Montag, 4. Juli 2022

Geschlecht

Geschlecht

Was heißt eigentlich Geschlecht
Wie verstehen wir dieses Wort
So soll es die Gesamtheit der
Merkmale sein aufgrund der in
Bezug zur Fortpflanzung ein
Wesen als männlich oder weiblich
Zu bestimmen sei was binär ist
Also weniger als gefühlt besteht
Aber Natur funktional betrachtet
Die sich dazwischen nicht mehr
Geschlechtlich fortpflanzen kann
Also logisch ausstürbe was bei
Der Gattung Mensch der Natur
Vielfältig besser täte warum das
Naturferne Suchen nach dem
Geschlecht ohne Merkmal was
Dazwischen vegetiert aber doch
Ökologisch sinnvoll sein könnte
Also Teil einer sich korrigierenden
Natur die tut was ihr gut tut
Dabei seien alle Merkmale ohne
Wertung betrachtet weil es nur
Um das bestmögliche Überleben
In sich verändernder Natur geht
Fragt sich wie weit Natur geht
Ob Geist ein Teil davon ist es
Mehr darauf ankommt als was
Wir uns fühlen denn was ist
Wie wirklich ist schon die
Wirklichkeit im Alltag noch
Fraglich jedoch scheint mir
Was Geschlecht vom Wort her
In dem schlecht auch steckt
Noch sein könnte was sowohl
Ein grammatisches enthält als
Auch eine ganze Familie meint
Als das Geschlecht derer die
Einen großen Namen trugen
Bei der zweigeschlechtlichen
Fortpflanzung ist als weiblich
Definiert was Eizellen herstellt
Während männlich ist was die
Samenzellen bereitstellt aber wer
Wollte Menschen darauf reduzieren
Hängt das Sein an der Potenz nur
Ist Fortpflanzung unsere Bestimmung
Darum mit viel Lust verbunden was
Ist durch Hormone Keimdrüsen wie
Genitalien bereits definiert aber
Was sind wir wenn wir uns völlig
Anders fühlen dabei in uns als
Biologisch festgelegt wurde ist
Dann unser Genus schlecht für uns
Wie haben wir den größten Genuss
Ist schlicht binär zu wenig um die
Komplexität der Gefühle zu erfassen
Sind wir natürlich binär oder eher nie
Nur in diese Rolle gedrängt die kein
Sein ganz erfasst und was täte gut
Geht es um Befriedigung dabei zuerst
Denke an die Professorin der Humboldt
Für Genderwissenschaften die gerne
Hart und wild gefickt werden wollte
Dabei lauter schrie als alle wie die
Klassischen Rollen theoretisch so
Klug wie völlig infrage stellte über
Sexualität schrieb und forschte aus
Konservativ christlicher Familie kam
So alles in sich vereinte unter den
Wilden Locken einer schönen Frau
Was manche unnatürlich nennen
Voller Lust leben konnte die aber
In keine Schublade dafür passte
Weil ihr Geist zu frei war auch
Wenn sie sexuell funktionierte
Wie es die Triebe diktierten
Schien sie mir geistig freier dabei
Weil sie den Begriff des Geschlecht
Als nur Natur hinterfragte was mich
Ex post sehr nachdenklich machte
Hätte unser erstes Date vor Jahren
Beinahe abgebrochen weil mir ihre
Sichten zu dogmatisch schienen
Aber habe viel von ihr gelernt über
Geschlechter wie unseren Umgang
Mit ihnen und mehr wie relativ ist
Was kulturell felsenfest schien
Warum es gut tut infrage zu stellen
Später verliebte ich mich auch
Ein wenig in diese faszinierende Frau
Die Geschlecht neu denken lernte
Aber auch für solch alberne Versuche
Dachte und forschte sie zu frei was
Vielleicht mehr über das Geschlecht
Lehrt als viele Worte hier doch was
Gut tut ist gut auch Geschlecht
Muss nicht schlecht tun aber
Ist weniger klar als gedacht

jens tuengerthal 4.7.22

Sonntag, 3. Juli 2022

Lustig

Lustig

Lustig ist eine Derivation der Lust
Es meint etwas hat Komik besäße
Witz sei amüsant oder jemand sei
Gut gelaunt auch etwas das gute
Laune erzeugt kann lustig sein wie
Lust auf etwas haben es mögen
Daran Vergnügen finden ist also
Etwas das Freude macht wie die
Menschen zum Lachen bringt
Also gute Laune erzeugt welche
Ein Glücksgefühl für uns ist nur
Gibt es etwas das so lustig ist
Dass alle es so empfinden oder
Ist komisch etwas immer nur
Für eine kleine Gruppe die lacht
Über andere oder sich aber ist
Etwas kategorisch lustig also
An jedem Ort für jeden Menschen
Zu jeder Zeit überlege ich aber
Weiß keine Antwort fürchte nur
Schon die Frage findet kaum
Jemand lustig außer mir der
Leise lächelnd Kant zuzwinkert
Vielleicht kann Musik eher alle
Ereichen in einer Sprache die
Jede versteht lustig sein doch
Denke ich selbst lustige Musik
Kann im falschen Moment die
Hörer furchtbar traurig machen
Aber was weiß ich schon wäre
Jetzt der lächelnde Standard
Nach Michel de Montaigne den
Vermutlich auch nur wenige
Wirklich lustig finden aber um
Dem ganzen noch die Krone
Aufzusetzen frage ich mich
Ob die Lust bei der wir auch
Zeugen meist ohne Zeugen
Nicht eine ernste Sache ist
Wer es nur lustig findet nie
Die Gipfel der Lust erreichte
Zwischen Schmerz und Herzschlag
Den Franzosen kleinen Tod nennen
Weil es jenseits von allem liegt was
Zwei mitteinander haben können
Die eins sein wollen als zwei
Was der Gipfel der Lust sicher ist
Aber ist es auch noch lustig oder
Können wahre Künstler der Lust
Mit genug Gelassenheit auch dabei
Über sich noch lachen bis sie
Vor Lust einfach vergehen
Das war es dann aber ist
Vielleicht auch ein lustiger
Höhepunkt im Sein noch

jens tuengerthal 3.7.22

Mehrwert

Mehrwert

Mehrwert ist der Zuwachs an Wert
Den ein Unternehmen erarbeitet
Wie der den Lohn übersteigende
Wert den die Arbeiter produzieren
Zur Besteuerung werden dabei
Einnahmen und Ausgaben verrechnet
Sagen die Volkswirte und Unternehmer
Was aber ist für den einzelnen ein
Mehrwert und woran hängt was uns
Mehr wert ist bleibt das berechenbar
Oder ist es eine Gefühlsfrage wer
Welchen Wert für uns hat was wir
Wertschätzen welche Menschen
Wertvoll für uns sind sich als ein
Wahrer Schatz gar entpuppen
Ist dieser Mehrwert nicht viel
Wichtiger für das eigene Glück
Als alle berechenbaren Nummern
Fühlen wir uns nicht besonders wohl
Wo jemand uns ohne Berechnung
Quasi selbstlos mehr Wertschätzung
Entgegenbringt als zu gewinnen ist
Liegt das was wirklich wertvoll uns
Scheint wenn auch nur für Momente
Nicht im unberechenbaren Kern
Der Gefühle die dann nicht käuflich
Eher unbezahlbar für uns sind
Ist also die Reduktion des Mehrwert
Auf Arbeit und Geschäft eine völlige
Fehleinschätzung unserer Bedürfnisse
Weil was wir Mehrwert meist nennen
Gefühlt viel weniger wert uns ist als
Was immer unbezahlbar ist und wie
Wäre es die Gewichtung entsprechend
Ihrer Bedeutung zu verschieben
So bin ich berechenbar vielleicht
Ein Habenichts aber gefühlt dennoch
Der reichste Mann wenn ich ein
Leben für die Liebe führte und so
Fragt sich am Ende was uns
Mehr wert ist um den Mehrwert
Korrekt endlich zu bestimmten

jens tuengerthal 3.7.22

Aberglaube

Aberglaube

Aberglaube bezeichnet den als irrig
Angesehenen Glauben der Wirksamkeit
Übernatürlicher Kräfte in bestimmten
Menschen und Dingen er findet sich im
Leben und Handeln von Menschen aller
Kulturen und Zeiten dabei unterscheiden
Sich kollektive Denkmuster etwa in Riten
oder Spruchformeln von individuellem
Aberglauben dabei ist die Bezeichnung
Aberglaube stets negativ gemeint
Gegenüber dem anerkannten Glauben
Den eine Mehrheit trägt und der sich
Religion lieber nennt weil akzeptiert
Auch wenn seine Regeln teilweise
Noch absurder sind als die des als
Irregulär bezeichneten Aberglaubens
Was das Element der Diskriminierung
Wie Abgrenzung als wahrer Glaube vom
Falschen Aberglaube beinhaltet der
Als gefährliche Sünde gesehen wird
Die Abgrenzung erfolgt danach was
In einem System als wissenschaftlich
Oder sonst herrschend anerkannt wird
Es war ein Kampfbegriff des Klerus
Mit dem gegen Häresie und Ketzertum
Mit aller Gewalt vorgegangen wurde
Der Begriff dient den Gläubigen zur
Abgrenzung von den Ungläubigen für
Atheisten ist jeder Glaube Aberglaube
Weil sachlich nicht unterscheidbar ist
Welcher Hokuspokus wahrer wäre
Keiner in der Natur Grundlagen hat
Warum anderer inakzeptabel bleibt
Nach dem Grundgesetz ist jeder
Glaube gleich zu behandeln warum
Der Begriff Aberglaube als Abgrenzung
Jede Bedeutung verlor oder nur als ein
Intolerantes System noch zu sehen ist
Dessen Überwindung erstrebt wird die
Verwendung des Begriffes für Unvernunft
Wie alles unwissenschaftliche steht dem
Lateinischen superstitio nahe was eine
Falsche Einsicht in die Natürlichkeit von
Geschehnissen bedeutet worin auch die
Lehre des Epikur in der Lesart seines
Schülers Lukrez auftaucht weil alles
Natur sei gäbe es keinen Platz für die
Übersinnlichen Existenzen die immer
Auf einer unvernünftig unnatürlichen
Erklärung beruhen wo es jedoch nichts
Als Natur in allem gibt die kausal ist
Kein Schöpfer dazu erfunden wird
Findet Aberglaube keinen Raum mehr
Um der Gleichbehandlung wegen die
Mit dem Schwert durchgesetzte Formen
Der Religion nicht von anderen eher
Friedlichen unterscheidet nenne ich
Jeden Glauben Aberglaube was seit
Die Psychoanalyse den Glauben als
Dominante Denkform postreligiös zu
Verdrängen begann etwas ausartete
Weil auch sie nichts als Glaube ist
Wie die Erfindung der Seele zeigt
Oder des unfreien Unterbewusstsein
Aber die Toleranz wie den Durchblick
Entscheidend fördert denn so gesehen
Hat das Christentum nicht ein mehr
An Berechtigung als sonstiger Glaube
Der ursprünglich in Regionen wuchs
Aber vom dominant schlichten System
Des Monotheismus verdrängt wurde
Manche Gläubige halten mir entgegen
Der Atheismus sei auch ein Glaube
Nur statt an Gott glaubten wir eben
An Nichts was verkennt dass die
Annahme von Nichts als Konsequenz
Der Natur ein logischer Schluss ist
Während die Erfindung von Göttern
Das Gegenteil systematisch ist also
Spare ich mir jede Unterscheidung
Von Glaube und Aberglaube aller
Hokuspokus hat im Staat nichts
Verloren sondern ist ein Hobby
Was ähnlich skurril anmutet wie
Kartenlegen oder Sternelesen
Mit Vernunft nicht ernst mehr
Genommen werden kann warum
Mehr Humor dabei hilfreich wäre
Wie gut wenn Europa künftig dem
Laizismus auf die Sprünge hilft um
So die Basis der Einheit zu schaffen
Da Glaube zwar in einer Gruppe
Verbindet ansonsten sektiererisch
Spaltend unter Menschen nur wirkt
Kein Mensch braucht diesen Unsinn
Im Staat oder glücklich zu sein es ist
Ein seltsames Hobby für Esoteriker
Ehern lächerlich nur traditionell

jens tuengerthal 3.7.22

Wehrhaft

Wehrhaft

Die Demokratien müssten wehrhaft
Werden predigte der Bundespräsident
Zum Jubiläum des Übersee Clubs zu
Hamburg um sich gegen ihre Feinde
Wie Russland verteidigen zu können
Auch von China unabhängiger werden
Dem wichtigen Rohstofflieferanten
Doch was heißt wehrhaft eigentlich
Zum einen ist es die Fähigkeit sich
Zu wehren also zu verteidigen wie
Auch alles was zum Zwecke der
Verteidigung ausgebaut oder auch
Befestigt wurde und so fragt sich
Wie die Demokratie befestigt wird
Durch mehr Demokratie überall
Oder freiwillig weniger wenn es
Was ist besser verteidigt nur wer
Bestimmt was es wert ist und was
Wäre die beste Verteidigung der
Offenen Gesellschaft sie noch viel
Weiter zu öffnen oder sie zur Festung
Gegen alle Feinde auszubauen
Braucht es den Spagat zwischen
Hohen Mauern zur Sicherheit die
Verteidigen sollen was wertvoll
Also die Freiheit mit offenen Toren
Und der Offenheit ohne die nichts
Bliebe was der Verteidigung wert
Heißt wehrhafte Demokratie schlicht
Aufrüstung zur Abschreckung der
Feinde der Demokratie im näheren
Wie ferneren Osten in diesen Tagen
Wiederholt sich die Geschichte
Unter geringfügig anderen Vorzeichen
Zeigt sich wehrhaft wer gegen die
Gewalt den Terror wie das Misstrauen
Eines Putin das gleiche stellt
Entschlossen im Krieg eingreift
Um den Aggressor zu vertreiben
Oder wer Offenheit nun predigt
Miteinander zu reden versucht
Auf Diskurs und Ausgleich statt
Terror und Gewalt nun setzt
Ist eine Demokratie wehrhaft
Welche ihre Werte verrät um
Diese wiederum zu verteidigen
Wäre sie dann noch eine aber
Welchen Wert hat was bleibt
Zweifellos muss sich Demokratie
Gegen ihre Feinde verteidigen
Darum muss sie auch wehrhaft sein
Spannend aber wird es da wo sie
Den Boden der Freiheit verlässt
Für deren Verteidigung sie antrat
Wie geht die offene Gesellschaft
Mit Russen und Chinesen um
Welche deren Prinzipien nie
Kennenlernten aber uns mit
Waffen angreifen die alles
Verneinen was uns wertvoll
Es gibt keine einfache Antwort
Wer die wirksame Verteidigung
Höher hält als die Freiheit
Verliert schnell beides ohne
Hoffnung auf Rettung aber
Alle die naiv bleiben werden
Vorher ohne Chance besiegt
Sein wir als Demokratie wehrhaft
Verteidigen wir unsere Werte
Ohne sie dafür aufzugeben
Es gilt weiter zu balancieren
Wer die Freiheit verhaftet
Wehrt nicht ihre Feinde ab
Sondern wird einer dabei

jens tuengerthal 3.7.22

Samstag, 2. Juli 2022

Lustvoll

Lustvoll

Lustvoll ist was wir voller Lust tun
Ob es dabei mehr um Sex geht
Lust auf etwas genügt womit
Nicht jemand gemeint wäre
Aber mit der Fülle der Lust
Dabei gespielt wird ohne
Lust auf Fülle zu meinen
Aber diese zu genießen
Wo sie sich bietet wie sie ist
Ob voll vollständig meint
Oder ständig in die Vollen
Fragt mehr theoretisch wer
Lustvollen Genuss weniger
Kennt aber ständig mehr will
Dabei kann in der Lust das
Weniger auch mehr sein
Wie weniger Bewegung zu
Mehr Lust dabei wird aber
Mehr an manchmal mehr
Lust schenken kann als
Nur Nichts was andere
Reizvoller finden als alles
Drumherum was immer
Dieses gerade betont
Muss Lustvoll nicht mehr
Sondern kann durch weniger
Viel mehr noch erreichen
Wenn dies die Lust erhöht
Wie manche voller Lust
Auf immer mehr verzichten
Wie sich dabei geil fühlen
Weil der Verzicht mehr Geist
Zeigte als Überfluss je was
Das Konzentrat zur Lust macht
Die wir dann voller genießen

jens tuengerthal 2.7.22

Liebevoll

Liebevoll

Was ist wirklich liebevoll
Heißt es voller Liebe
Ist das völlig selbstlos
Oder genügt mehr als normal
Es sei zärtlich besorgt fürsorglich
Mit Sorgfalt Mühe wie innerer
Anteilnahme also Mitgefühl
Oder jedenfalls mit Gefühl
Ist liebevoll schon voll Liebe
Genügt Zuneigung dazu
Wann beginnt überhaupt
Liebe ist das begrenzt
Kann alles Liebe sein
Weil Liebe alles kann
Ist sie was sie ist allein
Muss ich liebevoll von
Liebe unterscheiden
Täte es besser mehr
Liebe zu nennen als
Weniger genügen zu lassen
Wie fühlt es sich an liebevoll
Als voller Liebe zu lesen
Frage ich mich und finde
Mehr Liebe immer besser
Womit liebevoll natürlich
Voller Liebe glücklicher macht
Was bis hierhin genügt denn
Weniger wird es von allein

jens tuengerthal 2.7.22

Merkwürdig

Merkwürdig

Merkwürdig ist was Staunen oder
Verwunderung hervorruft manchmal
Auch von Misstrauen schon zeugt
Doch was halten wir für würdig
Es sich zu merken frage ich mich
Bekommt etwas dadurch Würde
Wie fern ist die Verwunderung
Wie das Misstrauen schon vom
Würdigen Umgang miteinander
Könnte in merkwürdig nicht mehr
Zweifel als Vertrauen liegen wie
Behandeln wir noch würdig
Wem wir Misstrauen zeigen
Wo zwischen Staunen Verwunderung
Misstrauen liegt der Bruch der dem
Merkwürdigen die Würde raubt
Würde die Würde naiv wo sie dem
Merkwürdigen noch voll vertraute
Was davon merken wir uns nun
Um würdig miteinander umzugehen
Wie ratlos bin ich bei allem noch
Wenn würdiger Umgang mir viel
Wichtiger erscheint als alle Zweifel
An Merkwürdigkeiten die dann als
Normal unbemerkt blieben oder
Wäre das unwürdig gegenüber
Allem was wir uns merkten
Es scheint mit diesem Wort
Komplexer zuzugehen als gedacht
Bemerke ich beim nachdenken
Vielleicht ist das würdig genug

jens tuengerthal 2.7.22

Beziehungsweise

Beziehungsweise

Beziehungsweise heißt vielmehr oder
Besser gesagt manchmal auch nur
Oder aber meint vieles mehr möchte
Gern weise erscheinen aber ist oft
Nur eine Ausrede den Raum zu füllen
Was aber ist weise in Beziehungen
Sind solche es überhaupt je oder
Sind wir lieber beziehungslos um
Dauerhaft einander wert zu schätzen
Statt an Erwartungen zu ersticken
Die immer enttäuscht werden weil
Keiner dem entsprechen kann was
Eine beziehungsweise einer sich
Als gut vorstellen warum wir meist
Erwartungslos glücklicher werden
Beziehungen beziehungslos länger
Halten weil keiner enttäuscht wird
Was also vernünftiger stets wäre
Nur wer ist das in der Liebe schon

jens tuengerthal 2.7.22

Schuldfrage

Schuldfrage

Die Schuldfrage ist das deutscheste
Substantiv was ich kenne denn nichts
Liegt uns näher als nach der Schuld
Zu fragen wenn etwas passiert ist
Als ob diese Gewissheit irgendwas
Änderte oder klärte es im Leben je
Auf Schuld ankäme außer vor Gericht
Was die Fragwürdigkeit dieser Institution
Mehr betont als etwas klärte aber viel
Vom schuldbewussten Wesen erzählt
Was an sich mehr leidet als genießt
Früher schieden wir uns schuldig
Untreue etwa begründete Schuld
Wider alle Natur und Erfahrung aber
In Übereinstimmung mit dem alten
Aberglauben der die Unvernunft als
Prinzip institutionalisierte wie die
Lust schon im Paradies zur Sünde machte
Als ob etwas unbefriedigendes uns je
Glücklich machen könnte weil es
Die Natur überwand mit der wir
Doch nur glücklich leben wollen
So beginnt die Schuldfrage schon
Im babylonischen Exil wo die Juden
Die Geschichte von Adam und Eva
Einst als Gegenentwurf zum viel
Lustvolleren Gilgamesch Epos 
Erfanden in dem die Frauen
Männer Liebe und Lust lehrten statt
Diese als Sünde zu bannen lieber
Alles genießen was möglich ist
Weil es keine Frage von Schuld ist
Gut und glücklich zu leben sondern
Der Natur die Befriedigung sucht
Viel eher entspricht als Schuld je
So ist Schuld keine Frage für mich
Lust und Liebe sind wichtiger als
Wer für etwas verantwortlich ist
Wie wir Befriedigung finden sollte
Wichtiger uns sein als wer sich
Nicht normgemäß dabei verhielt
Schuld ist mir völlig egal genau
Wie Unschuld kein Segen ist
Weil Erfahrung Freude bringt 

jens tuengerthal 2.7.22

Totalausfall

Totalausfall

Der Totalausfall den nun die deutsche
Bundesnetzagentur fürchtet hinsichtlich
Russischer Gaslieferungen ist schon
Sprachlich eine deutsche Spezialität wie
Die Bundesnetzagentur eine so deutsche
Behörde ist die schon namentlich das
Bemühen um Innovation erkennen lässt
Aber am freien Markt vermutlich ein
Totalausfall wäre der keine Perspektive
Böte als Fortsetzung des status quo
Bis heute tun wir so als sei Gas eine
Klimafreundliche Lösung doch zeigt
Die unter Gasgert rasant entwickelte
Abhängigkeit von Russland uns das
Deutschland für alle Zeiten besser
Die Finger vom Gashahn nähme
Weil der Tod ein Meister aus Deutschland
In der Erinnerung immer bleiben wird
Wie habe ich meinen Vater einst als
Vorgestrig verspottet der nie Gas aus
Russland wollte weil er misstraute
Heute sage ich er war visionär wieder
Eben ein Seher wie in so vielem aber
Nie schlechtes über die lebenden
Eltern zu sagen lasse ich als
Aufklärer den Zauber lieber weg
Der nur Misstrauen weckte
Aber beeindruckend bleibt wie
Sehr sich in einer Behörde die
Den Totalausfall uns ankündigt
Das deutsche Wesen spiegelt
Wir liefern tödliche Waffen im Krieg
Aber bekommen kein Gas mehr
Es ist als hätte doch wer aus
Der Geschichte gelernt einmal
Die Waffen bekommt ein jüdischer
Präsident der Ukraine im Kampf
Um die Freiheit gegen einen Diktator
Der nationalistisch wie gewalttätig ist
Meisterhafte deutsche Waffen
Helfen mehr Russen zu töten
Um dafür die Ukraine zu retten
Der Tod bleibt ein Meister aus
Deutschland nur das Gas hat
Keine Zukunft mehr hier nachdem
Als Agentur getarnte Behörden
Dies offiziell festgestellt haben
Machen wir uns klar es ist gut so
Hat ja nun alles seine Ordnung
Gas gehabt heißt es dann
Wenn es keiner mehr braucht
Was besser so ist

jens tuengerthal 2.7.22

Freitag, 1. Juli 2022

Sprachfluss


Sprachfluss

Fließt die Sprache von alleine
Oder wie ein großer Fluss nur
Im richtigen Bett wie sich auch
Manches wieder verläuft was
Keines fand oder versickerte
Weil der Zufluss zu beschränkt
Es braucht ein Fluss manche
Bäche wie Gräben bis er zum
Strom wird der im Meer mündet
So floss in meine Sprache bis
Sie Luthers oder Goethes
Deutsch wurde manch Dialekt
Auch der Johann Wolfgang als
Frankfurter Bub reimte wenn er
Die Schmerzensreiche ihr Haupt
Neigen ließ sich nur gut hessisch
So frage ich mich heute dessen
Großmutter aus Hannover kam
Wie die Mutter aus Bremen ob
Deshalb dieser Ton so vertraut
Hochdeutsch mir heimisch ist
Während ich beim Dialekt fremdel
Mit dazugehöriger Arroganz derer
Die gerne Bildungsbürger wären
Auch wenn es nur für eine kleine
Halbbildung noch gerade reichte
Östliche Akzente sinnlich finde
Neben dem französischen der
Ohnehin Musik schon ist auch
Wenn die Zahl der französischen
Geliebten an eine Hand passt
Was östlich wohl nicht so wäre
Aber keine Rolle hier spielt
Wo es um den Fluss der Sprache geht
Der aber Voraussetzung ist damit
Sich die Tore einander öffnen
Im Geist der Gefühle schöpft
Wir können uns auch wortlos
Verlieben uns ganz eins fühlen
Ohne sich je zu verstehen weil
Liebe nur eine Idee ist die mehr
Phantasie als Wirklichkeit ist
Auch wenn sie das Gegenteil
Uns im Alltag fühlen lässt aber
Haben wir uns dann je verstanden
Doch da ich ohnehin bezweifel
Dass mir das als Mann mit Frau
Je wirklich gelingen kann
Braucht es auch nicht eine Sprache
Wo ein Fühlen alles trägt sich zwei
Damit innig genug berühren
Bedenke ich wie wenig nah sich
Die meisten Paare je kommen
Liegt es mir fern mehr zu hoffen
Nutze sie nur zu beschreiben
Was Gefühle in mir bewegen
Aber weiß doch im Kern fehlt
Sprache was Gefühl groß macht
Nur ohne blieb auch nichts
So nehme ich das wenige was
An Worten mir blieb um mit ihnen
Die Musen gebührend anzubeten
Wissend wie fern ich ihrer wahren
Schönheit doch immer bleibe aber
Wohl wissend keine Krone ziert
Eine Prinzessin je besser als die
Worte der Dichter voller Liebe

jens tuengerthal 1.7.22

Vertrauen

Vertrauen

Was heißt eigentlich Vertrauen
Vertrauen wir jemand oder uns
Weil wir uns trauen zu vertrauen
Was ist der große Schritt dabei
Sich zu trauen oder mehr noch
Zu vertrauen was schon fast wie
Anvertrauen ist und sich nah kommt
Durch gewagten Kontrollverlust
Heißt Vertrauen sich sicher sein
Oder zeichnet es sich aus durch
Wagnis trotz Unsicherheit weil es
Vom dennoch getragen wird das
Auf etwas hofft aus Gefühl was
Keine Sicherheit aus sich hat
Als das Vertrauen an sich also
Eine nur luftige Idee die dem
Gefühl gleicht denn was ist
Etwa Liebe ganz real für uns
Als einem Gefühl zu trauen
Was nichts tut als unser Herz
Höher schlagen zu lassen
Ohne jede Sicherheit auf
Bestand oder Realität als
Versprechen verwirrter Köpfe
Überlege ich und weiß es nicht
Es ist eben was es ist
Ohne Vertrauen nichts
Warum Eifersucht immer
Das Gegenteil von Liebe ist
Während ein Gefühl genügt
Die Welt zu bewegen wie
Menschen auch ohne Worte
Tief innig zu verbinden
Nur aus Vertrauen des
Ich liebe dich was ein
Nie beweisbarer Satz ist
Der ganze Welten trägt

jens tuengerthal 1.7.22

Wagemut

Wagemut

Wagen wir mutig zu sein
Oder ist etwas zu wagen
Heute schon zu gewagt
Was gibt weiterhin Mut
Müssen wir mutiger werden
Also mehr davon haben
Ohne zu verzagen was
Nur endet wie wagen
Aber mehr durchhalten
Als Wagnisse betrifft die
Mehr erfordern als nur
Mut der allein nichts
Erreicht als den Entschluss
Ohne an sich etwas zu
Erreichen bleibt Wagemut
Ähnlich wie Leistungssport
Nur mehr an Bewegung
Kannst du so machen
Um dich toll zu fühlen
Ändert aber nichts warum
Wagemut der nicht nur wartet
Mehr wagt wie etwas will
Vielleicht ist das Wagnis
Am Wagemut der Wille
Welcher Bestand gibt wo
Nur eine Idee war die auf
Dauer erst etwas wird aber
Mit Nichts als Wille beginnt
Schlösser auf Wolken baut
Deren Fundament die bloß
Gespenster des Geistes tragen
Also aus nichts etwas macht
So zum Schöpfer wird

jens tuengerthal 1.7.22

Verdichtung

Verdichtung

Dichter verdichten Sprache aber
Sind sie darum dichter am Gefühl
Was macht aus ob wir etwas nah
Kommen lassen um sich dicht zu sein
Am nächsten kommen wir uns wo wir
Die Mitte genital abdichten aber
Streben dabei nach Überlauf
Also nicht dicht zu halten
Mit dem anderen gemeinsam
Um Erfüllung mit dem zu finden
Was uns undicht werden lässt
Warum wenn alles fließt
Sein gut sein soll wozu dann
Die Abdichtung noch dient
Außer den Strahl zu konzentrieren
Quasi härter zu machen scheint
Das Paradoxon im Sein der Dichter
Die gerne Worte verdichten um so
Herzen zu rühren die sich dann
Schlag für Schlag ergießen vom
Gefühl was ihnen ganz nah kommt
Also wieder dicht ist ganz innig
Berührt zu werden was vielleicht
Der Schlüssel zum Herz der Musen
Dem wir besonders dicht sind wo
Wir deren Busen küssen oder
Den sonst Überfluss abdichten
Jedenfalls kommt gute Dichtung
Ganz nah was Gefühl verdichtet
Damit das Herz überläuft was ein
Nie überflüssiges Ende ist

jens tuengerthal 1.7.22