Samstag, 10. Dezember 2022

Bestechlichkeiten

Bestechlichkeiten

Das Emirat Katar was eine
Verfassung aus der Zeit des
Wüstenräubers Mohamed hat
Zumindest auf dessen Märchen
Manches staatliche fußen lässt
Bevor es unabhängig wurde
War es Teil des Empires noch
Verhält sich so wie viele andere
Lobbyisten in Brüssel oder den
Anderen Hauptstädten der Welt
Wer eine Weltmeisterschaft kaufen
Kann wird doch auch ein kleines
Parlament bestechen können
Wer wollte sich da aufregen
Vor allem wo wir Rohstoffe noch
Von dort wollen ist Bestechung
Doch nur eine nette Rückzahlung
Zu hoher Gaspreise über die wir
Uns lächelnd freuen dürfen als
Junkies von Öl und Gas sind wir
Opfer unserer Sucht geworden
Wenn die Wüstenrandbewohner
Dann auf ihre übliche Art noch das
Geld wieder zurücktragen um sich
Gewünschte Entschlüsse zu kaufen
Zeugt das doch von hohem Respekt
Gegenüber europäischen Institutionen
Mehr als von Arabern sonst gewohnt
Kann als Teil ihrer Folklore uns gelten
Regen wir uns also nicht weiter auf
Wer Gas braucht schweigt besser
Der Rest setzt auf Atomkraft die
Brennstäbe aus Russland braucht
Wie schön ist die Unabhängigkeit
Mit überall erneuerbaren Energien
Wäre sie nicht nur ein Traum
In Europa wie anderswo aber
Gut darüber geredet zu haben
Wie uns über Bestechung 
Gehörig empörten

jens tuengerthal 9.12.22

Anerkennungsprobleme

Anerkennungsprobleme

Reichsbürger erkennen den Staat nicht an
Dieser fühlt sich nicht anerkannt beleidigt
Solange es eine Horder Spinner nur ist die
Eigene Ausweise sich drucken wie von der
Fortexistenz des Deutschen Reichs noch
Ausgehen konnte es belächelt werden
Wenn diese aber mit Gewalt ihre Idee
Realität werden lassen wollen muss
Der Staat sich gegen solche Terroristen
Mit Gewalt wehren sagen wir schnell
Aber was hat es mit der Anerkennung
Eigentlich auf sich worauf fußt sie
Als dem Respekt staatlicher Gewalt
Die also Anerkennung seiner Autorität
Was mir als Anarchisten im Geiste von
Max Stirner der seine Welt auf sich
Stellte zugegeben auch schwer fällt
Lieber sagte ich keine Macht für
Niemand aber erkenne historisch an
Dass dieser Staat das relativ beste
Noch ist was je hier bestand warum
Widerstand mir eher sinnlos scheint
Aber es genügt kein Gesetz jemals
Den moralischen Bedingungen des
Kategorischen Imperativs außer das
Keine Gesetze mehr zu erlassen
Aber das ist die politische Theorie
Praktisch muss die Verwaltung doch
Irgendwie geleitet werden damit das
Zusammenleben weiter funktioniert
Wozu es eine Ordnung braucht die
Alle Mitspieler anerkennen müssen
Sonst dürfen sie nicht mitspielen
Gilt bei Brettspielen oder anderen
Gesellschaftsspielen genau wie in
Der vermeintlich großen Politik die
Real so klein ist wie jeder von uns
Die Verwaltung der kleinsten Dörfer
Wird nicht anders geleitet als die
Von Bund und Ländern auch wer
Deren Autorität nicht anerkennt hat
Ein Problem und schafft eines was
Seltsamerweise an einer Idee hängt
Staatsbürger zu sein ist eine Fiktion
Hängt an einer Urkunde also nur der
Beglaubigung eines Faktum was aber
Durch nichts beweisbar ist als dieses
Der Ausweis macht mich erst zum
Ausgewiesenen Staatsbürger aber
Ohne bin ich nicht nachweisbar
Verliere die Zugangsberechtigung
Als sei das Dokument zur bloßen
Bestätigung des Seins wichtiger
Als das Sein selbst was hier nie
Den Wahn der Reichsbürger noch
Irgend verteidigen soll aber doch
Die Frage stellt was Sein ausmacht
Im Staat wie überhaupt wo alles an
Definitionen heute hängt wie der
Nulllinie im EEG die als Nachweis
Für den irreversiblen Tod gilt der
Manchen noch tragisch erscheint
Dabei ist am Ende eher nichts was
Der Rede wert wäre außer eben
Das nichts mehr ist und folgt den
Aberglauben mal ignoriert der in
Europa keine Rolle mehr spielt dem
Laizistischen Frankreich sei dank
Für das was hier Staat macht auch
Wenn manche Polen oder Iren das
Vielleicht noch anders sehen ist es
Längst geübte Realität es fragt sich
Ob die Wirklichkeit auch anerkannt
Werden muss oder Zweifel erlaubt
Sind im normgemäßen Kanon noch
Halte Reichsbürger und Querdenker
Für radikale Störenfrieden die dem
Friedlichen Zusammenleben eher
Schaden als nutzen aber frage
Dennoch ob die Anerkennung des
Staates erzwungen werden darf
Was Staaten ausmacht außer der
Entschluss seiner Bürger ihre
Staatliche Autorität anzuerkennen
Um ihr Zusammenleben irgendwie
Friedlich zu organisieren darum ist
Kein Wunder dass für die Organe
Des Staates die beleidigende
Nichtanerkennung ihrer Würde
Eine Ehrverletzung ist die wütend
Macht wie nach Vergeltung schreit
Was aber nie die Basis staatlichen
Handelns im Rechtsstaat sein darf
Wie bestrafe ich Spinner die von
Einem anderen Staat träumen weil
Sie Legenden der Verschwörung
Eher Glauben schenken als Gesetzen
Rechtlich ist das klar und logisch
Vermutlich greifen die Paragraphen
Des Strafgesetzbuches aber wer hat
Das Recht diese Macht auszuüben
Wenn der Bürger seine Unterschrift
Unter den Contrat Social verweigert
Auch wenn Rousseau ein schlichter
Egoist und relativ asozial war hat
Die Idee des Einverständnisses doch
Viel für sich die Habermas mit zur
Basis seiner Diskurstheorie die den
Vertrag fortsetzt genommen hat
Aber was mache ich mit denen die es
Ausdrücklich nicht wollen wie sich
Weigern die Autorität anzuerkennen
Kann ich das kurzzeitig auch tun
Etwa für alle meine Strafzettel aber
Sonst ein friedlicher Bürger sein
Wir sind dieser Staat ist das erste
Prinzip der Demokratie so steht
Auf dem Reichstag dem Volke
Vermutlich wird das alles nun nach
Bestehenden Normen gelöst wie
Die Spinner bestraft bis sie endlich
Reue zeigen und anerkennen was
Staatliche Autorität ausmacht die
Schon ihre Haft sie spüren lässt
Auf mehr zu hoffen ist illusorisch
Aber das Problem bleibt warum
Bestraft werden darf wer nicht
Mitspielen will was ist als ob ich
Der nie ein Fußballstadion betrat
Noch dies je vorhat aus Horror
Vor den bewegten Massen dort
Eine Rote Karte bekäme obwohl
An nichts davon beteiligt gewesen
Würde die Autorität des DfB mich
Zu bestrafen nie anerkennen aber
Hätte die Rote Karte dann dennoch
Ob fehlende Anerkennung genügt
Eine Entscheidung aufzuheben
Scheint mir mehr als fraglich aber
Was dann vom Gesellschaftsvertrag
Als Grundlage der Demokratie bleibt
Könnte sehr fraglich bleiben aber
Vielleicht rettet uns die Verantwortung
Vor Gott in der Präambel nochmal
Die eine höhere Gewalt anerkennt
Aber rechtlich sauber ist das nicht
Wir sollten nochmal nachdenken
Was den Staat ausmacht

jens tuengerthal 9.12.22

Freitag, 9. Dezember 2022

Verlangenswahn

Verlangenswahn

Das Verlangen treibt in den Wahn
Die Erfüllung der Lust für das aller
Größte und wichtigste zu halten
Soweit wir noch denken dabei
Denn meist sitzt schon längst
Wie mein Großvater es sagte
Das Hirn im Hintern und hilft
Schieben statt zu denken was
Zum Verlangen konträr scheint
Was alles taten Menschen aus
Verlangen für einen Wahnsinn
Riskierten nicht nur ihr Leben
Erniedrigten und entblödeten sich
Spielen lächerliche Spielchen um
Ein wenig Befriedigung zu finden
Die nichts davon je wert war auch
Nicht den Preis den viele zahlten
Welche Lust kaufen wollten der
Wahn etwas zu finden was die
Gier in uns stillte ist unheilbar
Außer wir lernen die Freude
An der Onanie zu schätzen
Welche zuverlässig ohne Wahn
Das erhoffte Ergebnis schenkt
Den Umgang mit anderen auch
Entrückten im Wahn völlig dann
Entbehrlich macht was ich nun
Langsam als Freiheit begriff
Brauche keine Frau zur Befriedigung
Befriedige nur zu gerne Frauen
Was den Wahn wider alle Vernunft
Wach hält aber vielleicht ist das
Auch besser so denn was bliebe
Vom tristen Sein uns sonst als
Irgendwie Gewinn zu machen
Da folge ich doch lieber dem 
Wahn ohne jeden Gewinn

jens tuengerthal 8.12.22

Liebessehnsucht

Liebessehnsucht

Ach wie unendlich groß wird die
Sehnsucht nach Liebe wo sie uns
Fehlt wir nicht finden was wir suchen
Um große Gefühle zu schenken die
Im Übermaß in mir sind wie so gern
Der einen voller Hingabe erklärten
Lobe die bindungslose Freiheit
Weil sie ein wunderbares Leben
Voller Abwechslung ohne Leid schenkt
Geliebte haben keine Fehler die
An Partnerinnen riesig werden
Wie jeden Tag mehr nerven
Warum viel dafür spricht alles
Zu lassen wie es ist damit bloß
Keine wieder zu nah kommt
Aber wie blutet mein Herz
Keiner jeden Tag Gedichte
Voller Liebe zu schicken
Weiß um den Preis der Erfüllung
Dieser Sehnsucht wie der Fesseln
Welche ich niemals mehr wollte
Aller Verstand rät davon ab wie
Erfahrung dies immer bestätigt
Aber die schmerzvolle Sehnsucht
Mit der mein Herz lieben will um
Die eine nur anzubeten ist da
Muss nur aufpassen damit sie
Nicht stärker wird als alles
Dann wird es gefährlich aber
Hört das Denken auch auf
Warum ich die Gefahr sehe
Aber wenig Abwehr weiß
Liebessehnsucht halt

jens tuengerthal 8.12.22

Nachbarblick

Nachbarblick

Nachdem Gaspard Koenig nicht durch
Die Schweiz reisen durfte fuhr er mit
Dem Transporter nach Deutschland
Spannend für mich als Leser war wie
Der Philosoph und feine Franzose nun
Unser Land erlebt und in welchen wie
Immer Klischees er badet was sowohl
Die Franzosen wie die Deutschen zu
Gern mit Tradition übereinander tun
Vielleicht weil sie sich so ähnlich sind
Dachte ich schon während meiner
Zeit im Elsass was sicherlich der
Deutscheste Teil Frankreichs ist aber
Zugleich der französischste hier war
Als es von 1871 bis 1918 deutsch für
Nicht mal 50 Jahre wieder wurde
Was es aber historisch länger war
Oder eher österreichisch also dann
Habsburgisch frage ich mich lachend
Es ist europäisch und hat beides nur
Keines allein sondern von allem was
Sie pickten sich das Beste heraus
Sagen die elsässischen Brüder mir
Darum wäre es so schön dort aber
Koenig bemerkt doch auf dem Hof
Den er zur Erholung oberhalb von
Konstanz aufsucht wie anders es
Im Nachbarland gleich ist was mit
Der Begrüßung durch eine Walküre
Schon plakativ platt fast wirkt wie
Die Beschreibung der vielen dort
Blonden und perfekt gestylten jungen
Damen beim Reitsport die von ihrem
Wohlstand ein stetes Bild geben aber
Der Philosoph bemerkt sein Vorurteil
Karikiert es und findet es nur leider
Auf den ersten Blick bestätigt es ist
Alles teuer wohlhabend sauber wie
Die ungarischen Hilfsarbeiter die als
Stallknechte dort aushelfen schlicht
Separiert leben auch mit ihm der in
Ihrer Nähe Quartier bezog kaum ein
Wort sprechen was ihn sogleich an
Unangenehmes Klassendenken dort
Denken lässt auch kommt er den
Walküren nicht wirklich näher die in
Einer eigenen Welt für ihr Hobby leben
Was ich aber als Deutscher auch
Bestätigen kann der vor Jahren mal
Kurzzeitig Reitstunden nahm denn
In einem Stall lebte eine Welt für sich
Zu der du gehörst oder nicht dabei
War meine Leidenschaft für Pferde
Nie groß genug aufgenommen zu 
Werden unter den Reitern fand ich
Das Reiten im Kreis abstoßend wie
Langweilig und den Rest auch eher
Entbehrlich als Freizeitbeschäftigung
Solange es noch bessere Bücher gab
Waren Reiterinnen nicht reizvoll genug
Den anderen Unsinn mitzumachen
Die Klagen über Tierärzte wie das
Lob der Angestellten eines Reitladens
War das schon bekannte von ihm
Neu aber war sein Blick auf das
Land was ihm ordentlicher vorkam
Alles schien ihm wohlhabend wie
In einem guten Zustand zu sein
Verglichen zumindest mit Frankreich
Wo alles etwas chaotischer wie auch
Gerne improvisiert irgendwie ging
Begegnet dann in Meersburg einer
Strahlend freundlichen Deutschen
Die mit ihm ihr Picknick teilt wie 
Ein wunderbares Bild von dem
Land mit freundlichen Menschen
Gibt was er voll Lob erwähnt aber
Denke wie gut dass er nicht nach
Berlin zu Pferde kam sondern mit
Netten Süddeutschen zu tun hatte
Warum er den Hof vorher lieber
Vergisst sein Deutschland in
Meersburg beginnen lässt was
Sich voller Begeisterung dann
Beim weiteren Ritt fortsetzt weil
Wege ausgewiesen werden wie
Tatsächlich so verlaufen wie auf
Den Karten angezeigt was ihn in
Frankreich fast verzweifeln ließ
Diese kleinen Einblicke aber lassen
Viel übereinander auch lernen wie
Wir voneinander profitieren könnten
Deutschland etwas mehr laissez faire
Frankreich ein wenig Zuverlässigkeit
Aber vielleicht lassen wir auch alles
Wie es ist weil jede Änderung nur
Andere schlechte Eigenschaften
Weckte die keiner von uns braucht
Zumindest tut der Blick des Nachbarn
Gut sich zu sehen wie zugleich auch
Schätzen zu lernen was ist

jens tuengerthal 8.12.22

Klassenkrampf

Klassenkrampf

Was soll noch der Klassenkampf
Dachte ich immer ein überholter
Begriff in unserer Republik aber
Die Zeit und Begegnungen mit
Menschen lehrten mich wie fern
Die grundgesetzliche Gleichheit
In der Realität doch immer liegt
Wie verschieden Herkunft prägt
Fragte mich ob es intellektuell eher
Bedingt ist als gesellschaftlich weil
Jeder heute jeden Beruf wählen kann
Es mit Begabung viele Wege gibt
Lebe seit über zwanzig Jahren nun
In einer Gegend die Arbeiterviertel war
Sich darauf etwas zugute noch hält
Aber fremdel damit immer noch sehr
War fast zehn Jahre Sozialdemokrat
Doch fremdelte ich dort noch mehr
Mit der Arbeiterpartei wie dem Wort
Sozialismus was eher Allergien mit
Seinen totalitären Wurzeln auslöste
Beobachtete und beschrieb meine
Familie mit Abstand und bemerkte
Wie zutiefst bürgerlich sie war was
Bei der Lektüre der Buddenbrooks
Schon ziemlich offensichtlich schien
Setzte mich mit dieser Identität nun
Offen wie kritisch auseinander aber
Merkte wie sehr sie mir Heimat war
Wie fern mir alles andere blieb was
Für ein Klassendenken spricht das
Sicher auch anerzogen war denn
Früh hörten wir vom Großvater was
Für eine alte Familie wir doch sein
Wie ehrenwert seinen Bruder mal
Außen vor gelassen dabei aber sonst
Lernte das Klassenbewusstsein auch
Bei meiner adligen Verlobten wie den
Freunden von Familie kennen die sich
In manchen von anderen unterschieden
Dabei gibt es auch Brücken zwischen
Den sonst getrennten Welten aber zu
Behaupten es gäbe keine Klassen ist
Schlicht ignorant und verkennt damit
Die eigene geistige Basis es wäre ein
Krampf dies mit Kampf zu überwinden
Jeder soll nach seiner Fasson leben
Nur wundern wir uns nicht was passt
Wo es dagegen nie gehen wird was
Beim Benehmen bei Tisch anfängt
Zu dem Mutter und Großvater noch
In bürgerlicher Tradition drillten was
Heute mir eher als Freiheit scheint
Jeder kann heute alles werden aber
Keiner sollte seine Wurzeln leugnen
Noch meinen etwas anderes zu sein
Um sich krampfhaft anzupassen im
Strom der kollektiven Vermassung
Sondern sein Niveau hochhalten
Weil es Teil seiner Würde ist auch
Wenn es nichts mehr einbringt
Ist es die Geschichte dessen
Was unsere Kultur prägte
Lassen wir den Klassenkampf
Jeder wie es ihm gefällt aber
Keiner ist wie alle und ich
Am allerwenigsten gern warum
Unterscheidung wichtig ist

jens tuengerthal 8.12.22



Obdachverlosung

Obdachverlosung

Es gibt über 263.000 Obdachlose
In unserem reichen Land was ein
Skandal eigentlich ist über den sich
Im Advent alle gerne aufregen denn
Was muss das für ein Elend sein
Bei dieser gerade auch Kälte wie
Welche Perspektive haben diese je
Wieder ein Obdach zu finden fragt
Sich wer anteilnehmend ist wie das
System der Kontrollen durchschaut
In dem wer nichts hat auch nichts
Bekommt damit alle die was haben
In Sicherheit sich fühlen wie alles
Tun damit sie in Ordnung leben was
Von Obdachlosen nicht gesagt wird
Dann empören wir uns ein wenig
Weil es ja genug Leerstand gäbe
Vielleicht werden einige Millionen
In Töpfen noch verschoben um
Zumindest gute Absicht zu zeigen
Dann ist das Thema auch durch
Anpassen oder aufgeben heißt
Die Regel in diesem Staat wie
Nahezu überall auf der Welt
Es wird kein Obdach verlost
Oder vielleicht doch dann
Wäre das Gewissen beruhigt
Für einige wenige gesorgt
Als hätten wir etwas getan
Wollte jemand was ändern
Diese nicht nur loswerden
Was aber keiner sagen darf

jens tuengerthal 8.12.22

Übungsalarmgenörgel

Übungsalarmgenörgel

Der große Übungsalarm in Deutschland
Lief ab und ich konnte ihn ignorieren
Hörte weder eine Sirene noch machte
Das ausgeschaltete Telefon Geräusche
Später fand ich dann die Nachricht
Ansonsten soll es gut funktioniert haben
Besser zumindest als letztes Jahr auch
Wenn manche wie ich nichts merkten
Andere sich in sozialen Netzwerken
Darüber empörten ignoriert worden
Zu sein vom großen Alarm und dann
Kamen noch die Spezialisten zu Wort
Die es hier ja für alles immer irgendwo
Noch gibt womit Bedeutung geriert wird
Die zumindest diesen wohl gut tut denn
Gäbe es sonst so viele Spezialisten im
Land der Generalisten wo jeder gern
Ein wenig Bescheid weiß überlege ich
Diese wiederum nörgelten in Finnland
Sei der Bunkerschutz viel besser für
Die gesamte Bevölkerung was sicher
Richtig ist aber mit auch ganz egal
Der Übungsalarm hat geklappt mit
Vorlauf und damit ist das Thema
Gegessen und erledigt über die
Bunker soll wer will streiten

jens tuengerthal 8.12.22

Royalknatsch

Royalknatsch

Harry und Meghan beklagen sich im
Abbonnentenfernsehen das genug zahlt
Über die schrecklichen Zustände bei Hof
Gut amerikanisch mit Tränen und Drama
Damit die Zuschauer auch mitleiden wie
Das arme amerikanische Mädchen dort
Gequält wurde und grausam litt womit
Sich alle patriotischen Amerikaner in
Gottes eigenem Land wieder so wohl
Fühlen als sei es die beste aller Welten
Von der Voltaires Candide noch träumt
Irgendwie müssen die beiden sich ja
In den Vereinigten Staaten finanzieren
Dreck wird immer gut bezahlt mit den
Nötigen Tränen noch besser weil es
Das emotionale Erlebnis ist was die
Zuschauer vor Flimmerkisten suchen
Schalteten sie diese ab könnten sie es
Vor der Tür erleben aber daran wird
Keiner verdienen können was auch
Wichtig ist um gut zu leben seltsam
Nur wie Harry nun die Wiederholung
Seiner Mutter quasi spielt der unter
Dem bösen Hof wie sie zu leiden hatte
Wo nicht persönlich mit seiner Frau
Die sich diskriminiert fühlen darf vom
Englischen Humor oder Wetter das ist
Wenn ich das möchte um mich besser
Verkaufen zu können völlig egal will
Nur hoffen die beiden verunglücken
Nicht völlig unerwartet nun verfolgt
Von Paparazzi die sie mit ihren Filmen
Noch anziehen als wollten sie es so
Hoffe König Charles und Prinz William
Heben dazu höchstens noch lächelnd
Die Brauen denn für Verwandtschaft
Kann keiner was so peinlich sie ist
Ihre Größe können sie zeigen wenn
Sie Harry wieder aufnehmen nach
Dem seltsamen Eheabenteuer was
So abläuft wenn du eine Frau aus
Dem Showbusiness heiratest die
Nicht von Familie ist und die Regeln
Der Firma nicht von klein auf lernte
Aber wie eine Prinzessin heiraten will
Ohne sich wie eine zu benehmen
Habe ein wenig Mitleid mit Harry
Der scheinbar den Albtraum seiner
Etwas hysterischen Mutter weiterlebt
Als bräuchte dies eine Fortsetzung
Aber jeder Mensch ist frei das Leben
Zu führen was ihm gefällt was mehr
Mit Disziplin als mit Liebe zu tun hat
Im übrigen ist es völlig unwichtig was
Frühere Mitglieder des Königshauses
Für gutes Geld privat verkaufen um
Sich ihr Leben leisten zu können
Psychologen werden genug Ausreden
Finden Harry hinterher zu entschuldigen
Vielleicht ist es gut wie blind uns die
Liebe manchmal machen kann aber
Auch das geht irgendwann vorbei
Wie dieser Royalknatsch den keiner
Sehen muss weil erwartbar egal wie
Billig amerikanisch eben auch

jens tuengerthal 8.12.22

Donnerstag, 8. Dezember 2022

Lustleichtigkeit

Lustleichtigkeit

Lust schenkt Leichtigkeit die
Gelegentlich sogar fliegen lässt
Zu Höhepunkten zu gelangen
Wie im Sein zu schweben wenn
Befriedigt selig erfüllt danach
Voneinander oder miteinander
Kundera beschreibt in seinem
Großen Roman über die immer
Unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Der wir nirgendwo hin entfliehen
Können so sehr wir uns bemühen
Wunderbar den Gegensatz von
Schwerer Lust voller Liebe die ein
Herz mit Glück erfüllt wie der ganz
Entfesselten Lust ohne Bindung
Die sich bei Gelegenheit ergibt
Wie spurlos wieder verschwindet
Welche große Leichtigkeit schenkt
Was immer wir leben wollen bleibt
Am Ende nichts übrig als der Tod
Mal der kleine miteinander dann
Der große am Ende mit dem die
Geschichte auch endet in der uns
Lust immer auch leitet weil sie Teil
Unserer Natur ist die Treue nur
Als Reflex der Verlustangst kennt
Also unfrei gefesselt existierend
Während was mit Leichtigkeit fliegt
Keine Grenzen irgendwo kennt
Wer sie noch sucht noch nie flog

jens tuengerthal 7.12.22

Liebeszauber

Liebeszauber

Als Aufklärer liegt mir alle Magie fern
Dem Dichter ist der Zauber der Liebe
Wie der Worte um sie sehr nah um so
Das mögliche Glück zu genießen mit
Allem dafür nötigen Vokabular wie dem
Pochenden Herz das nur ein Muskel ist
Gar der Seele die es nirgendwo gibt
Zumindest nicht nachweisbar in der
Natur um die es doch gehen soll denn
Mehr als Natur sind wir nach Epikur
Ohnehin nie und alles Sein ist zeitlich
Nur die Liebe ist unsterblich wie ewig
Wer dies nicht schon geschworen
Zumindest insgeheim gehofft hat
War nie wirklich verliebt denke ich
Lasse also den ganzen Unsinn zu
Den mein aufgeklärt kritischer Geist
Konsequent negiert um die Liebe mit
Allen ihr möglichen Formen zu genießen
Wo es um Lust und Genuss geht aber
Bin ich mit Epikur ganz eins wieder
Also passt es am Ende doch oder
Zumindest irgendwie von hinten
Herum gedacht und alles ist gut
Die Liebe macht ohnehin was
Sie will egal was ich dazu meine
Lehrt vernünftige Erfahrung

jens tuengerthal 7.12.22

Erinnerungslückenbüßer

Erinnerungslückenbüßer

Der emeritierte Papst und sein Nachfolger
Als Bischof und Kardinal in München Marx
Dahingestellt ob nomen es omen uns hier
Mehr über die Kirche verraten würde leiden
An offensichtlichen Erinnerungslücken was
Die Behandlung einer missbräuchlichen
Unterorganisation ihres Vereins angeht
Wir kennen das von Beckenbauer also
Dem Kaiser wie vom Kanzler der sich in
Hamburger Geschäften auch nicht mehr
Erinnern kann wie es gewesen sein soll
So hat der früher heilige Vater wie sein
Non nomen es omen Marx doch zwei
Ehrwürdige Vorbilder für Nichtwissen
Wer wollte auch von der Kirche in Rom
Je einen Beitrag zur Aufklärung noch
Erwarten was sehr gewagt doch wäre
Keine Aufklärung sorgt zumindest
Dafür dass alles weitergeht wie immer
Also ist alles in Ordnung in Bayern der
Ex-Papst macht den Lückenbüßer der
Erinnerung und schon ist es vergessen

jens tuengerthal 7.12.22

Normexistenz

Normexistenz

Was sind wir noch ohne Papiere
Wo kommen wir ohne sie je hin
Fragt sich Gaspard Koenig nach
Dem gescheiterten Versuch mit
Pferd im Transporter an Basel nur
Vorbei nach Deutschland auf den
Spuren Montaignes zu gelangen
Er hatte das Formular beantragt
Wie ausgefüllt was für eine Reise
Mit dem Pferd durch die Schweiz
Nötig war aber hatte aus Gründen
Der Gewichtsersparnis alleine das
Letzte Blatt mitgenommen auf dem
Unterschriften und Angaben waren
Der Rest war nur normierter Vordruck
Nach seiner Aussage über ein Kilo
Schwer also zuviel Gewicht für ihn
Wie ihn jeder im Netz finden kann
Aber das reichte dem Beamten des
Schweizer Zolls nicht die Einreise
Ohne den formellen Block diesmal
Allen Erklärungen zum Trotz zu
Erlauben und Koenig denkt dabei
An Montaigne der noch ohne alle
Ausweise durch Länder ritt nur
Sei Wappen mitführte wie es auf
Wunsch aufhängen ließ für die
Dauer seines Aufenthaltes was
Koenig vor den Beamten nichts
Hilft weshalb er kapituliert lieber
Gleich direkt nach Deutschland
Ohne Formalien reist statt mit
Pferd im Wagen die Schweiz
Schneller zu durchqueren weil
Staaten zu unflexibel sind um
Auf das zu reagieren was nicht
In Gesetzen geregelt wurde wir
Gefangene in einer normierten Welt
Bleiben in der wir eine Nummer sind
Die sich ausweisen muss oder nicht ist
Was meine Freude daran erklärt seit
Jahren keinen neuen Ausweis mehr
Beantragt zu haben also quasi eine
Abgelaufene Existenz zu leben im
Wohl geordneten Deutschland dazu
Die Ordnung hat ihre guten Gründe
Soll der Gerechtigkeit dienen ist ein
Fundament des Rechtsstaates doch
Wohin bringt sie uns wenn sie alles
An unpassende Formalien nur hängt
Wie gut täte uns weniger Staat doch
Wenn dieser so unflexibel wird die
Existenz an Normen aufzuhängen
Die das offensichtliche negieren
So bringt Koenig die Gedanken
Montaignes auch aus den Essays
Mit lebendigen Erfahrungen hier
An der Schweizer Grenze zusammen
Wie er sie philosophisch reflektiert
Wobei sein eher liberaler Ansatz
Sich mit meinem eher anarchischen
Gut trifft zumindest im Ergebnis wenn
Weniger Staat mehr wird

jens tuengerthal 7.12.22

Flickschusterei

Flickschusterei

Flickschusterei ist eine schlampig
Ausgeführte Arbeit die nichts taugt
Ob das Ausscheiden Deutschlands
Noch in der Vorrunde solches war
Mögen die Spezialisten beurteilen
Da beim Fußball eine Mannschaft
Auch wenn sie miserabel spielte
Nicht vollständig ausgetauscht wird
Wer bliebe der Nationalmannschaft
Ansonsten ohne alle noch übrig
In der Bundesliga wird wenn es
Nicht läuft der Trainer getauscht
Bei den Fußballbeamten des DfB
Wird der Manager gefeuert aber
Der Trainer macht halt weiter ob
Das alternativlos gerade war
Frage ich lieber nicht aber so
Sympathisch der Hansi Flick ist
Bleibt das weiter so doch eher
Eine Flickschusterei dabei geht
Es ja bloß um Fußball was
Bekanntlich nur ein Spiel ist das
Keiner besonders ernst nimmt
Der Bundeskanzler war ja bevor
Er nach Berlin kam in Hamburg
Da kommen ja auch zwei so eher
Zweitklassige Vereine her also
Passt das schon alles zusammen
Mit der Flickschusterei beim DfB

jens tuengerthal 7.12.22

Drohnenlohnen

Drohnenlohnen

Drohnen lohnen sich für alle im Krieg
Wie die Ukraine nun Russland vorführt
Flugzeuge im Land zerstört statt sich
Nur gegen Angriffen zu verteidigen
Selber dort zuschlägt wo der Gegner
Mit keinem Angriff noch rechnete
Besser wohl sie hätten Putin von
Der Brücke geschossen mit den
Weitreichenden Drohnen die eine
Hässliche aber bessere Gerechtigkeit
Zwischen den Parteien herstellen
Gut wie die Bundesregierung dies
Legitime Verteidigung nun nannte
Auch Amerika freundlich lächelte
Drohnen lohnen sich für alle wohl
Mögen sie Putin klar schwächen
Wie am besten gleich erledigen
Was der Ukraine wie der Welt
Eine Perspektive auf Frieden gäbe
Dann haben sie sich echt gelohnt
Zeit die Ukraine darin zu stärken

jens tuengerthal 7.12.22