
Eleganten Stiefeln vorüber
Lässt kaum merken wie sehr
Sie sich an Aufmerksamkeit
Solcher Blicke doch erwärmt

Eltern mit Kindern teils noch
Geschoben zum anderen mit
Rollern oder Rädern sich
Selbst schiebend voller
Fragen an ihre Eltern an
Jeder nur möglichen Ecke
Darum stehenbleibend
Mit um viel Geduld noch
Bemühten Eltern die um so
Mehr Einkäufe sie tragen
Um so schneller nach hause
Eilen möchten die Geduld
Verlieren unter dem blauen
Himmel über Berlin

Langsam werden die Finger
Klamm die Sonne wandert
Früh gen Westen die Plätze
Um den Platz füllen sich mit
Autos von heimkehrenden
Ausflüglern Zeit zu gehen
jt 16.11.13

Von der Liebe zu Lesenden

Oft schon schrieb ich wie
Sehr ich lesende Frauen
Liebe nur ging es dabei
Um das mehr oder das
Weniger frage ich mich
Mehr und mehr täglich

Verehre ich den Geist mehr
Als den schönsten Körper
Ist das Buch nur Abdruck
Der vermuteten Inhalte
Wird es Metapher für die
Geistig geflügelten Wesen
Die ich verehre

Oder ist mir die Lesende
Nur mehr wert als alle
Weil sie sich still beschäftigt
Im Lesen weniger redet
Besser noch gar nicht
Völlig versunken ein doch
Schöner Anblick für die
Auch niederen Triebe ist
Womit sich Anspruch und
Wirklichkeit eben verkehrten

Vielleicht auch wie so oft
Von allem ein wenig
Statt nur etwas allein
Liebe ich kluge Frauen sehr
Liebe den Austausch mit
Ihnen geistig wie auch
Immer wieder in Säften
Und genieße den ruhigen
Anblick lesender Damen
Auch ohne tiefere Gründe
Als die reine Lust am Leben

Wem das nicht genügt der
Oder auch die falls sie sich
Nicht in ein der denken kann
Möge reich werden dann
Können sich alle sie was
Sie nicht haben kaufen
Lust soll dazu gehören
Hörte ich
jt 16.11.13

Ein Geschenk

Manche Frauen sind wirklich
Ein Geschenk im ganzen so
Liebenswürdig einfühlsam
Schön wie klug zart im
Duft wie dezent im Auftritt
Still wo nötig und beredt wo
Angemessen tiefgründig so
Gefragt bescheiden wie
Selbstbewusst ergänzen sie
In jeder Hinsicht vollständig
Ein vollkommenes Glück
Produkt der Träume
Unwirkliche Realität gegen
Alle Erfahrung doch möglich
Zumindest gerüchteweise
Gelegentlich sogar mit einer
Schleife über dem Po
Fraglich nur ob Reduktion
Gerecht sein kann so für
Wie mit oder die Schleife
Nie mit dem erträumten
Wesen konform ginge
Weil Frau als geistiges
Wesen notwendig mehr ist
Als die Schleife über dem Po

Manche Fragen stellen wir
Nicht mehr wo wir genießen
Denn könnte je mehr sein
Aber zugegeben es ist
Eher selten fraglos
jt 16.11.13

Bibliothekarer Aufstieg

Saß seit einigen Tagen in
Der Bibliothek der Kanzlei
In dem jugendstiligen Haus
In Straßburg als die junge
Irisch-elsässische Anwältin
Mit der wilden roten Mähne
Hereinkam mich anlachte
Um mit mir wechselnd auf
Englisch und deutsch zu
Sprechen von dem Termin
Beim Chef der Advokaten
Die hier im Haus seit bald
Hundert Jahren saßen

Sie sprach mit mir kleinem
Praktikanten dem Studenten
Im 2. Semester wie unter
Kollegen und ich wuchs
Wenn auch nicht sichtbar
Ein wenig über mich hinaus
Bis sie die Leiter neben mich
Stellte um sich die Bände
Herunter zu holen die sie
Nun noch brauchte

Bemühte mich konzentriert
Nach unten zu schauen
Nicht von der Schönen
Neben mir abgelenkt zu
Werden doch schien diese
Absicht nicht erfolgreich

Darum fragte ich sie
Möglichst dezent zur Seite
Blickend ob ich nicht
Ihr die entsprechenden
Bände herunter reichen soll
Sie lehnte dankend ab
Sie wisse ja gar nicht
Was sie wollte wie sollte
Ich da helfen und sie wollte
Mich nicht von meiner
Arbeit abhalten

Forschte über die Gründung
Der elsässischen Agrarbank
Einem Mandanten von ASA
Durch Kaiser Wilhelm und
Das für diese geltende Recht
Historisch sehr interessant
Aber verglichen mit der zart
Neben mir aufgestiegenen
Irischen Elsässerin eher ein
Schlafmittel

Vor allem angesichts ihres
Rockes der blicktief über mir
Schwebte nun bat sie mich
Der gerade alle Kraft darauf
Lenkte den Blick gesenkt
Zu halten auch noch ihr
Doch etwas abzunehmen
Vorsichtig hob ich den Kopf
Heiß und kalt durchlief es
Den jungen Studenten
Denn ich sah viel mehr
Als sie vermutlich ahnte

Beim Stapeln einiger Bände
Auf der Leiter war ihr Rock
Zwischen einigen Büchern
Eingeklemmt worden er war
Inzwischen sehr weit nach
Oben gerutscht und gab
Nicht nur den Blick auf ihre
Strümpfe frei auch ihr fast
Großmütterliches Höschen
In altrosa frei das nun aber
Mittig so verrutscht war
Dass der Praktikant auf
Ihre Lippen so deutlich
Blickte wie auf deren roten
Bewuchs rundum

Nun wuchs einiges an mir
So schnell und aufgeregt
Dass ich schon fürchtete
Sie müsste es bemerken
Und ich suchte verzweifelt
Ihre kitschig genug grünen
Augen um meine von der
Rosa und roten Mitte der
Jungen Anwältin und
Mehrfachen Mutter wieder
Los zu bekommen
Es kam Panik auf

Ihr lautes Lachen befreite
Die prekäre Situation von
Ihrer Spannung dachte ich
Täuschte mich wieder

Sie fragte mich ob der Rock
Gut wirke und ich stotterte
Irgendein Kompliment
Was sie noch lauter lachen
Ließ während sie meinte
Wunderbar so sollte es sein
Was bei einem so jungen
Mann schon wirke werde
Wohl auch beim alten Chef
Seine Wirkung haben
Gut so meinte sie eher
Grinsend als lächelnd

Wollte sagen es war weniger
Was ich sehen sollte als was
Zu sehen war ungewollt was
In dem Moment mich so aus
Der Fassung brachte

Aber ich sagte nichts
Bis sie irgendwann fragte
Was denn los sei ob ich
Noch nie eine Frau im Rock
Auf einer Leiter gesehen hab
Was mir Mut gab endlich
Etwas irgendwie sinnvolles
Noch zu sagen

Natürlich hatte ich Frauen
Auf einer Leiter gesehen
Aber keine die zugleich
So schön verführerisch
War - ihr Lächeln wuchs -
Wie sie viel mehr von sich
Zeigte als sie selbst ahnte -
Ihr Lächeln fror ein - sie
Schaute an sich herunter
Bemerkte wie frei sie stand
Wirkte konsterniert

Fürchtete schon sie würde
Mich nun als Spanner sehen
Entsprechend abschätzig
Behandeln doch weit gefehlt
Sie lächelte schon wieder
Stellte schlicht fest
Vor ihrem Chef würde sie
Zum Glück nicht auf die
Leiter müssen zog langsam
Beim Reden ihr Höschen
Wieder anständig zurecht
Lachte wieder laut während
Sie den Rock herunterzog

Sie hoffe mich nicht nun
Unsittlich belästigt zu haben
Zumindest könne ich ihr
Glauben der sexuelle Teil
Wäre vorsatzlos geschehen
Wie ich nun mit meinem
Wenig gleichberechtigten
Wissensvorsprung umgehen
Wollte und ob ich ihr im
Sinne von ausgleichender
Gerechtigkeit gleiches böte

Wider am stottern zwischen
Wahrung der Form und Flirt
Meinte ich im Gegenteil
Wollte sie ja nur auf den
Zufall aufmerksam machen
Ohne jede Absicht

Als sie nun herabgestiegen
Mir direkt gegenüber fragte
Ob ich sie so reizlos fände
Dass ich rein formell höflich
Bliebe oder ob ich eher auf
Männer stünde stotterte ich
Wieder nur eine Erklärung
Vom Gegenteil aber

Nun umarmte sie mich
An der Hüfte sah mir tief
In die Augen und sprach
Sinnlich tief mit leichtem
Akzent von uns deutschen
Männern die so gut wären
Zweifelten sie weniger
An sich und genossen
Mehr was eben ist
Es ist schön begehrt zu sein
Als Frau auch nur sexuell
Schlimm sei nur sich dafür
Zu schämen sie genieße
Die Lust die sie mir schenke

Gab mir drei Küsse auf die
Wangen je rechts und links
Verschwand zum Termin
Mit nichts als einem Lächeln
jt 16.11.13

Freitag, 15. November 2013

Ein Klassiker

Italien gegen Deutschland
In Mailand schlagen sich
Die zuerst führenden Gäste
Wacker gegen starkes Italien

Auf winzigem Bildschirm
In Familie engagiert das
Spiel kommentierend das
Trotz Freundschaft vor sich
Hin um Raum foult

Es plätschert auf Grün hin
Und her mit neuen gelben
Karten die Blauen gegen die
Nun ganz weißen Jungen
Italienischer Freistoß sehr
Nah wird missbiligt bleibt
Aber folgenlos es ballt sich
Hagelt gelbe Karten ein
Italiener schlägt Kroos im
Rücken des Schiedsrichters
Beide bekommen Gelb

Müller liegt ein wenig rum
Nach bösem Foul steht aber
Wieder auf es endet 1:1
Zumindest nicht verloren
Mit noch spannenden
Letzten Minuten in denen
Beinahe noch Deutschland
Ein Tor geschossen hätte
Behindern sich aber zwei
Deutsche vor lauter Freude
Vor dem leeren Tor und
Auch diesmal enden die
18 Jahre ohne Sieg gegen
Italien noch nicht zumindest
Zeigt sich eine nur blass
Angezogene Mannschaft
Bunt entschlossen
jt 15.11.13.

Immer feste drauf

Parteien sind wie Herden
Die Viecher im Glied laufen
Dem Leithammel hinterher

Wo sie es nicht tun
Wundert sich die Welt
Spricht von Instabilität

Es gilt nicht demokratische
Meinungsbildung sondern
Feste Führung zu zeigen

Parteien die sich intern
Streiten gelten als wenig
Zuverlässig im Staate

Die real existierende
Demokratie ist lächerlich
Undemokratisch im Realen

Fraglich wo wir den Streit
Zulassen der dazu gehört
Oder lieber nie stritten

Statt zu fragen ob wer nicht
Streitet je in der Demokratie
Ankam wird Linie gefordert

Eine die sich engagiert aber
Nicht beliebt ist wird für das
Versagen aller bestraft

So läuft Partei intern wo es
Mehr um Neid geht als um
Ziele das flexible Gut

Die Sozialdemokraten geben
Sich am Jubiläumsparteitag
Zerknirscht statt bereit

Wer eine Mehrheit hat
Regieren könnte wo gewollt
Verfolgt damit andre Ziele

Statt linientreu hinter Führer
Zeigten sich die Delegierten
Ein wenig aufständisch

Damit können sich die doch
Basisvertreter vor dieser nun
Rechtfertigen anstatt

Ein inszenierter Aufstand
Der Pragmatiker auf dem
Rücken einer sehr sozial

Dann ab in die Koalition
Geht ja nicht anders wo
Keiner was wagt ohne Mutti

Immer feste drauf wie so oft
Wer sollte dem Verein noch
Trauen fragt sich keiner

Die Inszenierung ist nicht
Dumm hat doppelten Boden
Hat alles was abschreckt

Wie legitimiert eine Partei
Mit möglicher Mehrheit ihre
Flucht aus der Verantwortung

Sie zeigt sich zerknirscht
Inkompetent mit kleinem
Aufstand nach innen

Es trifft die Falsche aber
Sieht nach was aus
Und nun ab in die Koalition
jt 15.11.13

Kleines Leseglück

Sah dich versunken lesend
War nur auf den Balkon
Gegangen in der Pause
Die Sonne zu genießen
Eigentlich war es herbstlich
Kühl nach vielen Tagen stets
Grau war es hell geworden

Du hattest die Jalousien
Hochgezogen sah es nur
Zufällig als ich mich an
Der Ecke anlehnte um mehr
Vom Licht zu spüren
Das in deine Wohnung
Heller noch schien als hier
Lehntest entspannt ein
Stück zurück im Raum
Am korbgerahmten Sofa
Wähntest dich unbeobachtet
Konntest mich nicht sehen

Wollte den Blick abwenden
Kannte dich ja nicht
Hatten uns nur mal im Flur
Getroffen freundlich gegrüßt
Mehr nicht bis jetzt nur bis
War vorüber als ich zusah

Konnte den Titel deines
Buches nicht lesen
Aber es war offensichtlich
Aufregend oder warst du
In Gedanken schon nicht
Mehr im Buch fragte ich
Mich ein wenig beschämt

Es ging mich nichts an
Was ich sah war ganz privat
Du hattest die Augen halb
Geschlossen voll bei dir
Und deiner Lektüre lag das
Buch auf deinem Bein das
Angewinkelt hoch stand
Während das andere
Entspannt zur Seite fiel
Eine Hand wollte umblättern
Als ich hinsah und schnell
Wieder wegsehen sollte
Aber nicht konnte

Du hattest mich gefesselt
Nichts konnte mich dazu
Bringen nun wegzusehen
So sehr ich mich schämte
Wusste ja schon du bist
Eine große schöne Frau
Nun sah ich dich in Wäsche
Konnte den zarten Busen
Unter dem Trägerhemd
Erahnen zumindest deine
Langen schönen Beine
Sah ich sofort als ich
Auf den zweiten Blick
Merkte wohin deine andere
Hand gerade tiefer rutschte

Wie würde ich dir begegnen
So wir uns wieder im
Treppenhaus sahen
Freundlich höflich oder
Sollte ich dich warnen
Es könnte ja jeder sehen
Wusste es nicht wollte ja
Aber wollte mich auch nicht
Verraten dich nicht in eine
Peinliche Situation bringen

Aber vielleicht wäre so eine
Ganz dezente Warnung ja
Auch ein Weg sich näher
Zu kommen hatte ich mich
Doch längst in die Leserin
Verguckt überhaupt war
Eine lesende Frauen nicht
Das Schönste was es für
Einen kleinen Dichter gab

Versonnen überlegte ich
Wie es wäre wenn ich dir
Diese Geschichte vorläse
Es war zumindest nicht dies
Unsägliche amerikanische
Buch was viel zuviele grad
Lasen und freute mich daran

Zugleich fragte ich mich
An wen du wohl dachtest
Wer der Mann deiner heißen
Träume ist ob es ihn gibt
Es eine Chance für mich
Gäbe in deine Träume
Zu kommen wie deine
Schönheit neben mir wohl
Läge und was ich tun könnte
Damit wir die Lust teilen
Die du dir sichtbar gerade
Schenktest

Dein dich streicheln wurde
Immer stärker schon öffnete
Sich dein Mund vermutlich
Ging dein Atem schneller
Unter deiner Hand die sich
Von oben in deinen Slip
Schob war dunkel der
Ansatz deiner Scham nun
Zu ahnen und du last noch

Da riss ich mich zusammen
Hatte mich wohl verliebt
Wollte aber kein Voyeur sein
Dir lieber frei begegnen
Nicht mich schämen wenn
Auch wenn ich es in eine
Warnung tarnte dann
Deine Lust wollte ich
Bis zum Ende erst mit
Dir gemeinsam entdecken
Wandte mich ab und genoss
Nur noch die Sonne
jt 15.8.13

Herbstwärme

Genießen was ist
Um sich am Kleinen
Zu freuen macht
Dies uns groß
Sich an deinem
Lachen wärmen
Ist mehr als viele
Je nah finden von
Ferne schon mir
Die du heute noch
Morgentraum mir bist
Wird der Herbst mir
Hell in Gedanken
jt 15.11.13

Parteijubel halblaut

Erstaunlich bescheiden
Hat der große Vorsitzende
Auf erstaunlich bescheidene
Ergebnisse reagiert

Für Ehrlichkeit zu danken
Ist da viel so könnte es die
Partei im Umbruch auch den
Wählern gegenüber tun

Es gibt gerade wenig Gründe
Sich hinter einen Verein der
Zwischen den Stühlen steht
Zu stellen vielleicht gerade

Richtig ist es endlich die
Chance zu ergreifen die
Mauern links abzureißen
Statt sich halbgar zu binden

Nur ob aus dem irgendwie
Ein Aufbruch wird oder doch
Eher ein weiter so nur eben
Zerknirscht zeigt sich noch

Was dafür spricht bei dem
Vorsitzenden bleibt unklar
Verlierer siegen selten so
Gleicht er dem Bundestrainer

Wie lange sie da noch durch
Müssen weil ja nicht alles
Schlecht ist weiß keiner nur
Was draus wird ahnen viele
jt 15.11.13

Müde noch

Müde noch räkelst du dich
Auf dem Weg ins Bad nach
Eng durchliebter Nacht

Noch deinen Duft und die
Spuren deiner Lust an mir
Schaue ich dir nach

Wie innig schön ist Nähe
Spürbar im zusammen
Aufwachen verschlungen

Rieche an mir um deine
Spuren zu finden die noch
Von unserer Nacht erzählen

Träume mit offenen Augen
Dir hinterher die du nun
Fast nackt verschwindest

Mehr nicht als ein Traum
Gerade mir mehr als alles
Wie immer wir es nennen
jt 15.11.13

Hand und Fuß

Manche Dinge haben für uns
Hand und Fuß dann sind sie
Irgendwie bodenständig real

Wer in der Liebe nur Dinge
Mit Hand und Fuß sucht
Wird vermutlich heiraten

Manchmal meinen wir die
Welt vom Kopf auf die Füße
Stellen zu müssen

Dann kommen wir im Leben
An sagen manche wenn wir
Die Träume verabschieden

Möchte mit dir lieber die
Welt auf den Kopf stellen
Um bei uns anzukommen

Weiß nicht ob es klug sein
Kann trotzdem zu heiraten
Um ein Recht zu haben

Oder es schöner ist weiter
Schwerelos zu lieben
Wo wir gerade stehen

Manchmal trägt die Liebe
Die Leichtigkeit jenseits
Aller Formen dann bleibt sie

Fragt sich nur warum wir
Dann die Liebe so gern in
Formen pressen anstatt

Vielleicht haben wir Angst
Dann zu merken wieviel
Liebe nur Gewohnheit ist

Dann binden wir uns mit
Ehestricken aneinander die
Uns die Luft formal rauben

Lauf weiter auf den Händen
Lass uns lieben wie wir sind
Damit die Liebe nie erstickt
jt 14.11.13

Donnerstag, 14. November 2013

Amtsflure

Auf Amtsfluren warten
Um Autoaufenthalt
Genehmigen zu lassen

Das alte Krankenhaus
Hat noch den siechen
Flair alter Zeiten

Wären nicht die Türen
Heute elektrisch betrieben
Wir wähnten uns auf dem
Zauberberg

Kein Knallen der Türen
Von schönen Russinnen
Stattdessen ein Brummen

Manch hiesige in der
Zu langen Schlange
Südlichere Bürger holen
Neue Kennzeichen

Erschreckend ruhig
Ab und an öffnet sich
Eine Tür zu den Büros

Beamte vermutlich
Treten heraus und
Schließen ordentlich ab

Menschen staunen
Schon nächster zu
Sein es geht weiter
jt 14.11.13

Die Leserin

Neulich ging ich spazieren
Ohne zu sagen wo und wann
Um keine der Beteiligten zu
Offenbaren ahnte wer was

Die Leserin völlig in der
Lektüre versunken hatte alle
Umgebung ausgeblendet
Saß am Fenster zum Hof

Sie hatte wohl gebadet
Genoss die Sonne noch
Im sonst grauen November
Am Fenster zum Hof ohne

Neu war sie hier ahnte nicht
Da sie von unten in kein
Fenster höher blickte wie
Nah offensichtlich sie war

Wollte sie nicht stören
Sie las so selig vertieft
Ahnte aber wie der Spanner
Oben links die Kamera hielt

Überlegte und sah sie
Nicht nur abwesend hoch
Konzentriert lesen sondern
Sich sinnlich mit sich finden

Schaute weg
Fasste den Vorsatz dazu
Zumindest das
Und blieb gebannt

Wollte ich sie vor dem
Blick des alten Spanners
Beschützen oder doch nur
Mich wichtig machen

Als Retter ihrem nur
Mutmaßlichen Willen dienen
Oder meiner Lust folgen
Ihr wichtig näher sein

Was war schlimm daran
Wenn sich andere an einem
Freuten waren wir Spanner
Oder sie die Exhibitionistin

Suchte sich nun die nur Lust
Eine mehr Rechtfertigung im
Verstand relativierend oder
Waren die Dinge komplexer

Ganz in Gedanken wenn
Schon nicht ehrlich total
Triebhaft blieb ich stehen
Bis sich unsere Blicke trafen

Zu spät dachte ich
Alles versaut ich Schwein
Aber sie lächelte nur winkte
Da zog ich mich aus

Mich an der offenen Intimität
Genüsslich freuend spielte
Ich nun an mir wie sie an
Sich nur drei Etagen tiefer

Hingebungsvoll kamen wir
Beide zum noch uns fernen
Höhepunkt da fiel mir ein
Wieviele uns nun zusahen

Alle auf ihrer Seite sahen mir
Zu sie konnte mit allen hier
Nach belieben spielen galt
Diese Lust noch mir

Errötete wollte weg vom
Fenster bedeckte meine
Scham beschämt und also
Ein wenig lächerlich

Wieviel mehr Lust hätten wir
Im wie am Leben wären wir
Mehr statt sein zu wollen
Hilflos winkte ich zurück
jt 14.11.13

Sinnliche Feder

Mit nur Worten aus der
Längst nicht mehr Feder
Umfahre ich liebevoll deine
Kurven in Gedanken über
Das Telefon wischend
Als spürtest du mich dort
Wo ich zart nur einem
Seewind gleich das Salz
Aus der Erinnerung
Deiner Hitze von dir
Lecke spitzzüngig
Jede Erhebung ganz
Langsam ersteigend
Um nach letztem Hügel
In deinem Tal zu
Verschwinden mit
Nichts als Worten
jt 14.11.13

Mittwoch, 13. November 2013

Weinspiegel

Im Spiegel des Weines
Findet sich manches
Was wir nur in uns
Sonst träumen nie
Sehen jedenfalls

Weinselige Erscheinungen
Bleiben eher luftig nur wo
Wir sie nicht würdigen
Verpassen wir womöglich
Uns vor der Wirklichkeit
Zu verneigen

Möchte dich mit meinen
Rotweinlippen überall
Kosten du mir Spiegelfee
Ferner noch Träume
Machen wir uns einfach
Unsere Wirklichkeit
jt 13.11.13

Verlaufen

Hatte mich im Theater wohl
Verlaufen auf dem Weg zum
Bloß Klo war ich im Keller
Unter der Bühne falsch
Abgebogen und wusste
Nicht wohin nun

Oben lief die Vorstellung
Alle waren beschäftigt
Nur ich irrte völlig allein
Durch leere Gänge wusste
Nicht wohin und musste
Immer dringender nur
Mühsam hielt ich es noch

Da hörte ich Musik hinter
Einer der großen Türen
Klopfte höflich an aber
Vermutlich war die Musik
Zu laut niemand antwortete
Klopfte erneut lauter nun
Nichts geschah und schon
Fürchtete ich mir gleich in
Die Hose zu machen

Die Musik könnte zum Stück
Gehören und ich überlegte
Ob ich plötzlich auf der
Bühne stand so ich die Tür
Öffnete und klopfte wieder
Nichts geschah nur die
Musik dudelte weiter

Vorsichtig öffnete ich
Und sah nichts als schwarz
Stand hinter einem Vorhang
Durch den unten Licht schien
Ganz langsam tastete ich
Mich in die Dunkelheit
Die Musik war noch lauter
Berührte wie blind den
Vorhang wo er sich wohl
Öffnen ließ und fand nach
Einigen Sekunden die mir
Wie Stunden erschienen
Die Stelle an der sie
Übereinander lagen

Sah sie vom Tanz erschöpft
Schwitzend vor dem Spiegel
Sie betrachtete sich nur in
Wäsche mit der sie später
Im zweiten Akt nach der
Pause als Tänzerin in dem
Bordell auftreten würde um
Das es in dem Stück ging

Sie war sehr jung wie es
Zum Stück passte das die
Geschichte einer Stadt in
Sachsen verarbeitete in
Der Politik und Prostitution
Eine unheilvolle Mischung
Eingingen zu Lasten der
Sehr jungen Mädchen dort

Die Tänzerin sah auch viel
Zu jung aus als dass ich nur
Einen Gedanken an Lust
Verschwenden sollte
Sollte dachte ich

Die Wirklichkeit war eine
Andere und fast vergaß ich
Für ewige Sekunden wie mir
Schien was ich wollte oder
Nein eher musste denn nun
Meldete sich die Blase
Nur durch die im Dunkeln
Gewachsene Lust gehemmt

Sie hatte mich nicht bemerkt
War wohl im Proberaum
Gelandet ohne es zu wollen
Niemand außer uns war da
Die mädchenhaft als Lolita
Geschminkte Schöne und ich

Wenn ich nicht gleich fragte
Mache ich mir in die Hose
Dachte ich und konnte doch
Den Blick nicht abwenden
Von der verschwitzten die
Sich lustvoll betrachtete

Die Lust an ganz jungen
Mädchen war mir immer
Fremd gewesen ich liebte
Frauen gern auch älter in
Ihrer reifen Schönheit nie
Konnte ich verstehen warum
Typen nach Thailand flogen
Fand es nur widerwärtig

Nun betrachtete ich die auch
Von sich erhitzte Tänzerin
Dachte sie musste älter sein
Als sie aussah - hoffte es
Das schlechte Gewissen
Zu rechtfertigen was mit
Der Lust wuchs auch wenn
Ihre Figur kindlich war aber
Das kam ja bei Tänzerinnen
Vor musste nichts heißen

Die langen Haare verdeckten
Nun das Gesicht mit blond
Der Busen war noch winzig
Nur auf mehr im BH gehoben
Ihr Po war trainiert könnte
Aber auch einem Mädchen
Gehören rügte ich mich
Dachte an meine Tochter
Verbot mir jeden weiteren
Gedanken und wollte sie
Eben ansprechen um der
Situation zu entkommen
Als sie die Hände vom
Spiegel nahm und sich zu
Streicheln begann mit einer
Hand unter dem BH die
Andere im Schritt und ich
Konnte oder wollte doch
Zumindest vom Gewissen
Her nicht mehr sehen

Ihr Atem wurde schneller
Sie begann zu stöhnen
Fragte mich ob sie spielte
Traute mich nicht zu stören
Musste aber doch so sehr

Die Situation war ausweglos
Gebannt und angeekelt von
Dieser Lust der ich zusah
Als unerwünschter Voyeur
Tat ich nichts und sah viel
Zu lange zu fragte mich ob
Sie noch spielte oder sich
Auch ihre Gedanken längst
Selbständig gemacht hatten

Längst kniete sie vor dem
Spiegel auf dem Boden
Konnte den Blick nicht
Abwenden und wollte weg
Schaffte es nicht mehr
Gleich wäre es zu spät
Sie käme oder spielte es
Dann würde ich sie fragen
Die längst wirklich ihre Hand
Tief zwischen ihren Beinen
Hin und her rieb laut atmend
Wenn ich mir nicht schon
Vorher in die Hose machte
Dachte ich voller Scham

Entsetzen packte mich
Wo sollte ich mit der dann
Nassen Hose noch hin
Ins Theater könnte ich nie
Auch wenn ich den Weg
Wüsste nur raus und endlich
Nach Hause aber wie mit
Der dann verpinkelten Hose
Tropfend in die U-Bahn
Unmöglich würde sterben
Vor Scham versank nur
Beim Gedanken daran
Ein Taxi nähme mich so
Auch nicht mit dachte ich
Also den ganzen Weg vom
Theater aus laufen was
Stunden dauern würde
Es war empfindlich kalt
Die nasse Hose würde mir
An den Beinen festfrieren
Würde mir den Tod holen
Ich sah keinen Ausweg

Sie streichelte sich voller
Genuß weiter war das noch
Gespielt oder erlebte ich das
Wirklich hier im Keller als
Billiger Voyeur zu kleiner
Mädchen die ihre Lust erst
Entdeckten aber sie schien
Genau zu wissen was sie tat
Streichelte nun mit der einen
Hand nicht mehr weiter
Den kindlichen Busen
Berührte viel mehr ihren Po
Wie Lüstlinge und Spanner
Es sich träumen

Die Inszenierung galt als
Sehr modern womöglich
Gehörte es einfach dazu
Sagte ich mir wollte sie
Endlich nun nach dem
Schnellsten Weg zum Klo
Fragen da wurde mir klar
Wie sichtbar auch meine
Lust dann schon wäre
Oder wie nass meine Hose
Wenn ich nicht bald fragte

Trat von einem Fuß auf den
Anderen und hoffte sie fände
Bald ein Ende zog den Kopf
Zurück musste aber doch
Immer wieder schauen ob
Sie nicht doch zu mir sah
Endlich fertig war mit ihrem
Vielleicht nur Spiel
Da trat ich unabsichtlich
Auf den Vorhang der sich
Mit einem lauten Krach
Von der Decke löste

Sie starrte mich an
Ich starrte sie an
Nun war alles zu spät
Kein Ausweg mehr
Theater eben oder mehr
Ich weiß nichts mehr
Und sie begann zu lachen

Und manchmal ist es dann
Im Theater auch nicht mehr
Wichtig wie es wirklich war
jt 13.11.13

Stillleben lauter

Stillleben stehen für die
Schönheit stiller Momente

Natur rundet ab was wächst
Wo wir uns an Rundungen
Erfreuen sind wir naturnah

Natürlich liebe ich jede der
Rundungen an dir von oben
Bis hinten lieber noch ganz
Kostete ich deine Natur so

Schälte die Trauben von
Zarter Haut zöge sie ab mit
Spitzer Zunge um dir sie so
Nackt zwischen die Lippen
Zu schieben anstatt

Stillleben sind nur eigentlich
Langweilig manchen
jt 13.11.13

Verkehrsmittel

Welche Mittel wir um zu
Verkehren bevorzugen ist
Je nach Lage verschieden

Auch der öffentliche Verkehr
Hat Vorteile gegenüber dem
Individualverkehr im Stau

Weiß nicht warum ich
Englische Autos liebe ohne
Überhaupt nur eines

Ansonsten benutze ich eher
Öffentliche Verkehrsmittel
Und freue mich an dem
Was ist beim Verkehr
jt 13.11.13

Sich vernaschen

Hungrig neben dir erwachen
Und dem Hunger nachgeben

Hungrig überhaupt
Hungrig nach mehr
Hungrig nach dir

Dich zum Fressen gern habe
Anfange an dir zu naschen
Auch vernascht werde

So anfangen wie es endete
Als wir müde geliebt
Einschliefen
jt 13.11.13