Samstag, 3. Januar 2026

Lektürentagebuch 3.1.25

Lektürentagebuch 3.1.25

Heute Nacht oder am frühen Morgen
Von Alphonse Karr den II. Brief aus
Reise um meinen Garten vorgelesen 
Über das Liebesleben der Spinnen

Welch echte tiefe Dramen sich bei
Spinnen im Rahmen der Paarung
Ungesehen vor unserer Tür auch 
Abspielen die ihresgleichen suchen

Karr beschreibt zunächst die Jagd
Der weiblichen Spinne die gerne im
Hinterhalt ihres Netzes verborgen 
Auf ihre Beute wartet die sie sodann 

Gnadenlos wenn sie sich im Netz
Erst am Klebstoff verfing aussaugt
Danach das vom Todeskampf
Beschädigte Netz schnell repariert 

Um sich wieder auf die Lauer zu
Legen bis auf einmal eine viel
Kleinere Spinne ganz vorsichtig 
In das fremde Netz krabbelt

Zögernd tastend Schritt vor Schritt
Setzt als Spinnenmännchen das
Wie Karr schreibt verliebt zu seiner
Holden zu klettern versucht doch 

Wird dieser Gang erfolgreich sein
Wenn nicht weiß das Männchen
Wird die Spinne ihn töten und fressen
Wo doch empfängt sie ihn lustvoll

Beim hier beobachteten Ringen um
Liebe falls Spinnen solche empfinden
Aber der Lust folgend sicher ging es
Also wirklich um Leben und Tod

Was Liebende sich sonst mit viel
Pathos versichern ist hier ganz real
So wundert die Schüchternheit des
Männchen doch eher weniger

Zumal weibliche Spinnen wie meist
Bei Insekten was Karr nebenbei
Uns noch zuplaudert vielfach größer
Als die männlichen Exemplare sind

Der Spinnenmann hat also Grund
Sich vor der Frau zu fürchten die
Wenn sie ihm zum fressen gern hat 
Dies auch wirklich tun würde 

In diesem Brief nun den Karr an 
Den imaginären Freund auf der
Weltreise schickt zieht sich das
Männchen lieber wieder zurück

Ob die Spinne ein falsches Signal
An das ängstliche Männchen sandte
Oder ihre Miene unklar verzog blieb
Unklar da nicht zu erkennen auf dem

Kleinen Moospolster im Garten vor
Seinem Fenster wo all dies sich mit
Großem Drama abspielte warum der
Freund dem er all dies schreibt doch

Besser bei sich schaute die wirklich
Großen Dramen der Liebe auf Leben
Und Tod dort zu erleben wie er sein 
Dableiben vor sich auch rechtfertigt

Der große Geist des Autors und
Gärtners Karr schafft es mit feinem
Blick für Details in  der Natur die 
Naheliegende Schönheit zu loben 

In einer Epoche in der das Reisen
Zur Belastung für die Welt wurde 
Bloßer Massentourismus längst ist
Zählt die Entdeckung dessen was

An Schönheit sich im Kleinen findet
Wenn wir uns die Zeit nehmen doch
Genau hinzusehen statt nur überall
Hin zu hetzen zu sehen was muss

Nichts muss mehr und der Blick in
Die Nähe ist wichtiger als das nur
Gerenne durch die Welt um alle
Attraktionen abzuklappern noch

Es kann dieses schau in die Nähe
Sieh die Schönheit vor deiner Tür
Auch als ein schau in dich gelesen
Werden was geistig uns nun zum

Orakel von Delphi führt über dem
Geschrieben stand gnothi seauton
Erkenne dich selbst statt nur wie
Ein Narr durch die Welt zu laufen

Es ist das schau in dich auch die 
Erste Aufgabe des Freimaurer
Lehrlings weil es auch dort um
Den Kern der Selbsterkenntnis geht

Auch dazu sind diese Briefe von
Alphonse Karr eine gute Anleitung
Die noch dazu überraschend schöne 
Blicke in die Natur uns gewährt

Lese dies Buch nun wiederholt
Auch vor und es ist ein Wunder
Welch konstruktive Wirkung es
Für die Welt und uns entfaltet

Würde es allen empfehlen die
Noch durch die Welt meinen 
Reisen zu müssen dieser wie
Uns dies künftig zu ersparen

Tourismus der mehr zerstört
Als Nutzen je bringt würde 
Besser als Mordmerkmal auch
Behandelt damit mehr bleiben 

Die damit auch verbundene 
Lebenslängliche Freiheitsstrafe
Erledigte die meisten Reisepläne
Der noch rücksichtslosen Idioten 

Lest darum lieber Karr vor Planung
Der nächsten Reise die nie lohnt
Lernt von Kant und von Karr dass 
Das Gute uns nur nahe liegt

jens tuengerthal 3.1.26

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