Samstag, 30. November 2024

Malbececke

Malbececke

Angekommen im Crossroads noch
Vor Mitternacht ist die Bar oben wie
Unten am Freitagabend gut gefüllt
Mit teils bekannten Gesichtern sogar

Eben kommt Nina die hier quasi zum
Inventar schon gehört der sogleich
Ein Ständchen zu ihrem Geburtstag
Von den Barstehern gesungen wird

Es ist eine schöne Gemeinschaft hier
Die fröhlich trinkend rauchend noch
Den Rest Leben etwas feiert solange
Es noch einen Grund dazu gibt

Gleich hat der Dichter noch das
Geburtstagskind auf der Treppe
Gedrückt und geherzt als auch
Inventar zwischen den Etagen

Es ist viel los und eine gewisse
Unruhe liegt im Raum die gerade 
Auch die Musik wiederspiegelt doch
Finden sich Ecken der Ruhe noch

In einer solchen genießt der Flaneur
Mit Abstand die Gespräche der anderen
Um daraus Verse zu formen wäre es
Je irgend weiterer Worte noch wert

Eine englische Liebeserklärung für
Das Geburtstagskind Nina die es
Lachend mit Kusshand erwidert
Während Tino dazu nur brummt

Andere Damen an der Bar zeigen
Ihre Schönheit mit lustvollem Einsatz
Ihres Körpers den Nachbarn zu fesseln
Der zumindest für Momente gebannt

Sich schnell wieder ablenken lässt
Dabei ist ihr Bemühen mit nackten
Armen durchaus sehenswert nicht
Ohne schauspielerisches Talent

Oben turteln frische oder weniger
Neue Paare eines knutscht sogar
Was romantische Erinnerungen
Teilweise zumindest wecken kann

Die erfahrenen Paare dagegen
Reden eher intensiv aufeinander ein
Wobei die Männer deutlich mehr
Lauschen und ertragen dürfen

So spiegelt das Crossroads hier
Alle Ebenen der Liebe die so gern
Nach erster Aufregung sich im
Aufeinander einreden verliert

Eben kam noch Roxy in blond
Mit dunkelroten Lippen zum
Schwarzen Mini mit Stilettos
Begrüßt alle mit seinem Bass 

Nun wurde es beim Beobachten
Mitternacht und die lange Nacht
Beginnt mit unklarem Ausgang
Für verschiedene Hoffnungen

Eigentlich sehnen sich alle nach
Zärtlichkeiten und mehr doch wie
Unterschiedlich sind die Wege die
Häufig Umwege sind dahin immer

jens tuengerthal 29./30.11.24

Freitag, 29. November 2024

Bibliotheksleben

Bibliotheksleben

Das Leben in einer Bibliothek
Hat für Allergiker auch Nachteile
Entweder ich putze ständig was
Dem Autor dieser Zeilen fern liegt

Weil es jede Bibliothek ungemütlich
Steril wie eine Arztpraxis machte
Oder es wird immer staubig sein
Und ich fühle mich lieber wie in

Einer alten verstaubten Bibliothek
Als an den Zahnarzt zu denken
Weil alles desinfiziert schon riecht
Sauberkeit wird ohnehin überschätzt

Schwächt nur das Immunsystem wie
Ordnung scheller verblöden lässt weil
Genies bekanntlich ihr Chaos beherrschen
Ohne wären sie also machtlos

Einige Liebste hatten schon einen
Relativen Putzfimmel und diesen
Gelegentlich hier ausgelebt was ich
Höflich dankbar zur Kenntnis nahm

Im Wissen die Zeit löst solche eher
Unwichtigen Probleme ganz alleine
Der Staub ist stärker und bleibt eher
Länger als die meisten Liebsten je

Woran das auch immer liegen mag
Wer also in einer Bibliothek lebt muss
Mit den Folgen klarkommen können
Um sein Universum zu genießen

Die Bewohner einer Bibliothek haben
Den großen Vorteil vor anderen eher
Getriebenen Wesen ohne irgendwo
Hin zu müssen die Welt zu haben

Dieses Universum überschreitet leicht
Die Grenzen von Zeit und Raum durch
Eine der schönsten Tätigkeiten Lesen
Was dauerhafte Zufriedenheit schenkt

Gerade erzählte mir eine Liebste vom
Stress den ihr ihre bald Reise macht
Aufräumen putzen Tiere versorgen
Nachbarn mit Pflanzen beschäftigen

All dies ersparen sich die Bewohner
Einer Bibliothek lieber ganz um sich
Auf das Lesen zu konzentrieren was
Überall zu jeder Zeit uns hinführt

Sehe ich also vom Staub einmal ab
Den ich mit langer Übung ignoriere
Führen Bibliotheksbewohner das wohl
Entspannteste Leben rund um die Welt

Dichte dies als Stauballergiker also
Einer der weiß was ihm dort droht
Aber es für den Gewinn an Ruhe
Gelassenheit Schönheit ignoriert

So ähnlich sollen es wohl manche
Männer mit nervösen Frauen halten
Ziehe inzwischen Bücher vor da diese
Weniger beim Liebesakt reden

Das Bibliotheksleben ist eine Form
Des nachhaltigen guten Lebens
Was die eigenen Ressourcen schont
Wie dir dabei ein Universum offenbart

Reisender nach überall zu jeder Zeit
Ohne den Ort zu verlassen hat der
Bewohner einer Bibliothek alles dort
Was ihm nur kostbar scheinen kann

jens tuengerthal 29.11.24

Verantwortungslost

Verantwortungslost

Bei der FDP wird nach dem
Skandalösen D-Day Papier
Verantwortung übernommen
Der Generalsekretär tritt zurück

Mit ihm geht zugleich noch der
Bundesgeschäftsführer damit
Es scheint dort werde endlich
Von Verantwortlichen aufgeräumt

Der noch Parteivorsitzende Lindner
Bestätigte ihre Ahnungslosigkeit
Er muss das wissen denn er war
Dabei und kannte also das Papier

So ist bei den nur sogenannten
Liberalen verantwortlich für den
Politischen Flurschaden wer nichts
Von etwas weiß und haftet blind

Dies wird getan um ihren großen
Vorsitzenden zu entlasten der sie
In die nächste Wahl führt darum
Keine Verantwortung übernimmt

Dies nennen die FDP Granden dann
Verantwortungsvolle Aufklärung die
Unbeteiligte bestraft um die Täter wie
Ihre Anstifter unbehelligt zu lassen

Vielleicht war es die größte Tat des
Daran eher bescheidenen Kanzlers
Den Verantwortlichen vorher schon
Quasi instinktiv richtig zu entlassen

Die FDP opfert stattdessen einen
Am Schlachtplan unbeteiligten Bauern
Der ahnungslos kommunizierte darum
Alle anlog die es bald besser wussten

Kurz gesagt die FDP opfert die Opfer
Ihrer ungeheuren Strategie wie einer
Mangelnden internen Kommunikation
Um Täter und Anstifter zu schützen

Wer soll diese Partei noch wählen
Was ist davon noch liberal solange
Die Beteiligten im Amt bleiben
Ist das schlichte Vetternwirtschaft

Dieser geistige Porschefahrer hat nur
Die Überholspur gebucht ohne dabei
Verantwortung je zu übernehmen für
Seine Taten ist also ein Geisterfahrer

Die früher Verteidiger der Freiheit
Wofür liberale Ideale einst standen
Machen Unschuldige verantwortlich
Um Schuldige besser zu schützen

Früher war Verantwortung sich
Seiner Taten zu stellen heute ist
Bei der FDP Lost wer solche im
Entscheidenden Moment übernimmt

Wer noch Reste von Vernunft hat
Verlässt diesen korrupten Haufen
Der organisiert den Amtseid bricht
Bevor er unschuldig schuldig wird

jens tuengerthal 29.11.24

Liebesplan

Liebesplan

Habe keinen Plan
Wo Liebe zu finden ist
Vielleicht besser so

jens tuengerthal 29.11.24

Planlos

Planlos

Planlos passiert viel
Weniger überraschend 
Alles bleibt möglich

jens tuengerthal 29.11.24

Dämmerung

Dämmerung

Tagen beim werden
Zusehen lohnt weniger
Schlaf gelegentlich

jens tuengerthal 29.11.24

Vorwecker

Vorwecker

Einer Stunde vor
Dem Wecker zu erwachen
Ist geschenkte Zeit

jens tuengerthal 29.11.24

Lustkunst

Lustkunst

Was ist die höchste Kunst der Lust
Gleicht sie der Liebe und geht es
Um Hingabe an den anderen mehr
Als um eigene Befriedigung nur

Es gibt viele Spielarten des Sex
Sie werden hier weder bewertet
Noch in eine Rangskala gestellt
Alle mögen tun was ihnen gefällt

Doch die Kunst der Lust ist nur
Die sich gegenseitig durch diese
Befriedigung zu schenken alles
Andere dabei ist nur ein Vorspiel

Vorspiele sind schön und decken
Den Bedarf an Zärtlichkeiten sind
Das was die meisten nur kennen
Doch zusammen Kommen zählt

Dieses sich allein mit den Mitteln
Der Lust zusammen zu befriedigen
Ist die höchste und seltenste Kunst
Wie mich das Alter inzwischen lehrte

Wer sie kennenlernen durfte weiß
Wie wunderbar dieses Glück ist
Das keine andere Spielart braucht
Um tiefste Befriedigung zu finden

Auf welchem Weg dieses Geschenk
Sich gemacht wird ist völlig egal
Was zählt ist die Konzentration auf
Den Moment ganz miteinander

Sich auf diese Kunst einzulassen
Ist die wohl schönste Variante die
Manchmal einfach alleine kommt
Häufig Geduld und Übung braucht

Insofern dieses Training gesund wie
Lustvoll schön ist sei es allen dringend
Zur Nachahmung empfohlen weil es
Nichts schöneres dabei geben kann

Alles andere wird zu viel Lärm um Nichts
Verglichen mit diesem geteilten Glück
Was einander zufrieden mit allem sich
Dankbar den Moment genießen lässt

Lieber Enthaltsamkeit mehr üben wie
Über Sex und die jeweiligen Bedürfnisse
Viel reden um Wege zu finden die sich
Eine Chance dazu eröffnen können

Es geht nicht um sportliche Ziele dabei
Das gelingt nicht jedes mal wie auch 
Wenigen überhaupt doch lohnt es sich
Das schönste als Ziel hochzuhalten

Die Kunst ist es nach Vollkommenheit
Der Lust miteinander zu streben doch
Jeden Moment als Glück zu genießen
Egal wie es am Ende wem dabei kommt

jens tuengerthal 29.11.24

Liebeskunst

Liebeskunst

Unter Liebeskunst wird meist
Mehr oder weniger durchsichtig
Die Erotik und Technik beim Sex
Behandelt und selten die Liebe

Wo sie als Mittel zum Zweck 
Den Weg in die Horizontale mit
Liebeserklärungen als großem
Vertrauensbeweis ebnen soll

Doch Liebe ist völlig zweckfrei
Kein Mittel um Sex zu bekommen
Schadete beidem und brächte
Keinem Beteiligten einen Vorteil

Was aber ist die hohe Kunst der
Liebe und wie kann ich sie lernen
Gibt es dafür eine Übung außer
Sich dieser ganz hinzugeben

Wenn Liebe bedingungsloses
Gut wollen voller Gefühl ist was
Die vernünftigste Definition noch
Einer unvernünftigen Sache scheint

Fragt sich wie dieses aufrechte
Wie echte Gefühl je geübt werden
Soll außer durch Hingabe an es
Um ihm so Flügel zu verleihen

Wer bedingungslos gut will
Nimmt sich damit zurück um
Der Geliebten Person alles
Was sein Gefühl trägt zu geben

Wie selten damit Liebe ist die
Keine Vorbehalte mehr kennt
Sich nicht an Bedingungen knüpft
Lehrt alle ehrliche Erfahrung

Die höchste Kunst der Liebe
Scheint mir darum zu sein sich
Diesem Gefühl ganz hinzugeben
Also zweifellos damit zu lieben

Selten nur gelang mir das wie
Die Erfahrung Zweifel nie minderte
Doch für Momente war sie ganz da
Zweifellos das schönste im Leben

jens tuengerthal 29.11.24

Donnerstag, 28. November 2024

Lektürentagebuch 28.11 24

Lektürentagebuch 28.11 24

Am regnerischen Donnerstag die Zeit
Zum lesen und dichten genutzt dabei
Im Zauberberg lächelnd gelesen wie
Über Friedells Blick auf Spinoza gelacht


In Thomas Manns Zauberberg war heute
Das Kapitel Freiheit an der Reihe das den
Namen erst gegen Ende begründet außer
Wir zählen Hans Castorps Gedanken mit

Es beginnt mit Hermine Kleefeld die als
Schlichteres Gemüt ironisches zur Zeit
Im bald schon Oktober bemerkt und wie
Sie hier diese doch verschwendeten

Was Settembrini unglaubwürdig nennt
Dem der Verein Halbe Lunge ohnehin
Eher suspekt ist als verantwortungslos
Woraus sich ein Diskurs entwickelt

Hans findet die Urteile Settembrinis zu
Scharf aber sagt weniger als er denkt
Doch endet dieser vor der Zimmertür
Mit einer Bemerkung Settembrinis zu

Den Russinnen in seiner Liegekur
Die Hans empört weil er sich dabei
Ertappt fühlt und sich darauf zornig
Auf den Leierkastenmann verzieht

Doch findet all dies nur im Kopf des
Protagonisten statt in den uns der
Autor hier schauen lässt was seine
Freiheit ist und Hans Freiheitswillen zeigt

Eine Art Emanzipation von seinem Lehrer
Der stets das letzte humanistische Wort hat
Manches ungesagte wirkt in ihm fort noch
Potenziert durch seine großen Gefühle

Wie findet er in der anstehenden Pflicht
Nun wieder zur inneren Ruhe und so 
Beschließt er in der Liegekur die kleine
Lampe neben sich einen Brief nach Hause 

An seinen Onkel James Tienappel den er
Allen anderen vorzieht zu schreiben was
Seine Freiheit hier oben wie er in seinem
Trotz denkt auf Dauer dann sichern soll

Dies mit der Bitte um Anweisung von
Achthundert monatlich was seine Mittel
Die ihm frei zur Verfügung stehen aus
Dem Erbe bei weiten nicht überstiege

Jedoch ein großzügiges seiner Klasse
Er wusste ja was er sich schuldig war
Würdiges Leben ermöglichte ihm also
Freiheit hier auf Dauer damit sicherte

Erstaunt bemerkt Hans wie die Messung
Nach dem Brief sogar 37,8° ergibt was er
Dann als PS unter den Brief setzt als
Erklärung warum er nur selten schreibe

Diese kleineFreiheit nimmt er sich um so
Enttäuschung im Flachland zu umgehen
Ungestört sein Leben hier oben zu führen
Als nun einer von ihnen damit zufrieden

Die rebellische Freiheit gegenüber dem
Guten Menschen und Humanisten der
Settembrini sicher ist gab ihm die Kraft
Alles nötige voller Trotz zu erledigen

Damit richtete er sich ohne Angabe
Einer Zeit auf einen wohl dauerhaften
Aufenthalt im Sanatorium Berghof ein
Nahm sich diese Freiheit gegenüber

Seinem humanistischen Lehrer als
Der Settembrini ihn gern ermahnte
Richtete sich langfristig ein statt mit
Einer baldigen Rückkehr zu rechnen

Hans fühlte sich angekommen wie
Wohl in diesem neuen Leben und
Verfolgte eigene emotionale Ziele
Ging der Welt ein Stück verloren

Ob die erhöhte Temperatur eher an
Dem vorigen Gespräch mit Settembrini
Seiner Aufregung über diesen wie im
Besonderen dessen letzter Bemerkung

Lag als am entspannten Schreiben des
Briefes sei dahingestellt zumindest nutzt
Hans seine neue Freiheit als Kranker sich
Von gesellschaftlichen Pflichten freizustellen


Egon Friedell beschäftigt sich in seiner
Kulturgeschichte der Neuzeit mit dem
Juden Baruch Spinoza was er betont
Wie die geistige Gefahr durch diese immer

Diese kritische Sicht auf die Juden mag
Dem Juden Friedell gestattet sein der aus
Einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie
In Wien noch stammte und dort lebte

Erzählt wie die jüdische Gemeinde von
Amsterdam Spinoza zunächst für sich
Zu gewinnen versucht mit Versprechungen
Angebote machte bis sie ihn schließlich

Verfluchte und damit bannte was noch
Andere das Leben gekostet hatte aber
Spinoza der unbestechlich immer blieb
Nicht weiter zu erschüttern schien

Friedell erläutert warum das diesen
Freien Denker nicht tangierte sondern
Eher anspornte wie Spinoza seine Ethik
Mathematisch mIt Logik begründete

Gott und Natur dabei gleichsetzt ihm aber
Jede personale Existenz abspricht die nur
Menschlich begründet wäre kein irgend
Vollkommenes Wesen je haben könnte

Was zu Ende gedacht danach eigentlich
Nicht existieren kann auch wenn er dies
Lieber so nicht sagte  dafür das Streben
Nach Selbsterhaltung als Grundkraft des

Lebens wie er es verstand definierte
Die höchste Größe erreichte die Seele
Für Spinoza in der rein intellektuellen
Liebe zu Gott die den meisten fern liegt

Wie in Konsequenz Gott absurd überflüssig
Machte auch wenn er ihn die reinste Seele
Nannte die aber unpersönlich logisch blieb
Gott wird bei ihm konsequent zum Nichts

Die Welt damit sogar zu weniger als das
Friedell hält die Einordnung von Spinoza
Unter Pantheismus für falsch weil dieser
Religiöse Antworten für Fragen suche

Jener erledigte alles religiöse mit Vernunft
Er sieht Spinoza als Prediger und Propheten
Eines mathematischen Atheismus was eher
Zweifelhaft dem atheistischen Dichter scheint

Den Glauben des Autors begründet weil
Spinoza nicht predigt sondern schlicht
Logisch folgert ohne allen Hokuspokus
Die Natur als Grundlage allein nimmt

Atheismus der nur die Natur erkennt
Sie als alles nimmt ist eben keine
Weiterer Glaube neben anderen
Sondern logische Naturbetrachtung

Darin auch in der Tradition von Epikur
Der den Göttern wenn es sie geben sollte
Eine Parallelwelt zugesteht die uns nichts
Anginge noch je tangieren würde

Die mutige Gleichsetzung von Gott
Mit der Natur die den persönlichen
Gott als himmlische Figur lächerlichen
Aberglauben sein lässt war provokativ

Sie zeigte im siebzehnten Jahrhundert
Wie frei Menschen denken konnten die
Ihr Denken logisch nur aus der Natur
Ohne kirchliche Dogmen begründeten

Verkehrte den Aberglauben aus sich
Indem er ihn konsequent zu Ende dachte
Ein sicher großer Denker der seiner Zeit
Wie manchen bis heute voraus war

Wann bringt die arabische Welt einen
Denker wie ihn hervor der ihren doch
Eher lächerlich dogmatischen Propheten
Mit Mitteln der Logik überflüssig macht

Statt Götter zu erfinden sich auf die
Beobachtung der Natur zu verlassen
Täte manchen besser als uns der
Aberglaube je tun konnte

jens tuengerthal 27.11.24

Liebestrauen

Liebestrauen

Liebe vertrauen
Bleibt einzige Möglichkeit
Sie zu erkennen

jens tuengerthal 28.11.24

Gelassenheiter

Gelassenheiter

Gelassenheit bleibt
Letztes Geschenk im Alter
Alles wird egal

jens tuengerthal 28.11.24

Regentage

Regentage

An Regentagen
Ist die Horizontale
Einzig aufrechte

jens tuengerthal 28.11.24

Feigheit

Feigheit

Feigheit statt Freiheit
Sollte Merkels Buch heißen
Meint Lobo treffend 

Keine Epoche
Zeigte mehr Mutlosigkeit 
Als Schuldenbremse

Überraschungen
Sollte keiner erwarten
Lektüre egal

jens tuengerthal 28.11.24

Lektürentagebuch 27.11.24

Lektürentagebuch 27.11.24

Im Zauberberg gelesen und in die so
Vertraute Welt der Durchleuchtung dort
Eingetaucht wie bei Friedell über geistige
Hintergründe Englands noch gelesen


In Thomas Manns Zauberberg dem nun
Überall bejubelten Jubiläumsbuch über die
Innenansichten durch Röntgenaufnahmen
Gelesen wie das Erlebnis eben dieser

Gemeinsam mit Joachim hat Hans sich
Ins Wartezimmer im Untergeschoss ganz
Pünktlich natürlich aufgemacht doch sind
Noch Wartende vor ihnen anwesend

Sie dürfen sich also auf heute übliche
Wartezeiten einstellen die Hans nutzt
Die anderen Patienten zu beobachten
Die noch ihrer Durchleuchtung harren

Ob so das Besondere gewöhnlich wird
Dort in allem einfach leichtsinnig mit der
Zeit aller umgesprungen wird oder es
Gute Gründe der Verzögerung gibt bleibt

Bis auf weiteres offen doch als die beiden
Als letzte auf ihren Termin warten kommt
Überraschend Clawdia ins Wartezimmer
Was die Wartezeit für Hans rasant verkürzt

Auf deren Nachfrage wegen der Verzögerung
Antwortet der angesprochene Joachim knapp
Es dauere eben noch was die schöne Russin
Kopfschüttelnd hinnimmt um sogleich etwas

Nervös durch den kleine Warteraum zu tigern
Doch begrenzen die beengten Verhältnisse
Ihren Auslauf und so setzt sie sich in einen 
Der komfortablen Sessel dort lesend

Der Anblick ihres Beines durch den Rock
In Schemen zwar nur doch sichtbar ist
Für Hans sicher Temperatur steigernd aber
Wird auch mit großer Freude genossen

Als Joachim und Hans aufgerufen werden
Den verdunkelten Raum zu betreten folgt
Joachim mit so schnellem Selbstverständnis
Das Hans Gedanke der nervösen Clawdia

Den Vortritt doch zu lassen verfliegt bevor
Er die richtigen Worte in französisch die er
In diesem Moment suchte gefunden hatte
Ohne zu wissen ob dies je tunlich dort wäre

Die Beschreibung des Apparates wie das
Folgende Erlebnis des spukhaften Blicks
nach Innen beschreibt Mann mit großem
Humor und Wissen für die dabei Details

So recherchierte Mann immer gründlich
Für all seine Romane und schafft es
Dennoch aus bloßen Fakten magische
Geschichten im Moment zu zaubern

Die Aufnahmen wie die Bilder von sich
Die sie bald auch erhalten sollen führen
Zur Bestätigung der Erwartung nach der
Bereits Diagnose durch das Klopfen

Hans hat Kavernen und entzündliche
Stellen darf sich also zu recht als ein
Kranker und Patient fühlen der damit
Auf erstmal unbestimmte Zeit bleibt

Die erste direkte Begegnung mit der
Von ihm so verehrten Schönen wie
Der von Hofrat Behrens amüsant
Gestaltete Einblick sind ein Erlebnis

Schauen wir auf den Tod wenn wir
Unser sonst unsichtbares Gerippe
Plötzlich bildlich vor uns sehen wie
Passend scheint dies gerade hier

Das Rattern und Donnern vor den
Blitzen wie die dann wieder völlig
Geräuschlose Durchleuchtung selbst
Schafft eine spukhafte Atmosphäre


Eher amüsant distanziert betrachtet
Egon Friedell in seiner wunderbaren
Kulturgeschichte der Neuzeit dafür
Den englischen Puritanismus als ein

Schreckliches schlecht gelauntes wie
Jüdisches Christentum was am Sabbat
Wie um diesen Tag gerne alles verbietet
Was Menschen Freude und Lust schenkt

Warum sich Menschen bis heute auf solch
Lebensfeindlichen Aberglauben noch so
Gerne einlassen bleibt hier unverständlich
Dazu muss Mensch wohl gläubig sein

Die sympathischste Version davon waren
Nach Friedells Urteil die Quäker mit ihren
Bis heute in den Vereinigten Staaten noch
Verbreiteten Sitten als die Schüttler Sekte

Dafür wird John Milton zum großen Dichter
Der Puritaner der im verlorenen Paradies
Dichtet wie Christus zum Donnergott wird
Der den rebellierenden Engeln seine Blitze

Als Sohn des alttestamentarischen Gottes
Der Rache entgegen schleudert und sie so
In den Abgrund stürzt als Vaters Stellvertreter
Hier ist er kein Botschafter endloser Liebe 

Gegenspieler Miltons war für Friedell Hobbes
Als Advokat der Krone mit seiner doch eher
Pessimistischen Philosophie sieht  er nur 
Herde und Herren und rechtfertigt dafür

Den Absolutismus aus der Konsequenz der
Notwendigkeit absoluter Macht was dem
Wahnsinn der Stuart Könige Jakob und Karl
Wohl im Geiste in vielem sehr entsprach

Er schuf eine nihilistische Ethik nach der
Nichts gut oder böse ist sondern die Moral
Erst im Staat entsteht alles Denken sei wie
Rechnen alle Worte danach Mathematik

Zwar war Hobbes Mathematiker aber diese
Zu prägnante Sicht Friedells auf den Vater
Des Leviathan und damit Großvater wohl
Der Vertragstheorie greift eher zu kurz

Doch ist die Wiederentdeckung Hobbes
Als konstruktiver Denker erst seit den
Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts
Aufgekommen also schon nach Friedell

Seine Meinungen zur Geschichte sind
Nicht alle wohl ausgewogen begründet
Wie ohne Fußnoten hergeleitet doch
Lohnt diese Frechheit die Lektüre schon

Friedell ist kein langweiliger Historiker
Der fein abgewogene Urteile gibt um
Geschichte zu zeigen wie sie halt war
Sondern provoziert und bewertet

Wer scharf urteilt kann sicher auch
Immer wieder mal danebenliegen
Ist jedoch darum so gut zu lesen
Friedell sei darum allen empfohlen

Die Lektüre bildet und bringt zur
Weiteren kritischen Diskussion
Weckt so die Auseinandersetzung
Macht die Geschichte lebendig

Dies zu erleben ist eine große
Freude und kann damit auch
Vermeintlich trockene Themen
Spannend unterhaltsam machen

So spielt Friedell ein wenig Theater
Mit der Geschichte die damit zur
Lebendigen Quelle der Gegenwart
Wieder wird was das beste wohl ist

jens tuengerthal 27.11.24

Mittwoch, 27. November 2024

Weihnachtswunder

Weihnachtswunder 

Liebe bleibt immer
Das schönste Weihnachtswunder
Aller Verliebten

jens tuengerthal 27.11.24