Montag, 11. August 2014

Kriegswahrheit

Im Krieg ist die Wahrheit noch seltener als in der Liebe, was schon viel heißt, denn wer noch nie aus Liebe log, hat nie geliebt, zumindest nie mit einer Frau zusammengelebt oder den Alltag geteilt, auch wenn es vermutlich keiner zugibt, um nicht die Fassade der Illusionen zerfallen zu lassen, die den heimischen Frieden sichert und den ursprünglichsten Krieg, den zwischen Mann und Frau, noch aufhält. Warum wir in einer viel Verhandlungsgeschick, Erfahrung und große Taktik benötigenden Angelegenheit wie der Ehe heute dazu übergegangen sind, sie völlig auf etwas so irrationales wie nur Gefühl zu bauen, bleibt unklar und gilt doch nahezu allen als Ideal in der sich für aufgeklärt haltenden westlichen Gesellschaft, dabei ist es das Gegenteil von Vernünftig.

Es stellt sich nun die Frage, ob die arabischen Gesellschaften in denen die arrangierte Ehe noch üblicher ist, aufgeklärter ist als die unsrige, die in der entscheidenden Bindung im Kern der Gesellschaft auf so etwas wankelmütiges und leichtfertiges wie nur Gefühl setzt. Insofern Aufklärung noch immer die Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit ist, kann diese Annahme für die immer noch religiös und also atavistisch von Glauben und anderen primitiven Elementen geprägten Gesellschaften, leicht verneint werden. Sie entscheiden nicht so, weil es vernünftiger ist, oder sie andere Erfahrungen gemacht hätten, die sie zu diesem Schluss haben kommen lassen, sie entscheiden auf der Basis mittelalterlicher Glaubensvorstellungen, die noch unvernünftiger als das Gefühl sind, eine unfreie Struktur aufrecht erhalten und wie in primtiven Gesellschaften üblich, nur die Vermehrung hoch halten, da es an anderen Idealen mangelt, bleiben sie als solche bestehen, aber kommen auch nicht weiter.

Weiter wäre nur, wer sich im Bewusstsein der Liebe, der Möglichkeit des spontanen Gefühls, sich dennoch der vernünftigen Lösung ganz hingibt oder auf sie baut, weil sie seinen Interessen am ehesten entspricht. Solche Ehen halten statistisch betrachtet am längsten, solcher Frieden zwischen Staaten auch, wie wir in Europa sehen können und vermutlich ist die Krise in Griechenland nun der Beginn einer großen deutsch-griechischen Ehe, die politisch natürlich vernünftig sein soll und dennoch ständig von zuviel Gefühl aufgeladen wird, das den Beteiligten sowohl das kritische Denken erschwert, wie den Weg zu einer sinnvollen Lösung verstellt. So unsinnig Merkel gegenüber Putin reagiert, so vernünftig war ihre Politik ex post gegenüber Griechenland nur leider von der falschen im falschen Amt durchgeführt, um dafür je geliebt zu werden, auch wenn sie vermutlich als Retterin der griechischen Demokratie der Moderne in die Geschichte hätte eingehen können, dumm gelaufen, den Lohn erhält sie wohl nie, weil ungeschickt gespielt, als es um zuviel Gefühl ging.

Meine Mutter hat mich so erzogen, dass ich immer, bevor ich mit einer Frau schlafe, mir überlegen sollte, ob ich mir auch vorstellen könnte, mit ihr Kinder zu haben, eine Familie zu gründen - das hat sich festgesetzt und auch wenn es nicht immer konsequent umgesetzt wurde, wenn die Gelegenheit mal eine andere war, ist doch der Kern von einem Hauch vernünftigen Nachdenkens in dem Moment, wenn das Hirn bei den meisten Menschen nur noch im Hintern sitzt und schieben hilft - ein überlieferter Spruch meines Großvaters übrigens, hängengeblieben und hilft immer wieder zu erstaunlich vernünftigen Entscheidungen, oder doch zu der Sicherheit zu wissen, wann würdest du etwas riskieren und was ist dir wertvoll.

Natürlich lässt sich hier, wie bei allen Wesen, der Trieb auch von der Natur leiten, sie hilft unserer Natur im entscheidenden Moment über uns hinaus zu wachsen. Doch bevor es dazu kommt werden mit zunehmenden Alter die Auswahlkriterien immer strenger und so staune ich immer noch über die Männer, die im Alter wahllos werden, hauptsache jung und knackig als Maßstab scheinbar folgen, was sich da wohl regt und ob die Fassade allein genügen kann, Lust und Nähe zuzulassen - das Begehren ist natürlich und verständlich, einem schönen Po oder Busen hinterher zu schauen, ist gut und liegt in der Natur, auch wenn sie in diesem Land schon pönalisiert wird aus falsch verstandener Moral.

Nur was bleibt von diesem schnellen Reiz, auch wenn wir durch günstige Umstände gelegentlich Zugriff auf ihn hätten, was verhindert tatsächlich den Ausbruch des ewigen Krieges zwischen Mann und Frau und kann das Beisammensein für mehr als einen schnell errittenen Höhepunkt erträglich gestalten?

Bevor der für alle Fälle fraglos ahnungslose Flaneur sich hier in Antworten verirrt, die ihm dann vorgehalten werden könnten, denn verglichen mit einem Henry IV. von Frankreich, der nicht nur die Freiheit der Religion und das Hühnchen im Topf achtete, sondern auch die Töchter des Landes wohl in Unzahl beglückte, wie später ein starker August es zu Sachsen und Polen tat oder ein Casanova sich durch das Europa seiner Zeit schlief, ein Rudolf Eden in Berlin alles was nicht bei drei auf den Bäumen war und unter unter 25 noch mit über achtzig beschlief, welche chemische Hilfe ihm dabei auch immer Standkraft verlieh, bin ich mehr als ahnungslos in der Quantität, auf die es mir seltsamg genug mit steigender Zahl auch immer weniger ankam und kann daher nur über die Maßsäbe der Qualität etwas sagen, die zu Glück und Befriedigung führten, worin nicht umsonst eben das Wort Friede mittig liegt. Ich weiß also von nichts, worüber ich auch schreibe oder rede und möchte auch diese Erwartung nie wecken, selbst wenn es mir gelegentlich schwer fällt mit den Sätzen zu einem Ende zu kommen und dennoch gibt es Erfahrungen und Erinnerungen, die bei der Suche nach Frieden vielleicht behilflich sein könnten.

Naturgemäß schreibe ich dabei aus meiner Sicht, über meine sexuellen Erfahrungen, die zur Befriedigung führten oder eben nicht, was im Krieg endete und warum, möge mal dahinstehen, da die Beschäftigung mit unerfreulichen Dingen selten die Laune hebt noch sonst etwas positives bewirkt, außer für diejenigen, die dem Aberglauben der Analyse anhängen, der mir aber so fern ist wie alle anderen Götter oder Götzen auch, ich jedenfalls nicht erkennen kann,  inwiefern diese mein Glück mehrt, meine Befriedigung erhöht und um die geht es ja in diesem Versuch der Suche nach der vermeintlichen Kriegswahrheit und den Gründen der Kapitulation der Zivilisation vor der Vernunft.

Einer Frau zu begegnen ist ein wunderbares Glück, sich gegenseitig zu begehren, sich also nicht nur zu mögen, sondern sich riechen zu können, ist schon ein Wunder an sich, für diejenigen zumindest die sich am Schönen freuen und wissen, wieviel anders es sein kann.

Wie es sich für Frauen bei der Begegnung mit Männern verhält, kann ich nicht beurteilen, da fehlt mir naturgemäß der Horizont doch scheint die immer wieder Suche nacheinander zumindest nicht dafür zu sprechen, dass es ihnen nur unangenehm wäre.

Nach der irgendwie erklärten Zuneigung - sei es nun virtuell oder real, schriftlich oder mündlich beginnt der gefährliche erste kriegerische Akt, die Eroberung fremden Terrains - hierbei treibt uns kriegerischer Geist so sehr wie triebhafte Natur und aus manchem Trieb rettet uns noch in letzter Minute die Vernunft. Es geht also um Geländegewinne beieinander und auch insofern unterscheidet sich der Krieg der Geschlechter wenig von dem der Staaten, wir führen die Dinge nur ungern auf die Wurzeln zurück, um nicht unsere wunderbare emotionale Täuschung als eine solche zu entlarven.

Auswahlkriterium gewünschten Landes ist meist sehr schlicht die Gelegenheit, weil wir im Alltag eingebunden ja nur halb soviel davon haben, wie wir gern hätten. Erschwerend kommt noch dazu, dass in Zeiten des Internets und seiner Wege der virtuellen Anhbahnung, auch durch Institute wie Finya etwa, wir in der Hoffnung gehalten, werden, wir könnten uns im Kriterienkatalog die Passende oder den eben Passenden aussuchen, bei genug Übereinstimmung und am besten bereits bildlicher Zuneigung, ergäbe sich der Rest von alleine, was er nicht tut, denn auch dort will die Gelegenheit in meist konventioneller Form ergriffen werden, dazu findet sich weit wengier Gelegenheit und wenn sie sich findet, zeigt die Erfahrung, dass gewisse Ausschlußkriterien sich sehr bewährt haben, um erst gar nicht in den Krieg zu treten, oder den Versuch zu machen miteinander nach Befriedigung also Frieden zu suchen.

Dabei ist spannend zu beobachten, wie es etwa zwischen dem östlichen und dem westlichen Teil Berlins wenig Konvergenz gibt, so sich diese nicht schon aus anderen weit überwiegenden Gründen ergibt, um mal eine lokale Anekdote einzuflechten, die uns zeigt wie sehr der Kalte Krieg in den Köpfen in den Herzen weiter geführt wird und eine Einigkeit oft von Anfang an ausschließt, auch wenn viele es nicht bemerken, ahnungslos aufeinander zu stürmen und sich dann wundern, warum sie ewig einander fremd bleiben, auch wenn doch eigentlich alles stimmt, mühsam nur die Trümmer der gebrochenem Herzen wieder einsammeln. Sogar in den Stadtteilen zeigt sich innerhalb des vorgeblich einigen Berlins eine Unterscheidung, die verwirrend deutlich macht, wie schnell das Bedürfnis nach Befriedigung, also Friede, denn um den im politischen Sinne geht es ja eigentlich in diesem kleinen Essay, kippt in den dann Krieg und festgestellt werden muss, wenn es gut geht, es passt einfach nicht, oder, in den meisten schlimmeren Fällen, dennoch probiert wird, aus emotionalen Gründen, noch später, noch schmerzvoller schief geht, auch wenn ein vernünftiges Gespräch zur Sache vor großen emotionalen Verwicklungen schnell klargestellt hätte, es gibt keine ausreichende Konvergenz, einen Frieden zu finden, der hält, allein die Befriedigung als Verbindung reichte wohl nur Geistern, deren Horizont sich auf ihre Geschlechtsteile beschränkt.

Spannend ist, wie hoch die Bereitschaft zur sonstigen Toleranz bei einer Konvergenz in Faktoren wie Herkunft, Bildung und Familie wird. Sofern diese Grundstruktur passt, werden wir nachsichtig und lernen uns auch in den anderen einzudenken - sie oder er ist ja nicht völlig unähnlich - es muss also doch eine Verständigung möglich sein und so die Versuche im vertrauten Singsang der mütterlichen Region erfolgt, sind wir scheinbar, traue ich meiner geringen Erfahrung, eher bereit zu verzeihen, über etwas hinwegzusehen, die Bedingungen für Frieden zu schaffen.

Nicht immer geht die Suche nach Befriedigung mit der nach Frieden parallel - manche fechten auch kleine Kämpfe um erstere, riskieren letzteren vollständig in Leidenschaft und Lust, was seinen Reiz wohl haben kann, aber selten in einem sinnvollen Verhältnis zu Risiko und Erfolg steht, warum es eher für die Blindflieger geeignet ist, die sich eben ohne jede Vernunft und nur aus dem Gefühl heraus in die Verhandlungen stürzen und die Leidenschaft in jedem Moment völlig irrational leben. Die Nebenfolgen und Begleiterscheinungen dieser im Bett ja noch ganz netten Eigenschaften sind häufig Eifersucht, die ja das Gegenteil der vermeintlich gesuchten Liebe ist, also nie Ausdruck von positivem Gefühl für jemanden sondern nur ein Besitzwillen, der sich auf Herrschaft richtet, also Unterdrückung und Fortsetzung des Krieges, eben nicht Befriedigung und Friede. Warum die Erfahrung auch lehrt, meide alle eifersüchtigen Menschen, suche keine Befriedigung mit ihnen, es wird nie Frieden geben.

Warum diese völlig überflüssigen Gefühle, die nichts als Missgunst kultivieren dennoch so erfolgreich in unserer Gesellschaft sind, zeugt davon um wie wenig vorgeblich Liebe es den allermeisten Beziehungen geht und um wieviel dafür Herrschaft, insofern fällt jedem die Parallele zum Verhältnis der Staaten sofort ins Auge und auch die je Bedürfnisse sind dabei erstaunlich ähnlich - so sind eifersüchtige nur vermeintlich liebende Menschen nichts als Kriegsherren, die einander zu beherrschen trachten - dabei suchen sie mehr nach Kriegsgründen als nach welchen, den Frieden zu erhalten. Sie wollen ja nur ihr Mißtrauen widerlegen und lassen sich dabei zu gern in ihren Vorurteilen über die bösen Absichten der anderen bestätigen.

Auch mir mit meiner geringen politischen Erfahrung und meinem kaum Überblick, geschweige denn Ahnung von den Geschehnissen der Welt fällt jedoch auf, wie ähnlich sich Menschen im Kalten Krieg oder in Verhandlungen über den Waffenstillstand unter Staaten verhalten zu dem, was sich eifersüchtige Menschen antun. Die Wege und Ideen des Misstrauens kennen keine Grenzen und auch sonst durchaus intelligente Menschen verfallen auf unsinnige Verschwörungstheorien oder tun alles, um den anderen für schwachsinnig zu erklären.

Einen Unterschied zwischen den Geschehnissen in der Ukraine, im Irak, in Gaza oder auch nur zwischen Moskau und Washington mit Berlin, zu dem Verhalten irrational eifersüchtiger Gatten kann ich kaum feststellen. Einseitige Blindheit und Verteufelung des anderen nimmt jeweils in dem Maße zu, wie die tatsächlichen Argumente dünn werde. Der Westen zickte seit Monaten Putin an, der immer genervter reagierte, was die Absicht ist, denn die Provokation soll ja den vermeintlich wahren Kern der Absichten bloßlegen, auch wenn jeder weiß, in einer Krise und unter Druck handelt nahezu keiner mehr nur vernünftig und beleidigende Zweifel an der Zurechnugnsfähigkeit des anderen, dem jede Zärtlichkeit entzogen wurde, machen die Situation noch schlimmer. Im Krieg zwischen den Geschlechtern wie in dem zwischen den Staaten wird die Wahrheit immer in einen Kordon von Lügen gepolstert, durch die jede Seite dringen muss, um als Sieger übrig zu bleiben und festzustellen unter der Verpackung steckt nichts, es gibt keine Wahrheit.

Aufklärung, vernünftig betrieben, kann helfen mit dieser für viele traurigen Wirklichkeit friedlich und glücklich klar zu kommen, dass Leben weder einen Sinn hat, noch es eine Wahrheit gäbe, die verbindlich zum Glück führte, so wir von diesem Kelch nur tränken. Solche Märchen, wie sie schon in der Artussage vorkommen, die zumindest dem größten Teil der aufgeklärten Zeitgenossen heute irrational vorkommen, finden ihren Höhepunkt in der Kriegspropaganda, die etwa die Existenz von Atomwaffen oder das feindliche Eingreifen mit Satellitenbildern  belegen sollen. Die aber nichts belegen als vorige Propaganda und die keiner Untersuchung standhalten.

Wir sehen dies etwa in einer der derzeit wohl mit am besten überwachten Regionen der Welt, in der Ukraine, wo keine Satellitenaufnahmen aus der Zeit  des Abschusses von MH17 existieren, während sonst jede transportierte Rakte am Boden von den USA den Russen vorgehalten wurde. Wo Tonbänder des Funkverkehrs ungehört verschwinden, jede Nachfrage danach mit dem Vorwurf wohl ein Troll des Kremls zu sein zum Schweigen gebracht wird. Wo plötzlich die Ukraine mit aller Gewalt das Absturzgebiet erobern muss und Krieg spielen will, weil es genau jetzt, während ein Absturz öffentlich aufgeklärt werden soll, um den Endsieg geht und dies Vokabular ist angesichts der dort zumindest mitregierenden Faschisten nicht zufällig oder leichtfertig gewählt.

Weiß nicht, was geschehen ist am Himmel über der Ostukraine, ob da ein Fehler geschah oder jemandem Schuld in die Schuhe geschoben werden sollte oder am Ende tatsächlich es Narren für die Maschine des russischen Präsidenten hielten, den vom Himmel zu holen ukrainischen Jägern sicher ein Vergnügen wäre, wenn es auch wie der Pyrrhussieg einer mit üblen Folgen gewesen wäre für die Welt. Sicher ist nur, dass beide Seiten versuchten, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben, bedingt glaubwürdig und ohne hier weiter auf die Beweise der einen oder anderen Seite eingehen zu wollen, die an die Scheidungsprozesse aus der Zeit erinnern, in der noch schuldig geschieden wurde und der Nachweis eben dieser Schuld viele Vorteile hatte.

Es tut mir leid, dass zufällig da ein Flugzeug in den Ehekrach zwischen Moskau und Washington kam, bei dem es auch um einen Spion geht und um den einzig sicher eisfreien Marinehafen Russlands, der solange nicht zur Diskussion stehen kann, wie sich die NATO Russland als Gegner und nicht als Partner nähert und dann besser ein gemeinsamer wäre, aber auch das ist ein sehr weites Feld an dieser Stelle und zeugt sehr von eher sexuellen Kämpfen der beiden Gegner um Schwanzeslänge und Busensgröße als um vernünftige Verhandlungen zwischen Großmächten und rational handelnden politischen Subjekten und entsprechend fällt das Ergebnis aus, es tut mir leid, ja, aber es ist auch egal, ehrlich gesagt, darum geht es nicht, wer sich scheiden will, soll das friedlich und ohne Schuldfrage tun und den Umgang mit den Landeskindern in vernünftiger Weise regeln.

Da Kinder in Ehen meist als zu 50% vom einen und zu 50% vom anderen stammend betrachtet werden, findet der Vergleich hier schnell seine Grenzen, denn dies juristische Konstrukt gilt auch, wenn die weibliche Eizelle dem winzigen männlichen Spermium, das irgendwie dessen Hülle durchstoßen möchte, um Längen überlegen ist an zumindest Größe, da hier die Vereinigung und ihr Produkt auf den Chromosomensatz herunter gebrochen werden, der in beiden Eizellen nur halb vorliegt und erst vereinigt ein neues Wesen gibt, dessen Zellen sich dann bis zum funktionalen Menschsein teilen, wann immer das beginnt. Hier wird ja heute rechtlich fein zwischen funktionalem Leben, also dem mit voraussichtlichen Mehrwert und behindertem Leben, also mit vermutlich geringem oder keinem Mehrwert unterschieden, bei ersterem ist das Menschsein bereits wenige Monate nach der Befruchtung insoweit geschützt, dass die Beendigung des Wachstums einer bescheinigten Beratung braucht, während bei letzterem bis zum Einsetzen der Wehen noch abgetrieben werden darf, aber dies kann hier dahinstehen, so sehr es manche auch empört, warum wir Leben unterschiedlich gewichten und wer über die eigene Lebensgefährdung autonom entscheiden darf als die Frau, hier geht es ja um Krieg und Frieden oder das Spiel was dem Ergebnis der Zeugung vorausgeht, seine Gründe und Parallelen im politischen Leben.

Um so mehr wir uns ins Thema vertiefen, desto deutlicher wird, wie sich Russland und der Westen wie ein zickiges Ehepaar verhalten und nun scheint es fast als würde nun nach guter westlich demokratischer Sicht das gemeinsame Kind Ukraine dem Westen zugesprochen, das also nächste NATO Mitglied und Russland hätte das Nachsehen verlöre auch Gebiete die zu 90% und mehr von Russen besiedelt sind. Auch bei einer Scheidung kann nicht eine Seite vom einmal geborenen nur armen aber nicht behinderten Kind plötzlich seinen Anteil am Genpool herausverlangen, insbesondere wenn die Kinder inzwischen erwachsen, eigene Wege zu gehen beabsichtigen.

Es erstreben die Familiengerichte heute eine Einigung und einen einverständlichen Umgang da dies den Kindern am besten tut und die Erfahrung als Vater bestätigt dies. Es geht nicht darum, wer Recht hat, wer was wem angetan hat, wer mehr schuld ist oder nicht. Das ist alles für immer egal. Es geht nur noch darum, wie nach einem Krieg, wenn alles in Trümmern liegt und fast alle tot sind, wie wir in Frieden miteinander leben können und es den Überlebenden am besten geht. Überlebende der verlorenen Liebe sind die Kinder. Nur um sie muss es gehen, alles andere ist egal. Wer vorher mit Lust zeugt, auch wer es ohne Lust tat, hat dafür ein Leben lang gerade zu stehen und sich vernünftig zu verhalten, jedenfalls meistens, damit die Kinder sich wohlfühlen.

Wenn zwei sich streiten oder es zum Krieg kommt, haben, dessen sind wir uns bei Ehepaaren schnell sicher, immer beide ein wenig schuld und so fern das den Beteiligten am Anfang auch liegt, um so deutlicher wird es, je ferner die Ursachen treten, was sie für wen auch immer waren. So verhält es sich in der Ukraine, so verhält es sich im Irak, so verhält es sich in Gaza und so verhält es sich bei jedem Krieg, auch wenn wir immer gern einen den bösen Gauner nennen und nun Beifall klatschen, dass die USA die islamistischen Idioten von IS beschießen, weil wir es für gerecht halten, uns den verfolgten Christen und Jesiden näher fühlen, als den fundamentalistischen Kriegern wahabitischer Ausprägung des Islam, wie er bei den Saudis regiert.

Kinder sind in den allermeisten Fällen das Produkt von Sex und hoffentlich solchem, den beide genießen konnten, was aber für die später ungestörte Existenz der selbigen ohne Bedeutung ist. Da waren sich zwei sehr nah und das Ergebnis lebt nun unabhängig von dem, was sie noch wollen können. Es wächst meist noch den größten Teil der Zeit in der Mutter heran, aber danach ist es ein unabhängiges Leben und als solches staatlich geschützt, bis dahin, wie oben erwähnt, aus nicht eingestandenen Gründen der Rassenhygiene nur teilweise und unter Bedingungen so ähnlich geschützt und ja eben auch mit dem gefährdeten Leben der Mutter verbunden, weshalb korrekt eigentlich wäre, sich als Staat aus dem Thema schlicht heraus zu halten, da Leben gegen Leben nie aufgewogen werden, keines mehr wert sein kann. Das Ergebnis einer so schönen Sache verdient es eben auch entsprechend gut und frei behandelt zu werden, damit es auch irgendwann die Chance hat Leben so weiterzugeben und Werte zu leben, die ihm vorgelebt wurden.

Die düstere Wirklichkeit des Krieges zeigt uns jedoch, es sterben im Krieg nie diejenigen, die ihn anfangen oder für das Sterben sorgen, sondern die Kinder der gescheiterten Liebe werden auf dem Altar von Stolz und Vaterland als Beweise vermeintlicher Potenz als erste geopfert. Die Eltern suchen dafür Schuldige und natürlich ist es nur der Gegner, der die Härte provoziert und erforderlich macht - das gilt für Israel wie für die Ukraine und für Syrien, den Irak und Nigeria. Es führen unverantwortliche Eltern einen Krieg, weil sie zu eitel und zu stolz sind sich wie erwachsene Menschen zu behandeln und sich zum Wohle der Kinder zu einigen.

Wer einmal die Akten deutscher Familiengerichte studierte oder selbst diese Situation durchlebte, wird festellen, wie sehr sich Krieg und Ehe am Ende gleichen, wie wenig sich die Argumentation auch zwischen Russland und den NATO Staaten von der eines frustrierten Ehepaares unterscheidet, das besser wieder mal zusammen schliefe, statt sich weiter dern Schädel verbal und sonst aus alten Verletzungen einzuschlagen, weil nie einer Recht hat, beide miteinander auskommen müssen, über lang ohnehin.

Die Blockade und Boykottpolitik des Westens ist idiotisch, kindischer Trotz, die Reaktion Russlands entsprechend und schon im Kindergarten versuchen Erzieher den unter dreijährigen schon eine bessere Form der Konfliktlösung beizubringen. Die Trotzreaktionen der Rebellen sind vielleicht verständlich, wenn wir sehr großzügig sind und die Worte einer Julia Timoschenko als reale ukrainische Politik sehen, was sie nicht ist und sein kann, aber sie sind dennoch idiotisch und nicht zielführend.

Jeder Tag Krieg und Kampf ist überflüssig. Das wissen beide vorher. Besser sie einigten sich ohne die Sorgen und stiegen zusammen ins Bett um den Konflikt so zu klären, wie sie die Kinder ihrer Jahrhunderte währenden Ehe zeugten. Wenn zwei Kinder haben, haben sie ein Leben lang gemeinsam Verantwortung. Da kann als neuer Partner kommen, wer will, da können neue Kinder kommen mit anderen oder keine, alles egal, die zwei haben sich genetisch aneinandergekettet und so wie unsere Familiengerichte sie inzwischen immer mehr zu einem vernünftigen einverständlichen Umgang zwingen, so können wir das auch von der politischen Führung unserer Staaten erwarten und wenn sich Putin und Obama nicht einigen können, dann braucht es neutrale Dritte, die eine sinnvolle Entscheidung treffen und nicht die beständigen Versuche der einen oder anderen Seite, ihre Weltsicht als einzig selig machende durchsetzen zu wollen.

Es geht nicht darum wieviele Kinder bis jetzt in Gaza starben und ob 90% auf das Konto der Hamas gehen oder wir nur die kausalen israelischen Bomben zählen, es ist auch egal, ob diese terroristische Folkloreorganisation einzig zum Ziel hat die Juden ins Meer zu werfen und den Staat Israel zu vernichten. Es braucht Verhandlungen mit neutralen Richtern solange sich die Idioten nicht selbst einigen können, dann braucht es eben Zeit und irgendwann werden beide ungeduldig einen Weg suchen, denn solange sie sich so kindisch verhalten, sollten die betroffenen Völker in Pflegschaft kommen, wie es in ganz schlimmen Fällen auch von Familiengerichten angeordnet werden kann. Wenn diese Pflegschaft beide nervt und genug Zeit vergeht, relaitiviert sich vieles.

Es ist egal, wer schuld ist, es ist egal, wer angefangen hat - wer Kinder hat und sie zusammen gezeugt hat, hat ein Leben lang zusammen Verantwortung, dafür müssen sie nicht wieder zusammen ins Bett steigen, wenn sie auch bei klarer Vernunft eine andere Lösung jenseits von Stolz und Eitelkeit finden. Aber manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn wir Eltern oder Staatschefs solange in einen Raum mit einem Schlafzimmer sperrten, bis sie sich einigen, unbewaffnet und für Notfälle beobachtet, aber zur Einigung verpflichtet

Die Ehe oder das Verhältnis von Männern und Frauen unterscheidet sich wenig von dem zwischen den Staaten, auch in den Punkte, in denen wir uns unabdingbar durchsetzen wollen, klugerweise ließen wir sie auf viel Verstand basieren und ließen uns viel Zeit dafür unvernünfitge Dinge miteinander zu tun, damit wir vertraut genug sind, auch im Chaos eine gemeinsame Lösung zu finden. Vielleicht passen Frauen und Männer nicht zusammen, oder meist oder fast überall nicht wirklich, aber sie können es sich, wenn sie sich an einfache Spielregeln halten, doch immer wieder sehr nett miteinander machen. Darauf sollten wir schauen, es auf den Krieg übertragen um vielleicht etwas für die Zukunft lernen zu können - spreche ja mit geringster Erfahrung und nur ein wenig Beobachtung von all diesen Dingen und frage mich, ob diese Parallelen nicht schon jemand aufgefallen sind und warum wir uns nicht mehr um konstruktive Lösungen bemühen, mehr zu genießen, auch einander, als uns beständig anzuklagen, das Leben könnte befriedigender, lustvoller und also schöner sein.
jt 11.8.14

Kloses Größe

Da geht einer als Weltmeister
Noch einer denkt nun mancher
Aber der geht hat alles erreicht
Dann ist es gut zu gehen
Zeigt Größe wie die immer
Bescheidenheit mit der er
Auch humorvoll groß war
Erkannte vor der Zeit
Wann es Zeit war
Geht als Bester
Nicht nur seine Saltos
Bleiben in Erinnerung
Über Kaiserslautern kam er
Nach oben zu Werder
Bayern und Rom gab es auch
Aber ein Bremer in Art
Wie Spiel geht genau
Zum richtigen Zeitpunkt
Ein Abschied mit Stil
Danke für viele Tore
jt 11.8.14

Krisenkönige

Wer kein Problem hat
Sollte sich dringend
Welche machen um
Etwas zu gelten
In kriegerischer Welt

So gesehen hätte der Irak
Wenig zu tun und Probleme
Mehr als genug darum
Könnte dort friedlich
Gearbeitet werden

Wer etwas hat will mehr
Darum leistet sich das
Zerrissene Land noch
Eine veritable Krise
In seiner Regierung

So bleibt Amerika beschäftigt
Die Moslems hauen sich noch
Weiter gegenseitig die Schädel
In alter Manier ein und wir
Schauen lächelnd zu

Frage mich manchmal ob sie
Sich eher alle totschlagen
Oder ihren Aberglauben mal
Ablegen um das Leben mehr
Zu genießen anstatt

Der Westen und Norden der dem
Drama im Orient lächelnd noch
Zusehen könnte was die USA
In Hollywood Manier uns
Als Feuerwerk entzündeten

Der schafft sich dafür Probleme
Weiter östlich die keiner braucht
Die zum Krieg eskalieren auf dem
Gerade Kurs sehr wahrscheinlich
Auf Lügen Drohungen aufbaut

Das schöne an der doch eher
Quantenmechanischen Häufung
Von Problemen ohne Lösung ist
Es relativiert sich alles im Chaos
Von Gaza ganz zu schweigen

Wer kein Problem hat
Sollte sich dringend
Welche machen um
Etwas zu gelten
In kriegerischer Welt
jt 11.8.14

Morgenandacht 0091

Während Teile Europas sich heute Nacht
Am großartigen Mond erfreuten regnete
Es unter dicken Wolken in Berlin das sich
Ungestört von dem was anderswo als
Naturwunder sichtbar wurde also dem
Wie immer Nachtleben hingab um des
Montags üblich übermüdet in die neue
Woche zu schauen die sonnig beginnt
Was schöner noch wäre verspätete sich
Auch der Himmel in Berlin wonach es
Noch nicht aussieht zumindest blieben
Uns andernorts Unwetter erspart im
Eher milden Klima der Hauptstadt
Während die Kanzlerin mit Ihrem
Noch immer Gatten durch Südtirol
Im Regen wandert bleibt Berlin
Unaufgeregt ungestört milde
Am einem Montag in den Ferien
Passiert nahezu nichts weilt das
Stadtvolk in ländlicher Frische
Teilen sich die Verbliebenen
Ihre Dörfer mit den Touristen
jt 11.8.14

Ziel der Nacht

Wenn dann irgendwann
Doch die Hüllen fallen
Erreicht die Nacht nach
Zuvor vielen Rückzügen
Doch ihr Ziel mit endlich
Geteilter Leidenschaft
Strebt das zuvor Spiel
Nun mit Leidenschaft
Auf seinen Höhepunkt
Zu wie zueinander um
Schließlich doch ganz
Ohne Spiel ineinander
Zu landen was schon
Glück genug wohl ist
Warum der Rest ruhig
Schweigen sein darf
jt 11.8.14

Sommerkellersession

Gewohnt gut eröffnet Robert aus Wales alias Lee Fado die heutige Session im Unterhemd mit hochgeschobener Hose mit uns den Wunsch nach einen wenig mehr Luft hier im Keller teilend, lässt er sich nicht von solch kleinen witterungsbedingten Widrigkeiten vom Spielen abhalten. Gut eingestellt von Dirk spielt er einige mir noch neue Lieder zu denen er wieder seine Stimme wunderbar variiert.

Andreas und Rasmus die beiden netten Dänen stehen mal wieder auf der Bühne und haben schönen dänischen Anhang mitgebracht, der ihnen andächtig lauscht und filmt die schon kurzen Kleider weiter lüftend im heißen Keller. Singen die beiden mit tiefer Stimme los. Also Andreas singt und spielt die verstärkte akustische Gitarre. Er singt auf englisch, Rasmussen dabei mit Basecap nach hinten spielt auch im Stehen, während der leidenschaftliche Andreas die Augen schließt beim Spiel. Große Begeisterung löst Sexspectation aus, auch wenn es im Verlauf liedhafter wird als der Titel voller Leidenschaft erwarten ließ, aber auch dabei geht es ja irgendwie um das immer Zusammenspiel. Beim gefühlvollen hält sich eine der blonden Dänin, die gerade die beiden auch filmt, voller Gefühl ihr Herz mit der anderen Hand, plaudernd mit ihrrer Freundin, was den Livemitschnitt zwischendurch schon von außen sichtbar schwanken lässt. Sehr gefühlvoll eben, auch wenn sie stimmlich sehr engagiert an ihre Grenzen kommen, haben die beiden engagierten Musiker spielerisch noch gut Luft nach oben und hintelassen eine sommerlich fröhliche Stimmung. Da der Andrang der Nachfolger sich noch in überschaubaren Grenzen hält, genehmigen sie sich noch eine Zugabe über den Sonnenschein, einen älteren Song, der von der weiblichen Dänischen Fangruppe freudig begrüßt wird.

Ein kurzes Zwischenspiel mit dem kleinen grünen Kaktus bleibt textuell wunderbar und musikalisch etwas dünn aber liebevoll.

Philipp von Riders Connection nach der Sommer Tournee wieder da, beginnt unterm Hut, bärtig in Schlabberhose und Unterhemd sein spiel mit einem seiner wunderbaren zarten Songs. Stimmlich gereift mit viel Rhythmusgefühl nimmt er die Stimmung im Keller gut auf und begeistert jedenfalls den Autor uneingeschränkt mal wieder und erspielt sich immer mehr Aufmerksamkeit im hier Keller. Auf einen zarten Song folgt noch sein wunderbares Restless, das ihn und seine Suche so gut beschreibt und liebevoll zärtlich ist ein in das Lied auch seiner Geschichte versunken und singt mit viel Engagement unter seinem Hut, von Dirk zwischendurch mit schönem Echo versehen. Er schließt heute wieder mit einem traurigen Liebeslied, der where did you leave me, zu dem er zwischendruch wieder wunderbar die Trompete singt und die junge Nachbarin mit den wunderbaren Locken mit ist völlig begeistert von Philipps gefühlvoller Musik.

Ein New Yorker das erste mal hier im Keller, reißt das geschwätzige Publikum durch die Aufforderung zum mitsingen mit. Ist sehr engagiert, trampelt zum Spiel fest auf den Boden  und begeistert sehr engagiert das Publikum, läuft mit seiner Gitarre durch die Reihe und fordert einzeln zum mitsingen auf. Er reißt sein Publikum, das brav mitsingt immer mehr mit, verkündet uns auf englisch er lebe nun hier und wir könne ihn also öfter hören, was er uns nicht verrät. Ein großer begeisternder Auftritt, der noch viel erwarten lässt.

Eine arabische Sängerin namens Maissa mit ihrem bärtigen langhaarigen Begleiter namens Ramon beginnen nun ganz zart, sie singt mit großartiger Stimme unter ihren wunderschönen Locken und mit viel Leidenschaft. Immer wieder lachend und den Kontakt zum Publikum suchend ist sie ganz in ihrem Lied in dem sie aufgeht. Zauberhaft klingt der arabische Gesang durch die Nacht und sie singt mit den Händen weiter, was dem unverständlichen noch zusätzlich Zauber gibt.

Dann spielt noch einmal Rob zum guten Ende der heißen Session im warmen Keller und beginnt mit einem seiner bekannteren Lieder, ganz engagiert wie immer, bewirbt zwischendurch nochmal dezent seine CD und beginnt dann ganz dezent  und zart den nächsten Song. Ein sehr bewegtes Lied über Guernica bringt noch viel schwung bevor angekündigt die Jam beginnen kann,

Die Jam beginnen Dirk an der Gitarre, der für Philipp, der solo singt spielt und einen Klassiker mit wunderbarer Stimme und reicher Variation singt, dass wir mit geschlossenen Augen glatt glauben könnten, es säße ein Louis Amstrong dort bei seinem “spell on you”und alle sind sich einig, wie sehr sie ihn dafür lieben. Zwischendurch singt er sogar noch die Trompete des Meisters und ist einfach großartig und schreit in die Nacht.
jt 10.-11.8.14

Wege in die Nacht

Die nun ausreichend mit sich
Zufriedenen ziehen in die Nacht
In der großen Stadt um sich
Dort zu präsentieren wo die
Jagd nacheinander Erfolg
Verspricht manchmal ist
Schon der Weg an die Orte
Der Hoffnung oder Tat
Glück für sich genug
Oder sie sind ein Spielplatz
Sich schon mal vorab
Ein wenig zu präsentieren
Ganz offen für alles
Den eigenen Wert taxieren
Um schnell den Rückzug
Wieder antreten zu können
Das immer Spiel beginnt
Auf dem Weg in die Nacht
Noch ist offen ob es im
Wie immer Rückzug endet
Und nichts weiter
jt 10.8.14

Sonntag, 10. August 2014

Rückzugsvorbereitung

In Vorbereitung nächtlicher Schlachten
Machen sich die schon Schönen noch
Ein wenig schöner was müßig wäre
Ging es nicht mehr um das sich mit
Sich beschäftigen als das Ergebnis
Damit sie auf dem Feld der Lust
Erfolgreich Land gewinnen sollen
Sie sich schön fühlen und dem
Nur dienen die manchmal Stunden
Vor dem Spiegel wobei lange
Erfahrung zeigt das Ergebnis verhält
Sich meist umgekehrt proportional
Zum Zeitaufwand wer also nur
Mal eben prüft hat oft von Natur aus
Genug sich damit stolz zu zeigen
Wobei dies auch von Region zu Region
Wohl variiert wenn in den heute
Weltstädten gern auf die Natur wieder
Reduziert sich mehr oder weniger
Schönheit mit entsprechend Aufwand
Als eher natürlich präsentiert steigt
Oft in der Provinz der Aufwand hoch
Umgekehrt zum Ergebnis wie sich
Etwa Paris Düsseldorf oder West Berlin
Lieber provinziell angemalt zeigen machen
London New York wie Berlin was es ist
Dies eher umgekehrt halten aber wo auch
Immer Frau nun in die Schlacht um Gunst
Durch die Nacht zieht wird sie einen Blick
In den Spiegel werfen und sei es auch
Nur zu testen ob sie verschlafen genug
Noch aussieht ihre Frisur vermuten lässt
Sie sei gerade erst aufgestanden
Bevor sie auf einen Sprung in den Club ging
Oder gern auch den Bikini noch anlegt
Damit es den Anschein hat sie käme
Just aus dem See als Nixe aufgetaucht
Um im Nachtleben unterzutauchen
Spannend an dieser Form der gern
Völlig geleugneten Vorbereitung
Bleibt wie sehr das in die Schlacht
Eigentlich ziehen geleugnet wird
Bis der Sieg schon genossen sicher
Wird gut vorbereitet so getan
Als ginge es immer nur um
Rückzugsvorbereitung
Aber vielleicht soll das
So sein um den Reiz
An nur Natur zu finden
Beherrscht der Glaube die
Inszenierung erhebe was ist
Was weiß ich schon von Frauen
Betrachte es und staune still
jt 10.8.14

Bilderbücherbild

Manche liebe Bücher
Andere lieben Bilder
Einige auch Bilderbücher
Welche noch Bilder in Büchern
Welches Bild auch immer
Wir uns vom Buch machen
Ob wir nur Inhalte lieben
Wie auch in der Liebe längst
Völlig vergeistigt dem Papst
Eher ähnlich dann passt zu uns
Der Kindle in jeder Situation
Wer noch etwas Körper spürt
Auch Leidenschaft zur Sache
Wird sich erfreuen am Buch
Gedruckt gebunden schöner
Als nur digital wie es zumeist
Heut auch entstand denn
Bücherliebhaner lieben auch
Bücher nicht nur Geschichten
Wer sich davon ein Bild macht
Fällt manchmal ein wenig
Aus dem Rahmen und ist doch
Überraschend nah da
So verstehen wir Bücherliebhaber
Einander besser als Worte noch
Hier lange sagen können
Warum nun Schluss ist
jt 10.8.14

Waffenruhehoffnung

Wieder einigte sich Hamas und Israel
Auf eine 72stündige Waffenruhe
Was zumindest Hoffnung auf ein
Weniger schießen macht wenn es
Nach ungezählten Versuchen auch
Wohl verwegen wäre schon von
Frieden zu sprechen auf den wir
Kaum zu hoffen wagen könnte
Doch zumindest das mögliche
Halten und zeigt einen Willen
Zu koexistieren allem Streite
Zum Trotz

Keinen Willen zum Frieden
Nicht mal zum Waffenstillstand
Zeigt die Ukraine gegenüber den
Rebellen in Doneszk und überzieht
Die belagerte Stadt in der Menschen
Noch immer ausharren und überleben
Mit Panzerbeschuss wie Bomben
Darum zeigen sie sich auch als
Zuverlässige Partner für Europa
Wie die NATO irgendwann
Die Zusammenarbeit mit Nationalisten
Schadet nicht bei der Integration
Genozid an Russen wird toleriert
Die Deutschen sind ja auch heute
Gute Europäer ein wenig Antisemitismus
Heute als Palästinafreundschaft getarnt
Schadet da nicht und niemand

Wenn die Ukraine Krieg sucht
Verstehen wir das weil der Onkel
Aus Amerika sagt es muss so sein
Wenn Israel sich verteidigt geht das
Gar nicht und führt zu wütendem
Aufschrei die Ankündigung des
Genozid an allen Russen wird da
Gerne übersehen

Langsam fragt sich die Logik
So mal ganz vernünftig überlegt
Wer braucht ein freies Palästina
Oder eine freie Ukraine
Wäre Frieden nicht wertvoller
Hätte nicht jeder Palästinenser
In Israel mehr Rechte als unter
Der Hamas und wäre nicht
Putin ein Verbrecher hörte er
Auf die USA und schützte nicht
Die ihn um Hilfe rufen

Es gibt eine Hoffnung im
Nahen Osten für 72 Stunden
Bis jemand merkt es gibt
Mit der Hamas nie Frieden
Sowenig wie die Ukraine je
Aufklären wird warum sie
MH17 abschossen
Oder Russland die Krim
Aufgeben wird
Nur wenn wir die Fakten
Als solche akzeptieren
Können wir über Bedingungen
Miteinander verhandeln
Wer auf die Hams setzt
Die Krim zurück will
Oder Putin absetzen
Die Russen umbringen möchte
Sucht Krieg und wird ihn bekommen
Wir übrigen behalten ihn
jt 10.8.14

Führeridiotenwahl

Als ich gestern nach Hause ging
Noch beim Kiosk vorbei um mir
Zigaretten zu holen sprach ich
Mit den türkischen Freunden dort
Die nur den Kopf schütteln über
Ihre Landsleute die diesen wie
Sie sagen Idioten wählen der
Die Türkei zu einer Diktatur
Längst gemacht hat wo sie
Es nicht mehr aushalten
Darum haben sie ja auch
Hier einen Kiosk aber
Noch nie konnte ich sie
So gut verstehen
Die Deutschen waren 33
Ähnlich bescheuert mit
Voraussehbar wohl noch
Schlimmeren Folgen
Vermutlich muss da jedes
Volk durch wollte ich ihn
Etwas trösten aber da
Merkten wir, es war kein
Trost zu wissen alle
Sind ähnlich doof
jt 10.8.14

Diskriminierungsstatistik

Frauen werden unterdrückt und diskriminiert, für gleiche Arbeit schlechter bezahlt, haben schlechtere Karrierechancen durch Kinder und sind überhaupt im beruflichen Alltag weitgehend diskriminiert. Wir hören es immer wieder und der Gentleman, dem nichts ferner liegt, als eine Dame schlecht zu behandeln, verneigt sich vor allen solchen, auch vor den anderen und gelobt schlechten Gewissens öffentlich Besserung.

Ob dem tatsächlich so ist, oder dieses Mantra nur anhand gefäschter oder missbrauchter Statistiken widergekäut wird, scheint doch sehr fraglich. So wird der öffentliche Zwang zu Angleichung und Ausgleich jenseits aller Leistungsfähigkeit oder Würdigung zum lächerlichen Hindernislauf, bei dem sich keiner mehr traut, an die Vernunft zu appellieren, weil doch die Statistik beweist, Frauen werden schlechter bezahlt, sind also diskriminiert.

Statistiken sagen für sich gar nichts aus, sie liefern nur Zahlen aber sie sind die Huren derjenigen, die sie gebrauchen - vorliegend muss sogar ein Fall von einem Fall von Missbrauch gesprochen werden, denn Frauen sind nicht im gleichen Job schlechter bezahlt oder werden bei der gleichen Tätigkeit anders behandelt, sie üben einfach mehrheitlich bis heute andere und meist schlechter bezahlte Jobs aus. Ob wir an dieser Bezahlung etwas ändern oder Frauen einfach mehr besser bezahlte Männerberufe ergreifen sollten, ist eine andere Frage, die vielleicht debattiert werden sollte. Der auf verlogener Statistik fußende Equalpayday entspricht jedoch, wie gerade wieder bewiesen wurde, einer Politik der Lügen und ist nichts als der Versuch einer konstruierten Diskriminierung, die schlechtes Gewissen verbreiten soll und so die Toleranz gegenüber faktischer Diskriminierung etwa in Parteien und Ämtern senken soll.

Es werden aus Quotengründen deutlich mehr Frauen von den Parteien in Ämter gehoben, als sie durchschnittlich Mitglieder haben, damit vertreten die Parteien nicht mehr ihre Mitglieder sondern versuchen durch eine Diskriminierung ihrer männlichen Mitglieder der Gesellschaft etwas vorzugauckeln, was nicht der Realität entspricht.

Bin früher auch den Aufrufen gefolgt, mich an den verordneten Feiertagen des gleichen Lohnes gegen die ungerechte Diskriminierung der Frauen zu wehren, um ihre Chancen im Alltag zu verbessern. War mir eine Ehre und selbstverständlich, bis ich irgendwann wieder Herr meines Verstandes wurde, was ja soweit es um Frauen geht nicht selbstverständlich ist, Parteien hinter mir ließ und die behauptete Diskriminierung zu hinterfragen begann, die gestückelten Statistiken prüfte.

Statistiken sind öde, wie diejenigen, die sich zu lange damit beschäftigen, sich diesen anpassen. Darum nur kurz. Der Unterschied in der Bezahlung resultiert aus der unterschiedlichen Berufswahl und aus dem eklatanten Unterschied der Bezahlung in obersten Führungsetagen, in denen deutlich weniger Frauen vertreten sind. Dadurch kommt die beklagte Zahl von 23% Differenz zustande. Gemessen an den gleichen Tätigkeiten und ihrer Entlohnung ist keine nennenswerte Differenz mehr feststellbar.

Wenn ich Äpfel mit Birnen vergleiche und mich beklage die einen wären runder und den anderen fehle doch deutlich die Schlankheit oben, ist dies vergleichbar zielführend wie das Geschrei um den Equaldayday, das die Damen der Parteien selbst oder ihre sich betroffen gebenden Herren veranstalten lassen. Es ist wieder so ein sozialdemokratisches Lügenmonster aus dem Labor der guten Menschen, die diese Welt nach soziologischen Grundsätzen verbessern wollen und wurde zu einer Waffe im Geschlechterkampf, die eine immer weitergehende faktische Diskriminierung hervorrief, gerade in der Politik, von der sich nicht ohne Grund immer mehr kompetente Männer abwenden, die den sagenhaften Aufstieg vollständig kompetenzbefreiter Frauen in teils höchste Parteiämter staunend verfolgen und sich fragen, wohin das nur führen soll und wer hier Verantwortung übernimmt, wenn es darauf ankommt - was ich von der Führung eines Landes erwarten soll, dass Meldelisten für Spione auslegt und der die Wickleräume in Kasernen wichtiger sind als konstruktive Friedenspolitik mit zuverlässigen Partnern braucht nicht betont zu werden, denke ich.

Es ist gut, niemanden zu diskriminieren, aber dazu gehört eben auch, offen und ehrlich miteinander über Fragen von Aufstieg und Karriere zu reden, über die Zahlen hinter den Statistiken und warum sich so viele Männer noch albern zum Kasper machen, statt den Damen den Vortritt zu lassen. Trete darum entschieden für die Rolle des efrauzipierten Hausmannes ein, der ihr den Aufstieg überlässt und sich dafür um Haushalt und Kinder nach seinen Vorstellungen kümmert. Bin sehr gespannt wohin dieses Modell führt und wieviele Ehen es überleben - konnte es gerade in der eigenen Familie beobachten und war sehr angetan davon.

Wenn  die Damen meinen, Statistiken missbrauchen zu müssen, um sich auf ihrem Weg nach oben durchzusetzen oder faktisch nicht bestehende Ungerechtigkeiten zu beklagen, dann sollte sich das Kollektiv der Männer nicht wehren, sondern gelassen zurücklehnen und ihr die Aufgabe überlassen, es künftig besser zu machen, konsequent in Führungspositionen zu gehen und Männern die Kinderzeit zu überlassen - wo ist die gebildete Beamtin, die gut kochenden Hausmann zur Gründung eines vernünftigen Hausstandes fern aller Diskriminierung sucht, Kinder nicht ausgeschlossen?
jt 10.8.14

Von Doneszk nach Stalingrad


Von Doneszk nach Stalingrad
Sind es 616,3km und eine Grenze
Stalingrad gibt es nicht mehr
Es heißt heute Wolgograd
Liegt in Russland und im Frieden
In Doneszk ist Krieg
Die ukrainische Armee schießt sich
Ihren Weg in die Stadt
Ohne Rücksicht auf Verluste
Haus für Haus wird erobert
Ein grausames Gemetzel
Ein Waffenstillstand wird abgelehnt
Sie fürchten den Zugriff der Russen
Kinder werden in Luftschutzkellern
Geboren und Leben beginnt neben
Dem Tod der einfach nicht mehr ist
Die Säuglinsstation der hier Russen
Von ukrainischen Panzern zerschossen
Keiner spricht von einem Genozid
Russland wird vor dem Eingreifen gewarnt
Das darf nur Amerika wo es will
Wir schauen weg und bejubeln die
Ukrainischen Revolutionäre in der EU
Faschisten nennen sie sich gegenseitig
Das am meisten mißbrauchte Wort ist
Verbraucht eine nur noch Hülle für
Verbale Grabenkämpfe ohne Verstand
Den bräuchte es nun um zu erkennen
Wer gut und wer böse ist oder mehr
Noch aufzuhören danach zu fragen
Um Frieden zu finden miteinander
Derweil sterben die Leute im Land
Müssen Aufklärer und Spezialisten
Nun ausreisen weil die Ukraine nun
Kämpfen will was wichtiger als
Aufklärung ist ihnen zumindest
Wir sollten daran denken
Um alle zu meiden die
Aufklärung verhindern
Um des Krieges wegen
jt 10.8.14

Morgenandacht 0090

Mit sich am Morgen allein
Um in sonntäglicher Ruhe
Über das Geschlecht wie
Die Geschlechter noch
Nachzudenken wie sich
Ihre Natur an uns mit der
Um uns und der Art unserer
Beschreibung dieser wohl
Vereinbaren lässt und ob die
Nur Beschreibung einer Sache
Mit wieviel Gefühl auch immer
Genügt vom tatsächlichen auch
Auf das grammatische Geschlecht
Zu schließen so erwacht der Mann
Je nach Alter und vorigen Träumen
Umgangssprachlich gern mit der
Morgenlatte die so herumsteht
Als sei es ihre Natur und nichts
Anderes möglich oder denkbar
Während Frau sich so sie sinnlich
Auch träumte was vorkommen soll
Sich vom Morgentau benetzt fühlt
Der wiederum grammatisch männlich
Sich der Natur nach unbegrenzt ausbreitet
Während die singuläre Latte einfach
Irgendwo herumsteht nicht im Fluss ist
Die Scham befeuchtet sich im Traum
Der Schwanz steht ab um in die selbige
Leichter zu dringen und was soweit
Logisch natürlich wie vernünftig klingt
Könnte uns grammatikalisch in wildes
Chaos stürzen meinten wir Gender
Sei ernst zu nehmen weil Umgang
Mit der Natur nicht ihrer nur sozialen
Deformation im Umgang mit Rang
Was die Frage welche weiblich ist
Stellt ob die Natur des Triebes auf
Herrschaft oder Rang geht oder dies
Denken nicht schon fern aller Natur ist
Die nur Befriedigung will welch Genus
Die Grammatik die weiblich ist halt hat
So lebten wir vielleicht entspannter
Gäben wir uns mehr der Natur hin
Aber wüssten wir wovon wir reden
jt 10.8.14

Nachtgedanken 0013

Auf den runden Mond schauen
Der wolkenlos am Himmel steht
Letzten Flaneuren lauschen
Die durch die Straßen ziehen
Manche noch ihr Bier in der Hand
Das Rund hinter Baumwipfeln
Langsam verschwinden sehen
Während der es noch durch Zweige
Hell leuchtet fast geblendet
Für sich sein und doch
In Gedanken woanders
Zerfällt am klaren Himmel
Langsam der Kondensstreifen
Längst verflogenen Flugzeugs
Wird es gegen drei ruhiger
Am Platz in der Stadt
jt 10.8.14

Samstag, 9. August 2014

Weltwille

Die Welt als Wille und Vorstellung amerikanischer Präsidenten haben wir mit katastrophalen Folgen seit 1990 kennenlernen dürfen. Solange diese Supermacht sich noch bewähren musste, einen Gegner hatte, im Osten die Dunkelheit erleuchten wollte, entwickelte sie sich noch. Seitdem stagniert sie und wurde sie zum ständigen Symbol globalen Machtmissbrauchs, dem die Wurzeln fehlen, der das Gleichgewicht der Kräfte nur noch intern übt, zwischen immer religiöseren Republikanern und sich daran mehr oder weniger um der Mehrheit willen anpassenden Demokraten, die sich beide immer weiter vom freiheitlichen Geist der einst gründenden Tea-Party entfernen, weil gierige Prediger dem nur noch fernsehgebildeten Volk erzählen, es kämme auf erfundene Götter und deren irdische Boten an, um das Zusammenleben menschlich zu gestalten.

Die Gründerväter rotierten wohl in ihren Gräbern, ob dieses vielen abergläubischen Unsinns, der auch in nach aufgeklärter Zeit noch für normal und gesund gehalten wird, einige noch immer meinen, von Gottes eigenem Land sprechen zu müssen, um den kurzen amerikanischen Patriotismus hochzuhalten. Jene Männer, wie Jefferson, der den Lukrez liebte und dessen klar logischen Atheismus in die amerikanische Verfassung wie die Menschenrechte einfließen ließ, sind bis heute Vorbilder, könnten es sein für das postdemokratische Europa und stattdessen sehen wir uns ungebildeten Narren wie den Bushs gegenüber, die lieber beten als regieren, in der Hoffnung es änderte mehr als ihre geringen Gedanken, die den komplexen Prozess lange schon nicht mehr überblicken, in dem es um Geld und Macht geht, die sich um die Repräsentanten an der Spitze schart.

Vielleicht hätten sie noch der Wahl eines Obama zugejubelt, wie so viele in Europa, das dachte mit diesem jungen dynamischen Mann fände Amerika wieder zu seinen Werten zurück, hatte er doch versprochen, Guantanamo zu schließen als Hort der Folter und des Unrechts und den Krieg im Irak zu beenden. Nichts davon ist ihm gelungen, im Gegenteil, für die Häftlinge dort gibt es keine Perspektive, die erneute Radikalisierung im Irak und Syrien und das jetzt wieder eingreifen der USA dort, wird noch mehr radikale Moslems in die Arme der Verrückten von IS oder Hamas treiben.

Afghanistan hat sich jetzt mühsam unter wohl massiven Druck der USA auf zwei Präsidenten geeinigt, von Frieden keine Spur und wie schnell die verrückten Taliban nach dem Abzug der letzten westlichen Soldaten wieder die Macht in Kabul übernehmen, darf gewettet werden. Ein Kampf, der nun schon über dreißig Jahre das Land zerstört, mit dem Einmarsch der Russen beginnend, als heißer Stellvertreter des Kalten Krieges lange am Brennen gehalten, bombten die Amerikaner irgendwann die von ihnen bewaffneten Terroristen wieder zurück in die Steinzeit und diese Spur der Verwüstung wird sich weiter ziehen. Was aus Libyen wird, ist weiterhin völlig unklar, wer in Ägypten auf Dauer obsiegt, steht vielleicht in den Sternen und der neue längst Kalte Krieg zwischen Moskau und Washington findet seine Fortsetzung an allen Orten, wo die Luft gerade wieder geladen genug ist, kleine schmerzvolle Explosionen herbeizuführen - wie lange der kleine türkische Diktator noch als vermeintlich erfolgreicher Kapitalist zwischen den Fronten laviert, wird sich zeigen. Vermutlich wird ihn recht bald eine der beiden Seiten über die Klinge springen lassen, denn wichtig ist die Türkei keinem, nur lästig und lange ein Puffer der Europa vor Unruhe schützte. Sobald ein neuer Konflikt wichtiger wird, lassen sie den vermeintlichen Großtürken fallen und werfen ihn dem genervten Volk vor, das sich das Lachen nicht verbieten lässt.

Was aber ist der Weltwille, wenn es nicht der faktisch regierende der amerikanischen Präsidenten ist, ist es dann der Wille der Mehrheit, die einfach in Frieden glücklich leben will, oder eher derjenige derer, die sich daran am meisten bereichern können und ist der Handel mit allem ein Glück an sich, weil jeder alles überall kaufen kann oder ist die Käuflichkeit der Anfang des Unglücks?

Gibt es den einen oder ist die Anmaßung den richtigen Weg zu kennen, nicht der Anfang vom Unglück, weil jeder irrt und es immer das gegensätzliche Zusammenwirken aller Kräfte braucht?

Wir halten uns seit über 60 Jahren eine Bundeswehr und die Einsätze sind bisher, Afghanistan mal außen vor, relativ marginal, weder große heldenhafte Siege noch Niederlagen - sie existiert, hält sich fit und auf neuestem Stand der Technik, nun auch sozial angepasst mit eigenen Kitas, will sie endlich an die Front, sich beweisen, das Vaterland verteidigen und Angst vor dem bösen Russen, damit kann die Bundeswehr seit Jahren gut.

Frieden ist gut und in einem gewissen Maß haben Waffen und Rüstungsspirale dazu beigetragen, dass die Ökonomie des Westens den Kalten Krieg gewann. Doch wird der Krieg nur noch theoretisch, wenn die Waffen keine praktische Anwendung mehr finden. Deutschland ist nicht einer der größten Waffenexporteure weil die Bundeswehr im Kampfeinsatz erfolgreich die Qualität ihrer Waffen demonstrieren konnten. Das taten andere anstatt in allen Regionen der Welt, die von deutschen Firmen indirekt beliefert wurden. Damit soll jetzt nach Wunsch des sozialdemokratischen Wirtschaftsministers und Vizekanzlers Gabriel Schluss sein und demonstrativ beendet er gleich einen Deal mit den bösen Russen, der zwar bereits bezhlt und zu über 90% ausgeliefert wurde, aber die Moral duldet keine vernünftigen Einwände, vor allem können hinter solche demonstrativen Aktionen, die den deutschen Steuerzahler wieder vermutlich Millionen kosten werden, wenn nicht noch mehr, die vielen kleinen Deals gut versteckt werden.

Der demonstrative Boykott Russlands im neuen Kalten Krieg schadet der Wirtschaft massiv, da können wir es uns nicht leisten, noch überall zu genau hinzusehen. IS beweist, es braucht keine direkten Rüstungsgüter, um eine Truppe mobil und gefährlich zu halten, zivile Pick Ups genügen vollauf und stationäre Maschinengewehre finden sich schon auf dem Weltmarkt, es genügt zuverlässige Autos zu bauen, um den Krieg zu fördern. Die deutsche Autoindustrie will aber natürlich niemand angreifen, zu wichtig ist ihre Tätigkeit und ihr Erfolg für das Land. Unser Land lebt vom Export und wenn wir uns einen der ganz großen Märkte abschneiden, eventuell sogar unsere Rohstoffversorgung unnötig gefährden, weil wir Partei für ein zweifelhaftes Regime von Oligarchen in der Ukraine ergreifen, deren Aufstieg von Amerika finanziert und unterstützt wurde, damit sich amerikanische Banken und Konzerne ungestört einen großen Teil der Schätze sichern können, einen neuen Markt finden, dann muss nun dringend ein Erfolg im Osten her und die Absetzung Putins wird langsam zum politischen Ziel, weil er es wagte, Amerika die Stirn zu bieten, einem Spion, den sie unbedingt wieder haben wollen, Ayl zu bieten.

Dazu dreht sich gerade eine Spirale immer schneller, wie in jenem verhängnisvollen Sommer 1914, als die Welt den Ausbruch des Krieges bejubelte, die Putin vor die Wand stellte, dem bisher kein Unrecht nachweisbar ist, als die russischen Bürger im Osten der Ukraine nicht völlig fallengelassen zu haben und der Einmarsch auf der Krim, der völkerechtlich zumindest kritisch war, aber erwartungsgemäß oder hatten die USA tatsächlich geglaubt, sie könnten sich die Ukraine mit einer ihrerseits finanzierten und ausgerüsteten Revolution unter den Nagel reißen und Russland ließe sie ohne echte Partnerschaft noch näher rücken, gäbe seinen einzigen und so wichtigen Hafen auf der Krim auf?

Es hätte viele Wege der Deeskalation gegeben, keiner wurde verfolgt, stattdessen wird gedroht und Putin pathologisiert, auch von der Kanzlerin, der Königin der Alternativlosigkeit, des reichsten Landes Europas, der Lokomotive jeden Aufschwungs. Die sonst eher nichts tut und wenig sagt, um die Dinge geschehen zu lassen, für ihre ruhige Hand berühmte Politikerin, sagte mehr als je und tat damit das ihre zur Eskalation, auch um ihr Volk an ihre Seite zu holen, erfolgreich das Bild vom bösen Russen zu malen und der ehemalige KGB Offizier ist ohnehin vielen Deutschen suspekt.

Die Welt steuert auf einen großen Krieg zu, den sich keiner leisten kann, außer er geht davon aus, als Sieger vom Feld zu gehen, womit gegen Russland nicht zu rechnen ist. Es gibt vieles am System Putin zu kritisieren, aber wenig wiegt es verglichen mit dem, was es am System der USA zu kritisieren gibt, dem letzten Weltpolitzisten, der mit seinen Drohnen nach Gutdünken herrscht und seine ökonomischen Interessen zur Not auch mit Drohung und mit Gewalt verfolgt. Die USA praktizieren die Todesstrafe, Russland hat sie ausgesetzt. Europa kann keinen erfolgreichen Krieg gegen Russland führen, wir brauchen einander. Die Weltmacht Amerika hat überall auf dem Globus seit Bush Chaos gestiftet und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Keiner der Konflikte ist gelöst, dort wo sie sich zurückzogen, brennt das Land schlimmer als je. Russland hat ein riesiges Reich friedlich aufgelöst. Es gibt ethnische und religiöse Konflikte aber die Situation könnte bedeutend schlimmer sein und die Achse mit China wird zu einer Isolierung Amerikas führen. Das Verbot der Nutzung von Apple Produkten für alle öffentlichen Mitarbeiter dort, spricht Bände.

Es braucht in der Welt ein Gleichgewicht der Kräfte, die ihre Interessen lokal verfolgen. Europa könnte sich noch mit Russland verbünden, was geografisch nahe liegt und vielen unnötigen Ärger vermiede. Die Stärke des amerikanischen Marktes und die Führung der NATO haben daran kein Interesse. Es könnte ein ehrliches Bündnis mit Russland geben, statt leerer Drohungen auf inhaltlich dünner Grundlage aufgrund des Abschusses eines Flugzeuges für den vermutlich eher die ukrainische Luftwaffe verantwortlich ist als die Rebellen.

Am Gleichgewicht der Kräfte orientiert, ist die Konfrontation der Achse Russland-China mit den USA nicht die schlechteste Lösung, für Frieden zu sorgen, die Stellvertreterkonflikte klein zu halten, um nicht in die totale Eskalation zu rutschen, die gerade droht. Putin für verrückt zu halten, ist sicher der falsche Weg. Was von einer Regierung zu halten ist, die sich ausspionieren lässt, sich lautstark beschwert, einen diplomatischen Eklat verursacht und dann absurde Forderungen nach der Meldepflicht für alle ausländischen Spione zu stellen, wird immer deutlicher und wer hier nicht zweifelt oder eine bloße Show vermutet zur Beruhigung der dummen Bevölkerung, gibt viel Anlass am politischen Verstand dieser Regierung zu zweifeln, die gerade die Chance hätte Europa in eine sichere Position für die Zukunft zu manövrieren, indem sie eine Mitgliedschaft der Ukraine in ihrem Bund an die Russlands knüpft und damit beide an den Verhandlungstisch bringt, statt zu spalten.

Das Problem des Gleichgewichts der Kräfte in der postideologischen Gesellschaft ist nämlich, dass sich eigentlich alle gemeinsam auf dem gleichen Markt tummeln. Eine Konfrontation bringt nur Verluste und verspricht keinen Gewinn für Europa, in dem die Deutschen selbstlos nun einen Milliardendeal stornieren, während Exon und Gazprom noch gemeinsam von Putin eröffnet, das nächste Projekt in der Arktis starten, auf die beide Seiten von Alaska und Sibirien aus Zugriff haben. Dazu kommt, dass es viele Staaten der früher sogenannten zweiten Welt in Südamerika und Asien gibt, die diese Situation für sich nutzen werden.

Was also ist der Wille der Welt und gibt es so einen überhaupt, wer vertritt ihn glaubhaft?

Die USA vertreten weltweit amerikanische Interessen und die Position amerikanischer Unternehmen, im Notfall geben sie dem ganzen noch einen humanitären Anstrich, wie gerade im Irak, wo sie sich viel Zeit ließen.

Europa versucht eine Summe teils konkurrenter nationaler Interessen unter einen Hut zu bringen, ist damit eigentlich schon vollauf beschäftigt, hat keine wirkliche globale Strategie, noch einen Plan, wie eine solche aussehen sollte, was die Interessen dahinter sind und wohin es führen soll. Darum dienen sie sich als Partner den USA an, die sie dennoch ausspionieren und weiter beherrschen wollen. Es gibt eine eruropäische Tradition, die zeigt, erfolgreich waren wir immer nur im Bündnis mit Russland, selten gegen, sehen wir von dem erfolgreichen Weg der EU nach dem 2. Weltkrieg ab. Europa sollte den Willen der Europäer vertreten. Bisher ist unklar, ob es überhaupt politisch einen solchen hat, noch wohin dieser gehen soll und wer ihn glaubwürdig vertritt.

Russland ist das größte Überbleibsel der ehemaligen Sowjetunion, trauert dem Status als gleichberechtigte Weltmacht innerlich hinterher, lebt in teilweise noch vordemokratischen Strukturen, agiert am Weltmarkt am erfolgreichsten als Lieferant von Waffen und vor allem Rohstoffen. Wohin es diese verkauft ist nicht so wichtig. Europa ist nur für die Rohstoffe ein wichtiger Markt aber, wie die Verträge mit China zeigen, ersetzbar. Eine langfristige ökonomische Perspektive bietet das nicht, die Versuche sich anderweitig zu profilieren werden durch die Sanktionen gestört.

Die Situation schadet allen Beteiligten. Den größten Schaden hat Europa, was einer schwächelnden amerikanischen Konjunktur hilft. Interesse an der Durchsetzung in der momentanen Konfrontation haben nur die USA, die ihren Spion haben wollen, den sie als Gefahr ansehen, die sich durchsetzen wollen, um die Ukraine ökonomisch an die Kette zu legen und langfristig als NATO Stützpunkt gegen Russland zu etablieren. Allerdings stehen Kosten und Aufwand in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Gewinn. Die Ukraine ist das ökonomisch nie wert. Für Russland ist es lästig und relativ teuer, schmiedet auf der anderen Seite zusammen und verpflichtet sich auf neuen Märkten breiter aufzustellen.

Würde Europa sich einen vernünftigen, kritischen Willen bilden und diesen an seinen Interessen messen, um demgemäß einheitlich zu handeln, statt immer den kleinsten Nenner zu suchen, um sich irgendwie durchzumogeln, wäre die europäische Politik gerade eine andere und könnte eine Umkehr gegenüber Amerika bedeuten, das dann in eine echte Partnerschaft gemeinsam mit Russland gezwungen würde, um langfristig Sicherheit für alle am Markt zu garantieren. Momentan ist niemand in der politischen Landschaft zu erkennen, der diese Interessen glaubwürdig vertreten würde und nachhaltig strategisch handelte. Sollte sich das nicht ändern, könnte Europa in diesem Konflikt endgültig unter die Räder kommen, darum ist ein dringender weitsichtiger Strategiewechsel zu empfehlen, wie ihn auch schon Helmut Schmidt nahelegte, denn wir werden Russland nur als Partner binden und bändigen können, nie als Gegner, aber wir können sicher sein, die Schlachten des drohenden Kampfes werden auf Europas Boden ausgetragen und auf Kosten unserer Ökonomie.

Zeit für eine grundlegende Wende. Strategie im 21. Jahrhundert kann sich nicht mehr an den billigen Mustern des Kalten Krieges orientieren. Nur Partnerschaft wird Sicherheit gewährleisten, Konfrontation wird scheitern und ob das amerikanische System der Ökonomie mit der Macht der Banken der einzige Weg in die Zukunft ist, sollte häufiger hinterfragt werden, um größere Lösungen zu finden, als es diese kleinlichen Versuche lächerlicher Erpressung gerade zeigen - vor allem haben wir nur eine Chance, die größenwahnsinnige Weltmacht USA in ihre Schranken zu weisen, sofern wir global glaubwürdige Partner haben.

Europa steht so gesehen am Scheideweg der Weltgeschichte, es muss begreifen, dass der Kalte Krieg vorbei ist, es nicht mehr geteilt ist, sondern geeint, nicht an der polnischen Grenze endet und nicht in der Ukraine sondern wenn am Ural und das es seine Prinzipien und Menschenrechte langfristig global nur mit einem Partner Russland vertreten kann, da die USA auch weiter in Cowboy Manier weltweit agieren werden und auch von daher einen kritischen Partner an ihrer Seite brauchen, der ihnen Grenzen setzen kann. Es braucht ein globales Gleichgewicht der Kräfte, auch damit das Morden auf den Schlachfeldern Amerikas im Irak, in Afghanistan, in Israel endet und dafür braucht es ein Gleichgewicht globaler Kräfte und wenn Europa eine Zukunft haben sollte, wird es in einem solchen Gleichgewicht sein. Wer den momentan eingeschlagenen Weg weitergeht, schaufelt unser Grab und wird dafür auch historisch Verantwortung übernehmen müssen, wie jener lächerliche Gabriel mit seiner kurzsichtigen Politik im Parteiinteresse. Wer Kriege verhindern will, um Frieden langfristig eine Chance zu geben, wird die momentanen Bündnisse dringend überdenken müssen, denn der Aufruf zur Selbstanzeige der Spione mit Meldebescheinigung ist ein symbolischer Ausdruck für die gerade Hilflosigkeit europäischer Politik. Das können wir ändern, wenn wir es wagen, global zu denken.
jt 9.8.14

Epidemieverhüllung

An die Zeiten der Pest fühlen sich Europäer erinnert, bei den Bildern, die uns aus Afrika erreichen, wo verhüllte Menschen sich um Kranke kümmern, den Ausbruch einer Epidemie noch zu kontrollieren versuchen mit geringen Mitteln. Es werden Leichen in Plastiktüten gewickelt, damit die gefährlichen Keime nicht in den Boden gelangen. Erste ausgeflogene Helfer, die sich infizierten lässt die Welle der Hysterie hochschwappen.

Können wir uns sinnvoll schützen fragen die Menschen und werden beruhigt, Deutschland ist vorbereitet, wir könnten damit umgehen, es bestünde kein Risiko bisher. Bisher?

Schon stürzen sich alle Maniker der Angst auf die kleine Lücke um darin dunkle Prophezeiungen zu sehen, als hätten wir nicht ganz andere Probleme wie den drohenden Krieg in der Ukraine, den womöglich kalten Winter, wenn einer am Gashahn dreht weiter östlich, wie inzwischen mehrfach angedroht. Epidemien sind das beste Treibmittel der kollektiven Ängste - sie verbreiten sich unsichtbar, tauchen bei den Infizierten auf und führen mehr oder weniger schnell zum Tode. Ein Mittel ist noch nicht bekannt, manche überleben auch und das dunkle Unbekannte erscheint uns als Bedrohung vom schwarzen Kontinent, den wir nicht verstehen.

Dabei wissen wir längst, in der Ukraine und in Syrien sterben täglich mehr Menschen, im Irak sind mehr vom Tod bedroht und schon tausendmal mehr gestorben als in ganz Afrika an Ebola aber die Epidemien, ihr unsichtbares Wachstum, ihre stille Ausbreitung macht uns Angst, weil wir es nicht begreifen, während uns der Krieg mit seinen lauten Waffen, der uns direkt bedroht, weniger das Fürchten lehrt - die islamistischen Horden, die Frauen zu hunderten vergewaltigen und Männer in Reihe erschießen sind schrecklich und empörend aber Angst machen uns die kleinen Viren, die dem bloßen Auge unsichtbar sich ausbreiten und so einschleichen und auch wenn die bis nach Europa gelangten Fälle bisher alle überlebten und auch das 1967 nach Marburg gebrachte Äffchen keine Epidemie auslöste, die Angst ist sichtbar größer als vor einem Krieg, in dem womöglich biologische oder chemische Waffen wieder eingesetzt werden könnten, auch die immer noch drohenden atomaren Waffen wirken am schlimmsten unsichtbar und dennoch ist, was da aus der Natur kommt, viele dahinrafft, den meisten Menschen ein Graus, der ihnen mehr Angst macht als die immer unkontrolliertere Entwicklung mit Russland und die drohenden Folgen.

Sicher trüge ein Krieg oder viele weltweit in Stellvertretung fraglos dazu bei den Virus rasend zu verbreiten, wie wir es mit der Pest in den Religionskriegen des 15.-17. Jahrhunderts in Europa zur Genüge kannten. Die Verhüllung der Krankenpfleger oder derer, die sich einfach schützen wollen, verängstigt uns viel mehr als Soldaten, die offen ihre Waffen durch die Straßen tragen oder Panzer, die durch unsere Landschaften gen Osten rollen.

Die Angst vor den dunklen Kräften vom schwarzen Kontinent, die unsichtbar arbeiten, nicht wie Kugeln oder Raketen, deutlich auf uns zu rasen, genügt scheinbar die logisch viel größere Kriegsgefahr zu übersehen, lenkt ab auf dem Weg zur gewollten Eskalation.

Es spricht dabei auch keiner darüber, dass die Gefahr einer Epidemie im Kriegsfall erst entstünde, wir schnell die Kontrolle verlören, sehen müssten, wie wir überleben. Darum schlafwandeln wir in den Krieg, während wir uns irrational vor der Epidemie fürchten, die durch diesen, den wir übersehen, erst zur Gefahr wird - logisch scheint es mir nicht ganz nachvollziehbar, aber es geht ja auch um dunkle Ängste, nicht um Vernunft und Aufklärung, die ist im Krieg ohnehin weniger gefragt.
jt 9.8.14