Samstag, 6. September 2014

MerkelNATOmoral

Wer führt Europa in der Krise?
Wer bestimmt den Kurs in Zukunft?
Wer entscheidet, wie mit Fehlern umgegangen wird am Abgrund eines drohenden Krieges?
Wer mäßigt, wo Mäßigung not tut, eskaliert erst wo nötig?

Wüssten wir es, hätten wir die ideale europäische Führungsfigur, künftig wesentlich weniger Probleme mit kollidierenden Egos auf dem Kurs des Selbstbeweises, dahingestellt, ob dies eine typisch männliche Eigenschaft ist.

Habe schon viel über Merkel in dieser Krise geschimpft und ihre unnötige verbale Entgleisung Putin gegenüber, aber nach dem NATO Gipfel von Wales muss ich die deutsche Kanzlerin entschieden loben. Sie hat es geschafft, die Drohungen der Alphatiere im Zaum zu halten und einen gemäßigt bedrohlichen Kurs zu fahren, der Russland die Tür offen hält.

Immer noch ist die Situation verfahren, die NATO spielt sich als Friedensengel auf, auch wenn alle wissen, sie ist es, die diese Krise entscheidend  mitverursacht hat und immer schlimmer macht, sehen wir davon ab, dass die Bedingungen eben schwierig sind, beim Zusammenbruch komplexer Systeme und wenn sich ein Staat, der Schuldner des anderen ist und keine Perspektive hat, diese Schulden zu bezahlen, aus dem gemeinsamen Verband löst, sich dem früheren Gegner zuwendet und durch eine Konfrontation versucht, von seiner Situation abzulenken, wie es die Ukraine relativ erfolgreich in den letzten Monaten tat.

Merkel hat, indem sie das Tor offen hält für Russland, der NATO die Chance gegeben, zu einem vernünftigen, auch ökonomischen Weg zurückzukehren. Die Pfarrerstochter gilt als wenig visionär und sehr sparsam, erwartet diese Disziplin auch von anderen, schätzt keinen Pomp und stapelt lieber tief, eine sehr preußische Art, die sie im Grunde sogar noch sympathisch macht, auch wenn sie die Länder des Südens mit einer sichtbar gegenteiligen Neigung deutlich nervte. Sie gilt als, ist oft ein guter Grund auf der Basis der Vorurteile der anderen geschickt zu agieren.

Sie schätzt die stillere Diplomatie der leisen Töne, bespricht sich in Ruhe und ohne das andere mithören mit den Partnern, um ihrem Kurs zu folgen. Vielen schien sie dabei lange wie ein Stück Schmierseife, irgendwie nicht greifbar. Sie eskalierte den Konflikt verbal auf der einen Seite und befriedete ihn dann durch aussitzen und Beharrlichkeit auf der anderen.

Ohne Fakten über die Motive ihres Handelns und die Hintergründe, wäre jede weitere Behauptung bloße Spekulation und daher entbehrlich, braucht also auch hier, nicht weiter verfolgt werden.

Klar ist aber, was sie tat und wie es wirkte, welche Chancen es jetzt eröffnete und wie sie damit eine große Möglichkeit genutzt haben könnte, Europa vor einem Krieg zu retten und ihre Position als die führende europäische Kraft durchzusetzen. Dazu bedarf es der Zugeständnisse an die Partner, die einen deutlich radikaleren und aggressiveren Kurs wünschten, auch auf die Gefahr der drohenden Schäden oder der endgültigen Eskalation hin, warum sie deutlich machen musste, wie klar sie den Kurs des russischen Präsidenten ablehnt. Dazu kann sie sich nun immer auf ihre schon anfänglichen Zweifel an dessen Zurechnungsfähigkeit berufen, auf die Konsequenz ihrer Regierung hinsichtlich der bisherigen Blockade, bei der sie ihren Wirtschaftsminister sogar mit real schwachsinnigen Interventionen vorpreschen ließ, sehr zum Unwillen der bayerischen Christsozialen aber vermutlich doch, auf lange Sicht hin, strategisch klug, um ihre Position bedacht.

Ihr Vorbild, schrieb es schon häufiger, aber gerade wird es wieder überdeutlich, ist, Katharina die Große - jene russische Zarin aus askanischem und holsteinischem Geschlecht, die Russland wohl noch weiter befriedete und modernisierte als es der große Peter tat, wirkte als Aufklärerin in ganz Europa, gab manchem Kopf der Aufklärung eine Heimat in Petersburg und herrschte doch zugleich völlig rücksichtslos, ließ ihren Mann töten, den sie für schwachsinnig hielt, wofür vieles sprach, aber ihre Machtergreifung wie ihre späteren Verhältnisse und der Umgang mit ihren Liebhabern ist von vielen Legenden umrankt. Sie war eine Philosophin, kritische Denkerin, Freundin von Friedrichs kleinem Bruder Heinrich, den sie noch aus Kinderzeiten vom preußischen Hof kannte, was sie nie vergaß.

Merkel benutzt sichtbar alle Werkzeuge der stillen Diplomatie und hat, wie es gerade aussieht, in einer Notsituation noch einmal die Kuh für die NATO vom Eis geholt, die sich sichtbar in einer Weise vergalloppierte, die so schädlich wie gefährlich war, denn europäischer Frieden ist nie dauerhaft gegen Russland zu halten, nur mit. Dabei zu beachten, dass Putin im Land auch deshalb so beliebt ist, weil er gut und erfolgreich wirtschaftet, den Menschen Sicherheit und eine Perspektive gibt nach den sehr unruhigen Zeiten des Umbruchs nach Auflösung der UDSSR, wird wichtig sein in den Schuldenstaaten des Westens, die mit viel Geld spekulieren und in immer größere Abhängigkeit von den Banken geraten, die es zu zerschlagen gilt in Kreditinstitute und Invetmenthäuser getrennt.

Wer keine Konfrontation der Blöcke will, wird auf Kooperation setzen müssen. An dieser Konfrontation haben sicher einige ein Interesse, die dadurch ihre persönlichen, wirtschaftlichen Interessen gefördert sehen. Dumm nur, dass es die Blöcke nicht mehr gibt, Russland wie andere auch, ein Partner auf dem Weltmarkt ist und Angst schon immer der schlechteste Ratgeber der Politik war.

Die Kanzlerin scheint diese Prämissen nun auch oder doch verinnerlicht zu haben, anders als es auch mir lange schien, sie verhielt sich beim NATO Gipfel als eine Meisterin der stillen Diplomatie, die einem Metternich zur Ehre gereichte und wir können sie in Ruhe in der Reihe der großen europäischen Verhandler sehen von Metternich bis Talleyerand, von Stresemann bis Briand - sie ist kein Bismarck, keine die knurrt und bellt und sich nach Wutanfällen zurückzieht, die Kanzlerin erinnert an die großen Verhandler und Diplomaten der europäischen Geschichte und das ist auch gerade sehr gut so, in dieser Lage kommt es genau darauf an.

Die Kritik an ihr, dass sie als Regierungschefin postdemokratisch wirkt, ihr Stil immer zu Lasten der Demokratie geht, weil sie lieber im Hinterzimmer Verträge aushandelt und Lösungen sucht, lieber solche sucht, die erst auf den zweiten Blick wirken und sich Zeit nimmt dafür, bleibt bestehen, aber es ändert nichts daran, dass sie in dieser Situation scheinbar die richtige Frau im richtigen Amt ist, die genau das schafft, was ein uneiniges Europa lange nicht schaffte, in dem sie still führt und mit Chancen verhandelt.

Klar zeigt sie Russland Grenzen, aber sie weiß auch, es geht auf Dauer nicht ohne oder gegen, viel zu teuer, viel zu schädlich für ihr Land und ohne eine dauerhafte Perspektive des biedermeierlichen Friedens, wie ihn der Wiener Kongress hervorbrachte, mit allen schädlichen Folgen für die Demokratie - aber es geht ihr auch nicht darum, als größte europäische Demokratin in die Geschichte einzugehen, sondern als eine, die bewegt und etwas erreicht und auf diesem Gebiet ist sie gerade wieder sichtbar erfolgreich.

Es bleibt das Problem der Postdemokratie und der Verlagerung der wichtigen politischen Entscheidungen wieder in die Hinterzimmer der Macht, was bei ihr gut sein kann, bei anderen schnell zu Mißbrauch führt, Kontrolle schwerer macht. Sie schaut auf das Ergebnis und es geht nur darum, dass, was rauskommt, gut für ihr Volk und Europa ist, sie noch eine gute Figur dabei macht. Nicht zu kritisieren in der Sache, in der Methode leider Teil eines europäischen Systems, das sich in immer engeren Bahnen bewegt und in dem nicht mehr politisch sondern ökonomisch entschieden wird, ohne das es dabei genügende Chancengleichheit gäbe.

Es ist unklar, für welche Moral Merkel in der NATO steht, aber es ist deutlich, dass sie für das Ziel des Friedens und seines Erhalts viel Kraft einsetzt und damit Europa von kurzsichtigen Dummheiten abhielt und eine langfristige Perspektive eröffnete, die wieder zur Partnerschaft führt, dafür gebührt der deutschen Kanzlerin im Sinne Europas viel Lob, wenige ihrer Vorgänger haben so strategisch klug gehandelt.

Die Frage aber, die sich nun stellt ist, quo vadis Europa und Deutschland? - wie geht es weiter und wo führt es hin und was wird aus der Demokratie, wie ist diese sachlich sehr erfolgreiche Politik der Hinterzimmer Diplomatie mit einer demokratischen Zukunft zu vereinen, welche Strukturen braucht es künftig, den Frieden zu halten - bisher hat Merkel am Ende dieser Krise das Heft in die Hand genommen und Europa und die Welt sehr klug und strategisch geführt. Sie hält das Ruder aus ihrem Netzwerk. Als Große, wie ihr Vorbild Katharina wird sie in Erinnerung bleiben, sofern es ihr gelingt, diese traditionelle Diplomatie, wie sie dem Wiener Kongress entsprach, in die Formen der Demokratie zu übertragen und dort zu institutionalisieren, da die an Personen gebundene  Herrschaft und der an sie gebundene Erfolg von Verhandlungen keine Zukunft hat, es braucht eine feste Form von Dauer. Schafft sie das, war sie groß, gelingt es ihr nicht, oder versäumt sie es ihre Erfolge in demokratischer Form zu institutionalisieren, hat sie nur etwas großes geschaffen, was aber gerade mal auch nicht schlecht ist, weil es keiner der anderen wirklich auf die Reihe bekommen hat, flapsig gesagt. Gut gemacht Mutti, nun muss es eine Form finden und institutionalisiert werden.
jt 6.9.14

Moralkrieg

Nun werfen sich Rebellen wie Regierung
Wechselseitig vor sich nicht an die just
Vereinbarte Waffenruhe zu halten was
Den Schritt zurück zur Gewalt leicht macht
Der andere hat ja angefangen damit
Unruhe zu stiften was hier passiert sei nur
Verteidigung der eigenen Sicherheit
Als führe Krieg je zu mehr von dieser
Bemühen sich in diesem ersten Versuch
Beide Seite weiter den anderen auch
Moralisch zu diskreditieren wie die EU
Die ja eigentlich nicht Partei war aber
Weiter Russland sanktioniert auch wenn
Die Bedingungen andere sind weil es
Weniger um Frieden als um Macht
Immer noch geht und eine Seite sich
Als Herr der Regeln aufspielt
Ohne eine Grundlage dafür noch
Denn die Moral von der Geschicht
Wer Krieg riskiert ist nie moralisch
Nur wer ihn gewinnt ist’s hinterher
jt 6.9.14

Moralpolizei

In Wuppertal zieht nun auch die
Sharia Polizei ihre Runden zur
Lautstarken Empörung der Politik
Die den guten Namen der Polizei
Durch Fanatiker in den Schmutz
Gezogen sieht und sich gegen
Die moralische Aufsicht der
Salafisten entschieden wehrt
Fraglich nur wie wenn sie
Zugleich um selbige fürchtet
Aber der Moral gerne nur ihren
Westlichen Stempel geben will
Vor allem für Recht und Ordnung
Nur der Staat zu sorgen habe
Was aber je bekanntlich nichts
Mit Moral zu tun habe die etwas
Außer dem Recht liegendes ist
Was nur den Rahmen geben soll
In dem einzelne moralisch handeln
Solange sie nur moralisch reden
Wird es kaum eine Handhabe geben
Rechtlich gesehen gegen diese
Wächter eines mittelalterlichen Rechts
Aus einem unmenschlichen Aberglauben
Den dennoch Millionen Menschen als
Ihre Moral bezeichnen was unser Staat
Toleriert im Rahmen der Gesetze
Sicher gefällt uns diese Interpretation
Des Koran nicht wollen wir sie nie
Hier haben sondern lieber gemäßigt
Tolerant im Rahmen unserer Ordnung
Die Sharia ist hier rechtswidrig sich für
Sie einsetzen ist Anstiftung zum Aufruhr
Ihr Umgang mit dem Menschen kann
Nicht toleriert werden aber sofern sich
Religiöse Menschen nur im Rahmen
Ihres Aberglauben an Gläubige wenden
Sich an dessen Regeln zu halten
Was wollen wir da noch sagen außer
Polizei ist ein geschütztes Wort
Sharia ist nicht unser Aberglaube
Nur rechtlich wird es wenig geben
Solange sie nur vorbeugen wollen
Wer nun fragt ob der Rechtsstaat
Nicht besser die Moral hüten sollte
Verkennt wie unsinnig das wäre
Wie totalitär zugleich warum es
Nie in der Demokratie möglich ist
Entweder wir werden laizistisch
Ahnden Religion in der Öffentlichkeit
Oder  halten zu solchem Unsinn
Besser den Mund statt den Staat
Durch Empörung ohne Rechtsgrundlage
Lächerlich zu machen und wieder
Gilt ach hättest du doch geschwiegen
Aber denken ist auch im Staat heute
Weniger wichtig als Marketing
jt 6.9.14

Freitag, 5. September 2014

Liebesreisen

Liebend auf Reisen gehen
Um anzukommen macht
Den Weg noch nicht zum
Ziel aber selbiges um so
Verlockender wenn es
Denn im Heute oder Morgen
Ein Ankommen gibt was
Immer das wem auch ist
Ist das Reisen durch die
Nacht und sei es auch
Nur in Gedanken dann
Und wann Traum genug
jt 5.9.14

Wirklichkeitsglück

Wie glücklich macht die Wirklichkeit
Wieviel schöner lebt es sich in Träumen
Oder werden diese erst ein Wert an sich
Wo sie wahr werden fragt sich wer voll
Sehnsucht einander erwartet und doch
Nichts weiß als die stille Hoffnung
Seiner Illusionen die uns zueinander
Endlich trägt wenn die Stunde schlägt
Jenseits aller Binnenreime ist so Glück
Ein Traum der noch Raum im Leben sucht
Manchmal findet er sich unverhofft
Wer dann staunen kann ist klar
Im Vorteil denn was bleibt am Ende
Von den Wundern als das Staunen
jt 5.9.14

Waffenunruhe

Endlich haben sie sich geeinigt
Die Rebellen und die Ukraine
Zumindest das Schießen mal
Einzustellen und Gefangene
Auszutauschen ein Lichtblick
In dunklen Zeiten und dazu
Noch soll die OSZE auf den
Vorschlag Putins die Ruhe
Kontrollieren und bewachen
Ob dazu das Muskelspiel der
NATO beiträgt scheint mehr
Als fraglich aber die den Konflikt
Inszenierten und auslösten
Scheinen immer noch mehr
Interesse an der Bloßstellung
Rußlands als an einer Lösung
Zu haben und wie gut dass hier
Die deutsche Kanzlerin die
Kündigung der Verträge mit
Rußland verhinderte also noch
Die Tür offenhält was immerhin
Eine Chance für Frieden gibt
Eine Waffenruhe ist schön
Für die Menschen dort aber
Eine Perspektive bietet sie nur
Wenn sich endlich die Parteien
Auf einen gemeinsamen Weg
Wieder einigen der nur mit
Russland und der Ukraine
Langfristig funktionieren kann
Freuen wir uns an dem was ist
Es gibt zumindest Hoffnung
Die Vernunft könnte siegen
jt 5.8.14

Wortliebe

Die Wortliebe ist immer der Anfang
Wenn am Anfang das Wort war
Was manche gläubig behaupten
Während es andere ungläubig nur
Erleben im sich finden in Worten
Fern der Berührung schon längst
Voneinander berührt sind bis sie
Sich real öffnen in nur noch
Physischer Hinsicht haben doch
Die Worte schon viel mehr
Voneinander erobert als es die
Doch immer ähnlichen Berührungen
Je könnten warum es für alle
Die Worte lieben noch immer
Dringend zu empfehlen sei sich
Zwischen den Zeilen zu finden
In Worten anzunähern eher
Als sich nur auf Körper zu verlassen
Die zu oft doch geistlos erst
Gedankenwelten übergehen
Die es zu bauen erst gilt
Warum wer sich in Worten fand
Oft eher da ist als wer meint
Auf den ersten Griff alles zu haben
Und manchmal sollen sich schon
Männer und Frauen sogar in Worten
Verstanden haben was auch wenn
Es zugegeben unwahrscheinlich klingt
Wunder genug wäre an sich schon
Es kommt vor dies sei bezeugt
Und häufiger noch in Worten
Warum einer der die Fraue liebt
Logisch die Worte lieben muss
Denn nirgendwo sonst ist er
Ihnen vermutlich je so nah
jt 5.9.14

Wortkrieg

Der Krieg der Worte hat längst
Begonnen und tobt weiter
Während noch um Frieden
Zu Minsk verhandelt wird
Schlagworte haben Konjunktur
Im Krieg der Worte logisch
Ihre Durchschlagkraft ist es
Mehr als ihre hohlen Inhalte
Hinter denen wenig steckt als
Die immer abgedroschenen
Phrasen derer die den Krieg
Herbeireden sind ein einziges
Verbales Waffenlager voller
Widerhaken der Bösartigkeit
Sie zielen auf Vernichtung
Wollen den anderen treffen
Schwächung ist ein Ziel
Damit danach die solchermaßen
Erniedrigten Kombattanten
Stundenlang über ihre Probleme
Mit Therapeuten sprechen dürfen
Um ihr Selbstwertgefühl wieder
Aufzurichten und es war Krieg
Den übersteht kaum einer noch
Unbeschadet und schlimmer nur
Wo die Worte noch gezielt
Verletzen sollen hat alle Humanität
Ein Ende und die Provokateure
Der Worte sind die Täter des Krieges
Mit denen verglichen die Mörder
Wie ihr bomben und schießen
Harmlos noch ist denn der
Krieg der Worte bleibt
Auch nach dem Ende noch
In den Köpfen haften
Wählt darum vorsichtiger
Endlich die Worte um nicht
Den Krieg herbeizureden
jt 5.9.14

Nachtgedanken 0025

In der Nacht für sich voller Sehnsucht
Sich in die Träume zurückziehen
In denen eins wird was sich noch
Nur in Worten sucht um schlafend
Zumindest zu vergessen wohin
Die Welt sich taumelnd just bewegt
So nah wir am Abgrund vielleicht
Schon stehen so groß ist doch
Der Traum zu halten was erst
Unser Dasein zum Zauber macht
In der geteilten Lust aufeinander
Hoffnung auf Frieden finden
Weil die geteilte Lust getragen
Vom Traum des Gefühls uns
Liebend Welt genug ist
Verschwindet alles übrige
Im Dunkel der nun Nacht
jt 5.9.14

Donnerstag, 4. September 2014

Schuldfrage

Wer ist schuld am Krieg und gibt es da einen oder viele, fragt sich wer auf die leichtsinnige Entwicklung im Osten wie um die Levante herum schaut, von Afrika gar nicht zu sprechen und ob sich etwas änderte, wenn wir es wüssten.

Ganz klar Putin oder die Terroristen der ISIS wissen die Sympathisanten der USA und der westlichen Strategie, ohne dafür weitere Beweise als aktuelle Taten zu haben, die aus ihrem Kontext gelöst werden und deren Beweiskraft zumindest fragwürdig ist. Ganz klar die USA und ihre Banken, meinen die anderen, die nur auf die Ursache im Sinne von Kausalität schauen und beide könnten Recht haben.

Wer nach Schuldigen sucht, versucht meist sein unrechtes Handeln zu legitimieren, um so lauter andere angeklagt werden und verteufelt, um so genauer sollten die Taten der Kläger betrachtet werden.

Es ist die Frage, wer schuld am Ausbruch der Krise ist, wer also ursächlich handelte in dem Sinne, dass, was dieser tat, nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass es zu der Krise kam - nur hat die bloße Kausalität noch nichts mit der Schuld zu tun, denn ob einem vorgeworfen werden kann, was aus einer Sicht an Unrecht geschieht, hängt zum einen davon ab, wie einsichtsfähig diejenigen sind, die handeln und ob ihnen ihr Handeln vorgeworfen werden kann, strafrechtlich betrachtet.

Anders ist es schon in der Ethik, im Zivilrecht, in der Psychologie oder gar der Religion und ob es einen eigenen politischen Schuldbegriff gibt oder geben sollte, der dann ethische mit juristischen Maßstäben mischte, ist auch noch ungeklärt, dabei würde es die Beurteilung der Rücktrittsrelevanz eines Verhaltens viel leichter machen. Diskussionen wie um Wulff, Haderthauer oder Wowereit, wären entbehrlich. Es ginge ja nicht mehr um politische Tricks zur Ausgrenzung des Gegners sondern um die Anwendung einer präzisen Norm - wenn es eine solche denn geben könnte, denn auch die summarische Festlegung taugt nicht zur Vermeidung politischer Konflikte und so bleibt wohl manche Schuld einfach stittig.

Was nun auch seltsam anmutet, denn wer etwas tut, sollte doch dafür verantwortlich sein und also schuldig, es sei denn er ist verrückt oder wusste gar nichts von dem Verbot, was einem aber auch bei uns nur hilft, wenn der Verbotsirrtum unvermeidbar war.

Als ich mein Auto erlaubt parkte, als ich noch überflüssig Auto mitten in Berlin fuhr, dieser Parkplatz sich aber im laufe einer Woche zu einem Halteverbot wandelte und ich, als ich Wochen später das nächste mal fahren wollte, feststellen musste, der Wagen war abgeschleppt worden, war die Empörung bei mir groß, was sollte das, ich hatte nichts davon mitbekommen, hatte ordnungsgemäß geparkt und warum sollte ich mich um mein Auto kümmern, wenn ich es nicht brauchte - nun, es war meine Sorgfaltspflicht als Halter, ich war ohne je etwas Verbotenes getan zu haben, durch bloßes nichts tun, zum Täter geworden und haftete dafür - genauso erging es mir an einer anderen Stelle, wo ein Laster das Verbotsschild verdeckt hatte und ich keine Möglichkeit hatte, zu erkennen, zumindest beim einparken und aussteigen, dass ich falsch parkte. Hätte noch um den Laster herumlaufen müssen, ein durch Äste verdecktes Halteverbotsschild freilegen sollen, um festzustellen, klar, hier war verboten zu halten - absurd? Ja, aber wer so ein gefährliches Ding wie einen PKW bewegt, trägt scheinbar eine Sorgfaltspflicht, die einem normal denkenden Menschen nicht einsichtig ist, es galt als meine Verantwortung und ich war nicht gewillt dafür noch den teuren Weg durch die Instanzen zu beschreiten, zahlte, weil schuldig falsch geparkt oder nicht doch unschuldig?

Juristisch ist die Sache relativ klar, es ist nicht unbedingt logisch im Sinne einer naturwissenschaftlichen Kausalität aber, da es politisch gewollt ist, die Autofahrer zur Verantwortung zu ziehen und das Parken in den Städten teuer und unbequem zu machen, um die Städte vor dem totalen Verkehrsinfarkt zu bewahren, kann die Logik hier dahinstehen, geht es darum einen Schuldigen zu finden, der eben die Kosten trägt, was also eine Frage der finanziellen Schuld ist, worum es im ganzen am Ende mehr geht, als viele noch gerne zugeben, wozu ich aber in Ruhe kommen werde bei der Betrachtung und ethischen Bewertung der Schuld.

Schuld hat verschiedene Betrachtungsweisen und wir benutzen es auf ganz unterschiedliche Art und Weise - unstrittig ist höchstens, wer einen Anspruch hat, ist der Gläubiger, wer dafür etwas zu leisten hat, der Schuldner. Alles dazwischen von Gründen bis Wegen ist mehr als umstritten und unterliegt vielfach einer ethischen Wertung, die nur bedingt einer logischen Erklärung zugänglich ist.

Schuldner und Gläubiger klingt sehr juristisch und nur nach einem Verhältnis zwischen Leuten, die einen Vertrag haben oder sich eben eine Leistung oder Sache schulden, von der Miete bis zum Vollzug der Ehe, wenn auch letztere nicht mehr vollstreckbar ist, einklagbar war sie lange genug und es fragt sich, was das bedeutet für das Verständnis von Schuld. Kurz ergänzt, den Vollzug der Ehe nennen Juristen den ehelichen Beischlaf, zu deutsch gesagt Sex mit oder ohne Fortpflanzungsziel, er gehörte lange zu den Rechten und Pflichten der Ehegatten, ein Mangel daran war früher ein Scheidungsgrund, als es noch Gründe brauchte, um eine Ehe scheiden zu lassen, was ja heute entbehrlich ist. Der Sex ist also im deutschen Rechtsverständnis und in anderen Ländern verhält sich das nicht anders, eine Schuld, ein einklagbares Recht - hier könnten sich Juristen nun sicher trefflich darüber streiten ob der eheliche Sex eine Hol- oder Bringschuld ist und haben dies auch Jahrzehntelang getan, es ist an dieser Stelle egal, an der es weniger um eine Bewertung der absurden Jurispudenz geht als ein Verständnis dessen, was wir als Schuld sehen und wie wir dazu kommen, den einen für schuldig zu halten, beschimpfen zu dürfen, als gäbe es noch einen Pranger, den anderen aber als unschuldiges Opfer.

Es besteht dabei die wohl natürliche Neigung, sich lieber als Opfer, denn als Schuldiger zu sehen und hier mischen sich ganz schnell die Begriffe der Psychologie mit denen der Jurispudenz, was beiden nicht gut tut. Gefährlich wird es dann, wenn noch Politik und Medizin auf der einen Seite und Philosophie auf der anderen Seite am gleichen Wort ziehen und versuchen auf der einen Seite, wie etwa Merkel im Fall Putin, diesen als nur begrenzt zurechnungsfähig darzustellen und auf der anderen Seite, ihm die ganze Schuld in einer Angelegenheit zu geben, unter völliger Ignoranz der tatsächlichen Kausalität der Ereignisse.

Die Russen solidarisieren sich mit ihrem Staatschef Putin, den sie zu Unrecht angeklagt sehen, übersehen dabei gerne auch seine Verantwortung und Unmenschlichkeit, die Deutschen mit Merkel, die ja schließlich ihr Land repräsentiert, auch wenn sie dummes Zeug erzählt, logisch betrachtet und manche verstehen sogar das Staatsoberhaupt, das seine Kompetenz völlig überschreitet, da es ja der Sache diene, er eigentlich Recht habe, warum es nicht seine Schuld sei, wenn Putin ihn dazu zwinge, die Pflichten seines Amtseides verbal zu verletzen und die Amerikaner machen es mit ihrem Präsidenten ähnlich, der eigentlich, streng kausal betrachtet, ursächlich verantwortlich für all diese Krisen ist als Amtsträger, aber wer will sich schon schuldig fühlen, darum wird der jeweils andere als Faschist apostrophiert, was wieder ein Modewort zu sein scheint.

Die Russen schimpfen teilweise zurecht über die Faschisten in der ukrainischen Regierung, die Ukraine über die faschistischen Methoden Putins, was die Krim angeht auch nicht ganz zu Unrecht, abewr die Relativität des Begriffes Faschismus zeigt, westliche Politiker scheuen den Hitlervergleich nicht mehr, um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen, was zur Besetzung der Krim zwar auch keinem historischen Vergleich stanhält aber die verbalen Entgleisungen expontierte. Es ist der Versuch einen Politiker, dem kausal wenig vorzuwerfen ist, als Schuldigen und damit Bösewicht zu inszenieren, die gerade im Westen bis zur Perfektion inszeniert wird und immer mehr laufen auf diesem Pfad mit und empören sich, längst nach Luft schnappend in einer Weise, die jeder Vernunft widerspricht.

Ginge es um eine finanzielle Schuld, wäre Russland unser Schuldner oder Gläubiger, wie im Fall der Ukraine, wäre das große Gefühl und die Angst ja vielleicht noch verständlich, aber so?

Absurdes Theater im inszenierten Krieg den keiner wollte und an dem alle mit schlafwandlerischer Sicherheit mitwirkten als gäbe es ein Ziel. Auf russischer Seite ist das Ziel klar erkennbar, scheint es, der Schutz der russischen Bevölkerung vor den Ausschreitungen der ukrainischen Nationalisten im Osten der Ukraine oder ist dies auch nur vorgeschoben zur Wahrhnehmung der eigenen geopolitischen Interessen, folgt Putin einer Strategie, die ihn, wenn auch wohl kausal unschuldig, so doch logisch in den Krieg führt, den er angeblich genauso wenig will wie der der Westen, der sich gerade täglich darin übt, den Kremlherren ein Stück weiter zu provozieren.

Beginnend mit Merkels Zweifeln an seiner Zurechnungsfähigkeit, er sei nicht von dieser Welt, wie sie sagte, womit ihn die Pfarrerstochter jedoch weder zum Gott erheben noch zum Alian machen wollte, sondern einfach seine geistige Gesundheit infrage stellte, um damit seine Befähigung zum Amt zu bezweifeln, ihn bloß zu stellen und lächerlich zu machen - auf politische Art zu sagen, der Typ ist nicht ganz bei Trost. Ging es weiter mit der militärischen Unterstützung und Befeuerung des Umsturzes in der Ukraine, bei der ganz klar Partei ergriffen wurde und der Teilnahme der NATO an einem Bürgerkrieg, dessen Ursachen zumindest umstritten sind, als jedenfalls drohende Partei.

Nach unbestrittenen Angaben amerikanischer Think Tanks sind wir nicht nur nicht unschuldig an der Situation in der Ukraine sondern direkt schuldig an der Eskalation, also kausal verantwortlich und schuldig im Sinne des Rechts. Dem weichen wir durch den Trick aus, dass wir als Täter die Opfer, die manchmal auch Täter waren, laut anklagen, um unsere Schuld zu verwischen und es funktioniert erstaunlich gut. Immer mehr Menschen in den Ländern des Westens sind der festen Überzeugung der Bösewicht sei Putin, auch wenn er nichts tat, als im nachhinein zu tun, was CIA und andere Dienste von Beginn an in dieser Krise taten, er nur reagierte, um die Situation und sein Gesicht zu retten.

Warum sollte Russland etwas gegen die Aufnahme der Ukraine in die NATO und die EU haben, warum dem Aufstieg seines Schuldners sich entgegen stellen, der zumindest die Hoffnung gibt, dieser könnte irgendwann seine Rechnungen bezahlen, warum die Ukraine klein und am Gängelband halten, das keine Perspektive verspricht als dauernde Abhängigkeit?

Dies täte nur, wer aus der Abhängigkeit einen Gewinn zieht. Ein solcher ist für Russland nicht ersichtlich, das in der gleichen Situation wie die Ukraine war, zur selben Zeit von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft wechselte und eine Gruppe von Oligarchen hatte, die sich an der Privatisierung der Staatswirtschaft bereicherte. Diese neuen Reichen gibt es in Russland und sie gibt es in der Ukraine. Auch sonst sind sich die beiden Nachbarn relativ ähnlich. Mit dem einen entscheidenden Unterschied - Russland wirtschaftete gut unter Putin, der Staat wurde wieder reich, der Staatschef selbst lebt ein relativ asketisches Leben, während die Ukraine von Oligarchen regiert wurde, die mal näher an Russland und dann näher an Europa orientiert waren, die ihren Staat ausbeuteten und ihren persönlichen Reichtum mehrten. Die Ukraine ist pleite, kann ihre Rechnungen bei Russland nicht bezahlen, verkauft dafür nun ihr Land an Monsanto und ähnliche maföse Kartelle der globalen Wirtschaft und Russland ist nahezu schuldenfrei, hat große Sicherheiten in Form von Bodenschätzen, wirtschaftet sauber, auch wenn es gerade bezüglich der Enteignung eines Oligarchen verurteil wurde, der noch dazu Jahre im Straflager zubrachte.

Die Frage von Schuld und Sühne habe ich noch völlig außen vor gelassen, da  ich mir ja nocht nicht einmal klar war, was die Schuld selbst ausmacht, ob es eine gibt und wer wenn der Schuldige ist, den es anzuklagen gilt. In der Krise, die längst ein Krieg war in der Ukraine, ist es relativ unklar zu sagen, wer der Schuldige ist, wer die Verantwortung trägt, wer Täter und wer Opfer ist.

Es gibt wie bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen verbrecherische Elemente auf beiden Seiten. Sie in die Waagschale zu werfen, um jeden nach seiner Schuld zu be- und verurteilen, bräuchte es ein neutrales Gericht in dieser Angelegenheit. Diesem Gericht dürften keine Mitglieder aus Russland, der Ukraine, der NATO Mitglieder, der USA und anderer irgendwie direkt beteiligter angehören. Sehr fraglich wäre, ob sich einer der Beteiligten einem solchen Gericht und solch einer Aufarbeitung aussetzen würde.

Vielleicht sollten wir darum die steten Klagen lieber einstellen, die vermutlich zum größten Teil auf die lautesten Kläger im Moment zurückfielen und wenn wir gerade dabei sind, Russland die Destabilisierung der Ukraine vorzuwerfen, stellt sich die Frage, wie wir die Situation in Syrien und im Irak bewerten, wen wir dafür beschuldigen wollen und inwieweit wir uns dem Urteil eines neutralen Gerichtes auch stellen würden, sofern sich die Situation plötzlich wandelte und wir vom Ankläger zum Angeklagten würden und wir können gewiss sein, dass die Situation nicht so klar ist, wie die eine oder andere Seite behauptet, sondern vielfach verworren und uneindeutig bleibt, wer letztlich schuldig ist, denn ein solches politisches Gericht müsste dann wohl auch jeden Einspruch berücksichtigen den Kläger oder Angeklagte aus historischer Sicht vorbrächten - eine vielleicht sumarische Aufrechnung der Vergewaltigungen des 2. Weltkrieges gegen das Giftgas des 1. - wir werden kaum ein Ende finden.

Schuld haben in einem Konflikt sicher alle auf sich geladen, einen neutralen Richter zur Verurteilung der Beteiligten gibt es noch nicht. Es ist seltsam, dass sich die Europäer als Retter der Demokratie aufspielen und dabei inkauf nehmen, eine Oligarchenrepublik zu stabilisieren, während Russland tut, als wäre es völlig unbeteiligt, schickte seine Soldaten und Panzer nur im Urlaub gen Westen gegen eine NATO Übung, die in der momentanen Situation als Spiel der Kräfte verstanden werden muss, von der Rolle der USA in diesem Konflikt ganz zu schweigen, die alles tun, den Konflikt am brennen zu halten und behaupten ihre Politik der Abbschreckung und Isolation diene der internationalen Sicherheit.

Schuld wird gern mit Reue verbunden getreu der christlichen Ideologie, die im 19./20. Jahrhundert, als die Kirche langsam ihre letzte Glaubwürdigkeit und Macht ohnehin verloren hatte, durch die Psychologie ersetzt wurde, die mit schematischen Antworten die Seele durch das Unterbewusstsein ersetzte und versuchte die Menschen damit wieder in die Form zu bringen, die der Staat zum regieren braucht. Das Maß der Normalität, das sich vom Wahnsinn abgrenzt und über die Fähigkeit zur Schuld heute entscheidet. Die Grenzen verfließen nach Sitte und Gewohnheit und dienen doch immer dazu, den herrschenden Level der Normalität ungestört zu erhalten.

Das Strafrecht und viele prozessuale Fragen im Familienrecht werden von Psychologen darum heute entscheidender bestimmt als von Juristen und die Gültigkeit des reinen Rechts als solchem ist sehr relativiert worden. Wer aus psychischen Gründen zur Tat gezwungen war und keine Chance hatte dieser Situation zu entkommen, kann dafür nicht belangt werden und was scheinbar logisch klingt, fast schon menschlich, weil ja auch auf den einzelnen und seine Möglichkeiten abgestellt wird, macht das Recht erst unmenschlich, da es die ihm Unterworfenen in Klassen einteilt, die nicht mit dem Begriff der Würde vereinbar sind.

Ob jemand eine Tat bereut und Besserung gelobt, mag in das Strafmaß einfließen, wie es heute üblich ist, an der Tat ändert es so wenig wie die Frage der Schuldfähigkeit. Es offenbart nur die Untauglichkeit eines Systems, das die persönliche Rache durch den staatlichen Strafanspruch ersetzt hat und doch weiß, dass damit die Probleme erst beginnen, wir ein kriminelles Milieu schaffen, das künftige Kriminalität noch befördert, den Betroffenen die Verantwortung für seine Tat abnimmt - er ist ja nun bestraft und damit ist es gut.

Rache zu sanktionieren, war sicher eine gute Idee, den Frieden zu fördern und die Gesellschaft friedlicher zu machen. Es hat lange gedauert bis sich diese Idee, die erstmals in der constitutio criminalis carolina von Karl V. 1532 eine Rechtsform fand, auch wenn bereits der Mainzer Landfrieden von 1235 versucht hatte ein Fehdeverbot durchzusetzen und die Kirche sich seit dem 10. Jahrhundert versuchte, die Fehde einzuschränken mit der Gottesfriedensbewegung, nach der jede Fehde von Donnerstag bis Sonntagabend Ruhe sollten. Die Erfolge dieser frühen Bewegungen waren bescheiden und lange galt die Blutrache, die auch als die kleine Reiterei bezeichnet wurde, im Gegensatz zur großen Reiterei, dem Krieg also, noch als normales Recht eines freien Herrn - stammte es doch schon aus germanischer Zeit, findet Erwähnung im Hildebrand- wie im Nibelungenlied.

Bis weit ins 19.oder sogar 20. Jahrhundert galten Duelle als Ehrensache für alle Menschen von Stand und der Streit wurde eben auf Leben und Tod nach bestimmten Regeln ausgefochten. Diese Geschichte fand gerade im 19. und frühen 20. Jahrhundert vielfachen Niederschlag in der Literatur und führte oft zu einem unerwartet tragischen Ende der Geschichte - denken wir etwa an Fontanes Effie Briest oder Manns Zauberberg, in dem der Humanist Settembrini dann doch das begonnene Duell mit dem Jesuiten Naphta verweigert und aller Ehre zum Trotz in die Luft schießt und der etwas fanatische Gläubige daraufhin die Waffe gegen sich richtete, da er seine Ehre verloren sah.

Die Schuldfrage lässt sich bei Duellen oft noch relativ leicht klären, allerdings passen ihre Gründe, ein verletztes Ehrgefühl und ein eher metaphysischer Begriff von Ehre, nicht in einen modernen Rechtsstaat, in dem es nur in Strafnormen gegen Beleidigung noch Eingang fand aber vom immer liberaleren Auslegungen eigentlich lächerlich gemacht wird und einer anderen Zeit anzugehören scheint. Manchmal noch prallen mittelalterliches Ehrdenken, wie es im Islam teilweise verankert ist, und moderner Rechtsstaat zusammen - etwa in den Ehrenmordfällen. Hier stellen wir die Schuldfrage möglichst wenig individuell sondern antworten pädagogisch streng, weil eine solche Praktik und ein solches Denken bei uns nicht toleriert werden kann. Doch wir diskutieren nur ein wenig am Rande wie der Rechtsstaat damit umgehen soll, dieser kann in seinem formellen Korsett nicht darauf reagieren, sondern vollzieht nur seinen Rahmen, stellt sich keine Schuldfrage, täte er es, wäre sehr fraglich inwieweit die von falschem Ehrgefühl getriebenen, was immer da richtig oder falsch sein soll, schuldbewusst sind und ob dieser Mangel nicht relevant sein müsste, was er nicht sein darf, da wir uns aus pädagogischen Gründen davon abgrenzen wollen, um das Entstehen einer Parallelgesellschaft mit eigenem Recht zu verhindern.

Dabei wäre es in Anbetracht der Schuld, die unsere Staaten gerade östlich mit dem Versuch der Abschreckung auf sich laden könnten so wichtig, sich über Recht und Schuld mehr Gedanken zu machen - wir türmen Schuldenberge auf oder bauen sie mühsam auf, verkalkulieren uns im Namen des Volkes, vor allem mit seinem Geld um Milliarden aber das ist weniger eine Frage der Schuld als der Möglichkeiten - die im berechenbaren Rahmen, den Banken stecken nur alternativlos verhaltenden sind für ihr Handeln als Amtsträger im seltensten Fall noch persönlich verantwortlich und müssen noch viel seltener überhaupt dafür büßen, es sei denn, es liegt ein offensichtlicher Fall von Rechtsbruch vor, der ein Wegsehen untragbar macht.

Recht ist der Rahmen von Schuld im Strafrecht, in der Ethik geht der Begriff weiter und ist nicht an so strenge Formalien gebunden, da es darum geht die offenen Begriffe des Rechtes - wie das Gerechtigkeitsempfinden aller billig und gerecht denkenden mit Inhalten zu füllen, die jenseits des normativen liegen. Diese unbestimmten Begriffe sind der Rahmen, der das Miteinander erst menschlich macht, uns wohl fühlen lassen. Schuldig ist, wer gegen diesen Rahmen verstößt und damit die Interessen anderer verletzt. Schuldner ist wer anderen etwas schuldet. Der Schuldner hat einen Gläubiger, bei dem kann er seine Schuld begleichen, dann ist alles in Ordnung und er seine Schuld los. Der Schuldige muss sich verantworten. Vor wem ist die Frage des Rahmens, in dem er lebt.

Recht sanktioniert und nach seinem Rahmen wird entschieden, ob sich jemand schuldig gemacht und damit seine Unschuld verloren hat. Viele Schuldner büßten früher wie Schuldige im Schuldturm ihre Strafe ab, ohne das sich damit etwas änderte an ihrer Schuld, sie saßen nur eben ein, auch heute noch droht dem säumigen Schuldner ein Strafbefehl, insbesondere, wenn er sich dem Staat gegenüber als säumiger Steuerzahler schuldig gemacht hat, was viele noch, die selbst diesen Obulus, sei er nun gerecht oder nicht, klaglos entrichten, als gerecht empfinden, auch wenn es eigentlich nichts als Ausdruck von erpresserischem Absolutismus ist, der nur unter dem Diktat der Gleichheit plötzlich gerecht sein soll und die Menschen plärren es nach, als sei es in sich logisch.

Recht ist nicht gerecht sondern eine Setzung, die dem formalen Verfahren einer Norm genügt. Wir haben es eingeführt, damit wir einfacher miteinander umgehen können und in jedem Fall wissen können, was gilt und was nicht, die Gesellschaft einen Rahmen hat und wer ihn sprengt, sich eben schuldig macht. Es ist der Vertrag aller mit allen, der den Rahmen bildet in dem wir unsere kleinen Verträge abchließen. Das ist nicht sittlich, muss es auch nicht sein, es ist nur formal. Dennoch sprechen wir einen, der gegen das Recht verstoßen hat schuldig, ist einer ein Schuldner und ein anderer der Gläubiger gegenüber dem, was wir für Gerechtigkeit halten.

Die Schuldfrage stellt und behauptet der Staat. Wir sind die Schuldigen vor dem Staat und der Allgemeinheit, die er zu repräsentieren, für sich in Anspruch nimmt, sofern wir uns nicht an seine Regeln halten und dabei noch schuldfähig sind. Wir sollen im besten Falle reuige Sünder sein, im Strafvollzug Buße tun, um danach ein ordentliches Leben zu führen, wie es dem Staat und seiner Ordnung entspricht, uns jedenfalls nichts mehr zuschulden kommen lassen, ob wir danach Schulden haben oder nicht und wie wir aus der Falle der Schulden je herauskommen, ist dabei keine relevante Frage, es geht ja nur um die Ordnung, als sei der Rahmen des Zusammenlebens schon der Zweck an sich.

So scheint es in der Gesellschaft oft, als wäre es, anders als im Museum, wo wir die Bilder bestaunen und die Rahmen nur registrieren, es aber auf Inhalte und eben die Kunst des Bildes ankommt, entscheidend, was der Rahmen ist und am wichtigsten sind daher die, die über diesen entscheiden und um seine Gültigkeit streiten. Über die Schuldfrage ist das Gefühl für Inhalte verloren gegangen. Wir streiten auch zwischen den Staaten darum, wer schuldig ist und wie er gerecht zu bestrafen sei, auch wenn wir längst um unsere Mitschuld wissen, suggerieren wir dieses Spiel im Beispiel Putins und anderer weiter. Indem wir die Schuldfrage stellen aber nicht nach einer Antwort suchen, sondern verurteilen wollen, egal was die Fakten hergeben, weil wir uns im Recht wähnen, haben wir die Schuldfrage ad absurdum geführt.

Es geht nicht mehr um schuldig oder nicht, wie es das besser von außen nie ginge, weil Verantwortung nur der einzelne für sich übernehmen sollte, wenn es denn eine Verantwortung geben kann, es nicht nur um die Schattenspiele einer Scheinwirtschaft geht, in der wir einfach funktionieren sollen, damit alles seine Ordnung hat und die Geschäfte nicht gestört werden.

Vermutlich ist dem so und es kommt vor allem auf die soziale Funktionalität an, für die wir das Spiel mitspielen. Schuld wird nach Grundsätzen der Effektivität beurteilt und nicht nach einer höheren Gerechtigkeit, die es ohnehin nur in der Phantasie derer gibt, die an eine solche glauben, deren Existenz aber der Alltag oft genug Hohn spricht. Schuldig oder nicht kann von vielen Zufällen abhängen, die wenig mit dem Gewissen des einzelnen und seinem Gefühl für Verantwortung zu tun haben. Solange es aber nicht darum geht, ist jedes Recht nur eine formale und lästige Hülle, Funktionalität zu gewährleisten in einer Gesellschaft. Gerechtigkeit trägt das Recht in ihrer Mitte und viele denken, dies sei auch richtig so und lasse Schlüsse zu, die oft ins sittlich moralische gleitende Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts kündet gern von solchem Verständnis, was eigentlich dem Rechtsstaat als nur funktionaler Ordnung Hohn spricht.

Wir verurteilen Unschuldige im Sinne ihres Gewissens, weil die Ordnung es so will. Wir halten die Ordnung als Ding an sich hoch, statt uns um die Inhalte zu kümmern. Sollte ich noch wir sagen oder ist es die Gewohnheit, weil das Recht ja für alle gilt und wir Teil des Staates sind, den wir tragen oder sollte ich mich als einzelner schleunigst davon distanzieren, um nicht schuldig an einem System zu werden, das ich verurteile und falsch finde. Aber kann ich, wenn ich mich davon löse noch über das Ganze sprechen und wer soll darüber urteilen, wenn nicht die Betroffenen?

Der Rechtsstaat fordert, national wie international neutrale Richter und einen freien und unabhängigen Prozess, um zu dem zu kommen, was wir für ein gerechtes Urteil halten über die dann Schuldigen oder Unschuldigen. Aber ist noch wer unschuldig in einem Prozess um einen Krieg, in dem die eine Partei die andere anklagt und beide alle Mittel benutzen, die Schuld des anderen nachzuweisen?

Wer wäre der Richter, der in der Ukraine über schuldig und unschuldig entschiede - ein Gericht der UN, das in New York, also den USA ansässig sicher nicht in allem so frei wäre, wie ein neutraler Beobachter es sein sollte?

Wer wäre Kläger und wer Angeklagter?

Es geht um einen Konflikt zwischen Staaten an dem die Menschen vor Ort leiden, wer außer den Betroffenen sollte also klagen dürfen, um die Schuldigen zu verurteilen und nach welchem Recht, fragt sich, dem der Ukraine, in der die Kämpfe stattfinden oder dem der NATO Staaten und wenn ja welchem, dem der USA, die sich als gönnerhafte Kolonialmacht aufführen in der Welt und den alten Kolonialismus der Königreiche Europas nur durch den ihres Imperialismus in der Ökonomie ersetzten - Fragen über Fragen und auf keine gibt es eine Antwort von einer irgendwie tauglichen Verbindlichkeit.

Strittig ist zwischen den Staaten nicht nur die Frage der Schuld sondern vielmehr noch die des Maßstabes der Beurteilung dieser und schauen wir genau hin, stellen wir fest, es ist keineswegs klar, welcher anzulegen ist, aber das Ergebnis wird nach der je Sicht der Beteiligten ein völlig unterschiedliches sein und warum sich eine auf die Sicht der anderen einlassen sollte, ist nicht ersichtlich. Schuldig fühlt sich vermutlich keiner der Beteiligten aus der je Sicht und solange die Konfrontation eine neutrale Aufklärung verhindert, wie sie bisher leider nur Russland immer wieder forderte, aus welchem Interesse auch immer, wird es keine Lösung geben, die allen Beteiligten gerecht wird und damit außer mit den Mitteln der Unterdrückung tragbar wäre.

Einen neutralen Ausweg aus dieser Krise und den mit ihr einhergehenden Ungerechtigkeiten im Wege des Urteils böte nur ein neutrales Gericht, das keinem der Betroffenen verpflichtet oder verbunden ist, was es de facto nicht gibt und was bei zwei Supermächten in indirekter Konfrontation aber mit globalen Verbindungen schwer einzusetzen sein wird. Es gibt hier keine rechtliche Lösung und daher bedarf es einer politischen Lösung und dazu müssen die Beteiligten als gleichberechtigte Partner miteinander reden oder zumindest sich so behandeln, als wären sie es, wenn sie denn Frieden wollen.

Ein runder Tisch an dem alle Beteiligten sitzen und sich die Ukraine mit den Rebellen über eine künftige Regelung einigt wäre die beste Lösung, um dies zu erreichen sollten aber dringend die NATO Staaten ihre Provokationen gegenüber Russland unterlassen und diesen lieber als Partner wieder die Hand reichen, damit eine Einigung langfristig trägt und nicht in Europa neue Mauern gebaut werden müssen. Was spräche im Ergebnis dagegen die Ukraine mit Russland gemeinsam in die NATO zu integrieren als Partner für Verteidigung, statt sich täglich mehr unter hohen Kosten abzugrenzen?

Wer schuldig ist und wer nicht, wer das Flugzeug abgeschossen hat und warum, wird sich dann vielleicht unter international kontrollierten Umständen aufklären lassen. Es gibt derzeit in der Welt in der Konfrontation zwischen Süden und Norden, der islamischen Welt in sich und unserem Kulturkreis wichtigere Auseinandersetzungen als dieser lächerliche Poker um Macht und Vorherrschaft, bei dem Putins Russland dem Westen eine Grenze gezogen hat, die dieser sich nicht bieten lassen will, denn um mehr geht es letztlich nicht. Es gibt für beide Seiten verständliche Argumente, aber es gibt keinen, der sie neutral prüft oder vorträgt. Die Annektion der Krim war völkrerrechtlich wohl problematisch, an ihr wird sich nie etwas ändern, solange die Russen dort die Mehrheit bilden und Russland seinen einzigen eisfreien Hafen sichern will gegen eine NATO deren Gegner sie ist. Der Punkt ist geostrategisch zu wichtig, als das mit einer Änderung zu rechnen ist. Aber, Russland weiß, dass sein Handeln dort mindestens grenzwertig war und im Falle einer fortgesetzten Partnerschaft, könnten sicher die notwendigen Gegenleistungen ausgehandelt werden. Das reicht von einem Schuldenerlass gegenüber der Ukraine, der dem armen Land zumindest irgendeine Perspektive böte, bis zu einer NATO Partnerschaft in diesen Häfen. Es gibt viele Wege und wir sollten sie dringend nutzen, bevor es nur noch die Einbahnstraße Krieg gibt, die selten so überflüssig war wie hier.

Vergessen wir also die Schuldfrage, es ist, wie bei einer Scheidung oder einer sonstigen Trennung, völlig egal, wer Schuld hat. Entscheidend ist nur, wie wir aus dieser Affäre nahe dem Abgrund mit einer guten Lösung wieder heraus kommen. Obama muss sich den von seinem Vorgänger Bush jr geschaffenen Problemen im Irak und Syrien stellen. Soll das Kalifat der ISIS nicht noch mächtiger werden und ein Terrornetzwerk durch die ganze islamische Welt bilden, das nicht mehr zu befrieden wäre, müssen wir mit starken Partnern eine gemeinsame Lösung dort suchen. Der NATO Partner Türkei ist direkt bedroht, es gilt keine Zeit mehr zu verlieren und die Aufrüstung von Partnern, die einen Staat gründen möchten, den keiner der Nachbarn will, wird auch schwierige Folgen genug zeitigen - beenden wir dies lächerliche Schwänzemessen in der Ukraine, wenden wir uns ernsthafen Dingen zu, es ist keine Frage der Schuld sondern der Verantwortung für eine Welt, die momentan in einer sehr gefährdeten Ordnung lebt, nachdem die USA mit ihrem Krieg gegen Terror vieles durcheinanderbrachten. Gehen wir an die Lösung, hören wir auf über Schuld zu reden und werden wir Partner.
jt 4.9.14

Lichter Tod

Auf Malle starb just einer
Weil er nach nächtlichem
Besäufnis an eine Laterne
Urinierte was uns mal wieder
Daran erinnert wie gut es ist
Nicht dorthin zu fahren
Wo andere sich gern besaufen
Egal wie gut die Laterne nun
Verkabelt war und ob dann
Der Bürgermeister haftet
Scheint diese Inseln mehr
Meiden eine gute Strategie
In Ruhe zu überleben
jt 4.9.14

Nachtgedanken 0024

Warum bleibt soviel offen
Und wird doch so entschieden
Aufgetreten als wüssten wir
Und wollten nicht nur etwas
Um zu beweisen wie stark
Wir sind in unserer Schwäche
Die wir nicht kämpfen wollen
Aber den Kampf der anderen
Munter befeuern um unsere
Teuren Kampfmittel besser
Verkaufen zu können oder
Glaubt noch jemand etwa
Putin sei ein Bösewicht
Der Westen nur gut
Flugzeuge fielen vom Himmel
Wir müssten den ermahnen
Der anders will alls wir
Warum wir nun dringend
Den Krieg befeuern müssen
Den unsere Drohungen noch
Verhindern sollen vorgeblich
Vielleicht ist das alles nicht wahr
Sie halten uns nicht für dumm
Aber glauben kann ich es
Immer weniger jeden Tag
Weiß nicht ob ich da allein bin
Aber gerade suchen sie
Den Krieg immer mehr
Schlafen wir darüber
Vielleicht ist es ja nicht wahr
jt 4.9.14

Nachtmahl

Sich noch verschlingen
Nachdem wir uns liebten
Bevor wir uns verlieren
In den je Träumen auch
Wenn eng umschlungen
Lässt auf der Zunge
Die Spur der Lust
In die Träume wandern
Um aneinander zu
Erwachen sehnsüchtig
Nach dem ineinander
Wenn wir wieder da sind
Noch den Geschmack
Voneinander auf der Zunge
jt 4.9,14

Mittwoch, 3. September 2014

Kleines Liebesgedicht

Endlich die große Liebe wollen
Und wieder alleine aufwachen
Verkatert vom nichts das blieb

Lieber die kleine Liebe wollen
Um zusammen aufzuwachen
Einfach irgendwie angekommen

Zwischen großer und kleiner Liebe
Liegen Welten verlorener Träume
Ihnen nachtrauern macht lieblos

Weiß nicht was die große Liebe ist
Nicht mehr alleine aufzuwachen
Würde ich groß genug nennen

Vom Nichts weiß ich schon
Den Schmerz alleine aufzuwachen
Kenne ich lange genug

Was immer die große Liebe ist
Zusammen aufzuwachen genügt
Das Glück zu genießen
jt 3.9.14

Friedenstraum

Ein Traum vom Frieden am nächtlichen Platz, wo noch letzte ihre Runden flanieren oder in milder Luft vor den Cafés sitzen, als wäre nicht nebenan Krieg oder würde es im Irak und in Syrien immer schlimmer, wo religiöse Fanatiker hinrichten, als stände irgendwem das Urteil über das Leben eines anderen zu, ist etwas wunderschönes und wirkt doch absurd.

Nur wenige Kilometer schon vom Krisenherd in der Ukraine sitzen, dort wo gerade Frieden ist die Menschen am Abend vor den Cafés und plaudern, trinken, flirten, um sich zu finden. Manchmal für Momente und das Glück des Moments, seltener gleich für ein Leben, um sich ihrer Natur folgend, irgendwann dahin zu begeben, sich zu verfielfältigen. Oft in der Horizontalen aber was ist hier nicht alles denkbar im Frieden und im Krieg wohl nicht weniger, in den Feuerpausen, wenn sich gerade nicht erschossen oder geköpft wird, zieht es uns wohl natürlich zueinander, ist das Bedürfnis miteinander glücklich zu sein und sei es nur für einen Augenblick in der Illusion, als dauerte er ewig.

Die sich inzwischen gern virtuell paarenden Großstädter finden sich im Frieden durch Likes im Tinderuniversum und manchmal, wenn sich Antworten und mehr darunter finden, wird diese Welt der schnellen online Herzen in grün eine pulsierende, bei der sich Lippen finden, wo auch immer um einander zu genießen in diesem flüchtigen Traum vom Glück in einer unverbindlichen Welt. Wir suchen nach schnellen Gefühlen und wollen das große Erlebnis, ohne vorab zuviel riskieren zu müssen, lieben unter Vorbehalt der Erwiderung, wie bei einem Rechtsgeschäft, do ut des, geben und nehmen. Es kommen die einen mit großen Träumen und gehen die anderen, immer nur einen Klick entfernt vom nächsten Traum.

Seltener nur lächeln wir uns auch auf der Straße einfach an, lernen uns ganz real im Café oder am Tresen unserer Bars kennen, aber auch das kommt noch vor, wie der geträumte Supermarkt zwischen den Regalen, aber egal wie beschäftigt uns dieser Traum neben der Notwendigkeit der Arbeit, mit der wir unser Überleben irgendwie sichern, mehr als alles andere, solange wir noch suchen, was erstaunlich viele zwischen den kurzen Phasen des Ankommens immer wieder tun. Es fragt sich mancher, ob das Ankommen an sich mehr Ziel ist, wie vorgegeben, wo seriös gesammelt wird, oder es doch eher auf die Suche an sich ankommt und ob die Entdeckung des anderen wichtiger bleibt als die Hoffnung auf das auch immer mühselige Miteinander danach.

Vielleicht ist es die Unverbindlichkeit, die es so schwer macht, das Glück im Ankommen zu genießen. Viel spricht dafür, auch wenn fast alle den Traum vom friedlichen Miteinander teilen, hindert viel zu oft eine Kleinigkeit uns daran, ihn zu leben. Die Hoffnung auf die vielleicht noch bessere Alternative lässt zu schnell weiter schauen, auch wenn es längst nichts mehr zu schauen gäbe. Oder endet alles, wenn wir nicht mehr um uns schauen in der Absicht der Paarung und was weiß ich schon davon in Wirklichkeit, der eigentlich über den Frieden schreiben wollte, den Traum davon, der das glückliche Lieben doch umfasst. Vielleicht ist es genau die Liebe, die den Traum vom Frieden einzig tragen kann.

Oder sind am Ende die Lieben im Krieg, die mehr auf existentielles zurückgeworfen sind, viel intensiver, weil es um das eigentliche geht und ist unser Konsum voneinander nur Zeichen des Überdruß den wir am Frieden haben und der sich nach der existentiellen Erfahrung des Krieges sehnt, die das Leben gefährdet, wo schon das Überleben ein Glück an sich ist und steuern wir als so übersättigte Gesellschaft in der Wahlfreiheit ganz natürlich auf den Krieg zu.

Liegt es in unserer Natur zwischen den Gegensätzen zu leben, wie wir den Höhepunkt schönster Nähe den kleinen Tod nennen und damit der Dialektik, die ihm innewohnt, Ausdruck verleihen?

Ist der Taum vom Frieden damit nur im nahen Krieg von Bedeutung und löst sich alles in relativer Dialektik auf, die uns zeigt wie wenig eins für sich wert wäre, alles erst im Kontext seines Gegensatzes für uns Bedeutung erlangt?

Gerade ist der Frieden auch bei uns gefährdet, auch wenn es am friedlichen Platz nicht so scheint und der Swing aus dem Hintergrund der Bar an vieles denken läßt, Lust macht sich zu bewegen im Tanz jener Form des noch nicht ganz sexuellen Sex, der immer nah an der Grenze dazu sich bewegt und darum, auch wenn dies leugnend, er vielen erst so reizvoll erscheint. Womit wir wieder bei der scheinbar natürlichen Dialektik sind - desto lauter wir das sexuelle leugnen, um so mehr bemühen wir uns darum.

Sind danach die um Frieden lautstark ringen, jene die den Krieg lieben oder wird es nun absurd in der bloßen Gegensätzlichkeit, bedingt es sich nicht, fragt sich der Beobachter des Treibens. Welches Glück und welche Befriedigung im Krieg liegt, ist mir außer im Gegensatz nicht ersichtlich. Aber es mag auch solche geben, die sich an der Technik des Tötens freuen können, wie an der Überlegenheit der Waffen, es sei denn sie sind gerade unterlegen, dann werden sie auch mal von der Sehnsucht nach Frieden gepackt und favorisieren die Liebe vor dem Töten, bis das Glück im Kampf sich wendet.

Schauen wir auf die fast automatische Entwicklung der Krise, sehen wir, wie wenig vernünftig diese Prozesse ablaufen. Alle reden vom Frieden, den sie eigentlich wollen, tun gleichzeitig jeden Tag mehr, ihn zu gefährden und nennen es eine vorbeugende Politik der Abschreckung zur Sicherung des Friedens in Europa, wie wir sie im kalten Krieg über Jahrzehnte praktizierten. Es hat sich ja scheinbar bewährt, die UDSSR ging in der tödlichen Spirale unter - die Atomwaffen blieben zwar übrig und über ihre Vernichtung wurde gemeinsam verhandelt mit mäßigem Fortschritt.

Die Aufrüstung ließ die Ökonomien auf den freien Märkten wachsen, die Rüstungskonzerne wurden stark und exportierten ihre Produkte erfolgreich in alle Welt, worauf der Wohlstand derer beruht, die im Frieden leben und die Armut derer, die diese Produkte kauften und benutzten. Entsprechend will nun die bettelarme Ukraine, die nicht weiß, wie sie ihre Gasrechnung bezahlen und im kommenden Winter heizen soll, für Milliarden aufrüsten, um sich gegen den inszenierten Feind abzusichern.

Wir, die wir noch glücklich im Frieden leben, geben dafür die Kredite, damit unsere Produkte gekauft werden können und damit schließt sich mal wieder glücklich für uns der Kreislauf von Krieg und Frieden, der die einen reich macht und die anderen arm hält. Was soll da der Traum von Frieden, der unseren Reichtum gefährdet, fragt sich immer mehr, wer nüchtern auf die Prozesse schaut. Wir leben im Wohlstand, weil andere im Krieg leben, die Vernichtung der Waffen im Krieg ist die Bedingung für dessen Fortbestand.

Natürlich finden wir den Krieg schrecklich, versuchen vorgeblich alles, ihn zu verhindern, zumindest soweit es um unseren Frieden geht, aus dem wir unsere Waffen verkaufen. Sobald dieser Unsinn unsere vitalen Interessen gefährdet, scheint bei vielen Menschen in Führungspositionen, das Denken auszusetzen, wie wir gerade bemerken müssen, während einfach einer neuen Zeit und einer neuen Krise nur die Muster des Kalten Krieges übergestülpt werden.

Unsere Medien, die sich bisher seriös gaben oder sogar mehr oder weniger zurecht von sich behaupteten hinter ihnen stecke immer ein kluger Kopf, vergalloppieren sich in der lächerlichen ungeprüften Weitergabe der Propaganda aus Kiew. Da erzählt der dortige Schokoladen Oligarch, den die CIA gerade ins Amt bugsierte, er habe sich mit Putin über einen Waffenstillstand geeinigt und der Frieden sei nah und keiner wundert sich oder hinterfragt, wie denn plötzlich der Kreml, der immer leugnete überhaupt Kriegspartei zu sein, einen Frieden aushandeln könne, wenn er doch immer auf die Autonomie der Russen verwies, die zu achten sei, sogar von einem separaten Staat lange abriet.

Ist es der Traum vom Frieden, der uns dümmlich nach solchen Strohhalmen greifen lässt, die jeder klar denkende Mensch sofort als Farce offenbaren muss?

Oder sind wir längst nicht mehr selbständig denkend, sondern nur noch Opfer von Propaganda, die uns in die Illusion versetzt, was wir für Denken halten, sei frei und die Empörung, die uns indoktriniert wird, hier wie dort, sei natürlich?

Merke in meiner Umgebung wieviele Menschen der Propaganda vom Krieg erlegen sind, die zuvor kritisch dachten und nun einen Putin für verrückt erklären oder mit Hitler gleichsetzen, ihn lächerlich Putler nennen, weil sie gar nicht mehr das Ausmaß ihrer Verblendung erkennen. Die Versuche über Tatsachen oder Fakten zu sprechen scheitern, weil jeder Versuch logisch zu argumentieren aus ihrem Gefühl der Angst ins Gegenteil verkehrt wird.

Als ich sagte, es sei inzwischen sogar von einem US Strategie Institut unstrittig festgestellt worden, dass der Westen den Krieg und die Krise in der Ukraine verursacht habe, werde ich ausgelacht und es wird argumentiert, auch die habe er doch mit seinem Gold gekauft. Wenige, die sich um eine differenziertere Sicht bemühen, meinen ja, das könne ja schon sein, aber nun hätte er mit der Invasion den Bogen überspannt und da müsse der Westen reagieren - auf die innere Unlogik dieses Satzes hingewiesen reagieren die meisten mit Desinteresse - nun, so wird argumentiert, wir können es ja ohnehin nicht ändern, wozu also sich noch aufregen.

Ja, wozu sich aufregen, noli me tangere, nichts rührt mich an, vielleicht eine gute Weisheit in Zeiten des Krieges, in denen ich wenig ändern kann, nur ein wenig vom Frieden träumen und darüber schreiben, oder ist dies von Fra Angelico und vielen mehr so gern ummalte Zitat des Jesus nach dem Evangelium des Johannes, das er gegenüber Maria Magdalena laut werden lässt, doch eher ein Ausruf der besagt, rühr mich nicht an, da ich noch nicht zum Vater aufgefahren bin - und da scheidet sich der Geist des Aberglauben von dem der Epikuräer wohl ganz entscheidend - sich nicht rühren lassen, um der Gelassenheit wegen, oder unberührt bleiben, weil nicht von dieser Welt aber auch nicht in einer anderen.Meinte nicht die Kanzlerin; Putin sei nicht mehr von dieser Welt und was geht uns dies an?

Wer keinen höheren Befehlen folgt, nichts über sich kennt oder anerkennt, wird es, wie es unser alter Königsberger so treffend schrieb, mit seinem Gewissen vereinbaren müssen. Dem Maßstab allen Handelns, der über jedem Gesetz steht und an dem dessen Gültigkeit zu messen ist. Das Prinzip des kategorischen Imperativ eben - handle stets so, dass dein Handeln Gesetz für jedermann sein könnte und da dieser Näherungswert eben nur einer ist, so nutze zumindest deine Fähigkeit, jedes Gesetz an deinem Gewissen zu prüfen, da nur dies ein tauglicher Maßstab des Handelns sein kann.

Sich dabei nicht zu sehr rühren lassen, macht es sicher genüßlicher im Alltag, auch wenn ich aus dem off schon wieder die Stimmen der Freunde des Dramas und der Thriller höre, was wäre das Leben ohne Dramen, die uns aufwühlen und rühren, bleibe ich dabei, denn die von diesen gewünschte Dramatisierung ist eine künstliche, eine erlesene oder inszenierte, seltenst eine real erlebte, auch wenn für manche da im Horrorgenre manchmal die Grenzen verschwimmen, oder manche Damen nach der Lektüre so horrrorhaft schrecklicher Bücher wie der grauenvollen Schatten des Grauen, so behandelt werden wollen nur nicht in Wirklichkeit, was mehr über die Gier nach Aufregung verrät, als ein hohes Maß an Selbsterkenntnis zu offenbaren, von Literatur war ja hier nicht die Rede, aber auch wie sich jemand sonst unterhält, wird nicht ohne Bedeutung für den Traum vom Frieden sein.

Sind die Gefangenen der Unterhaltung gefährlicher für den Frieden oder diejeingen, die selber denken und hinterfragen, was geschieht. Die Masse läuft mit, der einzelne denkt gelegentlich. Gravierende Bewegungen löst darum nur die Masse aus, nie der einzelne, es sei denn er ist charismatisch genug, dass diese ihm folgt, was momentan eher weniger alltäglich scheint und doch immer wieder Anlass der gravierendsten Bewegungen ist, warum komplexe Situationen sich manchmal auf Figuren reduzieren lassen - Hitler und Stalin sind so zwei Spezialisten, Friedrich der Große war einer, Zarin Katharina wurde es erst im Nachruhm, Friedrich Barbarossa wurde es nachgesagt, Augustus und Cäsar auch, dem Rabbi aus Bethlehem und seiner Sekte auch - Putin scheint es für manche Russen zu sein und inszeniert sich so, der einsame Führer an der Spitze des riesigen Reiches, Herr aller Reussen, der sie wo auch immer schützt - von Obama dachten wir es bei seinem ersten YES WE CAN, das schnell zum realen Bettvorleger wurde gegenüber Mutti im yes mam, we scan - ein tiefes Zerwürfnis, lächerlich inszeniert, spaltete voller Mißtrauen gegen die NSA und die USA, die ja schon noch irgendwie Herrin ihrer Dienste sein sollte, auch wenn offensichtlich die eine nicht mehr weiß, was die andere tut, der funktionale Staat sich in der Kontrolle seiner Sicherheit verselbständigt hat. Sind die Dienste und die Diener hinter den Diensten nun der Staat im Staat oder führen hier noch Individuen, die den Apparat und seine Funktionen kontrollieren, diese ethisch wie moralisch im Griff haben?

Der moderne Staat ist so vielfältig geworden, dass seine Funktionen nicht mehr unter einem Dach liegen, sondern in vielfältigen Institutionen über die ganze Republik verteilt - dabei weiß, wie sich immer wieder herausstellt oft die Linke nicht, was die Rechte tut, was nun auf Hände und übertragen gemünzt war. passt auch in concreto allzu gut. Es hagelt Vorwürfe von links vornehmlich moralisch nach rechts, während es Vorhaltungen von rechts nach links genauso gibt, was zur Beschäftigung an sich dem Parlament mit sich genügt. Die Behörden arbeiten darum weitgehend unbehelligt funktional im Rahmen ihres Auftrages. Sie stehen dabei in einer strengen Hierarchie, außer den Geheimdiensten, die zwar intern als Behörden organisiert und damit auch funktional hierarchisch sind, aber real nur dem Regierungschef oder seinem Amt unterstehen,  hier der Kanzlerin.

Wer im Informationszeitalter die Daten und Informationen beherrscht, herrscht real und da kann das postdemokratische Parlament noch soviel Zustimmungsorgien mit ⅔ Mehrheit feiern, die ohnehin nur alternativlos handelnde Kanzlerin hat es auf den Punkt gebracht, ihr Handeln ist alternativlos - nicht aus Mangel an Alternativen, allein mir in meiner männlichen Natur und Phantasie naturgemäß beschränktem Wesen fielen da tausende von Alternativen zu ihrem alternativlosen Handeln ein, aber darum geht es nicht mehr, sondern die Fähigkeit im Vollbesitz aller Daten zur vollständigen Überwachung aller Bürger fähig zu sein - bedenkt, jedes eurer mobilen Telefonate wird bereits heute in Pullach und bald in Berlin aufgezeichnet und gescannt, dazu bedarf es keiner Genehmigung mehr, weil die Telekommunikationsfirmen bereits autommatisch vor jeden Anruf die 0049++ schalten, damit handelt es sich um ein Telefon aus dem Ausland oder mit diesem, diese unterliegen ganz legal in Deutschland der vollständigen Kontrolle.

Nichts ist alternativlos, nur wer die vollständige Kontrolle über alle Daten hat, herrscht quasi alternativlos, wir sind dieser Macht ohnmächtig ausgeliefert und haben damit keine Alternative, so scheint es, als diesen Zustand, der ja vorgeblich nur unserer Sicherheit dient, zu akzeptieren, um in Frieden zu leben mit diesem Staat, der sich die absolute Macht zu unseren Lasten anmaßt. Es gibt keine Partei, die ihre Macht abgeben möchte, sie buhlen nur unterschiedlich speichelleckend um die Teilhabe an derselben - dabei wäre es eigentlich die Zeit in der eine liberale Bewegung die Freiheit repräsentieren und sichern müsste. Die Bürger, die sich teils aus Angst, teils mangels Alternative abfanden, mit dem was ist, wählen aber die einzig liberale Partei vollständig aus den Parlamenten, zeigen ihr ihre Entbehrlichkeit, dahingestellt, ob diese für etwas stände oder auch nur alternativlos vollzöge, was wir bei den anderen beobachten. Alternativlosigkeit ist antiliberal, undemokratisch und geradezu totalitär - auch wenn wir der ehemaligen FDJ Sekretärin Merkel, die nicht ohne Grund die große Aufklärerin und Mörderin Katharina die Große zum Vorbild wählte, nicht unterstellen wollen eine völlig totalitäre Einstellung zum Staat zu haben, so schlimm ist es wohl nicht, in der Wirkung ist es so, warum sich niemand wundern muss, wenn der Traum vom Frieden mal wieder auf der Strecke bleibt zugunsten undenmokratisch alternativlosem Handeln.

Es scheint der Traum vom Frieden mit der Lust am Leben und dem Bedürfnis dieses fortzusetzen, wie wohl natürlich auch kopulierend fortzupflanzen, natürlich in engem Zusammenhang zu stehen. Warum zunehmende Impotenz oder Alter von Regierungschefs mit deren je Neigung Kriege zu riskieren, im Zusammenhang stehen könnte. Allerdings ist dazu wohl bisher keine belastbare Statistik vorhanden, auch für die Regierung von Frauen nicht, sein es nun Kaiserin Maria Theresia, Zarin Katharina oder die Kanzlerin - Vermutungen gibt es hier und da, Gerüchte zur Genüge aber es steht zu befürchten, dass wir, wollten wir ernsthaft darauf abstellen, die schmuddeligen Untergründe des Boulevard zu sehr streiften, warum wir nun auch Merkels Schoss, seine Bedürfnisse und den Zusammenhang mit Macht und Frieden außen vor lassen, auch wenn dies zu einer vielleicht unvollständigen Betrachtung in diesem Essay führen könnte, sei betont, es handelt sich um Literatur, nicht um Wissenschaft, hier soll nichts bewiesen werden, muss es auch nicht - vielmehr soll das Denken erregt, angeregt und bewegt werden, in einer Zeit in der wir unter hohem Druck in immer stromlinienförmigeren Bahnen schwimmen, warum der Widerstand gegen das Absurde nachlässt, wenn nur die Masse groß genug ist, die mitschwimmt.

Wir wollen eigentlich alle in Frieden miteinander leben, unsere Lust genießen und dabei möglichst ungestört sein, manche meinen nur sie müssten dazu, den anderen beherrschen oder in die Schranken weisen, um ihre Vorstellung vom Frieden durchzusetzen, was noch nie eine gute Idee war, da, wer sich gemaßregelt fühlt, oder nur unter Druck friedlich ist, keine eigene Motivation hat, sich an einen Frieden zu halten, im Gegenteil, er wird alles daran setzen, die Schmach seiner Niederlage bei nächster Gelegenheit wieder auszugleichen. Wer in Frieden leben will, muss mit Partnern auf Augenhöhe verhandeln.

Ein Diktat von Siegern ist nur nach der totalen Niederlage und Vernichtung möglich und erfolgreich, wie sie die Bundesrepublik und die DDR nach dem 2. Weltkrieg erleben durften, aber auch da, war der Weg in den Frieden nur deshalb so erfolgreich, weil auf nachhaltiges ökonomisches Wachstum und Kooperation gesetzt wurde. Isolation, Drohungen und Blockaden sind das Gegenteil von dem Versuch, Frieden zu finden. Der Bau einer Mauer ist ein weiteres Instrument des Kalten Krieges, das sicherlich nicht zur Entspannung beiträgt, sowenig wie das Muskeln spielen lassen der NATO mit Großübungen und im Baltikum.

Es scheint, als hätte der Westen, der diesen Konflikt erst inszeniert und ausgelöst hat durch einseitiges Eingreifen, vergessen, mit wem er es zu tun hat. Russland ist eine Großmacht und wird eher einen Krieg als ein Diktat akzeptieren, durch das es seine Sicherheitsinteressen gefährdet sieht. Die Politik der Nadelstiche und weiteren Eskalation aber geht weiter, trotz der Versuche, einen Waffenstillstand auszuhandeln, was nicht nur naiv sondern vielmehr gefährlich leichtsinnig ist.

Die Rebellen haben auf ihre Forderung eines separaten Staates verzichtet, auch wenn sie um diese mit hohen Opfern kämpfen. Putin macht weiter Vorschläge wie ein Frieden erreicht werden könnte und die Ukraine versucht nur Russland als Kriegspartei mit der sie sich einigen könnte, vorzuführen. Keine sehr beruhigenden Signale aus Kiew und was Brüssel nun dazu beiträgt mit lächerlichen Forderungen wie der Blockade Fußball WM und der Stornierung von Aufträgen, ist beunruhigend. Nirgendwo eine Perspektive für Frieden im Westen, der so tut, als sei er natürlich im Recht und könne die Bedingungen eines Friedens einseitig diktieren.

Sex ist schön, wenn er von Gefühl getragen, einverständlich erfolgt, welche Spielart die beteiligten Parteien dazu auch immer wählen. Er wird zur Vergwaltigung und damit zum Verbrechen, wenn eine Seite ihre Interessen mit Drohungen oder Gewalt durchsetzen will. In der Vergewaltigung haben sich im Bürgerkrieg in der Ukraine beide Seiten erfolglos schon zu lange mit zu vielen Opfern versucht. Sie müssen sich einigen und das können sie nur, wenn sie sich als Partner an einen Tisch setzen und aushandeln, wie sie es gerne möchten.

Russland weist die Verantwortung von sich Kriegspartei zu sein, noch maßt es sich die Kompetenz an, über andere zu entscheiden. Es hat sicher den aufständischen Russen geholfen ihre Vorstellung eines Friedens zu verteidigen und die totale Niederlage zu verhindern, der die Rebellen sich nach wochenlangem Bombardement ausgesetzt sahen. Dass es sich nun zurückhält, um nicht Kriegspartei zu sein und nur Vorschläge für einen Frieden macht, ist gut so. Der Westen sollte es genauso machen und die lächerlichen Drohgebärden einstellen.

Auf dem Verhandlungswege, anlässlich eines neuen Wiener Kongresses, könnten alle Beteiligten am Tisch zusammen kommen, um den Frieden auszuhandeln und dazu gehört auch die NATO mit den USA, die längst in der Ukraine militärisch aktiv sind, wie Europa, dessen neuer Partner die Ukraine werden soll. Am Ende dieser Verhandlungen muss ein tragfähiges Bündnis am besten aller Beteiligten stehen, mit dem die Zukunft gestaltet wird. Dies bedeutet nicht, dass neue Mauern errichtet werden oder die militärische Drohung gegen den anderen verstärkt wird, Russland sich einer feindlichen Front gegenüber sieht, sonden dass ein gemeinsamer Weg mit offenen Grenzen und einem Bündnis für den Frieden gesucht wird, was angesichts der momentanen Rhetorik noch nach einem schönem Traum klingt, ist die einzig gangbare Lösung. Abschreckung und Erniedrigung ist kein Frieden. Diese sichert nur eine Partnerschaft und ökonomische Verbindung statt lächerlicher Blockaden, die allen Seiten nur schaden.

Frieden ist möglich, aber nur miteinander und solange der Westen weiter den Weg der Drohung und Abschreckung geht, Kiew 100 Millionen Euro in eine Mauer stecken will, ein Staat der nicht mal seine Gasrechnung bezahlen kann, ist das Ende absehbar und Europa darf diesen Weg nicht weitergehen, wenn es Frieden will, den es nur mit Russland geben kann. Von den Russland vorgeworfenen Taten wurde bisher keine bewiesen, im Gegenteil, immer mehr Indizien sprechen für einen mißglückten Propaganda Angriff. Der Abschus von MH17 wird nicht weiter aufgeklärtund mit Säbelgerassel zur Nebensache abgestempelt.

Deutschland galt als der Staat der Verbrecher, der Judenmörder und Nationalsozialisten, der ganz Europa in einen blutigen Krieg gestürzt hatte. Heute ist Deutschland Partner und Verbündeter, der Motor Europas und Retter mancher in Not. Russland ist reich und kann, so es enger an Europa und die NATO gebunden wird, ein wichtiger Faktor für den Weltfrieden werden. Die Ukraine ist bettelarm, ein Teil der ukrainischen Regierung macht keinen Hehl aus seinem Hass auf die Russen und seinem Willen, sie zu vernichten, das Regime wird getragen Oligarchen, die sich im Umbruch auf zumindest zweifelhafte Weise unermessliche Vermögen erwirtschafteten. Das ist kein Partner den Europa momentan braucht, noch sich leisten kann. Dennoch gehört die Ukraine zu Europa, wie auch Russland dazu gehören muss und wie wir eine gemeinsame Lösung finden müssen ohne die Kurzsichtigkeit amerikanischer Westernpolitik, deren Folgen wir noch über vermutlich Jahrzehnte im Nahen Osten werden bekämpfen müssen.

Russland ist nicht zu besiegen und Kampf führt nicht zum Frieden, auch wenn sich kurzsichtige Rüstungsunternehmen dies gerade erhoffen, indem sie auf Aufrüstung an der russischen Grenze spekulieren. Dieser Konflikt ist geostrategisch überflüssig, egal was wer der Beteiligten dazu beigetragen hat. Es gibt keine mitlitärische Lösung und es kann keine einseitige Niederlage geben. Legen wir ihn zu den Akten und machen uns lieber daran, eine sinnvolle Partnerschaft zu gestalten, mit der wir auch mit Russland gemeinsam den Pflegefall Ukraine auf einen guten Weg bringen. Genießen wir lieber nicht nur im Traum die Lust aneinander, als zu versuchen, einander zu unterdrücken, es könnte so schön sein miteinander.
jt 3.9.14

Waffenruhehoffnung

Nun verständigte sich der Präsident
Der Ukraine mit dem Russlands über
Einen weitgehenden Waffenstillstand
Was seltsam klingt für alle die noch
Glaubten Russland sei unbeteiligt
Wie die dortige Propaganda log
Oder Putin sei ein Hitler wie es
Politik und Propaganda hier verbreitete
Die NATO will nun entschlossen
Gegen den Tyrannen vorgehen
Was soll ein Militärbündnis sonst
Der Feind ist quasi existentiell
Der Kreml dementiert was Kiew sagt
Es gäbe nur eine Annäherung
Also besprechen sich wohl doch die
Kriegsparteien und Moskau hat Zeit
Kiew hat den Kampf verloren
Den es besser nicht angefangen hätte
Bald werden die Daten zu MH17 öffentlich
Dann wird auch die NATO erklären
Müssen wen sie warum unterstützt
Es könnte nochmal gut gehen
Nur was haben sich Kanzlerin wie
Bundespräsident öffentlich blamiert
Ach hätten sie doch geschwiegen
Frieden gibt es nur mit Russland
Wer keinen will wird weiter versuchen
Dem Kreml zu diktieren wohin es geht
Was die Alternative ist bleibt unklar
Wohin die Falken wollen auch
Spart lieber die Kräfte für die Levante
Wo wir noch Jahre werden kämpfen
Müssen wenn zwischen Jerusalem
Bagdad und Damaskus je Frieden
Herrschen soll und ob die Dämonisierung
Weiter führt bleibt zweifelhaft
Amüsant ist zumindest gerade
Die NATO eskaliert und Putin verhandelt
Soviel zum Bündnis für Frieden
jt 3.9.14

Nachtgedanken 0023

Sehnsüchtig für sich in ruhiger Nacht
Sie zu teilen um die jetzt Einsamkeit
Einzutauschen gegen dann Zweisamkeit
In der Hoffnung die allein kaum so
Genossene Schönheit der Stille
Würde sich zu zweit verdoppeln
Dabei weiß ich doch eigentlich
Wir opferten dann das eine Glück
Dem anderen was nie an seine Stelle
Treten kann immer ein anderes wird
Solange ich noch hoffe mehr im
Einen zu finden werde ich wohl
Eines um des anderen wilen riskieren
Ohne zu wissen ob es dies je wert ist
Ist es sehnsüchtig schön in der nur
Einsamkeit für sich fragt sich nur
Wie es wäre jedes für sich zu genießen
Nur fehlte dann so oder so die Sehnsucht
Warum ich mich müde nun einfach
Der Sehnsucht hingebe die es nicht
Gäbe ohne das Wechselspiel
Zwischen Gefühl und Verstand
Egal wie vernünftig unsere Natur ist
Bin ich allein sehnsüchtig bei dir
jt 3.9.14

Dienstag, 2. September 2014

Mörderfreiheit

Da ist ein Mörder entlassen worden
Wegen guter Führung im Knast
Sowie guter Perspektive für ihn
Was sein Opfer auch nicht wieder
Lebendig macht aber Fragen stellt
Ob das gut so ist und wie die
Dominik Brunner Stiftung des Opfers
Ihm nun alles Gute wünscht dies
Eher naiv ist oder gut so
Wer hat etwas davon wenn ein
Jugendlicher ein Leben lang
Im Knast säße oder kann es
Wenn einer einen tötet nicht mehr
Darauf ankommen wie er sich
Dann benimmt weil es für den
Der nicht mehr ist ja auch
Auf nichts mehr ankommt
Fragt sich nur was sich ändert
Wenn wir Mörder einfach nur
Wegsperren dann könnten wir
Sie ja auch umbringen wäre
Wohl billiger was für uns aber
Aud guten Gründen nicht mehr
Infrage kommt und so ist es
Gut so wenn einer eine noch
Perspektive hat sie zu nutzen
Was sollen wir sonst tun
Vielleicht fragen wie sinnvoll
Einsperren überhaupt ist
Was es bringt und was
Vielleicht besser wäre
jt 2.9.14

Köpferollen

Es rollen die Köpfe in der Levante
Nicht nur strategisch im Planspiel
Sondern ganz real im Reich der
Kämpfer von ISIS die mittelalterlich
Wie ihre Religion mit ihren Feinden
Umgehen oder denen die sie
Dafür halten um dem Westen
Weiter Angst zu machen
Was anderes bleibt ihnen
Auch nicht wenn sich dieser
Nun endlich entschlossen einigt
Sie zu stoppen mit allen Mitteln
Da werden noch manche Köpfe
Wohl rollen bis Frieden sein wird
Auf diesem brennenden Feld
Das Bush einst entzündete
Leichtfertig kopflos wie es so war
Aber ist was in der Ukraine nun
Geschieht von uns angestiftet
Etwa besser in einer Form
Hat es eine andere Perspektive
Es werden Bösewichte gesucht
Wie stellvertretend gemacht
Damit der Krieg weiter geht
So werden weiter Köpfe rollen
Solange der Krieg ein so gutes
Geschäft für zuviele ist
Eine Strategie hat der Westen
Weder hier noch dort
Er empört sich nur laut
jt 2.9.14