Bibliotheksfrieden
Auf dem Diwan inmitten der
Kleinen Bibliothek heute um
Halb vier erholt erwacht weil
Bibliotheken so friedlich sind
Schon ihrem Wesen nach ist
Eine Bibliothek als ein Ort der
Ruhe friedlicher als andere auch
Gespräche sind gedämpft zu führen
Es geht dort um Lektüre zuerst
Was alle mit sich allein ausmachen
Wozu keiner schwätzen muss
Warum Lesungen nicht für Leser sind
Diese bedienen nur das schlichtere
Eben eventgeile Publikum das gern
Etwas erleben möchte mit Büchern
Aber nicht wirkliche Leser je
Eine frühere Geliebte die selbst auch
Buchhändlerin war riet mir mal doch
Solche zu besuchen um Frauen dort
Zu treffen doch nichts liegt mir ferner
Sie veranstaltet solche heute was mir
Ferner liegt aber halt was mit Büchern
Ist was manchen genügt dafür auch
Die Lektüre zu unterbrechen
Zwar mag die Wahrscheinlichkeit
Höher sein dort Menschen auch
Zu treffen die Bücher lieben und
Frauen die arme Poeten mögen
Doch ist der Preis dafür die Ruhe
Der heimischen Bibliothek für einen
Bücher Jahrmarkt aufzugeben mir
In Relation deutlich zu hoch
Bücher liebende Leserinnen fand
Der Flaneur auch der Liebe nie dort
Wo das Buch zum Happening wird
Sondern wo welche wirklich lesen
Leserinnen finden den Dichter und
Verlieben sich in seine Verse der
Rest ist keiner Mühe wert war das
Credo zumindest theoretisch dabei
Zeiten der Einsamkeit weichen
Natürlich jedes Dogma auf doch
Wenig bereute ich schneller als
Sex ohne geistige Welten zu teilen
Die Leere danach lässt das Echo
Aller noch lustvollen Stöße davor
Im Universum intellektuellen Nichts
Einfach spurlos nur verhallen
Wer meine Verse kennt weiß wie
Gerne der Dichter mit Worten seine
Muse liebkost und zugleich verehrt
Das liebt sie sehr oder ist egal
Aber hier geht es ja nicht um Frauen
Um die es natürlich immer geht denn
In Wirklichkeit denken ja alle immer
Nur an das eine außer lesend
Sondern um den Frieden den mir
Bibliotheken schenken wie gute
Lektüre die meiner Natur näher
Liegt als jeder andere Traum je
Im Reich der Geschichten gibt es
Alles was ich nur träumen kann
Warten immer neue Geschichten
Auf den neugierigen Leser noch
Diese am besten in der eigenen
Bibliothek mit Hingabe zu genießen
Ist das schönste vorstellbare Glück
Das ich nun für mich genießen will
Außer die bücherliebende Liebste
Kommt zufällig vorbei und wir lesen
Auf dem Diwan gemeinsam einander
Gegenüber irgendwann danach halt
In diesem Bibliotheksfrieden leben
Wie das Glück auch zu teilen wäre
Der zugegeben unwahrscheinliche
Traum vom perfekten Leben als Leser
jens tuengerthal 25.12.25
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