Lektürentagebuch 8.10.25
In Lázár von Nelio Biedermann über den
Kriegsbeginn gelesen von dem Lilly nackt
Im Bad erfährt als sie sich noch die Beine
Eincremte und Lajos mit der Zeitung kam
Natürlich findet sie es dann unpassend
Nackt zu sein obwohl gerade Krieg ist
Der mit dem Einmarsch nach Polen
Am 1. September 1939 begonnen hatte
Da Lajos ihr gerade meldet dass nun
England Deutschland den Krieg erklärte
Wird es nach dem 3. September 1939
Gewesen sein vielleicht sogar dieser
So hatte Lajos ein Radio und musste
Nicht länger wie sein Vater noch im
Waldschlösschen auf die Zeitungen
Aus Budapest waren er erfuhr es live
Danach ändert sich das Leben etwas
Zunächst nur dadurch bemerkt dass
Der Vater ständig Radio hörte oder
Zeitung las statt seine Arbeit zu erledigen
Mutter Lilly dagegen ermahnte die Kinder
Wenn sie sich stritten dass all dies doch
Im Krieg nun unwichtig sei oder fand
Den Regen passend zur Weltlage
Irgendwann musste sich Lajos melden
Seinen Dienst als Offizier tun und die
Familie sollte kurzzeitig in ein Haus nah
Der Kaserne in Pécs ziehen was für Pista
Wie seine Träume von Matilda ein herber
Schlag war wären sie doch sonst in schon
Zwei Wochen wieder nach Budapest
Gezogen was nun erstmal ausfiel
Die Bedrohung durch die Russen welche
Nun direkt an der Grenze standen schien
Pista weniger schlimm als die Vorstellung
Nun nirgendwo Matilda wiederzusehen
Passend zum beginnenden Krieg nun
Noch ein Kapitel in Grimmelshausens
Abenteuerlichen Simplicissimus gelesen
Wie dieser sich reich mit Gold bepackt
Vom Bauern der vorbei kam und sie
Angeblich vor dem Korporal mit den
Sechs Mann warnen wollte lässt er
Sich nach vorheriger Drohung ihn
Wie die anderen sieben umzubringen
Von diesem bist nach Villingen führen
Was dieser gehorsam tat worauf sich
Simplicius dort über den Torwächter
Beim Stadtkommandanten melden ließ
Von dem er im Tausch gegen sein
Schwert von dem er ganz sagenhafte
Heldengeschichten erzählte einem Pass
Schließlich bekam mit dem er endlich
Weiter zu seiner Frau nach Lippstadt
Reisen könnte wozu er Gold genug
Vom getöteten Kameraden hatte
Als Simplicius am Abend in der Stadt
Beim Wirt großzügig speist kam ein
Armer verlauster Bettler der zuerst
An der Tür abgewiesen werden soll
Nachdem Simplicius sich für den Armen
Stark gemacht hatte kam dieser auch
Bettelnd zu ihm dann erkannte er dort
Seinen Herzbruder und sie feierten
Diesen zu suchen hatte er sich ja nach
Villingen überhaupt führen lassen was
Zum umgekehrt guten Ende nach allem
Chaos im Wiedersehen nun führte
Der Simplicissimus mit seinen teils
Moralischen teils ironisch komischen
Geschichten gibt ein gutes Gefühl für
Den Dreißigjährigen Krieg wie das Leben
Neben und mit diesem in rauen Zeiten
Wie Unrecht gelegentlich doch lohnt
Einen besseren Weg noch zu finden
Wie oft dann der Zufall alles verändert
Von Wolf von Niebelschütz in seinem
Geisterfrühstück über Verse mit denen
Du lebst auch wenn er ‘man’ schrieb
Wird das hier wie immer ignoriert
Die Poesie sei ein Zustand des Geistes
Der uns bewusst wird wenn wir das
Fünfzehnte Lebensjahr erreichen weil wir
Da anfingen in Gesellschaft zu gehen
Dann meint Niebelschütz stellten sie uns
Den Damen vor und wir verliebten uns zu
Früh meist noch und schnell kämen dann
Die ersten Katastrophen des Gefühls
Irgendwann würden wir merken dass ein
Verhältnis was nur auf melancholischer
Sehnsucht des Jünglings aufbaut nicht
Von Dauer sein kann falls wir es merken
Hinterher scheint uns die Herrlichkeit
Mit der wir die erste Geliebte priesen
Eher etwas viel und wir vermissen das
Erste Entzücken was sie auslöste
Auf die erste die für immer schien
Folgt irgendwann die nächste die uns
Völlig verzaubern kann und jede auf
Ihre Art des Menschlichen übertreibt
Dazu zählt Niebelschütz verschiedene
Beispiele folgender Enttäuschungen auf
Bis wir merken dass keine dem Ideal
Entspricht auch wenn jede wunderbar
Plaudernd erzählt der Autor wie manche
Dichter ihm zeitweise nah und alles waren
Später viel ferner lagen vielleicht im Alter
In Erinnerung dann wiederkommen
Wie er die Lyrik lieben lernte und sie zu
Seiner dauerhaftesten Liebe wurde der
Er sich unter Beifall aller neun Musen
Dann endlich vermählte um mit ihr
Kinder zu zeugen die er noch immer
Mit dem Feuer der Jugend liebt die sein
Ganzes Denken beherrsche und da sie in
Versen spricht hätten ihre Worte Ewigkeit
So fallen ihm egal wo er gerade ist
Diese Worte sind von 1942 also aus
Dem Krieg in dem er Soldat war und
Berichterstatter Verse ein die Heimat sind
Beeindruckend ist der Stammbaum seiner
Liebsten deren Vater der Gott der Träume
Die Mutter die Liebe selbst mit einer nicht
Endenden Reihe großer Ahnen
Das Unglück zu vollenden wie er anmerkt
Ist ihre Schwester die Musik die genauso
Verführerisch ihm scheint so manche der
Verse für immer in ihm klingen lässt
So blieb die Poesie für immer seine große
Liebe die alle vorigen Abenteuer erledigte
Wie dankbar glücklich er mit ihr wurde die
Nicht eifersüchtig auf ihre Schwester ist
Ein Prosatext der mit liebevoll lyrischen
Bildern eine Ode an die Lyrik ist die er
Wunderbar kitschig Poesie nennt was
Perfekt zu dieser großen Liebe passt.
jens tuengerthal 8.10.25
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