Sonntag, 3. Juli 2022

Aberglaube

Aberglaube

Aberglaube bezeichnet den als irrig
Angesehenen Glauben der Wirksamkeit
Übernatürlicher Kräfte in bestimmten
Menschen und Dingen er findet sich im
Leben und Handeln von Menschen aller
Kulturen und Zeiten dabei unterscheiden
Sich kollektive Denkmuster etwa in Riten
oder Spruchformeln von individuellem
Aberglauben dabei ist die Bezeichnung
Aberglaube stets negativ gemeint
Gegenüber dem anerkannten Glauben
Den eine Mehrheit trägt und der sich
Religion lieber nennt weil akzeptiert
Auch wenn seine Regeln teilweise
Noch absurder sind als die des als
Irregulär bezeichneten Aberglaubens
Was das Element der Diskriminierung
Wie Abgrenzung als wahrer Glaube vom
Falschen Aberglaube beinhaltet der
Als gefährliche Sünde gesehen wird
Die Abgrenzung erfolgt danach was
In einem System als wissenschaftlich
Oder sonst herrschend anerkannt wird
Es war ein Kampfbegriff des Klerus
Mit dem gegen Häresie und Ketzertum
Mit aller Gewalt vorgegangen wurde
Der Begriff dient den Gläubigen zur
Abgrenzung von den Ungläubigen für
Atheisten ist jeder Glaube Aberglaube
Weil sachlich nicht unterscheidbar ist
Welcher Hokuspokus wahrer wäre
Keiner in der Natur Grundlagen hat
Warum anderer inakzeptabel bleibt
Nach dem Grundgesetz ist jeder
Glaube gleich zu behandeln warum
Der Begriff Aberglaube als Abgrenzung
Jede Bedeutung verlor oder nur als ein
Intolerantes System noch zu sehen ist
Dessen Überwindung erstrebt wird die
Verwendung des Begriffes für Unvernunft
Wie alles unwissenschaftliche steht dem
Lateinischen superstitio nahe was eine
Falsche Einsicht in die Natürlichkeit von
Geschehnissen bedeutet worin auch die
Lehre des Epikur in der Lesart seines
Schülers Lukrez auftaucht weil alles
Natur sei gäbe es keinen Platz für die
Übersinnlichen Existenzen die immer
Auf einer unvernünftig unnatürlichen
Erklärung beruhen wo es jedoch nichts
Als Natur in allem gibt die kausal ist
Kein Schöpfer dazu erfunden wird
Findet Aberglaube keinen Raum mehr
Um der Gleichbehandlung wegen die
Mit dem Schwert durchgesetzte Formen
Der Religion nicht von anderen eher
Friedlichen unterscheidet nenne ich
Jeden Glauben Aberglaube was seit
Die Psychoanalyse den Glauben als
Dominante Denkform postreligiös zu
Verdrängen begann etwas ausartete
Weil auch sie nichts als Glaube ist
Wie die Erfindung der Seele zeigt
Oder des unfreien Unterbewusstsein
Aber die Toleranz wie den Durchblick
Entscheidend fördert denn so gesehen
Hat das Christentum nicht ein mehr
An Berechtigung als sonstiger Glaube
Der ursprünglich in Regionen wuchs
Aber vom dominant schlichten System
Des Monotheismus verdrängt wurde
Manche Gläubige halten mir entgegen
Der Atheismus sei auch ein Glaube
Nur statt an Gott glaubten wir eben
An Nichts was verkennt dass die
Annahme von Nichts als Konsequenz
Der Natur ein logischer Schluss ist
Während die Erfindung von Göttern
Das Gegenteil systematisch ist also
Spare ich mir jede Unterscheidung
Von Glaube und Aberglaube aller
Hokuspokus hat im Staat nichts
Verloren sondern ist ein Hobby
Was ähnlich skurril anmutet wie
Kartenlegen oder Sternelesen
Mit Vernunft nicht ernst mehr
Genommen werden kann warum
Mehr Humor dabei hilfreich wäre
Wie gut wenn Europa künftig dem
Laizismus auf die Sprünge hilft um
So die Basis der Einheit zu schaffen
Da Glaube zwar in einer Gruppe
Verbindet ansonsten sektiererisch
Spaltend unter Menschen nur wirkt
Kein Mensch braucht diesen Unsinn
Im Staat oder glücklich zu sein es ist
Ein seltsames Hobby für Esoteriker
Ehern lächerlich nur traditionell

jens tuengerthal 3.7.22

Wehrhaft

Wehrhaft

Die Demokratien müssten wehrhaft
Werden predigte der Bundespräsident
Zum Jubiläum des Übersee Clubs zu
Hamburg um sich gegen ihre Feinde
Wie Russland verteidigen zu können
Auch von China unabhängiger werden
Dem wichtigen Rohstofflieferanten
Doch was heißt wehrhaft eigentlich
Zum einen ist es die Fähigkeit sich
Zu wehren also zu verteidigen wie
Auch alles was zum Zwecke der
Verteidigung ausgebaut oder auch
Befestigt wurde und so fragt sich
Wie die Demokratie befestigt wird
Durch mehr Demokratie überall
Oder freiwillig weniger wenn es
Was ist besser verteidigt nur wer
Bestimmt was es wert ist und was
Wäre die beste Verteidigung der
Offenen Gesellschaft sie noch viel
Weiter zu öffnen oder sie zur Festung
Gegen alle Feinde auszubauen
Braucht es den Spagat zwischen
Hohen Mauern zur Sicherheit die
Verteidigen sollen was wertvoll
Also die Freiheit mit offenen Toren
Und der Offenheit ohne die nichts
Bliebe was der Verteidigung wert
Heißt wehrhafte Demokratie schlicht
Aufrüstung zur Abschreckung der
Feinde der Demokratie im näheren
Wie ferneren Osten in diesen Tagen
Wiederholt sich die Geschichte
Unter geringfügig anderen Vorzeichen
Zeigt sich wehrhaft wer gegen die
Gewalt den Terror wie das Misstrauen
Eines Putin das gleiche stellt
Entschlossen im Krieg eingreift
Um den Aggressor zu vertreiben
Oder wer Offenheit nun predigt
Miteinander zu reden versucht
Auf Diskurs und Ausgleich statt
Terror und Gewalt nun setzt
Ist eine Demokratie wehrhaft
Welche ihre Werte verrät um
Diese wiederum zu verteidigen
Wäre sie dann noch eine aber
Welchen Wert hat was bleibt
Zweifellos muss sich Demokratie
Gegen ihre Feinde verteidigen
Darum muss sie auch wehrhaft sein
Spannend aber wird es da wo sie
Den Boden der Freiheit verlässt
Für deren Verteidigung sie antrat
Wie geht die offene Gesellschaft
Mit Russen und Chinesen um
Welche deren Prinzipien nie
Kennenlernten aber uns mit
Waffen angreifen die alles
Verneinen was uns wertvoll
Es gibt keine einfache Antwort
Wer die wirksame Verteidigung
Höher hält als die Freiheit
Verliert schnell beides ohne
Hoffnung auf Rettung aber
Alle die naiv bleiben werden
Vorher ohne Chance besiegt
Sein wir als Demokratie wehrhaft
Verteidigen wir unsere Werte
Ohne sie dafür aufzugeben
Es gilt weiter zu balancieren
Wer die Freiheit verhaftet
Wehrt nicht ihre Feinde ab
Sondern wird einer dabei

jens tuengerthal 3.7.22

Samstag, 2. Juli 2022

Lustvoll

Lustvoll

Lustvoll ist was wir voller Lust tun
Ob es dabei mehr um Sex geht
Lust auf etwas genügt womit
Nicht jemand gemeint wäre
Aber mit der Fülle der Lust
Dabei gespielt wird ohne
Lust auf Fülle zu meinen
Aber diese zu genießen
Wo sie sich bietet wie sie ist
Ob voll vollständig meint
Oder ständig in die Vollen
Fragt mehr theoretisch wer
Lustvollen Genuss weniger
Kennt aber ständig mehr will
Dabei kann in der Lust das
Weniger auch mehr sein
Wie weniger Bewegung zu
Mehr Lust dabei wird aber
Mehr an manchmal mehr
Lust schenken kann als
Nur Nichts was andere
Reizvoller finden als alles
Drumherum was immer
Dieses gerade betont
Muss Lustvoll nicht mehr
Sondern kann durch weniger
Viel mehr noch erreichen
Wenn dies die Lust erhöht
Wie manche voller Lust
Auf immer mehr verzichten
Wie sich dabei geil fühlen
Weil der Verzicht mehr Geist
Zeigte als Überfluss je was
Das Konzentrat zur Lust macht
Die wir dann voller genießen

jens tuengerthal 2.7.22

Liebevoll

Liebevoll

Was ist wirklich liebevoll
Heißt es voller Liebe
Ist das völlig selbstlos
Oder genügt mehr als normal
Es sei zärtlich besorgt fürsorglich
Mit Sorgfalt Mühe wie innerer
Anteilnahme also Mitgefühl
Oder jedenfalls mit Gefühl
Ist liebevoll schon voll Liebe
Genügt Zuneigung dazu
Wann beginnt überhaupt
Liebe ist das begrenzt
Kann alles Liebe sein
Weil Liebe alles kann
Ist sie was sie ist allein
Muss ich liebevoll von
Liebe unterscheiden
Täte es besser mehr
Liebe zu nennen als
Weniger genügen zu lassen
Wie fühlt es sich an liebevoll
Als voller Liebe zu lesen
Frage ich mich und finde
Mehr Liebe immer besser
Womit liebevoll natürlich
Voller Liebe glücklicher macht
Was bis hierhin genügt denn
Weniger wird es von allein

jens tuengerthal 2.7.22

Merkwürdig

Merkwürdig

Merkwürdig ist was Staunen oder
Verwunderung hervorruft manchmal
Auch von Misstrauen schon zeugt
Doch was halten wir für würdig
Es sich zu merken frage ich mich
Bekommt etwas dadurch Würde
Wie fern ist die Verwunderung
Wie das Misstrauen schon vom
Würdigen Umgang miteinander
Könnte in merkwürdig nicht mehr
Zweifel als Vertrauen liegen wie
Behandeln wir noch würdig
Wem wir Misstrauen zeigen
Wo zwischen Staunen Verwunderung
Misstrauen liegt der Bruch der dem
Merkwürdigen die Würde raubt
Würde die Würde naiv wo sie dem
Merkwürdigen noch voll vertraute
Was davon merken wir uns nun
Um würdig miteinander umzugehen
Wie ratlos bin ich bei allem noch
Wenn würdiger Umgang mir viel
Wichtiger erscheint als alle Zweifel
An Merkwürdigkeiten die dann als
Normal unbemerkt blieben oder
Wäre das unwürdig gegenüber
Allem was wir uns merkten
Es scheint mit diesem Wort
Komplexer zuzugehen als gedacht
Bemerke ich beim nachdenken
Vielleicht ist das würdig genug

jens tuengerthal 2.7.22

Beziehungsweise

Beziehungsweise

Beziehungsweise heißt vielmehr oder
Besser gesagt manchmal auch nur
Oder aber meint vieles mehr möchte
Gern weise erscheinen aber ist oft
Nur eine Ausrede den Raum zu füllen
Was aber ist weise in Beziehungen
Sind solche es überhaupt je oder
Sind wir lieber beziehungslos um
Dauerhaft einander wert zu schätzen
Statt an Erwartungen zu ersticken
Die immer enttäuscht werden weil
Keiner dem entsprechen kann was
Eine beziehungsweise einer sich
Als gut vorstellen warum wir meist
Erwartungslos glücklicher werden
Beziehungen beziehungslos länger
Halten weil keiner enttäuscht wird
Was also vernünftiger stets wäre
Nur wer ist das in der Liebe schon

jens tuengerthal 2.7.22

Schuldfrage

Schuldfrage

Die Schuldfrage ist das deutscheste
Substantiv was ich kenne denn nichts
Liegt uns näher als nach der Schuld
Zu fragen wenn etwas passiert ist
Als ob diese Gewissheit irgendwas
Änderte oder klärte es im Leben je
Auf Schuld ankäme außer vor Gericht
Was die Fragwürdigkeit dieser Institution
Mehr betont als etwas klärte aber viel
Vom schuldbewussten Wesen erzählt
Was an sich mehr leidet als genießt
Früher schieden wir uns schuldig
Untreue etwa begründete Schuld
Wider alle Natur und Erfahrung aber
In Übereinstimmung mit dem alten
Aberglauben der die Unvernunft als
Prinzip institutionalisierte wie die
Lust schon im Paradies zur Sünde machte
Als ob etwas unbefriedigendes uns je
Glücklich machen könnte weil es
Die Natur überwand mit der wir
Doch nur glücklich leben wollen
So beginnt die Schuldfrage schon
Im babylonischen Exil wo die Juden
Die Geschichte von Adam und Eva
Einst als Gegenentwurf zum viel
Lustvolleren Gilgamesch Epos 
Erfanden in dem die Frauen
Männer Liebe und Lust lehrten statt
Diese als Sünde zu bannen lieber
Alles genießen was möglich ist
Weil es keine Frage von Schuld ist
Gut und glücklich zu leben sondern
Der Natur die Befriedigung sucht
Viel eher entspricht als Schuld je
So ist Schuld keine Frage für mich
Lust und Liebe sind wichtiger als
Wer für etwas verantwortlich ist
Wie wir Befriedigung finden sollte
Wichtiger uns sein als wer sich
Nicht normgemäß dabei verhielt
Schuld ist mir völlig egal genau
Wie Unschuld kein Segen ist
Weil Erfahrung Freude bringt 

jens tuengerthal 2.7.22

Totalausfall

Totalausfall

Der Totalausfall den nun die deutsche
Bundesnetzagentur fürchtet hinsichtlich
Russischer Gaslieferungen ist schon
Sprachlich eine deutsche Spezialität wie
Die Bundesnetzagentur eine so deutsche
Behörde ist die schon namentlich das
Bemühen um Innovation erkennen lässt
Aber am freien Markt vermutlich ein
Totalausfall wäre der keine Perspektive
Böte als Fortsetzung des status quo
Bis heute tun wir so als sei Gas eine
Klimafreundliche Lösung doch zeigt
Die unter Gasgert rasant entwickelte
Abhängigkeit von Russland uns das
Deutschland für alle Zeiten besser
Die Finger vom Gashahn nähme
Weil der Tod ein Meister aus Deutschland
In der Erinnerung immer bleiben wird
Wie habe ich meinen Vater einst als
Vorgestrig verspottet der nie Gas aus
Russland wollte weil er misstraute
Heute sage ich er war visionär wieder
Eben ein Seher wie in so vielem aber
Nie schlechtes über die lebenden
Eltern zu sagen lasse ich als
Aufklärer den Zauber lieber weg
Der nur Misstrauen weckte
Aber beeindruckend bleibt wie
Sehr sich in einer Behörde die
Den Totalausfall uns ankündigt
Das deutsche Wesen spiegelt
Wir liefern tödliche Waffen im Krieg
Aber bekommen kein Gas mehr
Es ist als hätte doch wer aus
Der Geschichte gelernt einmal
Die Waffen bekommt ein jüdischer
Präsident der Ukraine im Kampf
Um die Freiheit gegen einen Diktator
Der nationalistisch wie gewalttätig ist
Meisterhafte deutsche Waffen
Helfen mehr Russen zu töten
Um dafür die Ukraine zu retten
Der Tod bleibt ein Meister aus
Deutschland nur das Gas hat
Keine Zukunft mehr hier nachdem
Als Agentur getarnte Behörden
Dies offiziell festgestellt haben
Machen wir uns klar es ist gut so
Hat ja nun alles seine Ordnung
Gas gehabt heißt es dann
Wenn es keiner mehr braucht
Was besser so ist

jens tuengerthal 2.7.22

Freitag, 1. Juli 2022

Sprachfluss


Sprachfluss

Fließt die Sprache von alleine
Oder wie ein großer Fluss nur
Im richtigen Bett wie sich auch
Manches wieder verläuft was
Keines fand oder versickerte
Weil der Zufluss zu beschränkt
Es braucht ein Fluss manche
Bäche wie Gräben bis er zum
Strom wird der im Meer mündet
So floss in meine Sprache bis
Sie Luthers oder Goethes
Deutsch wurde manch Dialekt
Auch der Johann Wolfgang als
Frankfurter Bub reimte wenn er
Die Schmerzensreiche ihr Haupt
Neigen ließ sich nur gut hessisch
So frage ich mich heute dessen
Großmutter aus Hannover kam
Wie die Mutter aus Bremen ob
Deshalb dieser Ton so vertraut
Hochdeutsch mir heimisch ist
Während ich beim Dialekt fremdel
Mit dazugehöriger Arroganz derer
Die gerne Bildungsbürger wären
Auch wenn es nur für eine kleine
Halbbildung noch gerade reichte
Östliche Akzente sinnlich finde
Neben dem französischen der
Ohnehin Musik schon ist auch
Wenn die Zahl der französischen
Geliebten an eine Hand passt
Was östlich wohl nicht so wäre
Aber keine Rolle hier spielt
Wo es um den Fluss der Sprache geht
Der aber Voraussetzung ist damit
Sich die Tore einander öffnen
Im Geist der Gefühle schöpft
Wir können uns auch wortlos
Verlieben uns ganz eins fühlen
Ohne sich je zu verstehen weil
Liebe nur eine Idee ist die mehr
Phantasie als Wirklichkeit ist
Auch wenn sie das Gegenteil
Uns im Alltag fühlen lässt aber
Haben wir uns dann je verstanden
Doch da ich ohnehin bezweifel
Dass mir das als Mann mit Frau
Je wirklich gelingen kann
Braucht es auch nicht eine Sprache
Wo ein Fühlen alles trägt sich zwei
Damit innig genug berühren
Bedenke ich wie wenig nah sich
Die meisten Paare je kommen
Liegt es mir fern mehr zu hoffen
Nutze sie nur zu beschreiben
Was Gefühle in mir bewegen
Aber weiß doch im Kern fehlt
Sprache was Gefühl groß macht
Nur ohne blieb auch nichts
So nehme ich das wenige was
An Worten mir blieb um mit ihnen
Die Musen gebührend anzubeten
Wissend wie fern ich ihrer wahren
Schönheit doch immer bleibe aber
Wohl wissend keine Krone ziert
Eine Prinzessin je besser als die
Worte der Dichter voller Liebe

jens tuengerthal 1.7.22

Vertrauen

Vertrauen

Was heißt eigentlich Vertrauen
Vertrauen wir jemand oder uns
Weil wir uns trauen zu vertrauen
Was ist der große Schritt dabei
Sich zu trauen oder mehr noch
Zu vertrauen was schon fast wie
Anvertrauen ist und sich nah kommt
Durch gewagten Kontrollverlust
Heißt Vertrauen sich sicher sein
Oder zeichnet es sich aus durch
Wagnis trotz Unsicherheit weil es
Vom dennoch getragen wird das
Auf etwas hofft aus Gefühl was
Keine Sicherheit aus sich hat
Als das Vertrauen an sich also
Eine nur luftige Idee die dem
Gefühl gleicht denn was ist
Etwa Liebe ganz real für uns
Als einem Gefühl zu trauen
Was nichts tut als unser Herz
Höher schlagen zu lassen
Ohne jede Sicherheit auf
Bestand oder Realität als
Versprechen verwirrter Köpfe
Überlege ich und weiß es nicht
Es ist eben was es ist
Ohne Vertrauen nichts
Warum Eifersucht immer
Das Gegenteil von Liebe ist
Während ein Gefühl genügt
Die Welt zu bewegen wie
Menschen auch ohne Worte
Tief innig zu verbinden
Nur aus Vertrauen des
Ich liebe dich was ein
Nie beweisbarer Satz ist
Der ganze Welten trägt

jens tuengerthal 1.7.22

Wagemut

Wagemut

Wagen wir mutig zu sein
Oder ist etwas zu wagen
Heute schon zu gewagt
Was gibt weiterhin Mut
Müssen wir mutiger werden
Also mehr davon haben
Ohne zu verzagen was
Nur endet wie wagen
Aber mehr durchhalten
Als Wagnisse betrifft die
Mehr erfordern als nur
Mut der allein nichts
Erreicht als den Entschluss
Ohne an sich etwas zu
Erreichen bleibt Wagemut
Ähnlich wie Leistungssport
Nur mehr an Bewegung
Kannst du so machen
Um dich toll zu fühlen
Ändert aber nichts warum
Wagemut der nicht nur wartet
Mehr wagt wie etwas will
Vielleicht ist das Wagnis
Am Wagemut der Wille
Welcher Bestand gibt wo
Nur eine Idee war die auf
Dauer erst etwas wird aber
Mit Nichts als Wille beginnt
Schlösser auf Wolken baut
Deren Fundament die bloß
Gespenster des Geistes tragen
Also aus nichts etwas macht
So zum Schöpfer wird

jens tuengerthal 1.7.22

Verdichtung

Verdichtung

Dichter verdichten Sprache aber
Sind sie darum dichter am Gefühl
Was macht aus ob wir etwas nah
Kommen lassen um sich dicht zu sein
Am nächsten kommen wir uns wo wir
Die Mitte genital abdichten aber
Streben dabei nach Überlauf
Also nicht dicht zu halten
Mit dem anderen gemeinsam
Um Erfüllung mit dem zu finden
Was uns undicht werden lässt
Warum wenn alles fließt
Sein gut sein soll wozu dann
Die Abdichtung noch dient
Außer den Strahl zu konzentrieren
Quasi härter zu machen scheint
Das Paradoxon im Sein der Dichter
Die gerne Worte verdichten um so
Herzen zu rühren die sich dann
Schlag für Schlag ergießen vom
Gefühl was ihnen ganz nah kommt
Also wieder dicht ist ganz innig
Berührt zu werden was vielleicht
Der Schlüssel zum Herz der Musen
Dem wir besonders dicht sind wo
Wir deren Busen küssen oder
Den sonst Überfluss abdichten
Jedenfalls kommt gute Dichtung
Ganz nah was Gefühl verdichtet
Damit das Herz überläuft was ein
Nie überflüssiges Ende ist

jens tuengerthal 1.7.22

Donnerstag, 30. Juni 2022

Familienqual

Familienqual

Ist Familie nur eine Qual in die wir
Eben hineingeboren wurden mit der
Wir uns manchmal zeitlebens noch
Irgendwie arrangieren weil es so
Von uns erwartet und Sitte ist auch
Wenn wir mit den Blutsverwandten
Oft weniger gemeinsam haben als
Den zufälligen Sex der Vorfahren
Was keine Verbindung aufbaut als
Eine zufällige genetische Ähnlichkeit
Fragen wir uns oft genug wo wir uns
Der lieben Verwandtschaft verwandt
Noch fühlen wem gegenüber wir
Zugewandt sind und was uns eher
Befremdet eine Qual ist bei den
Gelegentlich Zusammentreffen die
Wir dann irgendwie ertragen oder
Mit Riten überspielen um uns nicht
Gleich den Schädel einzuschlagen
Denn wo wäre das Potential der
Aggression höher als unter den
Verwandten aus fremden Welten
Die sich selten als Freunde wählten
Was die Ausnahmen nicht widerlegen
Doch lernen wir diese zu lieben wie
Mit Toleranz über die je Macken der
Anderen hinwegzusehen damit wir
Die Familie weiter zusammenhalten
Die als Wert an sich gilt den wenige
So sehr sie an der Qual leiden noch
Hinterfragen und wer sich abwendet
Als verlorenes Kind eher also für
Krank gehalten wird statt zu erkennen
Wie sehr diejenigen bei sich sind die
Auf solche Konfrontationen verzichten
Komme aus einer sehr traditionellen
Familie die sich gerne voll Rührung
In der Tradition der Großeltern noch
Zelebriert und werde mich hüten nun
Über diese oder jene schlechtes
Zu schreiben was das Gewissen
Wie der Glaube an die Familie verbietet
Doch das Eis ist verdammt dünn wie
Sich in kritischen Zeiten zeigt denn
Die gewachsene Gemeinschaft als
Schutz vor Feinden funktioniert nie
Weil Vorfahren Sex hatten sondern
Nur wenn es Gemeinsamkeiten gibt
Aber wir definieren Verwandtschaft
Schon als Zweck an sich warum wir
Die Qual ertragen und Zwiste lieber
Mit dem Geist der Liebe verdecken
Die wie in einer Ehe so üblich real
Einer genervten Abneigung wicht
Die Gewohnheiten der anderen nur
Mit sehr viel Toleranz noch erträgt
Aber solange wir uns dabei noch
Besser fühlen als ohne wird das
Seltsame Modell wie die Qual
Damit weiter Bestand haben
Vielleicht ist es gut so denn
Was bliebe ohne als Spaß

jens tuengerthal 30.6.22

Seelenloch

Seelenloch

Wunderbar spöttisch setzt sich Musil
Im Mann ohne Eigenschaften mit dem
Loch auseinander was wir Seele nennen
Was wir mit viel Phantasie gern füllen
Die weniger Inhalte als Gefühle zeigt
Was mir der die Existenz einer Seele
Für sich verneint denn wo soll dieses
Nicht körperliche Ding sitzen und was
Könnte es sein so völlig losgelöst vom
Ansonsten natürlichen Sein was wir
Unser Leben lang oder kurz führen
Wie es unsere Natur eben zulässt
Die Frage stellt warum so viele noch
Das Überbleibsel des Aberglaubens
Als real existent akzeptieren wie sich
Sorgen um dessen Zustand machen
Auch nach ihrem Ableben noch wo
Doch nichts mehr von ihnen bleibt
Die Jurisprudenz wie immer nüchtern
Was übrigbleibt nach dem Tod als
Eine bewegliche Sache behandelt
Für die besondere Regeln nach der
Sitte sprich dem Aberglauben gelten
Doch de facto fallen Leichen unter
Das Recht der Sachen nicht das der
Personen mehr weil wir keine mehr
Sind und auch wenn manche Ärzte
Oder Schwestern als doch eigentlich
Naturwissenschaftler die es besser
Wissen könnten erzählten sie öffneten
Wenn ein Patient starb das Fenster
Damit die Seele entweichen kann zeugt
Dies mehr von deren Hilflosigkeit noch
Gibt es diese Seele physisch nirgendwo
Ist sie ein Hirngespinst was uns das
Komplexe Zusammenspiel unserer
Neuronalen Netze mit Hormonen zeigt
Ob es in Ordnung ist eine solche noch
Anzunehmen wenn es Menschen hilft
Oder sie in der Angst vor dem Tod
Trösten kann wäre eine gute Frage
Wenn es sich nicht umgekehrt verhielte
Denn erst die Annahme einer solchen
Unsterblichen Seele oder die Annahme
Einer Fortexistenz begründet erst die
Angst vor dem Tod der uns wie schon
Epikur vor über 2200 Jahren schrieb
Nichts angeht weil wir nicht mehr da
Sind wenn er kommt und er noch nicht
Da ist wenn wir es noch sind was das
Sein einfach und vernünftig fasst ohne
Ein Grauen oder eine Hoffnung in das
Danach zu setzen was es in der Natur
Nicht gibt und nur eine Ausgeburt des
Aberglaubens ist die mit der Angst
Vor dem Tod bis heute noch spielt
Zeit uns am Nichts zu freuen was
Nur bleibt wenn wir nicht mehr sind
In das einzugehen unsere Freiheit ist
Dafür das mit bunter Phantasie nur
Gefüllte Loch Seele zu beerdigen
Wie es Musil wunderbar umschrieb
Weil es immer peinlich oder für Alte
Kurz vor der Verwirrung ein Thema ist
Genießen wir lieber mehr was bleibt
Davon hätten vermutlich alle mehr
Als die erfundene Seele je brachte

jens tuengerthal 30.6.22

Geschlechterwahl

Geschlechterwahl

Nach dem Selbstbestimmungsgesetz
Sollen Menschen ihr Geschlecht nun
Ab 14 Jahren selbst wählen dürfen
Was die reale Diskriminierung durch
Das Transsexuellengesetz beendet
Das ist gut so und bedeutet ein mehr
An Freiheit für alle Menschen die im
Alltag genug mit ihrer Identität noch
Kämpfen mussten bisher aber durch
Hohe gesetzliche Hürden zu lange
Behindert wurden in ihrem Leben
Bis diese fortschrittliche Änderung
Im Bewusstsein der Menschen im Land
Ankommt wird wohl noch etwas dauern
Es wird viele dumme Witze dazu geben
Aber der Beschluss weist in die richtige
Richtung denn Geschlecht ist divers
Diskriminierung immer noch real für
Zu viele Menschen warum es gut ist
Wenn der Gesetzgeber liberal vorangeht
Freiheit heißt Sein selbst zu bestimmen
Statt in Mustern und Rollen zu agieren
Die andere einem zuschreiben was
Einen neuen Blick auf das Verhältnis
Der Geschlechter wie den Umgang
Auch mit Nacktheit betrifft spannend
Wird das Thema im Leistungssport
Der immer noch real diskriminiert
Davor können Gesetze schützen
Das ist gut so und verdient Lob

jens tuengerthal 30.6.22

Kuratorenohren

Kuratorenohren

Die Kuratorin der documenta meint
Ernsthaft behaupten zu können sie
Hätte vom Antisemitismus nie etwas
Geahnt noch sich ihre Ausstellung
Vorher angeschaut den Künstlern
Völlig freien Hand gelassen obwohl
Monate vorher gewarnt wurde hat
Sie sich Augen und Ohren lieber
Erfolgreich zugehalten um wenn
Der erwartbare Skandal eintritt
Reinen Gewissens unschuldig
Tun zu können was allerdings
Mehr an ihrer Kompetenz noch
Zweifeln lässt als irgendwelche
Hoffnung auf Besserung zu geben
Insofern es also an Einsicht mangelt
War ihre gut bezahlte Aufgabe wohl
Entweder völlig überflüssig was die
Frage nach Schadensersatz stellt
Der dann den Auftraggeber betrifft
Oder der Kuratorin fehlt Kompetenz
Ihre Aufgabe verantwortlich zu führen
Was die Frage beantwortet dafür wird
Spannend wer nun Verantwortung für
Das völlige Versagen der Führung bei
Einer der wichtigsten Ausstellungen
Übernehmen wird ob Deantwortung
Hier bereits Verantwortung bestätigt
Der kulturelle Schaden ist immens
Die finanziellen Folgen vermutlich
Schwerwiegend und es fragt sich
Wer da Verantwortung übernimmt
Ob das Gerichte je klären können
Oder es politischen Mut braucht
Der Verantwortung zeigt um den
Beschädigten Kunststandort neu
Für die Zukunft aufzustellen zuvor
Sollte noch abgerechnet werden
Taubheit und Blindheit schützt die
Kuratoren nicht vor der Haftung

jens tuengerthal 30.6.22