Donnerstag, 9. September 2021

Helmipigalle

Helmipigalle

Pigalle aus Frankreich spielte heute
Live am Helmi am südöstlichen Eck
Von Raumer zur Duncker wo sie
Viele begeisterte Zuhörer fanden
Der angekündigt letzte Sommertag
Gab sich strahlend schön alle Mühe
Das richtige Ambiente zu liefen
Die vier Musiker taten das ihre
Die Flaneure am Platz in Schwung
Zu bringen einige wippten sichtbar mit
Andere träumten selig in der Sonne
Wozu der schöne Jazz den idealen
Hintergrund bildete der alles in eine
Leicht erotisch schöne Stimmung
Versetzte bei der einigen der dort
Lauschenden Damen ihre auch
Tiefere Begeisterung ansehbar war
Die vermutlich auch spürbar wurde
Was wir aber der Phantasie hier
Am frühen Abend eines wunderbaren
Sommertages überlassen die diese
Verse in aller Stille fortschreiben möge
...
Wie schön ist doch das Leben am
Helmholtzplatz immer wieder

jens tuengerthal 9.9.21

Liebesdauer

Liebesdauer

Wie lange dauert die Liebe
Fragte ich mich häufiger wenn ich
Um eine trauerte die sich längst
Dem nächsten gefühlvoll hingab
Obwohl sie ewige Liebe schwor
Während mein Herz den Wechsel
Nicht so schnell verarbeiten konnte
Dagegen fragte ich es mich selten
Wenn ich ging und eine traurig
Verließ die lange brauchte bis sie
Wieder verliebt auch lachen konnte
Während ich als da Gestalter mich
Bald wieder oder längst schon neu
Verliebte weil scheinbar sehr viel
Vom Wert der Liebe an der eigenen
Macht dabei hängt zumindest mehr
Als wir von großen Gefühlen noch
Träumend uns eingestehen die
Scheinbar oft nur Reflexe sind
Schlicht und natürlich mehr als
Besonders und individuell wie
Sich von mal zu mal wiederholend
Mit relativ ähnlichen Vorzeichen stets
Die wir aber sehr gekonnt ignorieren
Um noch an Wunder zu glauben auch
In der Liebe denn was bliebe uns sonst
Von der großen Illusion noch als eine
Traurige Wirklichkeit voll Wiederholung
Dabei soll Liebe doch Dauer haben um
Den Bestand der Familien zu wahren
Wie das Leben traumhaft zu teilen
Was häufig bald Albtraum uns wird
Dann zumindest sexuell befriedigt
Doch hält viel länger was wir nie
Festzuhalten versuchen während
Entschwindet was wir fesseln wollen
Es bleibt also auch auf Dauer das
Immer gleiche Spiel bei dem es dir
Immer so gut geht wie du zulässt

jens tuengerthal 9.9.21

Flaneursein

Flaneursein

Der Flaneur ist die Lebensform die
Dem 21. Jahrhundert entspricht
Indem ein nur Beobachter sich auf
Das beschränkt was ihm entspricht
Statt fernzusehen schaut er in die
Umgebung durch die er flaniert der
Nirgendwo hin will sondern lieber
Das genießt was ihm nahe liegt um
Aus der Beobachtung Grund genug
Seines ziellosen Flanierens zu ziehen
Es bräuchte viel mehr Flaneure heute
Die nur beobachten statt haben wollen
Sich an bloßer Betrachtung erfreuen
Ohne je ungefragt noch zu berühren
Teilnehmer als Beobachter nur ist
Aus dem Sein sein Vergnügen zieht
Menschen vor Ort gerne beobachtet
Dabei immer ein Gentleman bleibt
Ohne je ein Spanner zu werden weil
Er nichts will als sich treiben lassen
Im Treiben der Umgebung die ihm
So zum Lebenselixier wird die er nie
Missbraucht oder ausbeutet sondern
Als schüchterner Beobachter betrachtet
Voller Liebe zum Objekt der Beobachtung
Mit zärtlichen Gedanken voll Zuneigung
Die weniger erobern als betrachten will
Der sein Sein zum Maßstab gemacht
Das nachhaltigste Vorbild wäre dabei
Lieber stiller Beobachter als lauter
Teilnehmer der Konversation auch
Wenn um kein Wort verlegen wo es
Für weitere Wege nötig sein sollte
Genügt sich der Flaneur selbst wie
Vergnügt sich an den anderen statt
Unterhaltung für sich zu fordern so
Braucht der Flaneur keine Animateure
Wo ihn Damen begleiten wollen sie es
Er genießt sie verwöhnend als eben
Gentleman ihre Gegenwart als dann
Nah berührender Gegenstand seiner
Existenz als Bewunderer der Welt

jens tuengerthal 9.9.21

Libellenliebe

Libellenliebe

Von der Lust der Libellen beim wie es
Alphonse Karr in seiner Reise um meinen
Garten fast keusch nennt Liebemachen
Zum Blünchensex der Seerosen die sich
Kaum geschwängert in feuchte Tiefe ruhig
Zum Brüten unter Wasser zurückziehen
Reichte die heutige Lesetour durch den
Garten des klugen Franzosen der mit
Seiner sinnlich schönen Sprache so
Viel über uns Menschen erzählt wo er
Libellen oder Seerosen beobachtet beim
Liebesspiel dass in der Natur häufig ein
Kampf um Vorrang und Ausschließlichkeit
Auch ist der den Besten die Fortpflanzung
Als natürliches Privileg zu gewähren nur
Scheint was aber sowohl beim Menschen
Wie bei Pflanzen und Tieren eher eine
Täuschung wohl stets ist wenn auch
Die Libellenmännchen sich ihre Weibchen
Wirklich krallen und mit ihnen bis zu einer
Halben Stunde nur herumfliegen um sie
Sollte der Widerstand hartnäckig sein zu
Überzeugen sich der Begattung hinzugeben
Was schon vom Wort her vieles enthält was
Chauvinistischer klingt als Natur es ist die
Einfach tut was ihr entspricht nach eben
Natürlichen Bedürfnissen und Trieben aber
Bei den Libellen ist es so dass die Weibchen
Mit der Befruchtung einverstanden sein
Müssen damit diese erfolgreich endet
Dem Menschen darin sozial überlegen
Was ja das Ziel aller Natur sein soll auch
Wenn Sex an sich schön sein kann schon
Als Genuss des eben Lebens wo geteilt
Aber das führte hier vielleicht zu weit
Wenn auch der Gedanke zu nahe liegt
Jedenfalls tragen die Libellen ihre dann
Erwählten Geliebten eine halbe Stunde
Oder länger fliegend herum um sich nur
Einmal zu begatten was gemessen am
Leben das nur einen Sommer dauert
Sehr lang dem Menschen scheint der
Sich auch gern beklagt wie aufwendig
Der Weg zur Begattung sein kann wo
Eine oder einer sich tagelang zieren
Statt zu genießen was Natur so will
Was aber immer ein weites Feld ist
Die Eier der Libellen reifen eher unter
Der Wasseroberfläche von wo sie
Genug erwärmt aufsteigen um sich
Einen Sommer flatternd zu ergehen
Miteinander wie an Pflanzen um sich
Die Seerosen etwa die beides in sich
Tragen warum sie fälschlich lange als
Keusch der Kirche galten entfalten ihre
Blüten nur zur Befruchtung wo diese
Selig erfolgte verschließen sie sich
Wieder unter Wasser um reifen zu lassen
Was zur sexuellen Blüte auch wird die
Quasi breitbeinig sich präsentiert wie
Es auch andere faszinierende Pflanzen
Am Ufer gibt bei denen etwa Männchen
Am Grund blühen die ihre Samen dann
Todesmutig mit ihrer Blüte nach oben
Treiben lassen um die dort zur Lust
Geöffneten weiblichen Kelche endlich
Zu befruchten worauf dann diese auch 
Vallisneria genannten Blüten untertauchen
Um am Grund zu neuer Pracht zu reifen
Was zeigt wie vielfältig auch der sonst
Gern langweilig genannte Blümchensex
Sein kann der viele Wege zur Lust
Wie ihrer Befriedigung kennt was
Mensch neugierig betrachtend als
Gute Lehrmeisterin sehen kann
Um zu genießen was Natur gab

jens tuengerthal 9.9.21

Klimapandemie

Klimapandemie

Der Klimawandel und die Pandemie
Sind zwei Dinge die logisch wenig
Miteinander zu tun haben scheinen
Eine Virusinfektion welche die Atmung
Beeinträchtigt hat mit der Erwärmung
Nichts zu tun im Gegenteil schien der
Sommer eher die Zeit wo sich dieser
Virus zurückzieht wie die Erkältungen
War Afrika weniger betroffen als etwa
Regionen mit wechselhaften Klima
Zunächst und was eine Täuschung war
Wie uns auch Brasilien vorführte was
Dank der Dummheit seines Präsidenten
Der dem Populismus huldigt viel mehr
Opfer zu beklagen hat als andere Länder
Die umsichtig vorsichtig dafür regiert
Jedoch weisen sogar Studien der UN nun
Nach wie sehr der Klimawandel auch den
Schutz vor Pandemien beeinträchtigt weil
Etwa Ausweichquartiere besetzt sind von
Menschen die in Quarantäne müssen oder
Naturkatastrophen auch die Bedingungen
Zur Verbreitung von Seuchen verbessern
Dahingestellt was ein Leben mit der Natur
Bedeuten könnte wäre es besser wenn wir
Tödliche Kräfte sicher beherrschen könnten
Zumindest ihre Verbreitung eindämmten
Wie es mit Covid gerade weltweit wieder
Versucht wird wobei die Menschheit erst
Langsam begreift dass nationaler Egoismus
Weniger zielführend ist als Kooperation
Global wie zu friedlichen Zwecken was
Bei einem variantenreichen Virus stets
Nötig sein wird weil keiner allein dieses
Problem lösen kann weil alles mit allem
In Zusammenhang steht wie es uns die
Chaostheorie schon lehrte wonach der
Schmetterlingsflügelschlag in Australien
Das Wetter in Europa verändert was
Aber eine Dimension annimmt die es
Leugnern und Bescheidwissern leicht
Macht Unsinn zu verbreiten der zur
Zunehmenden Deantwortung führt weil
Alle lieber ihre Gewohnheiten behalten
Wollen statt Verantwortung zu übernehmen
Wie es doch so nötig und geboten wäre
Weil alles mit allem zusammenhängt wie
Ganz konkret dramatische Auswirkungen
Für jeden von uns haben kann und wird
Die Zukunft gehört dem Denken in dann
Zusammenhängen um zu begreifen
Welche Wirkung unser Handeln hat
Warum wir heimische Wälder gefährden
Wenn wir Urwälder als Touristen besuchen
Wie Flugreisen sich klimatisch auswirken
Wovon wir noch dort wo Klima entsteht
In höheren uns umgebenden Sphären
Noch keinerlei Ahnung bisher haben
Wie wir bemerken werden wie asozial
Unverantwortlich bisheriges Verhalten
Für den Fortbestand des Lebens war
Weil es dringend alles weniger braucht
Warum Wachstum nur Nachhaltigkeit
Noch betreffen darf damit wir überhaupt
Eine Zukunft als Menschheit haben weil
Lokales Denken von gestern ist wir heute
Global Zusammenhänge erkennen müssen
Um Antworten auf die Fragen der Zukunft
Zu finden statt ignorant zu leben was für
Immer mehr immer schneller tödlich endet
Die Klimapandemie ist keine Illusion mehr
Wer gut in Zukunft leben will muss endlich
Zusammenhänge erkennen wie entsprechend
Handeln und Probleme benennen wo sie
Entstehen warum wer fliegt ein Täter des
Klimawandels ist wie wer Bäume fällt oder
Billiges Fleisch im Fastfood verzehrt damit
Auch zum Mörder im Rahmen globaler
Pandemien wird was zwar zu einem sehr
Weiten Verständnis von Kausalität führt
Aber aufhört Verantwortung zu leugnen
Es ist nötig mehr zu tun weil wir wissen
Alles hängt mit allem zusammen wer
Nun noch Verantwortung leugnet wird
Zur Täterin des Klimawandels egal
Welches Geschlecht er hat

jens tuengerthal 9.9.21

Mittwoch, 8. September 2021

Liebesgeruhsam

Liebesgeruhsam 

Wie wunderbar lebt sicht mit
Der geruhsamen Liebe doch
Habe um Liebe gekämpft wie
Getrauert viel zu lange weil
Was weg ist ist weg und keiner
Weiteren Gedanken mehr wert
Wie ich beim Tod immer denke
Aus früher Erfahrung damit was
Bei der Liebe mir unmöglich schien
Die einst ewig sich geschworen
Im Nichts wieder verschwand
Was mir jedesmal wieder völlig
Unvorstellbar schien aber eben
So war was immer ich dazu dachte
Wie verwüstet schien mir das Leben
Ohne die Liebe dann einsam kalt
Wie eine abgebrannte Wüstenei
Warum sich ohne zu heiße Feuer
Die schnell in Waldbrände ausarten
Welche keiner mehr kontrollieren kann
Gelassener lebt mit den Flammen
Gelegentlicher Glut sich zu wärmen
Als wunderbare Leuchtfeuer der Lust
Wie ein heimeliger Kamin in deiner
Bibliothek dir das Leben versüßen
Ohne auf Leben oder Tod gleich alles
In dir zu belegen sondern lieber Raum
Lassen für verschiedene Wege die alle
Auf ihre Art für Momente glücklich machen
Statt sich konkurrent auszuschließen im
Kampf um das eine Herz ganz sich je
Gönnen was unter Umständen gut tut
Weil keine wie keiner alles hat aber
Viele viel wunderbares an sich haben
Jede auf ihre Art wie jeder auf seine
Warum es schön ist lieber geruhsam
Sich an geteilten Momenten zu freuen
Statt einander ganz belegen zu wollen
Lieber liebevoll mögliches genießen
Wie anderes gelassen zu gönnen
Weil was gut ist sich erhalten bleibt
Viel eher ohne leiden an Leidenschaft
Dafür voller Lust und Liebe geruhsam
Jenseits aller Auswahl genießt was ist
Kämpfe nicht mehr um Liebe dafür
Darf ich sie endlich in Ruhe genießen
Was könnte mehr sein im Leben
Denk ich zufrieden mit dem was ist
Leben könnte so geruhsam sein
Wagten wir es mehr zu genießen
Was ist statt mehr zu wollen

jens tuengerthal 8.9.21

Bibliotheksglück

Bibliotheksglück

Heute las ich ein Regalbrett entlang 
Bände der Anderen Bibliothek mit
Einem kleinen Ausflug zu noch zwei
Aus der gleichen Reihe nur ein Brett
Tiefer weil ich Glücklicher die Wahl
Habe welche der Bände mich just
Anlachen und noch genug gerade
Angelesene überall auf mich warten
Es könnte nun viel über die Aufmachung
Dieser wunderbaren Reihe geschwärmt
Werden die das Herz bibliophiler Sammler
Immer wieder höher schlagen lässt mit
Ihren einzeln nummerierten Bänden bei
Beschränkter Auflage in schönster dazu
Immer wieder individueller Gestaltung
Aber all das ist bekannt und auch hier
Schon oft genug gelobt werden welch
Glück dass Aufbau sie nun weiterführt
Nachdem Eichborn sie einst abgab aber
Abgesehen von dieser verlegerischen
Großtat die schon Kinder bekam wie
Etwa den Galiani Verlag in Berlin weil
Übergänge nie ganz problemlos laufen
Aber als schlichter Sammler muss ich
Auch nicht von allem Streit wissen der
Völlig ohne Belang für das ist wovon ich
Heute aus vollem Herzen schwärmen will
Das Glück gute seltene gebundene Bücher
Von haptischer Schönheit mit Lesebändchen
Lesen zu dürfen wie die ausgezeichnete
Auswahl der Inhalte dabei zumindest der
Bänder die in meinen Billys stehen direkt
Am Kopfende meines Bettes beginnend
Das tagsüber zum Diwan wird der auch
Spielgrund vieler hundert Abenteuer ist
Die im Schatten der Anderen Bibliothek
Stattfinden was den Bänden noch eine
Ganz andere Präsenz und Schönheit gibt
Sie wurden auch die Gefährten mancher
Liebesgeschichten schon welche aber
Von guter Lektüre immer wieder in das
Richtige Licht gerückt wurden so las ich
Heute in 2000 Jahren Literatur endend
Im späten römischen Reich was zwar
Chronologisch der Anfang wäre aber
Zufällig gerade am Ende stand als der
Jubiläumsband 400 dafür beginnend
Wie nah der Realität dabei mit der
Berliner Luft von Friedrich Luft welcher
Immer noch vom Luxus des Reisens
In Pullman Waggons den USA schreibt
Wie vielen schönen Bänden dazwischen
Die ich bei Gelegenheit weiter schildere
Um genug Zeit zum Lesen zu haben
Heute ging es mir um das große Glück
Vor der Anderen Bibliothek zu liegen
Verschiedene Bände zur Wahl zu haben
Um nach Laune darin zu lese aus egal
Welchem Jahrhundert sie stammen
So gönnte ich mir heute das Vergnügen
Die Lesezeichen nicht länger wie Fransen
Über das Bücherregal hängen zu lassen
Sondern sie in einer ersten Reihe nun
Fein mit dem Ende ins Vorblatt zu legen
Kleine Spießigkeiten des Büchersammlers
Die zur Toleranz gegenüber den spießigen
Angewohnheiten anderer auffordert was
Am Ende doch sein Gutes hat und ja ich
Gestehe ich streichle meine Bücher
Es ist eine wohl zärtliche Liebe

jens tuengerthal 8.9.21

Wahlgedanken

Wahlgedanken

Wen will ich wählen wenn ich die Wahl
Habe zu entscheiden wer uns regiert
War mir lange sicher Grüne zu wollen
Weil sie was heute nötiger ist als je
Schon lange konsequent vertreten
Hielt Annalena Baerbock für die beste
Nachfolgerin der Bundesmutti noch
Bis sie sich hinreißen ließ sich für
Einen bundesweiten anonymen
Steuerpranger auszusprechen wie
In Baden Württemberg bereits Realität
Was so gegen mein Verständnis von
Freiheit und das Menschenbild der
Aufklärung verstößt was unserem
Grundgesetz zu Grunde liegt dass
Sie mir quasi unwählbar schien ob
Dieses Ausrutschers wegen doch
Bin ich dabei ein dummes Opfer eines
Amerikanisierten Wahlkampfes geworden
Außer in Potsdam wählt keiner sie selbst
Dann auch nur als Direktkandidatin für
Den Bundestag denn als Spitzenkandidatin
Hat ihre Partei sie gewählt und als Kanzlerin
Würde sie wenn der Bundestag in einer wie
Auch immer gearteten Koalition wählen
Wähle nur Parteien und Kandidaten auf
Verschiedenen Ebenen und dazu muss ich
Noch an einer überflüssigen Volksbefragung
Teilnehmen die Aufgaben der Verwaltung
Per Unterschrift an die Bürger delegiert
Kann mir überlegen welche Kandidaten
Vor Ort mir vertrauenswürdig scheinen
Wer in Berlin regieren soll und wen ich
Nicht in einer Regierung sehen möchte
Wer in meinem Bezirk die Mehrheit stellt
Statt den gerade Erben der SED was mich
Mehr stört als seltsame Ansichten einer
Kandidatin einer Partei die aber sonst
Viele vernünftige Ansichten vertritt was
Dies Land fit für die Zukunft macht also
Bleibe ich dabei was Annalena Baerbock
Zum Steuerpranger meint ist grauenvoll
Aber ihre Partei ist in Zeiten des gerade
Immer deutlicheren Klimawandels erste
Wahl und dieser autoritäre Unsinn wird
Vom Bundesverfassungsgericht sicher
Soweit können wir dem Rechtsstaat
Nach vielen Jahren nun vertrauen
Per Urteil bald gestoppt werden
Wählt Grün um die Welt zu retten
Ihre autoritären Flausen werden ihnen
Koalitionspartnerinnen schon austreiben
Ansonsten das oberste Gericht was
Nichts am vorher gesagten ändert
Nur erkennt was Wahl heißt die nicht
Auf Personen sondern Parteien zielt
Auch bei personalisierter Verhältniswahl
Denk ich und bin zufrieden doch nichts
Am ersten Entschluss zu ändern denn
Damit alles bleibt wie es ist müssen wir
Manchmal alles betrachten wie es ist
Nur Abgeordnete wählen die Kanzlerin
Ist nicht mein Thema mehr

jens tuengerthal 8.9.21

Langsamkeitslust

Langsamkeitslust

Wie schaffe ich eine neue Lust an 
Der ökologischen Nachhaltigkeit
Die Bedürfnisse aller Beteiligten am
Markt befriedigen kann ohne auf
Autoritäre Steuerungsmechanismen
Zurückgreifen zu müssen sondern
Die Kräfte des Marktes lieber frei
Wirken zu lassen damit sich alle
Mit Begeisterung daran beteiligen
Was sich wie die Quadratur des
Kreises anhört der Interessen von
Politik und Wirtschaft vermischt
Beginnt im Bewusstsein aller die
Am Markt teilnehmen wie dessen
Launen ewig hinterherlaufen müssen
Um noch mitzubekommen was gerade
Aktuell und nötig ist aber gestresst
Sich Ruhe wünschten hätten sie
Nicht mehr Angst den Anschluss
Zu verlieren was sich im Beruf wie im
Privaten bei Mode und Hobbys zeigt
Bis zu Reisezielen noch reicht die
Unter Stress und Gefährdung der
Eigenen Gesundheit alles tun um
Irgendwo gewesen zu sein statt
Bei sich anzukommen wie das
In Ruhe gelassen zu genießen
Hetzen die Menschen um den
Davon gequälten Globus aber
Halten sich dabei für besonders
Spannend ob ihrer Unruhe die
Mehr ein Ungleichgewicht als
Gesunde Gelassenheit zeigt
Viele Krankheiten mit sich bringt
Menschen mehr leiden lässt als
Das Leben zu genießen auch
Wenn sie von Werbung gelenkt
Meinen es sei der schönste Genuss
Irgendwo gewesen zu sein ist diese
Ungesunde Täuschung durch einen
Wandel des Bewusstsein wie der
Prioritäten leicht zu überwinden
Ob der Staat gefangen in schlichten
Mustern dies noch durch Anreize
Fördern sollte oder besser auf die
Freiheit und Erkenntnis gesetzt wird
Ist eine Frage des Menschenbildes
Als Freund der Aufklärung wie auch
Anhänger Kants setze ich viel lieber
Auf Vernunft Freiheit und Erkenntnis
Vor allem aber auf einen Wandel der
Priorisierung durch den Luxus der
Langsamkeit die sich nur leisten kann
Wer nichts mehr braucht wie mit sich
Zufrieden im Gleichgewicht lebt also
Den höchsten erstrebten Zustand des
Menschlichen Seins erreicht hat dem
Viele noch verwirrt hinterherlaufen die
Vor lauter Konzentration auf das Tempo
Nicht mitbekommen dass sie längst alles
Haben und glücklich sein können mit dem
Was ist wo sie sind und der höchste Luxus
Darin liegt die Langsamkeit zu leben die
Den Genuss am Sein in Ruhe zelebriert
Wer darin zufrieden ruht kann künftig
Mit allem was kommt besser umgehen
Hat vor allem viel mehr Lust am Leben
Das so in Ruhe genossen wird warum
Der Luxus von morgen im weniger liegt
Weniger weit weg dafür uns ganz nah
Weniger schnell dafür voller Genuss
Weniger Stress dafür mehr Zeit für sich
Diese Entdeckung kann jeder machen
Für sich am besten mit einem guten Buch
Was ein ganzes Universum danach öffnet
In dem wir klimatisch unschädlich reisen
Das Dasein vollauf genießen beim Tee
Der diesem Lebensstil völlig entspricht
Guter Tee braucht viel Zeit wie auch die
Freude am langsamen Genuss weil der
Kenner das Wasser erst abkühlen wie
Dann in Ruhe ziehen lässt was mit jedem
Aufguss nur noch besser wird und so ist
Abwarten und Teetrinken die Antwort auf
Die Frage wie Philosophie und Ökonomie
In Zukunft nachhaltig wie ökologisch noch
Vereint ein gutes Leben ermöglichen um
Nicht irgendwohin zu müssen sondern
Da zu bleiben und in Ruhe zu genießen
Die Antwort auf den Luxus von morgen
Ist abwarten und feinen Tee trinken
Das Ergebnis gesunde Zufriedenheit

jens tuengerthal 8.9.21

Helmistimmung

Helmistimmung

An einem Dienstag am Helmholtzplatz
Vorm Misirlou sitzen noch zwei Paare
Wie ein Bekannter im Rollstuhl der wie
Der Dichter am Telefon schreibt während
Aus den noch sommerlich geöffneten
Fenstern Musik über den Platz tönt
Die schöne junge Bedienung die in
Pakistan geboren an vielen Orten
Der Welt aufwuchs wie sie mir 
Neulich zwischendurch erzählte
Plaudert mit dem Bekannten englisch
In meinem Rücken spielen zwei
Herren Schach und diskutieren
Dabei ruhig über ihre Stellungen
Beim Whisky ab und an kommen
Passanten vorbei während die
Blonde Dame am die am Tisch
Gegenüber sich in ich weiß nicht
Welcher Sprache unterhält sehr
Gekonnt viel Bein zeigt im sehr
Kurzen Rock mit fest geschlossenen
Schenkeln dabei rauchend elegant
Sich immer wieder der Aufmerksamkeit
Ihrer Umgebung versichernd doch
Ganz unauffällig mit ihrem Haar
Spielend während er ruhig wie
Zurückgelehnt mit ihr plaudert
Ist sie spürbar unruhig wie nach
Aufmerksamkeit bedürftig was
Der Flaneur lächelnd beobachtet
Von ihr dabei bemerkt aber ohne
Ein Zeichen für mehr Interesse
Zwischen dem Schreiben zu geben
Wie schön ist es doch so völlig
Unbeteiligt zu beobschten was
Kurz vor Mitternacht noch am 
Helmholtzplatz passiert wo bis
Auf den alten Reggae aus der Bar
Schon schläfrige Ruhe herrscht

jens tuengerthal 7.9.21
 

Dienstag, 7. September 2021

Herbstliebe

Herbstliebe

Als Herbstkind liebe ich diese Zeit
Die anderen ein großes Sterben ist
Von der Rilke leicht depressiv wieder
Meinte wer jetzt allein ist wird es
Lange bleiben oh welch Irrtum
Doch mehr noch als die Lust an der
Jahreszeit ist es die schöne Reife
Die ich über alles liebe von den guten
Trauben die dann besten Wein geben
Der gut Zeit zu reifen erst noch braucht
Wie der Zeit der Äpfel die ich liebe
Bis zu den Liebsten die jenseit von
Vierzig fünfzig oder sechzig ihre Lust
Wie Schönheit aus der Natur neu
Gemeinsam entdecken und damit
Erfahrung Gelassenheit mit Leidenschaft
Ohne sonstige Qualen verbinden weil
Alles Gute zu seiner Zeit erst kommt
Denke ich an den Sex der 30er oder
Der 20er noch der zwar drängend
Wie kraftvoll war aber doch noch so
Unsicher voller Zweifel selten ganz
Genoss was ist auch voller Ruhe
Weiß ich wie sehr ich den Herbst liebe
Auch wenn jede der Geliebten sich
Vermutlich gegen die Jahreszeit als
Attribut verwehrte weil Frauen doch
Zu gerne als schön wie der junge
Frühling geliebt werden wollen der
Bei mir eher Allergien noch auslöst
Warum der Gedanke einer Herbstliebe
Ausdruck tiefster sinnlicher Zuneigung
Für mich ist und vielleicht merken auch
Die wunderbarsten Geliebten noch wie
Schön es ist den Herbst zu genießen
Weil alles reif und voll ist in Schönheit
Die harmonisch bunt im grau wird
Verehre sie längst so sage es nur
Lieber selten ihr wisst schon warum

jens tuengerthal 7.9.21

Lektürenlaub

Lektürenlaub

Es wird langsam Herbst auch wenn
Noch wochenlang Sommer ist hat
Das Licht schon eine andere Farbe
Werden die Tage kürzer wie mit
Jedem wieder länger Nacht was den
Leser in der kleinen Bibliothek wie
Jedes Jahr wieder beim Tee freudig
Stimmt gerade angesichts der vielen
Bücherstapel um mich die nur darauf
Warten für Momente gelesen zu werden
Heute bin ich etwa von Thomas Mann
Der biblisch mit Joseph in Ägypten weilt
Über Elke Heidenreich die über ihre Haare
Oder was sich so nennt lächelnd klagte
Stephen Greenblatt in Will in der Welt
Anne Webers August in Weimar wie
Peter Watsons Zeitalter des Nichts
Am Ende bei Goethe angekommen
Kulturgeschichtlich zumindest diesmal
In Stefan Bollmanns Atem der Welt
Über den Naturwissenschaftler Goethe
In völlig verschiedenen Bänden damit
Einige Seiten umgelegt die wie Blätter
Im Herbst gelesenes wie verblühte Zeit
Voller Schönheit zur Seite legen jedoch
Wächst mit allem Gelesenen neues
In mir und so ist auch der Leseherbst
Ein Frühling lustvoller Blüte mir als
Immer leidenschaftlicher Leser

jens tuengerthal 7.9.21

Gelassenheitsgenuss

Gelassenheitsgenuss

Viele Menschen wollen unbedingt
Irgendwohin oder irgendwas noch
Erreichen in ihrem Leben wofür sie
Große Mühsal auf sich nehmen die
Selten je belohnt wird außer in der
Kurzzeitigen Befriedigung der dann
Zielerreichung die aber in unserer
Schnelllebigen Zeit sofort durch neue
Höhere und weitere Ziele ersetzt wird
Kaum wer nimmt sich Zeit zu genießen
Was ist dafür sind sie lieber alle nur
Am klagen über den Stress den ihnen
Die Vorhaben die noch vor ihnen liegen
Machen für die sie sich jetzt anstrengen
Um es im Alter schön zu haben aber
Was sie meist schon von Arbeit krank
Erreichen mit kaum Antrieb noch die
Großen Ziele zu verfolgen was sie
In eine permanente Schleife der
Enttäuschung bringt die verhindert
Alles Schöne was ist zu genießen
Diese Menschen tun mir sehr leid
Muss nichts mehr und will mir auch
Nichts mehr beweisen sondern bin
Darauf konzentriert alles zu genießen
Was ist weil es das schönste Leben
Ermöglicht bei geringstem Schaden
Für die Umwelt die ich ruhig genieße
So kann ich die Langsamkeit entdecken
Wie alles in Ruhe genießen ohne mich
Irgendwohin aufzumachen völlig mit dem
Was ist zufrieden sein weil was gut ist
Kommt und bleibt wenn ich tue was mir
Entspricht und worin ich allein gut bin
So verhilft mir mehr Gelassenheit zu
Immer mehr Genuss an weniger was
Zugleich viel wertvoller mir scheint
Das reine ethische Gewissen mit
So wenig Schaden wie möglich
Zu leben trägt dazu noch bei
Denke ich und mach es mir
So zu gerne leicht

jens tuengerthal 7.9.21

Geschlechtergerecht

Geschlechtergerecht

Was ist wirklich geschlechtergerecht
Wo werden Dinge benutzt um neue
Formen der Herrschaft zu errichten
Die Feminismus als perfides System
Der Unterdrückung nutzen was mehr
Von sich entfernt als für eine Form der
Gerechtigkeit zu sorgen die noch passt
Ist es sinnvoll unentschiedene eher
Zwischenexistenzen zur dominanten
Kraft der Orientierung zu machen oder
Verlieren dabei beide Seiten viel mehr
Weil keiner mehr seines ganz lebt ob
Auf öffentlichen Toiletten oder in der
Mode die mit Unisex etwas armes
Gebar was keinem gerecht wurde
Auch wenn es beiden irgendwie passt
Steht es darum eher niemand macht
Menschen zu durchschnittlichen nur
Graumäusen denen das eigene fehlt
Ist eine vielfach bekämpfte Anpassung
Der Sprache eher hysterisch oder nur
Angemessene Reaktion auf Veränderung
Wer gewinnt bei der Angleichung alles
Was geht dafür an Schönheit verloren
Wie wollen wir egalitär leben ohne uns
Um unser Geschlecht zu kümmern oder
Ist das nur eine momentane Pathologie
Die eigene Natur beschneidet um sich
Neue Wege zueinander zu suchen aber
Etwas eigentlich zu überwindendes um
Sich wieder frei auszudrücken statt nur
Sozialen Mustern zu folgen die dann als
Maßstab über die Natur gelegt werden
Sind Fragen die sich mir dabei stellen
Wenn ich Entwicklungen beobachte
Die ich teilweise für eher hysterisch
Zumindest überzogen halte die aber
Als Ausschläge einer langfristigen Form
Wichtig für die Zukunft werden wie die
Psyche der Beteiligten prägen werden
War me too die nötige Korrektur gegen
Schlechte Gewohnheiten des Chauvinismus
Oder ein totalitärer Pranger der nur vom
Unfreien Geist der Beteiligten zeugt 
Gut ist alles was gefällt denke ich gern
Schlecht ist was von Ablehnung lebt
Der Schönheit keinen Raum lässt
Lieber verdächtigt statt zu genießen
Gut ist was gut tut wie der eigenen
Natur harmonisch entspricht die
Viele derer die dabei laut sind
Wohl noch etwas suchen müssen
So könnte was bei vielen für viel
Aufregung sorgt auch als ein eher
Pubertärer Sturm im Wasserglas
Mit Gelassenheit betrachtet werden
Bleiben wird auf Dauer nur was sich
Auch in der Praxis lebendig bewährt
Darunter werden wie immer einige
Die sich gerade verkannt fühlen leiden
Andere werden im Unisex erst glänzen
Bald geht auch diese Phase vorbei
Wird durch ein anderes Extrem dann
Abgelöst was sich für besser hält
Sich weniger Sorgen machen um
Mehr die Natur zu genießen genügt
Freude am Leben zu haben leider
Beschäftigen sich zu viele mehr mit
Nörgeln als Zweck an sich als wäre
Das Leben nicht zuerst zum Genuss
Da nicht um zu kämpfen sondern
Einander mit Lust zu verwöhnen
Was vermutlich sexistisch klingt
Mir jenseits der 50 völlig egal ist
Der dem über 2200 Jahre alten
Epikur dabei mit Freude folgt um
Sich weiter gegenseitig auch so
Lustvoll wie möglich zu genießen
Alles was dem nicht dient kann
Langfristig weg denke ich dabei
Wissend die Natur erreicht das
Auf ihren Wegen immer wieder
Irgendwann ist das Thema durch
Dann kommt die nächste Nummer
Lächeln und weitergehen dann ist
Gendern kein Problem für irgendwen

jens tuengerthal 7.9.21