Lektürentagebuch 5.11.25
Nach den vorigen Ausführungen zur
Gelegentlich sogar dabei lustvollen
Horizontalen zumindest soweit dabei
Aufrecht genossen lag es ja nah
Zum Zauberberg zurückzukehren um
Einige Seiten im Schneekapitel noch
Zu schwelgen den Visionen sogar fast
Sinnlicher Natur von Hans folgend
Ein großer Erotiker gar Pornograph
Ist Thomas Mann nie gewesen doch
Die Visionen von Hans im Schnee
Haben überraschend viel sinnliches
Spannend wird der Bericht vom Blick
Auf Stand und Palmen damit nicht
Es eine eher einschläfernde Vision
Die vor der rauhen Wirklichkeit flieht
Dieses Schneekapitel enthält sicher
Den entscheidenden Satz des ganzen
Romans mit seiner Hinwendung zum
Leben gegen die Macht des Todes
Dem will ich seine Bedeutung nicht
Absprechen aber die vorher noch
Erlebnisse und Visionen sind nicht
Der größte Zauber von Thomas Mann
Froh wenn das Kapitel zu Ende geht
Der Satz gelesen ist der sowohl dem
Zauberberg wie dem Leben auch des
Immer wieder depressiven Autors
Eine wichtige moralische Wende gibt
Nachdem zuvor lange auch ironisch
Mit dem Tod gespielt wird der unter
Tuberkulose Kranken eben vorkam
So schwanden viele noch dahin als
Die Tuberkulose noch Schwindsucht
Hieß und es kaum Heilung gab die
Manche monatelang liegen ließ
Dies alles in Rechnung gestellt wie
Der Freude der Germanisten an
Dem bedeutenden Kapitel auch die
Gebührende Achtung hier gezollt
Fand ich es schon beim ersten Lesen
Als quälend bis langatmig ohne den
Sonst so feinem Humor eher etwas
Wagneresk pathetisch dabei auch
Wagner ist vielfältig großartig als
Komponist nur eben menschlich
Ein widerwärtiger kleiner Antisemit
Aber ihn komisch nennen fällt schwer
So wenig witzig ist auch dies Kapitel
Es fehlt die feine mannsche Ironie
Werde die letzten Seiten dort lesen
Aber bejubeln werde ich es eher nie
Da lese ich lieber noch etwas von
Josephs Keuschheit die womöglich
Im Exil in Sanary geschrieben was
Die folgende Lektüre ertragen lässt
Diese biblisch belegte Keuschheit
Was immer dieses Märchenbuch
Auch belegen soll wird Joseph quasi
Attribuiert als sei sie ein Teil von ihm
Der keusche Joseph wurde so zur
Zimperlich anmutigen Formel unter
Der sein Andenken fortlebt ohne
Dass dies je sein Wesen wirklich traf
So begründet Mann hier fein ironisch
Dass Keuschheit nur stark wäre wo
Derjenige noch praktisch könnte sonst
Was bei Kastraten stets völlig fehlte
Joseph wird hier als unverkürzter
Lebendiger Mensch dargestellt der
Sehr wohl könnte wenn er wollte was
Er mit späteren Kindern auch bewies
Egal wie tauglich der männliche
Beweis bei der allein sicheren Mutter
Damals schon war was die Römer
Zum Rechtsgrundsatz machten
War Joseph als Mann nicht mehr
Keusch sondern nur solange seine
Jungfräulichkeit hütete wovon wie
Mann schreibt doch auch hier also
Bei Jungmännern geredet würde
Wie auf ihre Hingabe noch das
Tonzeichen des Verbotenen lag
Kurz gesagt er war nicht prüde sonst
Auch war seine Keuschheit nicht etwa
Ausdruck ländlicher Naivität weil er
Schlicht ein Dämlack gewesen wäre
Was keinesfalls auf Joseph passte
Im Gegenteil hatte dieser das feinste
Gespür auch für das schaurig heilige
Was ihn gegen Triebe der Natur die
In ihm lagen keusch bleiben ließ
Es ist dieser Abschnitt der kaum
Zwei Seiten ganz umfasst wieder
Von so tiefem Humor wie auch
Großer Schönheit und Eleganz
Dabei wird uns erklärt warum
Joseph zwar könnte aber nicht
Wollte aus moralischen Gründen
Wie strategischer Klugheit dazu
Thomas Mann macht sich hier
Mit feinem Humor sowohl über
Den Kult um die Jungfräulichkeit
Lustig wie sprachliche Grenzen
Wird der keusche unerfahrene
Mann sprachlich berechtigt zur
Frau und was drückt dies aus
Wieviel Witz liegt auch darin
Dies angesichts seiner Tochter
Erika die mit ihrer Freundin Therese
Giehse zusammenleben übte wie
In Gegenwart von Klaus der auf
Ein in paar Matrosen nach Marseille
Fuhr wenn die Familie ihn nervte so
Schrieb der angeblich so frigide steife
Mann in Gegenwart seiner sexuell
Sehr aktiven Kinder und des Kollegen
Wie Nachbarn Lion Feuchtwanger der
Mit Frau und Sekretärin 2 an einem
Tag beschlief zu zeigen was er kann
Diese feinen ironischen Zeilen über
Die vermeintliche sexuelle Keuschheit
Ihre Gründe bei Joseph noch dazu
Mit so viel Humor noch zu schreiben
Das Ende der Betrachtungen zum
Josephsroman leitet ja schon quasi
Nach Südfrankreich über in das so
Gewöhnliche Buch von Florian Illies
Mit Betrachtungen zu Thomas Mann
Der wieder am Josephsroman schrieb
Begann die Lektüre heute Nacht nach
Dem geliebten Minnedienst zuvor
Dann fährt Klaus aus Sanary nach
Paris weil er in der Provinz wohl
Den Lagerkoller bekam aber dort
Von der Reaktion Benns erfährt
Klaus nennt die Antwort von Benn
Auf die er im Sanary vergeblich noch
Wartete weil dieser sie nur publizierte
Rührend ausführlich aber niveaulos
Darüber regen sich auch Thomas
Wie Golo mit starken Worten auf
Wobei Golo schon klug auf das so
Typische Vokabular dabei hinweist
Am Abend nachdem Klaus diesen
Peinlichen Artikel las saß er mit wie
Illies wieder zartfühlend schreibt
Anderen gestörten Emigranten im
Natürlich Café du Dôme als sein
Früher so innig geliebter Liebhaber
Gustav Gründgens grußlos an ihm
Vorbeigeht was Illies dazu bringt
Zu überlegen ob Klaus hier auf die
Idee für seinen Mephisto kam der
Zum Glück am gleichen Abend noch
Erika im Hotel trifft was ihm Trost gibt
Er klagt über die ganzen deutschen
Opportunisten doch zum Glück ist
Annemarie wieder mit ohne Kamera
Aber dafür mit genug Heroin für alle
Gelegentlich gibt es für einen
Gepflegten Rausch auch Tabletten
Großes Nehmen bei E laut des
Tagebuch von Klaus das Illies zitiert
Von der Zeitschrift Der Sammlung
Ist dagegen im Tagebuch nicht die
Rede woraus Illies schließt nun
Bräuchte wohl Klaus Sammlung
In Sanary hat Billux Wort gehalten
Eine standesgemäße Villa besorgt
La Tranquille die Ruhige heißt sie
Ein für Thomas angemessener Name
Durch das Haus führt sie dann
Lisa von Schoenebeck also jetzt
Frau Marchesani für Thomas Mann
Der den angeblichen Antrag mit
Keinem Wort im Tagebuch erwähnt
Dafür wird anderes seltsame von ihr
Berichtet als die morphiumabhängige
Sich verdüstert und zu zucken begann
Dann mit der Tochter kurz hinter dem
Schuppen verschwand um bestens
Gelaunt strahlend wieder zu kommen
Drei bis viermal täglich braucht sie es
Lisa trägt immer lange Ärmel damit
Keiner all die Einstichstellen sieht
Sybille hat eine kurze Affäre dann
Mit Erika dann war noch Lisas Mann
Der liebt nun Doris von Schönthan
Eine Journalistin und Fotografin aus
Berlin die Kindermädchen von Sybille
War und Freundin von Klaus noch ist
Sie inspirierte gerade noch den
Autor und Dichter Franz Hessel zu
Ganz verliebten Gedichten mit der
Nori Hotelbetten der Riviera testet
Thomas Mann nennt Lisa darum
Bald in seinen Tagebüchern nur
Noch Frau Morphesani aber nimmt
Ihr dies scheinbar nicht weiter übel
Dann am 31. Mai also auf der hier
Letzten Seite des Monats kommt
Überraschend Monika in Toulon an
Leider in Thomas Mittagsschlaf
Auch Golo käme nun berichtet
Monika aber wieder kommen die
Beiden Geschwister lieber getrennt
Was Tommy sehr nervös macht
Ein ernüchterter Golo Mann schrieb
Laut Illies in sein Tagebuch dass
Es keinen Grund gäbe noch den
Anschauungsunterricht zu verlängern
Damit hat zumindest der Monat Mai
In Wenn die Sonne untergeht vom
Genug gescholtenen Illies ein Ende
Heute spannte er feinere Netze
Seine Herablassung wie ständige
Beurteilung nervt mich weiterhin
Aber vielleicht braucht das heute
Ein Spiegel Bestseller auch
Andere Gründe dafür sind nicht
Erkennbar dafür zeigt die Liste
Der Personen im Nachwort eine
Akzeptable Nüchternheit noch
Eigentlich wollte ich Buddenbrooks
Noch lesen danach um mich vom
Billigen Geläster von Illies zu erholen
Heute war es nicht so dringend
jens tuengerthal 5.11.25
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