Dienstag, 2. September 2014

Lügen und Drohungen

Lügen und Drohungen sind Teil der politischen Kriegsführung. Wer sie nicht von sachlichen Aussagen unterscheiden kann, wird zum Opfer der Agitation im krieg und stürzt sich dann als Soldat oder Rebell freudestrahlend in den überflüssigen wie ärgerlichen Tod. Tote nutzen niemand, sie sind nur lästig und müssen entsorgt werden. Kriege bräuchten keine Toten mehr oder wenn auf einer Ebene, wo es nicht mehr um kleinliches Schießen geht.

Moskau und die USA sind auf dieser Ebene und dennoch kämpfen sie noch hier und dort die unnützen Kämpfe am Boden, weil sie nicht glaubwürdig drohen oder die Mittel doch nicht sinnvoll genutzt werden, wie etwa im Kalten Krieg, wo es nur zu Stellvertreterkämpfen kam, weil der große Krieg nur zur gegenseitigen völligen Vernichtung führen würde, was beide wussten und darum noch vermieden.

Momentan behauptet der Westen auf keinen Fall in diesen Konflikt hineingezogen werden zu wollen, sich nicht militärisch zu beteiligen und nur, wie sie es längst tun, drohend Partei zu ergreifen. Wer dies in der Manier der gerechten Richter tut, eine Rolle, die Obamas USA gern spielen und die auch Merkel mit Vorliebe gibt, sollte nur solche Aussagen treffen, die einem objektiven Urteil standhalten.

Gerade kommt es zu einer hyperventilierenden Spirale der Drohungen, die sich noch stets selbst übertrifft, was ihr einzig sinnvolles Ziel scheint. Seltsam daran ist, dass jede Drohung gleich im nächsten Halbsatz wieder halb mindestens zurückgenommen wird, weil es sogar für die Drohungen an einem Konzept oder Plan fehlt. Wohin der herbeigeredete Krieg führen soll, den angeblich keiner will, der sinnvoller verhandelte, bleibt dabei unklar. Vielleicht meint die nie Mutti gewesene Merkel, sich nun dem bösen Buben Putin gegenüber aufführen zu müssen wie eine Matrone des 19. oder frühen 20. Jahrhunderts.

Ein Plan der sinnvoll sein kann, sofern er einer Strategie folgt, die für Eskalationen vorab Konsequenzen vorsehen, die der Gegner spürt und sofern es eine taugliche Institution gibt, die diese Strafen verbindlich aussprechen kann. Daran fehlt es in den meisten Fällen. Gerade wurde Russland im Fall des inhaftierten Oppositionellen, dessen Konzern zerschlagen wurde und der Jahre bis zu seiner Begnadigung im Straflager zubrachte zur Zahlung verurteilt und wird dieser vermutlich als internationaler Verpflichtung nachkommen müssen, es sei denn, es finden oder erfinden sich noch Gründe, dies Urteil aufzuheben.

Die augenblickliche Strategie ist, dass es keine Strategie gibt, angeblich auf Russland reagiert wird, was sachlich bisher immer falsch und gelogen war, da die NATO Staaten in allem an der Entwicklung beteiligt waren. Es wird gezündelt und zugleich vor den bösen Brandstiftern gewarnt, ein seltsames Verhalten, eigentlich paradox und Kanzlerin Merkel zeigt dies in einer zur Perfektion gebrachten Perfidie, die ihr keiner zugetraut hätte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel drohte just Russland wegen des Ukraine-Konflikts mal wieder mit weiteren Sanktionen. Wörtlich sagte sie, "Russland unternimmt den Versuch, bestehende Grenzen unter Androhung oder sogar unter Einsatz von Gewalt zu verschieben. Es wird immer klarer: Es handelte sich von Anfang an nicht um einen Konflikt innerhalb der Ukraine, sondern um eine Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine." Sie meinte dazu, dass ein solcher Bruch des Völkerrechts nicht ohne Folgen bleiben dürfe, warum die Europäische Union über weitere Strafmaßnahmen berate.

So will die NATO nun, als Reaktion auf den Konflikt mit Russland, ihre Präsenz in Osteuropa erheblich verstärken. Dazu sagte Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Brüssel, das Bündnis plane eine Eingreiftruppe, die innerhalb kurzer Zeit an Gefahrenherde verlegt werden kann. Eine direkte Nadel gegen Moskau, denn zuerst soll diese Speerspitze gen Baltikum und Polen verlegt werden, nahe an die russische Grenze also, angeblich, um den status quo der friedlich lebenden Völker zu verteidigen, real aber aus keinem anderen Grund als dem Aufbau einer militärischen Drohkulisse, wie sie der Politik des Kalten Krieges entspricht.

Darauf wird Russland reagieren müssen, will es nicht geschwächt und in seiner Verteidigungsbereitschaft angezweifelt werden. Jede Reaktion aber wird in diesem System logisch als Aggression Russlands gedeutet, auf die dann noch schärfere Sanktionen folgen, bis an der Intervention nichts mehr vorbei führt und Russland wird nicht warten, bis die NATO einen Plan hat und an ihrer Grenze bis zur Unbesigebarkeit aufgerüstet wurde, solange die Politik der Lügen und der Konfrontation weiter geht.

Seltsam ist, dass Russland wie die Rebellen sich wieder und wieder verhandlungsbereit zeigen, die Rebellen, die sich nicht ohne Grund verfolgt fühlen durften, sogar inzwischen auf ihre frühere Forderung nach einem Staate Neurußland verzichten, sondern nur weitgehende Autonomie fordern, während der Westen, als die Rebellen womöglich mit Unterstützung Russlands wieder siegen, die Situation eskalieren lässt und von einer immer schlimmeren Situation spricht, nachdem bekannt ist, dass NATO Truppen längst auf Seiten der Ukraine kämpfen, die CIA den Aufstand organisiert und angeführt hat, der zum Umsturz führte, Polen die radikalen Kämpfer des Rechten Sektors ausbildete.

Natürlich interessiert MH17 keinen mehr. Dort sind bereits bald 3000 Menschen ohne Flugzeuge gestorben, da stören einige hundert Holländer nicht weiter, vor allem, wenn ihr Tod der NATO Richtung widerspräche. Es ist nichts von all den angeblichen Anklagen geblieben gegen die Rebellen oder Russland zum Abschuss der Maschine, die diese Situation erst bis hierhin haben eskalieren lassen - ein Spiegel Titel, der Putin auf BILD Niveau mit den Gesichtern der Toten direkt anklagte wurde ersetzt durch schlecht geschriebene Propaganda Artikel, denen es völlig an kritischer Betrachtung fehlt und die Fakten nennen, was nur Eindrücke höchstens sind, meist sogar bloß Wertungen.

Es gibt viele Lügen und Drohungen in Zeiten des Krieges. Auch die Aussage des Kremlherrn, er sei in  2 Wochen in Kiew, könnte dazu gezählt werden, darum ist hier eine gehörige Differenzierung nötig, die zeigt, worin sich Putin von Merkel und ihrem Umfeld in Europa unterscheidet.

Ja, Putin könne in 2 Wochen in Kiew sein, vermutlich noch schneller, er könnte die Ukraine auch entvölkern, die Ukrainer vernichten, wie es Timoschenko tatsächlich mit den Russen plante, die blonde Frau taatsächlich mit dem Maschinengewehr abknallen lassen, wie sie es ihm androhte. Kein Zweifel, das könnte er und wer wollte sich darüber wundern. Die Arsenale sind gefüllt. Russland steht seit dem Ende des Kalten Krieges sehr klug nur in wenigen bewaffneten Konflikten wie in Tschetschenien oder Georgien selbst und wenn mit geringerem Aufwand als die USA. Die Pipeline nach China, dem dankbaren Abnehmer russischen Gases wird bereits gebaut, es handelt sich nur noch um Monate vermutlich, bis Russland den Gashahn ohne drohende Verluste nach Europa zudrehen kann.

Deutschland als bestgerüsteter Staat käme in Europa 5 Monate mit den eigenen Vorräten an Erdgas aus, genug einen Winter zu überstehen, scheint es, bei anderen wird es härter und schneller eng. Darum macht sich Europa mit der NATO momentan an Kriegspläne für einen Staat im Konkurs wie die Ukraine, die nie die Rechnung für diesen Einsatz wird zahlen können und provoziert das reiche Russland, gegen das noch keiner gewonnen hat und das allen das Genick brach, wie die Geschichte zeigt. Zuviel Land im Hintergrund, zu stark, zu reich - es mag sich über manches in Russland aus guten Gründen aufgeregt werden, von sibirischen Straflagern bis zu Putins Schwulenpolitik und seiner Annektion der Krim - aber wir wissen genau, es geht nur mit Russland und wenn wir Russland zu einem Verhalten bringen wollen, dann nur über Verträge und partnerschaftliche Vereinbarungen.

Napoleon meinte Russland besiegen zu können, hatte den preußischen König nach Ostpreußen gedrängt und dann kam der Winter 1812 und der Untergang der Grande Armée. Die Folgen sind bekannt - von den rund 610.000 Mand dieser revolutionären in Europa als unschlagbar geltenden Armee erreichten nach Clausewitz, der Zeitzeuge war, nur 23.000 das westliche Ufer der Weichsel, und als er in Russland untergegangen war, konnte sich Europa endlich einigen, um den französischen Imperator zu schlagen und zu vertreiben - erst in der Völkerschlacht zu Leipzig nach der es mehr oder weniger schnell für ihn nach Elba ging und dann als er wieder zuück gekommen war, in Waterloo, woraufhin der Korse nach St. Helena verbannt wurde, um nie wieder zu kommen. Jahre des Wiener Kongresses bei dem kluge Franzosen geschickt verhandelten führten am Ende dazu, dass sich nahezu nichts veränderte in Europa, sehen wir von hunderttausenden von Toten ab. In Krieg und Frieden können wir bis heute wunderbar und voller Gefühl davon lesen.

Hitler machte 130 Jahre später in Stalingrad und bei der Belagerung des heute wieder St. Petersburg, damals noch Leningrad, den gleichen Fehler und es war der Anfang seines Endes, was gut so war aber im Ergebnis aller Verhandlungen völlig entbehrlich und jeder Tote war all dieser Kriege, die nichts an den eben Strukturen in Europa und mit Russland auch Asiens, das den kleinen Kontinent allein um so vieles überragt an Größe und doch soweit entfernt ist an Entwicklung in manchem.

Der kleine unangenehme östereichische Gefreite, der sogenannte Gröfaz, hatte auch gedacht, er könne Russland und Stalin, mit dem er sich zuerst Polen teilte in der Tradition von Friedrich und Maria-Theresia und der großen Katharina, seinen Willen aufzwingen.

Auch ohne Massenvernichtungswaffen blieb es ein Ding der Unmöglichkeit. Ganze Heere blieben im Schlamm stecken oder erfroren für ein von vornherein aussischtloses und überflüssiges Unternehmen. Es ist gut, dass dieser antisemitische Rassist besiegt wurde und sein Geist Deutschland gehörig ausgetrieben wurde. Ein Grauen, er wäre bedächtiger vorgegangen, hätte nach der Teilung Polens, statt der Eröffnung einer zweiten Front, erstmal Appeaement betrieben, sich Europa in Ruhe unterworfen und wäre nicht zur Hassfigur sondern zum noch immer verehrten Ideal geworden.

So etwas kann an Kleinigkeiten hängen und steht oft auf Messersschneide. Betrachten wir die Verehrung, die Hitler etwa unter Teilen der aktuellen ukrainischen Regierung genießt, erstaunt es, wie gelassen manche deutsche Politiker darüber hinwegsehen und damit ein Tabu brechen, das eine gute deutsche Tradition begründete in der totalen Abkehr vom Nationalsozialismus. Die rechten, faschistischen Kräfte der Ukraine waren damals auch Bündnispartner der Deutschen gegen Stalins Russland, unterstützten den Vernichtungsfeldzug der Reichswehr, die, teils im Verbund mit der SS hinter ihr, eroberte, um zu töten und zu vernichten.

Viel schreckliches ist bekannt über die Rache der Roten Armee bei ihrem Einmarsch in Deutschland und es sollte keine Vergewaltigung verharmlost werden, wie es Grass leichtfertig in seiner Blechtrommel tat, der spät berufene SS Mann, der zum Gewissen der Nation mutierte. Noch mehr ist auch noch schrecklicher gemacht worden in der Erinnerung und Polarisierung nach dem Krieg. Die kaukasischen Züge, die Thomas Mann noch der idealisierten Geliebten seines Hans Castorp gab, jenes Castor und Pollux auf der Suche nach dem Leben über den Bergen aus dem Zauberberg, der legendären Clawdia Chauchat, die türenknallend den Raum betrat, um am guten Russentisch Platz zu nehmen, sind im Kalten Krieg im Westen zu einem eher Inbegriff der Angst als des östlichen Ideals von Schönheit geworden und darin spielt mehr die inszenierte Angst in uns eine Rolle als irgendwelche realen Menschen oder Strukturen und wir wurden mit den Ängsten nach je Propagande begossen.

Merkte selbst, wie Schröder, den ich lange als Kanzler und Politiker schätzte, mir unsympathisch wurde, als er die Nähe zu diesem russischen Zaren suchte, der vom KGB kam und diesen noch in der DDR leitete. Eine Figur, der ich misstraute und die mir Angst machte, auch wenn es keinerlei sachlichen Grund dafür gab. War Opfer der fortwirkenden Propaganda, die in mir wurzelte noch aus dem Kalten Krieg, in dem ich groß wurde, ängstlich im Schatten russischer SS20 Raketen, auch wenn gegen Pershing hier demonstrierend. In einer Welt, die ständig das Potential der wechselseitigen Zerstörung potenzierte, was seinen Höhepunkt unter der amerikanischen Präsidentschaft, des ehemaligen Westernhelden Ronald Reagan fand und seinem Krieg der Sterne, der schließlich der UDSSR ökonomisch das Genick brach, wovon sich Russland unter Putin wieder blendend erholte.

Hatte nichts gegen Putin in der Hand, außer, dass er keinen Alkohol trank, außergewöhnlich für einen Russen, aber nach seinem Vorgänger vielleicht gut so, Schwule nicht mochte, was vielleicht auch eine dumme Gewohnheit ist, die sich ändern würde, je näher wir Russland an Europa heranführen würden, die hier lange noch normal war und in Europa erst in den letzten zwanzig Jahren erfolgreich bekämpft wurde. Erinnere mich noch an einen meiner besten Freunde, der es mit 15 bemerkte, aber ewig ganz geheim hielt, weil seine Eltern insebsondere sein Vater, der Bundeswehroffizier, es nicht erfahren sollten - nun, die Eltern haben es dann irgendwann in den 90ern doch geschluckt und alles ging seinen Weg, aber er war noch voller Angst gewesen, wie sich das Verhältnis wohl entwicklelte und umgekehrt als erwartet, fiel es seinem Vater leichter damit umzugehen, als seiner Mutter, verstand sich dieser hervorragend mit seinem Freund, einem hochgebildeten Schotten. In dieser Zeit, Ende der neunziger, in der ein Stück Normalität in die Familie meines Freundes einkehrte, war es in Deutschland noch normal, dass konservative Kräfte dazu aufriefen, Homosexualität therapieren zu lassen - auf Katholikentagen finden sich solch absurde Richtungen, die gegen die eben Natur der Beteiligten gerichtet sind, immer noch. Putin scheint da noch auf einem ähnlich zurückgebliebenen Entwicklungsstand - aber sehen wir davon ab und vergleiche ich mit den real regierenden Oligarchen und Faschisten in Kiew, scheint der tierliebe Supermacho aus dem Kreml eher die harmlose Nummer zu sein, verglichen mit den Intrigen und Lügen, die sich der Westen gerade zusammenstrickt.

So gesehen bin ich sehr dankbar für die Aufklärung, die mir über mich und meine Hörigkeit in dieser durchsichtigen Krise gelang, in der aufgrund von Lügen Drohungen ausgesprochen werden, die eine Situation eskalieren lassen, die nur im Krieg enden kann, an dem dann der zum Bösen stilisierte ja logisch schuld sein muss.

Rekapitulieren wir kurz die Fakten, die augenblicklich sachlich unstrittig sind:

Der Sturz des vorherigen Regimes in der Ukraine erfolgte mit Unterstützung westlicher Geheimdienste und Militärs
Für das vorherige russlandfreundliche Regime wurde ein europafreundliches eingesetzt
Dieser Umsturz ist aus ökonomischen Gründen gewollt gewesen
Es ist dabei bewusst das Risiko einer Konfrontation eingegangen worden
Der Absturz von MH17 kann nicht Russland angelastet werden
Das Eingreifen russischer Truppen wird von der Ukraine behauptet die OECD bestritt Beweise dafür zu haben
Der sich als neutraler Richter aufspielende Westen sanktioniert aufgrund Aussagen
einer Kriegspartei
Die Rebellen wollen weder einen eigenen Staat noch den Anschluss an Russland
Putin sprach im Konjunktiv von seinen militärischen Möglichkeiten
Der Konjunktiv ist eine bloße Möglichkeitsform

Noch könnte es einen Weg zum Frieden geben, wenn den vereinigten Hohlköpfen in den Regierungen Europas endlich jemand die Augen öffnet, damit sie die Einbahnstraße erkennen, auf der sie sich befinden - es gibt keine Wahrheit im Krieg, alle lügen und drohen - es gibt nur einen Weg, der möglichst wenig Schaden anrichtet und den die meisten mit geringstmöglichen Verlust an Gesicht beschreiten können. Dieser Weg wird entweder vor oder nach einer bewaffneten, militärischen Auseinandersetzung beschritten. Wer eine bewaffnete Auseinandersetzung provoziert, damit für einen Krieg mit tausenden Toten Verantwortung trägt aus niederen ökonomischen und billigen strategischen Gründen, der sollte endlich Verantwortung für den Frieden übernehmen.

Stoppen wir diese politische Liga der Verantwortungslosigkeit, sie führt uns leichtfertig in einen Krieg, von Gauck bis Merkel. Da gibt es eine Pflicht und ein Recht zum Widerstand in unserem Grundgesetz, da diese sich bemühen unsere verfassungsmäßige Ordnung zu beseitigen und dem Land leichtfertig Schaden zufügen. Terroristen an der europäischen Idee scheinen heute in Brüssel zu sitzen und angeführt zu werden von einer ehemaligen FDJ Sekretärin, es scheint Zeit, kritisch darüber nachzudenken, wohin Lügen und Drohungen führen, statt einfach weiter zu machen. Merkel ist in manchem eine kluge Strategin, hier ist sie nicht nur auf dem Holzweg, hier treibt sie uns in den Untergang, nach dem, wenn es einer überlebt, da wieder angefangen werden muss, wovon Putin seit Monaten redet, ehrliche Verhandlungen mit einer Opposition, die sich fürchtet und einer Minderheit, die unerwünscht ist im Land. Es ist nicht so schwierig und mit relativ geringen Zugeständnissen lösbar.
jt 2.9.14

Oh Käptn

Nun hat die Nationalmannschaft
Der Weltmeister von 2014
Es schadet nicht es zu wiederholen
Einen neuen Kapitän
Nachdem Lahm lahmte
Und sich zur Ruhe begab
Wurde es sein Freund Basti
Eine gute Wahl
Auf lange Sicht denn gerade
Wie etwa morgen spielt der
Kapitän Schweinsteiger nicht
Wir haben alle lang und viel
Am Bundesjogi genörgelt
Nun ist er Weltmeister
Trauen wir ihm mal
Zur Abwechslung denn
Er macht das schon
Mit oder ohne Führerschein
Es ist natürlich ein Bayer
Denn Dortmund ist gut
Aber eben nicht der FCB
Ob einer ihn mag oder nicht
So hält weiter einer aus dem
Team von Pep die Binde hoch
Keine Überraschung lange schon
Meinung der Mehrheit ohnehin
Hoffen wir der immer Zwist
In der Bundesliga geht nicht
Ins deutsche Team unter seinem
Kapitän Bastian Schweinsteiger
Der erstmal abwartet und das
Ist irgendwie gut so
Geben wir ihm Zeit
jt 2.9.14


Morgenandacht 0101

Friedlich scheint der Morgen noch
Über dem Hinterhof in dem sich
Nichts rührt nahezu aber wie
Gefährlich ist die Täuschung
Das scheinbar nichts Frieden sei
Krieg ist wenn keiner mehr nachdenkt
Wenn die Propaganda über die Vernunft
Den Sieg davon trägt und so gesehen
Sind wir bereits lange im Krieg im Kopf
Folgen immer mehr erlogenen Thesen
Ist die Nachrichtenlage dünn werden
Vermutungen dafür genommen
Journalisten klären vermeintlich auf
Und vertiefen nur die Unkenntnis
Durch nur noch mediale Nebelkerzen
Es wird gewertet wo es Information
Mehr bräuchte wird vorausgesetzt
Wie unterstellt auf gefährlichem Weg
So scheint es eben nur noch Frieden
Längst sind wir im Krieg auch hier
Werden unsere Gedanken auf Kurs
Gebracht statt zu fragen sollen sie
In Reih und Glied marschieren
jt 2.9.14

Nachtgedanken 0022

Dem Regen lauschen wie er
Herbstlich stetig fällt
Im noch späten Sommer
Friedlich tropfende Ruhe
In der das sonst hintergründige
Rauschen der großen Stadt
Völlig verschwindet
Es bleibt nichts als Tropfen
Und ein Fließen in den Rinnen
Vom Dach herab in die Kanäle
Im Untergrund der unsichtbar
Sein eigenes Leben führt
Für sich dabei träumen
Die Nacht zu teilen
Um gemeinsam lauschend
Im Regen einzuschlafen
Wie lange wohl hier noch
Frieden herrscht
Oder ist Herrschaft heute
Immer morgen Krieg
Lauschen wir lieber
Solange wir können
Und träumen es zu teilen
jt 2.9.14

Montag, 1. September 2014

Vergaucktes Gedenken

Der oberste Repräsentant gedachte
In Polen dem Kriegsausbruch heute
Tat wieder was nicht seine Aufgabe
Eigentlich ist als einer der über den
Parteien stehen soll und sich nicht
In die Politik des Alltags mischt
Meinte er müsse Rußland auch
Öffentlich ermahnen als wären Fakten
Was die Kriegskoalition dort treibt
Nicht gerade erst veröffentlicht
Worden und wüssten wir nicht
Längst wer den Konflikt verursacht
Für den er nun Partei ergreift
Mehr sagt und fordert als die
Regierung und damit weit über
Seine Aufgabe hinaus greift
Es ist nicht gut für die Demokratie
Wenn ein neutraler Repräsentant
Partei ergreift wenn besser noch
Vorsichtig der Frieden ausgelotet
Wird und so wird der Herr Pastor
Zu einer schwer erträglichen Last
In schwerer Zeit kein gutes Zeichen
jt 1.9.14

Haderthauer versauert

Lang hat es gedauert bis sie
Nach einem immer höheren Berg
An Skandalen nun doch zurücktrat
Untragbar war sie schon lange
Messen wir es an den Mäßstäben
Der politischen Sauberkeit
Die aber in Bayern nicht so gelten
Wie im Rest des Landes scheinbar
Und so fällt die ewige Verzögerung
Auf den zurück dessen Staatskanzlei
Sie bis heute leitete der wohl wieder
In bayerischer Manier alles aussaß
Bis nicht mal ein Seehofer der ja
Sonst auch allerhand Blödsinn
Politisch verzapfte zum Spott
Der ganzen Republik über Maut
Sich solidarisch lächerlich machte
Unter dem Deckmantel der Sorge
Um Behinderte womöglich noch
Ihren Geschäftspartner betrog
Sehr gut dabei lange verdiente
So fragt sich am Ende nur was
Es braucht um in der CSU Karriere
Bis in höchste Ämter zu machen
jt 1.9.14

Invasionsbeweise

Es gibt keine Beweise für eine Intervention der Russen in den Konflikt um den Flughafen von Luhansk, es wird nur in den Medien so dargestellt, als sei die Äußerung des ukrainischen Ministerpräsidenten, dass die Präzision der Angriffe dafür spreche, dass es so sein müsse, ein tauglicher Beweis für ein Eingreifen der Russen.

Logisch ist es eher das Gegenteil eines Beweises und die Behauptung, weil sie zielsicher und genau schießen, können es nur die Russen sein, weil die Rebellen nie so präzisen angreifen könnten, stellt die Frage danach, wie die ukrainische Regierung und der dortige Geheimdienst sich nach dem Abschuss von MH17 so schnell so sicher sein konnten, die Rebellen, die nicht zielgenau schießen könnten, hätten ein Fkugzeug mit Sicherheit vom Himmel geholt, präzise und zielgenau. Es ist manchmal wichtig, auf die Sprache zu achten, um die Propagandaa zu entlarven.

Im Krieg lügen alle. Darum glaube ich weder den Rebellen noch der ukrainischen Regierung. Spannender ist die Frage, ob wir schon Kriegspartei sind, alles was hier verlautbart wird also genauso unglaubwürdig ist, oder Russland dies schon ist und nur Propagandalügen von sich gibt, wie westlich gern behauptet wird.

Bisher hat sich leider immer wieder herausgestellt, dass der Westen, auch in den Medien log im Chor der Ukraine, im Dienste der USA. Bei Russland fällt so ein klares Urteil bisher schwer. Es gibt Elemente, die deutlich unwahr waren, etwa ob der Beteiligung russischer Soldaten bei der Besetzung der Krim, und es gibt welche, die bisher immer der Wahrheit entsprachen, wie sich, wenn sich die Propagandanebel lichteten, herausstellte.

Es ist, bei aller herrschenden Verwirrung, deutlich, dass Russland kein Interesse hat, in eine kriegerische Auseinandersetzung direkt hineingezogen zu werden, den Osten der Ukraine so im Handstreich zu erobern und zu besetzen, wie es dies auf der Krim tat und was sie jederzeit könnten, wie Putin gerade klarstellte. Unklar bleibt, wie stark die Beteiligung russischer Truppen wie russischer Geheimdienste am Kampf der Russen in der Ukraine ist.

Nach der Lage spricht viel dafür, dass sich Russland angesichts des NATO Aufmarsches direkt an seiner Grenze bemühen wird, Land zu gewinnen und dabei zwar auch im Interesse sich möglicherweiste bedroht sehender Russen in der Ukraine handelt, die von ihrer eigenen Regierung, die dies zumindest bisher für sich in Anspruch nahm, seit Monaten bombadiert und ausgehungert werden, aber es primär um eine strategische Stabilität geht, die angesichts des Aufmarsches im Baltikum militärisch logisch und konsequent ist.

Diese Bedrohungslage, die Russland zum Handeln zwingen wird, baut die NATO gerade aus unter Berufung auf die von Russland ausgehende Aggression gegen die Ukraine. Es ist naiv, anzunehmen, Russland unter Putin würde sich den westlichen Wünschen nach einem völligen Rückzug beugen und der Ukraine die Klärung der kriegerischen Angelegenheit mit den Rebellen selbst überlassen. Es handelt sich um Russen, für die sich das Mutterland Russland verantwortlich fühlt, wie absurd das staatsrechtlich gesehen auch sein mag.

Nach den Geschehnissen, die heute vor 75 Jahren in Polen ihren Lauf nahmen und in einen der größten Vernichtungsfeldzüge der Menschheit je mündete, der erst unter schweren Verlusten von der Roten Armee gestoppt wurde, dem 2. Weltkrieg also und dem Versuch der Vernichtung ganzer Völker durch das Deutsche Reich, die sich beim Zug gen Osten teilweise mit rechten Kräften der Ukraine verbündeten, kann die Position Europas gegenüber Russland und die Versuche deutschsprachiger Medien und Foren Putin mit Hitler gleichzusetzen, wie es deutsche Politiker schon leichtfertig taten, nur darauf hinweisen, dass hier ein neuer Krieg inszeniert wird. Woran sich der Bundespräsident heute leichtsinnig auf der polnischen Gedenkfeier zumm deutschen Überfall anschloss, unnötig Öl ins Feuer goß, kontinentale Diplomatie geht anders.

Es versuchen die Täter von einst, durch Stigmatisierung eines der Opfer als nun Täter, von ihrer Schuld abzulenken, ein psychologisch vielleicht kluger Schachzug, auf den auch viele naive Bürger hereinfielen, die dümmlich nur politische Propaganda widerkäuen, aber zugleich ein neuer Beweis für die perfide Strategie, die hinter der monatelangen westlichen Anstiftung eines Krieges in der Ukraine steht.

Unstrittig, sogar durch konservative amerikanische Think Tanks belegt, ist der Westen unter Führung der USA der Verursacher dieser Krise und ihrer Eskalation bis zu den Schüssen auf dem Maidan, dessen Geschichte nicht mehr aufgearbeitet wird, weil sie nicht in das aktuelle Geschichtsbuch passt, peinliches offenbaren könnte. Darüber muss nun nicht mehr gestritten werden, was ja die Hoffnung geben könnte, es wäre eine Verständigung über die strittigen Punkte möglich.

Ist aber sichtbar nicht, der Westen in demokratischer Pflicht zur Rechtfertigung, leugnet weiter jede Beteiligung am Umsturz oder direkte militärische Unterstützung der Ukraine, in deren Reihen aber bereits mehrfach NATO Soldaten aus Italien und anderen Ländern der NATO nachgewiesen wurden, die auch nicht dem Rebellenkommando unterstehen und verdeckte Sondereinsätze als bewaffnete Truppe durchführen.

Weiterhin ist bekannt wie Polen die Kämpfer des Rechten Sektors ausbildete, die jetzt als Sondereinheiten an der Front im Osten stehen und es mit ihrer dumpfen Gesinnung schon zu mehreren Massakern an Russen brachten. Diese Kämpfer kooperierten von Beginn an und auch nach ihrer Machtegreifung eng mit der CIA, wurden weitergebildet und hatten immer wieder einen regen Informationsaustausch. Der Umsturz in der Ukraine und die Lösung der engen Bindung an Russland war geplant und gewollt.

Angesichts einer auch fraglichen demokratischen Situation in der Ukraine, den Umgang mit der ehemaligen Ministerpräsidentin Timoschenko, sowie die Förderung des russlandfreundlichen Herrschers in Kiew, war die Unterstützung der scheinbar basisdemokratischen Kräfte auf dem Maidan, einer in vieler Hinsicht positiven und europafreundlichen Bewegung, verständlich und fand breite Zustimmung in Europa - bis auf wenige kritische Geister, die schon damals vor dem drohenden Verlust des Gleichgewichtes und dem Geist der faschistischen Kräfte des Rechten Sektors warnten.

Inzwischen stellte sich Timoschenko als eine Fanatikerin im Geiste Hitlers heraus, welche die Vernichtung sämtlicher ukrainischer Russen durch nukleare Mittel für gut hielt und Putin persönlich mit dem Gewehr erschießen wollte. Sicher könnte auf ihre Wut nach der vorigen Behandlung im Gefängnis verwiesen werden, vielleicht an der Zurechnungsfähigkeit der Oligarchin gezweifelt werden, die selbst Milliardärin beim Umbau ihres Staates wurde. Doch nehme ich lieber jeden ernst und beim Wort bis zum Beweis des Gegenteils.

Kaum war dies offenbar geworden und damit ihre Bewegung bloßgestellt und geschwächt, ihre Kandidatur bei den Wahlen relativ hoffnungslos, kehrte sich die Aufklärung in die Kampagne um, die Putin versuchte, mit Hitler gleichzusetzen, was eine strategische Umkehrung wäre, für die es, wie bei aller Propaganda, keinerlei Beweise gibt, die aber ihre Wirkung in den Köpfen der Menschen nicht verfehlt. Es wurde langsam subcutan der Krieg vorbereitet und inszeniert über die Angst vor Hitler. Schäuble brachte den gefährlichen Vergleich wörtlich vor Schülern und sorgte geschickt für seine skandalisierte Verbreitung, die Kanzlerin raunte es eher, ohne es zu benennen und schaffte damit eine geisterhafte Angst vor einem, der nicht von dieser Welt wäre.

Dazu kam, dass ein ehemaliger KGB Offizier, ein Mann des feindlichen Geheimdienstes des Kalten Krieges also, den Menschen sehr leicht Angst machte. Einer der nicht trinkt, asketisch lebt und ein Männerideal lebt, wie es hier seit dem Tod des Macho unter dem Übergewicht des Feminismus nicht mehr wirklich en Vogue ist, wo sich Mann als Muster-Papi und Soft-Macho um stetes Verständnis bemüht und sich wundert warum soviele Frauen wortlos verschwinden, aber egal, das wäre eine andere Geschichte. Putin hat sich gerade getrennt, Details, wer ging, sind nicht bekannt, im übrigen auch egal - es verwalten Menschen nur Ämter und die Persönlichkeit und ihr Privatleben haben dabei nichts verloren, wer im Dreck wühlt hat hinterher meist schwarze Fingernägel zumindest und wer es nötig hat, offenbart mehr über sich, als zur Sache beigetragen wird, will sagen der Schmuddel der Regenbogenpresse hat im ernsthaften politischen Diskurs nichts verloren und Politiker, die mit ihm flirten scheitern zu recht, wie an ex Präsident Wulff zu sehen war und der Dreck blieb kleben.

So ist das leider auch mit dem Dreck der Propaganda, die ausgebreitet wird, um das Volk  zum Krieg zu motivieren. Ob die Anektion der Krim sinnvoll, logisch, verständlich, unausweichlich oder was noch alles war, interessierte keinen mehr - diese Politik wurde der Hiltlers gleichgesetzt, damit war der Russe ein Massenmörder, der Inbegriff des Schreckens, gegen den mit jedem Mittel gekämpft werden musste - warum dennoch, diesem tödlichen Vergleich folgend, noch verhandelt wurde, die Geschäfte soweit möglich weiter geführt werden, könnte auf eine gewisse Inkonsequenz zwischen Wort und Tat hindeuten.

Wer einen mit Hitler vergleicht, der darf kein Appeasement dulden und der muss zur Waffe greifen, um eine Situation wie 33-45 zu verhindern und insbesondere von 40-45. Warum diese lauten Drohungen, diese gefährlichen Vergleiche, denen immer im nächsten Halbsatz hinterher geschickt wird, wir wollten aber keinen Krieg und es ginge nur darum Russland zur Räson zu bringen, dass in seinem hitlerschen Expansionismus gebremst werden müsse. Das Münchner Abkommen in dem ein Chamberlain und andere noch von Hitler zum Narren gehalten wurden, um Böhmen friedlich in sein Reich zu integrieren, sollte denen, die Vergleiche ziehen eine Mahnung sein.

Jeder der aufmerksam war, konnte über Hitlers Pläne lesen, es stand alles in Mein Kampf so, wie es kam, wer nur ein wenig die rechten Gruppierungen, die sich scheinbar basisdemokratisch in der Ukraine an die Macht putschten, beobachtet und las, was sie schrieben, konnte lesen, was kommen würde und wie sie den Krieg riskieren werden, um ihre Position nahe der Macht zu halten, ihren kranken Kampf für Volk und Vaterland zu kämpfen. Der historische Vergleich hinkt, wie alle Übertragungen und es fehlt auf der einen wie auf der anderen Seite die charismatische Führungsfigur, der das Volk blind folgt, wie es die Deutschen viel zu lange taten, geblendet von der Lüge der Schande von Versailles, die sich selber eingebrockt hatten, aus der sie bis heute nichts gelernt haben, wie sich gerade wieder zeigt.

Die Mehrheit der Bevölkerung in der Ukraine ist friedlich gesinnt, wollte einen bestechlichen und korrupten Politiker los werden, der ihr Land an Moskau verkaufte, wie sie meinten und ging dafür auf die Straße oder dort eben den Platz, den berühmten Maidan und erreichte den Sturz, scheinbar, den Sturz erreichte die CIA und andere westliche Geheimdienste im Verbund, um eine neue Regierung aus Oligarchen einzusetzen. Vom Maidan ist nichts geblieben und die einzigen, die blieben und in Ämter kamen, waren die Kräfte des Rechten Sektors, die weit überproportional zu ihrem Rückhalt in der Bevölkerung mit Macht versehen wurde, sogar im Zentrum der Macht, den Geheimdiensten und dem Innenministerium.

All dies sagt nichts über die reale militärische Lage im Osten der Ukraine und wie sehr Moskau nun interveniert und unterstützt. Aber es erklärt den Kontext ein wenig in dem Moskau auf einen aggressiven Expansionskurs der USA in ihrem Hinterhof reagieren. Die Ukraine ist Schuldner Moskaus. Kann ihre Gasrechnung für den Winter nicht bezahlen, die Bürger drohen zu erfrieren. Dann bekommen sie von der sparsamsten Kanzlerin der Welt eine zumindiest Bürgschaftsausfallerklärung, auf dem Markt fast so wertvoll wie ein eigener Kredit mit persönlicher Bürgschaft in Höhe von 500 Millionen Euro und beschließen sogleich, statt als Signal des Friedens, zumindiest einen Teil ihrer Schulden bei Russland zu begleichen, dies Geld und noch mal eine Milliarde in die Rüstung zu stecken, um den Krieg zu gewinnen, Frieden zu erzwingen, wie es genannt wird.

Eine asoziale und rücksichtslose Politik bei der davon auszugehen ist, dass die deutsche Bürgschaft nur die Einkäufe bei deutschen Firmen sichert, in die eigene Tasche wirtschaftet und den Krieg fortsetzen will. Fragt nun einer, was ich als großer Nachbar und Hauptgläubiger von einem Staat halten soll, der seine Schulden bei mir nicht bezahlen will, sich einen Krieg, den er sich nicht leisten kann, von der NATO finanzieren lassen möchte, ihnen dafür massenahft Aufmarschgebiet direkt an der russischen Grenze bietet, aber nichts tut, seine Schulden zu zahlen, noch seine Zukunft zu sichern und an schnelles Kapital nur durch den übereilten Ausverkauf an die üblichen Kandidaten unter den amerikanischen Konzernen wie Monsanto & Co kommen möchte?

Keiner fragt es die Russen und keiner im Westen fragt, wo das hinführen soll - es fehlt jede Strategie mit einer irgendwie langfristigen Lösung, die ein Miteinander in Zukunft ermöglicht, dabei sind die Dinge für jeden, der einfach auf die nüchternen Fakten schaut relativ offensichtlich;

Die Ukraine ist hoch bei Russland verschuldet, hat keine Perspektive und führt einen Krieg, den sie sich nicht leisten kann im eigenen Land, der nur insgesamt höchstens 9% der Fläche überhaupt beträfen. Es ist ökonomisch nicht unwichtig, aber der Aufwand der Verteidigung übersteigt schon bei weiten die Aussichten auf Gewinn aus den möglicherweise autonomen Gebieten. Rechtzeitige Verhandlungen und eine vernünftige Position der Ukraine hätten diese Eskalation vollständig verhindert. Wohin soll ein Krieg führen, bei dem der Hauptgläubiger vom völlig aussichtslosen Schuldner täglich provoziert wird?

Welchen Grund hätte Russland über die eigene Beteiligung am Krieg zu lügen, welchen hätte die Ukraine und wer hat welchen Spielraum zu handeln?

Es ist gut in einem Bündnis solidarisch zu sein und füreinander einzustehen, damit in der Not auch Hilfe da ist, wo sie gebraucht wird. Dazu sollten Bündnisse gemeinsam langfristige, globale Strategien entwickeln, die ihre Interessen sichern, die natürlich zuerst ökonomischer Natur sind und sodann auch noch die jeweiligen Werte tangieren.

Kann irgendwer momentan eine Strategie der NATO erkennen oder der EU wie die globalen Verhältnisse geregelt werden sollen und wohin dieser Krieg führen soll?

Nichts, aber auch gar nichts ist zu Ende gedacht, weder in der Ukraine noch im Irak, wo wir nun Waffen an die Kurden liefern, ohne zu wissen, wo das endet, ob wir vielleicht in wenigen Monaten schon den NATO Partner Türkei mit deutschen Waffen gegen deutsche Waffen in kurdischer Hand verteidigen müssen, weil der eine Verbündete half, den anderen zu beseitigen, oder rüsten wir dann einfach wieder ISIS auf, damit sie sich gegenseitig in Schach halten?

Es wird geschossen und geliefert ohne jeden Plan, wie es werden soll, angeblich, um zu retten, was zu retten ist - aber es geht in globaler Politik nie um einzelne Menschenleben, das ist nicht ihre Aufgabe, so wird sie nur von Schwätzern missbraucht, die das System der Interessen und ihrer Kooperation nicht verstanden haben. Wer global nicht nur Chaos stiften will, wie die USA unter der Cowboy Bush Regierung und weiterhin auch unter Obama etwa in der Ukraine braucht einen Plan, der die Interessen ausgleicht und berücksichtigt und Dämonisierung vermeidet.

Das Volk in Europa lässt sich immer mehr in den Krieg hetzen und folgt den Anweisungen der Regie der Postdemokraten, die nur in eine Richtung weisen und dies immer mehr hier wie dort. Kritisches Denken wird immer seltener, dafür Feindbilder errichtet, hinter denen wir uns verkriechen, um blind zu schimpfen. Es scheint als stünde die Situation auf Messers Schneide für einen Krieg den vorgeblich keiner will, der völlig unsinnig ist, weil er zu keinem Ergebnis führen kann als der Einigung nach vorherigem Abschlachten, dass alles vernünftig geregelt werden muss und jede Region ihr Recht auf Autonomie so wahrnehmen darf, wie es den jeweiligen territorialen Interessen entspricht. Die Ukraine wird ihre Schulden bezahlen müssen und entweder sie begibt sich nach diesem Krieg völlig in die Hand ihrer Gläubiger, wird also amerikanische oder russische Kolonie oder sie wird Gegenstand der Gnade, für die es aber bisher keinen ökonomischen Grund gibt - das bisschen Fracking im Osten, der vermutlich nicht ukrainsich bleibt, lohnt nichts und wird nicht genügen über den nächsten Winter zu kommen.

Nationalstaaten sind im Schatten global agierender Wirtschaft nur noch ein entzündeter Appendix, der Wurmfortsatz der Erde und wir sollten weniger scheu sein, ihn  abzuschneiden, wo er sich entzündet - einen Krieg oder einen Toten ist dieser Unsinn nicht mehr wert und es ist nicht im Interesse der Bürger für ihre Staaten in Kriegen zu sterben, die zu keinem Ziel führen können, als der Verteidigung eines Status Quo, der nicht überlebensfähig ist.

Glaubt ernsthaft wer, die westliche Welt würde einen Feldzug gegen Moskau starten, um die Ukraine zu retten und dabei alles riskieren, wenn sie bewusst handelte und strategisch?

Nie täte sie das - die Ukraine hat keinen Wert für sie und es sind keine Werte gefährdet, ob dieser korrupte Oligarchenstaat von Moskau oder Washington aus subventioniert wird, nur damit die NATO ihr Aufmarschgebiet 1000km nach Osten verlegen kann - viel Lärm um nichts, scheint es und bald 3000 Leichen für nichts - dieser Krieg kennt keine Sieger, es gibt nur Verlierer und Tote und die Ukraine verliert und unterwirft sich oder versklavt sich an die neuen Kreditgeber, die den Krieg dann subventionieren, was aber nur dann sinnvoll ist, wenn die investierten Gelder zurückfließen.

Egal wie, es ist nicht lohnend in die ukrainische Rüstung zu investieren, auch wenn unsere Bürgschaften die Zahlung an deutsche Firmen sichern. Die Ukraine hat nur eine Perspektive, wenn sie mit beiden Seiten eine friedliche Einigung findet. Auch wenn der durchsichtige Versuch von EU und NATO die einseitig westliche Bindung zu forcieren, zunächst erfolreich schien, langfristig kann dies nur schief gehen, da es keine Perspektive der Entwicklung gibt, Russland ab einem bestimmten Zeitpunkt den Krieg für seine Interessen offen führen wird und der Westen nichts dagegen wird tun können, außer sich mit Rußland zu einigen und zu verbünden, um den Schuldenfall Ukraine unter sich aufzuteilen.

Keiner braucht die Ukraine, sowenig wie Polen, Deutschland oder Lichtenstein. Es gibt sie und Ziel strategischer Politik kann nur sein mit dieser Situation sinnvoll umzugehen, sie ist kein Wert an sich, den zu verteidigen irgendein europäisches oder globales Interesse wäre. Es gibt ein Selbstbestimmungsrecht der Völker nach den UN, aber da wird es schon schnell sehr kompliziert in multiethnischen Staaten, die lange in größeren Verbünden integriert, erst spät eine nationale Identität meinen entwickeln zu müssen - als Deutsche, die bei diesen Versuchen oft verunglückten, können wir ein Lied davon singen und sollten gelernt haben, wie Krisen langfristig zu lösen sind. Und was tut unsere Regierung?

Lässt sich in eine Krise locken, die den großen Nachbarn ärgert, an dem unsere Energieversorgung zu über 30% hängt, ohne Perspektive auf Ersatz, versaut sich wichtige Aufträge, lässt die Wirtschaft schrumpfen, für Prinzipien, deren Wert nur auf einer Inszenierung beruht, denn wie festgestellt, haben die westlichen Staaten diese Krise selbst inszeniert und führen bis jetzt massiv Regie mit dem sichtbaren Erfolg.

Putin handelt, wenn er handelt, sehr schnell, kühl, strategisch und bestens vorbereitet. Die Chaostruppe im Westen ohne Strategie oder Ziel, hat dem nichts entgegen zu setzen - wollen wir das nächste mal mit deutschen Soldaten drohen, gegen Russland?

Deutsche Jugend in den Krieg schicken um Kiewer Oligarchen und Faschisten zu verteidigen?

Die Jugend Europas vom Maidan, ist in dieser Regierung nicht zu finden und die Wahl nun mitten noch im Krieg dient nur der Stabilisierung der Verhältnisse, nicht der Lösung des Konfliktes oder dem Aufbau einer Perspektive.

Es ist an dieser Stelle relativ egal, ob Russland mit Panzern oder Soldaten in der Ukraine agiert - wie Putin nun angeblich aber immerhin bestätigt, gegenüber Baroso geäußert haben soll, sein russische Truppen innerhalb von einer Woche in Kiew, wenn er das wolle und darauf kommt es an - eine Chance auf Frieden gibt es nur mit Putin und in Verhandlungen, diese ständigen Drohungen und diese dumme Schleife der Eskalation kennt keinen sinnvollen Ausgang, wer kann sie wollen?

Macht macht und regiert und wird sich nicht von Ohnmacht auf der Nase herumtanzen lassen. Es wird um Geld und Gas gehen und es gibt nur eine Chance es mit Russland am Verhandlungstisch zu lösen. Wer meint mit Sanktionen und autoritärer Elternpolitik weiter zu kommen, wird sich nicht wundern, wenn die Reaktionen kindisch scheinen oder trotzig, sie entsprechen nur seinem Horizont. Es geht nicht um Humanismus und Idealismus, es geht um strategische Vormacht und wenn dieser Kampf unblutig entschieden wird, weil die Europäer es doch noch schaffen, Russland zurück an den Tisch zu holen, von dem sie es eben erst verscheuchten, ist viel erreicht.

Mehr ist nicht mehr möglich und Verhandlungen sollten vom status quo ausgehen, die Geschichte lässt sich nur im Geist zurückdrehen. Wer Frieden will, sollte vernünfitg verhandeln mit einem Partner Russland über die Ukraine und nicht mit der Ukraine am Tisch über den Umgang mit Russland, was die Gewichte und die Situation verkennt und nur im Chaos enden kann. Gerne die EU um die Ukraine erweitern, aber nur mit Russland und im Bündnis mit ihm, wodurch die EU endlich eine Stimme gegen die USA hätte, auch für ihre Interessen zu kämpfen.

Es ist völlig gleichgültig, ob russische Soldaten direkt oder im Urlaub oder mit Billigung des Kreml dort sind, solange es keine andere Strategie gibt und es ist keine ersichtlich, sollten wir die Backen nicht so dick aufblasen und uns lieber entspannen. Letztlich wird entscheiden, wo, wer die besten Geschäfte machen kann und nicht wer mit welchen Sanktionen wie droht, die beiden schaden, keinen Erfolg bringen können, sondern die Situation noch verfahrener machen.

Putin hat völlig Recht und es ist gut, dass er es sagt, er ist in einer Woche in Kiew, wenn er will und richtet sich die Ukraine so ein, wie es ihm gefällt, mit passendem Regime. Wer das verhindern will und eine Partnerschaft will, sollte nicht ständig anklagen und hyperventilieren sondern endlich verhandeln und da Frau Merkel scheinbar eine Allergie gegen Herrn Putin hat, ihn für nicht mehr zurechnungsfähig hält, ist sie sicher nicht geeignet dafür, schade eigentlich, Deutschland hätte zum ersten mal in der Geschichte seit 500 Jahren global eine vernünfitge friedensstiftende Rolle wieder spielen können. Ob da wer über seinen Schatten springt?
jt 1.9.14

Angekommen

Wir waren beieinander angekommen
Dachten wir für neuneinhalb Jahre
Bis wir unsere Liebe verloren
Aus vielen Gründen die keiner
Besser kennt als wir die es doch nie
Verstanden und uns um sie schlugen
Statt sie miteinander zu suchen
So fanden wir nichts mehr
Und hatten doch noch eigentlich
Das schönste Produkt des einmal
Angekommen sein bei uns
Um das wir uns balgten als können
Kinder geteilt oder allein sein je
Doch schafften wir es dann
Als wir sahen wie schön war
Was blieb dies wieder liebevoll
Zu gönnen ohne es zu zerteilen
Und so wurde die Erinnerung
An die Liebe im Ankommen
Aus der unser Kind wurde
Zu einem lebenden Band
In der Bibliothek der Lieben
Schön damit in Achtung
Miteinander zu leben
Um ihret wie unseretwegen
jt 1.9.14

Demokratiesieg

Sachsen hat endlich die NPD
Abgewählt wenn auch denkbar
Knapp scheiterten die Feinde
Demokratie mit ihrem üblen
Rassistischen Gedankengut
Um 500 Stimmen an der
5% Hürde und wie gut ist sie
Wo sie das Parlament von
Seinen Feinden befreite
Viel gäbe es zu klagen
Über das wie dieser Wahlen
Die Stärke der Populisten
Am rechten Rand die gegen
Europa agitieren und Vorurteile
Dumpf schüren wie wenig
Dafür etwas mit liberalen Ideen
Noch anfangen und lieber dafür
Den Rattenfängern in ihren Sumpf
Folgen in dem sie dunkel hängen
Doch wie gut ist es wenn diese
Zumindest ein Übel verhinderten
Womit die Demokratie gestärkt
Von sich aus was im Vergleich
In Europa ein gutes Zeichen ist
Freuen wir uns daran trotz aller
Begründeten Zweifel an der
Real existierenden Postdemokratie
jt 1.9.14

Lustklang

Wie klingt die Lust
Wann können wir sie hören
Zwischen den Tönen eher
Oder ist sie ein Klang ganz
Eigener Art wenn wir nicht
Mehr reden nur noch eben
Stöhnen vor Glück endlich
Ineinander verschlungen
Uns nur noch in der Fülle
Des Wohllauts ergehen
In Lauten ohne Worte
Der Sprache die wir alle
Woher wir auch kommen
Verstehen ist sie Musik
Die sich im Klang des
Miteinander erfüllt mit
Lauter Lust nichts mehr
Braucht als sich oder
Hat sie ihre höchste
Vollkommenheit erst
In der Stille danach
Übertrifft sich gleichsam
Jenseits der Stille
Im nur noch Wissen
Umeinander und was
Sollen dann diese Worte
Um das unsagbare wo
Wir uns doch nur nach
Dem Zusammenklang
Sehnen um zur Stille
Schließlich zu kommen
In der wir ankommen
Weiß es nicht warum
Es nun Zeit ist dazu
Auch zu schweigen
jt 1.9.14

Sonntag, 31. August 2014

Ein Traum von Liebe

Ein Traum von Liebe ist es wohl
Der uns treibt und suchen lässt
Um irgendwann einfach noch
Miteinander anzukommen auch
Wenn keiner zu sagen weiß
Was dies sein könnte ist es
So präsent als sei dieser
Doch nur Traum längst die
Wirklichkeit für die wir leben
Um sich in Worten zu finden
Über die Worte hinaus noch
Nur zu träumen auch wenn
Noch keiner weiß was ist
Überhaupt die Wirklichkeit
Wie wirklich ist sie wem
Sich in dieser Verwirrung
Dann dennoch unsinnig
Sicher zu sein in dem nur
Traum von Liebe der doch
Eigentlich nichts ist als eine
Noch formlose Idee an die
Wir uns innig klammern
Um uns enttäuschen zu lassen
In der leichtsinnigen Hoffnung
Träume würden Wirklichlkeit
jt 31.8.14

Neurusslandperspektive

Putin scheint dem Westen immer
Rätselhafter in seinen Äußerungen
Dabei sagt er eigentlich immer nur
Das gleiche und wenig überraschendes
Arbeitet konsequent an der Stärkung
Russlands und folgt dabei sichtbar
Einer Strategie die bisher nur reagiert
Wo sie nicht wie auf der Krim schlicht
Fakten schuf und wird sicher nicht
Die militärische Auseinandersetzung
Scheuen wo er Russland gefährdet sieht
Das konnte jeder vorher wissen
Der sich mit Putin beschäftigte
Seltsam nur geben sich alle überrascht
Sofern die EU nicht auf den Kurs der USA
Konsequent eingeschwenkt wäre mit der
NATO Russland direkt Grenzen zeigt
Autoritär die von ihm geförderte Regierung
Unterstützte sondern mit Russland noch
Einen Weg gegangen wäre hätte es
Eine friedliche Lösung geben können
All dies geschieht offiziell ohne Strategie
Der Westen hat angeblich keinen Plan
Sondern reagiert mit vielen Stimmen
Uneinheitlich autoritär unglaubwürdig
Wer glaubte Russland würde sich
Vom Westen bestrafen lassen
Handelt politisch naiv wie leichtsinnig
Die Äußerung zu einer nun Anerkennung
Neurußlands und das Angebot endlich
Eine friedliche Lösung zu suchen
Könnte die letzte Möglichkeit sein
Noch einen Krieg zu vermeiden
Sie nun in üblicher Propaganda
Leichtferitg auszuschlagen ist sehr
Gefährlich und es fragt sich wer
Hier auf Krieg setzt und wer Frieden
Sucht im letzten Moment
jt 31.8.14

Versachsene Wahl

Die Sachsen haben gewählt
Wie zu erwarten war den
König im Amt bestätigt der
Weiß nicht warum mich immer
An einen Politbüro Funktionär
Erinnert und konservativ ist
Ansonsten kommen die Kräfte
Links der Mitte alle addiert
Zusammen auf weniger Stimmen
Als die CDU alleine schon hat
Daneben noch AfD und NPD
Die FDP stirbt weiter ohne eine
Perspektive oder Strategie
Wie der Westen beim Zug
In den Krieg auf der Welt
Was liberal heute ist weiß keiner
Sachsen ist es sicher nicht
Auch wenn es sie bräuchte
Gewinnen Populisten zusammen
Mehr als die SPD alleine
Kein guter Tag für die Demokratie
Aber Sachsen halt da ändert sich
Ohnehin nichts bis der König stirbt
Und der nächste König kommt
So ist Sachsen das Bayern
Des Osten mit nur mehr
Wählern die Populisten glauben
Woran immer das lag
jt 31.8.14

Mr. Cool

Mr. Cool im Weißen Haus hat keine Angst
Das kriegen wir schon hin meinte er
Nicht dass er jetzt einen Plan hätte
Was er ganz offen sagt aber so ist
Eben Amerika planlos aber entschlossen
Zeigt es der Welt wer der Chef ist
Wo es lang geht und die Welt sei
Eben komplizierter geworden
Darum würde sich nun ein wenig
Aufgeregt und wem zu heiß ist
Der möge sich doch bitte mal
Einen Eimer Eiswürfel überkippen
Ändert zwar auch nichts
Bringt auch keinen Plan
Noch eine Strategie
Aber ist eine gute Show
Darauf kommt es ja an
Wenn das Volk in der
Mediokratie in den Krieg zieht
So bombt Amerika im Irak
Spielt Krieg in Syrien
Provoziert Russland immer mehr
Alles planlos aber irgendwie gilt
Das kriegen wir schon hin
Wer nebenbei stirbt
Tut uns leid
Shit happens
jt 31.8.14

Invasionsbilder

Die Rhetorik wird schärfer
Der Westen sagt nicht nur
Der Putin der ist böse ach
Inzwischen greift er direkt an
Darum haben wir jetzt sogleich
Rattenscharfe Bilder davon
Die in den Nebel unserer
Vorstellungen tauchen um
Uns auf Kurs zu bringen
Nur nicht zuviel fragen
Damit nicht zu deutlich wird
Wie planlos all dies noch ist
So steuern die ständig drohenden
Schlafwandler auf Kurs Richtung Krieg
Den sie behaupten nicht zu wollen
Für den sie weder einen Plan
Noch eine Strategie haben
Was meist tödlich endet
In der Politik wie an ihrem Ende
Wenn also der Krieg anfängt
Traut keinen Bildern die alle lügen
Prüft vernünftig was wer tut
Mit welcher Motivation
Was zu beweisen ist
Wo nur Propaganda vorliegt
Verlasst euch nicht auf Medien
Denkt selber weiter
Im Krieg wird nur noch geschossen
Dann hat das Denken ein Ende
jt 31.8.14

Kinderstimmen

Am Morgen Kinderstimmen im Hof
Hören und wissen wie glücklich
Sie noch sein können wie aber
Auch unglücklich zugleich
Mehr über Dinge die unverständlich
Erwachsenen scheinen die nur noch
Erwachsen sind statt Kind
Als gäbe es ein Anstatt
Überhaupt im Leben das doch nur ist
Alternativlos sozusagen sonst nichts
Dann schauert es wieder
Als ginge die Welt unter
Ob wer kein Kind mehr ist
Niemandes Kind mehr sein darf
Erwachsen wird oder nur wer
Vergisst wie groß Gefühle sind
Und wo dazwischen das Glück
Sich versteckt hat was die Kinder
Von dem sie machen noch trennt
Was den Übergang so schwer macht
Und ohne zu wissen wie dann
Machen und haben wir plötzlich
Und während der Regen fällt
Auf die große Stadt am Sonntag
Ist es ganz ruhig geworden
Nur der Regen noch zu hören
Es wird Herbst
jt 31.8.14

Nacht Regen Lust

Dreiklang der Harmonie
Jenseits der Stille
Tropft es nur noch
Während wir bloß
Schläfrig lauschen
Was danach kommt
Geben wir uns lustvoll
In außen feuchter Höhle
Innen feuchten Träumen
Fließende hin bis sich
Innen und außen
Faktoren gleichen
jt 31.8.14

EU-Verschönerung

Die EU hat eine neue Führung
Sich endlich geeinigt und damit
Köpfe an ihrer Spitze die eine
Identifikation ermöglichen
Zumindest theoretisch
Ein Pole als Ratspräsident
Ein Luxemburger als Präsident
Der Kommission im ganzen
Womit die Illusion einer Wahl
Überflüssig gewahrt wurde
Eine Italienerin nach außen
Jung und schön präsentiert sie
Europa in der Welt und ist
Damit eine ideale Besetzung
Nach ihrer englischen Vorgängerin
Auf Inhalte kommt es nicht an
Die verhandeln die Regierungen
In den je Räten die dann von
Der Kommission verwaltet werden
Es wird sich nicht viel ändern
Sie müssen die gleichen Staaten
Mit derselben Politik repräsentieren
Aber es sieht zumindest nun
Nach außenhin besser aus
Was doch schöner ist
Für Europa irgendwie
Mehr fällt mir zum Kuhhandel
Auch nicht mehr ein
jt 31.8.14

Samstag, 30. August 2014

Bayern auf Schalke

Die Bayern schalten auf Schalke
Nach freiem Willen und führen
Schnell verdient und vergeben
Noch einige Chancen bis die
Gastgeber zum ersten mal vor
Das Tor der Bayern kommen
Meist vorher ins Abseits
Dann einmal Richtung Tor
Ohne Folgen und die Debatte
Nach einem Foul wird noch
Gerade beigelegt es geht
Noch ein wenig hin und her
Dann bringt Bayern die Führung
Gut in die Pause auch wenn
Neuer noch einmal sehr weit
Draußen verteidigt und fast
Etwas riskiert hätte wäre nicht
Der überall Alaba da

Nach der Pause bauen Bayern
Wieder ruhig auf ohne das viel
Passierte nur Neuer verteidigt
Wieder riskant weit vorne
Mit dem Kopf zu Schalke
Aber es geht noch gerade gut
Dann Chance für Schalke
Die Neuer noch gut pariert
Überraschend trifft dann
Schalke zum 1:1 was aus
Sicht der Bayern wegen eines
Handspiel nicht zählen darf
Nun ist es wieder spannend
Der neue Alonso wird nun
Mit Krämpfen für Hjølberg
Ausgewechselt der sich gleich
Ins Spiel stürzt ohne viel
Zu bewirken in vier Minuten
Nachspielzeit müht sich Bayern
Kämpferisch aber ohne Folgen
Und das Spiel endet 1:1
jt 30.8.14

Im Krieg

Lange wurde sie herbeigeredet
Die große Eskalation im Osten
Nun scheint sie da und wieder
Nennt der Westen eher Krieg
Was der Osten noch leugnet
Woran wir sehen wie absurd
Der Vergleich mit Hitler ist
Wie gefährlich das Spiel
Mit der Angst in Europa
Zu dem Medien im Einklang
Nun noch mehr singen es nun
Immer lauter wird der Chor
Der den Krieg herbeischreit
Kurz bevor die Ergebnisse
Der Ermittlungen veröffentlicht
Zu MH17 will die NATO noch
Schnell wieder den Kalten Krieg
Herbeischreien damit keiner
Bemerkt wie unnötig er ist
Noch den Osten aufrüsten
Um Russland zu bedrohen
Vergessen wir nicht was längst
Unstrittig war eskaliert hat
Die Krise in der Ukraine
Durch Fahrlässigkeit der Westen
Wer nun nach noch mehr Waffen
Schreit und damit die Eskalation
Noch beschleunigt sollte wissen
Welche Gefahr droht und wohin
Der Weg führen könnte was bisher
Keiner der Köpfe Europas wirklich
Zu realisieren scheint es ist darum
Zeit innezuhalten und einen Plan zu
Entwickeln der weiter reicht als nur
Drohungen ohne Folgen um sich
Klar zu werden wie Partnerschaft
Für den Frieden aussieht momentan
Regieren die Falken mit einem
Dummen leichtsinnigen Spiel
Das zu einem Krieg führt den
Keiner wollen kann bei Vernunft
Darum jetzt innehalten und lieber
Einen Plan für den Frieden entwickeln
Statt weiter zu eskalieren wie just
jt 30.8.14

Formlos schön

Wie muss die sein die ich will
Damit ich sie vor allen begehre
Mehr als jede andere vor allem
Auf Dauer damit sie mich nicht
Langweilt irgendwann wie die
112 davor und ehrlich gesagt
Ich weiß es nicht wirklich
Habe keine Ahnung worauf
Es mir wirklich ankommt
Ist natürlich eine Gefühlssache
Aber es geht doch auch um
Ein ästhetisches Maß welche
Wohl mein Topmodell wäre
Oder gerade die die es nie wäre
Genau deshalb und ach was
Weiß ich schon noch jetzt
Gerade erzählte mir meine alte Liebe
Sie hätte deutlich zugenommen
Und ich dachte nur wie schön
Mehr von ihr wäre mehr vom Glück
Welcher Typ muss ich sein
Um von der begehrt zu werden
Die noch immer mein Ideal wäre
Oder ist eine die nicht mich will
Überhaupt einen Gedanken wert
Und wieder gilt ich weiß es nicht
Laviere dazwischen und weiß genau
Wenn es stimmt dann passt es
Sonst ist es egal ist doch logisch
Habe keinen Typ mehr spüre nur
Was meiner ist und frage mich
Wie oft wir uns so belügen jeden Tag
Statt zu lieben wo möglich
Aber was weiß ich schon
Nichts von der Liebe wohl
Weniger noch von den Frauen
jt 30.8.14

Eskalationsinszenierung

Provokationen nehmen ihren Lauf
Einer erniedrigt den anderen
Deutschland nennt es Invasion
Polen spricht von Krieg
Diese treuen Diener der USA
Ist wirklich Putin wahnsinnig
Oder kalkuliert er nüchtern
Tut was notwendig während
Der Westen verbal entgleist
Ohne den Hauch einer Perspektive
Oder die Idee von Entschlossenheit
Eine immer drohendere Kulisse baut
Polen dem Minister den Überflug
Mal eben verweigerte und noch
Wissen wir nichts von MH17
Während der Termin nahe rückt
Wird ein Krieg provoziert
Den angeblich keiner will
Über die militärische Ausbildung
Ukrainischer Faschisten in Polen
Finanziert von der NATO spricht
Auch keiner mehr da muss doch
Ein wenig Theater genügen
Russland zum Räuber zu machen
Finde weniger das Appeasement
Derzeit gefährlich als den Versuch
Krieg zu inszenieren
jt 30.8.14

Goethe als Deutscher

“Zur Nation euch zu bilden, ihr hofft es, Deutsche, vergebens. Bildet lieber freier zu Menschen euch aus.”
JWG

So schrieb und meinte voll innerer Distanz der vielleicht deutscheste aller Schriftsteller, der Frankfurter und Weimarer, also Hesse und Thüringer, der auch gerne Römer war und Straßburg sehr liebte, sehen wir von seinem Studium und dem gen Seesenheim verlorenen Herz ab, was, als er dann sein Herz, als Referendar quasi am Reichskammergericht zu Wetzlar weilend, noch schmerzvoller an Lotte verlor oder jene, die im Werther Lotte wurde, sich noch ein wenig relativierte. Einer, der durch die Beschreibung der Liebe und ihrer Leidenschaft, die bis in den Tod führte, berühmt wurde, dessen Seesenheimer Lieder erst im Schatten des Werther den größeren Ruhm erhielten, obwohl es schon immer so schön war, wie es getan war eh gedacht, am Ende doch nur, welch Glück geliebt zu werden,  und der später den Deutschen im Faust ihre nationale Dichtung schuf, durch die sich Generationen von Schülern quälten, während es einige als die größte Entdeckung ihres bisherigen Lebens feierten, sich auch sprachlich erkannt und aufgehoben fühlten in jenen Versen, die in so vielem ins bürgerliche Sprachgut übergegangen sind.

Goethe eben oder, als er den Faust schrieb, wie wir ihn heute kennen und Geheimer Rat bereits am Hof zu Weimar war, von Goethe, vom Kaiser mit einem Adelspatent versehen und doch immer ein Bürger, einer aus einer großbürgerlichen Frankfurter Familie in der die Teilnahme am bürgerlichen Leben wichtig war und der stolz in seinen Lebenserinnerungen Dichtung und Wahrheit erzählt, wie er als Knabe die Kaiserkrönung zu Frankfurt beobachtete, der Sohn Maria Theresias, Joseph II., 1764 war es, der jugendliche Goethe knapp 15, erlebte es als Kind aus Bürgermeister Schwiegerfamilie hautnah, ließ sich faszinieren und behielt doch Distanz.

Viele Zitate aus dem Faust und der Iphigenie zum Gedenken seines 265. Geburtstages zusammenstellend, wurde mir wieder klar, wie sehr diese Dichtung längst Teil unseres Alltages wurde und mit wievielen immer wieder Zitaten daraus, ich groß wurde. Lange auch in der Goethestadt Frankfurt am Main gelebt, dort quasi aufgewachsen, während der Vater an der Goethe Universitätsklinik arbeitete und von dort aus auch schon damals den beiden großen Stiftungen der Stadt eng zugewandt war, dem Senkenberg Museum, für mich damals das Dinosaurier Museum hauptsächlich, wie dem Städel, der bürgerlichen Frankfurter Kunstsammlung, in der ich als Kind erste Malkurse hatte, die aber noch weniger weit führten als Goethes Versuche.

Mein Großvater war im Freien Deutschen Hochstift, jener Stiftung, die im Frankfurter Goethehaus residierte und dessen Hauptaufgabe es war, dieses Haus zu erhalten und Schriften im Kontext zu Goethe und auch dem Haus heraus zu geben. Jedes Jahr kam ein Band heraus, die in langer Reihe seit 1949 die kirschhölzernen Regale im Arbeitszimmer meines Großvaters zierten und die er mir irgendwann zu erben versprach.

Daraus wurde dann nichts, irgendwo sind sie vermutlich verschwunden oder bei einem meiner Onkel gelandet, vermutlich waren sie auch nur die edelbenamte und gebundene Ausgabe eines literarische angehauchten Vereinsblattes, dessen Name mich aber so beeindruckte, dass ich die Tradition immer mit großem Respekt betrachtete. Freies Deutsches Hochstift, das klang in meinen Ohren nach einem Ritterorden, dem ich als Bürger in Tradition anzugehören träumte und der doch zu einer anderen Welt gehörte, der des Adels und der Ritter, die der junge Goethe fasziniert beobachtete und die doch eine andere war, als die seines Großvaters Textor, des Bürgers und Bürgermeisters sowie Stadtschultheiß, über den der Senkenberg, der das obige Naturkundemuseum gründete oder die Stiftung dazu, sehr scharf urteilte aufgrund seiner Parteinahme bei Belagerung durch die Franzosen im siebenjährigen Krieg und der sich auch mit Goethes Vater beinahe ein Duell lieferte, zumindest wohl ein Messer nach Goethes Vater warf, da dieser fritzisch gesinnt, also auf Seiten des Preußen Friedrichs des Großen stehend, seinem Schwiegervater den Verrat der Stadt an die den kaiserlichen verbündeten Franzosen vorwarf. Eine typische Auseinandersetzung dieser Zeit, in der sich bürgerliches Denken zeigte und es auch um ein emanzipatorisches Element gegen den Kaiser ging.

Goethe selbst hat seinen Großvater anders erlebt und in Dichtung und Wahrheit anders beschrieben, zu dieser Sicht keine Stellung bezogen, aber es ist eben auch ein Dichter, der aus der Sicht eines Kindes über die eigene Vergangenheit teilweise schreibt, sich an seine Kindheit erinnert und da erscheinen die Großeltern auch in manchem anders als die Eltern und heute anders als damals aber wichtiger als diese Perspektivwechsel ist das Umfeld in dem Goethe aufwuchs, zu dem auch die väterliche Bibliothek gehört und in deren Haus eben heute dies mir früher so ritterlich erscheinende Freie Deutsche Hochstift seinen Sitz hat, das als erstes eine Schillerausgabe edierte aber dafür heute plant ein Deutsches Romantikmuseum im angrenzenenden Neubau zu errichten.

Diese ach so deutsche Strömung muss natürlich auch Goethe angezogen werden, weil sich der alte Goethe auch den Romantikern gegenüber, die ihn anbeteten, auch in Bettina von Arnims Briefwechsel mit einem Kinde, einer romantischen Liebe des alten Herren zur jungen Dichterin, die vermutlich noch weniger konkret je wurde als die seine mit der Stein viele Jahre zuvor - aber auch die Arnim, eine geborene Brentano, deren Großmutter schon eine bekannte und erfolgreiche Schriftstellerin war und mit dem jungen Goethe flirtete, aber das wäre wieder eine andere Geschiche und führte ein wenig ab, auch die stammte aus einer ehrwürdigen Frankfurter Familie.

Es ging sehr bürgerlich zu und auch wenn Goethe mit dem Werther dem Sturm und Drang sein Gründungsfeuerwerk entflammte, es war ein Jugendwerk, das er später sehr kritisch sah, insbesondere angesichts der folgenden Welle der Suizide, wie auch folgender Übertreibungen in der emotionalen Wallung. Mit Schiller gemeinsam ging er in den Horen  gegen die junge Romantik verbal vor und ließ sich doch auch schon damals von diesen umgarnen und es blieb den Romantikern, zumindest denen, die sich nicht in vollstem Gefühle schon einer Laune folgend umgebracht hatten, genug Zeit den alten Meister immer mehr für sich einzunehmen, was jungen Damen eben so in Gegenwart älterer Herren an Verführungskunst dazu variantenreich einfällt. So wurde und wird Goethe , der Illuminat und also Aufklärer im strengsten Sinne war, mit seinem Herzog für eine Durchsetzung der Ideale der Aufklärung im Reich einstand zum deutschen Romantiker degradiert, der er mehr Anerkennung als Naturforscher begehrte, nicht wirklich politisch agierte oder wenn sich selten politisieren ließ, ein Beobachter des Geschehens und des Lebens blieb. Stelle mir vor, wie ein Schiller oder ein Kant in ihren Gräbern womöglich rotierten angesichts dieser Vereinnahmung und auch ein Goethe wohl die Stirn angesichts manch euphorischer Spinnerei kraus zöge und doch mit vollem Herzen die Briefe einer Bettina Arnim genösse und so wird der deutsche Bürger vielleicht wirklich groß erst, wo er seine eigenen Prinzipien bricht, auch wenn es manche nun sicher als mangelnde Prinzipientreue auslegen und Altersgeilheit eines alten Mannes und möchte da gern freundlich sein und liebevoll sein Tun belächeln, verständnisvoll für das, was ihn trieb und glücklich darüber wie wenig konsequent und pedantisch ein deutscher Schulmeister sein muss - bildet lieber freier zu Menschen euch aus, habe ich diesem Text vorangestellt als Motto und es scheint, als wäre es ihm mit der augenzwinkernden Vereinnahmung, die er der schwärmerischens Romantik gestattete, die er weit überragte, gut gelungen - er ist der Dichter aller, zumindest derer, die gönnen können, was zugegeben manchen im Lande noch schwer fällt und warum die Ermahnung so sehr ihm gilt wie seinen Deutschen jeden Tag.

Sein Bewunderer Thomas Mann, der Bürger par excellence, der dem Bürgertum in den Buddenbrooks wie im Zauberberg ein Denkmal setzte, das auf der Gesellschaft fußte, die ihre Gewohnheiten noch gern mit Goethes Versen umschrieb stand für diese Geschichte des deutschen Bürgers, die er gekonnt als Untergang ironisch brach und dadurch der Welt etwas völlig neues zeigte, was um 1900 keiner glaubte, dass es die Deutschen je könnten, nämlich über sich lachen und viele Leser des Lübecker Münchners, der später Californier und Schweizer wurde, als es kaum einen mit Verstand noch im Lande halten konnte, jedenfalls nicht, so er mit einer jüdischen Frau verheiratet war, wie Thomas Mann eben und dies nicht zu ändern gedachte, bestätigte diese Größe, die in der doppelbödigen Ernsthaftigkeit liegt - einerseits dem Versuch, den großen Roman zu schreiben, was Mann besser gelang als Goethe mit seinem liebenswerten Wilhelm Meister, andererseits sich dabei ironisch noch zu brechen und damit über sich hinaus zu wachsen. Die andere große Aufgabe deutscher Nationaldichter, ein Versepos zu hinterlassen, was Mann völlig unterließ - dahingestellt, ob nicht viel seiner Prosa längst Musik, also Melodie und Lied in nur andere Form ist, weil die Grenzen fließen, fällt dabei und spätestens seit Mann und seiner Größe etwas ab, scheint der Vers dem Deutschen auch als nicht so ernsthaft wie die in seiner präzisen und kühlen Sprache erzählte Prosa.

Dem Thema Thomas Mann und Goethe gebührend den Absatz mit nur zwei Sätzen von überbordender Länge begonnen und doch noch nicht ganz ein Ende in der Sache gefunden, die noch weit an Textstellen hier ausgeführt werden könnte, was aber, der deutschen Knappheit wegen, unterlassen sei. Knapp sind wir gern, um auf den Punkt zu kommen, was den maßlosen Dichter ebenso ärgert, weil seine Kunst ja gerade ist, noch daneben und darüber hinaus mit den Worten zu spielen, um ihnen eine Melodie zu entlocken, die seine Texte trägt - sei es in der hochmütig wohlgemuten, ironisch gebrochenen eines Thomas Mann oder der singenden eines Goethe, der das Lied in allen Buchstaben gern schwingen läßt, als sein Melodie und Inhalt nur artverwandt ein Wesen ganzer Art. Bei Mann fanden die Deutschen dies Doppelwesen in einem gern bei Gert Westphal, der ihnen den Zauberberg oder die Buddenbrooks so vorliest, wie sie ihn fühlen und da wird die Prosa melodiöse Dichtung im Singsang einer Stimme.

Goethe und Thomas Mann trennen zwischen Tod des ersten und Geburt des zweiten 43 Jahre nicht mal, der eine beschreibt den Untergang der Welt, in der Goethe aufwuchs, in die er noch, wie Mann in Lübeck später, standesgemäß hineingeboren wurde und beide haben viel von dem, was das Wesen des Deutschen als Bürger beschreibt. Es ist der Wunsch, sich über seine so enge Umgebung ironisch oder auch streng formal zu erheben, um aus einer Welt jenseits der engen Gassen sich frei zu erheben - bei Goethe voll überbordender Lust, die er mit Leidenschaft zu Rom lebte, bei Mann in disziplinierter Ordnung und mit aufrechter Haltung und doch darin wieder mit einem Augenzwinkern, ob seiner verborgenen Sexualität, seiner Andeutungen und vieler feiner Dinge mehr - Mann spielte behend auf der bürgerlichen Tastatur eines Vokabulars an Sprichworten, die Goethe auch im Faust auswarf und die sich über die 2-3 Generationen schon zum nationalen Erbe der Dichter festgefressen hatte.

Goethe schuf die bürgerliche Sprache wie Luther das Deutsche als Schriftsprache überhaupt, gab Goethe ihm und seinen Redensarten Rhythmus und Reim, wurde selbst zu einer und Thomas Mann erzählt die Geschichte einer Klasse, der auch Goethe entstammte, die dies Ideal weitertrug und dabei wert darauf legte, dass es einerseits im Konsens jeder ihrer Kreise verstand und es sich so weitertrug aber auch das einende Band dieser Kreise blieb, wie es wunderbar Marcel Reich-Ranicki in seinen Erinnerungen oder Walter Benjamin in seiner Berliner Kindheit um 1900 beschreiben und damit zeigen, wie einerseits dieses Bildungsideal des Bürgertums, das auch humanistisch war, einerseits eine Klasse bildete und andererseits aber auch einer anderen Gruppe die volle Integration ermöglichte durch Bildung, den Juden, die dies Ideal teilweise noch intensiver lebten, auch um anzukommen, aber das wäre jetzt eine andere Geschichte. An dieser Stelle soll auch nicht der große Bürger und Publizist Joachim Fest vergessen werden, der in seinem Band Bürgerlichkeit als Lebensform vieles dazu andachte, was deutsche bürgerliche Identität ausmacht.

Vereinnahmung und Annahme sind ein wichtiger Punkt, was den alten Goethe betrifft - der Meister aus Weimar, der die Verse aus dem Handgelenk warf, wie es ihm gefiel, legte sich manche berufliche und sonstige Hinderungsgründe auf, um in der Pflicht zu stehen, die dann doch ein ordentliches Werk nebenbei hinterließ, während er Bergwerke des Herzogtums beaufsichtigte, der verehrten Herzoginmutter eine Bibliothek baute, die bis heute, auch abgebrannt und Eier errichtet, zu den schönsten des Landes gehört, der Stein huldigte, sich teilweise auch am Hofe dem Zeremoniell unterwarf und doch auch ausbrach - anders als Schiller, der gern für einen Revolutionär gehaltene auch talentierte Dichter, hatte sich ja formell hoch geheiratet, dem war das später Adelspatent, das er nur wenige Jahre noch überlebte, wichtiger wie der Hof auch und dennoch haben es die Deutschen zumeinst umgekehrt in Erinnerung und dieses Bild wird weiter gepflegt. Wie auch der Gegensatz der beiden, der gegen Ende keiner war, weil sie sich längst nicht nur in Worten nahe waren, zwischen dem Frauenplan und Schillers kleinerer Wohnung näher am Haus der Herzoginmutter, aber voeinander keine fünf Minuten zu Fuß und Goethe lange in wilder Ehe mit seiner Christiane Vulpius lebend, von Frau von Schiller kritisch betrachtet, denn er war aus der Ständegesellschaft und ihrer Ordnung mit seiner zärtlichen Geliebten ausgebrochen, hatte ihre Tante, die Stein verletzt und überhaupt, was bildete sich der Herr da ein, während dort die Schwestern mühsam an einer Ehe mit gemeinsamen und eigenen Kindern arbeiteten, sich verbaten, was sie träumten, blieb dort ein Goethe für sich und machte einfach, was ihm gefiel.

Dieses ein wenig unkonventionelle für zumindest eine zeitlang unkonventionelle Leben jenseits der Stände wurde überaus kritisch gesehen und war doch eine Revolution im nur gemäßigten Rahmen. Der Dichter nahm sich etwas heraus, hatte eine bürgerliche zur Frau, was er ja selbst eigentlich war, ein Bürger, nur formaler Adel dank des Herzogs Gnade aber doch in allen Prinzipien und Idealen dem Bürgertum verbunden, das aber diese wilde Ehe auch eher naserümpfend sah und so wurde der Sohn dann noch legitimiert und geheiratet, was nichts änderte nur hieß Fräulein Vulpius dann Frau von Goethe, auch wenn sie ja längst Frau geworden war, aber auch das ist alles sehr deutsch, nur Goethes Gelassenheit dabei vielleicht nicht.

Was uns wieder zu dem Zitat vom Anfang bringt, in dem sich Goethe so gönnend und als Lehrmeister über die seinen erhebt und ihnen rät, sich freier als Menschen auszubilden - das oberlehrerhafte darin ist sicher schon wieder so deutsch, dass es den Spruch zu einer Ironie seiner selbst macht, auch wenn sich der eine zeitlang römische Goethe sehr frei fühlte, er sagte immer noch gerne den seinen, wo es lang ging und was richtig war im Falle eines Falles. Damit bleibt er auch mit Abstand so typisch deutsch, wie er sich ungern sah, denn vermutlich waren ihm die lauten seinen als Bildungsbürger so peinlich wie dem Oberstudienrat auf Romfahrt die deutschen Touristen im Ballermann auf Malle es heute sind und beides ist vermutlich typisch deutsch und so fragt sich, ob die Ständegesellschaft je ein Ende fand oder nur in anderer Form wieder auftauchte und heute eben mehr kleine Geister laut die Medien der Massen bevölkern, warum Bildung kein Ideal mehr ist, würde es doch nur eigene Mängel zu sehr offenbaren und in diesem Sinne, fragt sich nur, ob uns die mediale Entwicklung nun noch deutscher machte oder freier am Ende, etwa in der Betrachtung des Lebens der anderen.

Die schönste Verkörperung des goethschen Ideals findet sich im bildungsaffinen Oberstudienrat, der noch verbeamtet, das Wahre, Schöne, Gute zu schätzen weiß und an die Generationen nach ihm weiter tragen möchte - ein Volk von Lehrern, was darum auch sich selbst genügt, sagt sich gern, wie es zu sein hat, um menschlich zu sein und so wurde der Dichterfürst im weimarschen Beamtenstand des Herzogs zum Musterbeispiel dieser Deutschen, ein Bildungsbürger, der eben noch schreiben konnte - und wie er das konnte - während er seinen Mitbürgern erzählt, was sie zu tun oder zu lassen haben und wie sie sein sollten, ist das Ideal der bürgerlichen Gesellschaft und der Geheime Rat wäre heute vielleicht Berater und wir wissen noch nicht, ob der Staat besser ist, der seinen Rat am Markt zu dort üblichen Preisen teuer einkauft, als der ihn mit Patent an sich bindet.

Aber wir haben einen Dichterfürsten, der uns ein schlechtes Gewissen für die Nation, die keine ist, was immer sie sein sollte, wenn sie es wäre und was das je wert wäre überliefert hat und die heute gerade Bundesrepublik hat dies historisch nach einem um so schlimmeren Ausrutscher verinnerlicht - das machte die präzisen und ordentlichen Deutschen, die fleißig und zu gut sind, relativ erträglich für den Rest der Gemeinschaft, ließ Europa wachsen und blühen - vielleicht wäre es klug nach der zwar bescheiden korrekten aber doch sehr selbstbewussten Märkerin, die dies Gefühl erst spät kennenlernte, wieder daran zu erinnern, wir werden mehr für unsere Bescheidenheit gemocht als für unser Selbstbewusstsein und das wir als Wirtschaftsnation gut und stark sind, weiß die Welt, üben wir uns lieber bescheiden mehr darin, die schönen Dinge zu genießen, statt den anderen erzählen zu wollen, wie sie zu leben hätten, es könnte alle glücklicher machen und würde am Erfolg nichts ändern, nur die Missgunst schmälern, was sicher den Genuss erhöhte.
jt 29.8,14