Freitag, 29. August 2014

Drohungseskalation

Der Westen droht wieder zu drohen
Moskau gibt sich unbeteiligt in allem
Die Situation droht zu entgleisen
Putin weiß genau der Westen will
Auf keinen Fall offiziell intervenieren
Ob die Soldaten nun in ihrer Freizeit
Krieg spielen um den Russen zu helfen
In der Ukraine oder die Wende im Konflikt
Ganz bewusst gesteuert ist wissen wir
Nicht nur das alle Drohungen wohl
Wirkungslos sind ist offensichtlich
Was immer Moskaus Ziel in der Affäre
Am Ende ist eine Lösung wird es nur
Mit Moskau geben nie gegen oder im
Krieg am Ende den keiner sich leisten
Kann derzeit auf dem Weltmarkt
Am wenigsten die Ukraine noch Europa
Am russischen Gas weiter hängend
Wenn wir nicht viele Jahre sinnlos
Krieg führen wollen müssen wir
Moskau als Partner akzeptieren
Nur dann ist Frieden dauerhaft möglich
Die neue Eskalation der Drohungen
Ohne Plan oder Strategie kann nur
Zum Krieg führen da der Westen
Irgendwann sein Gesicht verliert
Nur gemeinsam mit Moskau kann sich
Die Ukraine der NATO annähern
Wir haben wichtigere Probleme
Als diesen Konflikt im Osten
Eine friedliche Lösung ist möglich
Drohungen führen zu nichts
Es wird Zeit das Strategen endlich
Die Zukunft Europas vernünftig planen
Nicht hörige Kleingeister die nur
In der Schleimspur Amerikas kriechen
Das ohne Ziel und Plan auf der Welt
Meist Chaos stiftet denn so fragwürdig
Putins Verhalten sein mag er wird
Nichts ändern sofern er keinen Gewinn
Für die Russen sieht und niemand
Wird für die Ukraine einen Krieg noch
Riskieren wollen darum endlich
Den unwirksamen Schalter umlegen
Sich die Hand reichen und gemeinsam
Eine gute Lösung suchen die auch
In Putins Hand liegt wir können nur
Gemeinsam erfolgreich sein
Es geht um Macht und Politik
Nicht um moralische Sonntagslesungen
Damit wir künftig gemeinsam gegen
Die Bedrohung des Friedens an der
Levante wirken können
Schluss mit Drohungen hinter denen
Kein Plan noch ein Wille steht
Einig ohnehin nicht
Wenn sich beide als Partner friedlich
Europäischem Recht unterwerfen
Kann es eine vernünftige Lösung geben
jt 29.8.14

Rassismusmissbrauch

In Rotherham wurden Mädchen
Über Jahre missbraucht von
Männern mit Migrationshintergrund
Wie es politisch korrekt heißt
Pakistani waren es die noch immer
Wie in der islamischen Kultur verbreitet
Ein Verhältnis zu Frauen und Kindern
Haben was nicht zu tolerieren ist
Weil die dort sich nicht trauten
Offen darüber zu reden obwohl
Sie es besser wussten wurden sie
Zu Mittätern des Missbrauch
Wie indirekt erst zu Anstiftern
Des künftigen Missbrauch
Mit dieser Angst vorm anderen
Wird Rassismus geschürt
Darum ist es so wichtig hier klar zu
Sagen der bisher größte organisierte
Missbrauch von Kindern kam aus Rom
War weiß und konservativ immer
Kriminelle machen nicht ihre Kultur dazu
Hier wurde der Rassismus mißbraucht
Wie die Angst vor ihm im Schatten
Politischer Korrektheit brandgefährlich
Dagegen hilft nur Aufklärung
Null Toleranz gegenüber Gewalt
Egal aus welcher Kultur
Verteidigen wir unsere Freiheit
Die auch an unseren Werten hängt
Toleranz gegenüber Gewalt schürt sie
Erst wenn sich unsere Kultur auch
Mit dem scharfen Schwert verteidigt
Das sie aus Religionen angreift
Hat sie eine Chance wertvoll zu bleiben
Wenn wir verschweigen was ist
Werden die Lügner gewinnen
Die Rassisten auf der einen Seite
Die Kriminellen auf der anderen
Opfer bleiben Kinder und Frauen
Sowie die Freiheit von uns allen
Rotherham ist überall
Zeigen wir nicht nach England
Machen wir es besser was nur
In einer offenen Gesellschaft geht
Reden wir miteinander statt immer
Nur übereinander
Nicht der Islam macht pädophil
Rom hat mehr Fälle
Nicht der katholische Aberglaube
Ist notwendig kriminell sondern Täter
Die sich nicht an unsere Werte halten
Wie wir wo wir sie nicht verteidigen
Werden wir zu Mittätern
Das sollte bedenken wer sich jetzt
Im üblichen Tenor empört
jt 29.8.14

Donnerstag, 28. August 2014

Faust - Paralipomena


.
"Euch gibt es zwei Dinge // So herrlich und groß: // Das glänzende Gold // Und der weibliche Schoß. // Das eine verschaffet, // Das andre verschlingt; // Drum glücklich, wer beide // Zusammen erringt!"

"Für euch sind zwei Dinge // Von köstlichem Glanz: // Das leuchtende Gold // Und ein glänzender Schwanz. // Drum wißt euch, ihr Weiber, // Am Gold zu ergetzen // Um mehr als das Gold // Noch die Schwänze zu schätzen!"

Interventionsinvasionseskalation

Erst sollte es eine Invasion der Russen
In der Ukraine geben wo plötzlich die
Schon fast geschlagen geglaubten
Rebellen neue Erfolge erzielen
Der Westen hyperventiliert bereits
Kurz vorm Herzinfarkt noch japsend
Um Brüssel herum wie in Berlin
Wo die Sommerpause nur theoretisch
Bereits beendet wurde und verkündet
Sogleich neue härtere Sanktionen
Auch die NATO meint es seien
Deutlich mehr als 1000 Russen
Oder russische Soldaten dort aktiv
Auch Waffen würden mehr geliefert
Bisher stellten sich alle Behauptungen
Aus Kiew schnell als Gerücht heraus
Wie auch die des Abschusses von MH17
Durch die Rebellen was immer mehr
Zu einer fragwürdigen Fabel wird
Russland behauptet sie täten nichts
Hätten auch kein Interesse daran
Verstünden das ganze Theater nicht
Ob es daran lag dass sogar im Westen
Plötzlich Fragen nach MH17 laut wurden
Kurz vor der Veröffentlichung der nun
Ergebnisse der Untersuchung ist unklar
Auffällig nur das immer gleiche Schema
Nach dem unterstellt wird Russland suche
Die Eskalation auch wenn sogar im Westen
Unter Strategen inzwischen unstrittig ist
Diese wurde durch CIA und NATO provoziert
Das NATO Truppen auf ukrainischer Seite
Im Kampf stehen bei ihrem Feldzug
Zur Vernichtung der Rebellen sicher
Der verbliebenen Russen nebenbei
Ohne nun Putin für einen lupenreinen
Demokraten zu halten kommt mir diese
Politik langsam lächerlich durchsichtig vor
Denn es gibt wieder keine Beweise
Alles geschieht völlig überraschend
In der am besten beobachteten Gegend
Auf dieser Welt und wer da nicht staunt
Ist entweder tief gläubig oder verblödet
In der Dauerpropaganda unserer Medien
Erinnere nur an das unrühmlich berühmte
Seit fünf Uhr wird zurückgeschossen
Glaube gar nichts und fordere endlich
Eine neutrale Aufklärung aller Vorgänge
Statt diesem schlafwandelnden UNsinn
Wir stehen im Krieg aus Lügen
jt 28.8.14

Bayernschlussverkaufsdusel

Da hat der Rekordmeister noch mal
Richtig zugelangt am Transfermarkt
Mit Benatia aus Rom für die Abwehr
Sowie Alonso von Real für die Mitte
Hat sich das Team von Guardiola
Nochmal verstärkt um wieder nicht
Nur zu den Besten zu gehören
Sondern Erster zu sein sowie
Zugleich noch peppiger zu werden
Der Trainer hat freie Hand und nun
5 Spanier zur Verfügung theoretisch
Dazu noch 5 deutsche Weltmeister
Wenn denn mal alle spielen können
Aber statt Rekordausgaben sind die
Reichen Bayern auch diesmal wohl
Relativ sparsam geblieben um die
Lücke zu füllen die Kroos Weggang
In den eigenen Reihen riss sowie
Die Belastung durch Krankheiten
Im noch Kader bedeutete es fragt
Sich nun ob das sonst Herz auch
Der deutschen Nationalmannschaft
Künftig spanischer schlägt wogegen
Die letzte WM eher sprach oder das
Ewige mir san mir weiter ertönt
Wenn am Ende mal wieder die Bayern
Alles gewinnen sollten wie üblich
Wie die Liga darauf reagiert
Was Europa nun macht
Ob das System Pep richtig ist
Oder sich die Bayern selbst fremd
Werden um oben zu schwimmen
Und das letzte Spiel gegen Dortmund
Den gerade Tabellenletzten ging verloren
jt 28.8.14

Wegwerfliebelei

Während wir schon mit dem
Nächsten liebäugeln wollen
Wir noch schnell die alte Liebe
Entsorgen um unbefangen uns
Am neuen zu erfreuen
Löschen wir alles vorige
Einfach so als seien wir ein
Supermarkt der Gefühle
In dem täglich die Regale
Wieder befüllt werden mit
Neuen knackigen Waren
Die Lust auf mehr machen
Irgendwie liebe ich anders
Bin schon immer lieber in
Antiquariate gegangen als
In Supermärkten zu konsumieren
Was mir so schick angeboten
Freue mich an alten Büchern
Die schon mancher las oder
Doch selig in den Händen hielt
Vielleicht sollten wir auch mit
Gefühlen lieber umgehen
Wie mit Büchern als mit nur
Lebensmitteln die wir verzehren
Um sie auf dem Klo hinter uns
Zu lassen und wegzuspülen
Und so leben noch alle Lieben
In mir wie in einer Bibliothek
Manchmal gehe ich an den Regalen
Einfach lächelnd vorbei um
Den einen oder anderen Rücken
Nur zu streicheln mich der Geschichte
Als ich sie las zu erinnern was es
Im Alltag wechselnder Lieben wohl
Schwerer macht aber meine Bibliothek
Zum wohl gehüteten Schatz mir macht
Nie würde ich ein Buch wegwerfen
Und vielleicht ist das auch gut so
jt 28.8.14

Mittagssonnenbank

Nach dem Einkaufen am Mittag
Einen Moment auf einer Bank
In noch sehr warmer Sonne
Des späten Sommer sitzen
Um die Ruhe zu genießen
Scheint angesichts umgebenden
Lärms illusorisch und doch ist
Schon das nur Innehalten mehr
Als die umgebende Unruhe je
Nehmen kann vielleicht sogar
Gerade im hier Baulärm einfach
Sitzen könnte alles sein weil es
Der Stadt etwas  entgegensetzt
Auf der Suche nach dem freien
Land in uns das es vorsichtig
Zu entdecken gilt nebenbei
jt 28.8.14

Bodentrüppchen

Mit 6 Mann zieht nun die Bundeswehr
In den Krieg im Irak und dies nicht
Etwa um zu kämpfen sondern
Nur um zu erklären wie es geht
Den Kurden den Gebrauch der
Schutzwesten und sonstigen Güter
Vielleicht auch schießender noch
Aber nur theoretisch wohl
Was ja kein Kampfeinsatz ist
Keine Zustimmung mehr braucht
Den Bundestag außen vor lässt
Lehrer schicken ist ja nicht verboten
Sollte es dann ISIS wagen dies
Harmlose Lehrpersonal anzugreifen
Müsste natürlich ein weiterer Trupp
Zur Befreiung geschickt werden
Ein Notfall und nur eine Reaktion
Kein Eingreifen von Bodentruppen
Wo kämen wir da auch hin
Noch dazu ohne Bundestag
Den die postdemokratische Koalition
Ohnehin mit mehr als Mehrheit regiert
Aber was sein muss muss sein
Hilft ja nichts und erklären muss ja
Einer den Kurden wie es geht
Das sind keine Bodentruppen
Nur in der Luft kann ja keiner
Irgendwem was erklären
Also kommt ein Bodentrüppchen
Das macht ja nichts und stört doch
Keinen hier und nur wenn die
Zufällig angegriffen werden sollten
Müssen wir weitere hinschicken
Und keiner will Krieg oder sich daran
Beteiligen irgendwo passiert alles nur
Ganz zufällig und Deutschland ist
Mal wieder mittendrin sozusagen
In der ersten Reihe
jt 28.8.14

Bestimmungsgefühl

Wie bestimmt sind wir
In dem was wir tun und
Wie sehr bestimmen wir
Noch was wir tun mit uns
Existiert der Wille oder
Ist er eine Illusion einer
Längst in allen Anlagen
Bestimmten Existenz
Die nicht entscheidet
Sondern nur vollzieht
Was in ihr festgelegt
Wurde im Bauplan der
Natur deren Teil wir sind
In den engen Bedingungen
Die uns nur leben lassen
Oder sind wir so frei wie
Unser Geist uns vorgauckelt
Und kommt es für das Glück
Was einzig wir suchen können
Darauf an ob es ist weil es
Unsere Natur so vollzieht
Oder wird weil wir es wollen
Genügt die Fähigkeit dazu
Sein Leben willentlich auch
Zu beenden wo es uns noch
Geboten scheint die eben
Dazu Fähigkeit zu bejahen
Oder ist wer sich tötet immer
Nur Opfer seiner kranken Natur
Die ihm die Möglichkeit nahm
Leben zu wollen wie es doch
Unserer Natur zumeist mehr
Entspricht als auf das Ende
Was ohnehin kommt mehr
Zu sehen als auf was ist
Und wollten wir daran allein
Die Grenze hängen die
Bestimmt was Freiheit ist
Von den Höhepunkten bis
Zum Ende treibt uns der Tod
Vor sich her und zugleich
Doch suchen wir ihn immer
Mehr als den Genuß des
Verweilens vor dem Ende
Was wir damit beschleunigen
Es scheint als gäbe es in uns
Ein Bestimmungsgefühl was
So illusionär ist wie ihr sonst
Gegensatz die Freiheit
Unklar was wirklich ist
Taumeln wir durch das
Was wir Leben nennen
Immer mehr unbestimmt
Uns Zwängen unterwerfend
Können wir die Freiheit nicht
Beweisen bis wir das Leben
Beenden oder ist die dann
Freiheit einfach weiter zu leben
Beweis genug für die Freiheit
Eines natürlich bestimmten
Lebens in dem wir mehr
Entschieden werden als
Noch zu entscheiden
Kommt es also allein
Auf den Willen dabei an
Bliebe was uns ausmacht
Ein unbestimmtes Gefühl
Mehr als geformte Wirklichkeit
Käme es kaum darauf an
Weil sich frei fühlen genügte
Es unbestimmt zu sein
Und wie wenn nicht frei
Sollten wir lieben können
Uns also füreinander noch
Zu entscheiden oder nicht
Und wäre dem so was als
Die Liebe ließe uns noch
An die Freiheit glauben
Gegen alle Natur weiter
Zu glauben wir verständen
Logisch wie sehr wir doch
Wohl füreinander
Bestimmt sind
jt 27.8.14

Mittwoch, 27. August 2014

Geschichtsblind

Da denkt sich eine Kleiderfirma
Ein nettes Design aus gleich mit
Einem Scheriffstern geringelt
Freut sich wie sich die Kinder
Wohl daran freuen und deren
Eltern sich breitschlagen lassen
Weil es dieses Hemd unbedingt
Jetzt sein muss und alle Jungen
Damit herumlaufen werden
Sah ja auch sehr süß auch
Leider nur war was süß schien
Ein peinlicher Ausrutscher der
Genauso aussah wie die auch
mit Stern versehene Lagerkleidung
Der jüdischen KZ Häftlinge
Wer kann nur so geschichtsblind
Ein Marketing planen ohne den
Eventuell Kontext zu sehen
Was zeigt wie wichtig es ist
Diese Erinnerung wach zu halten
Damit nicht normal wird was nie
Normal sein darf die Geschichte
Die nicht vergeht wach zu halten
Erhöht die Sensibilität für die
Gegenwart und in Zeiten eines
Längst leider wieder normalen
Antisemitismus in Deutschland
Geboren aus vermeintlicher
Pali Solidarität um so mehr
Gut wenn hier ein Aufschrei
Durch das Land geht
Sich welche wehren
Gegen das Vergessen
Es ist immer noch nötig
jt 27.8.14

Vorkrieg

Bevor der Krieg ausbricht
Gärt es länger vor sich hin
Wer sich schnell in Stellung bringt
Hat nicht unbedingt die besten Karten

Nach dem Absturz von MH17
Hatte die Ukraine schnell die Schuldigen
Die Rebellen und also Russland
Damit wurde der Krieg im Osten
Gerechtfertigt und vorbereitet
Für die Eskalation bis dahin
Tragen westliche Dienste Verantwortung
Wie inzwischen auch westlich unstrittig
Unter denen die es verstehen
Darum ist Russland nicht unschuldig
Beide Seiten verfolgen Interessen
Welche legitimer sind ist unklar
Gleiches gilt für Hilfe und Verzögerung
Die Ukraine ist ein Gebilde aus der Gunst
Der Geheimdienste beider Seiten
Die Idee des Maidan ist Geschichte
Hier geht es um Macht
Nicht um Basisdemokratie
Die NATO will ihr Gebiet erweitern
Gen Osten und dabei Rußland ärgern
Einen Krieg könnte sie nicht führen
Darum zündelt sie im Vorkrieg
Ein gefährliches Spiel
Mit offenem Ausgang
Für einige östliche Gasfelder
Nicht wirklich sinnvoll

In der Berliner SPD beginnt der Krieg
Um die Nachfolge des Patriarchen
Der noch von sich aus ging
Zwei haben sich schnell in Stellung
Auch gegeneinander gebracht
Wer zuerst kommt ist zuletzt
Nicht mehr in Erinnerung
Ob sich noch ein Dritter quasi neutral
Auf die Bühne stellt oder gar der
Über-Kandidat kommt wie Schulz
Den keiner hier will bleibt offen
Es ist Vorkrieg und keiner weiß wohin
Nicht wird es wohl wer zuerst schrie

In Gaza schweigen die Waffen
Beide Seiten beerdigen ihre Toten
Es ist gerade egal wer schuld ist
Dafür soll eine Lösung gefunden werden
Um friedlich nebeneinander zu sein
Wäre auch vorab ohne Tote gegangen
Ging aber nicht und also jetzt
Zwischen Israel und Palästina war Krieg
Sie können sich nun dem nötigen
Wieder zuwenden statt einander
Zu erschießen aus Stolz

Im Irak und Syrien sind sie noch nicht
Soweit weil die einen vom Kalifat träumen
Während die andern ihre Ruhe wollen
Träumer im Vorkrieg sind gefährlich
Es wird noch Jahre dauern bis die
Im Aberglauben verfangenen merken
Sie müssen sich einigen
Auf die Dauer lohnt kein Krieg
Kann sich das keiner leisten

Im Vorkrieg werden die Stellungen
Für die große Schlacht besetzt
In der Ukraine wie in Syrien im Irak
Wie letztlich auch in Israel und Berlin
Es kann noch verhandelt werden
Meist aber spielt sich alles
In Automatismen ab und Mustern
Wer sie auch geistig durchbricht
Erst ist wirklich frei
Zu entscheiden was gut ist
Alle anderen sollten derzeit lieber
Den Mund halten um des
Lieben Friedens willen
jt 27.8.14

Nachtgedanken 0021

Was vom Tage übrig blieb
Verlorene Liebe
Gefundene Liebe
Alte Liebe
Neue Liebe
Wiedergefundene Liebe
Lieblose Worte
Liebkosung
Liebesersatz
Satz über Liebe
Wortlose Liebe
Lieber nicht
Liebermann malte
Geliebte Frau
Mann ohne Liebe
Liebestod
Lieber schlafen
jt 27.8.14

Dienstag, 26. August 2014

Menschenhandel

Menschenhandel klingt furchtbar
Dabei geht es nur um ein Spiel
Nicht mal ernsthaftes wie etwa
Schach oder Bridge sondern
Nur Fußball aber gut was
Sollen die auch machen
Mit dem vielen Geld
Dass die Massen hintragen
Sie könnten zwar wie die
Lottostiftung hier und dort
Spenden aber das wäre ja
Nicht mehr das gleiche
So handeln sie halt
Untereinander mit Stars
Zahlen astronomische Summen
Die sie für ein Finale erhalten
Am Ende muss es sich lohnen
Staunend wird berichtet wie
Verletzungsgeplagte Bayern
Sich für 30 Millionen einen
Römer kaufen ohne zu sagen
Dass die könglichen in Madrid
Ihnen gerade genau die Summe
Für einen der ihren zahlte
Der ihnen nicht genug wert war
Schauen wir in die Statistik
Hat sich die Sparsamkeit oft
Bezahlt gemacht während die
Großen Investitionen selten
Brachten was sie versprachen
Schon verfallen wir in den Ton
Der Menschenhändler aber
Um nichts anderes geht es
Geld wird europäisch erspielt
Während national sich nur noch
Qualifiziert wird was manche
Klein hält und andere Rekorde
Immer wieder brechen lässt
Dabei geht es um Geld damit
Wird gehandelt und also ist
Der Menschenhandel nichts
Anderes als der mit Organen
Oder Rohstoffen oder Waffen
jt 26.12.14

Waffenstillstandsbewegung

Zwischen Israel und den Palästinensern
Bewegt sich etwas in Richtung zu einem
Waffenstillstand ohne Befristung womit
Erstmals wieder Frieden in Aussicht
Genommen werden könnte sofern
Sich jemand daran endlich hält
Währenddessen will die NATO nun
Dringend Truppen gen Osten
Womit Russlands weiter provoziert wird
Statt einen Ausgleich zu suchen
Nachdem schon ein US Think Tank
Festgestellt hat dass der Westen
Den Konflikt in der Ukraine eskaliert hat
So fragen sich immer mehr Bürger
Wer hier den Frieden gefährdet
Sobald das warum das fraglich wird
Käme die Eskalation zum Stillstand
Noch sind wir weit davon so scheint
Derzeit um Gaza mehr Vernunft
Zu herrschen als in Europa
jt 26.8.14

Vom glücklichen Leben

Es ist Spätsommer in Berlin, der Himmel noch relativ blau geworden, dämmere ich nach zweieinhalb Stunden Schlaf durch den Tag, sehe beim Einkaufen für das Abendessen die Menschen in den Cafés und höre die Kinder auf den Spielplätzen am Platz. Einen Moment auf einer Bank in der Sonne sitzen, den Vögeln lauschen, eine schmerzvolle Nachricht schreiben und eine Schöne beobachten, die mit ihrem Hund vorüber geht und sich unbeobachtet wähnend die Augen wischt, sie schluckt neue Tränen sichtbar runter und gefesselt schaue ich, mich fragend, was sie wohl umtreibt und so sehr berührt.

Sie bemerkt doch irgendwann den Blick, spürt ihn wohl, ist inzwischen an meiner Bank vorbei und dreht den Kopf nochmal, wir lächeln uns für einen kurzen Augenblick an, dann schaut sie nach ihrem Hund und geht still weiter. Kein Wort fiel, aber es schien, als gäbe es eine Brücke zwischen uns und ich frage mich wieviele in der großen Stadt sich wohl so wortlos verstehen.

Schaue ihr nach, lange Beine in geschmackvoll bedruckten Leggings und ein übergeworfener Pulli, auf den einige Locken ihrer hochgesteckten Haare fallen, die sich unbändig lösten. Ein schöner Anblick, denke ich, sehe die Gestalt und schaue nicht auf ihren Po,vermutlich war er auch schön, ich weißt es nicht mehr und es war auch völlig unwichtig, der kurze Blick hatte uns über den üblichen Blicken verbunden.

Vermutlich werde ich nie erfahren, worüber sie so traurig war, was sie rührte - aber irgendwie hatten wir für einen Moment das gleiche Gefühl und wussten darum, freuten uns am Verständnis in all dem Lärm, sonst nichts.

Ist das schon Glück?

Schweren Herzens, wie wir halt so sagen, wenn uns die Gefühle warum auch immer umtreiben, nicht allein zu sein, relativiert das Unglück seltsam schön. So gesehen ist es ein Glück irgendwie unglücklich, einen anderen zu sehen, dem es genauso geht.

Vermutlich, hätte ich länger als die wenigen Minuten auf der Bank im Halbschatten noch gesessen, wären mir noch mehr aufgefallen, denen es genauso geht oder gehen könnte, die es hinter starrer Miene verbergen, weglächeln oder sich unbeobachtet auch dem einfach Schmerz hingeben. Unbeobachtet scheint wichtig, weil wir ja lieber fröhlich oder doch zumindest gelassen scheinen wollen, nicht verletzlich und dabei ist es doch so ein Glück, den Schmerz darum zu teilen und sei es auch nur in einem Blick im Vorübergehen.

Ist dabei wichtig, ob ihr vielleicht nur ihre Kontaktlinse verrutscht war und sie gerade nur in Gedanken eine neue Rolle einübte, während ihr Hund an den Brunnen mit dem Bären oben pinkelte?

Gerne lebe ich in der Illusion, wir hätten uns verstanden und unser Sekundenlächeln wäre wirklich ein sich verstehen gewesen und es macht mich irgendwie glücklich in diesem Moment, auch wenn das völlig idiotisch ist, wir nichts voneinander wissen und in verschiedene Richtungen später verschwanden auf dem Platz, den wir vielleicht umwohnen.

Wenn geteiltes Unglück also Glück wird, könnten wir uns fragen, was eigentlich Glück überhaupt ausmacht. Ist es die Chance, zu teilen, oder doch ein Wert an sich, der messbar ist und an bestimmte Kriterien einer Art Glücksbarometer gebunden ist.

Der heute seinen Rücktritt verkündende regierende Bürgermeister von Berlin, hatte das Glück, dies noch selbst zu entscheiden, nicht abgewählt worden zu sein, noch sich zu flüchten, auch wenn viele diesen Abgang bejubeln und ihm häßlich böse Worte hinterherwerfen, wie es immer leider üblich ist bei Personen, die im Licht der Öffentlichkeit stehen und die ihn als Versager verspotten, der, wie sein Flughafen, dessen Aufsichtsratsvorsitz er auch niederlegen wird, vermutlich nicht mal mit dem Rücktritt fertig wird und in der politischen Arena fletschen womöglich schon die Nachfolger die Zähne. Aber das muss ihn nicht tangieren, er hat seine Arbeit gemacht, die Stadt verändert, manch Worte geprägt, die typisch für die Stadt wurden, nicht nur arm aber sexy, und geht nun aus freien Stücken, für manche überraschend aber darum eben noch stark und von sich aus, eine glückliche Entscheidung, so gesehen und das “endlich” mancher Zyniker kann dagegen dahinstehen, wenn er damit so glücklich sein kann.

Das Glück ist hier selbstbestimmt, auch wenn vielleicht der Verlust von Macht, Amt und Würde ein Unglück für einen sein mag, der das Bad in der Öffentlichkeit liebte und gerne zeigte, wie er feiern konnte, die Bilanz gegen Ende hin nicht mehr positiv ausfiel, sich viele Wähler in Umfragen zumindest, was immer davon zu halten ist, längst abwandten. Er hat entschieden, zumindest machte er den Eindruck und kann so als glücklicher Mensch aus dem Amt und der Politik scheiden, sicher noch mit den dabei üblichen Blumen bedacht.

Ist Glück also vielleicht die Herrschaft über den eigenen Zustand und die eigene Befindlichkeit oder kommt es dabei, wie die bösen Kommentare zum Thema zeigen könnten, mehr darauf an, wie wir ihn jeweils betrachten, wäre Glück also Ansichtssache?

Mit vielleicht feuchten Augen, verwirrt über das eigene Unglück nachzudenken, wenn es mal wieder nicht einfach glücklich sein sollte und dabei genau auf die eigenen Fehler zu schauen, die notwendig in dieses Unglück führen mussten, ist die sicherste Art am Unglück zu leiden. Vielleicht liegt darin die Chance, wie es die Alten den Jungen so gern sagen, etwas für das nächste mal zu lernen, aber vermutlich kann aus dem Unglück nichts gelernt werden, wächst nur der Widerwille gegen den Zustand, denn dann müssten wir uns ja auf das Unglück konzentrieren, was zumindest sicher ihn vom Glück ablenkt.

Ich weiß nicht, was glücklich macht, weder allgemein noch meist, was mich betrifft - ich spüre, wenn es da ist und merke schmerzhaft, wenn es plötzlich lapidar und eher wortlos verschwindet. So gesehen wohl ein Träumer, der nicht mal sein Glück planen kann, genieße ich die kleinen Momente desselben um so mehr. Frage mich also, kann glücklich sein, wer es weder benennen noch beziffern kann?

Es gibt den lange Martinus von Biberach, der angeblich 1498 bei Heilbronn starb, zugeschriebenen Spruch:

Ich leb und waiß nit wie lang,
ich stirb und waiß nit wann,
ich far und waiß nit wahin,
mich wundert das ich [so] frölich bin.

Andere meinen, es sei viel älter und es gibt Nachweise noch vor Kaiser Maximilian I., dem sogenannten letzten Kaiser, der ihn angeblich als Wahlspruch hatte und es hätte denselben auf der Decke einer Kirche zu Heilbronn gegeben, die im 16. Jahrhundert vernichtet wurde. Viele schreiben ihn auch Angelus Silesius zu, der noch rund 200 Jahre nach Biberach lebte, es gibt einen ähnlichen Spruch auch auf einer Säule im Münster zu Freiburg, der auf einen der Baumeister zurückgeführt wird, was die Datierung angesichts der Bauzeit von 1200-1513 noch unpräziser macht, alt zumindest scheint er zu sein und die Erinnerung daran, dass im Evangelium des Johannes 8, 14 in dem Jesus im Zusammenhang ähnliches gesagt haben soll, spricht auch nicht unbedingt gegen das Alter dieser Weisheit.

Der Spruch ist also ziemlich alt und definiert Glück als relativ unabhängig von allem, auch wenn uns das wundert, wir es eben nicht begreifen können, scheint die Option des Glücks etwas unerklärliches einerseits zu haben und andererseits allein eine Frage der Betrachtung zu sein, in der wir eine Haltung zum Leben einnehmen, das wir sogar, wie ganz im Anfang im Park beschrieben, im Unglück, durch teilen desselben, plötzlich Glück erkennen.

Macht also sozialer Kontakt glücklich, der ja in vielem unvorhersehbar und unbestimmt bleibt?

Wohl nicht allein, wie die vielen glücklichen Einzelgänger beweisen, aber im Unglück kann sicher die Relativierung durch Ablenkung oder Teilung desselben und sei es für Sekunden phantasierter Augenblicke, viel Glück im sozialen Kontakt liegen, wenn wir es so betrachten wollen, denn ich hätte ja auch etwa auf die glücklich Kinderwagen schiebenden Paare schauen können oder die schwangeren Mütter und dem verlorenen Traum vom geteilten Glück hinterhertrauern können, aber ich sah und konzentrierte mich auf gerade die eine, von der ich vermutete, es könnte ihr ähnlich gehen, beobachtete sie, bis sich unsere Blicke wie oben beschrieben trafen und war damit glücklicher als zuvor. Maßstab dieses Glücks ist also nicht eine abstrakte Größe an Glück oder der Wert des Verlorenen, sondern die Möglichkeit im nur Verständnis ein Glück zu sehen.

Auch wenn ich immer noch nichts verstehe, nicht weiß warum es so kam oder woher, noch wo es hingeht, wundert es mich dennoch nicht, wie glücklich ich bin, wenn ich mich schlicht an dem freue, was ist, denn mehr wird vermutlich nie sein, als die Option zum Glück in der nur Gegenwart lieber zu betrachten, als sich zu grämen über Dinge, die ich nicht ändern kann und so gesehen ist die Möglichkeit, die kleinen Lichtblicke im Halbschatten auf einer Bank wahrzunehmen, vielleicht wirklich die Option zum Glück und auf was sonst, kann es noch ankommen, um glücklich zu sein?

Vom glücklichen Leben schreiben und unglücklich sein, ist der beste Weg, den Blickwinkel zu wechseln, scheint es mir, um das wenige, was sein kann oder noch kommt, ganz zu genießen. Verstehe von nichts etwas wirklich, noch weiß ich etwas sicher über das Glück, aber allein die Betrachtung ist ein Glück und so freue ich mich an ihr und vergesse das reale Unglück  immer mehr, da ich so gesehen doch ein glücklicher Mensch bin, die Dinge so betrachten zu können.
jt 26.8.14

Aus die Klaus

Wowi tritt ab
Aus eigenem Entschluss
Wie ihm wichtig zu betonen
Schon lang infrage gestellt
In den eigenen Reihen sogar
Hat die Party ein Ende
Nach 13 Jahren
In denen manches bewegt
Mehr still stand nur was
Noch bleibt ist offen
Was Berlin kann außer Party
Fragen sich manche
Die vieles nicht sahen
Keine Totenreden über
Lebende halten ist gut
Nun kommt ein neuer
Mit noch keinem Flughafen
Immer noch keinem Geld
Vielen Problemen zuhause
Leicht haben es andere
jt 26.8.14

Herzstillstand

Liebe entsteht im Kopf
Hormone und Gedanken
Mischen sich chaotisch
Kontrollverlust die Folge
Mit dem Herzen hat das
Eigentlich wenig zu tun
Trotzdem bleibt dies
Manchmal einfach stehen
Pumpt plötzlich alle
Gefühle ins Leere
Bis es alle ist
Darum ist es wohl gut
Auf sein Herz aufzupassen
Bevor es verloren geht
Es findet sich schwer
Und Liebe bleibt übrig
Die keinen Grund mehr hat
Klug wäre es darum wohl
Sein Herz für sich zu behalten
Wüsste ich nur wie
jt 26.8.14

Krisenanalyse

Wir befinden uns in einer globalen Krise, die sich deutlich durch die Eskalation der Gewalt überall zeigt. Was ist eigentlich, was eine Krise ausmacht fragte ich mich und las bei Wikipedia nach, auch im Brockhaus, aber da sich dies weitgehend deckte, die vielbändige Prachtausgabe zwar einer meiner schönsten Schätze ist, der mich täglich haptisch auch erfreut, aber doch schlecht online steht, sei hier erstmal wiedergegeben, was Wiki zum Thema meint, um sich danach einige Gedanken über das warum und wie zu machen und Zusammenhänge zu erkennen.

„Krise“ ist ein aus dem Griechischen stammendes Substantiv zum altgriechischen Verb krínein, welches „trennen“ und „(unter-)scheiden“ bedeutet (auf das gleiche Verb geht auch das Substantiv „Kritik“ zurück). Es bezeichnet „(Ent-)Scheidung“, „entscheidende Wendung“ (Duden) und bedeutet eine „schwierige Situation, Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt“ (Duden). Dass es sich hierbei um einen Wendepunkt handelt, kann jedoch oft erst konstatiert werden, nachdem die Krise abgewendet oder beendet wurde. Nimmt die Entwicklung einen dauerhaft negativen Verlauf, so spricht man von einer Katastrophe (wörtlich in etwa „Niedergang“).
Ins Deutsche wurde das Wort von der lateinischen crisis entlehnt und ist seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar, erst in medizinischen Zusammenhängen v. a. fieberhafter Erkrankungen, wo es die sensibelste Krankheitsphase bezeichnete, der bei glücklichem Verlauf der Infektion (ohne Möglichkeit der Antibiotikagabe) eine Entfieberung innerhalb eines Tages folgte und die endgültige Krankheitsabwehr einläutete[6], später auch in allgemeineren Zusammenhängen (siehe oben).
Das zugehörige Verb kriseln ist dagegen informell und nicht Teil der offiziellen Hoch- und Schriftsprache.
Der Krisenmanager Steven Fink sieht Unternehmenskrisen nicht als etwas notwendigerweise Negatives. Er definiert Vorläufer der Krise aus dem Blickwinkel der Wirtschaft als jede „prodromal situation" (wörtlich „vorausgehende Situation“, also eine Phase, die Warnsignale für das Auftreten einer Krise beinhaltet), welche die Gefahr birgt,
sich so zuzuspitzen, dass sie schwer beherrschbar wird,
den Argwohn der Massenmedien oder der Regierung auf sich zu ziehen,
die reguläre Geschäftstätigkeit zu beeinträchtigen.
Charakteristika einer Krise sind nach Anthony J. Wiener und Herman Kahn eine dringende Notwendigkeit von Handlungsentscheidungen, ein durch die Entscheidungsträger wahrgenommenes Gefühl der Bedrohung, ein Anstieg an Unsicherheit, Dringlichkeit und Zeitdruck und das Gefühl, das Ergebnis sei von prägendem Einfluss auf die Zukunft. Außerdem haben es die Entscheidungsträger oft mit unvollständiger oder verfälschter Information zu tun. Auf emotionaler Ebene entsprechen ihr Verzweiflung oder unkontrollierbarer Zorn/Wut. Die subjektive Seite der Krise ist ihre Wahrnehmung durch den Betroffenen, die objektive die (historisch zurückblickende und) Einzelfaktoren zusammen bewertende, distanzierte Sicht.
Im Konzept der „kritischen Situation“ darf nicht jede kritische Situation mit einer Krise gleichgesetzt werden. Krisen bestehen im Allgemeinen aber aus einer Ansammlung kritischer Situationen. Kritisch bedeutet hierbei, dass es sich um für den weiteren Verlauf des Gesamtprozesses entscheidende Phasen handelt. Kritische Situationen können dabei geplant sein, vorhersehbar sein oder völlig unerwartet eintreten.

Fragte mich sogleich, ob wir angesichts der Ukraine, des Iraks, Syriens und von Gaza oder dem gruseligen Alexanderplatz noch in einer Krise sind, also an einem Wendepunkt, der dringend eine Intervention erforderlich macht oder nicht schon längst in einer Katastrophe, da sich der Tod nicht rückgängig machen lässt, das Sterben aber immer schneller geht und normaler wird.

Sofern wir nichts mehr tun können, die Dinge ihren eben katsatrophalen Lauf einfach nehmen, stellte sich die Frage nicht mehr, dann wäre die Katastrophe da. Wozu also noch die Unterscheidung?

Was nun nach einer übertrieben feinen semantischen Spielerei aussehen könnte, hat entscheidende Bedeutung für das wie weiter und unsere Reaktion darauf. In der Katastrophe geht es nur noch darum, sich zu retten und diese Situation möglichst unbeschadet zu überstehen. In der Krise dagegen, stehen wir vor einem Wendepunkt, der die Ereignisse nur zuspitzt, aber durch entschlossenes Handeln noch eine Wende ermöglicht, die eine Katastrophe abwenden kann.

Betrachten wir die Situationen im einzelnen zeigen sie zum einen Elemente der Krise, zum anderen der Katastrophe und welche überwiegen oder uns näher liegen, treffen unsere Entscheidung bei der Bewertung.

Der Mord am Alexanderplatz geschah am hellichten Tag, stellt aber kein katastrophales Ereignis dar, eher einen Ausreißer in der Kriminalitätsstatisitk. Sehr viel spricht dafür, dass die sonst gern dabei verdächtigten Menschen mit Migrationshintergrund in diesem Fall völlig unbeteiligt waren, es sich um einen aggressiven Freak im Drogenrausch handelte. Crystal Meths macht aggressiv und es laufen schon manchmal seltsame Gestalten durch diese Stadt. Der Alex ist schon ein an sich aggressiver Platz, in seiner bedrückenden Häßlichkeit, eine katastrophale Kulisse für jeden Ausbruch, den sie durch riesige Unmenschlichkeit verschwinden lässt - ein grauenvolles Überbleibsel unmenschlicher Architektur, die Gewachsenes zerstörte und unpassend ergänzte, wie so oft in dieser an Katastrophen reichen Stadt, die es sogar schaffte, sich in Friedenszeiten etwa mit dem Berliner Dom völlig zu verunstalten und ein harmonisches, klassisch schlichtes Ensemble, wie das der Insel, die früher Cölln hieß, durch eine hässlich katholisch gespielte Kuppel auf einer schlicht protestantischen Stadtkirche zu verunstalten. Vielleicht ist es eine Katastrophe, wie wenig Innovation diese Stadt zeigt und was die Architekten als Alternative anbieten, dass jeder Wiederaufbau, solange er nur nicht wilhelminisch ist, schon der Harmonie förderlicher wäre - aber gut, wir driften ab, die Unmenschlichkeit der DDR und ihrer Architektur, die Überlebende der Zeit nun historisch verklären wollen, zeigt sich nahezu überall in Mitte, wo sie zum Zug kam, wenn uns auch Alexa beweist, der Kapitalismus hat es in Fragen der Ästhetik nicht wirklich weiter gebracht, er ist nur bunter, aber diese Unmenschlichkeit ist nicht Thema, auch wenn mancher nicht zu Unrecht die Krise kriegt, wenn er hört wie manche zur Verklärung neigen, um ihre Unfähigkeit zur Umstellung des Denkens zu tarnen. Es geht um die rein zwischenmenschliche, in der eben Gewalt eskaliert und bestimmte Bedingungen dies massiv fördern.

In Versen fragte ich gestern noch, ob es nicht pervers sei, dass einerseits betont wird, es müsse die Sicherheit erhöht, werden, damit solche Gewalttaten am hellichten Tag in dieser Stadt nicht geschehen, andererseits der Waffenimport in Kriegsgebiete erhöht wird und der Ukraine, die gerade im Krieg steht noch eine Bürgschaft über 500000000€ versprochen wird, damit sie ihre Armee mit Milliarden sanieren können. Wie kann, wer eine ganz normale Tötung als Katastrophe stilisiert, zum Partner der Vernichtung einer Region werden, einen Krieg unterstützen, der in die nächste Katastrophe führt und keinen Ausweg kennt?

Es ist nicht nur pervers, es ist grausam und von einer mich erzürnenden Arroganz geprägt, wenn eine Gesellschaft ihre Toten als Katastrophe der inneren Sicherheit bezeichnet und zugleich andernorts Krisen zur Katastrophe werden lässt, indem sie Tötungswerkzeuge liefert.

Die Spaltung der Verantwortung und der Bewertung der Menschen nach unterschiedlichen Maßsstäben toleriert und erzeugt Katastrophen nebenbei, weil sie sich aus der Verantwortung schleicht - da verkündet Merkel in Kiew eine Bürgschaft über 500 Millionen und die Ukraine nutzt dies sofort die liquiden Mittel in die Armee zu stecken, diese mit am besten deutscher Wertarbeit auf Westniveau aufzurüsten, dann fließt die Bürgschaft gleich in die richtigen Hande zurück, da sie ansonsten nur geholfen hätte die Kredite deutscher Banken zu sichern - da vergibt sich keiner etwas, die empörten Schreie engagierter Bürger, meist noch der Reservetruppen der unsäglichen Montagsdemonstrationen, sind so verfehlt wie ahnungslos - für die deutsche Wirtschaft und deutsche Banken ist diese Bürgschaft wunderbar - katastrophal ist sie für die Russen in der Ukraine, gegen die nun der momentane Vernichtungsfeldzug weiter geführt werden kann.

Ein weiterer Nadelstich gegen Russland und die Kanzlerin rächt sich wie ihr Vorbild Katharina die Große mit Geduld, viel Vernunft aber unerbittlich. Putin hatte Merkel vorführen wollen, ihr mit einem riesigen Hund die Stresshormone in den Hosenanzug einst getrieben, ist ein enger Freund ihres Vorgängers Schröder, den sie schon zur Genüge blamierte mit der dritten gewonnenen Wahl, inzwischen knapp an der absoluten Mehrheit vorbei - die Pfarrerstocher hat es ihnen allen gezeigt sie hat Geduld und Intelligenz bewiesen und mit kluger Strategie den richtigen Weg gewählt, ihre Macht zu mehren und ihre Gegner sich selbst bloß stellen zu lassen - die Autobahnmaut, ein politischer Unsinn, der nie europäisch so durchsetzbar wäre, wie König Kurt sich das vorstellt, den fand sie schon immer lächerlich und tat nichts, ließ die Getreuen in den Ländern sich empören und die Sache so geschickt im Sand verlaufen, bis es quasi alternativlos ist, diese hirnrissige Idee nicht weiter zu verfolgen - kostet einige Tausend Euro an Manpower, vermutlich fünf- bis sechstellig, aber was ist das schon gemessen an der Chance, ihre Macht weiter zu stabilisieren, indem sie noch einen Mann sich lächerlich machen lässt, ohne etwas dazu sagen zu müsse und sollte sie je dazu gefragt werden hinterher, kann sie sich leicht auf das berufen, was sie vor der Wahl versprochen hat. Diese Frau herrscht geradezu genial eben im Stil des aufgeklärten Absolutismus nach außen, in dem sie vorgibt, nur Zahlen zu trauen und einen strikten Sparkurs fordert, wo ökonomisch das Gegenteil erforderlich wäre, aber verteilt, wo Zurückhaltung geboten ist eigentlich, wie in Kurdistan oder der Oligarchenrepublik Ukraine, die den Maidan gegen den Euro und Dollar Sack eingetauscht hat und sie hat sich damit, als eigentlich absolutistische Herrscherin entpuppt, denn was die Pfarrerstochter will, dass nennt sie nicht mehr gottgewollt sondern alternativlos und ihre Herrschaft, heißt es, geht vom Volke aus, aber ist doch jenseits der Demokratie, ein bloßer Vollzug dessen was nötig ist, gibt sie vor und erweist sich damit möglicherweise als einzige Taktikerin in dieser ganzen Weltsituation, die mit Niveau und Stil arbeitet, sehen wir mal von den nicht so direkt beteiligten Chinesen ab.

Nun gut, die Kanzlerin hat unsere Bewunderung, sie hat an weltploitischer Bedeutung und taktischem Geschick ihr großes Vorbild Katharina überholt - nun aber wird es Zeit, sie auch in Fragen der Aufklärung und des europäischen Frieden zu erreichen. Sie kann sich von mir aus die Ukraine teilen mit Russland und Polen, Österreich ist ja kein angrenzender Partner mehr oder sie gegen Königsberg eintauschen und Preußen wieder preußisch machen, für die Bürgschaft, die dieser Staat nie aus eigenen Mitteln wohl wird sichern können, wenn es darum ginge, das europäische Erbe ihres Vorvorgängers wird sie nicht mehr stören können, Preußen ist aufgelöst, nur noch kulturell interessant und die Preußin an der Spitze Europas in der Tradition der askanischen Holsteinerin, kann nun klüger walten, um nicht die Zeit ihrer Herrschaft zu einer der nächsten Katastrophe zu machen, nach 18 und 39.

Sie sollte endlich mit weitem Blick strategisch schauen, was ihrem Land gut tut, was Europa braucht, warum Amerika dort mit der CIA zündelt und wie sie den langsam genug gedemütigten Putin wieder als Partner ins Boot holt. Merkel ist die Schlüsselfigur in diesem Spiel. Sie kann die Zügel in die Hand nehmen und die reale Krise davor bewahren, zur europäischen Katastrophe zu werden. Aber kann sie das wirklich oder ist sie trotz scheinbarer taktischer Klugheit nur ein von Rachsucht getriebenes Weib?

Hoffe sehr, dass sie nun alles tut, ihrem Vorbild Katharina gerecht zu werden, strategisch für Europa denkt und die Krise schnell beendet, sie als europäischen Wendepunkt begreift, an dem es eine umfassende Strategie für die Zukunft braucht, die mit dieser Schlafmütze aus Luxemburg an der Spitze der Kommission nicht zu machen sein wird.

Schauen wir in die Geschichte, denken wir etwa an Maria Theresia, die ihr Land in drei unnötige Kriege trieb, Europa in eine Katastrophe, um ein Stück Land zu retten, das auch gewonnen kaum die Verluste dieser Kriege wettgemacht hätte, der am Ende doch nur zum Frieden von Hubertusburg führte, weil sich alle nach vielen Jahren und zu vielen Toten wieder irgendwie einigen mussten. Sie hatte sich rächen wollen an dem Berliner Aufklärer als katholische Fürstin, den der im Ruf stand ein Atheist zu sein, zur Räson bringen und demütigen wollen - und was hat sie erreicht? Nichts, im Gegenteil hat sie den Grundstein für die Trennung Österreichs vom Deutschen Reich gelegt, die Position ihres Mannes und später ihres Sohnes als Kaiser geschwächt. Friedrich nannte sie, Zarin Elisabeth und die Pompadour die drei Erzhuren Europas, er, der in seinen Kriegen selbst oft an vorderster Front gekämpft hatte, wusste was dies Sterben bedeutete, hatte es gesehen und litt daran, kehrte als, wie er selbst sagte, alter Mann aus den Kriegen zurück, die er selbst mit zumindest zweifelhafter Begründung angezettelt hatte. Keiner  hatte am Ende etwas gewonnen, Preußen blieb Schlesien und im übrigen wurden die Verluste ausgeglichen, es hatte sich eigentlich, wie immer, nicht gelohnt - allerdings ohne den Frieden mit Russland und Katharina der Großen, die der Schwärmerei ihres Mannes für Friedrich zumindest nichts entgegensetzte, wäre Preußen so von der Landkarte verschwunden, das Haus Hohenzollern vermutlich von der Herrschaft verschwunden.

Eine drohende Katastrophe ist nur mit entschlossenem Eingreifen und einem langfristigen geostrategischen Plan für Europa zu verhindern. Dazu gehört es vorab die Prioritäten festzulegen.

Die globale Wirtschaft erlaubt keinen taktischen Krieg in Europa, die Ökonomien Deutschlands, Skandinaviens, auch Frankreichs, das sich wieder von kleiner Katastrophe zu Katastrophe mühsam stolpert,der Benelux, können sich keinen Krieg erlauben, da sie global arbeiten und wo sie es nicht mehr tun, ihr Sterben schnell beginnt, Geld abgezogen würde von den Banken, den echten Global Playern, die längst in irgendwelchen nur Steuerparadiesen sitzen. Für die US Wirtschaft dagegen, die auf einem völlig überbewerteten Dollar sitzt, der von einer FED verwaltet wird, die sich aus den Aufsichtsräten der Banken besetzt, die sie eigentlich kontrollieren soll, einer nur noch im Gewand der alten Demokratie erscheinenden Oligarchie wie die Ukraine, wäre so ein Krieg global gesehen gerade relativ günstig.

Ein solcher Krieg mit dem Ziel der Absetzung Putins und dem Ausverkauf Russlands, das sich dank sehr hoher Reserven, geringer Schulden und enormer Rohstoffquellen relativ unabhängig bewegen kann, was den Banken der USA nicht gefällt, da diese bemüht sind den übrigen Weltmarkt außer China zu kontrollieren, um größtmögliche Sicherheit für ihre Investoren zu gewährleisten, wäre für die amerikanischen Banken interessant, um als Sieger Russland wieder aufzubauen, ins Bündnis nach ihren Bedingungen zu zwingen, die Rohstoffquellen als Sicherheit für Dollarkredite zu übernehmen und anderes mehr.

Dieses Ziel wäre die beste Wende der Krise für die Banken, die den globalen Markt beherrschen, mit Geld versorgen und kontrollieren. Dafür würden sie leicht einen Krieg in Europa inkauf nehmen. Die mögliche Zerstörung wichtiger Kulturschätze dabei, wird angesichts der Gewinnaussichten billigend inkauf genommen, vor allem wäre die Weltherrschaft der großen Banken dann total und China, das sich noch ein wenig ziert, würde von West und Ost her in die Zange genommen und wohl ebenso unter Kontrolle gebracht.

Putin kann diesen Krieg scheinbar nur verhindern, sofern er nachgibt, sich dem US Dikat unterwirft. Zugleich muss er sich einer Unzahl von Provokationen beugen, die von der CIA im Nachbarland inszeniert und von dem Oligarchen Marionetten Regime durchgeführt werden. Die Krim ist völlig uninteressant für alle Staaten außer Russland, aber sie bot den Schlüssel den Koloss, der zu frei und trotzig war und dabei noch ökonomisch erfolgreich, in die Enge zu treiben. In der momentanen Zuspitzung hat Putin das Heft der Eskalation schon aus der Hand gegeben. Will er nicht sein Amt, seine Macht und sein Land riskieren, muss er den russischen Widerstand stärken und das Land einen.

Sobald er sich zu sehr bedrängt sieht, wird er dem Westen den Gashahn zudrehen, was möglicherweise im kommenden Winter schon sehr bitter für Europa wird, das so schnell keine Alternativen hat und Perspektiven schon gar nicht. Diese Provokation könnte der Auslöser für die direkte kriegerische Auseinandersetzung werden.

Hier hätte Merkel in Deutschland den Schlüssel in der Hand, durch mehr Verbindlichkeit und die sinnvolle Einbindung Russlands für Partnerschaft statt Konfrontation zu werben. Noch tut sie das Gegenteil im Dienste amerikanischer Banken und einer vorgeschobenen Gerechtigkeit für den Erhalt der Oligarchenrepublik mit faschistischer Regierungsbeteiligung, die keinen Krieg je wert ist im Sinne europäischer Wertvorstellungen und ihre Regierung zeigt uns genau das, wenn sie in der momentangen Situation einen gerade Kredit oder die Bürgschaft der deutschen Steuerzahler für die dort regierenden Milliardäre direkt in den Krieg in die Rüstung investiert und was machte sie - schütte Öl ins Feuer und verschlimmert die Situation dramatisch. Europa wird das Baltikum und Polen nicht gegen Russland schützen können, käme es zum Krieg, wir tun nur so, als würden wir es riskieren wollen, aber wir können Russland einbinden und mit ihm auch die Ukraine in Europa ertragen und sie über die ebenso hohen Schulden, die sie bei Gazprom haben, auf Kurs zwingen.

Diese Krise, die auch mit deutscher Hilfe auf dem Weg in die Katastrophe ist, kann also durch taktisch kluges Verhalten noch abgewendet werden, denn ob Europa einen Krieg gegen Russland, der bei Weiterführung dieses Theaters droht, heil überstehen wird, scheint mehr als fraglich. Ökonomisch ist der Schaden nach der letzten Krise von 2008 ohnehin schon viel zu groß. Die USA verfolgen ihre Interessen und werden weder den Euro noch die EU retten, wenn es darauf ankommt, wissen wer der langfristige Partner ist. Dies zeigt sich auch deutlich daran, dass gemeinsame Rohstoffprojekte in der Arktis fortgesetzt werden und das Boykott und Drohungsspiel nur dazu dient Europa und vor allem Deutschland bei der Stange zu halten, das zuletzt aufgrund der publik gewordenen NSA Affäre nicht ohne Grund verärgert war. Amerika wird nichts tun, was die eigenen strategischen Interessen gefährdet oder keinen Gewinn verspricht. Die Katastrophe in Europa stört die USA, sollte sie eintreten nur am Rande, sofern die großen strategischen Fragen zu ihren Gunsten entschieden werden.

Es liegt in der Hand der Kanzlerin, die ein wenig versucht, Russland durch die NATO, auch zu lasten des Baltikum, nicht zu sehr zu provozieren, andererseits aber Putin selbst als nur bedingt zurechnungsfähig zu erklären, was ein böser strategischer Fehler gewesen sein könnte, da Putin das nicht auf sich sitzen lassen wird, denn so absurd es angesichts der geostrategischen Bedeutung dieser Fragen scheint, persönliche Befindlichkeiten der Handelnden spielen immer eine Rolle im großen Theater, warum die persönliche Kränkung oder die Erhebung über den anderen immer unklug ist. Es wird auch hier eine Verhandlung geben müssen, bei der sich geeinigt wird und bei der keiner zuviel verliert, da ist persönliche Verletzung gefährlich, vor allem führt sie zu nichts.

Die mediale Schlacht des Westens gegen Putins Russland sollte dringend gestoppt werden, zumal sie unter nahezu völliger Ausblendung der Taten der Regierung in Kiew und der mit ihr verbündeten Kräfte des Rechten Sektors geschieht. Natürlich ist die Presse hier frei, aber so wie sie sich nahezu geschlossen in den NATO Kurs fügte, wäre ein Einlenken genauso schnell möglich, wenn es medial klug vorgebracht würde.

Sofern Russland sich als Partner für den Frieden in Europa wieder anerböte und den direkten Kontakt zu EU und NATO suchte, hätte Europa die Möglichkeit endlich selbständig in seinem Interesse zu handeln. Ob Putin, der die russlandtreuen Rebellen unterstützt, oder Obama, der die Gegenpartei über die CIA an die Macht putschte, um andere Oligarchen wieder ins Amt zu setzen, der größere Gauner in dieser Affäre ist, weiß ich nicht zu entscheiden. Die USA verfolgen in der Ukraine klar ökonomische Ziele im Sinne ihrer Banken und strategische gegen Russland, indem sie das Aufmarschgebiet der NATO nochmal tausend Kilometer näher an die russische Grenze verlegen.

Russland will zum einen die Russen in der Ukraine schützen, zum anderen seine eigenen ökonomischen Forderungen in Form der Gasschulden der Ukraine territorial absichern. Das haben sie zum einen durch die Annektion der Krim bereits getan und dieser status quo könnte langfristig Teil einer Einigung sein, die mit einem entsprechenden Schuldenerlass einhergeht. Sich darauf einzulassen, könnte die EU Russland als Partner mit der Ukraine zwingen, aber nur, wenn sie verhandeln, wo sie den Konflikt suchen, wird Russland ihnen irgendwann den Gashahn zudrehen, woran Russland erstmal kein Interesse hat, da es auch die Devisen brauchen kann, was es sich aber angesichts des hohen Staatsvermögens und der mittlerweile sehr geringen Schulden gut leisten könnte, insbesondere angesichts der Einigung mit China über den Gashandel gen Osten, was den Quellen noch näher läge. Russland würde sich aber ungern weiter isoliert sehen und ist, wie sich in der Vergangenheit zeigte, für die Nähe zu Europa oder eine mögliche Aufnahme in die EU und NATO auch zu vielen Zugeständnissen bereit. Dies sollte Europa nutzen und endlich taktisch verhandeln, statt sich länger als nur Büttel der USA gegen eigene Interessen zu blamieren, denn wir werden Putin nicht auf europäischen Kurs bringen, wenn wir ihm drohen oder erziehen wollen, um so leichter aber, wenn die Partnerschaft zum Gewinn für beide Seiten wird.

Eine solche langfristige Partnerschaft wäre auch im Interesse der Ukraine, die als Staat nur zu erhalten ist, sofern die russische Mehrheit im Osten, die nur auf das ganze Land gerechnet eine Minderheit ist, integriert wird. Der bei der sonst immer weiter drohenden Abspaltung verbleibende westliche Teil hätte weder Rohstoffe noch Aussichten auf eine Entwicklung angesichts der erdrückenden Schuldenlage, die es bereits zum weitgehenden Verkauf seiner Ländereien und Rohstoffe an die USA beziehungsweise US Konzerne zwingen. Damit gäbe es keine Perspektive auf Entwicklung für die Oligarchenrepublik, in der sich weiter eine kleine Gruppe von Superreichen auf Kosten der Mehrheit bereichert. Gegen Russland und als Profiteure des Ausverkaufs ihres Staates diesen von der einen Abhängigkeit in die nächste steuern, ohne zu wissen, welche langfristig eine Perspektive böte.

Europa kann die Krise nutzen, bevor sie zur Katastrophe wird, dagegen werden sich die USA wehren, aber was uns droht, sofern der Kampf um die Vorherrschaft auf den Schlachtfeldern der ehemaligen UDSSR endgültig ausbricht, will ich mir lieber nicht vorstellen. Berlin liegt zu nahe an künftigen Schlachtfeldern, als dass es meinen könnte davon eher verschont zu bleiben als Moskau - nutzen wir die Chance die bestehende Krise, die das Zeug zum Weltkrieg hat und also einer Katastrophe, noch zu lösen, lange haben wir nicht mehr.

Anders sieht es auf den Schlachtfeldern im ehemaligen osmanischen Reich aus, dem lange Gegner Europas und Russlands, auf dem sich eine neue fanatische Gruppe stark macht, die Verbündete in nahezu allen islamischen Staaten findet und die vom Westen und vom NATO Partner Türkei lange gestärkt wurde. Hier zerfallen mit Unterstützung des Westens gerade zwei der Nachfolgestaaten und nun, wieder mal zu spät, versuchen wir die einzigen zu unterstützen, die noch irgendeine Abwehrchance bieten und bewaffnen die Peschmerga, die kurdischen Kämpfer im Irak, die logisch eng verbündet mit allen anderen kurdischen Kämpfern um Unabhägigkeit, auch die PKK bewaffnen werden, sobald dies militärisch geboten scheint und gerechtfertig werden kann.

Wie greifen wir hier ein, wenn die Kurden es nicht schaffen die ISIS Truppen auf Dauer zu stoppen?

Noch wehrt sich alles gegen Bodentruppen, auch die USA, die diese Krise durch unnötige Kriege verursacht haben. Es ist nur eine Frage der Zeit, denn es sieht nicht danach aus, als wäre ISIS aus der Luft zu stoppen. Dann spätestens steht auch die Bundeswehr wieder mit NATO Truppen an der kurdischen Grenze und in noch einem Krieg, bei dem wir eine Truppe bewaffnen, weil wir selbst nichts riskieren wollen, die uns in die nächste Krise stürzen wollen,  denn die Kurden wollen schon lange einen eigenen Staat, gemeinsam mit den Kurden auf dem Gebiet der Türkei und denen im Iran und wer wollte es ihnen, die unseren Kampf fechten, beziehungsweise den Amerikas, das die Region ins Ungleichgewicht brachte.

Dieser Kampf wird nicht einfach enden, auch wenn es den Kurden gelingen sollte, ihr Staatsgebiet zu verteidigen mit Unterstützung der NATO. Die gut ausgerüsteten und zu allem entschlossenen islamistischen Kämpfer, die gerade in Syrien wieder eine Kaserne erobert haben, werden weiter kämpfen und sich dann zuerst wieder Syrien, dem Golan, dem Libanon, bald Jordanien und auch Israel zuwenden. Wann will der Westen, der diese Region durch Unterstützung verschiedener revolutionärer Kräfte völlig destabilisiert hat, eingreifen. Der Al Quaida Ableger ISIS hat regen Zulauf in der islamischen Welt, Verbündete in Nigeria und Umgebung, der Traum des islamischen Weltreiches hat manche Unterstützer unter denen, die dem Westen seine Kriege übel nehmen und die in schwieriger realer Lage vom großen Reich träumen.

Es ist eine Krise im gesamten Nahen Osten, die längst zur Katastrophe wurde, für die kein Ende absehbar ist. In dieser Situation genehmigt Wirtschaftsminister Gabriel den Verkauf von Rüstungsgütern nach Algerien, das selbst lange schon in einer kritischen Situation mit islamistischen Kräften war und auf dem Weg der Gotteskrieger irgendwann wieder liegt. Der Verkauf an Algerien, einen Staat in dem Islamisten an der Basis stärker werden, jährlich hunderte infolge von Attentaten der Al Quaida im Maghreb sterben, gilt als genehmigungsfähig für einen Sozialdemokraten, der ein großes Theater hinsichtlich der Fertigstellung eines Auftrages in Russland macht, der außer als Übungsplatz keinerlei Gefechtsrelevanz hat, der bereits bezahlt wurde und also hohe Schadensersatzforderungen auslösen wird.

Die Politik der deutschen Regierung und Europas im Ganzen ist ohne jede Strategie. Es wird auf Notfälle reagiert, statt strategisch zu agieren. Wir haben es dort mit einem Gegner zu tun, der einer göttlichen Vision vom großen arabischen Kalifat folgt. Kämpfer, die ein Ziel haben, für das sie sich jederzeit zu opfern bereit sind und wenn wir einen Kopf dieser Schlange treffen sollten, werden an anderer Stelle zehn neue nachwachsen.

Die USA hoffte mit der Ermordung Osama bin Ladens verschwinde der Spuk Al Quaida. Das war mehr als naiv und widerspricht der Struktur der Kämpfer für den islamischen Gottesstaat. Es sind einzelne unabhängig agierende Gruppen von Kämpfern, flexibel und mobil, die keine Führerpersönlichkeit brauchen, auch wenn es einige Köpfe wohl gibt und sie tauchen in Afrika auf wie im Maghreb und die Hamas hat auch schon in Syrien an ihrer Seite gekämpft.

Russland kennt den Kampf gegen radikale Islamisten aus seinen eigenen Landesteilen, in Erfahrung der früheren Sowjetunion ohnehin. Sie konnten die Mujahedin in Afghanistan so wenig schlagen, wie dies später der vereinigten westlichen Welt gelang, die es mit Al Quaida und den Taliban zu tun hatte. Aber sie haben deutlich mehr Erfahrung im Umgang mit diesen Terroristen als wir bisher und sie aufgrund einer Auseinandersetzung in der Ukraine, bei der es nur um 9% der Fläche überhaupt und momentan im Kampf keine 3% geht, zu verprellen, einen neuen Kalten Krieg auszurufen, während jede Strategie zur Rettung im Süden fehlt, ist nicht nur leichtsinnig, es ist wahnsinnig.

Nur gemeinsam mit Russland und China, die auch Erfahrung mit islamischen Aufständen in den eigenen Grenzen haben, könnten wir eine globale Strategie entwickeln, die diesem Terror Grenzen zieht und den Menschen dort die Chance zu einem friedlichen Leben nach unseren Vorstellungen von einem Rechtsstaat gibt. Damit wir dies durchsetzen könnten, müssten wir die Region vollständig besetzen und kolonialisieren, ihr unser System aufdrängen, womit nicht gesagt ist, dass es je akzeptiert würde und auf welcher Grundlage dies gehen soll - Afghanistan hat uns gezeigt, wohin westliches Wirken im Orient geführt hat - hunderttausende Tote später haben wir nichts gelernt, greifen wieder ein, wenn auch nicht richtig, nur halb, ohne Strategie und ohne Mut.

Wer keine Strategie hat, sollte sich besser zurück halten und helfen, mehr nicht. Waffen helfen nie, sondern verlängern nur den Krieg in einseitigem Interesse. Es könnte gut und richtig sein, dort einzugreifen, auch für die Freiheit der Andersgläubigen, aber es ist auf jeden Fall falsch dort einzugreifen ohne Plan oder Strategie zu einer Lösung. Entweder wir entwickeln nun eine klare Strategie oder wir halten uns besser überall raus.  Der Weg, den wir gerade beschreiten, führt sicher ins Chaos. So gesehen hängen die Toten am Alex, als Opfer von Gewalt, die grassiert und in der Luft liegt, eng mit denen in der Ukraine und in Syrien und dem Irak zusammen und die weitere Eskalation in und um Israel steht auf keinem anderen Blatt geschrieben. Wer Frieden will, muss Kompromisse suchen und nicht für sich die maximale Lösung in Anspruch nehmen wollen. Darauf wird es ankommen, wenn es darum geht, ob die Krise zur Katastrophe wird. Jede maximale Position gefährdet unsere Zukunft.
jt 26.8.14

Morgenandacht 0104

Über etwas schlafen
Und sein es auch nur
Wenige Stunden hilft
Uns den Blick zu öffnen
Manchmal zumindest
Dann dankbar erwachen
Für den Durchblick
Auch wenn er uns
Nur zeigt wie dumm
Wir unausgeschlafen
Reagierten viel Grund gibt
Sich über sich zu ärgern
Aber doch zumindest
Eine Freude ist weil wir
Etwas lernten irgendwie
Weiß nicht ob es andern
Ähnlich geht zumindest
Lehrt es häufiger vorher
Darüber zu schlafen
Um sich hinterher
Weniger zu ärgern
Was eine gute Aussicht
Für ein morgen ist
Egal wie das Wetter wird
jt 26.9.14

Montag, 25. August 2014

Liebeslos

Als sie sich ganz hatten
Begannen sie zu schweigen
Weil es mehr kaum noch
Zu sagen gäbe zueinander
Vielleicht bis sie sich
Finden um im Nichts
Jenseits der Stille
Alles zu haben
Wenn es ist
Wenn nicht
Ist auch alles gesagt
Weil weiter ein Traum
Nicht gehen kann
Als in dem Gefühl
Alle Grenzen zusammen
Überschritten zu haben
So ist was war schon
Mehr als genug um
Einfach zu warten
Was kommt
Oder nicht
jt 25.8.14

Morgenandacht 0103

Der große Sommer ist zu Ende
Zumindest die Ferien sind vorbei
Morgens sind wieder die Kinder
Auf dem Weg zur Schule zu hören
Wie sie im Hof ihre Räder aufschließen
Das gewohnte Klappern Quietschen
Schreien und Lachen ist wieder da
Sie sind vom Land zurück im Leben
Wenn es nicht mehr still ist am Morgen
Ist der Sommer vorbei in der großen Stadt
Dann beginnt irgendwann in Berlin
Jenseits der Stille der Herbst
jt 25.8.14

Nachtgedanken 0020

Wenn Freunde zurückkommen
Die über den Sommer
Durch das Land tourten
Ist das ein Fest an sich
Wo sie auf die Bühne kommen
Um wieder Zuhause zu spielen
Wird das Fest zur Feier
Noch ihre Musik im Ohr
Wieder für sich klingen
Ihre Lieder durch die Nacht nach
Während die Gedanken fliegen
Bleibt die flüchtige Musik
Als Gefühl zurück in mir
Um sich mit den Worten
Zu mischen die durch den Tag
In mir Sätze wurden in Versen
Und während das Echo ab
Die Stille aber zunimmt
Wird es ruhig
jt 25.8.14

Sonntag, 24. August 2014

AlexMörderPlatz

Wieder hat es einen erwischt
Abgestochen am hellichten Tag
Am hässlichsten Platz im Land
Die Medien sprechen davon dass
Ein Grund nicht ersichtlich sei
Als gäbe es je einen dafür
Was zeigt wie absurd wir
Inzwischen mit dem Tod leben
Während östlich gezielt getötet wird
Südlich Drohnen menschliche Ziele
Erfolgreich treffen empört sich
Zu Berlin der Innensenator laut
Weil einer tut was bald wieder
Deutsche Waffen in Kurdistan sollen
Wo töten der Bösen gut ist
Ist ja auch Krieg wie in der Ukraine
Die nun mit deutschen Millionen
Ihre Armee weiter aufrüstet
Zum Russen töten

Kommt das nur mir so pervers vor
Wenn mit zweierlei Maß gemessen wird
Da wird einer abgestochen während wir
Waffen ausliefern um weiter zu töten
Die Aufregung ist groß und es sollen
Maßnahmen ergriffen werden damit
Hier nicht passiert wofür wir dort
Alles liefern was töten kann
jt 24.8.14


Wahnsinnsnormalität

Berlin ist wahnsinnig
Immer irgendwie am Rand
Kurz davor abzustürzen
Rappelt sich immer wieder auf
Ohne eine Perspektive
Wurstelt die Metropole weiter
Nie da und immer im Augenblick
Ganz sich hingebend als gäbe es
Kein morgen mehr am Rande
Des Abgrunds der improvisiert
Zusammengehalten nur halt
Gerade so überlebt um
Auf den Trümmern der Geschichte
Die nie endende Party zu feiern
Was sie kann wie keine
Sonst kann sie eher nichts
Aber das genügt ja auch
Um hier zu sein bis die Party
Ein Ende findet irgendwann
Bis dahin bleiben wir hier
Als Wahnsinnige untereinander
jt 24.8.14

Miss Alternativlos II

Miss Alternativlos hat entschieden
Was absolut alternativlos nun ist
An Waffenlieferungen an die Kurden
Zugleich legte sie fest was nun gar nicht
Geht nämlich selbige an die PKK noch
Zu geben damit sich der Partner Türkei
Nicht unnötig provoziert fühlt
Der jetzt schon fürchtet die Kurden
Frisch bewaffnet vom Westen würden
Bald ihren eigenen Staat ausrufen
Was ihnen noch bedrohlicher scheint
Als die ISIS Krieger die sie selbst
Noch ausrüsteten um Syrien weiter
Zu destabilisieren und es wird sicher
Spannend wie Merkel nun aus Berlin
Verhindert dass die Peschmerga ihren
Kameraden im Kampf Waffen geben
Was zeigt Waffen in Krisentegionen
Verlängern immer den Krieg
Zum Glück wissen wir Deutschen ja
Es war alternativlos und also
Muss es wohl so sein
Widerstand zwecklos
Weiter geht es im Gleichschritt
In den Krieg den keiner will
Oder gibt es da doch einen
jt 24.8.14