Montag, 15. Dezember 2025

Lektürentagebuch 14.12.25

Lektürentagebuch 14.12.25

In der Herbstgeschichte von
Sten Nadolny die ersten drei
Unterkapitel des 3. Kapitels mit
Dem Titel Pech gehabt gelesen

Beginnend mit dem Unterkapitel 
Das Wiedersehen was von diesem
Auf einer Lesung von Michael in 
Flensburg im Februar 2002 erzählt 

Dort taucht nun im Rollstuhl jene
Marietta auf und möchte das Buch
Signiert haben und Michael erkennt
Sie zuerst nicht da gesichtsblind

Worüber sie sich nicht wundert denn 
Schließlich hätte sie damals noch viel
Kürzere Haare gehabt sie fragt nach
Michael und gibt ihm ihre Nummer

Auf die Frage auf welchen Namen
Antwortet sie auf Wolfgang Biermann
Verweisend Nur für dich ohne ihren
Wirklichen Namen preiszugeben

Dabei bleiben sie per Sie also ganz
Formell doch das Abendessen was
Der Veranstalter geplant hatte sagt
Michael ab ihm wäre nicht wohl

Im nächsten Kapitel Telefonate ruft er
Die Flensburger Nummer an hat eine
Dame dran die ihm sagt ihre Tochter 
Irina käme gerade in die Psychiatrie

Sie sei für niemanden zu sprechen
Könne nicht bei seiner Lesung
Gewesen sein und lässt sich auch
Von der Behauptung er sei Arzt 

Nicht täuschen sondern beendet
Das Telefonat und bittet nicht mehr
Belästigt zu werden am Nachmittag
Von Eutin probiert er es nochmal

Diesmal eine männliche Stimme er
Gibt sich als Arzt der Psychiatrie aus 
Doch wird er durchschaut und dann
Abgewimmelt was er verdächtig fand

Allerdings war die Lüge auch so
Offensichtlich wie schnell widerlegt
Dass sich fragte wozu wird diese
Peinliche Aktion hier ausgewählt

Auffällig nur bleibt sie kam wieder
Verschwand dann wieder spurlos
Hieß vermutlich Irina aber hatte
Den Kontakt zu ihm gesucht 

Denke daran wie bildschöne aber
Eher zurückhaltende junge Frauen 
Mit einer psychischen Auffälligkeit
Ein Leben komplett umwerfen können 

War nach zwei Jahren mit einer ganz
Jungen Borderlinerin in einem ähnlich
Labilen Zustand wie Michael der aufs
Geländer für keine Geschichte stieg 

Fast würde ich den Retter Michael
Über den der erdachte Titus also 
Sten Nadolny schreibt gerne warnen
Bin also spürbar hier fasziniert

So wie das Buch zwischen den
Ebenen der Erzählung schwebt
Verirren sich auch die Leser fast
Zwischen Erzählung und Wirklichkeit

Er hatte zu viele Verpflichtungen um
Es gleich wieder zu probieren seine 
Lesereise ging einfach weiter wie das
Nächste Unterkapitel dann auch heißt

Hier wird von dieser erzählt wie den
Gedanken Michaels an Marietta die
Wohl Irina heißt wie dem Leiden des
Autors in Hotels und seinen Träumen

Das war wieder die umständliche
Altherrenprosa die eher etwas 
Einschläfernd auf mich wirkte also
Weniger der Rede wert hier war


Spannend dagegen begann es bei
Stéphane Hessel im 6. Kapitel wo
London während des Krieges wie
Seine Begegnung mit dem Gaulle 

Thema einer historisch spannenden
Erzählung aus der ersten Phase des
Weltkrieges war und wie sich dort
La France libre dort entwickelt 

Dieser von der Gaulle gegründete
Französischen Armee im Exil trat 
Hessel im Mai 1941 bei dabei fallen
Anspruch und Wirkung noch sehr weit

Auseinander die wenigsten derer die
Ins Exil geflohen waren traten bei
Viele kehrten sogar wieder zurück
So wird nahezu jeder noch persönlich

Dem Chef vorgestellt unabhängig von
Seinem militärischen Rang kommt
Auch Stéphane zum Abendessen mit
De Gaulle und seiner Frau im Hotel

Er versucht Vertrauen zu gewinnen
Durch die seinerseits bekundete
Bewunderung der normaliens die
Gleich für alle ausgerichtet wird

Damit weist Hessel sich sogleich
Als Teil einer intellektuellen Elite
Aus die Frankreich lange schon führt
Wie im indischen Kastenwesen

Die ENA und andere gehören zur
DNA von Frankreich was mit nichts
In Deutschland vergleichbar ist
Aber einander eher verstehen lässt

Die immer wieder Betonung seiner
Guten Kontakte und Freundschaften
Die ihn ein Leben lang begleiteten
Bestätigen dies Klassendenken noch

Dort erzählt ein erfahrener Diplomat
Der lange für die UN tätig war von
Den Beziehungen die ihn auch erst
Zu dem machten der er wurde 

Ansonsten hätte er mehr zugehört
Zu erfahren wer dieser General ist
Der grobschlächtig aussieht was die
Literarische Ausdrucksweise aufhebt

Er ist ihm als stolzer junger Anführer
Im Gedächtnis geblieben was die eher
Majestätischen oder gerissenen Porträts der letzten Phase verdrängte

Wie dieser sich am Ende seiner 
Langen Karriere noch zeigte hätte 
Ihn doch eher irritiert denn begeistert
Was vom Gift der Macht kündet 

Die Truppe in England zeigte eher 
Überheblichkeit und Humor war so
Das Gegenteil der demoralisierten
Französischen Armee in den Vogesen

Er lernt im Lager von Camberley noch
Zwei Kameraden kennen die ihm zu
Lebenslangen Freunden werden es 
Sind Tony Mella und Daniel Cordier

Sie teilten die Verachtung für die feige
Kapitulation der Regierung der III.
Republik und den Willen für Freiheit
Unter Einsatz des Lebens zu kämpfen 

Durch einen alten Klassenkameraden
Den er im Lager traf motiviert begann 
Er die Ausbildung für die Luftwaffe
Zum Navigator über 9 Monate

Er ist begeistert von der warmherzig
Gastfreundlichen Atmosphäre bei der
RAF und wird dort als air observer
Ausgebildet diese hatten immerhin die

Luftschlacht um England gewonnen 
So eine Invasion noch verhindert
Deren Prestige war gerade sehr groß
Und strahlte auf die Azubis ab 

Das Kartenlesen fiel ihm leicht der
Sorgen machte ihm eher der Umgang
Mit Apparaturen da er schon immer
Angst vor mechanischen Dingen hatte

Die neun Monate in einem Camp der
Royal Airforce prägten ihn fürs Leben
Dort herrschte eine Mischung aus 
Bescheidenheit und Professionalität 

Die natürliche Gelassenheit der Briten
Angesichts drohender Gefahren noch
Augenblicke der Entspannung auch
Genießen zu können war beispielhaft

Dann gab es die WAAF für Frauen 
Blonde Engländerinnen die sich so
Reizend hofieren ließen dass es fast 
Schien als schwärmten diese für sie

Dabei keine Bemerkung dazu wie
Nah sie diesen wirklich kamen oder
Ob mehr als ein Flirt dabei war zeigt
Er sich als Diplomat auch beim Sex

Einmal hätte er richtig Angst gehabt
Als das Flugzeug mit dem sie fliegen
Lernten sich über einem Wald verirrte
Der unerfahrene junge Pilot plötzlich

Notlanden musste wobei er merkte
Wie sperrig ein Flugzeug ist und wie
Selten Lichtungen nur vorkommen
Es wurde ein Drahtseilakt der gelang

Erinnere mich bei dieser Erzählung
Von englischer Kameradschaft wie
Gelassenheit auch in der Krise an
Die der eigenen Großmutter auch

Sie Jahrgang 1911 also ganze sechs
Jahre älter als Stéphane hatte eine
Zeit nach der Schule in England bei
Familien der upper class verbracht 

So wurde sie als die Tommys mit
Ihren Panzern in Uchte einrollten
Von diesen als Dolmetscherin
Angeheuert woraus dann auch

Lebenslange Freundschaften wurden
Über die meine Mutter und ihr Bruder
Nach England gingen deren Kinder 
Nach Deutschland dann kamen

Auch meine Großmutter schwärmte
Vom Humor der britischen Offiziere
Wie ihrer Gelassenheit noch in Krisen
So war die Besatzung für mich positiv

Zumindest in der erzählten Erinnerung
Der Großmutter wie der Mutter die
Keinen Kontakt zu Russen hatten 
Vor denen die anderen lieber flohen

Dafür war der Ehemann der Bremer 
Großmutter die dolmetschte über
Viele Jahre in russischen Lagern als
POW und kam halb verhungert wieder

Dagegen prägen meine Erinnerung
An englische Offiziere nur positive
Geschichten und Erfahrungen es war
Eine Ehre diese Helden zu kennen 

Dachte lange auch nach Erfahrungen
Die ich selbst in England machte mit
Menschen aus anderem Kontext es
Sei eine seltene Ausnahme gewesen

Doch nun bei Stéphane Hessel den
Gleichen Ton gegenüber Offizieren 
Zu lesen scheint die Großmutter eher
Zu bestätigen als englische Touristen

Diese meist betrunken rotgesichtigen
Jungen Menschen waren eher ein
Peinliches Beispiel für England das
Gegenteil dessen was ich kannte 

Vielleicht sind bis heute noch eher
Die Offiziere der Royal Army ein
Beispiel für englische Kultur als
Die invasiven Touristenhorden

Doch kann das vermutlich auch schon
In einer Familie sich unterscheiden
Wie die Prinzen William und Harry es
Der Welt wie mir persönlich zeigten

Das war 1998 in Paris aber wäre eine
Andere Geschichte um die es hier
Weniger geht aber vielleicht mal
Irgendwann in anderen Geschichten

Stéphane Hessel jedenfalls schreibt 
Mit Respekt und Anerkennung über
Die Kameraden dort was zu dem 
Passt was meine Großmutter erzählte

jens tuengerthal 14.-15.12.25

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