Montag, 15. Juni 2026

Traumbibliothek

Traumbibliothek

Was wäre meine Traumbibliothek
Überlege ich und gibt es sie 
Vielleicht schon irgendwo
Denke an Weimar wo einst
Goethe mit Anna Amalia schon
Den Traum einer weltlichen
Bibliothek im Rokoko baute
Im Geiste der Aufklärung
Denke auch an Wien oder
Die Staatsbibliothek in Berlin
Denke an den großen Traum
Von der unterirdischen Bibliothek
Den der Urgroßvater der noch
Ein Hofbibliothekar war bis
Die Revolution die Höfe
Wieder erledigte geheim lebte
Frage mich was meine wäre 
Ob es die schon ist in der ich
Mit meinem Diwan nun
Lebe dichte liebe
Alles gut so bereits ist
Nur das einmal ererbte
Kirschholz Arbeitszimmer
Als Bibliotheksanbau quasi
Noch Platz finden müsste 
Sonst alles vollkommen ist
Eine Traumbibliothek genügt 
Im Leben zufrieden zu sein
Statt immer mehr zu wollen
Möchte ich viel lieber noch
Für immer zufrieden sein
Bescheiden statt gierig
Das Gegenteil eines Musk
Um glücklich zu bleiben
Habe ich alles erreicht
Das reicht eigentlich 
Für den Rest Leben
Genug zu lesen da

jens tuengerthal 15.6.26

Nationalparty

Nationalparty

Beim Fußballschauen vor der
Sportslounge hier in Berlin
Saßen kultiviert gebildete Leute
Männlein wie Weiblein dort

Nach dem Spiel rief plötzlich
Eine blonde junge Dame die
Direkt gegenüber von mir saß 
Aus vollem Hals Deutschland

Das war in Ordnung und andere
Hüllten sich dort in ihre Fahne
Feierten den sportlichen Erfolg
Als nationale Fußballparty

Solange die Nation und alles an 
Nationalem Taumel auf Fußball
Wie internationale Meisterschaften
Sich beschränkt ist das Risiko gering

Manche tragen Trikots andere malen 
Sich ihre Gesichter bunt an um die
Bunte Fußballmannschaft zu feiern 
Das finde ich ziemlich erträglich

Ob die Identität um schwarzrotgold
Immer ganz lupenrein war oder der
Kritischen Betrachtung wert ist kann
Friedlich dabei auch diskutiert werden

Ein positives Sommermärchengefühl
Schadet sicher keinem und könnte
Die Mannschaft durchs Turnier tragen
Wie hier viel Spaß mal verbreiten 

In düsteren Jahren des bereits völlig
Überarbeiteten zu alten Kanzlers ist
Was positives zu Deutschland doch
Eine wirklich schöne Abwechslung

Und keine Sorge sie werden schon
Nicht gleich Weltmeister werden
Wenn sie die Vorrunde überstehen 
Können doch alle zufrieden sein

Danach ist die Werbe WM beim
Oberekel Trump völlig egal nur 
Bis dahin gibt es etwas Party
Von mir aus in schwarzrotgold

jens tuengerthal 15.6.26

Aberglaubenstheater

Aberglaubenstheater

Immer wenn Stätten des Aberglauben
Beschädigt werden wie gerade wieder
In Kiew das Höhlenkloster ist auch
Das Geschrei besonders laut

Ist die Beschädigung einer Kirche
Schlimmer als Wohnhäuser gar 
Krankenhäuser Bibliotheken 
Denke ich und frage es mich

Notre Dame in Paris brannte ab
Wurde statt vieler wichtiger noch
Projekte mit riesigem Aufwand auch
Durch Spenden wieder aufgebaut

Wer hat Geld für so etwas übrig
Wozu braucht es noch Kirchen
Welchen Nutzen erfüllen sie statt
Bäumen und Grün in der Stadt

Brände in Kirchen gelten noch als
Besonders niederträchtig insofern
Es alte Stätten der Kultur sind
Warum Russland gleich sagte 

Die Amis sein Schuld deren eigene
Abwehrrakete hätte den Brand hier
Verursacht was noch auf einen alten
Konflikt in der je Orthodoxie hinweist 

Den hier weiter auszubreiten scheinen 
Die Interna des Aberglaubens dort
Zu unwichtig Worte noch zu verlieren 
Brennende Kirchen sind Befreiung

Geben den Gläubigen angesichts
Weltlicher Allmacht die Chance die
Realen Grenzen des Aberglauben
Zu erkennen der nur menschlich ist

Statt wie die Franzosen eine Kirche
Für zu viel Geld wieder aufzubauen
Hätte der Raum kreativ kommunal
Genutzt werden können als Park 

Ein laizistischer Staat braucht keine
Kathedrale mehr inmitten und wenn
Sie da eben noch herumstehen sollen
Sie Bibliotheken der Aufklärung sein

Kirchen zu Bibliotheken machen
Wäre eine vernünftige Alternative
Nur Aufklärung und Vernunft sichern 
Frieden und Freiheit dauerhaft

Welchen Vorteil Kirchen haben
Außer den Aberglauben zu feiern 
Wurde mir noch nicht deutlich aber
Was feiert eine Demokratie dort

Brennende Kirchen sind tragisch 
Wie alle Großbrände darum besser
Kirchen zu Bibliotheken machen 
Gäbe ihnen einen guten Zweck

Nur der Berliner Dom in seiner 
Ganzen grauenvollen Hässlichkeit
Des Wilhelminismus darf gerne
Zu Asche und einem Park werden

Auch eine Gemäldegalerie dort auf
Der Insel wäre besser als dieses 
Peinliche Gebäude des Aberglauben
Kann ihn nicht wer sprengen endlich

jens tuengerthal 15.6.26


Lektürentagebuch 14.6.26

Lektürentagebuch 14.6.26

In den Buddenbrooks von Tonys
Leiden in München gelesen wo
Sie in vieler Hinsicht fremd bleibt
Mit ihrem Gatten Permaneder

Mit viel Humor wieder beschreibt
Er die sprachlichen Probleme mit
Denen sie in München kämpft bei
Den Anweisungen ans Personal

All dies schildert sie in Briefen an
Ihre Mutter aus denen zitiert wird
Doch mehr noch leidet sie daran
Dass ihr Gatte Permaneder nun

Mit dem erheirateten Vermögen
Von Tony wie seinem eigenen Haus 
Das er teilweise untervermieten will
Beschließt Privatier zu werden

Das war der Tochter aus dem Hause 
Buddenbrook völlig fremd auch sonst
Ist mit dem Gatten nicht viel los der
Nur ins Hofbräuhaus gerne geht

Bei der Lektüre bedenkend dass 
Thomas Mann auch einst aus Lübeck
Nach München kam und sich wohl
Seiner eigenen Erlebnisse erinnerte

Die sprachlichen Unterschiede sind
In Tonys liebevoll naiver Art sehr
Treffend beschrieben wie auch das
Völlig andere Gemüt der Menschen

Denke an die Liebsten aus München
Der völlig andere Klang ihrer Stimme
Blieb mir immer ein wenig fremd auch
Dadurch vielleicht besonders reizvoll 

Wie jene Kunsthistorikerin die ich
Hätte lieben sollen wäre wer dabei
Vernünftig gewesen vor 30 Jahren
Deren Stimme so bayerisch klang

Die stolze Bürgerstochter Tony ist
Über manches dort empört aber
Genießt dennoch auch die Stadt
Mit ihren kulturellen Möglichkeiten

Dann wird sie trotz der Ferne der
Ehegatten und dem Streit über
So manches noch überraschend
Schwanger und freut sich sehr

Schon plant sie die Taufe zu der
Sie auch ihre Familie einlädt die
Thomas mit Gerda besuchen will
Die alte Konsulin reist nicht mehr

Doch dann stirbt das Kind direkt
Nach der Geburt und Tony ist sehr
Geschwächt erholt sich aber wieder
Als Thomas und Gerda bei ihr sind

Dann findet sie Permaneder trauert 
Nicht würdig genug da er schon
Wieder ins Hofbräuhaus bald geht
Und alles nur a Kreiz halt nennt 

Ihre Briefe werden immer trauriger
Dennoch kann ihr Bruder ein Lächeln
Nicht verbergen wenn er zwischen
Den Zeilen Tonys Stolz noch spürt

Das Ende kündigt sich hier schon an 
Was nur den letzten Auslöser braucht
Damit Tony auch aus ihrem Leiden 
Selbst mit Grund befreien dann kann

Noch auf einige Seiten in den großen 
Zauberberg getaucht wo nach dem
Russischen Kuss mit Clawdia eine
Welt zwischen Männern neu zeigt

Hans Castorp besucht Peeperkorn
Als dieser mal wieder erkrankt am
Tropischen Fieber das Bett hüten
Muss der ihn schwitzend empfängt

Er tut dies nach einer der Mahlzeiten
Um einen Krankenbesuch zu machen
Während Clawdia zum Shopping wie 
Mann hier wörtlich schrieb hinunter 

Nach Davos Dorf gegangen war
Beide plaudern am Bett zunächst
Über Settembrini den Clawdia nicht
Mag bis Peeperkorn ihm plötzlich

Die Frage stellt ob er Madame liebe
Dabei spricht der durch Fieber zwar
Geschwächte Peeperkorn in ganz
Erstaunlich vollständigen Sätzen

Zunächst über Settembrinis Kleider
Wobei der Leser Clawdia eher hört
Während Hans die Würde seines 
Freundes des Humanisten verteidigt 

Dieser hohe menschliche Anstand
Verdeckt das Ausweichen bei der
Frage der Liebe zeigt Hans als
Anständig korrekten Freund noch

Durch die Worte von Peeperkorn
Wird die hässliche Seite der Russin
Sichtbar die Armut verachtet die
Mynheer Peeperkorn nur spiegelt

Das ist wieder mit so viel Humor
Wie Eleganz und emotionaler Tiefe
Geschildert die aus nahezu Nichts 
Einen ganzen Roman zaubern kann

Peeperkorn fragt sehr präzise aber
Hans Castorp windet sich weil die
Antwort unter Männern die als 
Freunde hier verkehren schwer ist

Auch natürlich weil er selbst keine 
Antwort auf diese Frage kennt die 
Er der Freundschaft wegen lieber
Noch verdrängt statt zu beantworten

Der zwar nach zwei Gläsern Rotwein
Leicht angetrunkene aber dennoch
Präzise aufmerksam sprechende
Peeperkorn zittert geschwächt leicht

Genug die Bettwäsche mit Rotwein
Zu beschmutzen so dass Hans von
Salz gegen die Flecken spricht was
Ein typisch deutscher Reflex ist

Der übertrieben unsinnig dazu ist
Salz entfernt keine Flecken kann 
Nur die Flüssigkeit noch aufsaugen 
Aber das muss kein Thema hier sein 

Der eine will über die Liebe von
Hans zu Clawdia näheres wissen
Dieser wiederum windet sich mit
Philosophischen Reden heraus

Das ist eine genial inszenierte
Konstellation um das Treffen
Der großen Persönlichkeit mit dem
Sorgenkind des Lebens zu zeigen

Zum ersten Mal wirkt Peeperkorn
Dabei nicht nur lächerlich während
Hans der in bester Absicht zum
Krankenbesuch kam nun kämpft 

Ein alter kranker Mann mit dem
Früher jugendlichen Liebhaber
Seiner nun Geliebten ganz nah
Kreisen sie um ihre Verbindung

Was für eine geniale Inszenierung
Für den Lauf des Lebens wie die
Tiefe emotionaler Verbindung in
Der Grenzen ausgelotet werden

Peeperkorn deutet die zunehmende
Impotenz im Alter an während der
Kranke alte Kapitän schon sein
Erbe emotional auch regelt

Clawdia und Hans hatten mit ihrem
Russischen Kuss ihre Kooperation
Zum Wohle Peeperkorns besiegelt
Die Herren reden über das gleiche

Wie verhält sich der korrekte Hanseat 
Im emotional so aufregenden Moment
Was ist unter Männern anders als in
Der Verabredung der Liebenden

Wilde Thesen zur Liebe wie über
Das Wesen der Frau die nur durch
Den Mann lieben würde der sie
Zur Liebe führen müsse werden hier

Unter Männern ausgetauscht was
Dem Geist der Zeit entsprach der
Sich in dieser Konstellation sehr
Fein durch Clawdia verspottet 

Beide lieben eine Frau und dabei
Registrieren sie Nuancen schon
Im Verhalten des anderen aber
Ringen darin nur um ihre Gunst 

Hier zeigt Mann in den schon 
Zwanzigern geschrieben als Vater
Einer erwachsenen Tochter viel
Über das Verhältnis der Geschlechter

Die beiden Herren die philosophisch
Über Frauen und die Liebe reden wie 
Ihre je Natur dabei erörtern zeigen nur 
Wie stark Frau sie dabei beherrscht

Das ist ein bis heute noch aktueller
Feiner Blick auf Emanzipation wie
Die Abhängigkeit von der je Natur 
Der wir immer ausgeliefert doch sind

Asexuell und fern aller Triebe zu sein
Könnte davor bewahren und so auch
Versucht es noch der Rechtsstaat in
Seinen natürlichen Grenzen dabei

Ob dies noch menschlich sein kann
An Grenzen der Natur auch stößt
Oder vernünftig je sein kann fragt
Leider noch zu selten wer dabei

Beherrscht das Gefühl uns dem der
Verstand gerne Grenzen zeigt oder
Führt am Ende der Verstand und wer 
Verführt wen wirklich dabei wozu

Thomas Mann hatte die Enkelin einer
Der wichtigsten Feministinnen mit
Katia geheiratet die dem Künstler
Dabei den Rücken noch frei hielt 

Sie die Tochter eines Mathematikers
Hatte selbst Mathematik studiert bis
Der emotional kreative Mann der sie
Braucht in ihrem Leben auftaucht

Alle Kunstwerke sind öffentlich wie 
Zugleich privat und zeigen damit den
Künstler offen auch als Menschen
Wie dessen Kampf mit der Welt

Hier lohnt der Blick auch auf den 
Autor um dessen Rolle zu sehen
Die im Werk um Ausdruck ringt 
Tief emotional so blicken lässt

Ein verheirateter Künstler der mit
Seiner Rolle als Bürger ringt hat
Eine hochintelligente Jüdin zur Frau
Deren Kur zum Roman hier wurde

Nicht sein Ringen mit der sicher auch
Homosexuellen Neigung ist für sein
Werk wichtig sondern das Verhältnis
Von Gefühl und Verstand zur Natur

Die als Novelle geplante Geschichte
Über die Tuberkulose Kur von Katia
Wird europäische Kulturgeschichte
In der wir unsere Natur betrachten

Ein Künstler wird groß aufgrund
Seines Werkes in dem sich seine
Person natürlich spiegelt was
Biographisch hier allein zählt

Darum ist die bürgerliche Fassade
Die Mann immer aufrecht hielt für
Das Verständnis seines Werkes viel
Wichtiger als seine sonst Sexualität

Sie wird mit der Figur Pribislaw
Von dem er den Drehbleistift lieh
Wie im Karneval von Clawdia das
Thema Homosexualität erledigt

Letztere lebte er unstrittig nie aus
Dafür zeugte er Kinder und lebte
Mit diesen die für sein Werk noch
Ganz entscheidend auch wurden 

Vielleicht könnte es viel mehr zum
Verständnis von Thomas Mann
Beitragen sein Werk zu betrachten
Statt dunkle Geheimnisse zu suchen

Auf der Suche nach der verlorenen
Zeit noch ein wenig in den Schatten
Junger Mädchenblüte getaucht die
Ihn am Strand von Balbec ergreift 

Der dunkle Blick der Brünetten der
Einen Moment in seinem bleibt ohne
Zu wissen ob dieses sich tief in die
Augen schauen einander nun galt 

Jene die das Fahrrad schob war viel
Weniger sein Typ als rotblonde die
Seine Gefühle in Wallung setzten 
Und doch verweilten ihre Blicke

Länger als nur nichts ineinander 
Wird sie zur Besonderen dadurch
Über deren Gedanken dabei er sich
Tiefe Gedanken macht die schon

Große Sehnsucht nach ihr zeigen 
Fast entschuldigend wird darum am
Ende dieses Abschnitts noch ergänzt
Vielleicht mache diese ihn dann 

Mit jener rotblonden bekannt die
Eben noch über den alten Greis 
Auf der Promenade sprang aber
Das sind Ausreden merkt er selbst. 

Der zu ergründen wohin wohl ihre
Gedanken bei dem etwas längeren
Blick gingen und darum nun ihre Welt
Für sich zu imaginieren beginnt

Gibt es geschlechtliche Gedanken
Die aus einem nur Blick eine große
Sexuelle Welt entstehen lassen und
Wie geteilt ist diese darum gleich

Der Leser fragt sich dabei wie nah 
Kommt Eva Rechel-Mertens in ihrer
Grandiosen Übersetzung noch den
Gedanken von Marcel Proust 

Die von 1953 bis 1957 geschaffene
Erste vollständige Übersetzung von
La recherche durch die noch 1895 
Geborene Übersetzerin erfolgte

Für den Suhrkamp Verlag nachdem
Das Bemühen darum noch in den
Zwanziger Jahren durch Franz Hessel
Wie Walter Benjamin gescheitert war

Am Ausbruch des Nationalsozialismus
Den beide Autoren nicht überlebten 
Kann Frau wie Mann dabei fühlen
Oder gerade nur es uns offenbaren

Wie treffend feinsinnig scheinen mir
Die Worte von Proust getroffen der
Schrieb als seine Übersetzerin bei
Curtius in Bonn noch promovierte

Marcel Proust der 1871 geboren
Verstarb 1922 mit 51 Jahren bereits 
Rechel-Mertens war also bei der
Übersetzung schon älter als Proust je

Die verzögerten Gedanken über die
Gedanken der anderen wie zugleich
Ihre hohe erotische Anziehung zeigen
Was Worte ganz real zaubern können

Was denkt Frau über ihn fragt sich
Der Ich-Erzähler und offenbart die
Tiefe seiner Gedanken und Ängste
Kann sie das so empfinden wie er

Das Verschieben der gedanklichen
Ebenen geht dabei noch um eine 
Stufe weiter als sie nach dem wohl
Etwas zu langen Blick mit ihrer

Nachbarin der rotblonden Springerin
Über Mummelgreisbeine flüstert und
Er sich als Thema mutmaßt nach dem 
Sie sich so lange genau ansahen

Oder konnte was etwas und gefühlt
Alles für ihn war für sie im gleichen
Moment am selben Ort nichts sein 
Als das Gegenteil gar erscheinen

Wie gerne wüsste Mann oft was Frau
Mit Frau geheimes für sich redet doch 
Welch Erschütterung über das reale
Nichts wenn er es dann mal erfährt

Ständig können sie pausenlos reden
Ohne dabei etwas noch zu sagen
Während er alles sich denken kann
Ohne das etwas davon wirklich wäre

Dazu noch ihre Gedanken neben
Den geheimen Gedanken die sich
Um die Vorherrschaft streiten ohne
An der Sehnsucht etwas zu ändern

Ist die Sehnsucht im nur Blick der
Sekunden länger aneinander hing
Schon sexuell und für wen dabei wie 
Fragt sich der Erzähler in Untiefen

Dabei tauchend die uns offenbaren
Wie nah oder fern wir uns real sind
Darum die Erwähnung auch der 
Übersetzerin des zarten Autors 

Am Ende des kleinen Abschnitts
Der auf weitere Lektüre freuen lässt 
Wird noch festgestellt wie gut die
Nivellierung sozialer Verhältnisse sei

Wie sie das Leben am Strand bringt
Was die Mädchen im Rang enorm
Steigen ließ aber seinen für sie hier
Völlig unsichtbar noch eher machte

Tragisches Schicksal der bloßen
Beobachter die alles und nichts
In der selben Szene finden aber
Für andere unsichtbar bleiben

Was denkt Frau wirklich und was 
Bei der Lektüre von Proust dazu
Wie nah sind sich unsere Gedanken
Je und überhaupt verstehen wir uns

Sind wir vom Wesen her verschieden
Nach der Natur noch mehr als es die 
Gerade Konvention noch zulässt oder
In allem ohne Geheimnis ganz gleich

An Wunder zu glauben wie der Magie
Zwischeneinander Raum zu lassen
Könnte zauberhafter werden als die
Rechtlich formale Gleichheit je war

jens tuengerthal 15.6.26



Sonntag, 14. Juni 2026

Publicsportsbarschauen

Publicsportsbarschauen

Im Sturm unterm Schirm Fußball
Vor der Sportslounge schauen ist
Eine windige Angelegenheit die
Nach 5 Minuten schon 1:0 für

Deutschland gegen Curacao steht
Was alle begeistert jubeln lässt und
Die Deutschen stürmen weiter was
Ein schönes Spiel zu werden scheint

Zunächst geht es nur auf das Tor
Der Blauen und die Frage scheint
Nur wann fällt das nächste Tor 
Doch dann die überraschende Wende 

In der 20. Minute schießt Curacao
Das 1:1 Neuer berührt den Ball noch
Aber kann es nicht mehr verhindern
Erstaunlich nach diesem Anfang

In der 37. Minute erhöht Schlotterbeck
Auf 2:1 und Deutschland stürmt weiter
Nebenan intensive Gespräche über
Familie und Freunde währenddessen

In der 45. Minute wird Elfmeter für
Deutschland gepfiffen den Havertz
Mit schöner Täuschung zum 3:1
Angemessen verwandelt nun Pause

Das Spiel geht weiter und gleich in
Der 46. Minute schießt Musiala das
4:1 durch einen sehr schönen Schuss 
Was ja schon verbal nahe liegt

In der 62. Minute ein Schuss von
Curacao auf das deutsche Tor nach
Freistoß der drüber geht dann im 
Konter ein deutsches Tor aber leider

Abseits und es geht weiter und wieder
Ein Freistoß von Curacao der dann im
Getümmel zum Tor führt was aber 
Auch wieder nicht zählt und weiter

In der 67. Minute schießt Brown das
5:1 und Werbepause passend danach
In der 77. Minute ein wunderschönes
Tor durch Undav zum 6:1 und weiter

Stürmt das deutsche Team zum nun
Nächsten Eckball der sich im Nichts
Verliert dann wunderschön in der
87. Minute Havertz zum 7:1

In der 94. Minute noch ein deutscher
Freistoß aus dem nichts mehr wird 
Und schon ist das Spiel zu Ende
So kann es weitergehen in der WM

Kein überragender Gegner aber
Dennoch gut gespielt und damit 
Ein verdienter hoher Sieg so war 
Auch die Stimmung in der Bar

Ein wenig durchgefroren von der 
Steifen Brise über die seltene
Schlange vorm Herrenklo gelacht
Wieder zum Helmi gelaufen

jens tuengerthal 14.6.26

Turmbewohner

Turmbewohner

Wer in einer Bibliothek lebt oder
Zumindest mit einer zusammen
Wird dadurch zum Turmbewohner
Auch wenn der Traum den einst 
Michel de Montaigne auf seinem 
Schloss im Périgord jener feinen
Weinregion im Südwesten von 
Frankreich der besser viel mehr
Noch heute gelesen würde so
Selten wirklich wurde ist er zum
Symbol des Rückzugs geworden
In geistige Welten die uns eine
Bibliothek schenken kann wenn
Sie nicht nur ein Haufen Bücher
Sondern ein Leben symbolisiert
Das grenzenlos jenseits der Zeit
Zum schönsten Ort der Welt wird 
Für alle Leser die erkennen was
Dauerhaft Glück schenken kann
So lebe ich mitten in Berlin völlig
Zurückgezogen zugleich in der
Schönsten geistigen Welt die
Das größte Geschenk immer ist
Ein Geheimnis das kaum eine 
Die nur vorüberläuft erkennt
Wurde zum Turmbewohner meiner
Bibliothek und habe so alles mir 
Mögliche im Leben erreicht

jens tuengerthal 14.6.26

Gemeinschaftssklaven

Gemeinschaftssklaven

Viele unternehmen gerne was
Mit anderen und genießen das
Als Glück der Gemeinschaft dann
Was alles sonst ersetzen kann

Vor allem das Denken wird dabei
Völlig entbehrlich ganz nebenbei
Ob die Welt noch schöner wär
Schwiegen sie darüber noch mehr 

Werden sie vermutlich nie erfahren 
Haben sich als Sklaven verfahren
Wollen alles gemeinsam erleben
Statt nach Erkenntnis zu streben

Rennen ständig durch die ganze Welt 
Um zu sehen was sie nie verstehen 
Statt Horizont haben sie lieber Geld
Ihre Runden als Sklaven zu drehen

Kann wohl zugegeben mir keinen
Reim auf so etwas mehr machen
Muss dennoch darüber lachen
Oder sollte ich besser weinen 

jens tuengerthal 14.6.26

Zeitnahme

Zeitnahme

Viele finden keine Zeit mehr
Zum Lesen und konsumieren
Dann Hörbücher anstatt oder
Schauen Serien die doch auch
Gut unterhalten außer im Urlaub
Hat ja keiner mehr Zeit noch
In Ruhe Bücher zu lesen weil
Ja auch sonst noch etwas im
Leben erlebt werden will was
Sonst verpasst würde aber wenn
Dann am liebsten Coelho der
Wäre doch so gut und täte es
Sagte wie das Leben halt wäre
Höre oder lese ich häufiger was
Dann der Punkt ist wo ich lieber
Still gehe und für mich bleibe
Weil es da nichts mehr zu reden
Noch sich zu sagen gibt denk ich
Der mit Büchern und für sie lebt
Aber sich gerne viel weniger Zeit
Für Menschen als für gute Lektüre
Noch nimmt weil es erfüllender ist
Als das ganze Gerede was zu
Nichts führt als festzustellen dass 
Keine Zeit zum Lesen daneben blieb
Wie vermutlich im Leben der meisten
Denke ich und bin froh mir einfach
Zeit zu nehmen und niemals je
Einen Band Coelho zu lesen
Gibt ja genug gute Bücher
Die nicht sagen wie es ist

jens tuengerthal 14.6.26

Sonntagmorgenriesling

Sonntagmorgenriesling

Am Sonntagmorgen um Viertel
Vor zwei im Crossroads auf
Einen Riesling angekommen wo
Die Bar noch unten gut gefüllt ist 

Während oben schon keiner mehr
Anwest sitzen am Stammtisch
Tino Herti und Melanie während
Mo die Bar macht und sogleich

Den Riesling zu mir bringt sitzen
Am anderen Ende der Bar noch
Daniela mit den beiden Herren
Von gestern von denen einer

Bernd ist während der lange 
Dünne Volker ist planen nun
Melanie und Herti ihre Reise
Dann bekomme ich kurz Besuch

Daniela wollte mir erzählen wie 
Volker mal versuchte mit ihr ins
Bett zu kommen was sie aber
Völlig wohl befremdete nun

Mir empört noch erzählen wollte
Es ihnen gesagt hätte worauf ich
Meinte er konnte es ja mal probieren
Was sie wiederum völlig empörte 

Worauf sie sich schnell wieder
Verzog und ich endlich nun zum
Schreiben auch darüber kam ohne
Sich an der Diskussion zu beteiligen

Inzwischen ist sie weg und Volker 
Plaudert weiter mit Bernd während
Inzwischen Martha ankam die den
Platz von Herti vor der Bar einnahm 

Das Team junger Damen von Herti
Spielt nun mit ihm ein Ratespiel
Bei dem Begriffe erklärt werden
Müssen ohne sie zu nennen

Mo räumt die Bar auf und macht
Noch einen Gin Tonic für die Runde 
Am Spieltisch und so geht die Nacht
Bei coolem französischen Jazz weiter

Draußen cruisen noch einige Wagen 
Mit lauter Musik durch die Nacht und
Die drei jungen Damen spielen weiter
Während Herti Plätze noch wechselt

jens tuengerthal 14.6.26