Montag, 5. Dezember 2022

Philarmonikerfreude

Philarmonikerfreude

Welch Glück ist es doch in Berlin
Zu leben allem Dreck und Ärger
Wie städtischer Schlamperei zum
Trotz in einer Stadt voller Museen
Die heute frei geöffnet waren für
Alle Berliner und Zugereisten wie
Der erst seit 22 Jahren hier lebende
Dichter auch einer ist der aber nicht
Ins Museum heute ging was zwar
Immer wieder lohnend ist um die
Alten Freunde unter wunderbaren
Dort ausgestellten Stücke wieder
Zu besuchen sondern diesmal in
Die Philharmonie um dort unsere
Großartigen Philharmoniker zu hören
Ein Orchester von Weltklasse in dem
Manchmal provinziellen Nest hier was
Vergessen wir es lieber schnell wieder
Noch dazu mitten in Brandenburg liegt
Unter Tugan Sokhiev spielten sie zum
Advent und fröhlicher Stimmung ach so
Gut passende Musik dreier Komponisten
Beginnend mit Dvoraks Karnevalsouvertüre
Die als Programmmusik sich fein an der
Stimmung dieser ausgelassenen Zeit mit
Schwung orientierte den das Orchester
Mit großer Leidenschaft uns vorführte
Ungestüm lebensprall wie diesseitig
Begann es furios unbeschwert brachte
Inmitten ein zart lyrisches Intermezzo
Was uns wie in ein Zauberreich versetzte
Um am Ende zum virtuosen Höhepunkt
Zu kommen der entsprechend auch 
Das begeisterte Publikum in gute Laune
Versetzte was lautstark applaudierte
Darauf folgte das Cellokonzert von Lalo
Gespielt von Bruno Delepelaire dem erst
Dreiundreißigjährigen Solo Cellisten der
Philharmoniker der auch die 12 Cellisten
Noch als Soloprojekt bereichert was vom
Publikum so begeistert aufgenommen
Wurde dass Delepelaire noch vor der
Pause uns eine Zugabe schenkte die
Den Saal weiter jubeln ließ er ist ein
Vielfältig zartes Werk was aber vom
Französischen Publikum bei der
Uraufführung nicht goutiert wurde
So war Lalo auch immer einer der
Komponisten die Deutschland liebten
Besonders Robert Schumann verehrte
Aber auch spanische Einflüsse mit in
Seine Musik aufnahm wenn etwa die
Streicher sich im zweiten Satz mehr
Auf das Zupfen verlegen es war ein
Wunderbares Erlebnis auch dank des
So fein wie stark spielenden Solisten
Bruno Delepelaire der sicher noch
Eine große Karriere vor sich hat
Neben dem Cellospiel aber die
Beobachtung von Vögeln liebt
Die er zu gerne erforscht was
Zur Liebe für feine Töne gut passt
Ihn im Schlosspark Charlottenburg
Schon einen Eisvogel entdecken ließ
Nach der Pause erwartete uns in der
Völlig ausverkauften Philharmonie
Die Schwanensee Suite von dem
Großen Russen Tschaikowsky bei
Der Dirigent Sokhiev die Stücke fein
Zusammenstelle von den Walzern
Deren Melodien wir alle kennen
Die das philharmonische Stillsitzen
Wie andächtig lauschen schon zur
Schweren Übung machen weil diese
Ballettmusik innerlich tanzen lässt
Ein großartiges Violinsolo zeigte
Wieder die Klasse des Orchesters
Das in allen Teilen glänzte auch im
Detail wie den Kastagnetten die dem
Danse espagnole ihren Rhythmus erst
Geben in dem viele nicht nur innerlich
Zur großen Musik mitwippten wie ich
Überlegte wie es wäre dazu zu tanzen
Nicht Ballett was mir eher ungelenk fern
Läge aber doch sich zu bewegen mit
Dem Klang dieses Orchesters im Ohr
Ein wunderbarer musikalischer Abend
Mit einem großen Orchester der mich
Erfüllt gehen ließ wie dankbar dafür
In diesen großen Genuss zu kommen
Manchmal ist es wirklich ein Glück
In Berlin zu leben mit Philharmonikern

jens tuengerthal 

Sonntag, 4. Dezember 2022

Lustwellen

Lustwellen

Kommt die Lust an die Ufer unserer
Körper wie die Wellen des Meeres
Mal schäumend und mit hoher Gischt
Dann verebbend eher tröpfelnd mit
Nur Erinnerungen an die großen
Stürme unseres Frühlings als noch
Alles für Sex mit der einen getan
Worden wäre wie danach sterben
Angemessen uns erschien was
In der Realit bald normal wurde
Den Sturm bald verwehen ließ
Wellen machen noch Hoffnung
Auf eine Wiederkehr irgendwann
Was die Natur nicht bestätigt aber
Ausnahmen finden sich auch hier
Chemie hilft manchen zur Rückkehr
Solange das Herz es noch erlaubt
Dann herrscht irgendwann Ebbe
Die Monde wechseln ungesehen
Aber keine Springflut kommt mehr
Abwechslung kann Wellen wecken
Die kaum einer mehr erwartet bis
Sie langsam in der Gewohnheit
Wie alle Lust verhungern weil der
Wertverlust natürlich nur ist denn
Dann liegt das Meer der Lust ganz
Friedlich still es wird keiner mehr
Von ruckartigen Bewegungen wie
Im Sturm so oft seekrank was ein
Ruhiges Leben als Leser verspricht
So gesehen sind die Aussichten im
Alter für Bücherliebhaber rosig bis
Der nächste Sturm aufzieht der
Die Masten der stolzesten Segler
Knickt was kein gutes Bild ist aber
Leider der Natur entspricht dann
Helfen vielleicht geblähte Segel
Der lustvollen Phantasie die aber
So seekrank wird wie ich auch
Warum ich das mit den Wellen
Lieber lasse um dafür die Lust
Zu genießen wie sie kommt

jens tuengerthal 4.11.22

Liebesdauer

Liebesdauer

Wie lange dauert die Liebe
Endet sie je oder war es dann
Keine weil Liebe unsterblich ist
Zumindest in den Träumen der
Liebenden womit sich verlorene
Liebe als Irrtum abhaken ließe
Was das Lieben einfacher machte
Habe gewisse Zweifel an einfacher
Liebe aus Erfahrung ist es meist
Irgendwie doch kompliziert was
Mit einem Rausch beginnt wird
Besitzstand oder Gewohnheit
Mit der wir uns dann einrichten
Zumindest hat die Liebe keine
Halbwertszeit oder irgendwo
Ein Ablaufdatum aber vielleicht
Muss sie immer wieder neu auch
Zwischen Liebenden erfunden werden
Um auf Dauer zu bleiben denke ich
Überlege ob noch alle Lieben in mir
Weiterleben oder sich erledigten
Wenn der Schmerz nachlässt den
Verlorene Liebe überall verbreitet
Leichter lebt sich mit Erledigung
Romantischer ist ewige Liebe
MIt jedem Herzschlag spürbar
Da Natur alles Sein begrenzt
Fragt sich warum dies nicht
Auch für die Idee der Liebe gilt
Finde keine vernünftigen Gründe
Aber was ist das schon in der
Liebe dieser allerschönsten
Unvernunft die in alle Ewigkeit
Ein Traum von Gefühl bleibt
So lange dauert es wohl

jens tuengerthal 4.12.22

Verkünstlicht

Verkünstlicht

Was ist künstlich und was echt
Frage ich mich als Künstler der
Die Welt in Versen beschreibt
Der Gegensatz zu künstlich ist
Natürlich warum die Natur keine
Künstlerin wäre wenn Begriffe
Nicht willkürliche Setzungen nur
Wären die unsere Schranken im
Denken eher offenbaren als die
Welt für uns verständlich machen
Da wer unmissverständlich beschreibt
Schon völlig unnatürlich sein könnte
Folge ich jemals meiner Natur
Wenn ich mich der Kunst zuwende
Oder ist diese Hinwendung stets
Ein künstlich künstlerischer Akt
Der das Sein formen will auch
Wo es mit der Natur geschieht
Wie diese im werden nutzt was
Der Witterung stets ausgesetzte
Skulpturen uns zeigen aber was
Ist das Wetter um meine Verse
Die Moden im Literaturbereich
Billiger noch schlichte Gesetze
Der Ökonomie am Buchmarkt
Überlege ich und weiß es nicht
Wo die Künstler sich verkünsteln
Versuchen ihre Idee umzusetzen
Können sie ihrer Natur folgen als
Künstler oder gegen diese sein
Was zählt ist was hinten rauskommt
Wer es als Kunst betrachtet wie
Für wen es keine ist oder sogar
Gegen unsere Natur scheint wie
Kritiker zu Umbrüchen immer gern
Anmerken was aber zeigt wie unklar
Das Verhältnis von Kunst und Natur
Immer ist vielleicht genügt es hier
Festzustellen sie haben eines
Weil der Rest zu intim wäre

jens tuengerthal 4.12.22

Genusskapazität

Genusskapazität

Alles Sein richtet sich nach Epikur
Auf die Lust an ihm oder den Genuss
Frage mich ob dessen Kapazität
Nach der Natur beschränkt ist weil
Überfluss auf Dauer kein Genuss ist
Wie die Welt uns gerade belehrt mit
Klimatischen und anderen Kapriolen
Nach den Gesetzen des Marktes die
Der Natur entsprechend abgeschaut
Verliert seinen Wert was inflationär
Häufig vorkommt wie ganz leicht zu
Haben ist während Seltenheit wie
Schwierige Beschaffung ihn erhöhen
Finder seltenen Glücks glücklicher
Machen als jene des alltäglichen wie
Etwa dem noch Herzschlag der uns
Immer wieder am Leben erhält aber
Selten als Schatz gewürdigt wird bis
Er unregelmäßig wird oder aussetzt
Dann wird er so kostbar dass wir den
Verlauf der Schläge aufzeichnen um
Dem Sein eine Chance zu geben
Was den reanimierten noch jeden
Herzschlag genießen lässt wird bald
Wieder unbemerkte Normalität weil
Wir uns andere Ziele suchen noch
Genießen zu können vielleicht aber
Liegt eine endlose Kapazität zum
Genuss eher in weniger als in mehr
Wie der Kunst sich an dem zu freuen
Was ist bis es nicht mehr ist um
Neuer Lust Raum zu geben
Aber egal wieviel wir vorher
Genossen haben am Ende
Sind wir alle tot

jens tuengerthal 4.12.22

Seinsentsetzen

Seinsentsetzen

Wir werden ins Sein gesetzt ohne
Begriffen zu haben was es ist aber
Sollen unseren Weg darin finden
Der meist nur alten Spuren folgt
Statt zu tun was ihm entspricht
Lernen wir zuerst zu verlernen
Was wir wirklich wollen um das
Zu tun was wir sollen als gute
Mitglieder der Herde sich davon
Abzusetzen macht zuerst allein
Wer sich mit sich wiederfindet
Hat viel wovon aber nichts sein
Überleben schon sichern kann
Warum wir das Sein lieber ganz
Der Funktionalität unterordnen
Welche das Leben dann ordnet
Darüber außer Fassung geraten
Wie alle Form zu verlieren könnte
Dem Sein seine erst zeigen und
So wird das Entsetzen über das
Sein zum guten Anfang auch bei
Sich anzukommen aber es ist
Immer wieder entsetzlich haltlos
Weil ohne alle Ordnung dann sind
Alle gefragt ihren Platz zu suchen
Im anarchischen Chaos der Natur
Vielleicht keinen zu haben weil die
Plätze schon ordnen wollen was
Keine solche verträgt aber es könnte
Lohnen um bei sich anzukommen
Selbst wenn es entsetzlich wird
Wir könnten dann vielleicht erst
Aus der erfühlten totalen Einsamkeit
Unsere Welt allein auf uns stellen
Wie Max Stirner es im Einzigen
Kant zu Ende denkend tut
Begreifen was Freiheit ist

jens tuengerthal 4.12.22

Begriff

Begriff

Ein Begriff ist die Gesamtheit der
Wesentlichen Merkmale in einer
Gedanklichen Einheit oder der
Geistig abstrakte Gehalt davon
Sich einen Begriff machen heißt
Etwas verstehen zu wollen auch
Wenn die Begrifflichkeit gerade
Dem Verstehen entgegenstehen
Könnte weil sie das Denken in
Die Grenzen des Begriffs stellt
Solange per Gesetz alle Wesen
Mann oder Frau sein mussten
Hatten wir keinen Begriff für das
Alles was dazwischen liegt wie
Die Aussage alles im Universum
Sei eine Ente oder keine dialektisch
Das Sein in seiner Polarität begrenzt
Wobei die Frage aufkommt ob nicht
Die Zwischentöne entscheidender
Noch sind als sichere Aussagen
Fühle mich manchmal mehr so
Oder anders gibt keinen Begriff
Sondert wabert nur dazwischen
Aber könnte dem Sein doch viel
Angemessener sein als Begriffe
In ihrer dialektischen Begrenzung
Vielleicht wäre es spannend weit
Über Begriffe hinauszudenken
Um das Sein zu verstehen egal
Wie Verständnis und Gefühl dabei
Natürlich verbunden sind oder nie
Ist Sein mehr als wir begreifen
Was Grund zu staunen gibt

jens tuengerthal 4.12.22

Samstag, 3. Dezember 2022

Lustruhe

Lustruhe

Lust ist das Gegenteil von Ruhe
Sie weckt Unruhe in uns die zum
Handeln und mehr Unsinn zwingt
Wie der geschlechtlichen Nähe die
Mit Abstand betrachtet komisch wirkt
Hätte wer dabei je Abstand denn dann
Wären wir uns ja logisch nicht nah
Was das Ineinander praktisch hindert
Die Gymnastik die wir dann beim
Streben nach gegenseitiger Befriedigung
Veranstalten ist selten Ausdruck von
Ruhe sondern eher wo zielführend
Hektisch verkrampft und wer jemals
Seine Liebste beim Höhepunkt filmte
Lernt bald es gibt Gründe nicht alles
In Erinnerung zu behalten außer im
Rausch der Sinne weil uns danach
Das davor absurd fremd scheint
Doch wie himmlisch ist die geteilte
Tief befriedigte Ruhe danach die
Alles miteinander zu haben meint
Erfüllt voneinander wie aufgelöst
In überfließender Seligkeit die sich
In Strömen ergossen hat um das
Was an Lustspannung wuchs nun
Verfließen zu lassen ineinander
Wenn wir voneinander tropfend
Erschöpft uns in den Armen liegen
Das Nachbeben noch spüren was
Von großen Wegen zeugt die wir
Klopfenden Herzens erklommen
Denke ich und liebe gerade den
Moment danach mehr als alles
Wenn ohne jede Gier nur noch
Dankbarkeit mit Seligkeit regiert
Ist die Lustruhe eingekehrt

jens tuengerthal 2.12.22

Beziehungslos

Beziehungslos

Hatte große Teile meines Lebens
Stets irgendwelche Beziehungen
Die von Lust und Liebe geprägt
Beeinflussten wie ich lebte um
Das erstrebte Glück zu teilen
Passte ich mich an oder kämpfte
Für gemeinsame wie eigene Wege
Fand das völlig normal bin so in
Der Familie aufgewachsen die
Ehe als Basis trug und ging stets
Davon aus diese Tradition einmal
Fortzusetzen als Kind von Familie
Die auf ihr Alter und mehr stolz war
Als wäre ein Numerus eine Leistung
Nun lebe ich seit einigen Jahren
Beziehungslos und beginne es
Lieben zu lernen auch seiner
Freiheit wegen die Beziehungen
Uns so gerne nehmen wie wir sie
Für diese bereitwillig mit vollem
Herzen dann leichtsinnig aufgeben
Mensch muss nichts entbehren was
Die in Beziehungen haben solange
Es Geliebte füreinander gibt die der
Sonst Ansprüche dafür entbehren
Manchmal schmerzt es noch tief
Wenn ich bei einsamer nächtlicher
Runde um den Platz ein Paar sehe
Was innig knutschend unter einer
Laterne dem Himmel so nah mir
Scheint wie aus einer Traumwelt
Häufiger zum Glück hörst du die
Zwistigkeiten aller Paare die sich
Aufgelöst teils heulend anbrüllen
Bewerfen verlassen verstoßen
In größter innerer Unruhe die ich
Über Jahre täglich erlitt mit einer
Aus dem nie endenden Buch der
Prinzessinnen die schönste wie
Schmerzvollste Erinnerungen mir
Im rasanten Wechsel schenkte was
Den kurzen Schmerz der manchmal
Einsamkeit in Erinnerung verdrängt
Wie beziehungslos zu sein nicht als
Fehler sondern als Ziel scheinen lässt
Was volle Zufriedenheit enthält die
Jedes mehr zu rauben droht aber
Wer wäre ich zu glauben diese
Vernünftigen Erfahrungen machten
Irgend klüger oder schützten vor
Den Untiefen der Liebe je wenn
Sie wie immer ungefragt auftaucht
Wüsste ich nicht mehr was gut ist
Vielleicht ist das auch besser so

jens tuengerthal 2.12.22

Teestunden

Teestunden

Die Teestunde ist die kostbarste vom
Ganzen Tag sagen die Teetrinker
Sie ist ein Genuss der die Sinne so
Belebt wie uns in allem beflügelt
Zugleich beruhigend gelassen macht
Weil ein guter Tee seine Zeit braucht
Wie ich meine Kannen stundenlang
Den ganzen Tag genießen kann
So habe ich eher Teetage als nur
Teestunden da ich immer wie zu
Jeder Zeit irgendeinen Tee trinke
Grün am Morgen oder Abend wie
Kräuter durch die ganze Nacht
Passt Tee zu jeder Zeit auf seine
Ganz besondere Art gut gezogen
Sage ich nach 50 Jahren mit Tee
Wie wunderbar ist es Teetage zu
Leben um so mehr zu genießen
Was Stunden schon verschönert
Sich ein Leben mit Tee einzurichten
Schenkt mir völlige Zufriedenheit
Bei gelegentlich gutem Wein noch
Gieße gleich nochmal meinen so
Feinen Grünen Darjeeling auf um
Jetzt kurz nach Mitternacht für die
Schreibende Nachtschicht als Poet
Der sich vor dem Teewunder gerne
Voller Dankbarkeit verneigt

jens tuengerthal 2.12.22

Vorweihnachtshektik

Vorweihnachtshektik

Die Vorweihnachtszeit lieben viele als
Besinnlich und schön auch wegen des
Schmuckes der alles verziert wie die
Fremdgesteuerten Konsumenten zum
Konsum verführen soll was nebenbei
Noch mit Weihnachtsliedern aus dem
Lautsprecher bedudelt wird wie es an
Ständen dazu Glühwein und Düfte gibt
Unsere Sinne vollkommen berauscht
In seliger Weihnachtsstimmung einlullt
Bis wir endlich tun was wir mit etwas
Kritischer Vernunft wohl nie täten weil
Diese Zeit ganz nebenbei abläuft 
Verbreitet sich immer mehr Hektik
Gestresster Kunden die noch in der
Letzten Minute Geschenke kaufen
Den Konsumrausch schon auf die
Kinder zu übertragen damit sie auch
Die Existenz zwischen Erwartung 
Wie ewiger Enttäuschung führen
In der wir alle durch den Advent uns
Hetzen der noch von Weihnachtsfeiern
Unterbrochen wird auf denen sich das
Übliche Personal erwartungsgemäß
Verhält mit berechenbaren Worten
Den Jahresabschluss zu feiern der
Um die Wintersonnenwende herum
Noch religiös verklärt wird was dem
Fest der Liebe im beruflichen Bereich
Etwas besonders perfides noch gibt
Wie vor allem die Hektik noch erhöht
So meinen alle sich vor dem Ende
Des Jahres noch einmal bei allen
Mit angemessenen Worten melden
Zu müssen in Erinnerung zu bleiben
Sich davon lösen ohne asozial oder
Gemein zu wirken ist schwierig
Denke ich jedes Jahr wieder
Froh wenn es ohne Schäden
Für die Psyche vorbei geht
Denn selten wird sich mehr
Voller Gefühl gestritten als
Ausgerechnet an Weihnachten
Wenn die vorher Hektik alle
Völlig blöd gemacht hat
Wie gelassen war es doch unter
Corona einfach allein in Berlin

jens tuengerthal 2.12.22

Lebensshoppingmall

Lebensshoppingmall

Finde Shopping Malls gruselig als Tempel
Des Konsums voll ständiger Versuche
Die Freiheit durch Lebensgefühl zum
Verstummen zu bringen wie Käufer
Mit Angeboten zu verführen dabei von
Musik und Düften beduselt zu werden
Doch sind sie vielleicht der allerbeste
Spiegel unseres Lebens wie der Ziele
Denen die meisten noch nachstreben
Als gehorsame Soldaten des Konsums
Zu dem die Werbeindustrie uns ruft
Der in Shopping Malls sein Mekka hat
Von dem ich mich lieber fern halte
Allen Heiligen wie ihrem Aberglauben
Abhold und dem Leben zugewandt
Was würdig selbstbestimmt sein sollte
Statt von fremden Interessen gelenkt
Wie als Käufer zu etwas verführt was
Von Unmündigkeit alleine zeugt die so
Das Gegenteil jeder Aufklärung ist
Weil unfrei und fremd gesteuert
Das Prinzip Aufklärung wie Kant es
In seinem Leserbrief im Jahre 1784
Für die Berlinische Monatsschrift als
Befreiung aus der selbstverschuldeten
Unmündigkeit definierte zeugt davon
Mit unwiderlegter Gültigkeit bis heute
Befreien wir uns endlich aus der
Lebensshoppingmall um mit Würde
Selbstbestimmt ein Leben zu führen
Statt als Opfer des Konsumrauschs
Nur verführt zu vegetieren von einem
Inszenierten Höhepunkt zum nächsten
Den wir anderen zum Gewinn dann in
Der Lebensshoppinmall erwerben die
Inzwischen auch online mit A beginnt
Wie nah sich Anfang und Ende liegen
Denke ich und frage mich was noch
Menschsein ausmacht beim Leben
In der Lebensshoppingmall als gut
Gesteuerte Konsumenten des
Längst Überfluss an Sein

jens tuengerthal 2.12.22

Lektürenadvent

Lektürenadvent

Advent feiert die Ankunft von Jesus
Des Gurus der Christenheit welcher
Unsere Kultur maßgeblich prägte aber
Was ist die richtige Adventslektüre
Die in dunkler Zeit uns Licht schenkt
Frage ich mich dem der der ganze
Biblische Hokuspokus fern liegt wie
Jeder Aberglaube unfrei erscheint
Doch sind gute Bücher für mich stets
Ein Ankommen bei sich das auch
Wenn ich Bücher nicht erledige
Lieber lange etwas von ihnen habe
Darum über hundert parallel lese
Wie es gerade am besten passt
Gibt es auch manche die ich mal
Schneller zu Ende lese weil sie
Zur Fortsetzung einladen wie das
Buch über Fanny Mendelssohn
Die große Komponistin die mehr
Als Schwester ihres Bruders Felix
Bekannt wurde auch wenn sie so
Produktiv und oft genial wie er war
Es endet wie bei Biografien üblich
Mehr oder weniger mit ihrem Tod
An welche die Autorin die weniger
Einen Roman als eine feministische
Kulturgeschichtliche Betrachtung
Über Fanny Hensel schrieb wie sie
Später verheiratet hieß was ein
Schönes Eintauchen auch in die
Geschichte Berlins war in der ihre
Familie eine wichtige Rolle spielte
Eine journalistische Betrachtung des
Heutigen Berlins noch anschließt
Die ihr besonders gut gelungen ist
So habe ich es bis der Morgen fast
Dämmerte zu Ende gelesen wobei
Es ansonsten eine schöne Einführung
In Fannys Leben war die aber mehr
Kulturhistorisch belehrt als romanhaft
Allein zu unterhalten was mich freute
Aber in der Vermischung der Ebenen
Für manche irreführend sein könnte
So konnte ich heute gleich wieder in
Verschiedene Sichten auf Philosophie
Wie Kulturgeschichte eintauchen mit
Philipp Blom und Gaspard Koenig wie
Montaigne selbst im Reisetagebuch
Was von der Kleinen Eiszeit bis zur
Gegenwart reichte Sammler noch
Die mit Millionen jonglieren betrachtete
Die Renaissance wach werden ließ im
Kulturellen Gedächtnis mir zeigte wo
Geistige Heimat und Zuhause für mich
Als historischer Dichter immer ist wenn
Kulturgeschichte erzählt wird wie sich
Neue Blicke auf diese mir eröffnen
Geschichte der Welt verständlich wird
Geht mit das Herz auf und fühle ich
Ein Wohlbefinden was Ruhe schenkt
Wie Zufriedenheit dabei auch von
Kleinlichen Alltagssorgen distanziert
Den Blick auf das große wirft um so
Die Dinge in Zusammenhang geistig
Zu bringen was mir Sicherheit gibt
Warum kulturhistorisches für mich
Die beste Lektüre im Advent ist

jens tuengerthal 2.12.22

Anstatt

Anstatt

Anstatt das Spiel zu schauen
Habe ich gestern ein Konzert
Einer Freundin in einem Pub
In Steglitz gehört und es war
Gut so als vielfältiger Genuss
Die Fußball WM die nie hätte
Stattfinden dürfen ist zu Ende
Zumindest für Deutschland
Was nun angeblich depressiv
Ob des erneuten Ausscheidens
Wurde wie der Spiegel schrieb
Was mich lächeln lässt denn
Eigentlich ist es doch gut so
Wer wollte denn einen nur
Verkaterten WM Titel der mit
Dem Leben tausender Arbeiter
Wie Petro Dollars gekauft wurde
Sie haben am Ende gewonnen
Wie überall nachzulesen war
Musste mich über keinerlei
Dramatik dabei aufregen sondern
Habe das schöne Konzert von
Mel & Tom im Celtic Cottage die
Keinen Fußball zeigten dafür
Fröhlich singende Gäste hatten
Mehr genossen als jedes Spiel
Auch wenn dort einige wie ich
Zwischendurch mal mit einem
Stirnrunzeln auf ihr Telefon
Blickten was entbehrlicher eher
Kontrapunkt zu der Stimmung war
Die Mel auf der Bühne zauberte
MIt der sie ihr Publikum mitriss von
Bekannten Songs bis zu ihren 
Feinfühligen Liebesliedern war
Dieser Abend so die bessere Wahl
Mit dem feinen Gitarristen Tom der
Im Anzug getlemanlike zauberte
Wie der mitreißenden Mel die ich
Nun auch auf der Bühne erlebte
Freue mich nichts verpasst zu haben
Wie anstatt Fußball Musik zu wählen
Einen Abend mit fröhlichen Menschen
Die mit Spaß feierten zu erleben was
Zeigt wie relativ jede Depression ist
Die dem Volk angedichtet wird denn
Alle Berliner dort waren gut gelaunt
Wie ich mich doppelt freue da ich
Leicht bei meinem Entschluss bleibe
Diese WM völlig zu ignorieren weil
Sie ohne jede Bedeutung nun ist
Wie Musik schöner als Fußball ist
So lohnt sich das Anstatt im Leben

jens tuengerthal 2.12.22

Donnerstag, 1. Dezember 2022

Lustkultur

Lustkultur

Die Lust hat eine eigene Kultur
Sie pflegt die Sinne erregend
Um aufeinander heiß zu werden
Im Schenken der Lust zu genießen
Wo dies zusammen gelingt ist es
Das schönste denkbare Wohlgefühl
Kultiviert seiner Natur nachgeben
Ist die hohe Kunst säuisch zu sein
Manche meinen eine Frau solle
Im Alltag die Heilige im Aussehen
Eine Dame im Bett die Hure sein
Also quasi schizophren woran
Mehr als eine schon verzweifelte
Halte das für großen Unsinn aber
Behandle gerne jede wie eine
Dame damit sie es stets sein kann
Aber die Lustkultur besteht darin
Beim wildesten Sex noch die Dame
In ihr sehen zu können wie ihr das
Gefühl zu geben eine zu sein
Dann wird die Erotik besonders
Weil sie Natur und Kultur verbindet
Behandelst du die Menschen so
Wie du sie sehen willst werden sie
Diese Seite entfalten können wie
Frei mit ihrer Natur sein ohne sich
Dabei etwas vergeben zu müssen
Wie gut tut doch Kultur der Natur
Sich ganz frei zu entfalten
Von Lust dabei beflügelt

jens tuengerthal 30.11.22

Geliebtenliebe

Geliebtenliebe

Geliebte haben keine Fehler
Sie werden für das geliebt
Was sie als Geliebte eben sind
Wir können sie kopflos genießen
Ohne einen Lebensplan dabei
Aber voller Genuß im Augenblick
Wer diesem Dauer verleihen kann
Mag ein glücklicher Zauberer sein
In der Phantasie unserer Träume
Real landen sie meist in Beziehungen
Die nur aneinander ziehen um sich
Im Alltag durchsetzen zu können
Geliebte sind ein großer Genuss
Zum genießen finden sie sich
Zusammen als Geliebte was die
Schönste Form der Liebe ist die
Bedingungslos einander gut will
Vielleicht wären viele glücklicher
In der Liebe wären sie Geliebte
Einander geblieben aber vieles
Wissen wir jedesmal erst danach
Klüger werden wir in der Liebe
Auch nie weil das ihrem Wesen
Widerspräche was auf Gefühl
Statt auf Vernunft allein setzt
Worauf sich logisch keine Art
Von Beziehung errichten lässt
Damit es trotzdem klappt gibt es
Die Ehe die Scheidung teuer macht
Einander Geliebte zu bleiben wäre
Auf Dauer die bessere Lösung
Ginge das mit irgendwem

jens tuengerthal 30.11.22