Dienstag, 9. September 2025

Lustprinzip

Lustprinzip

Alle Natur strebt
Nach Befriedigung 
Ihrer Lust immer

jens tuengerthal 9.9.25

Lebenssinn

Lebenssinn

Leben ist völlig
Sinnlos nach seiner Natur
Es wird niemals mehr

jens tuengerthal 9.9.25

Liebeserinnerung

Liebeserinnerung

Liebe die Frauen wirklich mit ihren
Tiefen wundervollen Gefühlen
Verehre ihre wunderbaren Körper

Mit inzwischen viel Abstand dazu
Scheinen mir alle denen ich je nah
Sein durfte noch viel wunderbarer 

Denke nicht an zickigen Streit mehr
Ihr ständiges Bedürfnis danach etwas
Zu machen statt zu genießen was ist

Vergesse immer mehr alles Leiden 
An gebrochenem Herzen oder den
Verrat der einander heiligen Gefühle 

Die Zeit hilft mir einfach dankbar für
All diese Wunder zu sein denen ich
Im Leben voller Gefühl nah sein durfte

Frauen sind einfach wunderbar wie
Jeder Verehrung würdig zumindest
Mit genug zeitlichen Abstand dann

Ganz nah und im Zusammenleben
Schienen sie mir oft Konkurrent wie
Nie so schön wie in der Erinnerung

Geradezu vollkommen scheinen mir
Heute manche damals Quälgeister
Weil die Erinnerung alles verzaubert

Heute weit über achthundert der immer
Allerschönsten tollsten Frauen später
Scheinen sie mir alle vollkommen perfekt

Sollte mich künftig nur noch auf die
Erinnerung beschränken die mich nie
Enttäuschte immer vollkommener wird

Reale Begegnungen sind anstrengend
Enttäuschen häufig wie der Sex oft 
Mühsam und gewollt mir scheint 

Perfekt dagegen wird es erst in der
Erinnerung die keine Realität erreicht
Sich darauf beschränken scheint klug

So impotent wie mich als Mann jenseits
Der fünfzig das Alter langsam macht
Erleben es die meisten Frauen immer

Lebe künftig von der Erinnerung nur
Denn besser als es war wird nichts mehr
Da schwelge ich lieber in dem was war

So bleibt die Liebe zu den Frauen mir
Vollkommen wie ungestört von jeder
Nur nervigen Realität unsterblich

jens tuengerthal 9.9.25

Lektürentagebuch 8.9.25

Lektürentagebuch 8.9.25

Weiter in dem Buch von Veronica Buckley
Christina Königin von Schweden aus der
Anderen Bibliothek über ihre Abdankung 
In der Nacht und eben noch gelesen 

In allen Details wird die Zeremonie der
Abdankung und was ihr in Uppsala noch
Vorausging beschrieben wie die sehr 
Eigenmächtige Königin es durchsetzte

Dies trotz Protest der Stände im Parlament
Wie der anfänglichen Weigerung ihrer
Treuen Diener und Verbündeten ihr die
Krone schließlich doch abzunehmen

Am nächsten Tag wurde noch ihr Vetter
Zum neuen König Karl X. Gustav gekrönt 
Trotz vorherigem Widerstand wurde er
Vom wankelmütigen Volk dann bejubelt

Der protestantische Wittelsbacher war 
Auch Herzog von Pfalz- Zweibrücken 
Sollte erst ihr Ehemann werden wurde
Dann von ihr zum Kronprinzen gemacht

Christina wuchs mit Karl Gustav nach
Dem Tod ihres Vaters zusammen auf
Sie kannten sich also schon als Kinder
Möglicherweise war er ihre große Liebe

Ende des Dreißigjährigen Krieges war er  Kommandeur der schwedischen Truppen 
In Deutschland und stand 1648 kurz vor
Der Eroberung von Prag wo alles anfing 

Christina die nach dem Tod ihres Vaters
22 Jahre bis in ihr 27. Lebensjahr
Königin von Schweden war fühlte 
Sich nach der Abdankung wie befreit 

Dagegen blieben dem in den nordischen
Kriegen sehr erfolgreichen Karl Gustav
Nur sechs Jahre bis er 1660 an einer
Lungenentzündung leider verstarb

Christina überlebte ihren Vetter damit
Um 29 Jahre noch in Rom dafür stellte 
Das Haus Pfalz-Zweibrücken noch drei
Weitere schwedische Könige 

Sie wollte nun nach Rom ziehen was 
Noch streng geheim war doch hatte sie 
Schon viele kostbare Gemälde wie ihre
Bibliothek voraus schicken lassen

Damit beraubte sie ihren Staat weil sie
Nicht sicher war ob diese auch ihre im
Vertrag vereinbarte Apanage zahlten
Verschaffte sich so finanzielle Sicherheit

Zusätzlich versuchte sie noch den 
Englischen Botschafter zu einem geheimen
Vertrag zu erpressen der dabei mit der
Kündigung anderer Verträge drohen sollte

Für den Fall dass die Schweden nicht
Weiter zahlen sollten wurde dies an 
Den gerade regierenden Cromwell der
Ihren Vetter geköpft hatte übermittelt

Hier spielt also die Glorious Revolution
Aus der englischen Geschichte mit in 
Die Geschichte von Christinas Abdankung
Was die politischen Auswirkungen zeigt

Zunächst wollte sie die schwedischen
Kolonien in Afrika für ihr ganz privates
Vermögen verkaufen ohne Zustimmung
Des Reichstages was illusorisch war

Whitesporne der englische Botschafter
Versuchte sich aus der Affäre zu ziehen
Aber sie nötigte ihn zu dem Vertrag der
Naiv die Machtverhältnisse verkannte 

Wer sollte sich einer abgedankten Königin
Gegenüber durch was verpflichtet sehen
Seine eigenen Interessen zu gefährden
Wie sollte so ein Vertrag gültig sein

Ihr großer Kanzler Axel Oxenstierna hat
Ihre Abdankung nur fünf Monate überlebt
Sein ewiger Kampf für das Haus Wasa
War mit der Abdankung gescheitert 

Sehr fein stellt Buckley alle Ereignisse
In den größeren historischen Kontext was
Die Bedeutung und die Folgen dieser völlig
Einmaligen Abdankung verdeutlicht

Christina hat dabei teilweise noch mit
Gezinkten Karten gespielt um sich ihre
Existenz auch nach der geplanten
Skandalösen Konvertierung zu sichern

Der Thronanspruch ihres Vetters wurde 
Gleich nach der Krönung vom polnischen
König aus dem Hause Wasa bestritten
Womit schon der erste Krieg begann

Christina hat ihren Willen mit aller Macht
Durchgesetzt und dabei ihren Staat wie
Alle ihre vorher Vertrauten getäuscht 
Sie hatte es alleine für sich entschieden

Damit realisierte die Königin von Schweden
Das zu dieser Zeit europäische Großmacht 
War kurz nach Ende des dreißigjährigen
Krieges bereits absolutistische Herrschaft

Die Abdankung der jungen Königin ist
Das Ende des ersten Teils des Bandes
Bin nun gespannt wie das weitere Leben
Dieser klugen gebildeten Frau verläuft 

Sie hat sich ihre Freiheit erkauft egal
Welchem Glauben sie wirklich anhing
Hat sie ihre Macht aufgegeben um ein 
Leben in Freiheit führen zu können


Ebenfalls selbstbewusst ihr eigenes
Leben lebte Helen Hessel die unter
Amélie Rue Castiglione im letzten
Teil des Pariser Bilderbogens über

Die Frauen von Paris schreibt von
Denen sie nun eine geworden ist
Die große blonde Deutsche deren
Kolumne Ich schreibe aus Paris

Sie als Autorin der Frankfurter Zeitung
Bekannt machte kommt um fünf Uhr
Beginnt es mit hundert Frauen es sind
Heiße atmende duftende internationale

Sie wird mit Ah Madame begrüßt das
Erkennende bereite Lächeln scheint
Sich zu freuen es geht zur Anprobe
Wenn es ihr recht ist über den Gang

Da wären zwei Stufen sie soll nicht
Fallen und es wird sich gleich mit ihr
Beschäftigt aber auf dem Gang wird
Von der langbeinigen Juno bedauert

Es sei dieser Gang eine Promenade
Die Flüstergallerie zwischen den kleinen 
Spiegelstarrenden Salonkammern deren 
Türen offen stehen wie Straßen im Hafen

Auch Estelle die Kecke deren schöne Brust
Unter dem rot ihres Casaque steht wirft ihr
Kurzlockig volles Gesicht mit Schwung 
Hinter die schwarze frische Schleife

Die das Cape auf ihrer rechten Schulter
Festhält zuckt die Achseln gerade ist alles
Besetzt ob sie neue Modelle sehen wolle
Wird sie freundlich vorerst vertröstet 

Eine schlanke alternde Witwe stände sonor
Ihr klassisches Haupt trägt den Crépehelm
Und starrt in den Spiegel während ihre 
Linke Hälfte von einer gebeugten Gestalt

Weiter behandelt wird steht ein blonder
Jüngling mit Stecknadeln auf Silberteller
Eilen Damen und liebliche Geschöpfe
Um die Unbewegliche und an ihr vorbei

Noch einmal die Modelle für Madame
Wird Léontine gebeten die hochgestreckt
Mit Schmollmund die Jäckchen durch
Den Raum tanzt den sie sich bahnt

Sie schlüpft in Seidenfalten wie seidene
Futter aus ein immer wieder auf ihren 
Stählern federnden Kniekehlen dabei
So geschwind wie zugleich exakt

Ein feiner Blick in die Welt der Mode
Mit Zuschauern die für die eher matt 
Aussehende Tochter das Kind sich
Drehen lässt zur besseren Ansicht

Eine schmale Dame lehnt an der
Säule deren Mund kühlgrell leuchtet 
In geperltem Rot wehrt mit Lorgnon
Ab und hebt die große Ringperle hoch

Auf ihren dünnen Fingern lässt ihre
Gewimperten Augenflügel schlagen
Steht auf der Zartheit ihrer seidenen 
Füße dabei einfach so herum

Hinter dem halb zugezogenen Vorhang 
Englische Gotik zweier schlichter
Schwestern mit einer Begleiterin
Bewundern Mademoiselle Hélenes

Immer geistreichen Einfälle um so
Anerkennung zu gewinnen dieses kleine
Kostüm sei eine Schöpfung Mademoiselle
Wird sich dieser Schöpfung bedienen

Nun kommt Madame Jane für sie
Der blonde Jüngling folgt ihr der
Ganz frische Zähne hat und ihm gehorcht 
Sein Metermaß wie eine Peitsche

Doch Maß wurde schon genommen
Wendet sie noch ein was aber nur
Das grobe gewesen wäre jetzt würde 
Monsieur Gaston es ins Reine schreiben

Dafür sei die Fülle nach vorn noch 
Größer geworden wo nun eine
Dunkelhäutige Rehgelenke zeigte während 
Ihr ein kariertes Kleid vorgeführt wird 

Da kommt ein rotlila gefärbtes Haupt
Auf bleichen Schultern dabei drapieren
Zwei Gesten den enggeflochtenen
Seidenmantel es wird heiß und kalt

Auf Bedrängung folgt Erfrischung
Was Madame wünscht wird gefragt
Stoffe rollen Falten stehen drehen sinken
Stühle wechseln leer und beschwert

Durch die Scheiben dringt mattes Licht
Rollendes Gesause eilt draußen der
Kreislauf der Autos das Benzingewölk
Streichelt das nun geleerte Pflaster

So taucht Helen Hessel in ihrem so
Typischen Telegrammstil tief in die
Welt der Mode der großen Häuser
Die in dieser Welt einen Namen haben

Fein gibt sie die Stimmung wieder
Zeigt literarisch wie es zugeht
Bei der Anprobe was Frau sieht
Während Mann staunend betrachtet

Die heute Umkleidekabinen glichen
Eher Separees in denen noch die
Hilfreichen Geister Maß nehmen
Die vermessene Frau als Königin

Sie beschreibt treffend die Atmosphäre
Wunderbare Frauen als Kleiderständer
Führen hochbeinig Kreationen vor von 
Männern die nur selten Frauen lieben

Sie bewahren Haltung während sie
Vermessen und berührt werden um
Sich wie Königinnen zu fühlen wird
Der Kult um Kleider weitergespielt

Schneider berühren intime Stellen
Damit später sitzt wie angegossen 
Was für sie und ihre Figur gemacht
Zeigen sie sich wie sie gerne wären

Eine Welt für sich mit ganz eigener
Sprache und höfischen Sitten die 
Frau zugleich zur Königin machen
Wie als Objekt nüchtern bloßstellen

Denke an die Male als ich dies bei
Chanel in Paris erleben durfte wie
Das wilde Gewusel hinter der Bühne
Wo alles zum Auftritt vorbereitet

Als ich einen dieser Kleiderständer
Liebte die mit zweien zusammenlebte
Über den Dächern von Paris im VII.
Erinnerung an Tage in einer anderen Welt

Der Zauber den die Welt der Mode
Ganz besonders in Paris auf die
Vornehmlich Frauen ausübt fasziniert
Sie lassen sich zeigen wie sie sein sollen

Nach neuester Mode mit etwas weniger
Das dann noch an das etwas mehr der 
Eben Natur angepasst noch wird 
In einer Welt des schönen Schein 

jens tuengerthal 8.9.25



Montag, 8. September 2025

Einrichtungskunst

Einrichtungskunst

Wie du lebst so wirst du auch
Warum das Leben in einer Bibliothek
Sei sie auch noch so klein immer ganz
Anders sozialisiert als ein Beauty Salon

Ob im Herz deines Lebens also deinem
Wohnraum auch weniger ist mehr gilt
Oder hier andere Parameter dominieren
Bleibt eine immer spannende Frage

Bin schon als Kind neben gefühlt ganz
Riesigen Bücherregalen aufgewachsen
Welche die große Schatzkammer waren
In der sich das Wissen der Welt sammelte

Kirschholzmöbel massiv standen bei den
Eltern wie den Großeltern deren feines
Biedermeierzimmer Kinderideal war sie 
Prägen mein Bild vom Guten weiter

So bin ich heute auch eingerichtet in Berlin
Regale im Altbau bis zur Decke gefüllt
Mit den für mich schönsten Bücher die hier
In heiligem Frieden leben den auch kein

Putzen häufiger als lebensnotwendig 
Stören darf um die Ruhe zu genießen
Habe gerade einen Besen gekauft um
Nicht mit Lärm staubsaugen zu müssen 

Zwei Lesesessel und der Diwan sind die
Wichtigsten Sitzmöbel für mich der gern
In der Horizontalen als einzig aufrechter 
Lage im Leben über dieses dichtet 

Ein kleiner elektrischer Kamin mit dem
Eher dekorativen Samowar darauf über
Dem Bilder von Kant und Diderot hängen
Wie vielfältige Drucke von Liebermann

Ob das schon Bionade Biedermeier ist
Oder doch eher etwas eigen mit Büchern
Sei dahingestellt doch zeigt meine
Wohnung mich als Büchermenschen

Alles andere kommt danach oder wenn
Höchstens daneben und wer nicht vor
Den hohen Regalen glänzende Augen
Bekommt passt eher nicht zu mir

Einrichtung und auch der kleine Nippes
Den alle irgendwo haben erzählt viel
Vom Bewohner und seinem Glück
Mehr vielleicht als jede Biografie

Manche sind eingerichtet oder lassen 
Sich von Profis einrichten dann dauert
Es bis die Wohnung auch zu ihrem
Lebensraum wird der von ihnen erzählt

Die Einrichtungskunst ist vermutlich
Die Balance zu halten zwischen dem
Persönlichen Kitsch und einen Stil
Der dabei menschlich variieren kann

Wer dir nahe kommt fühlt das klar
Sieht was dich im Leben ausmacht
Behandelt es gefühlvoll mit Respekt
Alle anderen berühren nur scheinbar

jens tuengerthal 8.9.25

Apolitisch

Apolitisch

Früher war ich mal politisch engagiert
Kämpfte für Meinungen und hatte noch
Überzeugungen für die ich mich auch
An Bäume ketten und wegtragen ließ 

Heute lebe ich lieber im Biedermeier
Bin in keiner Partei mehr und reagiere
Eher genervt mit Rückzug auf jeden
Versuch politischer Polarisierung

Die zunehmende Radikalisierung wie
Der Missbrauch politischer Prozesse
Zu ökonomischen und militärischen
Machtdemonstrationen nahm die Lust

Bräuchte es gerade jetzt Engagement
Oder dringend viel weniger davon um 
In Ruhe leben zu können ist also der
Rückzug die vernünftigste Antwort

Politik ist die gewählte Leitung der
Verwaltung verfolgt keinen höheren
Zweck der Bekehrung oder Überzeugung
Dahin sollten wir wieder zurückkehren 

Lebe lieber im schönen Biedermeier als
Zur Radikalisierung beizutragen fände 
Weniger Politik sehr wünschenswert
Um friedlich miteinander zu leben

Wie Konservative immer noch mit einer
Gewissen Hysterie auf Grüne einschlagen
Ist so nervig wie die Faschismushysterie
Vor einer Minderheit von Rechtsradikalen

Selbst im tiefbraunen Sachsen schaffte
Ein AfD Kandidat in Meißen der früher für
Die NPD noch stand keine Mehrheit 
Mehr merkelsche Langeweile täte gut 

Abgrenzung von Rechtsradikalen ist nötig
Ihr Gebaren offen zu legen kann helfen
Wie Geduld und politische Bildung auch
Die historische Fundamente erst schafft

Dazu gehört eine strafbewehrte strenge
Tabuisierung der Faschismus wie die
Kenntnis der historischen Vorgänge um
Eine breite Front dagegen wach zu halten

Schneller und effektiver wäre ein Verbot
Der Rechtsradikalen die nach dann auch
Genutzten BND Informationen klar vom
Kreml finanziert und geführt wurden

Ein europäischer Skandal der uns hilft
Die schädlichen Populisten als vom
Kreml finanziert zu beseitigen würde 
Viele lange Diskussionen uns ersparen

Politik soll die Verwaltung leiten damit
Sie nach dem von ihr beschlossenen Recht
Arbeitet und unauffällig für Ordnung sorgt 
Das soll so langweilig sein wie es klingt

Im übrigen beschäftige ich mich lieber
Mit Literatur Kunst Liebe und Lust wie
Epikur es schon lehrte statt irgend auf
Politische Wahrheiten noch zu setzen 

Ein starker Rechtsstaat der seine Feinde
Effektiv mit Verboten bekämpft die der
Inneren Stabilität und Sicherheit dienen
Ist der Schlüssel zum Frieden der Bürger

So wenig wie möglich sollte der Staat
Bemerkt werden außer wo nötig um
Die Wurzeln unserer Demokratie zu
Verteidigen gegen alle ihre Feinde

Gut ist ein Staat der unbemerkt bleibt
Die Prinzipien des Grundgesetzes sichert
Seine Bürger in Freiheit leben lässt um
Ein gutes friedliches Leben zu führen 

Schlecht geführt ist ein Staat der ständig
Aufmerksamkeit und Engagement fordert 
Um den richtigen Kurs zu behalten was
Eher pflegebedürftig zu nennen wäre

Es sich leisten zu können apolitisch ein 
Friedliches bürgerliches Leben zu führen
Wäre ein Ausweis für echte Stabilität
Die dauerhaft gutes Leben sichert 

Wie der Rechtsstaat funktioniert habe ich
Im Jura Studium zur genüge gelernt was
Den Dichter und Flaneur nur langweilt weil 
Die Kunst mir immer spannender bleibt 

Sofern aber ein faschistischer russischer
Diktator wie ein amerikanischer Oligarch
Den Frieden bedrohen ist Krieg nötig um
Dauerhaft in Frieden in Europa zu leben

Wenn zwei Gauner die Macht der Welt
Mit Lügen ergriffen braucht es einen 
James Bond der diese beseitigt die dem
Friedlichen Leben stets entgegenstehen

Ansonsten wäre ich lieber apolitisch
Beschäftigte mich mit Literatur und Kunst
Wenn mich nicht Frauen beschäftigen
Was sie schon mein Leben lang taten

Mehr Biedermeier und weniger Politik
Wäre hoffentlich bald wieder schön
Weil die Kunst Glück genug sein kann
Ein völlig erfülltes Leben zu führen

Die Liebe zu den Frauen macht auch
Gerne diesen Eindruck beschäftigt noch
Intensiver als die Kunst immer wieder
Was beiden selten wirklich gut tut

jens tuengerthal 8.9.25

Willenlos

Willenlos

Völlig willenlos
Einander lieben wäre
Wunderbar naiv

jens tuengerthal 8.9 25

Toleranzedikt

Toleranzedikt

Jeder nach seiner
Fasson war gut preußisch als
Toleranzedikt 

Daran erinnern
Könnte helfen in Zukunft
Es auch zu bleiben

jens tuengerthal 8.9.25

Meinungsunbildung

Meinungsunbildung

Eine Meinung hat
Allein wer ungebildet
Vielfalt nicht erkennt

jens tuengerthal 8.9.25

Liebesmüh

Liebesmüh

Vergebene Liebesmüh ist im deutschen
Ausdruck für vergebliche Versuche was
Gerne auch ohne Liebe benutzt wird 
Gescheiterte Versuche zu benennen

Ist denn Liebesmüh je vergeblich
Oder immer Ausdruck von tiefer
Liebe die sich umeinander bemüht
Was schon ziemlich mühsam klingt

Sollte Liebe nicht Flügel verleihen
Die zueinander fliegen lässt wenn
Die Sehnsucht nacheinander wächst
Überlege ich von Liebe träumend

Keine Liebe begann richtig mühsam
Dann ließen beide schnell davon ab
Solange noch genug Vernunft da ist
Die heute schon vorher vorbeugt

Nach genug schmerzhaften Verlusten
Des eigenen Herzens bin ich mit den
Verbliebenen Resten an Gefühl nun
Zumindest theoretisch vorsichtiger

Praktisch funktioniert das selten aber
Was wäre auch eine Liebe wert die
Einer vernünftigen Theorie folgt wo
Doch blindes Vertrauen gefragt ist

Jede Liebe die wir leben wird irgendwann
Auch mühsam wenn wir noch so etwas
Wie eine Beziehung erhalten wollen
Ohne diese Versuche liebt sich leichter

Aber jede Liebe die bleibt und überlebt
Trotz aller verständlichen Zweifel wäre
Aller Mühe wert denke ich heute was 
Sich in Beziehung genervt schnell ändert 

Die Kombination von Liebe und Mühe
Finde ich dennoch eher unpassend aber
Ziemlich realistisch weil eigentlich
Passen wir ja nie wirklich zusammen 

So als Männer und Frauen wie als
Gleichberechtigte Wesen die doch 
Ursprünglich von zwei Planeten kamen
Aber mit etwas Liebesmüh geht es dann

jens tuengerthal 8.9.25

Sonntag, 7. September 2025

Lektürentagebuch 7.9.25

Lektürentagebuch 7.9.25

In der 34. Erzählung des Papageienbuch
Erfahren wir wie Buddhimati doch zu dem 
Seidenkleid kommt dass ihr der Ehemann 
Der Bauer Kalita zunächst verweigert hatte

Sie hatte ihren Mann nach einem solchen
Gefragt und er hatte es abgelehnt weil er
Ein Bauer wäre und die trügen Baumwolle 
Worauf sie sich erst ohne ein Wort fügte

Als der Vater der wohlhabend war mit den 
Anderen Bauern am Dorfrand saß schickte 
Sie den Sohn mit den Worten los er solle
Nun zur Reissuppe nach Hause kommen

Darauf schämte sich der Bauer vor seinen
Freunden weil dies nur ein Essen für Arme
Wäre und schimpfte mit seiner Frau der er
Das Kleid versprach wenn sie dafür seine

Schande im Dorf durch Umdeutung ihrer
Worte wieder auflösen könnte worauf sie
Sprach lade das nächste mal all deine 
Freunde zum Essen mit zu uns ein 

Sie zauberte ein reiches Essen mit ganz
Vielen feinen Zutaten schickte wieder den
Sohn mit den gleichen Worten den Vater
Holen der darauf alle Bauern zu sich einlud

Diese die mit einer nur Reissuppe
Rechneten waren erstaunt und alle
Redeten lobend über seinen Reichtum
Der so ein Mahl eine Reissuppe nennt

Wenn die Prinzessin also ihren Worten
So wie Buddhimati eine ganz andere 
Bedeutung geben könnte solle sie ruhig
Zu ihrem Liebhaber wieder gehen

Damit hat die kluge Frau die ihren Mann
Öffentlich beschämt hatte mit der bloß
Reissuppe ihre Worte umgedeutet und
Der Bauer gewann noch an Ansehen 

Es zeigt wie leicht der öffentliche Klatsch
Umgedreht werden kann durch eine Geste 
Der Großzügigkeit die sich nur mit ihrer
Bescheidenheit dabei noch edel tarnt 

Sie beschämte ihren Mann ob seines
Geizes und erreichte so alles was sie
Durch Behaarung nie erreicht hätte durch
Kluge Taktik und drehte den Sinn um

Wie gut ginge es wohl manchen Ehen
Würden mehr so klug versuchen ihre
Ziele zu erreichen statt mit Gewalt für
Durchsetzung ihrer Macht zu kämpfen

So wird beiden die Chance gegeben
Ihr Gesicht zu wahren und aufrecht
Aus einem sonst Konflikt zu gehen
Was auch der Liebe immer besser tut


Im arabischen Diwan aus der immer
Wunderbaren Anderen Bibliothek die
Verse des Dichters Hâtim al’Tâ’i über
Das Rad des Schicksals gelesen

Hâtim gehört zu den Gestalten mit denen
Goethe sich im westöstlichen Diwan 
Identifizierte wobei dieser meist seine
Großzügigkeit noch selber hoch lobt 

Hâtim zeigt sich als Genussmensch der
Hedonistisch noch vorislamisch denkt
Er zeigte wie mit Reichtum und Erfolg
Ehrenvoll umzugehen sei warum er

Auch im islamischer Zeit verehrt wurde
Die Konflikte mit seiner Frau die seine
Zu große Großzügigkeit beklagt sind
Legende und Vorbild vieler Ehegeschichten

Die vielen Legenden um Hâtim ließen ihn
Goethe zum Alter Ego werden im Diwan 
Der ihn Hatem nennt im Buch Suleika das
Seiner Flamme Marianne von Willemer galt

Ob es Hâtim wirklich gab ist unklar der
Legende nach lebte er um 550 war schon
Als Kind so ruinös großzügig dass seine
Brüder ihn entmündigen ließen dafür 

Er soll sogar nach seinem Tod noch mit
Immer vollen Töpfen an seinem Grab für 
Die Gäste dort gesorgt haben über seine
Frau die ihn verstieß gibt es eine Sage

Danach sorgte er auch noch bereitwillig
Für ihre Gäste die zu ihm wollten worauf
Sie schimpft genau darum verstieß ich
Dich großzügigen Verschwender doch 

Die Verse erzählen vom Rad des Schicksal
Welches das ewiggleiche ein und aus wäre
Das Rad hielte nie an nur wir blieben nicht
Wir schreiten auf der Spur unserer Frist nur

Dort lobt er sich für seine Tapferkeit mit der
Er andere Stämme überfiel und wie er nie
Im Leben die geheimen Orte der Nachbarin 
Betreten hätte also immer treu gewesen sei

Viele seien nur Sklaven ihres Besitzes
Seiner dagegen sei ihm zu Diensten wer
Gutes tun will sieht sich weit nach Gästen
Um während wer geizig ist wegsieht 

Manche seien schon mit Niedertracht 
Zufrieden während andere lieber zu
Den Sternen strebten er hätte viele
Bittende erhört um Gutes ihnen zu tun

Wer taub sich stellt dagegen verdiente
Wohl dass wer sich über ihn empört
Endet sein Selbstlob im Rad des Schicksal
Es ist ein tue Gutes und rede darüber


Nach den uralten indischen und arabischen
Geschichte nun zu den Geschichten einer
Starken Frau im Paris der Zwanziger Jahre 
Helen Hessel in Ich schreibe aus Paris

In ihrem Pariser Bilderbogen geht es nun
Zum Boulevard Rochechouart wo sie 
Durch eine Tür in den verqualmten Raum
Gleich an der Ecke des blanken ‘zinc’ ist

Es fließt aus diesem der Kaffee und
Schnaps aus vielen Flaschen während
Ein zorniges Mädchen auf den Wirt der
Hemdsärmelig ist nackten Armes schimpft

Atemberaubend sei die Enge dort durch
Die das gedämpfte Gedröhn der Kapelle
Klingt als orchestrales Dudeln dabei der
Harmonika und Geschwirr des Banjo

Ihr Gestampfe ist unaufhaltsam selbst im
Gelegentlichen Stocken noch und wo der
Raum sich dehnt wird getanzt dabei lehnen
Zuschauer auf der Galerie in der Haltung

Von Andächtigen in einer Kirche versunken
Bewegungslos dabei während blinde Spiegel die Aufschrift 4 sous la danse
Zu den bunten Blumengewinden tragen 

Die Paare seien ernst vor Inbrunst trotzige
Mädchengesichter fast wütend vor Jugend
Mit kurzen warmen Mähnen wirken sie Hurenherrlich dabei voll zorniger Lust

Während Kleinere mit dünnen Füsschen
Eingebettet an der Brust ihres Geliebten
Ruhen glänzt unter tiefem Hutschatten eine
Nußglatte Nasenspitze über grellen Lippen

Grüner Flitter und staubiger Chiffon dazu
Einzelne sind schön aber alle sind deutlich
Auf den Stufen zur Galerie steht eine völlig
Ungeschminkt deutschaussehende Dicke

Sie sammelt unwillig die Sous der Männer
Die ihre Mädchen auch zahlend nicht mehr
Loslassen und diese Männer seien bleich
Blicklos drehen sie das Warme im Arm

Erschreckend sei es fast als sei das Leben
Aus diesen Gesichtern verzogen irgendwo
Anders hin und tobe dort im Verborgenen
Beschreibt sie die Atmosphäre brutal klar

Die glänzende und die dunkle Seite der
Prostitution und ihrer armen Nutzer die
Sich Körper kaufen ohne Gefühle an 
Denen es mangelt dafür zu bekommen

Wie fühlt sich die ältere Frau zwischen
Den ganzen jungen Huren dort die
Vielleicht auch keine sonst sind als
Freizügige Mutter junger Knaben

War Helen Hessel dort mit Henri der ihr
Viele der Pariser Etablissements zeigte
Gar mit dem Flaneur Franz ihrem Mann
Wurde sie auch als Geliebte ausgeführt 

Weiß es nicht aber ihre starke Sprache
Mit eindrucksvollen Bildern macht die
Erotisch käufliche Stimmung sichtbar
Sie ist Flaneuse und wertet doch dabei

So steht Helen Hessel daneben aber
Drückt die gefühlte Stimmung dabei
Als Frau mit anderen Blick aus als es
Der Pariser Flaneur Hessel gern tat

jens tuengerthal 7.9.25

Wohlstandswahrung

Wohlstandswahrung

Der Kanzler gibt die Parole aus es
Müsse von allen mehr getan werden
Um den Wohlstand zu wahren den 
Wir uns nicht mehr leisten könnten 

Dazu hätten wir über unsere Verhältnisse
Gelebt müssten nun also sparsam sein
Warum den Ärmsten zuerst von ihrem
Bescheidenen Wohlstand genommen wird

Nicht infrage aber kommt für diesen eher
Asozialen dort etwas zu nehmen wo längst
Mehr als genug vorhanden ist also dem
Vorhandenen Wohlstand umzuverteilen

Wer dies wolle gefährde damit den
Deutschen Mittelstand die dicke Bank
Auf die alle gerne setzen weil es Masse
Genug wäre sich an der Macht zu halten

Auch wenn dort nur Politik für Reiche
Gemacht wird deren Vermögen weiter
Zu schützen wird behauptet es müssten
Alle härter arbeiten Wohlstand zu wahren 

Dabei gibt es eine ganz einfache Gleichung
Wir sind längst viel zu viele und müssen
Dringend weniger werden wie aus der
Konzentration den Gewinn schöpfen

Wer den Wohlstand wie das Klima noch
Retten will und beide hängen infolge eng
Zusammen muss auf weniger setzen wie
Dies als großen Gewinn verkaufen können

Wahrung geht nur über weniger also eine
Bewegung radikaler Konzentration womit
Was bleibt genug für alle ohnehin wäre
Ohne Kinder erbt der Staat genug 

Wer Deutschland und die Welt retten will
Muss also weniger arbeiten und wollen
Statt mehr wie der schädliche Merz in
Veralteten Denken gefangen erzählt

jens tuengerthal 7.9.25

Hörbuchplage

Hörbuchplage 

Es gibt immer mehr Menschen
Leider vielfach Frauen die meinen
Hörbücher hören sei wie lesen nur
Viel praktischer weil noch so viel
Nebenbei erledigt werden könnte

Denen Berieselung Freude macht
Beim anderen die so neben all
Dem Haushalt und Job noch
Zum lesen kämen weil ihnen
Jemand die Ohren voll quatscht

Hatte selbst früher sowohl die
Buddenbrooks wie den Zauberberg
Gelesen von Gert Westphal die ich
Auf langen Autofahrten gerne hörte
Weil ich beide schon gelesen hatte

Bis jetzt zum Jubiläum von Thomas Mann
Habe ich die beiden liebsten nicht mehr
Gelesen gehabt weil ich immer dachte
Die kenne ich ja schon auswendig vom
Vorlesen des grandiosen Westphal

Auch Joseph und seine Brüder habe ich
Vom Meister Westphal gelesen noch auf
Irgendeiner mobilen Festplatte aber zum
Glück nie gehört weil ich vorher das Buch
Ganz gelesen haben wollte was Zeit hat

Seit über dreißig Jahren lese ich daran
Immer nur nach Laune und liebe es so
Noch ein Meisterwerk vor mir zu haben
Aber lesen ist nicht hören kein Vergleich
Lektüre braucht Zeit und Konzentration

Ob ich ein Hörbuch höre oder Musik mich
Eben berieselt ist völlig egal wer nicht liest
Sich keine Zeit für Lektüre mehr nimmt
Ist bereits Teil einer verblödeten Masse
Die ihre Bildung aus dem Fernseher haben 

Mit dem Buchdruck kam die Wende die
Wurzeln für die Aufklärung legte die in 
Der Demokratie ihre Vollendung fand 
In der sich ein gebildetes Volk nach
Der Verfassung einen Vertrag gab

Heute liest kaum wer mehr außer
Nachrichten in Sozialen Medien aber
Bücher gibt es höchstens elektronisch
Viel lieber noch als Hörbücher um bei
Sonstiger Tätigkeit unterhalten zu werden

E-Books sofern sie wie Bücher wirklich
Seite für Seite gelesen werden können
Auch funktionieren aber es braucht um
Mündiger Bürger zu werden wie auch
Zu bleiben ständiger Lektüre und wer

Nicht mindestens in einem guten Buch
Liest sollte sein Wahlrecht verlieren weil 
Das zur Mitgestaltung nötige Bewusstsein
Ohne gute Lektüre völlig verloren geht wie
Es dem Geist der Verfassung entspricht

Natürlich können Menschen gerne ihrem
Netflixabo frönen oder sonst schauen
Jede nach ihrer Fasson wie entsprechend
Den eigenen Fähigkeiten nur wählen
Brauchen diese Zuschauer nicht mehr

Die USA führen uns gerade vor wie eine
Alte Demokratie zur mafiösen Oligarchie 
Verkommt wenn auch der Präsident nur
Fernsieht statt Bücher zu lesen ist der
Weg in den Abgrund absehbar wohl 

Davon befreien auch keine Hörbücher
Die nur die Plage ständiger Brieselung
Weiter fortsetzen auch wenn sie noch
Spuren von Bildung enthalten können
Braucht Bildung immer einsame Leser

Es braucht auch kein Gerede über Bücher
In Gruppen von Lesern denen es nur ihre
Kostbare Lesezeit stiehlt aber besser als
Viele andere Beschäftigung sind diese
Nur ersetzen sie nie die einsame Lektüre

Leser sind immer auch einsame Menschen
Die diese Zeit mit guter Lektüre füllen
Der Mut dies sein zu wollen ist derselbe
Den Kant zum Motto der Aufklärung einst
Machte sapere aude gilt heute noch mehr

Habe den Mut für dich zu bleiben um
Allein die Welt der Bücher zu entdecken
Statt nur über irgendwas zu quatschen
Halte Abstand von all dem Gerede und
Wage selbständig kritisch zu denken

jens tuengerthal 7.9.25