Lektürentagebuch 2.1.26
Wunderbar plaudernd schreibt der
Kenner der Geschichte als Sohn wie
Als Autor Wolf von Niebelschütz über
Den alten Herrn Lucull aus Rom
Erzählt erst mit Vergleichen aus
Seiner Gegenwart oder noch frischen
Vergangenheit über die Aufgaben wie
Die Abstammung des alten Römers
Er macht das auf sehr lockere Art
Die den Journalisten zeigt der auch
Mal Geschichte studierte und zugleich
Sohn eines Kunsthistorikers war
Dabei wird Lucull im historischen
Kontext seiner Familie gezeigt die
Zum römischen Adel gehörte aber
Weniger bedeutend als andere
Er nennt etwas das julianische
Geschlecht die er Grafen nennt
Während Lucull nur Baron war
Also von eher niederem Rang
Wie er sich durch erfolgreiche
Feldzüge in Asien einen Namen
In Rom wiederum machte als
Reicher Mann zurückkehrte
Er führte die Kirsche in Rom wie
Im westlichen Europa überall ein
Wo kultivierter römischer Einfluss
In Ackerbau und Küche wirkte
Auch das bereicherte ihn genug
Sich schöne Villen zu bauen die
Er für seine berühmten Gastmahle
Gerne nutzte die ihm seinen Ruf
Einbrachten vom lukullischen
Schlemmer der bis heute noch
Zum geflügelten Wort wurde das
Wie so oft aber falsch betont
So war Lucull zwar ein Genießer
Der Austern etwa besonders liebte
Sie in eigener Zucht wachsen ließ
Aber vor allem ein kultivierter Mann
Er las die griechischen Klassiker
Im Original war also gebildet wie
Niebelschütz hier gerne betont
Schätzte vermutlich den Epikur
Viele der über ihn als reichen
Erfolgreichen aber konservativen
Politiker umlaufenden Gerüchte
Waren eher politisch begründet
Doch blieb uns Lucull als ein
Verschwender in Erinnerung
Der er scheinbar nicht war
Sondern kultivierter Römer
Berühmt wurden die Gastmahle
Die zur römischen Kultur einfach
Gehörten durch die Geschenke
Welche Gastgeber dabei gaben
Diese überstiegen die Kosten der
Bewirtung meist um ein Vielfaches
Worin Lucull besonders glänzte
Bleibt auch nach der Lektüre unklar
Doch erzählt Niebelschütz der auch
In Schulpforta war mit sehr viel
Respekt und Achtung von Lucull
Wie Spott über den Gröfaz
Damit zeigt sich der Geschmack
Im Deutschland der Nachkriegszeit
Das sich noch im spielerischen
Umgang mit seiner Geschichte übte
Weiter ging es in den Buddenbrooks
Beim Ehepaar Grünlich kommt der
Freund des Hauses und Bankier
Kesselmeyer unangekündigt vorbei
Tony will daraufhin den Herren
Zum Schiedsrichter machen im
Diskurs mit ihrem Gatten ob ein
Kindermädchen Verschwendung wäre
Über die Aussage Tony treibe ihn
Noch in den Bankrott gerät der
Bankier in einen Lachanfall aus
Dem Grünlich ihn reißen will
Die beiden Herren ziehen sich
Mit ihren Zigarren in den Salon
Zurück und Tony geht dafür zu
Ihren geliebten Palmen zur Pflege
Kesselmeyer gibt Grünlich noch
Acht Tage Frist bevor er sein Geld
Endgültig zurückzöge er solle sich
An seinen Schwiegervater wenden
Dessen Namen oder Titel zu nennen
Verbittet sich der ängstliche Grünlich
Damit Tony nichts mitbekommt und
Versucht noch etwas zu schieben
Kesselmeyer auf seine spezielle Art
Macht deutlich acht Tage und keinen
Mehr länger bevor er abgeht und ein
Gereizter Grünlich auf Tony trifft
Diese kleine Szene in der mehr mit
Andeutungen als Fakten über den
Bevorstehenden Konkurs der Firma
Grünlich gesprochen wird ist stark
Sie verbindet Humor und Ironie mit
Der Verzweiflung des Blenders
Grünlich den Tony durchschaute
Aber auf ihren Vater doch hörte
Statt dem richtigen Bauchgefühl
Zu folgen wurde sie zum Opfer
Eines Betrügers und Scharlatans
Der selbst ein Opfer der Banken
Der menschlich unsympathische
Bankier Kesselmeyer der doch nur
Seinem Beruf nachgeht lässt die
Situation gespalten empfinden
Banken die sich am Geld bereichern
Sind ohnehin immer eher fragwürdig
Denke an meine Zeit in einer der
Großen deutschen Privatbanken
Zum Glück nur vier Wochen für
Ein Praktikum waren schwer zu
Ertragen im Gerechtigkeitsempfinden
Des Rechtsstudenten und Dichters
Von daher habe ich auch Mitleid
Mit dem furchtbaren Grünlich wie
Mit Tony der Frau des Bankrotteurs
Doch großartig beschrieben ist es
Der Humor und die Kunst von Mann
In den Buddenbrooks zugleich den
Abgesang einer Epoche wie einer
Klasse zu inszenieren ist groß
Der ironische Untergang wurde wie
Der Autor selbst zum Denkmal der
Bürgerlichen Epoche die sich bald
Noch schlimmer blamieren sollte
jens tuengerthal 2.1.25
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