Donnerstag, 14. August 2014

Gedankenaufstieg

Zum Gedenken an einen wunderbaren Schauspieler und eine seiner schönsten Rollen sind wir alle, zumindest ziemlich viele, auf die Tische gestiegen, manche riefen dabei Oh Captain, my Captain!, einige erinnerten damit noch an einen Dichter und welche sogar an einen amerikanischen Präsidenten, der für den Kampf gegen die Sklaverei starb - ein Aufstieg, um innezuhalten und umzudenken, ist großartig, wir sollten nicht damit aufhören, nicht so schnell wieder runterkommen, sondern oben bleiben und genau schauen, was wir sehen, auch wenn wir nicht an Robin Williams denken, der sich aufhängte, weil er es wollte und damit seinen Frieden hat.

Die Toten gehen uns nichts mehr an, sie sind nicht mehr da, auf sie finden die Regeln des Sachenrechts Anwendung, soweit sie nicht der Friedhofsordnung und der Totenehrung, einer Sache, die albern genug ist und dennoch besteht,  unterliegen, sie sind also Sachen und Dinge, die wir, wie so viele Dinge, oft zu ernst nehmen. Sich mit dem Tod beschäftigen, ändert an diesem nichts, Trauer bewältigt nicht, sondern setzt uns nur dem aus, was wir ohnehin nicht verstehen, außer als Natur eben. Darum beschäftige ich mich nicht mit dem Tod sondern mit dem Leben und dem, was es heißen kann, auf die Tische zu steigen, um sich die Bedeutung eines Gedichtes klar zu machen, etwas laut in die Welt zu rufen, um sich zu hören und sich zugleich hörbar zu machen.

Als ich oben stand, habe ich die sonst gewohnte Welt anders gesehen, nicht viel, wohne ja seit Jahren in ihr, kenne sie und verrücke nur wenig meist, aber doch aus einer anderen Perspektive, die mir den Horizont öffnete. Manche fahren um die Welt, um ihren Horizont zu erweitern und kommen als sture Nationalisten oder gar Gläubige wieder, sind überzeugt, ihren Horizont zumindest horizontal erweitert zu haben. Davon verstehe ich nicht viel, die wenigen male, die ich um die Welt reiste oder in ihr herum, war ich mit Schauen beschäftigt und litt am Reisen, dachte weniger, als ich erlebte und war hinterher selten klüger als vorher, nur beschäftigt eben und mit der Gewohnheit versehen, ich müsste ja nun mehr wissen, mein Horizont gewachsen sein, nur weil ich über den rein visuellen ging.

Weiß nicht, wie es anderen dabei geht, ob sie wie ich damals auch und vermutlich die meisten, nur nachplappern, was die Reiseindustrie uns erzählt - Reisen bilde -, oder wirklich an Reife und Erkenntnis dadurch gewonnen haben, was mich rein logisch erstaunen würde. Sich auf eine Sache zu konzentrieren, um sie ganz zu machen, ist gut für uns und meist im Ergebnis besser, auch wenn es bei uns völlig verpönt ist, sich nicht dem multitasking in allem hinzugeben, wissen wir eigentlich, es ist besser, dies nicht zu tun, schreibt der Leser mit schlechtem Gewissen, der immer mindestens zehn Bücher auf einmal liest, um zwischen den literarischen Welten nach Laune wechseln zu können, was mich geistig frei macht und flexibel hält.

Den einen Tag lieber im Montaigne blättern und lesen, mich seinen ausufernden Gedanken hingeben, dann wieder in Romane tauchen, aus welcher Welt und Zeit auch immer, um im nächsten Band im Stapel über die Zeiten zu lesen - schon der alte Cicero, den ich weniger schätze als seinen Zeitgenossen Lukrez, weil dieser besser dichtete und freier dachte, weniger konform war, aber schon dieser, sicher nicht dumme Mann schrieb vor über 2000 Jahren, was braucht es mehr als einen Garten und eine Bibliothek, um glücklich zu sein.

Den Garten überließe ich dann gerne meiner Gattin, die dort ihre Erfüllung mit den Händen in der Erde und Kontakt zur Natur finden möge, auch insofern dies mir die Bibliothek und die Zeit zu lesen, während sie sich im gärtnern erfüllt, für mich ließe. Völlig unbegabt was alles Grünzeug angeht, auch nicht sonderlich daran interessiert, kann ich mich um so mehr an einem zärtlich gepflegten Garten erfreuen, wenn ich dort nur zum Lesen verweilen darf und teile dann gerne die geistigen Schätze mit der gärtnernden Hälfte der Bevölkerung und so könnte die Welt gut eingerichtet sein, wenn alle Leser Gärtnerinnen aus Liebe wählten und als Gärtner dafür Leserinnen.

Leider meinen wir oft die geteilten Hobbys sollten sich ergänzen und um so mehr wir teilten, um so glücklicher wäre die Verbindung, um so erfolgsversprechender die Liebe. Die Praxis beweist oft das Gegenteil, da Menschen die Dinge nach ihrer Art eben völlig unterschiedlich wahrnehmen und beurteilen - darum träumte ich mir zwar immer eine Frau, die Bücher liebt wie ich und so zärtlich mit mir umgeht wie mit ihnen, doch vermutlich führte die so tief geteilte Liebe zu nichts als beständiger Sorge eines jeden, nicht erkannt zu werden, was so albern wie absurd ist und dennoch bleibt die Sehnsucht, uns im anderen wieder zu finden, völlige Nähe nicht nur horizontal und mittig zu erleben die große Sehnsucht unseres Lebens.

Zumindest scheint es mir möglich, dass diese Sehnsucht der Kitt ist, aus dem wir Beziehungen sonst eher nicht zusammen passender Partner schweißen und deren sozial nötige Haltbarkeit eher gewähren, als es ohne wäre, denn nach was streben wir eigentlich, wenn wir uns verbinden und was soll der Gewinn einer Partnerschaft sein - falls nun einige fürchten, ich hätte den Ausgangspunkt vergessen, den Aufstieg auf die Tische zur Erweiterung des Horizontes, so sein diese beruhigt, die Umstände aus denen wir aufsteigen und in die wir irgendwann wieder herunter müssen, sind sehr wichtig für das, was mit unserem Horizont geschieht, um den es ja bei allem geht und der sich durch den Aufstieg erweitern soll, warum der status quo aus dem wir uns emotional heraus wühlen, nicht völlig unwichtig ist.

So müsste ich, wäre ich weise, nach einer bücherliebenden, leidenschaftlichen Gärtnerin Ausschau halten, um mich mit ihr zur Mehrung und Optimierung des beiderseitigen Glücks zu paaren. Die Praxis hat diese These bisher weder widerlegt noch bestätigt. Wir sind nicht klüger geworden, haben vielleicht Erfahrung gewonnen und auch an den Träumen hat sich wenig geändert und wenn mal eine so in allem passte, wurde die gemeinsame Existenz im Kontext relativiert, was dem Ganzen schnell dem Reiz nahm oder den ihren relativierte, weil sich in etwas immer irgendwas besseres findet.

Dennoch gab es und gibt es sicher die eine oder andere, die vollkommen passte und mit der sich der Traum einer Liebesgeschichte denken ließe, wie sie meist nur in Träumen existiert und an den üblichen menschlichen Unzulänglichkeiten in der Praxis scheitert. Um es kurz zu sagen, wenn es also im Bett so gut klappt, wie im Diskurs, die geteilte Liebe sich ergänzt und nicht eifersüchtig bewacht, wäre das Glück vollkommen und es gäbe keinen Grund mehr, darüber nachzudenken, weil alles gut ist. Warum es uns Menschen oder zumindest mir und den meisten, die ich kenne, so selten gelingt, diesen Traum genüsslich zu leben, wo doch so viele, dem Hören und Sagen nach zumindest, genau davon träumen, gehört zu den heißen Rätseln der Weltgeschichte.

Manchmal sind es die Umstände, die Romeo und Julia artig die eigentlich idealen Paare daran hindern, zusammen zu kommen, der andere Gatte, die Kinder, die Entfernung, der Job und was sich da noch so als Ausrede findet, den anderen weiter zu idealisieren und vom ewigen Begehren genau wie von der größten Nähe zu träumen. Es ist kein Fall bekannt, in dem die Praxis diesen Traum je völlig erfüllt hätte, aber wir dürfen ja noch Träume haben, ist dann die liebste Ausrede, der nicht pragmatisch orientierten Beziehungsträumer, zu denen sich der Autor immer wieder gerne zählt, auch wenn er eigentlich viel lieber pragmatisch jemanden in einsamen Nächten neben sich hätte, der, also eigentlich nach meiner Natur Die, aber egal, wenn er lieber für sich liest, gern den Garten mit Leidenschaft bearbeitet oder den schönen Körper beim Sport pflegt, solange dies nicht gegenseitig sein muss.

Eigentlich Autist im Denken und gern für sich, beobachte ich die Menschen in den Cafés lieber, als mich unter sie zu mischen. Manchmal rede ich auch mit welchen, genieße die flirtenden Spiele und gelegentlich kommt es hier wie dort auch zu Berührungen und dabei stets den großen Traum im Hinterkopf, den ja theoretisch viele teilen, nahezu alle, mit denen ich darüber sprach zumindest und doch findet sich sehr, sehr selten gemessen an dieser eigentlich hohen Übereinstimmung tatsächlich Nähe und ließen wir die wenigsten auch nur an uns heran, dennoch nicht ahnen, dass sie vermutlich das gleiche denken und also nur unser wechselseitiger sozialer Autismus in Aktion beide am eigentlich möglichen Glück hindert.

Theoretisch hindert, denn es kommen ja noch andere Faktoren dazu, der Anblick etwa, der verschieden je nach Position zu bewerten ist - wie gestern etwa, als sich eine sehr blonde Polin von ausladender Oberweite nah neben mich setzte, das ich streck den Finger aus und ziehe mich zurück Spiel spielte, mich tief blicken ließ, während sie sich unnahbar gab und streng schauen wollte, den tätowierten Schriftzug auf ihrem Rücken sichtbar präsentierte - was nun bei dieser, sonst eher an eine üppig gewordene Barbie erinnernde, irgendwie nur Schönen, eher amüsant wirkte. Eine üppige Blondine also, mit erotisch östlichem Akzent, einem lyrischen Schriftzug zwischen den Schulterblättern, deutlich Nähe suchend, nichts, was ich nüchtern betrachtet, sofort ignorieren würde und dennoch, als sie mich aufforderte, mit ihr auf ein Sofa im Keller zu wechseln, lehnte ich dankend ab, so interessant war sie nicht und etwas schreckte mich ab.

Wie mich Kleinigkeiten häufig schon abschrecken und zurück schrecken lassen, ein falscher Kiez, ein unangenehmer Duft, ein Kettchen um das Fußgelenk, zweifarbig lackierte Nägel, ein nackt rasierter oder ein unrasierter Schoss und andere Dinge mehr, die uns auf die feinen Klassenunterschiede aufmerksam machen, nach denen der Bürger wählt oder eben nicht - es sind nur Nuancen, die uns manchmal darauf hinweisen, was passt oder eben nicht, wie der Blick an den Büchern der Bibliothek des Dichters hängen bleibt, die ja in wenige Meter fußnähe von den fraglichen Cafés gelegen ist, in denen sich dies oder das mal trifft, wenn er nicht vollständig mit Schreiben beschäftigt ist.

Selten handeln wir in dem Moment, in dem sich Kontakt findet, völlig rational, vielmehr folgen wir einer Mischung von Trieb, Eingebung und scheinbar rationalem Verhalten, das dem Konsens folgt, der gerade herrscht, was das Benehmen wie auch die Wortwahl angeht. Entsprechend unausgewogen ist das Ergebnis meist und Beziehung, eine auf Abstimmung und Konvergenz ausgerichtete Einrichtung, die auf Bestand zielt, beginnt häufig aus dem Bauch oder nur Gefühl, was fraglos unsinnig ist, wenn es dabei bleibt, denn worauf basiert Gefühl, was beeinflusst es und wie frei ist unsere Entscheidung, wenn wir uns diesem irrationalen Konglomerat von Gründen unterwerfen.

Es wäre also, bevor wir in langfristige oder zumindest emotional nahe Beziehung zueinander treten sehr sinnvoll, auf den Tisch zu steigen, um einen Überblick zu bekommen. Spannend wäre, ob es einen speziellen Tisch gibt, der dazu besonders geeignet ist, etwa der geteilte, wie umgekehrt bei der Scheidung von der Trennung von Tisch und Bett früher gesprochen wurde, was sich ja glücklicherweise erledigt hat. Es könnte auch jeder beliebige Tisch sein, solange wir nur die Position verändern, uns aus dem horizontal beschränkten Liebesrausch befreien, über uns hinaus wachsen, erkennen, worauf es letztlich ankommt.

Erschreckend könnte sein, wieviel Distanz wir dabei von unserem Liebesrausch finden und wie wenig wir erwarten können, nüchtern betrachtet. Doch weiß ich wirklich mehr, nur weil ich mal die Position wechsle, oder bleibt all dies illusionär, fragt sich nur, wer es von unten betrachtet, rein theoretisch, der Akt des Besteigens, ohne jetzt gleich wieder zu naheliegenden Assoziationen abzuschweifen, um die geht es nur im Kontext, nicht der Sache nach, wechselt Sicht und Position rein tatsächlich und damit ist die Welt, die mir zu Füßen liegt eine andere.

Naja, sie sieht zumindest etwas anders aus, denn sie ist natürlich noch die gleiche, wie ich jedesmal erschüttert feststellte, wenn ich irgendwo wieder herabstieg, warum mir der Sinn des Bergsteigens nie ganz klar wurde, außer ich erhebe die Anstrengung zum Zweck an sich, betrachte es als körperliches Training zum Bergsteigen, was ich aber nur brauche, um auf einen Berg zu steigen, was dem entbehrlich ist, der seinen Horizont an jedem beliebigen Tisch erweitern kann, weil es nur um den Wechsel geht, nicht dessen Höhe.

Weiß nicht, ob die Erschütterung des Abstiegs oder die Erkenntnis des Aufstiegs oder der Moment des oben sein entscheidend dazu beiträgt, sich im einen oder anderen wohler zu fühlen, den Horizont zu erweitern, auch emotionale Dinge rationaler zu sehen, jedenfalls scheint die Unterbrechung überaus geeignet zu sein, meinen an sich beschränkten Horizont und meine Neigung zu Schwärmerei und hingebungsvoller Liebe zu relativieren, womit ich, bildlich gesprochen, durch das auf die Tische steigen, wieder Bodenhaftung bekomme und Wurzeln finde, eine paradox konträre Korrektur mit immer wieder spannender Wirkung.

Wenn ich es mir so überlege, sollte ich viel häufiger, bevor ich etwas tue oder entscheide, nicht nur darüber schlafen, sondern auf einen Tisch steigen - wie bereits gesagt, mir helfen da Berge da nicht, da zum einen die Erschöpfung dabei den klaren Geist völlig dominiert und zum anderen, mich solche immer zu sehr von allem konkret entfernen, mich mehr mit Aufstieg beschäftigen als mit dem, um was es mir geht, warum ich immer fand Bergsteigen, beschäftigt sich nur mit sich selbst, erweitert nicht den Horizont, sondern nur die Erschöpfung aber das mag an meinen köperlichen Defiziten liegen und meiner Faulheit. Anderen gibt der Berg vielleicht Überblick und Durchblick, weil sie dabei nicht mehr so sehr mit sich beschäftigt sind und ihrem Körper wie ich.

So frage ich mich, was wohl passierte, wenn alle Staatschefs, bevor sie eine Entscheidung treffen oder die 100. Sanktion verhängen für sich auf einen Tisch stiegen, O Captain, my Captain!, sagen müssten, um einen Moment innezuhalten und welche Auswirkung das auf die Bauweise von Tischen und die Ernährung der Betreffenden hätte.

Das letztere vernachlässigend, weil in dieser Frage uninteressant, darum mögen sich die Spezialisten kümmern, ich denke nur über das Denken nach, ohne davon allzuviel zu verstehen, aber immer noch mehr als von Tischen oder Diäten, bleibt die Frage inwieweit der Aufstieg der Gedanken sich abnutzt, wenn er zum Kontinuum wird. Ob die dann Trittleitern an Tischen und die vermutlich Überschuhe aus japanischer Produktion für mobiles Tischebesteigen, den Akt an sich nicht lächerlich machen, das Besondere, wenn es alle tun, ein Witz wird, weil es alle tun, oder dies immer etwas besonderes bleibt, weil wir für gewöhnlich an Tischen sitzen und nicht darauf stehen, ist ja auch zugegeben bequemer.

Was wir immer machen, ist nichts besonderes mehr. Um so häufiger wir es tun, um so mehr wird es normal. Es ist wünschenswert, häufiger die Perspektive zu wechseln, um die eigene Beschränkung zu erkennen, neue Lösungen jenseits des Horizontes derer zu sehen, die unten wühlen. Daher ist dieser Aufstieg logisch etwas für Eliten und Entscheider, könnte jetzt eingewandt werden und es gäbe keinen Widerspruch - nur wer entscheidet braucht Überblick, wer nur Befehlen gehorcht, für den ist jeder Aufstieg eine unnötige Anstrengung, die seine Funktionsfähigkeit im Alltag zu beschränkt, funktional betrachtet unsinnig wäre.

Auf die Tische also nur für Führungskräfte und alle, die sich lieber unten einordnen oder keine weiteren Ambitionen haben, würden und könnten unten bleiben?

Soweit es um strategische Fragen auf politischer oder unternehmerischer Ebene geht, keine Frage - die Reinigungskraft der Deutschen Bank muss nicht auf Fitschens Tisch steigen, um sich Gedanken darüber zu machen, wie die Bank künftig zu führen ist, auch wenn hier bewusst trotz des schlechten Beispiels, das zum Spott verführt, nicht gefragt werden soll, ob dies dem Unternehmen nicht besser täte, denn wie der Fall Koch bei Bilfinger & Berger jüngst zeigte, leisten externe Kräfte selten überragendes, ist es schon gut, wenn der Schuster bei seinen Leisten bleibt. Aber es wird viele Punkte geben, wo es für ihr Leben wichtig ist und für die Entscheidungen, die sie zu treffen hat, ab und an mal auf den Tisch zu steigen, aus der Rolle zu fallen, um einen besseren Überblick zu haben.

Funktionale Fachidioten gibt es sichtbar genug, konstruktive Gestalter dagegen eher nicht im Übermaß - Entscheidungen in Unternehmen werden meist von einem immer gleichen Kreis gleich ausgebildeter und in die gleiche Richtung blickender Kräfte getroffen und entsprechend innovativ sind sie auch und verändern immer nur soviel wie gerade nötig ihre fortgesetzte Existenz zu legitimieren. Ob es für sie in ihrer Funktion besser wäre, sie stiegen täglich auf den Tisch, um sich einen Überblick über ihre Situation zu verschaffen, scheint mehr als fraglich, es würde vermutlich nur möglichst schnell nach einer Möglichkeit gesucht diese in unsere Gewohnheiten einzubinden und jede Gewohnheit strebt nach Fortsetzung, nicht nach Veränderung oder Gestaltung.

Auf die Tische wäre ein Wahlspruch, den dieses Land dringend bräuchte, um häufiger die Perspektive zu wechseln, damit dies nicht nur eine dann deutsche Gewohnheit wird, die mit Trittleitern und Tischschuhen verunziert wird wie Vorgärten mit Gartenzwergen, darf sie kein Kontinuum werden - eine spontan chaotische Veranstaltung, am besten extern angeregt, um für andere mitzudenken, was die liebste Neigung der Deutschen, das Besserwissen nämlich, noch stärkte und also leichter Zuspruch fände. Das Land braucht mehr Chaos und mehr Spontanität, die sollte hier doch ordentlich organisiert werden können, damit partizipativ und politisch korrekt alle Bürger etwas davon haben, auch Migranten, Behinderte und Frauen.

Wir verirren uns schon wieder im Spott über die Landsleute, statt ernsthaft zu Ende zu denken, wie die des #aufdieTische zum nützlichen Kontinuum werden könnte, aber uns fällt auch im tiefen Sessel schon auf, wie paradox diese Aufgabe eigentlich ist und wie große Zweifel zurecht bestehen, ob ich sie je bewältigen werde und nicht nur eine Art anarchischer Kraft durch Freude auf die Tische e.V. daraus wird, denn uneingetragen wäre ja das Haftungsrisiko zu hoch beim freien Denken.

Merke also, mir fehlt wohl der genügende Ernst, die Sache zu einem guten Ende für dieses Land zu führen, darum bin ich auch nur dilletierender Dichter und nicht Bundeskanzlerin, aber vielleicht ist dieses Produkt des #aufdieTische in Deutschland schon mehr wert als Kants berühmtes “Was ist Aufklärung?” - und das sage ich, der diesen Text für den wichtigsten der Aufklärung ohnehin und vermutlich der deutschen Philosophie bis heute hält. Es geht mir nichts darüber und jeder sollte ihn lesen und verinnerlichen, was aber autoritär vorgeschrieben schon die Idee ad absurdum führte, vergessen wir es also und freuen wir uns, wenn es es vielleicht einen Schlüssel gibt, der dieses träge und faule Volk ein wenig aus der Fassung bringt und bewegt, wenn sie auf die Tische steigen und O Captain, my Captain! ausrufen oder was auch immer ihnen einfällt, vielleicht  nicht gerade Deutschland, Deutschland über alles, aber mit diesem Fauxpas fallen mir zumindest schnell die linken Grenzen meines Denkens auf und damit hatte zumindest ich etwas von dieser kleinen Reflexion, was andere daraus machen, mögen sie entscheiden.
jt 14.8.14

Seewindlaunen

Manche meinen
Das Wetter am Meer
Sei launisch weil es
Auch stürmische Wechsel
Voller Wogen gibt dabei
Ist es immer Wetter
Meist mit Wind
Der Seewind ist frisch
Manchmal launisch
Nur wenn es windstill ist
Wundern sich Nordlichter
Was wohl kommt
Dann bleibt nur
Abwarten und Tee trinken

Gewidmet dem Nordwind
jt 14.8.14


Morgenandacht 0094

Was sonnig beginnt verschwindet
Schnell hinter Wolken um dem nun
Angekündigten Regenwetter mehr
Raum zu geben nur zwischendurch
Fallen noch warme Strahlen durch
Vorhänge und ich frage mich was
Noch kommt vom Sommer oder ob
Es das war mit dem Traum vom
Sommer wir uns wieder langsam
Am Tweed freuen können statt nur
Am luftigen Leinen oder der Baumwolle
Die uns kaum berühren soll an den
Verschwitzten Körpern inmitten
Der Hitze des einmal Sommer
Es kleiden sich die Jahreszeiten
Wechselnd hier und die dazwischen
Wären in vielem Ideal und sind doch
Uns meist eher nichts da weder noch
Zwischen dem Höhepunkten liegt
Im Jahr die Zeit des Wohlfühlens
Daraus für das Leben lernen könnte
Eine neue Betrachtung der Lust bieten
Die sich mehr zwischendurch genießt
jt 14.8.14

Nachtgedanken 0015

Dem Regen einsam lauschen
Sich wünschen es wäre anders
Um zu zweit nah beieinander
Innig verschlungen lieber noch
Dem Regen miteinander
Zu lauschen durch die Nacht
Gibt der Einsamkeit im Regen
Zumindest einen Traum
Sehnsüchtig schön damit
Wird was sein kann ist so
Der Regen zumindest
Traumschön
jt 14.8.14

Mittwoch, 13. August 2014

Humanitärekriegspartei

Europa wird wieder Kriegspartei
Beliefert die Kurden mit Waffen
Gegen die IS in ihrem Terrorkrieg
Dies scheint uns humanitär
Geboten um die Menschen
Die vor den Terroristen flüchten
Schützen zu lassen und ist doch
Teilnahme am Krieg in dem sie
Damit Partei wird und damit
Stehen wir an zwei Fronten
Zum angeblich nur Manöver
In der Ukraine und als Lieferant
Im wilden Kurdistan was hoffentlich
Eine humanitäre Katastrophe
Beendet denn für das Verhindern
Ist es schon zu spät und so
Wird der Krieg ganz schnell
Ein Weltkrieg hundert Jahre
Nach Ausbruch des ersten
Sind wir gefährlich nah am
Nächsten ohne zu wissen
Was wir sonst tun sollten
jt 13.8.14

Sommerregenküsse

Sich im Regen küssen
Lässt das sich oben
Einander öffnen noch
Mit dem sich höher längst
Öffnenden Himmel voller
Lust eins werden immer
Feuchter aneinander
Hängen mit hier wie dort
Nass geöffneten Lippen
Ist das sich begreifen
In aneinander klebenden
Kleidern durchsichtiger
Fühlbar in allem nah
Wächst die Leidenschaft
NIcht trotz sondern wegen
Der Küsse im Sommerregen
jt 13.8.14

Hamaszuverlässigkeit

Auf die Hamas ist Verlass
Sie braucht keinen Frieden
Begann pünktlich 2 Stunden
Vor Ablauf des Waffenstillstand
Wieder Raketen auf Israel
Zu schießen um zugleich
Zu versichern sie wollten
Weiter verhandeln was zeigt
Sie wissen entweder nicht
Was sie tun oder sind eben
Kein Partner für Verhandlungen
Weil sie alles nutzen sich
Ins rechte Licht zu rücken
Und doch nur offenbaren
Was sie sind eine uneinige
Terrorgruppe die den Krieg
Braucht um ihre Existenz
Weiter zu rechtfertigen
Gut daran ist nur wie endlich
Deutlich wurde wer Täter ist
jt 13.8.14

Supercupgewohnheit

Wie immer fing es an
Dortmund gewinnt den
Supercup und Bayern
Meistens den Rest
Ob es diesmal anders
Geht weiß keiner nur
Scheint dieser Cup
Mitten im Sommer
Nicht viel zu sagen
Geredet wird dennoch
Um so mehr darüber
Fußball halt zur noch
Unzeit sagt nicht viel aber
Gut dass wir darüber
Gesprochen haben
jt 13.8,14

Kriegszynismus

Die Ukrainer werfen den Russen üblen Zynismus vor, weil sie erst Panzer und Raketen und jetzt plötzlich Hilfsgüter liefern, weshalb sie, die nach Europas Definition guten Ukrainer, diese Waren an der Grenze lieber vergammeln lassen, als sie ins Land zu lassen, um den
Russen zu helfen, die im Krieg eben die Opfer sind, in jenem eiskalten Programm ethnischer Säuberung.

Vielleicht merkt nun auch der Spiegel, wohin sein in Stürmer Manier aufgemachtes Propaganda Blatt sich von den ukrainischen Nationalisten treiben ließ und wird zumindest ein wenig kritisch und nachdenklich.

Es ist verständlich, wenn dem Gegner Mißtrauen entgegengebracht und genau geprüft wird, was da ins Land und in die Hände der potentiellen Kriegsgegner gebracht wird. Wenn sich aber bestätigt, dass es sich nur um Hilfsgüter handelt, es keinen Grund für Mißtrauen gibt und weiter aufgehalten wird, weil Waren dem geplanten Progrom im Wege stünden, das keiner beim Namen nennt, welches nur faktisch stattfindet, sollte auch den schärfsten Anti-Putin Propagandisten langsam auffallen, wen sie sich da ins europäische Boot holen wollen und was von diesem Partner zu halten ist, der Hilfe aus fadenscheinigen Gründen stoppt, der Bevölkerung vorenthält, bis es keine Argumente mehr gibt und dann auf die Formel verfällt, diese plötzliche Wende von Waffen zu Hilfsgütern sei zynisch, warum sie nicht ins Land gelassen werden dürfen.

Deutlicher formuliert heißt das, es kann doch nicht sein, dass die von  uns mühsam als die Bösen inszenierten, nun plötzlich nett und gut sind, dass wäre ja zynisch, würde die vorher Lügner der Lüge strafen oder Wahrheit und Lüge verdrehen, weil ja klar ist, die anderen sind die Bösen und die Ukraine ist die Gute, die nur berechtigte Interessen verteidigt und das nun niemand auf die Idee käme, dieser Poker auf Kosten von Menschen, denen die Hilfe zugedacht war, sei zynisch.

Wie lange darf dieser kleine Staat noch Russland provozieren, bis es eine tatsächlich militärische Reaktion und Eskalation gibt?

Ist es nicht erstaunlich, wie gut Putins Nerven halten, lebt er vielleicht doch in einer Parallelwelt, in der ihn diese Spielchen nicht mehr tangieren?

Ginge es um Hilfe und um eine friedliche Lösung des Konflikts, wäre es wohl Aufgabe des vermeintlich rechtsstaatlichen Westens seinen neuen Partner im Osten zurückzupfeifen, Raum für Hilfe zu schaffen, damit die Menschen wenigstens mit dem nötigsten versorgt werden. Die Oligarchen, die dieses korrupte Staatsgebilde im Mafiasumpf namens Ukraine regieren, interessieren die Menschen im Osten nicht, diese Russen sind Teil einer Verschiebemasse, in der sie ihren Wohlstand dauerhaft stabilisieren wollen.

Welche Rolle der Westen zwischen gescheiterter Aufklärung, Bündnispartner und Friedensfürst hier spielen will, ist weiter unklar. Mutmaßungen oder Beschuldigungen vorab führen sowenig weiter wie andere Verschwörungstheorien. Exakte Beobachtung und kritische Betrachtung sind hier gefragt, um zu einem fairen Ergebnis zu kommen, sich einer Lösung zu nähern.

Die Teilnahme des Westens vermehrte sich sehr stark mit dem Absturz von MH17. Es wurde, wie in solchen Fällen üblich, eine Untersuchungskommission geschickt, die den Vorfall im Ganzen und seinen Details nach üblicher Art untersuchen sollte. Nach viel Geschrei der Rebellen, die sich von der Regierung durch Verleumdungen zu Unrecht, wie mittlerweile klar wurde, beschuldigt sahen, wurden die Flugschreiber unbeschädigt übergeben. Inwieweit Russland da seinen Einfluss geltend machte, ist bis jetzt unklar. Geschadet hat Russlands dabei sichtbar niemand.  Die Aufzeichnungen der ukrainischen Fluglotsen zum Vorfall verschwanden und sind bis heute nicht wieder aufgetaucht aus den Archiven des ukrainischen Geheimdienstes.

Es gab klare Anschuldigungen nach denen zunächst sehr viel für eine versehentliche Täterschaft der Rebellen sprach. Diese wurden weitgehend widerlegt und alle Aufnahmen der Amerikaner, in diesem sonst am besten von Satelliten überwachten Gebiet der Welt, damit die USA Russland jeden Schmuggel nachweisen könnten, bewiesen gar nichts. Dagegen belegten Aufnahmen der Russen, die nach genauerer Prüfung frei gegeben wurden, es gab ukrainische Jagdflugzeuge in der Nähe von MH17 - von denen ist nichts zu erfahren, wir erfahren nichts vom Funkverkehr, es gibt keine Nachfragen und keinen Druck auf Kiew, wo weiterhin ehemalige Faschisten die Geheimdienste und andere Sicherheitsbehörden leiten.

Druck gab und gibt es mit immer rabiateren Erpressungen aber auf Russland, das genötigt werden sollte seine Hilfe für die Russen dort einzustellen, zumindest die militärische Hilfe - nun helfen sie humanitär, um eine Katastrophe zu verhindern und die Ukraine behindert dies mit dem Argument des Zynismus, wenn einer, der erst Waffen lieferte, nun Wasser, Essen und Verbände liefere, es ja nicht ernst meinen könnte.

HALLO?

Ist der Zuschauer und Beobachter versucht zu brüllen, was soll denn das, den Tod und das Hungern von hunderttausenden von Menschen billigend inkauf nehmen, um zu behaupten, dies geschehe weil der andere sich zynisch verhalte - da sträubt sich alles und es wächst der Zorn. Dies ist der Bündnispartner des vermeintlich demokratischen Westens. Einer der billigend den Tod oder doch das Leiden vieler Russen inkauf nimmt, um seine militärischen Interessen rücksichtslos durchzusetzen, eine Eskalation zu verhindern, zu der es nie gekommen, wäre, wenn nicht Politiker wie Timoschenko Angst verbreitet hätten, die sich in der aktuellen Brutalität auf das härteste bestätigt. Hier wird von pseudo moralischen Sozen darum gerungen, ob wir Waffen an Kurden liefern, damit sie sich und andere vor den völkermordenden Terroristen der IS schützen können und zugleich küren wir uns für Europa einen Partner und verprellen den anderen, der mit seiner eigenen Bevölkerung nicht viel besser umgeht.

Die Ukraine hat uns nichts zu bieten, was eine Partnerschaft interessant oder eine Konfrontation mit Russland lohnend machte. Sie ist ein hochverschuldetes nun Dollargrab ohne echte Perspektiven momentan - nichts dagegen sie im Falle einer demokratischen Entwicklung und einer ökonomischen Konsolidierung an die EU heranzuführen und vielleicht aufzunehmen, aber nie um den Preis, Russland zu vergraulen und damit den mit wichtigsten Markt und Partner Europas zu zerstören.

Wo wir anfangen, darüber nachzudenken, wer dabei wirklich Verantwortung trägt, wird erschreckend schnell deutlich, dass die Verschwörungstheorien, die den Russen zugeschrieben werden, die behaupten, die USA wollten Europa dadurch langfristig schwächen, zumindest ökonomisch nicht falsch liegen. Aber, da wir dazu nichts genaues wissen, Spekulation müßig ist und zu nichts anderem führt als weiterer Spekulation, können wir es uns auch sparen und uns an das halten, was wir sehen und wissen, was nachdenklich genug macht.

Die Ukraine drohte bereits Russland an, den Transfer der Gasleitungen für Europa zu stoppen, die ihr Land durchqueren, was zeigt welch wunderbar zuverlässigen Partner wir dort an die europäische Seite ziehen wollen. Sie haben nie ihre Gasrechnung bezahlt, können dies bis heute nicht, haben sich lieber privat mit Milliarden an der Ausbeutung und Privatisierung ihrer früheren Sowjetrepublik bereichtert, lassen sich von Milliardären regieren, deren Reichtum in diesem korrupten Staat immer der Zweifelhaftigkeit unterliegt, bringen Teile ihrer Bevölkerung in einem überflüssigen Kampf um, der durch Verhandlungen leicht zu lösen wäre.

Sicher hat die Krim ein Trauma hinterlassen, auf das sie nun etwas überreagieren, es ist auch unwahrscheinlich, dass Russen und Amerikaner, die jeweils dort unterschiedliche Interessen verfolgen, diesen Konflikt vernünftig und friedlich lösen können - dazu bräuchte es einen Dritten und die Ukraine ist als Schuldner der einen, dabei sich in die nächste Abhängigkeit zu verkaufen, hätte durch einen Krieg gegen Russland vielleicht die Chance ihre enormen Schulden loszuwerden - es bräuchte hier neutraler Dritter, die vernünftige Verhandlungen mit allen Beteiligten führen jenseits diese kleinen, engen Kriegszynismus.

Europa und die Chinesen könnten hier eine sinnvolle Rolle spielen und was tun die Europäer,  sie, machen sich zur Kriegspartei, halten Manöver im Kriegsgebiet ab, die Russland provozieren müssen und es bleibt zu hoffen, dass jenseits allen Zynismus Putin weiter so cool reagiert, damit nicht dieser lächerlich unwichtigen Ukraine wegen, die keiner als Partner braucht oder will und der es als Teil Russlands besser ginge als in dieser Autonomie des Ausverkaufs, ein Weltkrieg ausbricht, der auf nichts als Lügen und Zynismus fußt.

Viel Zeit bleibt Europa nicht mehr, endlich Vernunft anzunehmen. Die Ukraine ist keine vorbildliche Basisdemokratie und kein neuer Stern Europas. Sie könnte eventuell Seite an Seite mit Russland in die Union integriert werden, sofern sich beide auch rechtstaatlich weiter entwickeln. Es sollte die Chance des Bündnisses an friedliches und vernünfitges Verhalten beider genknüpft werden und es den einen nicht ohne den anderen geben. Russland brauchen wir in vieler Hinsicht, die Ukraine benutzen wir und akzeptieren wir für ein Gleichgewicht mit dem großen Partner im Osten, der amerikanische Strategien in Europa ein wenig begrenzt und die Wurzeln der heutigen Kultur und Zivilisation wieder konstruktiv erstarken ließ. Dies gäbe auch den USA die Möglichkeit den Idealen ihrer Verfassung gemäß zu handeln und nicht länger als völlig außer Kontrolle geratene letzte Supermacht. China dabei als Partner an Europas Seite, um die Situation zu befrieden, stellte ein besseres Gleichgewicht dar, als die gerade Situation.

Es gibt den Weg der Vernunft und den des Krieges. Welcher sich durchsetzt, entscheidet sich gerade, die Ukraine und die Cowboys reiten auf dem Kriegspfad, Russland ist in einer Position dazwischen, wäre aber für volle Anerkennung sofort bereit, viel zu tun. Das gilt es endlich konstruktiv zu nutzen mit einem Bündnispartner China, der wesentlich klüger und strategischer denkt als die kurzsichtigen Cowboys von jenseits des Atlantik, die erst wieder einen Rahmen in der Welt brauchen, in dem sie sich benehmen müssen, damit sie ihre guten Ansätze wiederfinden, die es gibt und die es auch auf dem Maidan einmal gab, aber darum geht es nicht mehr. Europa könnte jetzt als Weltmacht sinnvoll handeln, sich aus der amerikanischen Sackgasse heraus manövrieren und endlich lösungsorientierte Politik ohne Waffen und lächerliche Drohungen betreiben. Wir haben mehr mit Russland und China an Tradition gemeinsam als die USA, wir können nur mit diesen beiden eine langfristig sinnvolle Strategie entwickeln, die Kontinente zu befrieden und auch die islamische Bedrohung in vernünftigen Grenzen zu halten, nie gegen sie. Die USA haben zuviel verbrannte Erde überall hinterlassen, eine Perspektive ist nicht ersichtlich - sie bräuchten eine weltpolitische Auszeit, in der die alten Kulturnationen für Ordnung sorgen, um langfristig die überflüssigen Nationen aufzulösen und die alleinige militärische Kompetenz auf UN Ebene zu verlagern. Es müssen keine Kriege wieder gedacht werden und Deutschland muss nicht mutiger an die Front, völliger Unsinn, aber wir müssen mutig verhandeln und nicht abhängig kuschen, um ein System zu schaffen, das auf langfristiger Kooperation und Partnerschaft fußt - gerade besteht die Chance hier die Welt neu und sinnvoll umzugestalten, das sollten wir nicht mit den stupiden Amerikanern und ihrer beschränkten ökonomischen Strategie tun, sondern mit Partnern, die wieder für ein echtes Gleichgewicht auf der Welt sorgen.

Es hat nun nichts mehr mit diesen wichtigen und weitergehenden Strategien zun tun, aber viele Menschen würde es dennoch interessieren, was mit MH17 wirklich passierte und nur wenn wir neutrale Partner haben, werden wir die Ukraine dazu zwingen können, die Aufnahmen herauszugeben und die Aufklärung des Flugschreibers neutral bewerten. Es ist im Grunde egal, die Menschen, die drinnen saßen, sind alle tot, aber wer hier dran bleibt, wird schnell merken, wie sich Partnerschaft und Strategie auf den langfristig einzig sinnvollen Weg der Wahrheitsfindung auswirken.
jt 13.8.14

Auf was es ankommt

Nachdem die Welt in Erinnerung
Auf die Tische stieg um dann
Mit irgendwie feuchten Augen
Wieder auf den Boden zu kommen
Fragt sich auf was es ankommt

Haben wir mit nun Überblick begriffen
Wie uns umkreisende Fliegen
Die Welt sehen wenn es sie nicht nur
Zu unserer Scheiße zog und obiges
Bloß ein Versuch der Annäherung war

Oder machen wir einfach weiter
Wie die Fliegen zum Klo wie in die
Butter fliegen als gäbe es nicht die
Alte Saga der Fliege die zum Mond wollte
Sich nebenbei verirrte und oben landete

Im Dachgeschoss wo früher noch
Arme Künstler hausten über den
Guten Etagen der Reichen aber wo
Sie sich liebten als gäbe es kein
Morgen weil es alles war was sie hatten

Romantischer Kitsch wich heute wohl
Sanierten Oberstuben mit viel Glas
Wenig Möbel und manchmal nur noch
Auch Büchern aber auf was kommt es an
Wenn wir das große Glück suchen

Ist es sich sicher zu sein wie die nächste
Miete bezahlt wird und die Raten des
Geländewagen vor der Tür oder eher
Frei davon geliebt zu lieben wie es sich
Findet jenseits aller Sicherheiten

Was weiß ich schon vom Glück
Von dem der anderen oder wie
Es wäre selbst im Wohlstand auch
Ganz sicher geborgen geordnet zu leben
Habe nur Verse zum Überleben

Aber was könnte mehr sein als die Worte
Vielleicht eine die diese liebt wie ich
Meine liest als wären es ihre
Der sie geschrieben irgendwie immer
Auf was es ankommt weiß ich nicht

Mich wundert nur manchmal wie ich
Ohne alles einfach so glücklich bin
Als käme es darauf mehr an als
Sich dessen sicher zu sein
Aber was weiß ich schon
jt 13.8.14

O Captain my Captain!

O Captain my Captain! our fearful trip is done;
The ship has weather’d every rack, the prize we sought is won;
The port is near, the bells I hear, the people all exulting,
While follow eyes the steady keel, the vessel grim and daring:

    But O heart! heart! heart!
    O the bleeding drops of red,
    Where on the deck my Captain lies,
    Fallen cold and dead.

O Captain! my Captain! rise up and hear the bells;
Rise up—for you the flag is flung—for you the bugle trills;
For you bouquets and ribbon’d wreaths—for you the shores a-crowding;
For you they call, the swaying mass, their eager faces turning;

    Here Captain! dear father!
    This arm beneath your head;
    It is some dream that on the deck,

        You’ve fallen cold and dead.

My Captain does not answer, his lips are pale and still;
My father does not feel my arm, he has no pulse nor will;
The ship is anchor’d safe and sound, its voyage closed and done;
From fearful trip, the victor ship, comes in with object won;

    Exult, O shores, and ring, O bells!
    But I, with mournful tread,
    Walk the deck my Captain lies,

        Fallen cold and dead.
Walt Whitman

O Captain! My Captain! ist ein Gedicht des US-amerikanischen Dichters Walt Whitman (1819–1892), welches dem ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln gewidmet ist. Es ist das einzige Gedicht Whitmans, das zu seinen Lebzeiten in einer Anthologie veröffentlicht wurde.

Die Ermordung Abraham Lincolns am 15. April 1865 inspirierte den diesen verehrenden Walt Whitman zu dem im November 1865 erstmals veröffentlichten dreistrophigen Gedicht. Das siegreiche Ende des amerikanischen Bürgerkrieges war zum Todeszeitpunkt Lincolns absehbar; der Sieg der Nordstaaten mit großer Zerstörung und einer Vielzahl von Opfern erkauft; die amerikanische Nation war zerrissen und lag am Boden. In dieser Situation wirkte der Tod des Präsidenten wie ein Schock.

Das Gedicht beschreibt die Rückkehr eines Schiffs nach siegreicher Schlacht. Auf den Planken des Oberdecks liegt der im Kampf gefallene Kapitän. Die geschilderte Situation ist zwiespältig; einerseits ist der Krieg gewonnen; an den Ufern stehen die Menschen dicht gedrängt, um das siegreiche Schiff und seinen Kapitän zu begrüßen. Die verheißungsvolle Perspektive wird mit: "But O heart! heart! heart!..." in der zweiten Hälfte der ersten Strophe kontrastiert und wechselt von der Siegesfeier zur Totenklage. Im weiteren Text tritt der alle und alles verbindende Sieg gegenüber Leid und Schmerz des Verlustes fast vollkommen zurück.

Vielleicht erinnert sich Amerika anlässlich des Todes eines seiner besten Schauspieler, der dieses Gedicht einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte, daran, wofür er kämpfte, was die Freiheit wert ist und warum es manchmal Zeit ist, den Kurs zu ändern.

Morgenandacht 0093

Mit Blick in die Sonne erwachen
Sich am Sommer freuen
Weil er ist und einer Fliege folgen
Die aufgeregt durch das Zimmer
Brummend kreist auf der Suche
Nach dem Landeplatz ihrer Träume
Erinnert an die eigenen die irgendwo
Mal verloren gingen als klar war
Es braucht kein warum
Weil es auch so ist
Lieber leben wir weiter mehr als
Gewöhnlich indem wir nichts tun
Als lieben um dieser willen
Einmal wird es Zeit sein zu
Landen auch für die Fliege
jt 13.8.14

Nachtgedanken 0014

"Carpe diem! Nutze den Tag! Macht etwas
Außergewöhnliches aus Eurem Leben,
da es vergänglich ist!"
Robin Williams in Club der toten Dichter

Viel über den Tod nachgedacht
Und die Freiheit ihn sich zu nehmen
Am Ende des Tages noch
Auf die Tische gestiegen
Um die Sicht zu wechseln
Wieder in das Leben zu schauen
Sich zu nehmen was schön ist
Weil es schön ist nicht für sich
Um es zu haben sondern
Weiter davon zu träumen
Es einmal ganz teilen
Zu können denn vorbei
Geht es von allein
Liebend geliebt ist es
Ganz für sich zumindest
Zweien außergewöhnlich
Mehr nicht kann alles sein
Genügt jetzt als gemacht
Wie vergänglich auch immer
jt 13.8.14

Dienstag, 12. August 2014

Endlich menschlich

Ist einer, der sich das Leben nimmt, zu betrauern oder zu beglückwünschen?

Wer nicht mehr ist, leidet an nichts mehr, freut sich aber auch an nichts mehr und hat also nichts davon, ist ja einfach nicht mehr. Rechtlich sind Leichen bewegliche Sachen, auf die aufgrund der Tradition und der Gesundheit besondere Regeln anzuwenden sind. Sondermüll also, um den ein moralisches Gerüst gehängt wird. Sie sind nicht mehr, als Wesen egal, weil keines mehr sondern nur noch eine eher unnütze Sache, die wir nur ordentlich entsorgen müssen, auch wenn uns diese ehrliche Betrachtung schockiert oder ernüchtert, mehr bleibt nicht von uns und alle anderen Annahmen sind nur irgendeine Form des Aberglauben, den manche auch Glauben nennen, um ihn abzugrenzen und seine Existenz aufzuwerten, mehr nicht.

Also ist, wer sich das Leben genommen hat, wohl, bis es gelingt, womöglich frei zu nennen und danach einfach nicht mehr, er ist vermutlich weder zu beglückwünschen, noch zu bedauern. Ob es einen Grund gibt, den Tod zu fürchten, bezweifelte Lukrez, der seinem Leben erfolgreich ein Ende setzte, weitere Gründe sind an sich nicht ersichtlich, denn warum wir uns vor dem, was nicht mehr ist, fürchten sollten, ist nicht ersichtlich.

Mensch zu sein, heißt sterblich sein und nichts ist so sicher wie der Tod, auch wenn über das wann manche spekulieren, andere lieber zur Tat schreiten, statt abzuwarten, wird sich über die, die zur Tat schritten, entsetzt, sie werden krank genannt und ihr ausscheiden aus einer Gesellschaft, die sich zwischen Kriegen zu Tode quält, um mehr zu haben, als sie mitnehmen kann, davon abgesehen, ob das letzte Hemd Taschen hat und einer, der nicht mehr ist, noch etwas brauchte, gilt als eine unverständliche Tat.

Dabei ist der Weg ins nicht mehr sein nicht nur die Aufgabe allen Seins, dass ist er ohnehin und ob etwas anderes sein könnte, obliegt wohl allein der Phantasie an der es mir völlig mangelt, was alles mehr angeht, sondern ist auch die freiste Entscheidung unseres Lebens, die unwiderlegbare Möglichkeit unsere Handlungsfreiheit im endlichen Rahmen gegen alle transzendenten Hypothesen zu beweisen. Somit wird das Ende und die Möglichkeit darüber zu entscheiden zur sichersten Möglichkeit, sich seiner Freiheit gewiss zu sein,

Oben wurde festgestellt, Mensch sein heißt sterblich zu sein, eine negative Definition vom Ende her also. Nun könnte angesichts der Freiheit zum Suizid, die uns gern moralisch beschränkt wird, damit wir gut sozial funktionieren, positiv formuliert werden, menschlich sein heißt, seinem Leben ein Ende setzen zu können, in diesem Sinne frei zu sein, wann es ein Ende hat. Diese Definition ist logisch nicht ausschließlich, da nicht denjenigen, die dieses aus physischen oder psychischen Gründen nicht können, das Menschsein abgesprochen werden soll, aber sie bietet eine Möglichkeit zum Kern dessen, was unser Sein ausmacht jenseits aller Dogmen vorzudringen.

Egal, ob wir den Suizid, den ich bewusst nicht Selbstmord nenne, um das Wort Mord und die mit ihm rechtlich verbundene besondere Verwerflichkeit zu vermeiden, nun betreiben oder nur denken ist die Möglichkeit sich für ein Ende des Seins zu entscheiden, weil uns dieses nichts mehr wert scheint oder eine Fortsetzung weniger erstrebenswert erscheint, um unser Glück zu mehren, als ein selbstgewähltes Ende, Ausdruck unserer Herrschaft über das Leben, Ausdruck unserer Freiheit aus der sich logisch vieles folgern lässt, was das Leben gerade zu etwas besonderem macht.

Daraus lässt sich die logisch folgern, dass wir rein tatsächlich frei sind und diese Freiheit, schon in der Möglichkeit des Gedankens über ein Ende zu entscheiden liegt. Die tatsächlichen Folgen dieser Entscheidung im Alltag belegen, wir können unsere Natur und die Teilnahme an ihr beeinflussen, macht uns endlich menschlich, egal ob wir uns dafür oder dagegen entscheiden und aus welchen Gründen auch immer, treffen wir damit eine sittliche Entscheidung, wobei ohne Belang dabei ist, ob wir all deren Folgen überblicken können.

Als also sittliche Entscheidung treffende Wesen und in der Freiheit diese Entscheidung abzuwägen, könnten nun aus der rein tatsächlichen Wirkung dieser Entscheidung ableiten, dass die Entscheidung über Leben und Tod rein tatsächlich in unserer Hand liegt, wie auch die, wie wir mit den sittlichen Folgen einer solchen Entscheidung weiter umgehen und können damit feststellen, dass eine zentrale Entscheidung über Glück und die Möglichkeit dazu allein in unserer Hand liegt und was mehr könnte noch sein?

Ich bin also frei zu entscheiden, ob ich weiterleben will oder mir etwas anderes wünschen würden ganz unabhängig von der tatsächlichen Umsetzung und den Folgen dieser Entscheidung. Wer sich für das irreversible nicht mehr Sein entscheidet, beendet seine Existenz tatsächlich und drückt damit die Freiheit aus, dies zu tun. Dabei ist egal, ob ich dies nach Ansicht der herrschenden Lehre von einer tiefen Depression befallen tue oder weil mein Hirn aufgrund einer Veranlagung, sein Glück nicht würdigen kann, es ändert nichts an der Freiheit zum absoluten Ende, die sich darin ausdrückt, es zu setzen.

Ist also wer sich umbringt immer frei dies zu tun und sind die Suizide nicht doch Hilfeschreie der Betroffenen, die lieber gerettet werden wollten, gäbe es eine Möglichkeit dazu?

Vermutlich gibt es solche Fälle, sind manche die gerettet wurden, hinterher unendlich dankbar für das, was ihnen geschenkt wurde, was aber nichts damit zu tun hat, dass die Möglichkeit sich zwischen Leben und Tod zu entscheiden gerade ihre Freiheit ausmacht und darum nicht immer und notwendig die Rettung das Ziel sein sollte oder richtigerweise ist.

Es ist im Gegenteil ein großer Moment, wenn ein Mensch diese seine Freiheit entdeckt und von daher erst einmal ein menschlicher Moment zu dem diejenigen zu beglückwünschen sind, denn jenseits aller moralisch bigotten Bewertung, die das Sein. wären sie ehrlich nur auf seine funktionale Existenz reduzieren. ist es die Fähigkeit zu entscheiden mit tatsächlichen Folgen, die uns befreit. Es geht den Predigern des Lebens als Aufgabe, die von der Sünde des Selbstmordes faseln, nicht um das Glück der Beteiligten, sondern allein darum sie im System wunschgemäß funktionieren zu lassen.

Die menschlliche Existenz wird von alleine funktional, weil wir im sozialen Kontext funktionieren wollen und müssen. Wir arbeiten in unseren Berufen, leben in Familien, treffen Freunde und bemühen uns überall um Anerkennung nicht so sehr nach unserem Wesen sondern nach dem, was von uns erwartet wird. Dem setzen wir uns relativ freiwillig aus, schon allein, um nicht völlig zu vereinsamen, wie es die Dichter gern auch in ihren Gedankenwelten tun, warum unter den Dichtern auch immer wieder die Zahl derjenigen, die ihre Freiheit sich gegen das Leben zu entscheiden, nutzten, relativ hoch war. Was auch daran liegen kann, dass die Funktion des Dichters, der für sich eben schreibt eine relativ asoziale ist, gesellschaftlich gesehen und sein Ruhm meist erst mit seinem Ableben besonders wächst. Die funktionale Existenz ist also für die meisten positiv, weil sie sich gebraucht sehen und damit ihr Sein weiter begründen, als bräuchte es einen Grund für etwas, was einfach ist.

So ist einer der häufigsten Gründe für Menschen aus dem Leben zu scheiden der Verlust ihrer Funktion und sozialen Rolle, die sich dann mit Zweifeln am Leben überhaupt verbinden. Interessant wäre also, ob eine Lösung von der Funktion glücklicher machte und mehr Menschen dazu brächte, ihr Leben als solches zu genießen, auch wenn sie die Freiheit erkennen, es zu beenden.

Sicher ist insoweit zumindest, dass wer ohne Funktion oder Aufgabe glücklich ist, durch deren Verlust keinen existentiellen Verlust erleidet. Fraglich daher wäre, ob der Suizid aufgrund funktionaler Verluste ein freier ist und auf einer freien Entscheidung fußt oder gerade nicht.

An der Entscheidung und ihrer Freiheit ändern die Gründe nichts im Grundsatz. Nur macht uns unser Leben mit anderen automatisch unfrei, da dies aber in der Natur der Dinge liegt und sich auch nicht ändert, was wir auch denken und ob wir nun funktionieren oder nicht, kann es für die Frage der Freiheit der Entscheidung dahinstehen.

Wir erkennen in der Tat wie schon im Willen dazu die Möglichkeit zu sittlichem Handeln. Wie wir diese im Ergebnis bewerten, liegt vor allem am sozialen, also funktionalen Kontext in dem wir stehen. Spannend wäre es nun zu fragen, wie solch eine sittliche Bewertung zu betrachten ist und ob sie nicht mehr kontraproduktiver Grund ist als Hindernis, was sie vorgibt zu sein.

In der hiesigen postideologischen Gesellschaft in der auch die Religion nur noch ein eher Schattendasein zu Geburt, Eheschließung und Beerdigung spielt, wird zur moralischen Beurteilung vor allem auf den sozialen Kontext abgestellt. Demjenigen also, der die Freiheit sein Leben zu beenden nutzt, vorgeworfen, er denke nicht an seine darunter leidende Umgebung, was wieder den Zusammenhang zur funktionalen Existenz herstellt. Gleichzeitig zeigt dieses Urteil seine moralische Fragwürdigkeit dadurch, dass es die Fortexistenz nur funktional begründet.

Sie bietet daher logisch keinen Hinderungsgrund sondern im Gegenteil einen Antrieb. Die Würdigung der Fähigkeit dazu, jenseits aller moralischen Bewertung, könnte das Leben als solches würdigen und damit dem Beteiligten die Wertschätzung geben, die seine Würde als freier Mensch verdient.

Es ist gut, diese Entscheidung treffen zu können. Menschlich ist es, sich dies auch immer wieder mal zu fragen, unabhängig vom je Grund. Es zu verurteilen, oder zu beurteilen ist logisch also unmenschlich. Ob es logisch oder nur konventionell ist, den Verlust im Falle eines Gelingens zu betrauern, wäre der Frage noch wert.

Diese Frage kann vermutlich nur jeder für sich beantworten, wenn die Bereitschaft besteht, alle Konventionen zu hinterfragen. Konventionen als Ausdruck unserer Anpassung in die funktionale Existenz, sind immer ein Hindernis der Freiheit.

Vielleicht können diese Gedanken denen, die sind, einen leichteren Umgang mit denen die sich entschieden zu gehen, ermöglichen, sich über ihre Freiheit freuen, die sie hatten und zu akzeptieren, dass dies ein guter Ausdruck unserer Freiheit ist, auch wenn sich alle sonst gerne von konventioneller Trauer dominieren lassen, lohnt es sich auch die Freiheit zu würdigen, die uns zu Menschen macht, bis wir es nicht mehr sind und vielleicht ist das Nichts eine Überlegung wert auch im etwas noch einen Wert zu sehen, sich also in Würdigung der Freiheit, ohne zu urteilen, für die Möglichkeit weiteren Genusses zu entscheiden und mehr fällt mir dazu auch nicht ein.
jt 12.8.14


Kriegsparadoxie

Im Krieg machen Menschen unsinnige Dinge, misstrauen einander und suchen nach der besten Möglichkeit, sich gegenseitig tot zu schießen - damit gefährden sie ihr eigenes Leben - zumindest soweit sie nicht nur befehlen, sondern direkt am totschießen beteiligt sind. Die das ganze auslösen oder steuern sind meist unbeteiligt am Sterben wie am Töten vor Ort, sie sagen nur, was passieren soll und andere sterben dafür.

Es gibt Gründe, das Leben leid zu sein, es beenden zu wollen und sich darum umzubringen, diese verdienen Respekt, wenn sie aus freiem Willen geboren werden. Wann dies der Fall ist, wird unterschiedlich definiert, spielt aber keine Rolle für die hier relevante Kriegsparadoxie, werden unter dem Thema "Endlich menschlich" ausführlicher erörtert werden. Die meisten, die im Krieg sterben, haben nicht die Absicht, dies zu tun, manche nehmen es billigend inkauf, andere kämpfen mehr um ihr Überleben als um dem Sieg, dem sie alles unterordnen sollen.

Das ist die Paradoxie des Krieges. Wir werden, ganz gegen unsere Natur, dazu gezwungen unser Leben anderen Interessen Dritter unterzuordnen und den Tod bewusst zu riskieren, um deren Ziele zu erreichen, die uns als unsere mit vorgegauckelt werden. Es ist mir egal, ob der Osten der Ukraine, der mehrheitlich russisch bewohnt ist, sich dafür entscheidet, zu Russland zu gehören, oder lieber zu den mafiösen Oligarchen, die in der Ukraine regieren und auch den Volksaufstand wieder übernommen haben. Diese Frage ist jedenfalls kein Menschenleben wert und eher lächerlich - dennoch sterben tausende dafür, darunter auch die, welche nicht ohne Grund Angst davor haben, die regierenden ukrainischen Oligarchen könnten versuchen, sie zu vertreiben oder auszurotten. Das ist mir nicht egal, aber es ändert sich auch nichts daran, wenn ich die Verantwrortung für dies Sterben der einen oder anderen Seite zu schiebe.

Es ist mir egal, ob Israel Gaza regiert oder die Palästinenser dies tun und es ist albern für diese Selbstverwaltung einen Krieg zu führen und eine Gruppe radikaler Fanatiker zu unterstützen, die Frauen unterdrücken, Unfrieden bringen und das gute Leben stören. Alle wissen, kein arabisches Land hat eine so gut funktionierende Ökonomie wie Israel auf die Beine gestellt und das liegt nicht an Geldern aus Amerika - davon wäre im Golf genug, wollte es wer - sondern am funktionierenden Rechtsstaat, den nur der Krieg immer wieder an seine Grenzen führt, weil undemokratische Potentaten oder Terroristen den Rechtsstaat bedrohen und vernichten wollen. Es geht den Arabern in Israel gut, sie haben Jobs, verdienen Geld und sind Teil des Staates, haben als Büger ihre Rechte. Wer sich an den Interessen der Bürger im Nahen Osten ausspricht, könnte nur dafür sein, diesen zu einer Kolonie Israels zu machen, das die rechtsstaatlichen Bedingungen schafft unter denen ein freies Zusammenleben möglich ist und deren Armee für Ordnung sorgte. Eine ganze Weltregion würde aufblühen und die Menschen lebten glücklich und friedlich miteinander, bis wieder irgendein Idiot den anderen erzählte, wir müssen uns von Israel befreien, die Juden umbringen und den Ort der Himmelfahrt des erdachten Propheten und seiner mittelalterlichen Texte befreien.

Es liegt nicht in der Natur der Araber oder welches der benachbarten Völker auch immer Juden umbringen zu wollen, oder zu glauben, der verrückte Prophet hätte irgendwelche Wahrheiten verkündet und wer nicht diesem Weg folge, dem drohe ewige Verdammnis, denen, die für ihn mordeten aber öffnete sich das Himmelreich, wie es scheinbar die Verrückten der IS annehmen, in ihrem Wahnsinn von Jungfrauen fabeln, bevor sie sich noch möglichst viele mitreißend in den Tod stürzen. Vernünftig erzogen, ohne all den dummen Aberglauben, in laizistischen Schulen ausgebildet, würden sie alle erkennen, es mag nette Tradition sein, Götter anzubeten, an ein Himmelreich zu glauben, aber es ist völlig überflüssig und egal für das Glück von dem wir wissen können, was ein logisch irdisches ist. Alle anderen Phantasien von Göttern und Propheten mögen Erwachsene beschäftigen, bei Kindern haben sie nichts verloren und die UN sollten endlich einvernehmlich dafür sorgen, dass alle Kinder dieser Welt die Freiheit bekommen, frei von Aberglaube und Sekten groß zu werden, in keine religiöse Gemeinschaft eingebunden werden, damit sie nicht den Unsinn der Eltern einfach fortsetzen, bevor sie gelernt haben, kritisch darüber nachzudenken. Dann hätten Araber und Juden die Chance, ihrer Natur folgend, friedlich nebeneinander zu leben, statt sich beständig den Schädel auf der Suche nach höherer Wahrheit oder zur nur Verteidigung des freiheitlichen Status quo einzuschlagen.

Es ist zu bezweifeln, ob einer der viel zu vielen Nationalstaaten die Größe und Würde hat, zu erkennen, dass er nur zum Wohle seiner Bürger existiert und diesem dienen soll - dem Wohl nie Kriege dienen und Religion eine private Angelegenheit nur unter Erwachsenen sein muss, damit die Paradoxie des Krieges durchbrochen wird, in dem sich immer welche totschießen lassen, die am wenigsten mit der strittigen Sache überhaupt zu tun haben, diejenigen aber, die zu blöd und zu stur sind, sich zu einigen, meistens vom Morden völlig unbehelligt leben, dessen Beginn sie befehlen. Wer wessen Interessen dabei verfolgt, bleibt weiterhin unklar.

Zwar geben die Inhaber der Macht vor die Interessen ihres Staates, also des Volkes zu verfolgen, was sie aber offensichtlich nicht tun, da kein Volk ein Interesse an Krieg haben kann, es keine Rechtfertigung für diesen Unsinn gibt, aber was dabei dann ihre wirklichen Interessen sind und was sie davon haben, als den vielleicht Ausbau und die Festigung ihrer Macht, bleibt unklar.

Was wäre einen Krieg wert und damit die Opferung der friedlichen Koexistenz, der Freiheit der Märkte, der Liebe und des Glücks?

So sehr ich auch überlege, komme ich auf nichts, was dies wert wäre, es sei denn, ich wäre Produzent von Waffen und anderem Kriegsspielzeug, das erst im Kriege seinen großen Markt findet und im ewigen Frieden schlicht überflüssig wäre. Ein lustvolles, genüßliches Leben, mit einem Glas Wein am Abend, Menschen, die ihre Lust frei miteinander genießen, Kindern und Büchern, deren Häusern nicht mehr von Verrückten und ihren Bomben bedroht wären, aufgeben für den lächerlichen Absatz von mehr Kanonen und Panzern scheint so absurd und dumm, dass beständig den Kopf schütteln muss, wer bemerkt, diese kranke Tendenz beherrscht die tägliche Realpolitik und bestimmt unser Leben.

Was ist der Grund dafür, dass die Paradoxie des Krieges greift und die Menschen aus ihrem schönen Leben, was sie haben könnten, Abschied nehmen läst, um einander umzubringen, aufzulauern und langfristig zu vernichten?

Liegt es an den engen Grenzen des menschlichen Denkens, das sich nur um Kriege und manchmal Liebe drehen kann, sind wir von Natur aus missgünstige Wesen, die einander nach dem Leben trachten und meinen für ein lächerliches Stück Land müssten eben ab und an einige junge Männer sterben?

Krieg hat nichts sinnvolles und nichts heldenhaftes, im Gegenteil, er ist unsinnig, führt zu keinem Ziel, vernichtet das gute Leben, zerstört Hoffnung und bringt außer denen, die Waffen produzieren, kein Wachstum und kein Reichtum. Solange wir souveräne Nationalstaaten mit eigenen Armeen haben und für eine sinnvolle Lösung halten, wird es so weitergehen, so lange wir Eltern erlauben, ihre Kinder zu beschneiden oder zu taufen, im Aberglauben, religiös zu erziehen, wird sich nichts ändern in der nächsten Generation. Kein Mensch braucht Krieg, niemandem nutzt es und die daran noch verdienen oder je verdient haben, sollten endlich im Sinne des Weltfriedens alle enteignet werden.

Es gab mit Karl dem Großen und seiner Constitutio beginnend eine Verlagerung der Konfliktlösung von der zwischenmenschlichen Ebene vor die Gerichte, damit das Fehdewesen ein Ende findet und sich nicht mehr ständig die Ritter gegenseitig oder ihren Angehörigen den Schädel aus jedem Zorn heraus einschlugen oder dies bei den jeweils anderen Bauern praktizierten. Es dauerte von Karl I bis zu Maximilan I., dem Großvater von Karl V. - von daher sichtbar fast vierl Karle dazwischen, also eine längere Zeit, real fast 700 Jahre, bis es einen sogenannten ewigen Landfrieden gab, um zumindest im deutschen Reich für Frieden zu sorgen, der dann auch immer wieder gebrochen wurde, sogar noch dreißig Jahre lang für den vermeintlich rechten Glauben und von den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts ganz zu schweigen.

Es gab nie Frieden zwischen den Staaten, außer sie wurden ökonomisch so sehr aneinander gekettet, dass sie sich keinen Krieg leisten konnten, wie in der EU. Das Fehdewesen fand ein Ende, sicher, es kommt noch mal vor, dass einer den anderen in Wut erschlägt oder geplant umbringt, aber es ist verdammt selten geworden. Wenn ermittelt der Staat mit einer sehr hohen Quote bei der Aufklärung und die Bürger halten es für normal, dass hier der Staat für die Rache zuständig ist, nicht die einzelnen - wie auch die scharfen Reaktionen auf die Ehrenmordfälle beweisen. Die Bürger haben sich also weitgehend - die wenigen atavistischen Ausnahmen aus islamischen Kulturen oder besser ohne Kultur, jenseits des Rechts jedenfalls, bestätigen dies nur - auf die Übernahme der Rache durch den Staat geeinigt. Damit dies langfristig funktioniert, muss der Staat weltanschaulich neutral sein, also keinem regionalen Aberglauben folgen, nenne er sich nun Islam oder Christentum oder wie auch immer. wo er dies tut, wird er immer wieder scheitern oder unterdrücken - wie sich eine moderne säkulare Republik entwickelt, wenn sie von religiös gesinnten Menschen regiert wird, ist an der Türkei zu beobachten, deren Weg sich immer mehr dem Abgrund nähert.

Die Bürger haben es begriffen, Konflikte sind nicht mit Gewalt zu lösen, sondern friedlich vor Gericht - die Staaten sichtbar nicht, allen voran die USA, die es bis heute nicht schaffen ihre Bürger zu entwaffnen und so noch hinter den vor über 500 Jahren in Deutschland beschlossenen Status zurückfallen, ein primitiver Schurkenstaat inzwischen sind, auch wenn sich die Regierung Obama gerade sichtbar um Zurückhaltung bemüht sind die Drohgebärden gegenüber Russland so lächerlich wie entbehrlich.

Es hält sich zurück, will Hilfsgüter an die Russen im Osten liefern, übergibt die Laster dem Roten Kreuz und eine misstrauische Ukraine verhindert die Überfahrt, um weiter Krieg zu spielen gegen die eigenen Bürger an denen sie natürlich nie einen Genozid planten nur weil sie russischstämmig wären nur diesen unter Aufsicht und Beifall des moralischen Westens faktisch durchführen und sogar die alte moralische Tante Die Zeit aus Hamburg, schreibt nur voller Misstrauen über Putins böse Absichten mit öffentlichen Hilfstransporten, die Spenden von Moskauern transportieren.sie verhalten sich wie kleine Kinder oder misstrauisch prozessierende Ehepaare in lächerlicher Verschlingung.

Sollte sich nun, was wahrscheinlich ist, herausstellen, dass die Laster nur harmlose Hilfsgüter enthalten, die Drohkulisse des Westen lächerlich ist wie verlogen, wird uns vielleicht klar, wer hier den Krieg im eigenen Land gegen wen führt, aber auch wenn es andersrum sein sollte, ist das noch wichtig, wohin führt diese weitere kurzsichtige Politik von Verdächtigung und Vorwürfen ohne sachliche Grundlage.

Es gibt für die Ursache des Absturzes von MH17 keinerlei taugliche Beweise, wie es momentan aussieht, um so dünner die Beweisgrundlage, um so größer die Bugwelle aus Nichts, die von den Staaten vor sich hergeschoben wird. Wer aufmerksam die ersten Anschuldigungen gegen Russland und die Rebellen verfolgte, mit angeblichen Beweisen, wird erstaunt sein, wie sehr sich die Wahrheit relativiert hat, die in der derzeitigen Lage in der die USA einen Konflikt mit Russland suchen, nicht mal den Hauch einer Chance hat, nahe an die Wirklichkeit zu kommen.

Wir stören uns nicht daran, belogen zu werden über die Gründe eines Absturzes, der hunderte Menschen das Leben kostete, wollen einen als unserern Partner begrüßen, der womöglich in Verwechslung mit dem russischen Präsidenten mal eben eine Passagiermaschine vom Himmel holte, um den eigenen Nationalstaat zu verteidigen, dies den Rebellen in die Schuhe schob, gegen die nun vorgeblich begründet ein Vernichtungsfeldzug geführt wird und wir freuen uns, dass die bald EU und NATO Partner aus der Ukraine dem bösen Russen die Stirn bieten, glauben das Ammennmärchen vom gefährlichen und verrückten Putin.

Putin, der einzige Russe seit langem, der kerngesund überhaupt nicht trinkt, sehr rational handelt, sich als zuverlässiger Partner erwies und nur, erwartungsgemäß und logisch die Krim sichert, wird von der Kanzlerin dieses Landes als psychisch auffällig, nicht mehr der Wirklichkeit verhaftet und gefährlich erklärt. Dass es hier einen persönlichen Rachefeldzug gibt, ließe ich ja gerne außen vor, weil es zu lächerlich scheint, dass eine Weltpolitikerin von ihrem Talent und dieser Gnade sich auf solch lächerliche Spielchen einließe, schien unglaublich - aber, ich gestehe, ich finde keinen Grund, der sie zu dieser Verdächtigung sinnvoll motivierte als die persönliche Rache für das traumatische Hundeerlebnis des Schröderfreundes Putin. Die Kanzlerin vergisst scheinbar nichts.

Spricht für ihr Gedächtnis könnten ihre Anhänger nun hochhalten, aber dafür um so mehr gegen ihren Charakter die Realisten dagegen argumentieren. Wie auch immer wir die Person Angela Merkel nun bewerten, sie spielt im weiteren wohl keine Rolle, spannend ist, wie sich auf höchster politischer Ebene die Eskalationen auf Kindergartenniveau bewegen. Was zwischenmenschlich völlig verpönt ist, nehmen wir auf zwischenstaatlicher Ebene hin - würden solch dreiste Lügen vor Gericht vorgetragen, wir wüssten, wie der Prozess ausginge, die ideologisch einigen Gruppen tangiert das nicht, im Gegenteil. Beide Seiten lügen aus taktischen Gründen, halten es sich je lautstark vor und hoffen dabei durch Lautstärke an Glaubwürdigkeit vor ihren Völkern zu gewinnen.

Erstaunlich leise verhielt sich in letzter Zeit dabei Putin, aber um die lächerliche Polarisation nicht gleich heraufzubeschwören, sei sich an dieser Stelle jeder Wertung dazu enthalten, nur eine neutrale Feststellung nebenbei. Das ganze Szenario bleibt, von welcher Seite wir es auch betrachten, schlicht lächerlich.

Nicht ganz so lächerlich ist es in Israel, wo es tatsächlich um Menschenleben und deren reale Bedrohung durch mit ihren Raketen eher impotente Terroristen geht, die sich mittlerweile, wie so viele Araber, wieder untereinander ermorden aus Gründen welcher Rache und Eifersucht auch immer. Peinlich wird es für die Hamas, wenn sich die Aussagen der Israelis bestätigen, dass über 90% der Todesfälle auf ihr Konto gingen provoziert wurden und wermeidbar gewesen wären, Israel tatsächlich als im völkerrechtlichen Sinne unschuldig aus der Angelegenheit käme, wonach es nach Aussagen der UN bisher aussieht, denn auch die wenigen Querschläge oder Angriffe auf UN Schulen, trafen eben auch immer welche, die von der Hamas nebenbei als Waffenlager missbraucht wurden.

Nicht lächerlich ist also hauptsächlich die Rolle der Hamas gegenüber der eigenen Bevölkerung aber das sollten neutrale Gerichte klären, die am besten solch strittige Gebiete, bis zur endgültigen Klärung unter UN Verwaltung stellen sollten. Es bräuchte eine UN Truppe, gern auch unter deutscher Führung, solange es diese lächerlich überflüssigen Nationalstaaten noch gibt, die alle Vorgänge dort neutral aufklärt, um zu einer vernünftigen Bewertung zu kommen. Vernünftig wäre, wenn Israel und Palästina, was es als solches nicht gibt, als souveräne Nationalstaaten erstmal bestehen wollen, den Zipfel Gaza an das Westjordanland zu hängen und diesen Teil für israelisch zu erklären, aber, ich höre schon die Empörung der engagierten und immer unterdrückten Palis, um Vernunft geht es hier nicht, es geht um zwischenstaatliche Wutanfälle, die beide Seiten in mehr oder weniger kindlicher Weise ausleben in der Hoffnung nach der nächsten Prügelei wären sie Sieger, auch wenn ihnen jeder Erzieher sagen wird, es gibt keine Sieger und sie müssen sich wieder vertragen, egal wie brutal sie sich prügelten.

Unsere Staaten schaffen also nicht, was sie von den Bürgern verlangen und was einfachste Regeln der Vernunft gebieten, sich friedlich zu einigen. Im Gegenteil, scheinbar ist das wunderbare daran Staatschef zu sein, sich kindlich trotzig und gemein verhalten zu dürfen, weil ja das dumme Volk für mich in den Krieg zieht, sich für mich prügelt und ich nur die Fahne hochhalte in geschützten Räumen. Eine immer lächerlichere Prozedur, die schleunigst beendigt werden sollten und der gerade peinliche Aufstand des inkompetenten Regierungschefs im Irak, der sichtbar an soviel Realitätsverlust leidet, wie die Kanzlerin Putin nur unterstellte, um sich gut zu positionieren, belegt dies wieder von neuem. Hier werden wie üblich auf höchster Ebene Kinderspielchen um, der hat meine Schaufel genommen und ich bin heute König ausgefochten, mit nur leider echten Waffen auf Kosten der Bevölkerung.

Was sollte die Antwort auf die Unfähigkeit der Staaten sein, ihre Dinge friedlich zu regeln, fragt sich beim Blick in die Geschichte und die Antwort leuchtet klar, verlagert die Kompetenzen, nehmt den Staaten die Erlaubnis ihren Streit untereinander zu regeln, schafft höhere Gerichte und sorgt dafür, dass diese übernationale Stelle besser bewaffnet und stärker ist als alle Staaten, was diese auf die Dauer entbehrlich macht aber das werden die längst friedlichen Bürger am besten von alleine merken, wenn sie der öffentlichen Schlichtung zuschauen. Es braucht keine Staaten, es braucht eine UN Schlichtungsstelle mit einem nur dem Völkerrecht verpflichteten Gericht, das über alle Krieg gefährdeten Streitigkeiten entscheidet.

Hier gelten dann neutrale rechliche Maßstäbe, weshalb die Ansiedlung in einem bestehenden Rechtsstaat Pflicht ist und die Prozesse werden sich langweilig lang hinziehen, warum jeder sie vermeiden will, werden viel kosten und nichts bringen, wie es eben im Rechtstaat meistens so geht, der am besten funktioniert, wenn er sich weitgehend überflüssig macht und die Bürger lieber konform handeln, um die Inanspruchnahme mit ihrem lästigen Zeitaufwand zu vermeiden.

Aus der Kriegsparadoxie führt kein anderer Weg als der einer Verlagerung. Die Staaten haben sich dank Eitelkeit und Kleingeist als vollständig unfähig erwiesen, Konflikte zu lösen, schaffen wir eine andere Ebene, um den ewigen Landfrieden von der Ebene des deutschen Reiches als Idee in die Welt zu heben und momentan spricht viel dafür, die Einführung entweder über einen Aufstand der Basis zu erzwingen, die genug von den lächerlichen Kriegsspielen hat, oder über die gegenseitige Mißgunst mehr Miteinander auf neutraler Ebene zu erzwingen.

Es belauschen sich alle, die Spionage erfasst alle Lebensbereiche, ist vollständig und dringt in die intimsten Details des Privatlebens ein - wir sollten meinen NSA, KGB und BND wissen alles - tatsächlich aber haben sie meist keine Ahnung gehabt, wenn wirklich etwas passiert, haben sie keiner Tat oder Eskalation wirksam vorgebeugt, sondern nur die Kontrolle verschärft, um behaupten zu können, sie sorgten für Sicherheit, ist ihr Credo und tun logisch das Gegenteil, was Teil der Kriegsparadoxie ist in der wir uns befinden und entweder, wir halten diese Spirale ganz schnell an, verlagern die Konflikte auf eine neutrale Ebene und entziehen den offensichtlich unfähigen Staatschefs die Kompetenz, oder wir wandern fröhlich weiter in den nächsten Weltkrieg, dessen Folgen keine Grenzen mehr kennen und bei dem völlig unklar ist, ob irgendwer das Morden noch überlebt.

Noch können wir handeln, bald werden wir behandelt und vielleicht werden einige daran denken, dass die gebildeten römischen Bürger den Suizid des Lukrez als Ausdruck seiner Freiheit sahen, während der staatsnahe und schriftsellerische Konkurrent Cicero, der nie aber so bedeutendes schrieb oder dachte, alles tat, diesen als krank darzustellen, begründet durch die Impotenz des Philosophen und ähnlichen Unsinn, der alle kritischen Geister erschreckend an die These der Kanzlerin vom völligen Realitätsverlust Putins erinnert, der hier aber nicht etwa mit Lukrez gleichgestellt werden soll. Die Sicht des Cicero setzte sich lange durch, insbesondere der katholischen Kirche war der natürlich seelenlose Atheist Lukrez ein Graus, der besser als verrückt verschwinden sollte.

Einem Zufall verdanken wir es, dass sein zentraler Text schon in der Renaissance wiedergefunden wurde und Europa veränderte, uns die Freiheit von Göttern und also auch von Staaten auf dem Weg zum persönlichen Glück denken ließ - er ist viele Umwege gegangen, die Menschen haben sich noch viele male in verschiedene Formen des Aberglauben verirrt, bis sie endlich ankamen bei der Erkenntnis, dass der Staat neutral sein soll in der Weltanschauung und wie unter ihnen gerecht Recht zu sprechen ist. Nun ist es an der Zeit, was für die Bürger gilt auf die Staaten zu übertragen, von der persönlichen Haftung der politisch Verantwortlichen für ihr Handeln gleich einem Kaufmann, wie der Verlagerung der Konfliktlösung auf eine neutrale Ebene, hin zur völligen Entwaffnung aller Bürger.

Es gibt diese Ebene, es gibt ihre Gerichte und es gibt ihr Recht, wir müssen sie nur anwenden und die Grundsätze des ewigen Landfrieden von der nationalen auf die internationale Ebene verlagern und damit nicht sofort ganze Industriezweige wegbrechen, bewacht von einer modernst bewaffneten, wenn auch langfristig völlig überflüssigen Armee der UN, denn was für Bürger gilt, das gilt für Staaten erst recht.
jt 12.8.14

Morgenandacht 0092

Da ist einer gegangen der viele
Rollen spielte ging wohl freiwillig
Er der so viele zum Lachen brachte
Soll sich umgebracht haben
Was die Welt sehr empört und sofort
Wird etikettiert um in Schemen
Zu pressen die verständlich sind
Er muss depressiv gewesen sein
Statt zu würdigen was war ohne
Zu fragen was sein könnte
Es kann gute Gründe geben
Aus dem Leben zu gehen
Gut wer schafft was er will
Wem es nicht misslang
Nun ist er nicht mehr
Ein Lachen bleibt in Erinnerung
Wie erstmal Bewunderung für den Mut
Zu gegen wenn es Zeit scheint
Auch wenn es keiner versteht
Ist die Freiheit dazu etwas so
Wunderbar menschliches
Dies würdigen können ist wichtiger
Als warum oder Krankheit
jt 12.8.14

Liebesvernunft

Ist die Liebe etwas vernünftiges oder ihrem Wesen nach notwendig unvernünftig und wo vernünftig keine Liebe mehr sondern eben ihr Gegenteil, etwas Vernünftiges, fragt sich beim Umgang mit der Liebe und der Betrachtung ihrer immer wieder schmerzvollen Folgen für alle Teilnehmer.

Führten wir eine Statistik unseres Liebeslebens und würden die glücklichen Momente mit den unglücklichen vergleichen, würden wir vielleicht eine schockierende Statistik offenbaren - nur ob diese irgendwas je ändern würde, ist unklar, lebt doch die Liebe immer von der nicht endenden Hoffnung alles würde irgendwann besser und uns das große Glück in dieser, vielleicht einer anderen oder überhaupt offenbar.

Scheinbar ist das Gefühl stärker als alle Vernunft und lässt uns auch gerne immer wieder nur aus dem Bauch und völlig unvernünftig in eine Affäre stürzen, um den Augenblick, den wir gern verweilen ließen, völlig zu genießen. Ein aus epikuräischer Sicht insofern sinnvolles Verhalten, als es ja im Leben nur darum geht, es so sehr wie möglich zu genießen und wo wir diesem Antrieb im Vertrauen auf die Liebe folgen, scheinen wir auf einem guten Weg, zum Glück zu sein.

Betrachten wir aber auch nicht nur statistisch die gelungenen, glücklichen Beziehungen und die Umstände ihres Scheiterns, spricht immer mehr dagegen, dass uns dies tatsächlich gelingt. Seit wir unsere Partner nur noch nach dem Gefühl wählen und die Vernunft dabei eine immer kleinere Rolle spielt, nimmt die Zahl der Scheidungen in einem exorbitanten Maß zu, scheint das dauerhafte Zusammenleben in der Familie in der Gesellschaft immer mehr zu einem Auslaufmodell zu werden. Dabei war es eine sichere soziale Konstruktion, die Sicherheit bot, wo der Staat dies noch nicht tat, es gäbe also in Zeiten drohender Kriege und sozialer Unsicherheit immer mehr Gründe, dieses bewährte soziale Modell als vernünftig zu prüfen, aber als gut und edel gilt nicht erst seit Shakespeares Romeo und Julia wer seine Liebe auch gegen die Familie durchsetzt und dafür zur Not aus dem nur begrenzten Leben scheidet.

Die noch verbliebenen wenigen Fälle in denen Vernunft und Liebe sich zusammenfinden und zu einer im Alltag dauerhaft glücklichen Beziehung führen, betrachten wir zwar voller Bewunderung, aber letztlich nur des großen Gefühles wegen, dass beide vebindet und alle Krisen überstand. Selten oder nie wird zu den Jubiläen einer Ehe, sei es nun in Silber oder Gold die Vernunft gefeiert, die eigentlich den entscheidenden Ausschlag für ein Gelingen gibt, in ihrer Fähigkeit Kompromisse zu schließen. Es ist der romantische Kult des Gefühls, der alles überlagert, ohne das angeblich nichts ginge, was uns unser Wesen teilweise verleugnen lässt und so gilt uns die vernünftige Ehe oder die Vernunft als Faktor zur Führung einer solchen noch heute als eher verpönt, wo uns doch die Tatsachen immer mehr darauf hinweisen, dass die Konzentration auf das Gefühl zu einem Ungleichgewicht führt, das viele Beziehungen schnell scheitern lässt, weil sie auch natürliche, emotionale Schwankungen für ein Problem der Liebe als Ganzes halten.

Dabei gibt es keine gelungene Beziehung, die nicht auch von Kompromissen getragen wird, ist die Wahl rein nach dem Gefühl auch in der Liebe eine, die den halben Menschen so sehr verleugnet, wie die Leugnung einer emotionalen Bindung und Anziehung. Wenn wir beim Kochen eines guten Gerichtes nur den einen Teil betonen, weil er uns aus dem Gefühl heraus näher liegt und den anderen vernachlässigen, den es für ein gelungenes Mahl zu gleichen Teilen braucht, können wir mit soviel Liebe kochen, wie wir nur wollen, es wird nicht schmecken und erstaunlich scheint mir immer noch, warum wir meinen, in der Ehe oder bei der Liebe käme es nicht darauf an, dass im Verhältnis unserer natürlichen Eigenschaften Ausgewogenheit besteht.

Sich verlieben ist wunderschön und wird meist dennoch nur dem halben Menschen, also nur seinem Gefühl zugute gehalten, dabei gibt es viele vernünftige Gründe, dies zu tun und die Folgen möglichst zu genießen oder wo dies eben nicht möglich ist, gerade mit Hilfe der Vernunft einen anderen Weg einzuschlagen. Natürlich habe ich mich schon unglücklich verliebt oder die scheinbar glückliche Liebe verwandelte sich unerwartet in eine unglückliche und in meiner romantischen Hilflosigkeit gab ich der wohl auch natürlichen Neigung nach, dass Leben fliehen zu wollen, mich dem Schmerz ganz hinzugeben, den Liebeskummer voller Inbrunst zu zellebrieren, was nun wirklich völlig unvernünftig und gänzlich ungeeignet ist, mein Glück zu mehren. Dennoch und auch wenn ich versuchte mir dies bewusst zu machen, folgte das Gefühl hier einem scheinbar natürllichen dunklen Drang, der sich eher damit beschäftigt unser Glück zu zerstören.

Nachdem die dunklen Kräfte des Gefühls beinahe die Oberhand behalten hätten, der Suizid als einzig noch vernünftiger Weg schien, auch wenn es nur um ein Gefühl ging und nichts mit Vernunft zu tun hatte, da die Situation in keinster Weise geeignet war, mein Glück zu mehren, schien es mir in dem Moment völlig logisch, ohne xy nicht weiter leben zu können oder zu wollen und aus dem Werther ist bekannt, wohin uns dieser einseitige Kult des Gefühls führt, wie wenig er auf lange Sicht betrachtet geeignet ist, unser Glück zu mehren.

Schon höre ich den Einwand, aber wenn es um Liebe, also ein Gefühl geht, dann kann es doch nur richtig sein, dem Gefühl zu folgen, da der Verstand nie versteht, um was es dabei eigentlich geht, als sei ich verliebt oder unglücklich liebend nur noch ein halber Mensch und müsste alle Vernunft von mir abspalten, ihr verbieten, sich zu meinem Glück oder eben Unglück zu äußern, weil ein nicht einseitig erlebtes Gefühl schon ein Unglück an sich wäre. Seit ich also dem Dunkel des emotionalen Absolutismus gerade noch entstieg, der die Neigung hat, uns völlig gefangen zu nehmen und der keine Nebenbuhler duldet, am wenigsten die Vernunft, genieße ich die Harmonie der beiden Teile so ausgewogen wie möglich, um die Dinge so zu genießen, wie es kommt. Dies scheint mir sehr vernünftig und löst ein harmonisches Wohlgefühl aus.

Was ich mich nur frage, warum wir in Dingen der Liebe, gerade wenn wir nach unserem Glück dabei streben, ein so großes Mißtrauen gegenüber der Vernunft hegen. Warum bechneiden wir gern einen wichtigen Teil unseres Lebens, der unser tägliches Überleben sichert, um uns einem nur halbem Gefühl hinzugeben, denn wie sollte ein Gefühl als nur unvernünftiges Wabern in uns existieren, wenn es keine logischen und vernünftigen Wurzeln in unserer Natur hat, in unserem eben Streben nach Glück.

Seltsamerweise haben viele Menschen die Neigung, ihr Leben noch mit einer erdachten Existenz außer sich bereichern zu wollen, die im hiesigen Kulturkreis besonders eng mit dem Gefühl der Liebe verbunden ist, die dann nicht mehr als eine Eigenschaft des Einzelnen und eine Äußerung seines autonomen Geistes verstanden wird, sondern als eine Gabe von außen, auf deren Existenz der so Gläubige keinen Einfluss hat. Logisch hat diese Liebe nichts mehr mit der Vernunft zu tun, auch wenn es immer wieder Versuche gab jene erdachte Existenz durch vermeintlich reale Wunder zu beweisen oder die vermeintliche Wahrheit zu begründen.

Historisch betrachtet folgte auf die Aufklärung, eine Zeit in der die Vernunft und der freie Geist der Renaissance wieder hochgehalten wurden, die Menschen sich auch dank Kants strenger Logik geistig von der Herrschaft der Götter, die vielen noch absolut schien aus der dunklen Zeit der Glaubenskriege, befreien konnten. Wenn auch nicht in Zahlen wohl viele, sondern in Zahlen vermutlich nur eine kleine Gruppe, eine geistige Elite wohl, aber es war ein erster Schritt, der Verbreitung fand und sich in Lexika audrückte, in der französischen Revolution kulminierte, was im aufgeklärten Absolutismus noch seinen Weg suchte und bis heute um den richtigen Weg ringt, wie wir an der Beteiligung des Gefühls. also des Glaubens an aktuellen Kriegen nur zu gut sehen.

Den ersten Schritt zur Befreiung der Menschen aus dem Gefängnis der externen emotionalen Macht, die alles beherrschte und kontrollierte, tat Europa, nach einem aus Sicht der Vernunft sehr dunklen Mittelalter, die Renaissance und sie geistig führend ein Text, der wohl Ende des 14. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde und aus römisch republikanischer Zeit stammend, es wagte, die Existenz höhrerer Wesen völlig in Frage zu stellen, eine Seele aus der Natur heraus leugnete und den Lesern logisch natürlich herleitete, warum es keinen Grund gibt, den Tod nicht zu fürchte, nicht auch wenn er alles beendet, sondern gerade deshalb. Die Rede ist hier von, die geneigten Leser werden es ahnen, von Lukrez de rerum natura -  von den Dingen der Natur.

Es mag damit jeder halten, wie es ihm gerade gefällt und ihn glücklich macht. Niemand soll etwas aufgeben, was ihn erfüllt und zufrieden macht. Aber die Möglichkeit Leben auch anders zu denken, die Existenz als solche als Glück genug zu definieren, sich von allem außer uns zu lösen, um unser eben endliches Streben in engen Grenzen als Glück an und für sich zu verstehen, ist ein weiterer wunderbarer und ach so vernünftiger Schritt zur Befreiung aus der Sklaverei der Vorurteile und der Unterworfenheit unter etwas außer mir, gibt uns die Chance, befreit zu genießen, was ist und was wir uns schaffen und begreifen können.  Wer sich im engen Rahmen der Vorurteile glücklicher findet, eine Macht über sich braucht, die alles lenkt, möge damit glücklich werden, nur weil mein Verstand zu beschränkt ist, zu verstehen, wie das glücklich machen kann und wozu diese Erfindung dient, heißt das nicht, es könnte anderen nicht ganz anders erscheinen, in ihrem Gefühl, das sich im Rahmen des Glaubens glücklicher oder sicherer fühlt, als so haltlos in nur beschränkt irdischer Existenz, die sich allein aus der Natur ableitet, die eben bloß logisch funktioniert, ganz natürlich eben.

Vielleicht aber kann diese Option zur Befreiung des Gefühls von allen Mächten außer mir, wie sie Lukrez im Geiste des Epikur so treffend beschrieb, helfen unser Gefühl im Einklang mit unserer vernünftigen Natur zu erleben, so dazu führen, die Liebe zu genießen und dennoch in ihr wie sie betreffend, vernüntige Entscheidungen zu fällen. Viel spricht dafür diese Betrachtung der Liebe als eine aus Gefühl und Vernunft zusammengesetzte Eigenschaft, die logisch ist wie alle Natur, auch wenn wir ihre Logik nicht immer begreifen müssen oder ich zumindest dies in der Enge meines Horizontes kann, zu begreifen und alle geringe Erfahrung bisher spricht dafür, dass diese Betrachtung uns leichter glücklich macht und mehr Dauer im Glück sichert als die immer nur einseitige Betrachtung des reinen Gefühls, wie uns die seit der Romantik oder exakter wieder mit dem Sturm und Drang dominierte und in ihrem Absolutismus zur Verzweiflung führte. Warum also nicht sagen, die Liebe sei als etwas natürlich Vernünftiges zu betrachten. Vielleicht könnte es viele Beziehungen retten, uns vor manchen Irrtümern logisch bewahren, uns im ganzen mit dem was wir lieben glücklicher machen, weil wir merken wie sehr sich Vernunft und Gefühl im Einklang befinden, statt uns einer unsinnigen einseitigen Dominanz zu unterwerfen und was mehr als glücklich zu sein, können wir je erreichen wollen?
jt 11.8.14