Dienstag, 18. Mai 2021

Literanatur

Literanatur

Betrachte die Welt zu gerne durch
Bücher und die Sicht ihrer Autoren
Fern liegen mir dabei Sachbücher
Nah dagegen gute Literatur worüber
Schon manche Diskussion entbrannte
Mit Naturwissenschaftlern die unsere
Welt gerne allein wissenschaftlich nur
Betrachten was ihnen manches wohl
Verschließt was sonst so nahe läge
Lese eigentlich nie Sachbücher weil
Sie literarisch völlig uninteressant sind
Sehen wir von historischen Sichten
Auf die Welt ab die aber Geschichte
Eher erzählen als Fakten über das
Was sein soll zu berichten auch wenn
Dies den Horizont erweitern kann
Finde ich es ästhetisch meist eher
Unerquicklich mich durch Schriften
Von Naturwissenschaftlern zu quälen
Die mir die Welt erklären wollen wie
Sie aus ihrer Sicht nachweislich sei
Was mir schon vom Ansatz her eher
Missfällt als mich begeistern könnte
Der Teil ist der mich bei Humboldt
Noch stets am meisten langweilte
Welch Illusion ist es zu meinen es
Gäbe eine richtige Sicht die uns
Die Welt für alle Zeit erklärt wie oft
Widerlegt die Wissenschaft sich in
Kurzen Zyklen selbst wieder doch
Gehöre ich nicht zu den Zweiflern
Am wissenschaftlichen Arbeiten
Noch am Erkenntnisgewinn durch
Diese Methode der Betrachtung
Jedoch halte ich das Bewusstsein
Des immer beschränkten Horizonts
Für wichtiger als die Besserwisserei
Spannend ist dazu die Betrachtung
Etwa von Dantes Göttlicher Komödie
Als nicht euklidische Weltsicht die
Noch aus mittelalterlichem Schauen
Die Welt anders sieht als Newton wie
Aufklärung es in unser Denken brachte
Sich damit aber erstaunlich nah zum
Einsteinschen Weltbild begibt was den
Raum und seine Beziehung zur Zeit
Wie den Wesen in ihm neu dachte
Ohne auf die Forschungen dazu die
Physiker und Literaten bereits 1979
Entdeckten und an die in der FAZ
Verdienstvoll zum Dantejahr erinnert
Wurde näher einzugehen weil es
Sonst schnell wieder nur zu typisch
Besserwisserisch naturwissenschaftlich
Klänge und den Rahmen der Verse hier
Die auch der Sprache huldigen sprengte
Ist mir doch wichtig die Bedeutung der
Literarischen Betrachtung der Natur
In der sich unsere Kultur dann spiegelt
Zu betonen weil so die eine Schönheit
Sich in der anderen wiederfindet beide
Als ästhetische Symbiose über sich
Hinaus wachsen als Genuss wie auch
Gewinn an Erkenntnis und Verständnis
So ist die wissenschaftliche Betrachtung
Der Natur in ihrer Nüchternheit sicher
Sehr verdienstvoll doch fehlt ihr meist
Gefühl und Sinn für ihre Schönheit wie
Die echte Liebe zur Natur im Beweis
Nie sichtbar wird aus Versen aber
Dem Wesen nach entgegenspringt
So gesehen kann die Literatur mit
Schönen Versen wie in feiner Prosa
Die Natur besser abbilden als spröde
Wissenschaft die in ihr Korsett gezwängt
Was erst nachweislich etwas macht
Warum die Dinge der Natur des Lukrez
Als Verse zur Teilchentheorie mir näher
Liegen als die Worte eines Newton oder
Humboldt die nur die Welt vermaßen
Doch genial und groß wird Alexander
Wo er den Blick schweifen lässt um
Die Zusammenhänge zu erkennen
Ist die Betrachtung der Natur in alten
Versen bei Lukrez und also Literatur
Für mich der rechte Weg zur Natur
Weil sich in der Betrachtung auch
Des Menschen Wesen und Genie
Als Teil umfassender Natur spiegelt

jens tuengerthal 18.5.21

Grünland

Grünland

Als Erik der Rote 982 aus Island floh
Weil er aus Gründen musste die hier
Keine Rolle spielen sollen nannte er
Die Insel Grönland und viele fragen
Sich bis heute wie er darauf kam das
Eisige Paradies grünes Land zu nennen
Dank des Klimawandels werden wir es
Vermutlich bald wieder wissen weil das
Eis auf Grönland schmilzt womit auch
Der Meeresspiegel um 7m ansteigt
Also das Meer wieder viel Land nimmt
Mehr Meer führt zu Abkühlung wie
Weiteren noch unklaren Entwicklungen
Etwa was von Friesland noch bliebe
Das Gleichgewicht wird unaufhaltsam
Durch menschliches Wirken gestört
Wollten wir etwas ändern noch am
Schmelzen grönländischen Eises
Müssten wir sofort zurück zum Zustand
Der Verschmutzung im 19. Jahrhundert
Was in Anbetracht der Massen die nun
Den Planeten besiedeln unmöglich ist
Doch sollten wir uns endlich unserer
Verantwortung bewusst werden auch
Wenn Grünland wieder grün wird ist
Damit noch kein Baum gepflanzt doch
Lehrt der Blick auf die Geschichte dass
Veränderung zum Leben wohl gehört
Kulturen im Meer versanken wie das
Sagenhafte Atlantis vermeintlich einst
Vielleicht wird über Amsterdam bald
Wie über früher Atlantis gesprochen
All dies wird auch mit Deichen wohl
Kaum mehr zu ändern noch sein was
Einen absehbaren Untergang auch
Der Geburtsstadt des Dichters Bremen
Sicher bedeuten wird wie des Nordens
Unseres Landes überhaupt auch wenn
Noch einiges in Deiche investiert wird
Gegen 7m Anstieg gibt es kein Mittel
Außer vielleicht die plattentektonische
Verschiebung im Untergrund von der
Wir bisher nur ahnen wie genau sie
Motiviert ist und abläuft die dann zu
Vulkanausbrüchen führt welche alles
Menschlichen Bemühen um Schutz
An einem Tag zunichte machen aber
So für Verdunkelung und Abkühlung
Sorgen könnten bis zu einer Eiszeit
Mit der wir mancher Sorge behoben
Doch bleibt all dies ungewiss
Wir wissen immer mehr über die
Komplexe Entwicklung des Klimas
Doch wenig noch über den großen
Zusammenhang aller Dinge der für
Manche Überraschung sorgen könnte
Wo Menschen alles schon aufgaben
Kommt es anders oder doch nicht
Was aber das bald wieder Grünland
Uns lehren könnte ist vorsichtiger mit
Komplexer Natur umzugehen wie uns
Weiter zurückzunehmen um nicht als
Auslöser von Entwicklungen die wir
Weder ändern noch aufhalten können
Alles noch schlimmer zu machen
Ein gut bewaldetes Grünland könnte
In 200 Jahren den Amazonas ganz
An Bedeutung noch übertreffen
Wald und vorsichtige Umsicht aber
Scheinen der Schlüssel zu mehr
Stabilität beim Klima zu sein denn
Ein grünes Grönland ist erstmal
Für alle an der Küste ein Grauen
Aber auch ein Schlüssel zur Zukunft
Die bei jedem vor der Tür anfängt
Machen wir unsere Länder grüner
Mit mehr Wäldern die Wald sind
Tote Holzfarmen helfen da wenig
Ob wir den Norden noch retten ist
Nach Jahrhunderten des Raubbaus
Eher unsicher aber wir könne nun
An unserem Lebensstil etwas ändern
Um die Chancen zu erhöhen die eine
Unaufhaltsame Veränderung bringt
Grün ist die Farbe der Hoffnung
Was immer aus Grönland wird

jens tuengerthal 18.5.21

Montag, 17. Mai 2021

Liebeszufrieden

Liebeszufrieden

Die hohe Kunst der Liebe ist
Zufrieden mit dieser zu sein
Sie als Schönste zu genießen
Weil alles anders sein könnte
Aber nicht muss da doch nun
Alles gut so ist und damit alle
Zufrieden bleiben wo sie sind
Nichts wird je besser höchstens
Anders was unzufriedener macht
Weiter suchen lässt statt sich
Zufrieden zu bescheiden um
Mit dem was ist was es ist
Einfach glücklich zu sein

jens tuengerthal 17.5.21

Liebesleben

Liebesleben

Schreibe von der Liebe meines
Lebens und meine die zu ihm
Was eher Philosophie mir scheint
Mit Lebenskunst dabei vereint
Als Liebeslyrik wäre aber es ist
Jene die Liebe die am Ende
Allein dauerhaft glücklich macht
Durch sie wurde ich ein Genießer
Sie wieder auszugraben als sie
Unter den Trümmern der Liebe
Völlig verschütt gegangen war
Ist die Archäologie des Glücks
Was ich nun abgestaubt wie
Frisch poliert hier bei mir habe
Für keine mehr aufgeben werde
Ist die Kunst glücklich zu sein
So bescheiden wie möglich um
Durch nichts erschüttert zu werden
Nicht mehr wollen zu müssen als
Diese Haltung voll Genuss zu teilen
Für ein zufrieden erfülltes Leben
Das tiefe Gefühl alles sei gut so
Wie die Welt zu umarmen weil
Sie ist oder die Sonne scheint
Auch im Regen oder Schnee
Ist die Liebe der ich nun immer
Treu sein möchte um glücklich
Für den Rest der Zeit zu sein

jens tuengerthal 17.5.21

Bescheidenheitsglück

Bescheidenheitsglück

Bescheidenheit sei eine Tugend
Predigen die älteren Moralapostel
Jugendlicher Leidenschaft die stets
Mehr will als die vor ihr vor allem
Dies schneller weiter tiefer höher
Wie meine Generation die nun alt
Langsam wird aber jung sein will
Nun haben wir mit Friday for future
Eine Generation die Bescheidenheit
Zur Rettung des Klimas fordert
Während wir Alten noch Angst
Vorm nötigen Wandel haben an
Gewohnheiten festhalten die nicht
Mehr in die Zeit passen die sich
Schlicht überholt sind aber ihren
Besten Ausdruck in den vor dem
Biomarkt parkenden Geländewagen
Findet weil sie gern im Grünen sind
Fahren sie was jenes zerstört und
Fliegen immer weiter weg um noch
Fernab Reste echter Natur zu finden
Noch belügen sie sich erfolgreich
Vom interessierten Marketing gesteuert
Über die Wahrnehmung der Wirklichkeit
Doch die Realität naht unaufhaltsam
In der kantsche Konsequenz zuschlägt
Unausweichlich offenbart wenn wir etwas
Retten wollen müssen wir alles ändern
Weniger werden weniger wollen vor allem
Weniger schaden in dem was wir alles tun
Da dies konsequent bedeutet am wenigsten
Schadet wer nicht mehr da ist wäre die
Größte Hoffnung wohl keine mehr doch
Bevor es soweit ist und wir uns schlimmer
Als Tiere je balgen um das was übrig blieb
Können wir zur Bescheidenheit zurück
Uns im weniger überbieten wollen wird
Der edelste Wettbewerb der Zukunft bis
Auch der letzte Mensch endlich begreift
Das höchste Glück liegt in Zufriedenheit
Die sich auf sich selbst bescheidet weil
Mehr als Befriedigung gibt es niemals
Sich darauf zu besinnen macht stark
Vor allem aber viel glücklicher als
Über Beschränkungen zu klagen
Denke ich glücklich mit weniger
Obwohl ich mehr Bücher als je
Um mich habe bleibe ich arm
Gewinne aber täglich Zeit
Die andere mühsam sparen
Aber ich gern verschwende

jens tuengerthal 17.5.21

Zufriedenheiter

Zufriedenheiter

Zufriedenheit erheitert sehr
Sofern wir uns ihr hingeben
Statt immer mehr zu wollen
Ganz genießen was ist was
Eine höhere Kunst ist als viele
Denken die nie im Moment sind
Sondern zwischen Erlebnissen
Hin und her hetzen um immer
Neue Höhepunkte zu erleben
Quantität mit Qualität in typisch
Erbsenzählerischer Gewohnheit
Verwechselnd denn glücklich ist
Wer Zufriedenheit erleben kann
Tief befriedigt sich genügt statt
Immer mehr zu wollen weil es
Auf Rekordsuche möglich ist wo
Einmal mehr als alles sein kann
Wenn alle damit zufrieden sind
Doch wurden Lust und Liebe zum
Leistungssport der Zufriedenheit
Nicht mehr kennt weil täglich neue
Rekorde zu überbieten sind nur
Weil wir es können statt einfach
Zufriedenheiter zu sein weil alles
Ist wie es ist und gut so was das
Rad einen Moment anhielte aber
Es könnte mehr wert sein denke ich
Beim Versuch mich zu überbieten
Lache darüber und tue nichts

jens tuengerthal 17.5.21

Liebesreise

Liebesreise

Schaue ich auf die Geschichte meiner
Lieben war ich auf dem Diwan mit ihnen
Schon an vielen Orten ohne je den Platz
Verlassen zu müssen und bedenke ich
Noch die Verschiedenheit der Charaktere
Eröffnet sich mir ein ganzes Universum
Sind Begegnungen mit Frauen die mir
Stets ein Buch mit sieben Siegeln blieben
Trotz genauer Erforschung der physischen
Grundlagen nie ganz verstanden wurden
Eine Reise zwischen himmlischen Höhen
Die sich nach Paradies auch anfühlen
Wie tiefster Hölle des Kummers die den
Einfühlsamen Mann oft fast verbrannte
Aber auch voll unbekannter Orte die erst
Langsam im Laufe des Lebens erkundet
Wie betreten werden durften um nach
Neuen Wegen zueinander zu suchen
Was oft komplizierter war als es im
Leuchten der Verliebtheit noch erschien
Die alles möglich machen wollte oder gar
Dachte für guten Sex wäre alles erträglich
Eine der wohl gefährlichsten Illusionen die
Meist zu langem schlechteren eher führte
Oder schlimmer noch Freiheit und Glück
Gegen Sex eintausche und dafür dann
Jahrelang Kontrolle und Misstrauen noch
Ertrug doch wer je in der Liebe reiste wird
Feststellen wie unterschiedlich doch das
Verständnis kulturbedingt sein kann auch
Wenn in Europa scheinbar alles gleich ist
Kann die Herkunft die Verständigung wie
Den Konsens unnötig erschweren weil
Was dem einen unmöglich erscheint gar
Als Beleidigung des freien Geistes wirkt
Dem anderen unerträgliche Bedingung
Ist die dauerhafte Bindung unmöglich
Macht oder nur unter Selbstaufgabe
Wie ich es über Jahre erleben musste
Wobei vermutlich beide das Gefühl
Hatten ihr Wesen im Kern zu verleugnen
Weil für die eine Eifersucht Ausdruck
Großer Gefühle ist während es dem
Von der französischen Aufklärung eher
Geprägten Freigeist unerträglich war
Enthalte mich dazu heute lieber aller
Mutmaßungen über bestimmte eher
Regionale Prägungen ob nun nach
Regionen etwa Balkan oder Osten
Südländer oder Skandinavier aber
Kann sagen dass regionale Nähe
Verständigung leichter machen kann
Wenn auch geteilter Geist wie das
Bewusstsein der Freiheit wie es aus
Dem Denken der Aufklärung stammt
Wohl entscheidender ist als alle sonst
Regionalen Neigungen allerding sind
Gelegentlich Zweifel gewachsen ob
Die Vernunft stark genug ist die eben
Natürlichen Neigungen mit ihrem Licht
Zu überstrahlen wie es die Freimaurer
Als Grundsatz sich dachten aber die
Natur der Prägung scheint zumindest
In der Liebe häufig stärker zu sein als
Alle wohl bedachte Vernunft und auch
Die Neigung das Gegenteil von dem
Zu meinen was gesagt wird ist wohl
Regional unterschiedlich ausgeprägt
Was die ohnehin immer schwierige
Verständigung von Mann und Frau
Zumindest für mich minderbemittelten
Mann oft noch schwieriger macht
Wenn ich als solcher einfach Klarheit
Erfrage erreichte ich oft das Gegenteil
Ohne zu wissen was nun gewollt ob
Die Unklarheit und Verwirrung vielleicht
Mehr Ziel war als alle Aufklärung die ich
Am kategorischen Imperativ orientiert
Immer gesucht habe und in der Liebe
So selten fand die von egal wo doch
Zu gern sich aller Vernunft entzieht
Gestehe aber auch meine Gründe nie
Vollständig durchschauen zu können
Aber wer sich auf eine Reise begibt
Muss wohl mit Überraschungen leben
Womit bei dieser Reise zwar das Ziel
Klar scheint das Glück zu finden aber
Der Weg so unklar wie das Ergebnis
Solange sich beide über das Ziel einig
Sind geht die Reise noch weiter sonst
Wird ein neuer Weg gesucht der dem
Neuen Ziel entsprechend angepasst
Weiter durch den Irrgarten führt der
Die Liebe immer bleibt

jens tuengerthal 16.5.21

Sonntag, 16. Mai 2021

Nützlichkeiten

Nützlichkeiten

Im Rahmen der heutigen Reisen
Auch wieder mit Alphonse Karr
Die Reise um meinen Garten
Unternommen die zum Bach der
Wunderbar plätschernd seinen
Garten durchquert bevor er dann
Aus dem Walde kommend sich
Schäumend ins Meer ergießt
Karr beschreibt wie wunderbar
Dieser die Blumen umfließt
Wie beruhigend sein Rauschen
Immer auf ihn wirkte und wie er
Den Bach mit schönsten Blüten
Wie sie in Wassernähe so gerne
Wachsen umpflanzte damit sich
Beide am Genuss ihrer Schönheit
Fließend wie blühend erfreuen ohne
Sonst einen Zweck zu verfolgen doch
Da kam ihn ein Freund besuchen der
Am Bach stand und sogleich die Idee
Fasste dessen Energie mit einem Rad
Als Wasserkraft zu nutzen worauf er
Die beiden Freunde umgehend vom Bach
Vertrieb der bleiben sollte wie er war
Doch einige Wochen später sah er
Einen Ingenieur der an der Küste
Vermaß und zu bauen begann um
Die ungenutzte Energie des quasi
Noch jungfräulichen Baches wie es
Karr mit der sexuellen Bedeutung
Hier bewusst französisch spielend
Nannte effektiv zu nutzen wovor ihm
Als Freund romantisch reiner Natur
Die nicht erfolgreich sein muss graute
Dafür legte er dem Bach sogleich noch
Einige Schleifen und Versickerungen
In seinem Garten ihn rein zu halten
Seine echte tiefe Liebe zu schützen
Oder ihm noch etwas Auslauf zu geben 
Finde ja Wasserräder sehr romantisch
Wie die Nutzung der Wasserenergie
Sehr aufgeklärt und gut vor allem ganz
Im Gegensatz zur sonst Stromerzeugung
Verstehe aber auch Karrs Wunsch nach
Einer Welt die nicht genutzt wird um der
Effektivität und des Erfolges wegen also
Nicht kalkulieren muss sondern bloß ist
Um ihrer Schönheit willen geliebt wird
Denke daran wie schön das sein kann
Habe aber dennoch den Kant immer im
Hinterkopf der ökologisch ausgelegt die
Nutzung dessen was ist als wohl sehr
Dem Sittengesetz entsprechend sähe
Aber dafür weniger romantisch als der
Liebe Alphonse Karr als Franzose ist
Der seinen Garten in der Ruhe liebt
Die nicht von der unruhigen Welt die
Stets nach Erfolg strebt gestört wird
Weniger Nützlichkeitsdenken aber
Dafür reine Liebe zur Natur kann wohl
Auch manchmal sehr effektiv zum
Schutz beitragen auch wenn das
Völlig unvernünftig klingt ist eben
Auch in der Natur manchmal ein
Weniger an Mensch viel mehr
Auch wenn ich Wasserräder liebe
Sie wunderschön immer finde ist
Den Dingen ihren Lauf lassen
Manchmal doch viel besser

jens tuengerthal 16.5.21

Lesetourismus

Lesetourismus

Bin als Leser wieder viel unterwegs
Von Paris in die Berliner Nachbarschaft
Von Südamerika über Meißen nach England
Mit dem als Franzosen getarnten Riesebeck
Im Salzburger Land was er sehr gut kennt
Dabei mit einem Griff vom Diwan aus überall
Zu sein wie durch kluge Köpfe einen
Eindruck des Ortes zu bekommen ist
Genug Reiseglück für mich der ich noch
In meiner Jugend selbst meinte viel Reisen
Zu müssen um die Welt kennenzulernen
Wie es die Elterngeneration uns lehrte
Doch die Vielfalt einer Lektürenreise vom
Heimischen Diwan aus mit der ich als nicht
Terroristischer Tourist genieße was es gibt
Auf dieser vielfältigen Welt ist für mich die
Schönste Form des solitären Tourismus der
Wirklich nachhaltig niemandem schadet
Keiner muss dorthin wo Humboldt war um
Zu verstehen vor was er schon vor über
200 Jahren warnte als Klimagefahr ohne
Zu ahnen wie sehr die Menschheit noch
Bis heute wachsen würde und wie völlig
Unmöglich es ist zu überleben wenn alle
Menschen mit gleichem Recht reisen wollen
Warum es wer nicht haben sollte verstünde
Ein Alexander von Humboldt sicher nicht der
Die Problematik doch schon erkannte warum
Der Lesetourismus der mich zugleich an die
Entlegensten Orte meiner Wahl führt wie in
Zeiten die kein Tourist bisher bereisen kann
Ohne mich darum dem Klima auszusetzen
Was an vielen Orten noch unerträglicher
Wie Humboldt es vom Orinoco berichtet
Wo dazu zahlreiches Getier quält und nervt
Warum ich seit Jahren Büchertourist wurde
Lieber und intensiver durch Zeit und Raum
Als Leser reise und mehr davon habe bei
Gleichzeitig weniger Zerstörung und Stress
Auf ein paar Seiten mit Proust durch Paris
Vorher mit Huysmans heimgekehrt wo er
Selig von der nicht unternommenen Reise
Aber schon vom Gedanken ganz erschöpft
In seine Bibliothek zurückgekehrt und alle
Seine alten Bücherschätze neu überprüft
Ob sie seine stundenweise Abwesenheit
Die unbestimmt gedacht war auch alle gut
Überstanden und wie selig ist er als er
Dort alles in Ordnung vorfindet zuvor
Schon an der Seite von Dr. Pozzi durch
Das Paris der Jahrhundertwende dabei
Auch den alten Freund Edmond de Goncourt
Getroffen der wie viele derer dort auch
Ein Bruder des GO einst war was mich
In die eigene Vergangenheit reisen lässt
Wie in wer weiß welche Zukunft die ja
Immer auf dem Fundament unserer
Geschichte neue Schlösser errichtet
Das Reisen durch Zeit und Raum weitet
Zum einen den Horizont knüpft dabei
Aber auch das Netz enger aus dem
Kultur und ihr Verständnis wachsen
Sagt mir jemand dass Reisen bildet
Stimmte ich für den Lesetourismus
Aus vollem Herzen zu denn soweit
Wie meine sonntäglichen Lesereisen
Kommt kein Vielflieger je gefangen
In der Zeit die ihn nur zum Abflug an
Bloß Orte hetzt statt im jetzt lieber
Zu verweilen um zu verstehen was ist
Was war wie es wurde um zu wissen
Was kommt weil alle Dinge zugleich
Fern und nah dem sind der sich die
Welt erlesen hat und frage mich wie
Jemand etwas anderes wollen kann
Glücklich dies nicht entscheiden zu
Müssen bleibe ich in meiner kleinen
Bibliothek die mir die ganze Welt als
Zufriedener Lesetourist mit Büchern
Der nach Laune durch Zeit und Raum
Mit ruhigem Gewissen so reist

jens tuengerthal 16.5.21

Bescheidenheitsmut

Bescheidenheitsmut

Annalena Baerbock sprach aus was viele
Deutsche Touristen ungern hören werden
Reisen und insbesondere Flugreisen müssen
Teurer werden eigentlich wegfallen um das
Klima noch zu retten was wir alle wissen
Aber keiner sich zu sagen traute weil
Mallorca die deutsche Kolonie im Mittelmeer
Damit wieder unerreichbar würde wer
Dennoch fliegt ein Klima-Terrorist schlicht
Asozial ist was keiner gerne hört nachdem
Die Herde über Jahre ohne Verstand zum
Fliegen gebracht wurde muss sie nun
Begreifen was sie tut war immer asozial 
Wer die Welt via Jet erkundet ist schlicht
Ein rücksichtsloser Terrorist wider die
Zukunft unserer Kinder was wer nur etwas
Kritisch Denken gelernt hat nicht wollen kann
So ruft die Grüne Kandidatin mutig zum
Unbeliebten Umbruch auf was ihr erst
Wenig Begeisterung der Terror-Touristen
Bringt die weiter asozial leben wollen
Aber die anderen zum Bekenntnis zwingt
Und jeder weiß sie hat in allem recht
Auch was Gerechtigkeit gegenüber
Der Bahn bedeutet aber es bedeutet
Auch jeder muss Verantwortung nun
Persönlich übernehmen weil die Welt
Nicht besser wird wenn ich meinen
Geländewagen vorm Biomarkt parke
Oder vegan lebe aber gern fliege
Tourismus ist Terrorismus an der Zukunft
Egal ob in Massen oder abseits dieser
Die Grüne Kandidatin ruft also dann
Zur Bescheidenheit auf wenn alle nach
Der Coronakrise auf Aufbruch hoffen
Fraglich nur ob dieser Mut zur nötigen
Bescheidenheit sie Stimmen kostet
Nur der inneren Grünen Einheit dient
Oder nicht das strategisch klügste war
Was sie tun konnte nachdem sich alle
Das Thema Klima auf die Fahne schrieben
Ohne Unbequemes auszusprechen
Weil ehrlicherweise keiner widersprechen
Kann der das Thema Klima ernst meint
Sie also alle mit ins Boot holt oder leicht
Überführt weil sie den Mut hat es als erste
Zu sagen so auch am glaubwürdigsten ist
Gerade sammeln Flugzeuge der Lufthansa
Erstmals Daten über den Ausstoß von
Klimaschädlichen Stoffen dort wo es
Wirklich relevant ist und das Ergebnis
Wird nur Narren noch erschüttern können
Weil nichts so klimaschädlich wirkt wie
Der Ausstoß von Schadstoffen in der
Höheren Atmosphäre was wir eigentlich
Seit Jahrzehnten logisch wissen aber
Aus Bequemlichkeit lange ignorierten
Wir werden also bald bewiesen haben
Dass der Flugverkehr so enden muss
Wenn wir die Katastrophe verhindern
Wollen wozu sich alle Staaten bekannten
Wenn auch noch mit zu wenig Ehrgeiz
Wer hier als erster die eher unbequeme
Wahrheit ausspricht der auf Dauer kein
Politiker ernsthaft widersprechen kann
Ist glaubwürdiger als alle die nun noch
Relativieren oder zustimmen müssen
Wollen sie ernsthaft glaubwürdig bleiben
Der Mut zur Bescheidenheit wird sich
Mehr lohnen als weitere Lügen weil echte
Glaubwürdigkeit im Zeitalter des Internet
Eine kostbarere Währung ist als schneller
Nur populistischer Ruhm ohne Basis zwar
Wird es immer noch Narren geben die den
Klimawandel weiter Konsequenzen leugnen
Aber die Mehrheit spürt es und die Zeit der
Enthaltsamkeit durch Corona wird weiter
Gehen mit der Bescheidenheit beim Reisen
Was auch das soziale Prestige stärkt wie
Patriotische Preußinnen Gold für Eisen
Gaben in den Befreiungskriegen könnte
Die Klimakanzlerin den Verzicht auf Flüge
Wie unnötige Reisen in die Ferne dann
Als glaubwürdige soziale Pflicht vertreten
Wie Prinzessin Marianne durch ihren Appell
Zur Kriegsfinanzierung 1813 erreichte dass
Die Preußinnen Eisenschmuck statt Gold
Trugen und es ist besser so denke ich
Wenn solch ein moralischer Aufruf von
Einer jungen Kanzlerin ausgeht als wenn
Die Bürger es sich gegenseitig vorhalten
Auch wenn ich es schon lange lebe weil
Dies mir die einzig richtige Konsequenz
Nach dem kategorischen Imperativ scheint
Möchte ich ungern es allen ständig vorhalten
Was ich ja in Versen seit Jahren tue was nur
Bedingt zu deren Beliebtheit beitrug sondern
Freue mich wenn eine Kanzlerkandidatin mit
Diesem Mut in die Öffentlichkeit geht um so
Den künftigen Weg aufzuzeigen vor allem
Wird es den Weg zu sauberen Flügen sehr
Beschleunigen und der Wirtschaft in vieler
Hinsicht Auftrieb geben können und so zeigt
Sich der Mut zur Bescheidenheit wird SUV
Auch wenn viele erst mal schreien lohnen
Gut dass sie es jetzt schon sagte denn Fliegen darf keine Zukunft mehr haben
Aber Leben  auf diesem Planeten sollte
Noch eine haben

jens tuengerthal 16.5.21

Liebesglück

Liebesglück

Wie lange hoffte ich mein Glück
In der Liebe zu finden und dachte
So oft schon ich hätte es gefunden
War dann auch für Momente ganz
Glücklich bis das Erwachen kam
Was im Gegenzug immer proportional
Zur vermeintlichen Größe der Liebe
Um so größeres Unglück bescherte
Was ich dann unglücklich erlitt wo ich
Nicht schneller mich wieder verliebte
Lächerlicher Ritter der Liebe wurde
Die dann wohl keine mehr war doch
Ganz aufgeben will ich dies Glück
Der Liebe auch lieber nicht zu schön
Können die Momente damit sein nur
Wird es künftig lieber die Liebe zum
Glück des Lebens sein was ich so
Genieße wie es ist um glücklich
In sich zu ruhen und damit ich
Falls Liebesglück sich mal zeigt
Für Momente gnädig ist lieber
Diese genieße wie sie sind statt
Auf mehr dabei zu hoffen als
Den wunderschönen Augenblick
Zu genießen was Glück genug ist
Wo dies zufällig kommt um zu bleiben
Wird es immer willkommen sein
Neben dem Glück zu leben was
Ein Leben glücklich genug macht
So hoffe ich nicht mehr auf das
Große Liebesglück was meist
Als traurige Illusion erwacht
Sondern liebe was ist

jens tuengerthal 15.5.21

Samstag, 15. Mai 2021

Platzglück

Platzglück

Welch Glück ist es am Platz zu wohnen
Wenn wie am Helmholtzplatz dieser lebt
Von Musikern bespielt wird wie viele Bänke
Rundherum hat wo sich auch immer wieder
Dem Kenner sichtbar Paare zum Date
Treffen um die wunderbare Stimmung
Falls es mal nicht regnet zu genießen
Sich gelegentlich auch zu finden
Vielleicht sogat zu verlieben aber
Heute nach langem Flanieren über den
Berg wieder am Platz angekommen
Von wunderbarer Musik empfangen
Zu werden macht die andere Heimat
Neben der kleinen Bibliothek zu einem
Glücksort wo du solange die Cafés
Noch geschlossen sind alle triffst
Einen Moment plauderst um dann
Gemeinsam der Musik zu lauschen
Glücklich am Platz zu leben ist es der
Schönste Ort in der besten aller Welten
Den zu genießen Glück genug ist
Dachte ich heute als ich dem
Gitarristen am Bärenbrunnen
Glücklich lauschte - Berlin halt

jens tuengerthal 15.5.21

Glückshaltung

Glückshaltung

Glück ist eine Frage der Haltung
Egal ob aufrecht liegend oder gebeugt
Zählt das Gefühl dabei allein das sich
Mit dem Willen zur Haltung verbindet
Schaue ich auf meine Probleme oder
Sorgen werden sie mich besiegen
Wie in ihren Sumpf hinab ziehen
Fürchte ich den Tod werde ich mein
Leben in ständiger Angst verbringen
Konzentriere ich mich auf die Lust
Werde ich mit Freude neue Quellen
Eines glücklichen Lebens suchen
Angst und Sorgen lähmen mich
Freude und Genuss beflügeln
Es gäb viele Gründe zu jammern
Das Leben ist leider endlich
Ab fünfzig spürst du die Grenzen
Wer ohne Schmerzen aufwacht
Ist vermutlich bereits tot auch
Die weiteren Aussichten sind 
Ehrlich betrachtet eher bescheiden
Aber keiner dieser Gründe bringt
Freude oder mehrt meine Lust
Wenn ich dagegen genieße
Was ist um mich daran zu freuen
Wird was ich tue ein Genuss
Nach Jahren in der Hölle die
An aller Schönheit traurig zweifelte
Habe ich die Haltung geändert
Und bin glücklich wie noch nie
Ohne dass sich an den Umständen
Irgendetwas geändert hätte
Die Welt ist noch die gleiche
Aber ich betrachte sie dankbar
Vielleicht ist das alles eine Illusion
Weil ich nur den Blick änderte
Aber es ist mir völlig egal
Genieße was ist und also
Ist es gut so wie wirklich
Die Wirklichkeit auch ist
Solange die Welt so scheint
Kann sie bleiben wie sie ist

jens tuengerthal 15.5.21

Diwanglück

Diwanglück

Der Diwan ist meine Heimat
Vor Büchern liegend beim Tee
Die Andere Bibliothek ganz nah
Erinnerungen voller Lust dazu
War er bisher noch begrenzt
Durch eine hölzerne Rückwand
Von der ich ihn nun befreite
Damit zwei Regalreihen gewann
Den Lebensraum vergrößerte
So mehr von allem dort habe
Liege ich glücklich lesend dort
In der besten aller Welten die
Ein wenig nun gewachsen
Um mich am Glück zu freuen
Das mich als Leser besucht
Was ich als Vorleser gern teile
Jedenfalls zungig beschere
Denke ich tief zufrieden dabei
Weil geteiltes Glück sich noch
Stets mindestens verdoppelt
Sind es oft kleine Dinge die
Das Leben schöner machen
Alles was hier geschah genügt
Schon ein Leben zu füllen
Freue ich mich dankbar

jens tuengerthal 15.5.21

Freitag, 14. Mai 2021

Sammlerglück

Sammlerglück

Welch Glück ist es für den Sammler
Seiner Sammlung einen neuen Schatz
Hinzufügen zu können wie es mir heute
Als Sammler der Anderen Bibliothek gelang
Das heute oder eigentlich neulich aber
Manches kommt ja mit Verzögerung
Vom Autor und Sammler entdeckte
Ließ das Herz höher schlagen was
Ohnehin gerade bestens gestimmt
Weil sich Gutes gerne häuft
Dass es Schnäppchen waren bedarf
Keiner Erwähnung weil es dem Glück
Nicht irgend mehr gibt dass ich dafür
Bis ins Dachgeschoss des Vorderhauses
Laufen musste hebt noch schwitzend
Den Wert der Eroberung für mich
Es sind Christian Ebersbergers 
Nicht Eins und Doch sein aus dem
Nachlass herausgegebener großer
Roman oder Essay oder beides nicht
Aber jedenfalls spannenden philosophischen
Spekulationen über sich und die Natur
Im Gespräch mit Steinen und mehr
Die so klug wie anregend sind
Sowie wieder ein Franzose die mir
Gerade besonders nahe liegen was
Ein anderer Zufall der Natur sein mag
Léon Bloys Auslegung der Gemeinplätze
In dem der tiefgläubige Autor und Denker
Floskeln die Bürger in ihrer Dummheit
Gewohnt gedankenlos verwenden
Worüber der religiöse Extremist Bloy
Erhaben auf biblischer Basis schimpft
So entdeckt er im sprachlichen Müll
Den viele nur nachplappern eine neue
Offenbarung ex negativo die so ihr
Christentum radikal versteht und als
Sozialen Sprengsatz gegen die nur
Stumpfsinnige Gewohnheit versteht
Und auch wenn ich sicher nicht seiner
Radikalen Meinung sein werde ist
Dieses strenge Denken zu den
Gemeinplätzen des Seins eine große
Geistige Bereicherung für die kleine
Bibliothek die bald an räumliche Grenzen
Stoßen könnte was ich lieber ignoriere
Geist findet seinen Raum immer
Freue mich auf neue Reisen im
Universum der Gedanken anderer

jens tuengerthal 14.5.21

Anfangszeit

Anfangszeit

Was ihn von manchen unterscheidet meint
Paul Valéry sei dass er von seinen Anfang
Ausgehen wollte dabei schien er ein Mann
Ohne Datum zu sein der sich im Album der
Kostüme und Sitten genannt Geschichte
Als niemandes Zeitgenosse fühlt wie der
Elegante Franzose in seinen Cahiers in
Zwei Einträgen schrieb mit denen der Blick
Auf die eigene Person als Kapitel beginnt
Wie es die Andere Bibliothek herausgab
So ging es ohne Datum an den Anfang
Was bei mir die Frage weckte was wohl
Jenseits der Zeit seinen Anfang nahm
Ob es dem Beobachter der Natur wie
Klugem Dichter eher um die bloße
Feststellung a priori ging oder er
Ein Prinzip verdeutlichen wollte was
Singularität mit Tradition verbindet
Also zu seinen Wurzeln gehen wie
Zugleich jenseits aller Zeit frei schwebend
Sein Sein im Fluss zu begründen womit
Er unverbunden sich verbindlich fühlt
Was die existentielle Frage des Seins
Zwischen Kontinuität und Innovation
Stellt ob Sein seinen Anfang eher in
Der Erschöpfung der Erzeuger nach
Dem Zeugen fand oder darüber hinaus
In der Kultur liegt deren Sitten uns prägen
Am Anfang allen Seins also Sex steht
Oder Familie und Kultur die unser Sein
Erst zu dem machen was hier der Rede
Wert ist statt sich wieder zu verlieren
In bloß triebhaften Zuckungen ineinander
Was wie die Kirche gern predigte den
Menschen als vermeintliche Krönung
Der Schöpfung vom Tier unterschied
Aber jenseits dieser Selbstüberschätzung
Die wie alle Götter Phantasie bleibt die
Natur zu leicht selbst widerlegt bleibt
Spannend wo mein Sein seinen Anfang
Nahm also im sexuellen Akt der Eltern
Zumindest der durch Eintragung wie Ehe
Schlicht vermuteten Verantwortung die
Auch ganz anders aber sein könnte
Wann beginnt nun mein Sein was als
Anfang der Erinnerung wert wäre
Schon mit dem Spermium was die
Wesentlich größere Eizelle befruchtet
Oder erst wo das was entsteht ein
Bewusstsein vermutlich hat wogegen
Rom sich mit Aberglaube wehrt der
Aber sachlich nicht weniger logisch
Als die Gegenmeinung ist die das
Sein erst später schützen möchte
Sie verkennt nur die Freiheit der Frau
Zu Lasten des vielleicht im Sein
Was also ist der Anfang des Seins
Der Tag der Zeugung oder der Geburt
Erst bewusstes selbständiges Sein das
Begreift was hier geschrieben steht
Womit viele wohl nicht wären
Aber käme es auf die noch an
Egal wie zeitlos wir uns fühlen
Und welcher Künstler träumt nicht
Von vollendeter Unsterblichkeit im Werk
Womit nur kleine Spuren dessen hier
Gezeigt was Valéry in den Cahiers
Als Seinsfrage subkutan ausspricht
Es scheint wohl einen Gedanken wert
Vorm Ende zum Anfang zurückzukehren

jens tuengerthal 14.5.21